ich. H 5154 Lchmtt Jreni Leiden Gross- and Siebenen nnemann. iod Fra«. Kießen, en 10. d. M. der Leiche 5587 6^ ein- •»jy*** <•’ Ä13. N" 3««ill SS-JS {£> ** t002' „! j uni 8io«t"fl ließ W' Nr. 132 Zweites Blatt. Mittwoch den 9 Zum 1897 Der Rieten et Jhqeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aawilieuvlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Keneral-Ztnzeiger. Vierteljähriger ^Uloanemeetspretox 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chntstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Anrts- und Anzeigeblutt fih* den Ureis Kieszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags fürden gtIc «nnoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. | ^5HUHPVv LIUIJV. ^Vv^vWvk ^TUlUUlt-HVtUllt-^e Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend: Schießübuugeu. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenmniß gebracht, daß t'i-' 3. Bataillon des Infanterie Regiments Kaiser Wilhelm am Donnerstag den 10., Freitag den 11. und Samstag den IS. Juni l. Js. ein Schießen mit scharfen Patronen in dem Gelände nordöstlich Wismar mit der Schußrichtung gegen den Wismarer Wald, bezw. gegen Ober-Walgern und Kirchvers abhalteu wird. Es darf daher das Gelände au diesen Tagen zwischen den Ortschaften Wismar—Ruttershausen—Odeuhaufeu- Salzböden—Forsthaus—Waldhaus—Krofdorf— Wismar von 8 Uhr Bormittags bis 2 Uhr Nachmittags nicht betreten werden. Die Straßen Krofdorf—ForstdauS, WaldhauS—-Schmelz- Salzböden— Odenhauien— Ruttershausen dürfen betreten werden, die Straßen Ruttershausen—WtSmar und WiSmar— ForsthauS—Waldhau« find gesperrt. DaS Bataillon wird durch Ausstellen von Mannschaften das gefährdete Gelände absperren lassen. Gießen, den 5. Juni 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Geschehen Gießen, den 26. Mat 1897. Protokoll der fttnfundzwanzigsten Sitzung des Provinzialtages der Provinz Oberheffen. Gegenwärtig: 1. Der Borfitzende, Großh. Prooinzialdirector Geheime- rath Freiherr v. Gagern, 2. Großd. RegierungSrath Dr. Wagner, 3. Großh. RegierungSrath Dr. Wal lau, 4. btt Proviuzialtechniker, Großh. KretSbau-Jnspector Stahl, 5 die Provinzialtagsabgeordueten: Bürgermeister Arnold. Alsfeld, Heinrich Brauer, Ober-Ofleiden, Beigeordneter Braun, Nidda, Geheimer Commerztenrath Buderus, Hirzenhain, Mühlenbefitzer Erk, Nidda, Bürgermeister Fendt, Schotten, Bürgermeister Geißler, Lollar, Justizrarh Dr. G ryger, Affenheim, Oberbürgermeister Gnauth, Gießen, Rechtsanwalt Dr. Gutfletsch, Gießen, Commerztenrath Heyltgenstaedt, Gießen, Justizrath Jöckel, Friedberg, OberamtSrichter Rabenau, Büdingen, Johannes Reibling I., Brauerschwend, Ingenieur Schiele, Gießen, Fabrikant G. W. Wenzel, Lauterbach, Bürgermeister Zimmer, Grüoberg, 6. das ProvinzialauSschußmitglied Bürgermeister Stöpler, Lauterbach, 7. der Protokollführer: Großh. KreiSamtSgehülfe Schtffnie. Der Borsitzende eröffnete den Provinzialtag und hieß die erschienenen Abgeordneten willkommen. Er gedachte de» Verlustes, welchen der Provinzialtag durch den Tod seiner langjährigen Mitglieder, der Herren Bürgermeister Keil von Melbach und Jacob Chr. Melchior zu Butzbach erlitten hatte, und bat die Versammlung, fich zu Ehren der Verstorbenen von den Sitzen zu erheben. Dies geschieht. Hieraus wurde durch Feststellung der Präsenzliste die Beschlußfähigkeit deS Provinzialtages eonstatirt, sowie der Großh. RegierungSrath Dr. Wagner durch den Vorsitzenden dem Provinzialtag vorgestellt. Entschuldigt fehlen die Abgeordneten: Gemeinde-Einnehmer Freymann, Gedern, Kaufmann Jäger, Schlitz, Bürgermeister O hna cker, Nteder-Ohmen, Gras O r io la, Büdesheim, GutSpachter v. Oven, Hungen, LandgerichtSrath Dr. Schäfer, Gießen, Bürgermeister Schmalbach, Crainfeld, Graf Friedrich zu SolmS-Laubach, Commerzieorath Trapp, Friedberg. Auf Vorschlag des Vorsitzenden werden die Herren Bürgermeister Arnold, Alsfeld und Mühlenbefitzer Erk, Nidda zu UrkuudSperfouen bestimmt und KreiSamtSgehilfe Schtffnie als Protocollführer bestellt und mittelst Handschlags verpflichtet. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. 1. Prüfung von SrgäazuugSwahleu für den Proviozialtag. Auf das Referat deS Vorfitzenden wird die von dem Kreistag deS Kreises Gießen infolge der Erhöhung der Be- völkerungsziffer vorgenommene Wahl des Großh. Bürgermeisters Zimmer zu Grünberg zum 8. Abgeordneten deS genannten Kreises für den Provinzialtag bestätigt, dagegen bezüglich der im Kreise Friedberg vorgenommenen Ersatz« wählen für die verstorbenen Mitglieder deS ProvinztaltageS Melchior von Butzbach und Keil von Melbach beschloffen, daß nach Artikel 83 letzter Absatz der Kreis« und Provinzial- Ordnung die gesetzlichen Voraussetzungen zur Vornahme solcher Ergänzungswahlen dermalen noch nicht vorltegen. 2. Prüfung der Rechnung der Proviuzialkaffe und Erstattung des Rechenschaftsberichts für 1895/96. Der Vorsitzende theilre mit, daß sich bei der Vorprüfung der Rechnung durch den Provinzialausschuß keine Anstände ergeben hätten. Die Resultate derselben seien in der dem Voranschlag beigegebenen Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Provinzialkaffe für 1895/96 enthalten,- auf deren Verlesung wird verzichtet. Alsdann verliest der Vorsitzende deu Verwaltungsbericht und stellt hierauf die Rechnung und den Verwaltungsbericht zur DiScusfion. Da sich Niemand zum Wort gemeldet hatte, wird dem Antrag des Vorsitzenden gemäß die Rechnung für 1895/96 in allen Theilen gutgeheihen und werden damit die vorliegenden Creditüberfchreituugen genehmigt. 8. Feststellung bei Boranfchlag» der Proviu-ialkasse pro 1897/98. Der Entwurf des Voranschlags war den Mitgliedern de» ProvinztaltageS beretrs mit der Einladung zur heutigen Sitzung zugegangen. Derselbe wurde, mit der Ausgabe beginnend, rubrikenweise vorgetragen und die erforderlichen Erläuterungen hierzu durch den Vorsitzenden gegeben. Bei Rubrik 19, „Neubau von Kreisstraßen", nimmt der Abgeordnete Oberbürgermeister Gnauth Gelegenheit besonders auf die Erläuterung im vorliegenden gedruckten Voranschlag, Seite 21 und 22, htnzuweisen und betont, in welcher Weise fich das BeitragSverhältniß der Ge- meinden rc. zu den Kosten der Straßenneubauten nach dem alten Straßengesetz und nach dem Gesetz vom 12. August 1896 gestaltet. Wenn nun die Großh. Regierung beabfichtige, dem Landtage dahingehend Vorlage zu machen, daß alle vor dem 1. April 1897 begonnenen Kreisstraßenneubauten auch noch nach oem alten Gesetz von 1881 abzurechuen seien, so sei er veranlaßt, den heute hier anwesenden Herren Landtagsabge- ordneten die Prüfung dieser Frage zu empfehlen und für die Beschlüffe des Kreistages Gieren, welchen der Provinzial- Ausschuß beigetreteu sei, einzutreteu, daß bet den Neubauten, für welche ratenweise Berwilltgungen theilS unter der Herrschaft der alten, theils unter der Herrschaft des neuen Ge« setzes erfolgt seien, die letzteren Beiträge d.h. die in 1897/98 ff. erfolgenden Berwilltgungen nach den Grundsätzen des neuen Straßen-GesetzeS auszubrtngen find, während für die seither bewilligten Beiträge, ohne Rücksicht auf die Zeit ihrer Verwendung, die Grundsätze des alten Gesetzes noch zu gelten hätten. Weiter bemerkt Oberbürgermeister Gnauth: Bei Rubrik 6 des Voranschlag« „Beitrag aus der Staatskasse zu Straßeu-Neubauteu" sei erläutert, daß Seiten» Großherzoglichen Ministeriums 130,000 Mark für die Ftnanzpertode 1897/1900 als außerordentlicher Beitrag eingestellt werden solle, wovon je auf die Provinz Ober, hesieu und Rheinheffen 30,000 Mk., auf Starkenburg dagegen 70,000 Mk. zu entfallen hätten. Er glaube indeß nicht, daß das Bedürfniß nach neuen Kreisstraßen in der Provinz Starkenburg 2»/, mal stärker sei, wie in Oberheffen, weß. halb er die anwesenden Herren LandtagSabgeordueten bitte, wenn fie nach Prüfung der Angelegenheit seine Anficht theilten, bei den landständischen Verhandlungen dahin zu wirken, daß ein entsprechend höherer Beitrag als 30,000 Mark für Oberheffen gezahlt werde. Der Abgeordnete Rechtsanwalt Dr. G.utfletsch schließt fich den Ausführungen deS Vorredners au. Er gibt weiter Auskunft über den Stand des ProceffeS mit dem FiScuS wegen der BeitragSpflicht des Staates zu den Unterhaltungskosten der sogen, hohen Straße, von dem Braunkohlenbergwerk „Ludwig-Hoffnung" nach Gettenau, und empfiehlt den Herren LandtagSabgeordueten, im Falle der übrigens nicht Wünschenswerth zu erachtenden Genehmigung der Ueberlaffuug der Grube „LudwtgShoffnung" an da» Fürstlich SolmS-Braunfels'fche Haus, dafür einzutreten, daß diese StandeSherrschast, welche alsdann ein große» Jntereffe an einer guten Straße habe, mitverpfltchtet werde, den vom Staat s. Zt. zugesagten Beitrag zur Unterhaltung genannter Straße mit 500 Mk. jährlich zu übernehmen. Denn nur auf Grund dieser staatlichen Zusage sei dieser kostspielige Straßenbau auSgesührt worden. Der Abgeordnete Erk erklärte, daß auf seine Anregung hin in dar Staatsbudget 1894/97 ein Betrag von 10000 Mk. für deu Ausbau der Straße im Westen der Grube „Ludwig»- Hoffnung" eingestellt worden, wovon jedoch noch nicht« verwendet sei, weil die Verhandlungen noch schwebten. Er sei ein entsetzlicher Mißstand, daß die Straße nur nach einer Seite au-gebaut sei, während der andere Theil fich in einem Zustand befinde, daß der Verkehr gehemmt sei. Auknüpseod an die vorstehend zum Ausdruck gekommenen Drfiderieu legt der Vorsitzende deu auwesenden Provinzial- tagSmitgliederu, die zugleich Mitglieder der Ständekammer find, an'S Herz, bet der Berathuog de» Budgets auch dafür eiuzutreten, daß die Besoldung für den KretSbau-Afftsteuten in Gießen, welche jetzt den Kreis Gießen uud die Provinz belaste, auf die StaatSkaffe übernommen werde. Zu Rubrik 20b verliest der Vorsitzende eine Eingabe des Oberhesstschen GeschichtS-Vereins, in welcher gebeten wird, zur Förderung der Bestrebungen genannten Vereins einen fortlaufenden Jahresbeitrag au» Mitteln der Provinz zu gewähren. Der Provinzialtag gibt hierauf seine Zustimmung zu dem vom Provinztal-Ausschuß hierfür in daS Budget eingestellten Betrag von 300 Mk. Die unter Rubrik 21 eingestellte BesolduugSerhöhung für den Vorstand deS chemischen UntersuchungsamteS wird gutgeheißen. Nachdem der Voranschlag in allen Theilen durchberathen uud vou den Abgeordneteu weitere Bemerkungen nicht erhoben werden wa-.eu, wird derselbe den Anträgen de» Provinzial- auSschuffeS entsprechend in Einnahme und Ausgabe auf den Gesammtbetrag von je 372,607 Mk. 80 Pfg. festgesetzt. 4. Antrag des Großh. KreiSamt» Büdingen ans Befreiung der Gemeinde Alt-WiedermuS vou dem Beitrag zu deu Kosten de» Neubaues der Kreisstraße EckartShaufeu—Alt-WiedermuS in Gemarkung Obervald. Der Vorsitzende verweist auf die Erläuterungen im vorltegeaden Voranschlag, referirt in der Sache und theilt mit, daß gestern eine Eingabe deS Gemeinderath» zu Alt- WiedermuS zu dieser pos. der Tagesordnung eingelaufeu fei. Der Großh. KretSbauiufpeetor Stahl verliest diese Eingabe, worauf die DiScusfion eröffnet wurde. Der Abgeordnete OberamtSrichter Rabenau befürwortet den in der Eingabe enthaltenen Antrag auf Befreiung der Gemeinde Alt WiedermuS von der Beitragspflicht, da nicht nur ein geringer Theil Holz auf der Straße abgefahren werde, sondern auch der Steiubruch nur Mauersteine liefere und bald erschöpft sei. Der Vortheil der Gemeinde an der Straße sei eia sehr geringer. Der Abgeordnete Oberbürgermeister Gnauth glaubt, daß eö für einen Transport von jährlich ca. 200 Cbm. Steinen, einerlei, ob Chauffee« oder Mauersteine, immerhin von Werth fei, wenn er auf einer gut chausfirten Straße vor fich gehen könne. Anders verhalte es fich, wenn die Gemeinde behaupte, der Steiubruch fei erschöpft. Um die Frage der Beitragspflicht eudgiltig erledigen zu können, glaube er, daß es sich empfehle, jetzt nicht definitiv über die BeitragSpflicht zu entscheiden, vielmehr deu ProvtnzialauSschuß zu ermächtigen, nach vorheriger Ermittelung über die nach- haltige Leistungsfähigkeit des Steinbruchs zu bestimmen, in- wieweit die Gemeinde Alt-WiedermuS mit einem Beitrag zuzuztehen oder ob dieselbe ganz davon zu befreien sei. Der Vorsitzende läßt hierüber absttmmen. DaS Er- gebniß ist einstimmige Annahme deS Vorschlags. Da die Tagesordnung hiermit erledigt war, schloß der Vorsitzende den heutigen Provinzialtag. Der Borfitzende: Die UrkundSpersoneo: v. Gagern. Arnold. Erk. Der Protocollführer: Schtffnie. Lieben Sie eine vorzügliche und der Haut sehr erträgliche Toilette-Seife? Kaufen unb Bedangen Sie Doering’* Seife mit der Eule. 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