tkmi n Ute geö rn IH «960 fltÖ ettai hartes und »Mütter« '? iu haben 111041 SL )teti M”«1*" lUVi* lterSMg 39. 1 1897. iilbtrt»“ d-srs" 0 S oe 86S0 106.60 21g 96 26 0 3^ 101.$ icaoo SS*»* -------- bi ... blech-Fabrik a. M. a Grösse und Con »iude.___ Grösse. —" H' Obl- t(rt otl^äs® on Art Jing. 10904 DOOOö UM As "C 1633! *■" 4.11 Mr. 287 Erstes Blatt Dienstag den 7. December 1897 Der $te|ener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montag». Die Gießener A-^mitteuölälter «erden dem Anzeiger »üchentlich dreimal beigrlegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljährig« AöonnemcntsprelLr. 2 Mark 20 Pfg. ett Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 60 Pfg. Redaktion, Lxpediti« und Druckerei: Kch»tgr«ße Ar.^ Fernsprecher 6L Aints- und Anzeigeblatt für den Itreis clNefzen. Hi-ß-n-r I-min-»5Lwr. Der türkisch-griechische Friede. Noch vor Kurzem haben wir unserem Zweifel Ausdruck gegeben, daß der Frieder soertrag zwischrn der Türket und Griechenland so bald beendet sein werde. Denn zu oft find wir durch die Nachricht enttäuscht worden, daß eS mit dem so oft angekündigten Abschluß der Friedentverhandluagen wieder einmal nichts war. Nun endlich liegt die Meldung vor, daß der Vertrag, durch welchen definitiv der Kriegszustand zwischen den beiden oben genannten Staaten beseitigt wird, unterzeichnet worden ist. Beinahe acht Monate find verflossen, daß die Türket durch die vielfachen, lange genug gleichmüthig ertragenen Feindseligkeiten Griechenland» ge- zwangen wurde, diesem den Krieg zu erklären. Nur wenige Wochen dauerte der Feldzug, der in den ersten Tagen sich günstig für die Griechen gestaltete; aber bald drehte fich daS Blatt, und die Türken wurden auf der ganzen Linie Sieger. ES ist noch in frischer Erinnerung, wie unrühmlich der Krieg für die Hellenen verlief, wie fie schließlich froh sein mußten, als die Großmächte ihre guten Dienste andoten und einen Waffenstillstand herbrisühren halfen. Fast fieben Monate haben die Verhandlungen in Konstantinopel gedauert, bi» rin annehmbarer FriedenSvertrag zu Stande kommen konnte. Die Forderungen des Sultan» gingen zuerst sehr weit,- er wollte daS von den türkischen Truppen besetzte Thessalien behalten und auch eine sehr hohe Kriegsentschädigung in An- sprach nehmen. Aber immer «ehr wußten die Großmächte von diesen Forderungen abzuhandeln, bis die Pforte schließ- lich einwilligte, fich mit einer strategischen Regulirung der theffalischen Grenze und einer geringen KriegSkosten-Ent- schädigung zu begnügen. Gestraft ist Griechenland p so wie so genug; der noch vorhanden gewesene Wohlstand ist völlig unterdrückt, sein Nattonalgesühl ist empfindlich gedemüthigt und eS wird fich hoffentlich hüten, so bald wieder Leben und Eigenthum seiner Bürger leichtfinnig auf Spiel zu setzen. Lange hat es gedauert, bi» die Pforte fich herbeiließ, in die von den Botschaftern vorgeschlagenen FriedeuSbeding- ungen zu willigen. Bet dieser Gelegenheit hat fich so recht wieder die Tactik der türkischen Diplomatie gezeigt, welche der Politik der Verschleppung huldigt und in dieser Beziehung wirklich Große« leistet. Oft genug waren die Verhandlungen -dem völligen Abbruch nahe, und die Griechen harten alle Ursache, immer verzweifelter zu werden. Aber schließlich trug da» vereinigte Europa den Steg davon, und Griechenland kann heute aufathmen und sich nun mit allem Eifer der Aufgabe widmen, die inneren Verhältnisse des Landes zu con* foltdiren. Seine Finanzen waren bekanntlich von jeher schlecht j fie haben durch die Ausgaben, welche der Krieg ver- ursacht hat, einen weiteren empfindlichen Stoß erhalten. Deshalb mußte es fich der Finanzcourrolle der Mächte füge», so schwer die» dem Dünkel der Hellenen auch wurde; denn nur unter dieser Bedingung liehen die Großmächte der Nation ihre guten Dienste. Es ist j-tzt gar nicht so unmöglich, daß bet befferer Finavzwtrthschaft Griechenland mit der Zett ein- mal aus dem Sumpfe herauskommt, in welchem es jetzt fitzt. Darum kann die Ftnauzcontrolle nur als ein Heil für Griechenland angesehen werden und als ein Wittel, feinen Eredtt im AuSlaude, den eS völlig etngebüßt hatte, wieder zu heben. DaS erste Werk ist also jetzt von den Großmächten vollendet,- nun gilt eS, die mit der griechischen so eng ver- knüpfte kreteofische Frage zu einem guten Ende zu führen. Die Zett drängt, die Berhältniffe auf Kreta bedürfen einer schnellen Lösung, aber auch wieder der ganzen Kunst der europäischen Diplomatie. Möge fich diese auch in der Kreta- frage bewähren! (xx) Deutscher Seich. verliu, 4. Decrmber. In Rücksicht auf die Bedrohung der deutschen Petroleumconsumenten und des deutschen Petroleumhandels durch die nord- amerikanische Staodard-Oelcompanh hat der Abg. Baffermanu mit Unterstützung der natioualltbe- ralen Fraction deS Reichstag» sollende Interpellation eiagebracht: „Welche Maßnahmen gedenken die verbündeten Regierungen zu ergreifen, um den auf Monopolisirung de» deutschen Petroleumhaudels gerichteten Bestrebungen der Staodard-Oel-Eompany entgegen zu treten?" Die Standard- Oel-Company beherrscht den ganzen Handel. Sie ist eben dabei, Cou.raete mit den Händlern abzuschließen, welche zunächst bis zum Jahre 190b laufen, unter der Bedingung, daß fie den Verkaufspreis festsetzt und so die freien Händler zu Agenten auf Prov sion machen kann. Die Abficht gehr dahin, vom Jahre 1905 auch diese Agenten au-zuschaltev, Berkaufsbureau» eiuzurtchten und so unter Beisriteschiebung der bisherigen selbständigen Existenzen die Preisbildung völlig in j >te Hand zu nehmen. Die Gesammteinfubr an Petroleum betrug im Jahre 1896 in Summa 853,642 Tonneu. AuS Oesterreich-Ungarn kamen davon 21,579, aus Rußland 43,122, au» den Bereinigten Staaten 787,629 Tonnen. Die Bertheueruug von 1 Mk. auf den Hectoliter deS amerikanischen Petroleums aber würde schon den deutschen Steuer- zahleru 8—10 Mill. Mk. kosten. DaS sagt zur Genüge, was das deutsche Volk von den Absichten deS amerikanischen Petroleumringes zu erwarten hat. Ausland. Krakau, 4. Decrmber. Dem Grafen Badeni wurden hier bet seiner Durchreise Seitens der Studenten große Ovationen dargebracht. Die Studenten sandten Sympathie- telegramme nach Prag, sowie eia beleidigendes Telegramm an den Senat der Prager deutschen Universität und au Profeffor Mommsen. Wolff» telegraphische» CorrespondMj-Burra«. Potsdam, 5. December. Der Kaiser empfing heute Mittag da» Prästoium deS Reichstages. Rom, 5. December. Der König empfing heute Nach* mittag um 2i/i Uhr den deutschen Botschafter Fretherrn Saurma v. d. Je lisch in feierlicher Audienz zur Entgegen- nähme des Beglaubigungsschreiben». Depeschen de» Bureau ^Hrrold." verliu, 5. December. Der „Vorwärts" schreibt in der Sache Normaun-Schumann: Bebel war gestern vor die Staatsanwaltschaft geladen, nm in der Aoklage gegen Nor- mann-Schumann wegen Majestätsbeleidigung, begangen durch seinen Artikel im „Memorial D plomatiqae" al» Zeuge ver- nommen zu werden. Ferner wurde Bebel mitgerheilk, daß der Oberstaatsanwalt die von Normann-Schumann wider ihn eingeretchte Deuunciation wegen Meineid al» unbegründet zurückgewiesen habe. verliu, 5. December. Gestern wurden in der Verlagsbuchhandlung von Hermann Walther hterselbft die Bestände der Broschüre de» zur Zeit auf Ehrenbreitstein eine FestungS- haft verbüßenden früheren RUtmeisters Frhrn. v. Eh rHardt beschlagnahmt. Die Broschüre, betitelt „Ehre und Spirt- ti»mu» vor Gericht", soll fortgesetzte Beleidigungen de» Offizierehrenratqe» tu Düffeldorf durch den Borwurf der Parteilichkeit und Rechtsbeugung enthalten. London, 5. December. „Standard" meldet aus Newyork, Rußland mach; tu San Francisko große Waffen- und Munitionsetnkäufe. Reisende aus Wladiwostok er- zählen, eS herrsche in den dortigen Garnisonen eine rührige Thät'gkeit. Konstantinopel, 5. December. Der definitive Frieden»- vertrag zwischen Griechenland und der Türkei ist gestern unterzeichnet worden. Wie»,6. December. Dte Couferenz des Minister- Präsidenten von Gautsch mit den Obmännern aller Parteien wurde auch gestern fortgesetzt. Gautsch machte Namens der Regierung allen Parteien bestimmte Vorschläge Zwecks Lösung der streitigen Frage. Die Club» werden in den nächsten Tagen zu den Propofitioneu Gautsch» Stellung nehmen. Ein Besuch der Darmstädter öffentlichen Lese- und Bücherhalle. Unter dieser Ueberschrtft veröffentlicht Gebhard Zerniu im „Darmst. Tgl. Anz." einen Artikel, dem wir daS Nach- stehende in der Voraussetzung entnehmen, daß er Manches enthält, was den Freunden und Förderern eine» für Gießen geplanten ähnlichen Instituts von Jntereffe ist. In dem Artikel heißt eS: Am 6. März 1897 wurde die öffentliche Lese- und Bücherhalle zu Darmstadt — Loutsenstraße 20 — eröffnet. SS find im Ganzen drei kleine, aber freundliche Zimmer zu gleicher Erde deS Hauses eingerichtet. Der Be- such steht jedem Herrn, jeder Dame, jedem erwachsenen Knaben und Mädchen frei und zwar zu folgendrn Tagesstunden: iu der Woche Abends von 6 bis 9y2 Uhr, an Sonn- und Fest- tagen Vormittags von 11 bis 1 Uhr und Abends von 5 bis 91/, Uhr. Ein weißes Schild an der EintrittSthür enthält folgende drei Anweisungen: „Nicht anklopfeu!" — »Leise eintretenl" — „Nicht rauchen!" Wir folgen diesen Vorschriften und treten zunächst iu ' ein kletne», eiufensterigeS Zimmer, welches neben dem zweiten, durch zwei Fenster beleuchteten nach der Straße hinaus liegt, während ein drittes den Blick nach hinten hinaus gewährt und vornehmlich für die Aufbewahrung der „Bücherhalle" (welchen Namen man für den der „Btbl'othek" gewählt hat) dient. Alle Räume find behaglich erwärmt und durch GaS entsprechend beleuchtet- eS herrscht darin eine friedliche Ruhe, und man hört fast nur das Blättern beim Umwendeu der Lefendeu. In den zwei Lesezimmern find im Ganzen fünf Tische vorhanden, au denen etwa 35 einfache Rohrstühle stehen. Au den Wänden hängen zwar keine Bilder, wohl aber einzelne Landkarten, und stehen offene Bücherstände. Allerdings erscheint der ganze Raum etwas beschränkt, doch soll eine eigentliche Ueberfüllung bisher nur selten vorgekommen sein. Die Aufficht führt ein angestellter Bibliothekar, welcher gewiß alle Hände voll zu thun hat, um die verschiedenen Wünsche der Lesenden zu befriedigen. WÜS nun die practische Bedeutung der ganzen Einrich- tung betrifft, so kann mit Genugthuung hervorgehobev werden, daß der Besuch ein im Allgemeinen höchst befriedigender genannt werden muß, sowohl nach Zahl wie Eigenschaft der Lesenden. Still und geräuichloS treten die Kommenden ein, suchen fich in Ruhe ein geeignetes Plätzchen und fangen au zu lesen, nachdem fie daS ihnen zusagende Blatt oder Buch erhalten oder gefunden haben. Natürlich schwankt dir Zahl der Besucher sehr, da fie vom Wetter sehr beeinflußt wtrd,- wahrend deS Monats October 1897 betrug ihre tägliche Durchschnittszahl 42 Köpfe. Sie bleiben oft mehrere Stunden hinter einander, auch gibt eß schon verschiedene „Stamm- gäste", welche täglich wiederkehrev, um bestimmte Blätter mit Muße lesen zu können. Jeder Besucher scheint mit fich völlig darüber im Klaren zu fern, daß die Einrichtung der öffentlichen Lesehalle zum Wohle des großen Publikums und Wohlwollen für daß Garze getroffen ist und richtet auch danach sein Benehmen ein. Streitigkeiten hat es noch niemals gegeben, es herrscht Ruhe und Stille, Frieden und Verträglichkeit- lärmende oder gar betrunkene Personen sollen fich noch niemals in diesen Räumen gezeigt haben, würden auch selbstverständlich nicht geduldet werden. (Eine Vorschrift füitz die Besucher häugt an der Wand und ist für Jedermann lesbar.) Die Auswahl deS Lesestoffes ist schon j/2 Uhr Bormtttag» die Sitzung. Rach B ldung der Geschworenenbank wird in die Verhandlung gegen den Dienstknecht Karl Götze von Halle a. S., zuletzt in Bad- Nauheim bedienstet gewesen, wegen Raub und Widerstand gegen die Staatsgewalt eingetreten. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich. Die Bertheidigung führt Justizrath Baist. — Der Angeklagte, welcher am 2. April 1874 geboren, ist wegen Körperverl'tzuug mit 14 Tagen und wegen Betteln» mit zwei Tagen Haft vorbestraft- er wird beschuldigt, am 24. Oktober dis. I». zu Friedberg in Gemeinschaft mit seinem ArbeitSgenoffen Krimmer, der sich inzwischen erhängt hat, auf der Usagaffe dem Arbeiter Conrad Geist von Dorheim deffen Uhr und Hut geraubt zu haben und später bei seiner verhastung, die be« GeuSbarm Kaiser und zwei andere Personen bewirken wollten, Widerstand geleistet zu hoben. Der Angeklagte behauptet, am Tage der That (eß war an einem Sonntag) stark angetrunken gewesen zu sein, er will von dem ganzen Vorgänge nicht» mehr rotffen. Auf Antrag deS Ersten Staatsanwalt» wird anS den Acten der Voruntersuchung constatirt, daß der Angeklagte anfänglich auch erklärt, er w.ffe von den Vorgängen, um die eß sich handelt, nichts, später, am 11. November, hat der Angeklagte jedoch ein Geständmß abgelegt. Er gibt zu, das Geständniß gemacht zu haben, erklärt aber, bei der That seinen klaren Verstand nicht gehabt zu haben, sonst hätte er da» Verbrechen nicht begangen. Die nun folgende Zeugenvernehmung ist für den Angeklagten im großen Ganzen belastend. Daß Urtheil erging dahin, daß der Angeklagte mit 2 Jahren und 1 Monat Gefängniß, unter Anrechnung von 1 Monat der erlittenen Untersuchung»- haft, zu bestrafen sei. * Ein Haustranßport. Der in vor. Nummer au» Aschaffenburg gemeldeten Verschiebung eine« Hause» hat ein hiesiger Fachmann beigewohnt. Derselbe theilt un» Folgende« mit: Bi« gestern (Sonntag) wurden mit der Verschiebung 100 Mtr. zurückgelegt, die ganze Entfernung beträgt 116 Mtr., so daß man heute da« Gebäude auf da» neue Fundament zu bringen hofft. Da» Gebäode hat 12,50 Mtr. Länge auf 10,75 Mtr. Tiefe. Besonder» be- achtenSwerth war, daß, trotzdem die Fenster im Gebäude verblieben waren, keine einzige Fensterscheibe gesprungen ist- auch zeigten fich im Innern keine Riffe, die auf die Verschiebung selbst Bezug hatten, außer einigen kleinen Haar- riffen in der Decke de» zweiten Stocke» und tm Dach flock. Die tägliche Verschiebung betragt 9—10 Mtr. — Der mit dieser Gebäudeoerschiebung gemachte versuch ist al» tu allen Theilen gelungen zu betracheen. Demnächst kommen noch anderweit Gebäude, in Bamberg rc., zur Verschiebung. * Unter falschem Verdacht. SamSrag Morgen hat fich die 26jährige Leiterin der Seidenwaarenficma Knecht in Wien, Adele Strich, getödtet. Fräulein Eirich wurde, al» sie am Dienstag das Schuhwaarengeschäft Eigl in Wien betrat, von der Frau beschuldigt, sie habe ihr am 1. Februar d. I. vier Paar Schuhe gestohlen. In höchster Aufregung Über diese Beschuldigung ergriff die junge Dame, al» sie fich im Geschäfte eingeschloffen sah und ihre Erregung nicht mehr bemeistern konnte, einen Aufzugshaken und führte gegen eine im Geschäfte anwesende Bedienerin einen Schlag gegen den Kopf, der dieselbe leicht verletzte. Fräulein Eirich sprang hierauf durch da» GlaSfenfter auf die Straße, wurde aber festgenommen und auf da» Commiffariat e»cortirt, von wo sie ihr Vater, der Hof' und GerichiSabvokat Dr. O. F. Eirich, abholte, da sie auf freien Fuß gestellt wurde. Fräulein Eirich beharrte darauf, das Geschäft der Frau Eigl zum ersten Male betreten zu Haden. Advokat Sieger brachte im Auftrage deS Vater» der so schwer Beschuldigten die Ehrenbeletdigung». und DerleumdungSklage beim Wiener LaadeSgerichie ein. Fräulein E rich war an mittelbar nach dem Vorfälle furchtbar aufgeregt, kam aber ihren dienstlichen Obliegenheiten im Geschäfte mit großer Aufmerksamkeit nach, und obwohl Niemand an» ihrer Umgebung an ihre Schuld glaubte, ging ihr der Gedanke, für eine Diebin gehalten zu werden, sehr nahe. Am SamStag Morgen, bevor die junge Dame in daS Büreau gehen sollte, hat sie fich in der Wohnung ihrer Mütter vurch einen Revolverschuß getödtet. Der tragische Tob trifft ben Vater um so schmerzlicher, als fich vor einigen Jahren auch eine zweite Tochter des Advokaten selbst getödtet hat. Fräulein Eirich hat an ihren Chef, Herrn Knecht, einen Brief zurück- gelassen, in dem sie ihre Unschuld beteuert und ihren Jähzorn, durch den fie fich zu dem Angriff auf die Bedienerin hinreißen ließ, beklagt. „Arn Rande de» Grabe» lügt man nicht," heißt eS u. A. in dem Briefe, „ich habe nicht ge- stöhlen. Gott wird die Frau richten. Ich sterbe nur, »eil ft t 08 $uii kam 7“8 habet tm ft1!? öb« btm fctta tomm(Dbe ,ci Stoobev öft. 'ttl M tu bU tortt, @|ne !nöamtnenoate «cembtr 1897 * »''»ti,«. ' ^ach Bilöung lun9 Mn btn ' »ulrtzt In Bad, °°d Widerstand Aaklage vertritt 11 dertheidiguvg ilt/ welcher am Atzung mit Tagri' Hast vor- t06tt 38. z° gevvstw Scimmer, Ustgch btm Är- llhr und Hat gt- chastllliz, dir her bewirken wollten, eklagte behauptet, wotag) stark aa- icm ganzen Lor- 8 Ersten Staats llchnog confiatht, er wisse von den htS, später, om rin TestLadnttz -macht zu haben, Krftaub nicht ge- in mcht begangen, r den Sagek.agien teil erging dahin, Äonat Sefängniß, la llatersuchungS- Nummer auf tot! Hause- hat \tttt thckt un» xUu mit tu Vu- zr Entstrnuntz bt» Gebäude aus dal >a» Gebäude hat t. igesondert bc- x im Gebäude vrr- it gespruageu ist, die aus die ver- igen kirturu Haar- und tv Dachpoik. Vtr. - Der ■« ich ist al» in -Leu ichft kommen noch Berschiebung. Morgen hat fit st > Knecht i° stich wurde, al« fie iel i» 8» , 1.5-w« «'• <"M x «i“” *’S 1 'M M“ S»l°« ie|,"2“ «flfÄ ouLot e-cortirt/ r%i5 A: 'feü Ul” tut ab» .«fl«* ! .HÜ« ia«» f«1 i‘b!t w ®«e,lai 88««» ‘’4 U°-° b" •ii w .„4 -I-- ° ܰ»" 8.1.UI" -l°'° ,h ,° 3» all tagt »«" " * L * fürchte, daß mich die Schande erdrückt, öffentlich wie eine K^metve Diebin verhört zu werden, und deu Verstand der« l ereu würde." • D'rmv prüfe, wer fich ewig biudet. ... Ein Frankfurter Elemeutarlehrer, der erst vor kaum einem Jahr sein Schiffchen tu deu „Halen der Ehe" gelenkt, liegt mit seinem jungen Weibchen bereits wieder im SchetdungSproceß. Der Lehrer klagte vor der zweiten Eivtlkammer gegen feine bessere Hälfte auf Herausgabe ihres 125000 Mk. betragen- d:n Vermögens. Die Frau weigerte fich deffen, da jedoch Gütertrennung nicht vorliegt, bestätigte das Gericht den Anspruch des Mannes. Eingesandt. Siege«, 6. December 1897. Welch' warmes Interesse den sogenannten Bierconcerten unseres Großh. Musikdirektors, Herrn C. Krauße, Seitens der hiesigen Einwohnerschaft entgegengebracht wird, hat der gestrige Tag wieder einmal glänzend bewiesen. Stetn's Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, es tonnte, wie man zu sagen pflegt, kein Avfel zur Erde fallen. Umsomehr halte ich es für angebracht, eines Umstandes zu gedenken und denselben hier zur Sprache zu bringen, in der Hoffnung, dadurch einem als mißlich empfundenen Uebeistande abzuhelfen und in der Ueberzeugung, im Sinne Bieler iu sprechen. ES scheint heutzutage zum sogenannten „guten Tone" zu gehören — und doch schreibt kein Knigge oder Rocco etwas davon —, Eoncerte, Vorträge, Theater u. dergl. kurz vor Schluß zu verlaffen. Daß ein allgemeiner Aufbruch nicht nur störend für die Zurück- bleibenden wirkt, brauche ich wohl nicht zu betonen, daß ein folches Unternehmen aber eine gesellschaftliche Ungehörigkeit den Vortragenden u. s. w. gegenüber ist, darüber bin ich nicht im Zweifel. Ist der Eine oder Andere durch irgend welchen Umstand zum früheren Ausbruch gezwungen, so ist di« kleine Störung entschuldbar und wird auch weiter nicht auffallen; daß fich aber wie auf Commando das Gros der Anwesenden vor Schluß zum Ausbruch rüstet, Toilette n acht und geräuschvoll den Saal verläßt, das ist den gesellschaftlichen Formen nicht entsprechend. So war eS z. B. zum Schluffe des gestrigen ConcerteS in Steins Garten. Jedermann war von dem Gebotenen hock befriedigt, Herr Krauße kam den Wünschen de8 Publikums bereitwilligst in gewohnter liebenswürdiger Weise durch verschiedene Einlagen nach, ließ auf stürmisches, allseitiges Verlangen zum Schluß eine Zugabe folgen, und nun konnte man J)en oben geschilderten Vorgang beobachten. Man hatte e8 so eilig mit dem Aufbruch, daß, als die Musik schwieg, außer etlichen zehn Zuhörern Niemand mehr in dem Saale anwesend war. Ist dieses Gebahren nun schicklich? Ich hoffe, daß das G-sagte zu Nachdenken Veranlaffung gibt und wo eS auch immer sei, für die Folge beherzigt werde. Di»! — Der großstädtische Character der Frankfurter Straße wird entschieden noch beeinträchtigt durch die Oberhesfische Bahn. Der tücksche Schlagbaum senkt sich ganz gewiß in dem Augenblicke, wo man sich dieser nähert, eilig der inneren Stadt zustrebend. Nun hat ja weise Vorsicht für solche Leute, die nicht warten können, eine schöne Brücke gebaut. Aber diese soll offenbar nur Gelegenbeit bieten, das Bergsteigen nicht zu verlernen und nebenbei von der Beleuchtung Gießens in früheren Jahrhunderten einen dunklen Begriff geben. Jedenfalls kann man bei nassem Wetter zu der Brücke von der ©übfette nur gelangen mit der Gefahr, beide Stiefel im Straßenschlamm zu verlieren. Seit aber besagter Schlamm hübsch auf die Seite gescharrt ist und als unüberschreitbareS Hinderniß längs deS Bürgersteiges liegt, läßt sich die Brücke überhaupt nicht erreichen, man müßte denn alle Mittel der Strategie anwenden und einen Umaehungsmarsch zurück bis zur Höhe der Wilhelmstraße wagen. Sollte eS keine Pflastersteine mehr geben für einen Pfad — auf dem natürlich Fuhrwerk nicht halten dürfte — kurz vor dem Schlagbaum quer über die Straße? °- 2Lr*chttche Anzeiger* den Pretzen. Evangelische «enreintze. Montag den 6. December, Abends 8 Uhr: Bwelft««de im Confirmandensaal der Johannesktrche. Psalm 14. Pfarrer Dinaeld ey. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertretm durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 3. December. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Bonn, Capt. C. A. Winkel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. 3#id#la in «mtÄstri frukfixtn ShMtftd«. C»tr«6au*. Dienstag den 7. December: Armida. Mittwoch den 8. December: Bajazzo. Phantasien im Bremer Rathskeller. Cavalleria rustioana. Donnerstag den 9. December: Die Königin von Saba. Freitag den 10. December geschloffen. Samstag den 11. December: Der schwarze Domino. Sonntag dm 12 December, Nachmittag« 3«/«Uhr: Schöne Helena. Abends 7 Uhr: Robert der Teufel. Montag den 13. December geschloffen. Dienstag den 14. December: Teil (Oper). Scha«sptaU>a«». Dienstag den 7. December: Jugendfreunde. Mittwoch den 8. December: Jugendfreunde. Donnerstag dm 9. December: Minna von Barnhelm. Freitag den 10. December: Götz von Berlichingen. Samstag dm 11. December: Jugendfreunde. Sonntag den 12. December, Nachmittags 3'/« Uhr: Die Journalisten. Abends 7 llor: Jugendfreunde. Montag den 13. December: Lachende Erben. Die Weihnachtöfrende wird er- dadurch, daß man ntdt v rsä^mt, den Geschenken auch Vyi einen Earton a 3 Stück (Mk. 1.50) der bei der elegan'm DamenwUt so sehr beliebten und unübertroffenen Pattnt-Myrrhoiio Seife betzufügm, welche überall, auch in den Apotheken, eihäl lich ist. Nach Oiten ohne Niederlage versendet die Myrrholin G sell- schaff m. b. H. in Frankfurt a. M. 2 Cartons franco gegen Nach nähme von 3 Mk. 9674 Rur für Dame«! Sind Sie mit dem Tailler sitz Ihrer neuen To-lette zufrred n? Verlangen Sie von Ihrer Schneeoertn Pryms neueste Prtent-TaillemV rschlüsse in jede Taille eingmäht zu erhalten und Sie werden entzückt fein! Alle Posamenten- und Kurzwaaren-Geschäste verkaufen sie. 9871 Palmi«. Das unter dem Namen Palmin neuerdings in den Handel gebrachte Speisefett erregt allgemeines Aufsehen. Palmin ist ein reines Natu>pioduct und nicht wie Margarine oder so viele andere neue Speisefette ein Äunftpi obuct; -s wird hergestellt auS dem Marke ausgesuchter Eocosnüsse. 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Decdr. l.I.- Nachmittags 2 Uhr, werden im Biekerffchen Saale versteigert: 2 Kaffenschränke, 4 Buffet, 1 Sopha mit 2 Sesseln in Plüsch, 1 großer Spiegel, 1 Berticow, 1 Trumeau mit -Spiegel, 1 oo. Tisch, 1 Consol- schränkchen, 1 Schreibtisch, 1 Bücherregal, 1 Ausziehtisch, 1 Linoleumteppich u. v. A. 11093 SdBUt, Gerichtsvollzieher. Empfehlungen. ff. Confectmehl sowie alle Backzuthaten in allbekannter vorzüglicher Q-mlität em- J. M. Schulhof ! Marktftraße 4, Tel^ phon 119 Zwiebeln Nüsse, Knoblauch zu haben heute Dienstag 11074 Marktlanbe Nr. IO. Saivbingkr Fischhandlg. empfiehlt 11107 frische Bralbiicklinge und grüne Herirrge. VorMglFackfische (grüne Heringe), per psd. 15 Ug, empfiehlt 11094 J- M. Schulhof, Marktstraße 4.____________Telephon 119. Baumlichter F. J. Mobs, "• Seifen- und Lichterfabrik. Practisches Meihuachtsgeslhenk! Cigarren fernste Qualitäten in hochelegautee «SeihvachtSpaSung empfiehlt Ar. Leo Aachf., K. Keröer Seltersweg 71. 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