ifissen Nr. 183 Erstes »Utt Sawötag des 7. August >üe 15 1X8 * Mat Mis. liföiiotitti, Hd re. ^11$) Arohln W und hochfeunfch E, -Kolj-HeUe«t, "e«, Mfrch u^ 482 Mtillä MM, Fndch hlpliittti. nkplatteu ige w räuft. , irtikel M»irtt5 Sairiht. S^ai-trasar» etc., 'ne, Hhtfrfi’nltim ikalk KLWMmD md Lager (^isgtltsaiOTfäiri: Inen, ä- esen decarirt, Mm, ReM uni Mich« c äinpf(t(r#«5f«?lMS' iTijifels. rsr< —- ch* a ieiL H i 1897. Stlbrrr«» Mc-te treten to. 87» 10LM Wl jf(6 115 1DiL ,61!to10L- . ftDP.®k®j\*1905 10t." M-W Der ^teßener A«,eiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener N«mtrienvtäller werden dem Anzeiger wSchenklich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Aeneral-Mnzeiger. Vierteljähriger AvonaementspreiLr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog«« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chutstraße Ar.?. Fernsprecher 5^ Amts- und Anzeigeblutt für den Tlveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. chratisöeikage: Hießener Kamikienökätter. I in■ ii i I ................ iwniirwauH Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgrge». AnntürhM Ttzeit. Bekanntmachung. Am 12., 13. und 16. August 1897 findet Seitens dell. Bataillon- Infanterie-Regiments Nr. 168 Gefechtsschießen mit scharfer Munition in der ^Gemarkung Münzenberg statt. Allgemeine Schußrichtung: Gambach—Wölfersheim. DaS gefährdete und für den öffentlichen Verkehr gesperrte Gelände wird begrenzt: Im Osten: Durch Straße Müuzenberg—Wohnbach und Weg Wohnbach—Wölfersheim, im Süden: durch Straße Wölfersheim—Södel—Oppershofen, im Westen «ud Norden: durch Straße Opper«. Hofen—Rockenberg—Münzenberg. Die BegrenzungSstraßen bezw. Wege bleiben für den Verkehr offen, dagegen ist mit dem Betreten des durch dieselben eingeschloffenen Gelände- auf allen Seiten LebeuS- ,Gefahr verbunden. Dauer des Schießens : Am 12. und 13. August: Beginn um 7 Uhr Vorm., Schluß gegen 3 Uhr Nach«., am 16. August: Beginn um 8 Uhr Vorm., Schluß gegen 2 Uhr Nachm. An allen Schießtagen darf daS gefährdete Gelände zwei Stunden vor Beginn des Schießens nicht mehr betreten werden. 1. Bataillon Jnfanterie-Regiment« Nr. 168. Oberhessischer Obstbauverein. Am Sonntag den 8. August d. Js., Nachmittags 3'/r Uhr, -findet im Gasthause zum Schwanen in Lollar eine Ver« srmmlong statt, in welcher der Geschäftsführer des Verein-, Herr K. Reichelt-Frtedberg, sprechen wird. 1. Ueber Krankheiten und Schädlinge de-Obstbaume-, 2. Ueber die Beschickung der Obstausstellung in Frank» fort a. M. Die Mitglieder deS Oberhesfischen Obstbauvereins, sowie sonstige Freunde der Sache werden hierzu eingeladen. Gießen, den 4. August 1897. Der Vorfitzende des Vereinsbezirk- Gießen des Oberhesfischen Obstbauvereins. Dr Wallau, RegierungSrath. Gießen, den 4. August 1897. Betr.: Abhaltung von landw. Vorträgen. DaS Grobherzogliche Kreisamt Gießen ÄU die Großh. Bürgermeistereien von Lollar «ud den benachbarten Orten. Obige Versammlung wollen Sie in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt gebrn. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Aufnahme der Zuchtthiere in das Provinzialherdbuch im 2. Körbezirk. Die Körcommission des 2. Körbezirkes (Simmen- thaler Bieh) wird nachfolgende Körtermine abhalten: 1. den 10. August, Vormittags 11 Uhr, in Ettingshausen, 12. „ 10. „ Nachmittags 3 „ „ Holzheim, 3. „ 10. „ „ 41/2 .. „ Eberstadt. Die Züchter von Simmenthaler Vieh, welche ihre Thiere in das Herdbuch eintragen lassen wollen und bez. Anmeldungen schon bei mir gemacht haben, werden ersucht, ihre betreffenden Thiere an einem von betr. Großh. Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Ort aufzustellen, damit die Arbeiten der Commission ohne Aufschub erledigt werden können. Sollten noch wettere Viehzüchter ihre Thiere kören lassen roollen, so werden dieselben ersucht, dieselben gleichfalls an den betreffenden Körterminen vorzuführen, vorher aber dem Vorsitzenden dieser Commission, Herrn Gutspachter Pfann- ftiel zu Angenrod, oder dem Geschäftsführer, Herrn Land- vvtrthschaftslehrer Rsichelt zu Alsfeld, directe Mitthellung zu machen. Laubach, den 2. August 1897. Wer Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. Friedrich Graf zu SolmS-Laubach. Bekanntmachung, betr.: die Einrichtung und den Betrieb der Buchdruckereien und Schriftgießereien. Den nachstehenden Erlaß des BundeSrathS bringen wir zur Kenntniß der Betheiligteu. Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Vorschriften unter I., Ziffer 5, Satz 1, sowie Ziffer 7—9 sofort in Kraft treten. Gießen, den 4. August 1897. Großherzogliche- Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Auf Grund de- § 120 0 der Gewerbeordnung hat der Bunde-rath folgende Vorschriften über die Einrichtung und den Betrieb der Buchdruckereien und Schriftgießereien erlassen: I. Auf Räume, in welchen Personen mit dem Setzen von Lettern oder mit der Herstellung von Lettern oder Stereotypplatten beschäftigt werden, finden folgende Vor- fchriften Anwendung: 1. Der Fußboden der Arbeit-räume darf nicht tiefer al- einen halben Meter unter dem ihn umgebenden Erdboden liegen. Ausnahmen dürfen durch die höhere Verwaltungsbehörde zugelassen werden, wenn durch zweckmäßige Jsolirung de- Bodens und an-- reichende Licht- und Luftzufuhr den gesundheitlichen Anforderungen entsprochen ist. Unter dem Dache liegende Räume dürfen als Arbeit-räume nur dann benutzt werden, wenn da- Dach mit gerohrter und verputzter Verschalung ver- sehen ist. 2. In Arbeit-raumen, in welchen die Herstellung von Lettern und Stereotypplatten erfolgt, muß die Zahl der darin beschäftigten Personen so bemessen sein, daß auf jede mindesten- fünfzehn Kubikmeter Luft- raum entfallen. In Räumen, in welchen Personen nur mit anderen Arbeiten beschäftigt werden, müssen auf jede Person mindesten- zwölf Kubikmeter Luftraum entfallen. In Fällen vorübergehenden außerordentlichen Bedarf- kann die höhere Verwaltungsbehörde auf Antrag des Unternehmers eine dichtere Belegung der Arbeit-räume für höchstens dreißig Tage im Jahre insoweit gestatten, daß mindesten- zehn Kubikmeter Luftraum auf die Person entfallen. 3. Die Räume müssen, wenn auf eine Person wenigsten- fünfzehn Kubikmeter Luftraum kommen, mindeften- 2,60 Meter, andernfalls mindesten- 3 Meter hoch sein. Die Räume müssen mit Fenstern versehen sein, welche nach Zahl und Größe genügen, um für alle Arbeitsstellen ausreichende- Licht zu gewähren. Die Fenster müssen so eingerichtet sein, daß fie zum Zwecke der Lüftung ausreichend geöffnet werden können. Arbeit-räume mit schräg laufender Decke dürfen im Durchschnitt keine geringere al- die im Absatz 1 bezeichnete Höhe haben. 4. Die Räume müssen mit einem dichten und festen Fußboden versehen fein, der eine leichte Beseitigung deS Staubes auf feuchtem Wege gestattet. Hölzerne Fußböden müssen glatt gehobelt und gegen das Eindringen der Nässe geschützt sein. Die Wände und Decken müssen, soweit sie nicht mit einer glatten abwaschbaren Bekleidung oder mit einem Oeifarbenanstrich versehen find, mindesten- einmal jährlich mit Kalk frisch angestrichen werden. Die Bikleidung und der Oelfarbenanstrich müssen jährlich einmal abgewaschen und der Oelfarben- anstrich, wenn er lackirt ist, mindesten- alle zehn Jahre, wenn er nicht lackirt ist, alle fünf Jahre erneuert werden. Die Setzerpulte und die Regale für die Lettern- kästen müssen entweder ringsherum dichtschließend auf dem Fußboden auffitzen, so daß sich unter denselben kein Staub ansammeln kann, oder mit so hohen Füßen versehen sein, daß die Reinigung des Fußboden- auch unter den Pulten und Schrtstregalen leicht auSgesührt werden kann. 5. Die Arbeitsräume sind täglich mindesten- einmal gründlich zu lüften. Ferner ist dafür Sorge zu tragen, daß in ihnen ein ausreichender Luftwechsel während der Arbeitszeit stattfindet. 6. Die Schmelzkessel für da-Lettern- und Stereotypen, metall find mit gut ziehenden, ins Freie oder tu einen Schornstein mündenden Abzugsvorrichtungen (Fangtrichtern) für entstehende Dämpfe zu überdecken. Da- ßegtren des Metalls und das Ausschmelzen der sogenannten Krätze darf nur in besonderen Arbeit-räumen, in anderen nur nach Entfernung der mit diesen Verrichtungen nicht beschäftigten Arbeiter erfolgen. 7. Die Räume und deren Einrichtungen, insbesondere auch Wände, Gesimse, Regale find zweimal im Jahre gründlich zu reinigen. Die Fußböden find täglich mindesten- einmal durch Abwaschen oder feuchte- Abreiben vom Staube zu reinigen. 3. Die Letternkasten sind, bevor fie in Gebrauch genommen werden und so lange fie in Benutzung stehen, nach Bedarf, mindesten- aber zweimal im Jahre zu reinigen. Da- An-blasen der Kasten darf nnr mittelst eine- Blasebalges im Freien stattfiadeu und jugendlichen Arbeitern nicht übertragen werden. 9. In den Arbeit-räumen sind mit Wasser gefüllte und täglich zu reinigende Spucknäpfe, und zwar mm« bestens einer für je fünf Personen, auszustellen. DaS Ausspucken auf den Fußboden ist von den Arbeitgebern zu untersagen. 10, Für die Setzer, sowie die Gießer, Polirer und Schleifer find in den Arbeit-räumen ober in deren unmittelbarer Nähe in zweckentsprechenden Räumen ausreichende Wascheinrichtungen avzubringen und mit Seise au-zustatten- für jeden Arbeiter ist mindesten- wöchentlich ein reines Handtuch zu liefern. Soweit nicht genügende Wascheinrichtungen mit fließendem Wasser vorhanden sind, muß für höchsten« je fünf Arbeiter eine Waschgelegenheit eingerichtet werden. ES muß ferner dafür gesorgt werden, daß bei der Wascheinrichtung stets reine-Wasser in ausreichender Menge vorhanden ist und daß da- gebrauchte Wasser an Ort und Stelle au-gegoffen werden kann. Die Arbeitgeber haben mit Strenge darauf zu halten, daß die Arbeiter jede-mal, bevor fie Nahrungsmittel innerhalb des Betriebe- zu fich nehmen ober den Betrieb verlassen, von der vorhandenen Wasch- gelegenheit Gebrauch machen. 11. Kleidungsstücke, welche während der Arbeitszeit abgelegt werden, sind außerhalb der Arbeit-räume aufzubewahren. Innerhalb der Arbeitsräume ist die Aufbewahrung nur gestattet, wenn dieselbe in verschließbaren ober mit einem dicht schließenden Vorhänge versehenen, gegen da- Eindringen von Staub geschützten Schränken erfolgt. Die letzteren müffeu während der Arbeitszeit geschlossen sein. 12. Alle mit erheblicher Wärmeeatwlckelung verbundenen Beleuchtungseinrichtungen find derart anzuordnen ober mit solchen Schutzvorkehrungen zu versehen, daß eine belästigende Wärmeausstrahlung nach den Arbeitsstellen vermieden wird. 13. Der Arbeitgeber hat, um die Durchführung der unter Ziffer 8, 9 Absatz 2, 10 Absatz 3 und 11 getroffenen Bestimmungen zu regeln und ficher- zuftellen, für die Arbeiter verbindliche Vorschriften zu erlassen. Werden in einem Betriebe in der Regel mindestens zwanzig Arbeiter beschäftigt, so find diese Vorschriften in die nach § 134 a der Gewerbeordnung zu erlaffende Arbeitsordnung auszunehmen. II. In jedem Arbeitsraum ist ein von der OrtSpolizei- behörde zur Bestätigung der Richtigkeit feine- Inhalts unterzeichneter Aushang anzubringen, au- dem ersichtlich ist: a) die Länge, Breite und Höhe de- Raumes, b) der Inhalt deS Luftraumes in Kubikmeter, c) die Zahl der Arbeiter, die demnach in dem Arbeits- raume beschäftigt werden darf. In jedem Arbeitsraume muß ferner an einer in die Augen fallenden Stelle eine Tafel an«- hängen, die in deutlicher Schrift die Bestimmungen unter I wiedergiebt. III. Für die bei dem Erlasse dieser Bekanntmachung bereit- im Betriebe stehenden Anlagen können während der ersten zehn Jahre nach Erlaß dieser Bekanntmachung ans Antrag de- Unternehmer- Abweichungen von den Vorschriften unter I Ziffer 2 und 3 durch die höhere Verwaltungsbehörde zugelaffen werde». Jedoch darf für die ArbeitSränwe eine geringere als die unter I Ziffer 3 bezeichnete Höhe nur bann zugelaffen werden, wenn jedem Arbeiter ein Luftraum in Gießereien von mindestens fünfzehn Kubikmeter, in Setzereien von mindestens zwölf Kubikmeter gewährt wird. Tin ge- ringerer als der unter I Ziffer 2 bezeichnete Luftraum darf in Gießereien nur bis zur Grenze von je zwölf Kubikmeter, in Setzereien nur bis zur Grenze von je zehn Kubikmeter und nur unter der Bedingung zugelaffen werden, daß durch künstliche Ventilation für regelmäßige Lafterneuerung aus- reichend gesorgt und die künstliche Beleuchtung so eingerichtet ist, daß weder strahlende Wärme noch die Arbeiter belästigende BerbrennungSprodocte tu die ArbetrSräume gelangen. IV. Die vorstehenden Bestimmungen treten für neu zu errichtende Anlagen sofort in Kraft. Für Anlagen, die zur Zeit des Erlasses dieser Be- stimmungen bereit- im Betriebe find, treten die Vorschriften unter I Ziffer 5 Satz I, sowie Ziffer 7 bis 9 sofort, die Übrigen Vorschriften mit Ablauf eine- JahreS nach dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Berlin, den 31. Juli 1897. Der Stellvertreter des Reichskanzlers: Graf von PosadowSkh. Noch einmal der Handelsvertrag mit England. Die Gemüther haben sich jetzt über die Kündigung deS deutsch-englischen Handelsvertrages bereits beruhigt, und die Besprechungen, welche dem Ereignisse jetzt noch seitens der deutschen Presse gewidmet werden, laufen auf den alten Wahrheitssatz hinaus: „Nichts wird so heiß gegessen, wie eS gekocht wird". Mit der Zeit lernt man auch die Beweggründe besser beurtheilen, welche die englische Regierung geleitet haben, als fie die Kündigung des Vertrages aussprach. In der ersten Erregung hatte man den Schritt vielfach der Ränkesucht deS englischen ColontalminifterS Chamberlain zugeschrieben, der bekanntlich in der TranSvaal-Affatre keine sehr schöne Rolle gespielt hat und wegen seiner zweideutigen Haltung heftigen Angriffen der deutschen Presse auSgesetzt war. Aber bei näherer Beleuchtung der begleitenden Umstände stellt sich immer mehr heraus, daß England sich in einer Zwangslage befand. Als seiner Zeit auf Anregung EoldenS die Handelsverträge zu Stande gekommen waren, hatten die englischen Colonien noch nicht die Machtstellung erlangt, welche sie jetzt gegenüber dem Mutterlande inne haben. England konnte daher mit denselben mehr nach eigenem Gutdünken handeln, als »S jetzt der Fall ist- und da eS damals denjenigen Staaten, mit welchen Handelsverträge abgeschlossen werden sollten, etwa» anbieten mußte, aber seine eigenen Schutzzölle nicht weiter ermäßigen konnte, so veranlaßte es seine Colonien, den betreffenden Ländern die Meistbegünstigung zu gewähren. DaS geschah denn auch, und mehr als dreißig Jahre hat sich Deutschland dieser Vergünstigung erfreut, die um so wichtiger war, als die englischen Colonien in dieser Spanne Zeit int Zustande kräftigster Entwickelung sich befanden. Jetzt will sich aber Canada die Bevormundung niqt mehr gefallen lassen, und da die englische Regierung befürchten muß, daß noch andere Colonien dem Beispiele Canadas folgen werden, so mußte eS die Handelsverträge kündigen, wenn eS einen schweren Conflict mit seiner nordamerikanischen Besitzung nicht heraufbeschwören wollte. Inwieweit die Regierung CanadaS durch politische Gründe zu ihrem Vorgehen veranlaßt worden ist, läßt sich nicht ohne Weitere» feststellen. Deutschland scheint sich dort keiner großen Sympathien zu erfreuen, was in den letzten Tagen durch den Toast, welchen der canadtsche Ministerpräsident auf einem ihm zu Ehren in Paris gegebenen Bankett gesprochen hat, treffend illustrirt worden ist. Ob der Herr Minister thatsächlich seine HerzenSmetnung zum Besten gegeben hat, als er außführte, er könne an der Statue der Stadt Straßburg nicht ohne Thränen in den Augen vorübergehen, ist natürlich nicht zu controliren. Aber daß er die Franzosen an die Waffenbrüderschaft mit den Engländern vor Sebastopol erinnerte, wird den ersteren nichts weniger als angenehm gewesen sein, da die damalige gemeinsame Action sich bekanntlich gegen die Russen richtete, die jetzigen lieben Freunde der Franzosen. Wenn auch die Colonie Canada nach ihrer Entdeckung fast zwei Jahrhunderte im franzöfischen Besitze war, so ist das schon so lange her, daß die Canadier keine Ursache haben, jetzt noch für Frankreich besondere Gefühlsduselei an den Tag zu legen. Aber wie schon oben gesagt, eS mag immerhin sein, daß die Regierung in Ottawa, als sie beschloß, den englischen Producten bei der Einfuhr in Canada eine außergewöhnliche Vergünstigung zu gewähren, dem deutschen Handel einen Schlag versetzen wollte. Mit England selbst werden wir jedenfalls leicht zu einer Verständigung kommen können- schwieriger werden die Verhandlungen mit den Colonien, insbesondere mit Canada, sich gestalten, welch letztere» eine Handelspolitik verfolgt, die auch von den Engländern nicht gebilligt wird, aber nicht verhindert werden kann und für welche die deutsche Handels- Politik ein Vorbild gewesen ist. Daß wir schließlich zu einem Einvernehmen kommen werden, stehl außer Frage, da die beiderseitigen Interessen darauf hindrängen. Ein günstiges Zeichen ist eS jedenfalls, daß, wie schon früher auSgeführt worden ist, England selbst die Einleitung neuer Verhandlungen angeregt und damit das Bedürfniß anerkannt hat, seine Handelsbeziehungen mit uns wieder zu regeln und durch einen vertrag festzulegen. De» künftigen StaaiSfecretär des Aeußern steht damit eine Aufgabe bevor, an deren Lösung er beweisen kann, ob die Hoffnungen, die man in seine diplomatischen Fähigkeiten setzt, berechtigt find, (xx) Wolff» telegraphisch«» Corrrspondenz-Burearr. Berlin, 5. August. Der Vorstand des Vereins Berliner Getreide- und Producteuhändler wach: die Mitglieder darauf aufmerksam, daß die größten Gefahren für die Fortführung der Geschäfte in der bisherigen Weise bestehen, wenn die Preffe in die Lage kommen sollte, fortlaufend Notirungen zu bringen. Der Vorstand warnt dringend die Mitglieder und ihre Angestellten, irgend welchen Berichterstattern, einschließlich der wohlgesinnten Preffe, nach dieser Richtung hin Auskunft zu ertheilen. Bei Zuwiderhandlungen würde der Vorstand den Ausschluß aus dem Verein tu Erwägung ziehen. Berlin, 5. August. Der „Nordd. Allgem. Zig." zufolge find in der Besetzung der kaiserlichen Consulate folgende Veränderungen erfolgt: Der bisherige Vice Consul in New»Aork, Dr. Falke, ist zum Consul deS Reichs in Havana und der bi-herige Consul in Rustschuk, vr. Krüger, zum Consul des Reich» in Manila ernannt worden. Dem bisherigen Consul in Manila, v. Möllendorff, ist das kaiserliche Consulat in Kowno und dem dem kaiserlichen Generalkonsulate in Shanghai zugethrilten Vice-Consul EiS- waldt das von ihm bereits commiffarisch verwaltete Consulat in Tientsin übertragen worden. Zum Viceconsul für den Hafen von London ist der bei dem dortigen General- Consulate beschäftigte Vice-Consul Rieloff ernannt worden. Köln, 5. August. Die „Köln. Ztg." meldet auS Consta utinopel: Die Botschafter verwarfen daS türkische Verlangen auf Zahlung der ersten Rate der Kriegsentschädigung innerhalb zwei Wochen nach Abschluß deS BorfriedenS und Besetzung der Linie Kalabaka-Trikala Karadagh-Volo bi» zu diesem Termin. Dagegen wurde der Türkei der Besitz VoloS bis zur ersten Zahlung zugestanden. Wiesbaden, 5. August. Ftnanzminister Miquel ist heute Abend 6 Uhr hier eingetroffen. Wien, 5. August. Nach einer Meldung der „Polit. Corresp." auS Konstantinopel haben die einzelnen Artikel des PrältminarvertrageS folgenden Inhalt: Artikel 1 Feststellung der Grenze, Art. 2 Kriegsentschädigung (4 Mill, türkische Pfund und Finanzcontrole der Mächte bezüglich der alten und neuen Schulden Griechenlands), Art. 3 Capitu- lattonen, Art. 4 definitiver FrtedeuSschluß, Art. 5 Anführung dreier Specialconventionen, Art. 6 Modus der Räumung TheffalienS, sowie Aufrechterhaltung der Occupation gewisser Gebietstheile bis zur erfolgten Bezahlung der Krtegsent- fchädtguug (über eine ratenweise Zahlung enthalten weder Art. 2 noch 6 irgend welche Bestimmung), Art. 7 Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, Art. 8 Schutz hellenischer Unterthaneu, Art. 9 Schiedsgericht bei Differenzen während der Specialverhandlungen, Art. 10 Vorbehalt der Pforte in Betreff der Regelung der Convention von 1881. Der Schlußartikel stellt den Termin für die Genehmigung des Vertrages von Setten der Pforte fest. Bardoe, 5. August. Da die Meeresströmung im Weißen Meere eine östliche Richtung verfolgt, hält man es für unwahrscheinlich, daß der hierher gelangte Walfisch der von dem Kapitän deS holländischen Dampfers „Dordrecht" beobachtete und für den Ballon Andröes gehaltene Gegenstand ist. Depeschen de» Bureau „fccrolb/ Berlin, 5. August. Dem Vernehmen nach find im Schooße der Staatsregieruug bereit- Verhandlungen eingeleitet, wie angesichts der durch das Hochwasser entstandenen Noth Hilfe zu schaffen sei. Berlin, ö. August. In einem „Martnegedanken" überschriebenen Leitartikel bedauert die „Nordd. Allg. Ztg.", daß die Marine-Forderungen beim Reichstage so wenig Entgegenkommen finden. Das officiöse Blatt macht verschiedene Vorschläge, wie eine Besserung in dieser Hinficht erzielt werden könnte. Ein Septeuat, wie er für die Landarmee etngeführt ist, wäre da» auch für die Marine zu erstrebende Ideal. Am Schlüsse seiner Ausführungen sagt das genannte Blatt: Der Streit um die Marinefrage sollte fich also vor Allem der Erörterung darüber htngeben, wie es möglich ist, ohne die parlamentarischen Rechte de» Reichstages zu beschränken, doch der Marine-Verwaltung, der Marine und der deutschen Industrie die Sicherheit einer stets fortschreitenden Entwickelung zu verschaffen und die Feststellung der hierfür erforderlichen Mittel den wechselnden parlamentarischen Constellationen und den alljährlich wiederholten Kämpfen um die einzelnen Positionen zu entziehen. Berlin, 5. August. Generalmajor MileS, Oberst- Commandeur der Armee der Vereinigten Staaten von Nordamerika, ist zum vorübergehenden Aufenthalt hier eingetroffen. Gml, 5. August. Der StaaiSfecretär des Reichs- MarineamtS, Admiral Tirpitz, wird nach Beendigung seine» Kurgebrauches im Laufe dieser Woche nach Berlin zurückkehren und die Geschäfte seine» Ressort» wieder übernehmen. Graz,5. August. Im Jnnerkrain sowie in Croatien haben gestern Nachmittag heftige Erdbeben stattgefunden. Budapest, 5. August. Die Donau steigt im Weich- btlde der Stadt noch immer. In den Abendstunden mußte der Verkehr auf den unteren QuatS eingestellt werden. Ueber die Ortschaft Alsokubin ging ein furchtbare» Unwetter nieder, welche» alle Brücken zerstörte, die auf den Feldern liegenden Früchte fortschwemmte und viele Häuser beschädigte. Marseille, 5. August. In der Wohnung eine» Maschinen- Fabrikanten sand die Polizei eine große Menge Explosi'v- stoffe. Mehrere Verhaftungen stehen in der Angelegenheit bevor. Athen, 5. August. Der Mintsterra th beschloß, da» Anfinnen jeglicher Art von fremder Finanzcontrole energisch abzulehnen. ES herrscht in dieser Beziehung volle» Einvernehmen zwischen Regierung und Krone. Die Akropolis räth de» Könige, einen Aufruf an daS ganze Hrlleventhnm, die Aufbringung der Kriegsanleihe betreffend, zu richten und selbst durch daS Opfer mehrerer Millionen ein Beispiel zn geben. Ein solcher positiver Kampf gegen die drohende Controle sei entschieden vorzuziehev. Konstantinopel, 4. August. Infolge energischen Einschreitens mehrerer Botschafter ertheilte die Pforte de« Geschwader-Eomwaudanten den Befehl, bis auf wettere Ordre auf seinem derzeitigen Ankerplatz auf der Insel Mytilene za verbleiben. Berlin, 6. August. Die „Deutsche TageSztg." erfährt noch nachträglich einige Enth ülluugen über den Besuch des Vorstände» des Bundes der Landwirrhe beim Fürsten Bismarck. Beim Frühstück drehte fich daS Gespräch um die wichtigsten politischen TageSfragen und zwischen durch erzählte der Fürst manche interessante Geschichte auS der Zeit seiner Amtsführung. Ganz besonders interessant waren die Aeußerungen des Fürsten über die politischen Parteien. Der Bund der Landwtrthe habe augenscheinlich in seinem Verhalten zu den Parteien daS Richtige getroffen. Die Parteien müßten nicht dem Bunde Sorge machen, sondern umgekehrt wüßte eS dahin kommen, daß der Bund den Parteien Sorge mache. Der Bund thäte gut, alle Elemente, die bereit seien, die deutsche Landwirthschast zu schützen, um fich zu sammeln ohne Rücksicht auf deren Zugehörigkeit zu den politischen Parteien. Auch die ungünstige Lage der Landwirthschast und die Kündigung de» deutsch-englischen Handelsvertrages berührte der Fürst, welcher auch seinem Bedauern Ausdruck gab, daß der PartikulariSmuS sich wieder stärker geltend mache. Recht ungehalten sprach der Fürst darüber, wie fich im Jahre 1889 bei seinem Ausscheiden au» dem Amte die politischen Parteien zu ihm gestellt hätten. So Mancher hätte damals geglaubt, nun sei die Bahn für seine Strebereten frei geworden. Berlin, 6. August. Der Magistrat von Charlotten- burg hat die Bewilligung von 60 000 Mark für dir U e b er s ch w e m mt en bei der Stadtverordneten-Versammlung beantragt. Ein Comitö, an deffen Spitze der Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein steht, wird im Laufe der nächsten Woche eine WohlthätigkeitSvorstellung für die Ueber- schwemmten arrangiren. Der durch daS Hochwasser ange- richtere Schaden in Schlesien wird auf mindestens zwanzig Millionen Mark geschätzt, im Kreise Htrschberg allein aus 5 Millionen, im Sprottauer Kreise auf V/g Millionen, im Kreise Löwenberg auf 1 Million. — Aus Budapest wird gemeldet, daß das Hochwassergebiet der Donau sich rapid auSdehnt. Bei Preßburg ist der Wasserstand so hoch, wie er seit 100 Jahren nicht wahrgenommen wurde. CoceUs nn$ prot>ht$fctto# Gießen, den 6. August. •• Sisenbahndienst. Se. Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 31. Juli folgende Beamte der Hessischen StaatSeisenbahnen: 1) die Stationsvorsteher Becker und Bloch zu Stationsvorstehern 2. Klaffe- 2) die Stationsvorsteher Müller und Rapp zu Station«. Verwaltern mit der Genehmigung zur Fortführung des AmtStitelS „Stationsvorsteher"- 3) die Stationsassiftenten Landmann, Appel, Haubach und Freymann zu Stationsassiftenten- 4) den Werkmeister Step Hany zum Werkmeister- 5) den Kanzlisten Pfeiffer zum Kanzlisten - 6) die Bahnmeister Wassem und Quirin zu Bahnmeistern in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft zu ernennen. — Ernannt wurden am gleichen Tage der Locomoiivführer bei den Hessischen Staatseisenbahnen Heinrich Waag zum Locomotivführer, und die Zugführer bei diesen Bahnen Friedrich Storck und Hermann Winter zu Zugführern in dieser Gemeinschaft. *• Die geistliche Mnfikauffuhrnng, mit welcher der evangelische Kirchengesangverein am letzten SamStag die Gemeinde erfreute, bot des Schönen und Erbaulichen wiederum viel. Der gemischte Chor sang einen Satz auS I. S. Bach» Weihnachtscantate „Ich will den Namen Gottes loben", zwri Lieder, eine» von S. W. Frank („Komm' heiliger Geist, er fülle mich",) und F. Büchler („Wunderschön prächtige"), beide, voll warmer und inniger Empfindung, zwei Motetten von D. H. Engel, von welchen die zweite („Der Herr ist König") besonders frisch anmuthete, einen Satz au» der Liturgie deS ChrysostomuS, der im Tempo etwa» zu rasch war, im Ueb- rigen würdig und rein zum Vortrag kam, endlich HaydnS prächtiger Chor „Du btft'S, dem Ruhm und Ehre gebühret." Ein auS den Mitgliedern de» Verein» gebildeter Frauenchor erfreute mit einem fein gearbeiteten „BenedictuS" von Fr. Lux und dem MendelSsohn'schen „Laudate pueri". Die Chorschule saug mit gewohnter Präcision im Einsatz und mit gutem Ton den Krüger'schen Choral „Zeuch' ein zu deinen Thoren", sowie den 100. Psalm von Stein, eine ansprechende und frische, wenn auch nicht gerade besonder» originale Com- pofition. Mit den Chorvorträgen wechselten Sologesänge und Orgelspiel in anregender Weile ab. Frl. Coquot au» Hanau trug zwei Lieder von I. S. Bach („Warum betrübst Du Dich" und „Bist Du bei mir") und die Arte „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt" au» dem Mesfia» von Händel vor, Fräulein Krauße von hier da» Raff'sche Lied „Sei still". ES ist nicht üblich, und bet dem Character, den die Mufik- aufführungen deS Kirchengesang-BeretnS al» Darbietungen an die Gemeinde tragen, auch nicht angemessen, Kritik zu üben. Aber daS dürfen wir doch aussprechen, daß uns die Leistungen der beiden Künstlerinnen wohlthuend berührt und zu lebhaftem Danke verpflichtet haben. Fräulein Coquot verfügt über eine vollklingende, tonreiche Sopranstimme, die warm anspricht. Am meisten ging uns von ihren Darbietungen die zweite („Bist Du bei mir") zu Herzen. Fräulein Krauße merkt man im Tonansatz gleichfalls schon die tüchtige Schulung an- ihr Vortrag ist in seiner uugesuchten Einfachheit dem Raff'schen Liede besonders zu statten gekommen. — Der Orgelpart lag in Herrn TrautmannS bewährten Händen,. dier eir M vo^ -belach, rftW 1 ^ibtt W gemeinde ••3 den,®°r foiratorw 15. W an btt 6 nut crpll bun|tn fii und * ttnaW goplubasl werden da Der Meld nä^en - gll neuer oozusehen/ Idjafftnt 1 lltid) 12£ anlgtja^ groiir S “tibw; ' weiterer drhSrdk «egimtn dürfte ui auch von darauf fi zehn Zah S-uderpi von den ! 1897 gtft rustfahrer vorgesehen Kehifitzft v» Ehr Setter bt Seh. Sa v. 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August. hr Hoheit der Groh- am 31. tyili folgende »n: 1) bit Station-' uSvorstehrru 2, Klasse,' j 'RaVV bu'ötotW' zur tzortsührung der die StationSassisteuten und Freymanki zu ister Stephauy zm iss er zum Kanzlisten; uiriu zu Bahnmeistern emeinschast zu ernennen, rge der Locomotivführer Heinrich Waag M x bei diesen Bahnen inter zu Zugführer« , mit welcher btt evm n letzten SamStag die b Erbaulichen n-iederu« Satz aus J.S.B°-H „v GotteS loben / -wti -M' ^chon prächtiges, beide, «ei Motetten von iDfl/ i in Mnifl*) l„DerHerr ist« "'8 ^ ,e ? Ersatz und «It 1 » * ,in zu deinen 5«t’' ,^«1«®”" s-l-M »«*1, $M«li °b' $od) U"“ q,ch wtih, und die 6{[ vor, MN JÄi still' fff* •* in» «’ i« ÜM». , »«&< «W11” 1611 n w".. 6 s: ** rnn» welcher ein Präludium von Bach und eine Sonatine von Kistler vortrug. Dem verdienten Dirigenten, Herrn Lehrer Görlach, sei für die Mühe, die er auf die fleißige Durch« arbeitung des abwechselung-reichen Programm- sichtlich gewendet hat, auch an dieser Stelle der aufrichtige Dank der Gemeinde ausgesprochen. • * Znleroattouales Radwettfahreu in Gießen. Da- von den „Wanderern-, Gießener Radfahr«Gesellschast, und dem Euratorium der Rennbahn Gießen 1897 für Sonntag den 16. August gemeinschaftlich arrangirte Prei-wettfahren an der Hardt verspricht eine Bedeutung anzunehmen, wie sie nur erstklafitge Rennbahnen aufzuwetsen haben. Die Mel« düngen find bi- heute schon in großer Anzahl eingelaufen, und Namen, die tu Radfahrerkretsen einen gefeierten Rang etunehmen, wie Gebr. Krämer au- Chicago, Christiansen aus Kopenhagen u. A., zieren die Reihe der Anmeldungen und werden da- Interesse au den Rennen bedeutend erhöhen. Der Meldetermin ist aber noch nicht abgelaufen, so daß die nächsten Tage noch weitere Anmeldungen erwarten laffen. Al» neuer Beweis für die Muftergiltigkeit der Bahn ist es anzusehen, daß daS vom Deutschen Radfahrerbund neu geschaffene Meisterschaftsfahren für Hrffen über 50000 Meter, gleich 125 Runden, hier am 15. August zum ersten Male auSgesahren wird, und es dürften um dieses Rennen, dem mit großer Spannung entgegen gesehen wird, heiße Kämpfe statt« finden- dasselbe wird mit Schrittmachern gefahren. Ein weiteres totereffaute» Rennen wird das von der Militär« brhörde gestattete Wettfahren für Angehörige des hiesigen Regiments sein, eine Veranstaltung, die hierorts neu sein dürste und erkennen läßt, daß die Bortheile des Radfahrens auch von militärischer Seite voll gewürdigt werden. Das darauf folgende Jugendfahren für junge Leute bis zu fünfzehn Jahren wird ebenfalls reges Interesse wachrufen. Ein Wanderpreis für Amateure im Werthe von 250 Mk. wurde fron den Mitgliedern des Curatoriums der Rennbahn Gießen 1897 gestiftet, außerdem find zu dem Hauptfahren für Be- rufsfahrer Baarpreise von 200 Mk., 100 Mk. und 50 Mk. vorgesehen und ebenso find mit ansehnlichen Preisen auch die Mehrfitzerfahren für Berufsfahrer wie für Amateure bedacht. Den Ehrenvorfitz haben gütigst übernommen die Herren Rector der Universität Geh. Ktrcheurath Prof. D. Stade, Geh. Rath Frhr. v. Gagern, Frhr. v. Rtcou, Oberst v. Madat und Oberbürgermeister Gnauth. Den Vorsitz im Preisgericht führt Herr Robert Seiffermann aus Frankfurt a. M. in seiner Eigenschaft als erster Vorsitzender des Gaues 9 des Deutschen Radfahrerbundes und als Fahr« wart bet den Rennen fungtrt der Goufahrwart, Herr Fabrikant Hermann Johl aus Offenbach. Nach dem Rennen findet -uf der Terrasse PreiSvertheilung, Concert, bengalische Be« lruchtung 2c. statt, wozu Entröe nicht erhoben wird. * • Schützenfest. Der hiesige Schützenveretn beabsichtigt, am 21., 22. und 23. d. MtS. ein Schütz en fest verbunden mit großem Prei-schiehen zu veranstalten. Hierzu find bereits sämmtliche Schützenvereine unserer Umgebung sowie die deS Mittelrheinkreises eingeladen worden und haben zahlreiche Schützenbrüder von Nah und Fern ihr Erscheinen zugesagt, so daß um die winkenden Ehrenpreise beim Schießen eine starke Eoncurrenz zu erwarten steht. Der großartig geplante Juxplatz bei dieser festlichen Veranstaltung soll den Besuchern des Festes ohne jedwede» Eintrittsgeld offen stehen, damit dem Schützenfest ein recht volkSthümliches Gepräge gegeben werde. * * Beisitzer für bei Gewerbegericht für den Monat August find Seiten- der Arbeitgeber: Schneidermeister Leib, sür die Arbeitnehmer: Buchdrucker Andreas. * * Nene Arbeiterzuge. Wie aus der Bekanntmachung in heutiger Nummer ersichtlich, werden bis auf Weiteres zwischen Marburg und Gießen Arbeiterzüge eingelegt, welche auf allen Zwtschenstationen halten. Dieselben verkehren indeß nur Samstags oder an Tagen vor Fest- ragen und Montags oder an Tagen nach Festtagen, wie folgt: Montags: Ab Marburg 452 Norm., an Gießen 542. — Samstags: Gießen ab 638 Nachm., Marburg an 730. Stipendien. Die Großherzogliche Central st elle sür die Gewerbe hat lt. „Drmft. Tgbl." an die Regier- ang eine Eingabe gerichtet, wonach um Bewilligung von Stipendien aus Staatsmitteln an Kunstschüler und Kunstgewerbelehrer und Kunstgewerbeschüler gebeten wird. Auch ist eine Eingabe an das Ministerium behufs Bewilligung eines Retsestipendium» zum Besuche der Brüsseler Ausstellung gemacht worden. ’♦ Kalkfyndikat nennt sich eine vor einiger Zeit in Lim- .burg gegründete Vereinigung von Kalkwerken, dte out nur wenigen Ausnahmen die gesammten Kalkunternehmangen an der Lahn von Balduinstein aufwärts bis Gießen und von da bis Butzbach umfaßt. Zweck dieses Syndikats, :aS seinen Sttz in Limburg hat, ist, die ans einem äußersten Tiefstand angelangten Kalkpreise auf eine lohnendere Basi« i,u bringen. • • Für die Provinz Starkenburg soll ein Provinzial- 'iechenhauS mit einem Kostenaufwand von 700,000 Mk. errichtet werden. Eine fiebengliedertge Commission, dte das LvoptationSrecht besitzt, ist mit den Vorarbeiten betraut ; worden. * * Ehescheidungen in Hessen. Im Großherzogthum Hessen wurden im Laufe des Jahres 1896 131 Ehescheidung-, orozes se geführt. Davon wurden zwei Ehen wegen Un- päitigfeit auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft getrennt. AvS anderen Gründen wurden 121 Ehen gelöst und in acht Fällen auf Wiederherstellung deS ehelichen Lebens erkannt. * * Wetterbericht. Das barometrische Maximum erstreckt sich heute noch von Skandinavien südwärts über Deutschland nab Ober-Oefterretch, doch hat eS an Intensität bereits wieder leiloren. Gleichzeitig rückt von Westen eine Depression tenetn, welcher bereits über Frankreich ein Thetlminimum torgelagert ist. Ueber Central Europa ist da» Wetter heiter und warm. — Voraussichtliche Witterung: Vorerst nod) meist heiter und warm. -g. Beuern, 4. August. Am verflossenen Sonntag fand dahier Nachmittags ein liturgischer FestgotteSdieust statt zur 50jährtgen ErtnnerungSfeter der Erbauung unserer Kirche, in welchem der hiesige Kirchengesangveretn und der Posaunenchor, welch' letzterer durch verschiedene Bruderchöre (von Lang-GönS, Klein-Linden, Oppenrod und aus dem EbSdörfer Grund) verstärkt war, mitwirkteo und zur Verschönerung des Festes ganz wesentlich beitrugen. Nach einem Vorspiel de« PosaunenchorS (Danket dem Herrn) sang die Gemeinde dos Lied: „Thut mir auf die schöne Pforte rc." und der Ortsgeistliche hielt, nachdem abwechselnd Gesang und Schrift« lesung vorausgegangen, eine die Bedeutung der Feier dar« legende Ansprache. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mächtig durchbrausten dte Lob« und Danklteder der Gemeinde, getragen von dem vielstimmigen Schall der Po- saunen, die weiten Räume der Kirche. Dte schönen Leistungen des KircheogesangvereinS find jetzt in der schweren Erntezeit doppelt anzuerkennen. DaS Fest fand einen würdigen Ab schluß durch eine zwanglose Vereinigung auf dem von Linden herrlich beschatteten Kirchplatz, wo die Posaunenchöte noch viele Proben ihres reichen Könnens ablegten, bis der Abend zum Aufbruch mahnte. W. Aul der Wetterau, 5. August. Die seitherige regnerische Witterung veranlaßt die Landleute, von ihren Gewohnheiten bei den Erntearbeiten etwa» abzuweicheu- fie lassen ihre Früchte nicht mehr wochenlang draußen in den Feldern fitzen, sondern bringen fie möglichst bald unter Dach, besonders die Gerste, die sehr empfindlich ist. Den Wetzen, mtt dessen Schneiden fie jktzt beschäftigt find, legen die Leute sogleich in Seile und binden ihn sofort auf. Es scheint doch, daß nach und nach eine bessere Ansicht Platz greift, wie Sie in Ihren „Landwirthschaftlichen Winken und Rathschlägen" seit vielen Jahren empfohlen haben. O Wettfaafen, 5. August. An der Straße zwischen Kirschgarten und hier steht ein Sauerktrschbaum, der schon seit der Blüthezeit der Kirschbäume immer neue Blüthen treibt. Zur Zeit finden sich an dem Baume vollständig reife Kirschen und voll entwickelte Blüthen. (§) Aus dem Ohmthal, 5. August. Wa» Ost-Deutschland im Ueberflaß bekommen, das fehlt West-Deutschland, wenig- stenS unserer Gegend: der Regen. Dte seitherigen Nieder- schlüge bestanden nur in leichtem Rieselregen, aber nicht tn durchweichenden Regenschauern. So ist denn eine vollständige Trockenheit eingetreten, die deutlich zu Tage tritt an den versengten Äergtriften, Angern und Rainen. Der zweite Klee kann trotz allem guten Ansatz nicht weiter wachsen, geht sogar zurück und bleibt weit hinter dem ersten Schnitt zurück. Ebenso bleibt der Grummetwuchs gehemmt und die Ausficht auf eine gute Grummeternle verliert sich jeden Tag mehr. Die Hackpflanzen lassen welk die Blätter hängen, nur die Kartoffeln stehen noch im üppigsten Grün, aber auch ihnen wäre jetzt ein Regen dringend nöthig. Der Ernte schadet die Trockenheit allerdings nicht mehr, sie bringt nur die Sommerfrucht schneller zur Reife. Man schneidet jetzt Weizen und Gerste. Letztere liefert im Durchschnitt ein besseres Resultat, als man erwartet Der Hafer bleibt etwa« kurz und dünn im Stande. Die Erzeugnisse d s Gartens, voran Bohnen und Gurken, tragen reichlich- fie müssen aber der Trockenheit wegen begossen werden. Die ersten Frühkartoffeln werden fleißig geholt- sie sind mehlreich und schmackhaft. Nur eins fehlt: ein durchweichender Regen. Ober-Besfingen, 3. August. Gestern starb hier im 76. Lebensjahre Herr Lehrer i. P. Walz. Im Jahre 1840 aus dem Lehrerseminar entlassen, hat der Verstorbene fast während seiner ganzen Dienstzeit tu der hiesigen Gemeinde mit Segen gewirkt und, bis auf wenige Ausnahmen, sind alle Bewohner seine Schüler gewesen. Welche Liebe und Anhänglichkeit sich der stets pflichttreue, gewissenhafte Lehrer zu erwerben wußte, zeigte sich bei seinem im Jahre 1890 stattgehabten 50jährigen Dienstjubiläum, woran sich die ganze Gemeinde betheiligte. Vor drei Jahren trat er in den Ruhestand. Schotten, 4. August. Die Schulferien haben viele Lehrer unseres Lande» benutzt, um dem benachbarten Lehrerheim ihren Besuch abzustatten. So haben namentlich eine Anzahl Lehrer aus Rheinhessen unsere Gegend ausgesucht und in dem Lehrerheim übernachtet. Sie sind sowohl über die Qualität der Verpflegung, sowie über den Preis voll Lobes (für Mitglieder 2,80 Mk., für andre 3 Mk.). Wer auf sichere Aufnahme rechnen will, thut übrigen« gut, sich zeitig anzumelden, da im andern Falle die Betten belegt find. (Darmst. Ztg.) Heldenbergen, 5. August. Hier weilten am Samstag bis Montag der königliche Oberstallmeister, sowie ein Fourier aus München, um Stallungen zu miethen sür dte Pferde des Prinzregenten Luitpold und sein Gefolge für die Dauer der Kaisermaoöver. Der Prinzregent wird während derselben vom 4. —11. September täglich vom Schloß in Aschaffenburg mittelst SonderzugeS hierher kommen, um sich inS Manövergelände zu begeben. Dte Beamten und Pferde werden zumeist im Gasthaus Pauly in Heldenbergen Unterkunft finden. A Mainz, 5. August. Die jüngst von der hiesigen Tagespresse über das Eigenthumsverhältntß des Festung«- geländeS von Mainz und Kastel aufgeworfene Frage hat mehreren practischen Juristen Veranlassung gegeben, ihre freie Ferienzeit zum eingehenden Studium der Sache zu benutzen. Hierbei ist man allseits nur darüber zur vollständigen Klarheit gelangt, daß bis zum Jahre 1871 das Festungsgelände gemäß dem FriedenSverrrag vom Jahre 1814 und dem Staatsvertrag vom Jahre 1816 unbestreitbar Eigenthum des hessischen Staates war. Ueber die Verhältnisse, wie sich solche noch dem Jahre 1871 gestaltet haben, gehen dte Ansichten der Juristen sehr auseinander und zwar hauptsächlich um deßwillen, weil sich in dem Grundbuch von Kastel ein Eintrag befindet, wonach seit dem Jahre 1871 der „ReichSm'l'.tinfiScuS" als Besitzer des dortigen Festungs- geländeS verzeichnet ist. Hieraus wollen einzelne der Juristen folgern, daß das Gelände seit dem Jahre 1871 unbestreit- ■ bares Eigenthum des ReichSmilitärfiScns ist, während andere Juristen den Eintrag in daS Kasttler Grundbuch als vollständig bedeutungslos bezeichnen, indem derselbe nur einen sogen, tabellarischen, aber keineswegs einen factischen Besitz andeute. Erst der Erwerbungsnachweis bildet nach Ansicht de» letzten Juristen den factischen Besitz. Mit Rücksicht auf diese widerstreitenden Ansichten würden sich, wie wir hören, die Juristen der Stadtverordneten «Versammlung demnächst mit der Frage befassen. — Die ehemalige Hessische Lud« wtglbahn ist für da« laufende Steuerjahr mit einer Einkommensteuer von Mk. 3,555,000 eingeschätzt. Mit Mk. 171,000 wehr als im verflossenen Jahr. Nothrnf! Der Aufruf des jetzt gebildeten Berliner Central- Comits» für die durch Ueberschwemmungen Heimgesuchten lautet: „Nach den unheilvollen Verheerungen, welche Württemberg durch Gewitter und Ueberschwemmungen erlitten hat, find noch andere Theile unseres deutschen Vaterlandes, namentlich Schlesien und daS Königreich Sachsen von einer gleichen Heimsuchung betroffen worden. Dte Verwüstungen find ganz außergewöhnlich groß, und die Besorgniß vor neuen Gefahren ist nicht unberechtigt. Mag fich die Hilfe, welche der WohlthätigkeitSfinn unserer Mitbürger den Unglücklichen zu leisten nie ermüdet, in diesem Falle ebenso stark belhättgen! Die Unterzeichneten find zu einem Comits zusammengetreten, welches Beiträge für alle von dem Unheil betroffenen LandeStheile in Deutschland zu sammeln beabsichtigt. ES wird gebeten, gefällige Beiträge eivzuzahlen^ an dte städtische Hauptstiftungskasse, RathhauS, Zimmer 25 (Centralstelle) oder an die ZettungS-Redac- tionen, welche fich zur Annahme behufs Abführung an dte Centralstelle bereit erklären. Ueber dte etngegangenen Beiträge wird öffentlich quitttrt werden. Wegen möglichst schneller und angemessener Vertheilung der Gaben wird fich das Comite mit den zuständigen Behörden und örtlichen Hilfscomites in Verbindung setzen." An der Spitze der Unterzeichner dieses Aufrufes stehen dte Vertreter des Berliner Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Es ist auch dte Spendung eine» größeren Beitrags aus den Mitteln der Stadt in Aussicht genommen, der sich etwa auf eine halbe Million Mark belaufen dürfte. E« bedarf aber einer möglichst allseitigen Hülfe, um einigermaßen ausreichende Mittel zusammenzube« kommen. Dte Expedition des Gießener Anzeigers ist zur Entgegennahme von Gaben für die Ueberschwemmten bereit, und wird die eingehenden Gelder an dte Centralstelle abführen, von der aus dann, wie aus dem Aufruf zu ersehen ist, die Vertheilung an die einzelnen LandeStheile erfolgen soll. Univerfitäts - Nachrichten. Breslau, 4. August. Zum Rector der hiesigen Universität ist der Geh. Regierungsrath Prof. Dr. Förster gewählt. — Der um die Erforschung altegyptischer Kunstdenkmäler verdiente Regierungs-Baumeister Ludwig Borchardt in Berlin ist, wie daS Centralblatt der Bauverwaltung meldet, von der philosophi- schen Facultät der Berliner Universität zum Ehrendoctor ernannt worden. — Der Augenarzt Herzog Karl Theodor in Bayern feierte am 4 d. M. fein 25jährtges Doctorjubiläum. Es ist eigentlich ein Ehrendoctorjubiläum. Denn die Universität München verlieh ihm als ihrem Schüler aus Anlaß ihres 400 jährigen Stiftungsfestes 1872 dte Würde eines Doctor honoris causa. Würzburg. Gehetmrath o. Wegele, Professor für Geschichte an der hiesigen Universität, der vor kurzer Zett seinen 70. Geburtstag feierte, tritt mit Ende des Sommersemesters von seiner Lehr- thäitgkett zurück. rcr-chlich- Anzeige« der- Stadi Gietzen. Evangelische ®eintiniH. Sonntag, den 8. August. 8. Sonntag nach Irtnitattä- Gottesdienst. 3n der Aohannesttrche. Vormittags 7»/< Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst mit Christenlehre für dte Neuconsirmirten aus der JobanneSgemeinde. Vormittags 9>/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 23/< Uhr Versammlung der Kinder aus der Kinderkirche der Jobannesgemetnde am Luvwigsplatz. In der Nriedhofleapelle. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Dtngeldey. Vormittags 11 Uhr: Versammlung der Neuconfirmirten aus der Lucasgemetnde. _____ Katholische Seweinbe. Samstag den 7. August. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur bl Beichte; Nur Abends ist Gelegenheit bei einem fremden Priester zu beichten: Sonntag den 8. August. 9. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6Vs Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 67» Uhr erste hl. Messe; _ w um 7Vs Uhr Austheilung der hl. Communton; „ um 8 Uhr zweite hl. Messe; „ um 97« Uhr Hochamt mtt Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Rosenkranzandacht. An den Wochentagen findet die hl. Messe Vormittags um 67» Uhr statt. Gottesdienst der israelitischen Religionsgeseüschaft. Freitag Abend 73° Uhr, SamStag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang S66 Uhr. Wochengottesdienst Morgens 6“ Uhr, Abends 7» Ubr. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 6. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 177,°. Luft 22°. Rübsamen'sche Badeanstalt. und unappetitlich ist es, Flicgengtft in Tellern auszustellen. Wer diese Quälgeister auf einmal in 5 Minuten los werden will, benütze nur das weltberühmte „Dalma* von Apoth. Eng. Lahr in Würzburg. (Siehe heutiges Inserat.) 5460 BehördlicheAnzeigen Z« der Privatklagesachk des Fuhrwerksbesitzers Christian Pitzer in Gießen, Privatklägers, vertreten durchRechtsanwaltvr. Ju n g in Gießen gegen den Pferdehändler Philipp Molter zu Friedberg, Angeklagten, wegen Beleidigung hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 23. Juli 1897 für Recht erkannt: Auf Grund der §$ 185, 200 St.. G.«B. wird der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 20 Mark eventl. 4 Tagen Gefängniß verurtheilt. Dem Privatkläger wird die Befugniß zu. gesprochen, innerhalb 8 Tagen ein. mal im Gießener Anzeiger den ent. scheidenden Theil des Urtheils zu publizirm (§ 200 St.-G.-B.). Die Kosten des Verfahrens und die dem Privatkläger erwachsenen nothwen« digen Auslagen hat der Angeklagte zu tragen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be* scheinigt. Gießen, den 2. August 1897. L.S. Schäfer, als Gerichtsschreiber des Großherzogl. Amtsgerichts. 7447 Namens des Privatklägers. ___Dr, Jung, Rechtsanwalt. Bekanntmachung Ihn den Personen, welche in Gießen in Arbeit stehen, Hi«- u«d Rückfahrt -u ermöglichen, werden bis auf Weiteres nächst«hende Arbeiter-Sonderzüge, welche auf allen Zwischenstationen onhalten, befördert : 1. Montags und an Tagen «ach Festtagen r Marburg ab 4^ Vorm. Gießen an „ 2. Samstags und an Tagen vor Festtagen Gießen ab 6^ Nachm. Marburg an Kassel, den 8. August 1897. Königliche Eisenbabndireltion, 7436 Arbeitsvergebung Nachdem wir beschlossen haben, die Verputzarbeiten im Innern der Stadtkirche gemeinsam mit dm Malerarbeiten zu vergeben, laden wir Reflectanten ein, die Bedingungen, Voranschläge sowie Skizzen für die Malerarbeiten bei den Architecten Herren Stein & Meyer einzusehen und dem Unterzeichneten Angebote bis spätestens nächsten Mittwoch, den 11. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, eiuzureicken. Gießen, den 5. August 1897. Der evangelische Gesammt-Kirchen Vorstand. Dr. Nau mann. 7442 ^^mpfehlungen^j Stadt. Schlachthaus. Freibank. 7443 Heute und morgen: r chmeinMisch nicht ladenrein, per Pfd. Sv Pfg. 8erlag lou Emil Roth in Stehen. Iührer Lai-ntljal'. Die Lohn mit ihren Seite'tbälern von der Quelle bi# ,«m Rhein mit besonderer Berücksichtigung der Stödte »itiku, Wnrdorg, Cnb-Uauhfim, Wetzt-r, Weildur,. fimbura, Hnffau, Dir; nab von Prof. Dr. Otto Buchner. Mit 8 Karten und 2 Stadivlänen. 2. oer- bester te und oermrdne Al flage. ■V In Batdekerband Preis jl 2. EMgl Kützrett','? Kögelsberg. Im Austrage bcO Bogel'bcrgerHöhenclub» herauSgegrden von Prof. Dr. Otto Buchner. B. gänzlich um^ear beitete Auflage. Mu 4 epecialfartcn U0 In Vaedekerband.* 1 60. Zu beziehen durch alle Bucdhandlunaen, sowie direkt gegen Einsendung br8 Be trageß von: «mil Roths Verlog, Rasche und schtae Auslührung Brühl’sche Ünifersitäis-Buch- and Steindrnekerei (Pietsch 4 Scheyda) Verlag des Giessener Anzeigers 7 Sohalitraage 7 empfiehlt eich eur Anfertigung 111er Buchdruck-Arbeiten in eleganten Sehweri und Farbendruck. j Mieth-Gesuche. 7432] Eine Wohnung von 4 bis 5 Zimmern in der Nähe der Nord- anlaae per September zu miethen gesucht Offerten mit Preisangabe unter H. 8. 100 an die Exped d. Bl ^ereinsnschrichten^ aus statt 7439 Gladbacher Waarenlager ohne Glas 5199 Wktzaeingr.45 JedeIrau gewinnt in emaill. 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