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Nr. «4
Erstes Blatt.
Freitag den 9. April
1S97
Gießener Anzeiger
Kmeral-Anzeiger
Aints- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren
Hratisöeitage: Hießener Kamikienötätter.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für bex folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Barm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Vureaur deS In- und Auslandes nehme» I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger* entgeg«.
Redactton, Expeditto» und Druckerei:
Schutftratze Ar.7^
Fernsprecher 51.
vierteljähriger Adounemcutspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn.
Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.
Die Gießener
Hlnmlklenvtälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Der *
Fletzen er Anzeiger erscheint täglich, ■rit Au-nahme deS Montags.
Anrtücheu Theil.
Gießen, den 7. April 1897. Betr.: Lehrmittel in den Volksschulen.
Die
Mrtzh. Kreis-Schulcommisßon Gießen
Uhr wurde an der Ecke der Ludwig»- und Gartenstraße ein Arbeiter von einem Radfahrer überfahren. Der Radler soll zu schnell gefahren und auch kein Glockenfignal zur richtigen Zeit
ständischen fich verschanzt hatte, wurden von de« Spaniern genommen. Die Ausständischen flohen nach erbittertem Kampfe unter sehr starken Verlusten.
Washington. 7. April. Wie hier verlautet, wird der Präfident eine Botschaft an den Longreß richten, in der die staatliche Unterstützung der durch die Überschwemmung de» Missisfippi Betroffenen beantragt wird. Da» Ueber- schwemmung-gebiet hat eine Ausdehnung, wie fie bisher noch nicht dagewesen ist. @» ist 300 Meilen lang und 5 bi« 40 Meilen breit. 60,000 Personen habe« ihr Eigenthnm verloren. 50 Städte und Dörfer stehen unter Wasser. — Heute stattete Bryan, der Gegenkandidat Mac Kinley» bet der Präsidentenwahl, dem Präfidenten Mac Kinley einen Besuch ab.
Depeschen de» Bureau „fcetolb/
Perlt«, 7. April. DaS Abgeordnetenhaus hat hente Petitionen erledigt und wird in seiner morgigen Sitzung weitere Petitionen berathen.
Berlin, 7. April. Die „Post" meldet auS Konstantinopel: Auf die den Mächten von der Pforte zugegangene letzte Note, durch welche fie diese auffordert, der Türkei freie Hand zu lassen ober aber endlich gegen die Griechen ernstlich vorzugehen, ist bereits eine Antwort erfolgt, in welcher eS heißt, daß die Türkei die gegenwärtige Lage durch die Resorm-verzögerung selbst verschuldet habe und die wettere Entwickelung der Dinge abwarten müße.
Berlin, 7. April. Staatssecretär Graf PosadowSky gab in der heutigep Sitzung der Budget Commission deS Reichstages die Erklärung bezüglich der vom 1. April 1898 geltenden Grundsätze über die Verwaltung der Fonds zu Remunerationen und Unterstützungen ab.
Berlin, 7. April. Gestern Abend wurde wiederum eine Anarchisten-Versammlung aufgelöst, weil sich der Referent mit der Person Kaiser Wilhelms I. beschäftigte.
Berlin, 7. April. Da» heute Morgen außgegebene Bulletin Über daS Befinden des TtaatSsecretärs v. Stephan lautet: Die Nacht verlief unruhig wegen mangelnden Schlafe-. Nahrungsaufnahme gut. Kräftezustand schwach.
Berlin, 7. April. Da» heute Mittag über daS Befinden des SraatSfecretärS v. Stephan auflgegebene Bulletin lautet: Kräfte in bedrohlicher Weise abnehmend.
Berlin, 7. April. Dem „Dziennik Poznanski" zufolge soll eine strenge Controle der auS dem Auslande kommenden brieflichen Correfpondenz auf der russischen Post durchgesührt werden. Die „Post" hört, baß bte Verschärfung wegen verschiebener Aufrufe, welche auf bem Postwege nach Polen eingeschmuggelt werden, angeordnet
Berlin, 8. April. Staatssecretär von Stephan ist hente Nacht ISS1/» Uhr saust entschlafen. — Zum Tode deS StaatSsecrrtärS v. Stephan wird noch gemeldet: Nachdem bereit» im Laufe des gestrigen Tages ein Rückgang der Kräfte eingetreten war, machte der Kräfteverfall gegen Abend rapide Fortschritte, die Aufnahme der Nahrung wurde verweigert. Alle Vorboten der nahenden Auflösung stellten sich ein. In den Abendstunden war der “«Un. 8tlApr" ©auptb^anblm im Protest I ii.Vpdt,'®ormitta88 10 Uhr im H°nse »rt Tausch vor dem SchwurgeriM beginnt am 24. Mai. Berich unter Leitung de« stellvertretenden »xeieetntttnl,
Madrid, 8. April. Spanien und Nordamerika ver> I Reallehrer E. Schmuck-Bingen, abgehalten h-d-ln über die. eodg.Mge Paeisicirun^ Cuba«. Aus | ^^„3 “Ä‘S
Vertreters und des KceiSturnwarteS. 4) RechnuogSablage
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Schiffsnachrichte«.
Der Postdampfer .Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. AprU wohlbehalten in New-Uork angekommen.
22. d. MtS. zu Bensheim tagenden LaudeS-LehrervereinS- Versammlung wird auch eine Hauptversammlung deS Vereins „Lehrerheim Vogelsberg" stattfiaden. Auf der Tagesordnung stehen: 1) Bericht über den dermaligen Stand des Vereins- 2) Wasserversorgung und Canalisatton des Lehrerheims- 3) Herstellung eines chausfirten Weges am Hauptgebäude- 4) Sonstige BereinSangelegenheiten. — Die Pensionspreise im Lehrerheim betragen von jetzt ab für Mitglieder 2,80 Mk., für Mitglieder des LandeSlehrerveretnS 3,20 Mk., für Nichtmitglieder 3,50 Mk. täglich. Kinder unter 12 Jahren zahlen die Hälfte. In Anbetracht dieser mäßigen Preise ist zu hoffen, daß das Heim im kommenden Sommer sich starken Zuspruches erfreuen wird.
•• Wetterbericht. Die beiden Maxima im Westen und Nordosteu Europas haben sowohl an Intensität als auch an Raum gewonnen, doch find dieselben noch durch eine Furche niederen Druckes getrennt, welche fich vom Nordwesten durch den Continent gegen die Balkau-Halbtnsel und daS schwarze Meer erstreckt. Innerhalb der genannten Furche sind außerdem mehrfach Theilmtnima zu erkennen. ®‘e Witterung behält in Central-Europa ihren bisherigen unbeständigen Character bei und fallen vielenorts zeitweise Niederschläge. Die Morgentemperaturen lagen in Deutschland im Allgemeinen etwas höher als gestern. — VorauSsichtlicheWitterung: Zunächst noch Fortdauer deS unbeständigen WitterungS- CharacterS.
• Zu einer Plauderei über daS Trinkgeld in der Türket erzählt Fr. v. Vincenz in der „Frkf. Ztg." folgende Geschichten: Eines schönen Tages heißt eS, der Walt wird für einige Tage nach X gehen, um die in der Nähe dieses Ortes gelegenen großen — nun sagen wir, um nicht gar zu deutlich zu werden — Spaniolen-Colonien zu besichtigen. Um hübsch billig zu reisen, läßt sich Excellenz auf einem kleinen ihm freundlicherweise zur Verfügung gestellten Dampfer nach X bringen. Von dort ist eS nicht mehr weit und beschwerlich nach den Colonien. In den Colonieen angekommen, besichtigt Excellenz die wirklich großartigen Anlagen mit großem Interesse und giebt seinem Wohlgefallen häufig und ohne Rück- halt Ausdruck. Ganz zum Schluß läßt er die ziemlich un- verfängliche Bemerkung fallen: „Sie haben wirklich sehr schön und practisch gebaut und auch sehr solid, denn eS will mir scheinen, daß die Häuser recht massiv find. Es würde mich doch wirklich höchlichst tnteresfiren, die Bauart dieser hübschen Häuser genauer kennen zu lernen!" Er lernt fie kennen und findet, daß 80 v. H. aller Häuser durchaus aus Stein auf- geführt find. Da nun eine Jrade, welches die Anlage der Colonie gestattet, die Bestimmung enthält, daß die Häuser nur im Fachwerk und nicht maisiv aufgeführt werden dürfen, so meint Excellenz, er werde morgen ein Picket Soldaten schicken, die daS Einreißen all der massiven Häuser auf Kosten der Colonie überwachen sollen. Schluß: Seine Excellenz kehrt mit 2000 (zwei Tausend) Pfund = 46,000 Franken in der Tasche nach Hause zurück, kein Haus wird abgerissen, kein Soldat wird geschickt und die Spaniolen bauen ruhig massiv weiter. Und wem verdankt Excellenz diesen Erfolg? ES war einer seiner Spione, der die Sache ausfindig gemacht hatte! — Es ist nicht gut, als türkischer Unterthan in der Türkei zu leben. Dieses Bewußtsein ist auch schon in die Kreise der bäuerlichen Bevölkerung gedrungen. Zuerst zaghaft, dann, nachdem die ersten Versuche günstig ou-gefallen, stärker entwickelte sich die Auswanderung in der Türkei, bis man einen hohen, sür den kleinen Mann beinahe unerschwing- lichen Preis sür das AuSwanderungS Teskere (Paß) sestsetzte. Das war allerdings sehr unbequem für die AuSwanderungS- lustigen! Aus diesen scheinbar sehr mißlichen Verhältnissen bildete fich nun eine sür die Auswanderer sehr bequeme und für die Walt, deren Amtssitz in einer Hafenstadt liegt, sehr einträgliche Praxi» aus. Anstatt um das theure und nebenbei mit viel Backschisch verbrämte officielle TeSkere etnzukommen, begiebt fich der Auswanderer ruhig ohne ein solches nach der Hafenstadt, wo er ein von den Beamten stets gern gesehener Gesell ist, da er Geld in seinem Beutel hat. Ein practtscheS Beispiel wird das beste Bild von dem Vorgang geben, der sich nun am Hafen abspielt: Ein Dampfer nach
Ät. Schlachthaus.
Freibank. 3432
Heute uud morgen:
Faselochsenfleisch
nicht ladenrein, per Pfd. 42 Pfg.
Schweinefleisch
nicht ladenrein, per Pfd. 40 Pfg.
Virginia-Mais zur &aat, Hafer ?ur Saat. Gebrüder Rosenbaum.
BehördlicheAnzeigenj
Die Holzverfteigeruugen vom 5. und 6. d. MtS. sind genehmigt und können die Abfuhrscheine von Dienstag den 13. d. Mts. an bei Großherzoglichem Rentamt Gießen in Empfang genommen werden. Die Ueberweisung des Holzes erfolgt Mittwoch den 14. d. Mts., von Morgens 7 Uhr an, wobei Holzabfuhr stattfinden kann.
Treis a. d. L., den 7. April 1897. Großh. Oberförsterei Treis a. d. L.
Amendt. 3521
mittags 10 Uhr, aus den Districten Eibschenhain und Range.
Stämme: Fichten 1 Stück von 25 cm mittl. Durchm. — 0,49 km, desgl. 14 Stück von 12—18 cm mittl. Dchm. — 3 km. Derbstangen: Fichten 8 Stück — 0,43 km. Scheiter rm: Buchen 65, Birken 4, Eichen 1, Nadelholz 28 1. Kl., 13 2. Kl., Knüppel rm: Buchen 132 l.Kl., Eichen 7, Nadelholz 74 l.Kl., 26 2. Kl., Birken 8, Reiser rm: Buchen 598, Eichen 52, Nadelholz 124, Stöcke rm: Buchen 32, Eichen 11, Nadelholz 31.
Die zur Versteigerung kommenden Fichten - Stämme und -Derbstangen aus dem District Range sind unter der Nummer mit Blaustift bezeichnet und kommen im District Eibschenhain beim Feuer zum Ausgebot. Steig- liebhaber werden gebeten, sich dieselben vorher anzusehen. Nähere Auskunft ertheilt auf Verlangen Forstwart Leyerer, Odenhausen.
Papiermühle, den 6. April 1897. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.
Schwörer. 3531
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß wir mit Hmehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 16. Februar und 29. März d. I. nunmehr den Stadterweiterungsplan für den Südwesten btt Stadt, und zwar insbesondere für das Gelände zwischen der Frank- ftterstraße und den Bahnhöfen festgestellt haben, und daß die Einsicht bs bezüglichen Planes auf dem Stadtbauamt Jedermann freisteht.
Gießen, den 5. April 1897.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Eingesandt.
In verschiedenen öffentlichen Blättern findet ein Beschluß, welchen der Oberhesstsche Aerzteverein am 2. November v. I. faßte, eine irrelettenbe Verbreitung und werden Streitigkeiten, die diesem Beschlüsse vorangingen und nachfolgten, in gegen den ärztlichen Krets- veretn Lauterbach und insbesondere sein Mitglied, den Kreisarzt Herrn Dr. Weißgerber in Lauterbach, feindseliger Weise dargestellt. Dem gegenüber hat der unterzeichnete Verein zu erklären, daß er den erwähnten Beschluß des Oberhessischen Aerzteveretns aus formellen und sachlichen Gründen für unrichtig und hinfällig ansieht, jedoch auf die öffentliche Erörterung der fraglichen Angelegenheit verzichtet. Für die Oeffentlichkeit möge genügen unsere Feststellung, daß nicht unser mehrfach angegriffenes, von uns hochgeschätztes Mitglied, He>r Kreisarzt Dr. Weißgerber, sondern unter Verein als solcher pflicht- mäßig ärztliche Mißstände zur Kenntniß und Entscheidung des Ober- hessischen Aerzteveretns brachte und durch die darauf ergangene fehl- sichtige Entscheidung dieses Vereins in seiner Ansicht über die Pflichten des ärztlichen Standes nicht wankend geworden ist.
Der ärztliche Kreisverein Lauterbach:
Dr. Zinßer, stellvertretender Vorsitzender.
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16 von berufener Seite ii ‘"I Veranlassung der Seck ceinr hier Herr ®.
ld Ingenieur auS Interim tb) einen Vortrag übn. ' halten, der für fybmnr ist. Wir ttiitn tinfotlitn dieses Ijoiiinitrtffimtt igema, H der Stguaart im Äsen« unb werken noch näher auf reiche der Boxhaynbe, bei biete gelten bars, slch uo
ßausmännislher Verein, Gießen.
Wir ersuchen unsere Mitglieder, die entliehenen Bücher behufs Neu- tMichtung der Bibliothek bis spätestens de» 9. April ds. Js. j,uackz«lieferu.
Die bis zu diesem Termin noch nicht zurückgegebenen Bücher werden m der Vereinrdienerin gegen eine bestimmte Gebühr abgeholt.
Gleichzeitig theilen wir unseren Mitgliedern mit, daß die Bibliothek M Mitte April bis 1. Juli geschloffen bleibt. 3230
Der Vorstand.
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