Nr. 106 Erstes Blatt Wrcitaq den 7 Mai 1897 Der* Hießeuer -nzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag«. Die Gießener A««itienötä11er «erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogt« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Zchutfiraße Ar.7^ Fernsprecher 51. Anrts- und Anzeige blatt für den Ureis Gieren. fotgrnb.n Tag erfdjeinmben NÜm7?^«ä^| Hratisöeitage: Hießener Kamitienötätter. | XZZ'ZZE' Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend: Schweinemarkt in Lich. i^Großh. Ministerium des Innern hat die Abhaltung des Schweinemarktes in Lich am 13. Mai 1897 unter folgenden Bedingungen genehmigt: 1. Für den Auf- und Abtrieb ist den Anordnungen des Kreisveterinärarztes gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen. 2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten Orten des Großherzogthums Hessen, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn sie mindestens sieben Tage in unverseuchten hessischen Orten in seuchenfreiem Zustande zugebracht haben, aufgetrieben werden. 3. Außer der Controle der Ursprungszeugnisse hat selbstverständlich auch die thierärztliche Besichtigung der Thiere vor dem Auftriebe zu erfolgen. Gießen, den 6. Mai 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gaqern. Bekanntmachung. Johannes Martin hat die Concesfion als Dienst« wann mit der Nr. 2 erhalten. Gießen, den 6. Mai 1897. Großherzoglicheö Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Deutfd?eir Ueistzsrag. 215. Sitzung. Mittwoch, den 5. Mai 1897. Auf der TageS-Oldnung steht die zweite Berathung deS Auswanderungsgesetzes. S 1 setzt die Erlaubnißpfltchiitzkett für Unternehmer fest, welche die AuSwandererbeförderung nach außerdeutfchcn Ländern betreiben. Abg. Lenzmann (frs. 93p.) erklärt, seine Freunde könnten sich mit dem Gesetz nicht befreunden. Der Grundgedanke desselben sei ganz verfehlt, es trage den Poltzeistempel an der Stirn. Auch die Commission habe eS nicht gebessert. ES klinge ja verlockend, wenn dafür gesorgt werden soll, daß der Deutsche auch im Auslande das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit der Hetmath nicht verliere. Aber einen Einfluß könne der Deutsche im Auslande auf die Geschicke Deutschlands doch nicht haben, denn er trage nicht unsere Steuern. Er dürfe also auch nicht mitreden wollen. Wir haben eS oft genug empfunden, was es beiß«, wenn die Deutschen im Auslande sich aufdringlich um uns bekümmern, uns vorschretben wollen, ob wir einen Staatsmann ehren ober nicht ehren sollen, ob wir so ober so viel für Heer unb Marine ausgeben sollen. DeS schönen Gedankens des kosmopolitischen Deutschlands halber dürfen wir nicht unsere Rheder schädigen. Der nationale Gedanke ist aber hier nur die Flöte des Vogelfängers, mit der man den eigentlichen verderblichen Zweck dieses Gesetzes zu cachtren sucht: den agrarischen Zweck, durch die Potizeigewall unsere Arbeiter möglichst im Lande zu halten. Man will die Auswanderer nach bestimmten Gegenden hin- und von bestimmten Gegenden ablenken. Dazu wäre aber eine Auskunftsstelle das Richtige. Mit Ihrer Concesiionsweise bewirken Sie nur, daß sich die Auswanderer ausländischer Vermittler und Schiffe bedienen. Redner betont weiter, es sei nicht einmal der Begriff Auswanderer festgelegt: man verstehe darunter wohl nur die Zwischendeckspafsagtere, schaffe alfo wieder Unterschiede zum Nachthetle der Unbemittelten. Und wie könne man eine solche Er- laubniß und Verbotsmacht in die Hand eines einzelnen Mannes, deS Reichskanzlers legen! Wenn man der Linken ihre Stellung zur Marine vorwerfe, wenn man sie vaterlandslose Gesellen nenne — ein Schimpf, eine Beleidigung! (Rufe rechts: Zur Sache!) — Er spreche zur Sache und schließe: ein solches Gesetz lehnen wir ab, weil es dem Baterlande nicht zum Heil, sondern zum Unheil gereiche. (Beifall links.) Director im Auswärtigen Amte Reichardt: Wie soll eine nationale Auswanderungspolitik getrieben werden, wenn ein so maßvoller Weg, wie der hier vorgeschlagene, auf eine fo maßlose Kritik stößt, wie die des Voiredners unb wie die neueste Eingabe auS Hamburg. Wie ist in bieser Petition die auch vom Vorredner wiedergegebene Behauptung möglich, daß angesichts der Vorlage eine Verbindung von Maaren- und Auswanbereroerkehr unmöglich werde. Dadurch drückt man ja geradezu die Auswanderer, diese Pfadfinder deS Handels, zur Maare herab. Kann das, was wir erstreben, erreicht werden, wenn wir etwa zwanzig Stellen statt der einzigen Zentralstelle hätten, welche die Vorlage für das Concefftonswefen »orschlSgt. Abg. v. Cuny (nl.) vertheidtgt die Commission gegen die Lenzmann'ichen Angriffe. Die 2lrt, wie Lenzmann über die Deutschen im Auslande gefprotbeu, entspreche jedenfalls nicht seinem, des Redners, nationalen Gefühl. Auch die Commission habe in jeder erlaubten Meise den Zusammenhang der Deutschen im Auslande mit der Hetmath stärken wollen. Abg. Dr. Hahn (b. k. Fractton): Die etgenthümltche Stellung der freisinnigen Volleparlet zu nationalen Fragen sei durch Lenzmonn zu geradezu drastischem Ausdruck gekommen. Der Vorlage wohne keinerlei agrarische Tendenz bei. WaS die Deutschen im Auslande anlange, so hätten dieselben allerdings vielfach mehr Verständnlß für die BiSmarck'sche Politik bewiesen altz Lenzmann, ebenso mehr nationale Gesinnung. Die Vorlage gefährde nicht die internationale Freizügigkeit, sie gebe den Auswanderern nur mit Ratb und Thal an die Hand unb fchiktze sie gegen ben Eigennutz der Unternehmer unb gegen die Wahl ungeeigneter Gegenden. Auch Englanb habe seine Auswanberung planmäßig beeinflußt. Abg. Dr. Hasse (nl.) wahrt ben Deutschen im Auslande daS Recht, in deutschen Dingen mttzureden; sie seien häufig viel vor- urthetlSfreter. Abg. Dr. Förster (Ref.-P.) wendet sich ebenfalls gegen die Aeußerungen Lenzmanns und tritt für den Grundgedanken des Gesetzes ein. Abg. Dr. Barth (frs. Bg.) meint, mit dem Worte national scheine ihm heute ein etwas rednerischer LuxuS getrieben worden zu sein. Mit Bezug auf die Vorlage feien die Hansestädte einig, daß sie verkehrt sei Abg. Graf Arnim (Rp.): Wenn Lenzmann von angeblichen nationalen Jntereffen gesprochen, so könne er mit solchen Herren nicht discutiren, aber festnageln wolle er eine solche Neußerung. S 1 wird angenommen. Zu 8 2: Zur Ertheilung der Erlaubniß ist der Reichskanzler zuständig, beantragt Abg. Dr. Bachem (Ctr.) hlnzuzusügen: unter Zustimmung deS BundesrathS. Dtrector Reichardt gibt gegen den Antrag zu bedenken, daß ja alsdann der ganze complicirte Apparat des BundeSrathS bei jeder ConceffionSsache in Bewegung gesetzt werden müßte. Abg. Barth spricht sich gegen ben Antrag auS, weil in dem Erforberniß ber Zustimmung auch des Bundesraths noch ein weiteres Hinderniß gegen die Ertheilung von Concesfionen liegen würde. Dr. Schäbler (Ctr.), Marquardsen (nl.), Bachem (Ctr.) und Graf Arnim (Rp.) iraten für den Antrag Bachem ein, worauf derselbe angenommen wird. S 2 ordnet an, daß die Erlaubniß in der Regel nur zu erteilen sei an Reichsangehörige mit gewerblichen Niederlassungen im Reiche, an juristische Personen mit Sitz im ReichSgebiele rc. Ein Antrag Frese-Barth will, daß diesen Personen und Gesellschaften die Erlaubniß nur zu versagen fei bei Vorliegen von Thatsachen, welche auf Unzuverlässigkeit im Gewerbebetriebe schließen lasten. Zur Berathung werden gleichzeitig die SS 6 und 11 gestellt. 8 6 bestimmt: Die Erlaubniß ist nur für bestimmte Länder ober Orte, unb im Falle überseeischer Besörderung nur für bestimmte Einfchiffungshäfen zu erlheilen. Die Anträge Hobenberg unb Nabbyl wollen die Bestimmung: „nur für bestimmte Länder oder One" streichen. Ein Antrag Frefe-Barth will: die Erlaubniß solle nicht allgemein nur für bestimmt» Länder rc. unb Häfen erthrilt werden können, sondern der Reichskanzler solle befugt fein, jederzeit die Beförderung deutscher Auswanderer auö deutschen Häfen nach bestimmten Ländern zu untersagen. 8 11 bestimmt, die Erlaubniß sei jederzeit widerruflich. Ein Antrag Frese-Barth will ben Widerruf an bestimmte Voraussetzungen binden. Ein Antrag Nabbyl will auch den Widerruf an die Zustimmung des BundeSrathS knüpfen und für Siedelungsgefellschaften die vorherige Anhörung des BeiralhS gemäß 8 40 vorfchreiden. Nach kurzer Debatte tritt Vertagung ein. Morgen 1 Uhr Weiterberathung Schluß 5'/. Uhr. Der-tsches Reich. Berlin, 5. Mai. Die kaiserliche CabinetSorbre über die Zweikämpfe der Ojfiziere ist in der Provinz Posen in Wirksamkeit getreten. Diese Ordre bestimmt bekanntlich, daß bei Ehrenhändeln grundsätzlich der Ehrenrath angerusen und, falls gegen seinen Beschluß, über den der zuständige Commandeur zu enischeiden hat, Berufung eingelegt wird, der Kaiser die endgiltige Entscheidung trifft. Die Mlitheilung ist aus Pieschen datirt und lautet: Durch den Landrath v. Rovll fühlten mehrere Reserveoffiziere sich beleidigt. Sie theilten gemeinschaftlich den Sachverhalt dem Offizier Ehrenrath in Schrimm mit. Der Ehrenrath entschied dleie Angelegenheit zu Gunsten der Beleidigten. Die Ent- schetdung ist vom Kaiser bestätigt worden. Arreste AsrchEkicheE» •hlft» ielegrapo-scheS 4ortefpöt zwar auch nicht gefunden, aber einige Blätter nennen sie bereits unter den Todten. Der „Figaro" gibt folgende erste Todtenliste: 1. Herzogin von Alenyon- 2. Gräfin Hunolstein, Schwester des Herzogs von Uzös- 3. Marquise Mai« son, Schwester deS BaronS Mackau; 4. Baronin BatimeSnil, Schwägerin der vorgenannten; 5. Baronin Laumont, die mit ihrer Tochter umgekommen ist,- 6. die beiden Töchter de» Grafen Chevillh, eines der Chefs der Partei des Herzog» von Orleans- 7. Generalin ChevalS- 8. Madame de Sain- Ange, Schwester der vorgenannten,- 9. Madame de Carahon- Latour und deren Kammerdiener- 10. Madame Theodor PorgeS, geborene Weisweiler- 11. Baronin Saint°Marti«- 12. Madame Gosselin: 13. Gräfin Mimerrl, Tochter der vorgenannten- 14. Gräfin Bonneval- 15. Madame Jacques Haußmann, Frau de- Direktors im Colonialministerium- 16. Madame Bernard-Dutreuil- 17. Madame de Baran- valle- 18. Madame HoSkier, Frau de- bekannten Bankier-- 19. Madame Rolland-GoSlin und deren Tochter- 20. Madame Nitot, Frau eines bekannten Arztes- 21. Dr. Feuland- 22. dessen Tochter (Dr. Feuland rettete zuerst seine Fra«, kehrte bann in die Flammen zurück, um die Tochter z» suchen und kam dort mit ihr um)- 23. General Munter, welcher schwer verwundet nach dem HoSpital geschafft wurde und während deS Transports starb- 24. Fräulein Mandat« Grancey- 25. Vicomteffe Malezieux, deren Leichnam nur an Ringen unb Schlüsseln erkannt werden konnte - 26. u. 27. die beiden Gräfinnen Hinnisdal- 28. die OrdenSschweister Ginoux- 29. Baronin Saint-Didier, deren Salon einer der bekanntesten von Paris war. Die alte Dame saß in einem Fauteuil in ihrer Verkaufsbude- als das Feuer ausbrach, wollten ihre Freundinnen sie mitreißen, aber vom Alter halb gelähmt, blieb sie in ihrem Fauteuil, wo sie vom Rauch erstickte- ihre beiden Kammerfrauen find mit ihr verbrannt. Der „Matin" nennt unter den Todten auch Frau Schlumberger, Frau Louis Kahn geborene Siedel. Während der Nacht find in den Hospitälern gestorben: Baronin Saint- Martin, Madame de Morado, Madame de Flores, die Frau des spanischen ConsulS. Schwer verwundet ist die Gräfin Horn, geborene v. Haber. Paris, 5. Mai. Die Blätter sind überfüllt mit Schilderungen der Katastrophe, als der Brand ausbrach und die Menge in wahnsinniger Flucht auf die Straße herauS- stürzte. Damen wurden niebergetreten und wanden fich mit gräßlichem Hilfegeschrei unter den Füßen der Flüchtenden. Die Angestellten der dem Bazar gegenüberliegenden Rotb- schtld'schen Stallungen konnten Einige aus dem Gewühl her- vorziehen. In den geöffneten Hof des Rothschtld'schen Stall- gebäudeS stürzten Personen, denen die Kleider auf dem Leibe brannten. General Munter, von Flammen umgeben, warf sich rasend von Schmerz in einen mit Wasser gefüllten Pferdetrog, brennende Damen walzten sich heulend auf dem Pflaster deS HofeS- ein Stallknecht bespritzte einige mit der Gießkanne unb reitete ihnen dadurch bas Leben. Im Inner« war die Panik deshalb so furchtbar, weil in wenigen Sekunden daS auS Theerleinwand bestehende Dach brannte unb bald den Flüchtenden auf die Köpfe stürzte. Die Leichen waren derart ineinander geschlungen, daß man mehrfach die Glieder brechen mußte, um fie von einander loszumachen- zumeist ist der obere Theil des Körpers verbrannt, der untere unversehrt. Viele Uhren, Schmucksachen, Portemonnaie- und Portefeuilles, darunter eines mit 50,000 Francs, wurden auf der UnglückSftätte gefunden. Personen, die fich im Innern befanden, erzählten, daß Herren wie toll auf die flüchtende Menge geschlagen haben, um fich Bahn zu brechen - Frauen lehnten wie gelähmt an der Wand, wehrlos den Tod erwartend. Eine Ordensschwester erzählt, als sie flüchtete, fei ihr eine elegante Dame in ben Weg getreten, habe fie geküßt und mit ben Armen umschlungen mit den Rufen: wir werden zusammen in den Himmel fahren. Nur mit größter Krastanstrengung konnte sich die Ordensschwester von der Umschlingung lösen. Die Brasilianerin Madame de Silva lief mitten durch die Flammen inS Freie, indem sie ihre bähen Kinder mit ihren Kleidern zu schützen suchte, alle drei find gerettet, wenngleich die Mutter schwere Brandwunden erlitt. Zahlreiche heldenhafte RettungSthateu werden gemeldet. Ein Arbeiter drang mehrmals in die Brandstätte ein trotz der Brandwunden, die er an der Hand erlitten hatte. Die gerichtliche Untersuchung ist eröffnet, um fest« zustrllen, wer für das Unglück verantwortlich ist. PariS, 5. Mai. Die Kammerfrau der Herzogin von Alen-on hat, nachdem fie die im Industrie-Palast ausgestellten Leichen besichtigt hat, nicht daS geringste Anzeichen gefunden, welches annehmen ließe, daß die Herzogin fich darunter befinde. Dagegen hat man hie silberne Taschenuhr mit goldenem Karabinerhaken, welche der Herzogin ge- biete, aufgefunden. Seit 5 Uhr früh ist die ganze Umgebung der UnglückSstLtte von großen Menschenmengen belagert. Die nach und nach aufgefundeoen Leichen werden zum Zwecke der RecognoScirung im Industrie-Palast ausgestellt, wo die fämmtltche Straße« besetzt haltenden Mafien fortwährend anwachse» und die zahlreichen Leichenwagen um- drängen, welche beständig kommen und gehen, um die Opfer der Katastrophe hinweg zu bringen. Bor dem Haupteingange de- Palastes find ungefähr 100 Särge in dreifacher Reihe aufgestellt, um die verkohlten Leicheuüberreste aufzuuehmev- tm Palaste selbst herrscht eine fürchterliche Atmosphäre, denn die schrecklich zugerichteten Leichen verbreiten einen unerträglichen Pesthauch. Ununterbrochen spielen sich herzzerreißende Scenen ab, immer und immer wieder sieht man die aufs Höchste erregten Angehörigen unter lauten SchmerzenSaus- brüchen sich über die von ihnen recognoßcirten Tobten werfen. Im Jndustrtepalast dauert die Untersuchung der Leichen auf ihre Identität immer noch fort, denn in der bereit» theil- weise ntedergeriffenen Halle desselben liegen noch über dreißig verunglückte, deren Persönlichkeit wohl niemals festgestellt werden dürfte- derart find dieselben zu einer formlosen Maffe verbrannt. Pari», 5. Mat. AuS Anlaß des gestrigen Brandunglücks wird heute Nachmittag ein außerordentlicher Mioisterrath abgehalten werden. Pari», 5. Mat. Der Zahnarzt der Herzogin von Alentzon nahm die ihm al- Herzogin von Alenyon bezeichnete Leiche eingehend in Augenschein und erklärte nach sorgfältiger Untersuchung deS GebtffeS mit aller Bestimmtheit, daß der ihm vorgelegte Leichnam derjenige der Herzogin von Aleuvon sei. Staibon, 5. Mai. Da- Unterhaus verwarf mit 227 gegen 186 Stimmen die Bill, betreffend die Einführung deS Achtstundentages für dte BergwerkSarbeiter. Die Re- gterung hatte sich an der Debatte nicht betheiligt. Kovstrnttuopel, 5 Mat. Eine offizielle Verlautbarung dementirt, daß bet Pharfala für dte Türken unglückliche Kämpfe stattgefuoden haben, indem festgestellt wird, daß fett der Einnahme von Larifia gegen Pharfala nur Recog- uo-ctrungSverfuche erfolgten. — Der Commaudant des epirotischen Corpß meldet, daß nach Besetzung von LuroS auch der Gebtrg-paß Ktlberini, der die Abhänge von Arta blherrtchr, ohne Widerstand besetzt wurde. Konstantinopel, 5. Mat. Dte Nachricht von dem Ausbruche von Unruhen auf der Insel Mytilene ist unrichtig. Dte Nachricht scheint darauf zurückzuführeu zu fein, daß ongefichtS der Möglichkeit von Landungsversuchen der Griechen ein Redifbataillon von Bergama nach Mytilene geschickt worden ist. Depeschen deS Bureau »Herold." Berlin, 5. Mai. Der Kaiser nahm gestern Nachmittag in Stettin dte Parade über dte gesawmte Garnison ab und begab sich Abends 8*/, Uhr nach Berlin zurück. Berlin, 5. Mat. Der Kaiser, welcher gestern Abend au» Stettin hier eingetroffen ist, nahm heute früh 8 Uhr den Vortrag deS Reichskanzler- Fürsten Hohenlohe entgegen. Berlin, 5. Mat. Auf Anordnung des Kaisers werden dte Schleifen der bei der Tentenarfeier am Kaiser Wilhelm- Denkmal niedergelegteu Kränze im Mausoleum zu Charlotten- bürg aufbewahrt werden. Berlin, 5. Mai. Wie nun auch dte „Nordd. Allgem. Ztg.E hört, wird angenommen, daß zum Nachfolger des verstorbenen General - Postmeisters Dr. Stephan der Unter« staatSfecretär im Reichs - Postamt Dr. Fischer ernannt werden wtrd. Berlin, 5. Mat. Im preußischen Abgeord- »et en hause verlautet heute, wie dte „Post" berichtet, daß dte Session mit Ablauf dieses Monat- beendet werden soll, auch wenn einige kleine Sachen unerledigt bleiben. Berlin, 5. Mai. Wie der „Post" von der hiesigen türkischen Botschaft mitgetheilt wtrd, ist dte durch das Centralcomitü der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz mitgetheilte Nachricht, daß dte Türkei die Hilfe des deutschen Rothen KleuzeS abgelehnt habe, völlig unbegründet. Der Sultan hat im Gegentheil das Anerbieten einer Hilfeleistung mit großem Dank angenommen und angeordnet, daß dte nach Konstantinopel zu entsendenden deutschen Aerzte und Krankenpfleger rc. in den Lazarethen der Hauptstadt Ver« Wendung finden sollen. Wien, 5. Mat. Dem Vernehmen nach find zwischen den Großmächten Vereinbarungen im Gange, um die Dynastie be» KüntgS Georg zu schützen. Rom, 5. Mai. Der griechische Ministerpräsident Rallt hat den italienischen Gesandten darüber interpellirt, wie sich Italien im Falle einer Vermittelung der Mächte zu den nationalen Interessen Griechenland- stellen werde. Brnffel, 5. Mai. Nachdem die offizielle Nachricht vom Tode der Herzogin von Alen^on hier etngegangev ist, wird der König mit dem AuSstellungScomitü conferiren, um dte offiztelle Eröffnung der Ausstellung, dte am Sam-tag stattfinden sollte, zu verschieben. — Ferner wtrd gemeldet, der König werde am Sonntag nach Part- abretsen. Berlin, 6. Mat. Ueber die Anwesenheit de- Grafen Waldersee, welcher sich gestern bet der Frühjahrs- besichttgung de»KaiserAlexander-RegimentS in der Suite des Kaiser» zeigte, find allerhand Combinationen laut geworden. Dem gegenüber stellt der „Localanz." fest, daß von einer Berufung de» Grafen nach Berlin nicht dte Rede sein könne. Graf Waldersee sei schon vor 8 Tagen in Berlin eingerroffeu, um fich wegen eine» alten Leiden» in dte Be- Handlung eine» hervorragenden Specialarzte- zu begeben. Diese Kur sei noch nicht beendet. Weimar, 6. Mai. Al» Sitz der am 1. Januar 1898 in» Leben tretenden thüringisch-anhaUischen Lotterie wurde endgültig Gotha bestimmt. Athen, 6. Mat. Bei dem gestern vom Oberst Smolenitz über dte Türken erfochtenen Siege bet KynoSkephalae westlich von velestino» machten dte Griechen viele Gefangene und erbeuteten zwei Fahnen. CsceUs unb Dietzen, den 6. Mai. * • Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 5. Mai u. A. den Major v. Blankenburg im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, den Hauptmann z. D. und BezirkSosfizier vom Landwehrbezirk St. W-ndel Seitz, den Gymnasial- director und Hauptmann her Reserve Dettweiler von BenSheim, den Pfarrer Schlosser von Gießen. • * Ordensverleihungen. Se. Kgl. Hoheit der Groß- herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 3. Mat dem Oberstlieutenant v. KurnatowSki, etatS- mäßigen Stabsoffizier im 3. ThüriogischenJafanterie Regiment Nr. 71, seither BataillonS-Commandeur im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Groß. Heff.) Nr. 116, und dem Hauptmann z. D. und BezirkSosfizier in St. Wendel Seitz, zuletzt Compagniechef im 5. Großh. Jufanterie-Regtment Nr. 168, daS Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen geruht. • • Mlilärpersonalnachrichlen. Frhr. v. Autenried, Pr.-Lt. vom Inf..Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, von dem Commando zur Dteustleistuog bet den technischen Instituten entbunden. ♦ •P.A.F. Sport- und Volksfest in Dietzen. Begünstigt durch daS schöne Wetter der letzten Tage schreiten die Dor- arbeiten auf dem neuen Sportplatz an der Hardt rüstig vorwärts, sodaß die eigentliche Rennbahn schon bis gegen den 15. Mai fertig gestellt ist und zum Trainiren benutzt werden kann. Auch dte sonsttgen Arbeiten, wie Tribüne usw. find ihrer Vollendung nahe, sodaß bis zum Feste alles würdig zum Empfang der Gäste vorbereitet sein wird. Dte Theil- »ahme der Radfahrer an dem eigentlichen Sportfeste: Preis- corso der Vereine deS Nordbezirks des Gaues 9 vom Deut- scheu Radfahrer-Bund und Internationale Rennen wtrd aller Voraussicht nach eine sehr große werden. Ist doch auch dte Rennbahn nach allen Erfahrungen und Verbefferungen der Neuzeit gebaut und somit den Rennfahrern Gelegenheit ge- geben, ihr ganzes Können zu zeigen, ohne auf störende Nebenumstände, wie Fehler in der technischen Anlage u. s. w., Acht geben zu müffeu. Aber auch noch ein anderer Punkt dürfte es sein, der die Radler am 30. Mat nach Gießen zieht, um in friedlichem Wettkampf um dte SiegeSpalme zu ringen und daS sind die herrlichen Ehrenpreise. Die ersten Preise sind fast ohne Ausnahme Stiftungen vom Deutschen Radfahrer-Bund, als oberster Behörde im Radfahrsport vom Vorstand deS Gaues 9 (Frankfurt a. M.) und vom Vorstand de» Nordbezirk« deS Gaues 9, besten Mittelpunkt Gießen ist. Weiter von den beiden festgebeuden Vereinen „Wanderer" Gießener Radfahrer-Gesellschaft und Euratorium der Rennbahn Gießen 1897, sowie von Herrn Brauerei- Befitzer Btchler. Ganz besonders prächtig wird der von den Damen beider Vereine gestiftete Damen - Wanderpreis auS- fallen, welcher aber auch seine» hoben Werthe» wegen erst nach mehrmaligem Sieg in den endgültigen Besitz des Sieger» übergeht. In Anbetracht dieser Stiftungen wird es der Rennleitung möglich sein, auch die zweiten und dritten Preise sehr gut zu dotiren, so daß auch dte Fahrer, welchen e» utcht vergönnt tst, als „erste" baß Band zu pasfiren, ihre Mühen durch schöne Preise belohnt sehen werden. Wollen wir hoffen und wünschen, daß alle Gäste fich recht wohl fühlen werden aus dem idyllischen Sportplatz an der Haardt, und daß ein Jeder mit dem Wunsche scheidet: Auf Wieder- sehen beim nächsten Rennen. „All Heil". e*ZX Das Goncett der Hofgeismarer Dragoner-Capelle, das gestern Abend tn „Steins Garten" ftattfand, hatte fich einer zahlreichen Zuhörerschaft zu erfreuen. Die Capelle rechtfertigte auch diesmal den ihr bereits hier zu Theil gewordenen guten Ruf und erfreute durch dte lobenswerthe Ausführung eines reichhaltigen, abwechslungsvollen Programms. Von den Programmnummern feien erwähnt: Lum- bye» herrliche Fantasie „Nebelbilder", in welchem allerdings daS angeführte „Zithersolo" recht matt und dabei zu hart im Anschlag herauSklang- ferner die wenig gehörte Lachner'fche Ouvertüre zur Oper „Die Fürftenbraut", dann die Fantasie au» der Operette „Das Pensionat" von Suppä. An Soli» wurden geboten das herrliche Lied „SD Maienzeit" von Brandt für Piston, sowie e'ne flotte Polka für Xylophon - letzteres entzückte die Mehrzahl oer Hörer ganz besonder». Wir vermtfien schon seit längerer Zeil bei den Concerten unserer hiesigen RcgimentScaprlle den Solopart dieses gern gehörten Instruments, eine solche Gabe von Zeit zu Zeit ge- boten, wird stets mit Dank von den Concertbesuchern accep- tirt. Letzte Programmnummer war dem Andenken Brahms gewidmet und enthielt deffen „Ungarische Tänze Nr. 5 und 6," leider entsprach die Ausführung durch das stellenweise über- hastete Tempo nicht der Schönheit der Composition. Den Schluß bildere als Zugabe ein von Herrn SlabStrompeter Fritzik dem Dragonerrcgimevt gewidmeter schneidiger Regi- mentSmarsch sür Heroldstrompete». Lebhaft gespendeter Beifall lohnte die meisten Piece». • • Maiblumen. Die hrranrückrnde Maiblumenzeit veranlaßt, aufmerksam zu machen, daß die Maiblume in Blüthe und Stengel einen Giftstoff enthält, der schädlich werden kann. Insbesondere vermeide man, die Blumen zwischen den Lippen zu tragen, da bei etwaiger Verletzung daS Gesicht anschwilll; ebenso werfe man die welken Blumen niemals in Höfe, wo Geflügel umherläust. - Sptelcnrfu». In Frankfurt a. M. findet in diesem Jahre vom 31. Mai bis 5. Juni eiuschl. ein CursuS zur Ausbildung von Lehrerinnen im Jugend-und Volks- i spiel statt. ES ist leider Thatsache, daß die körperliche AuS- bildung der Mädchen noch vielfach über Gebühr vernachlässigt ' wirb. Da, wo man aber den ernsten Mahnungen erfahrener Aerzte und Erzieher Gehör schenkt, wird man auch die körperliche Erziehung deS weiblichen Geschlecht» al» nothwendig anerkennen. Daher sind solche Eurse, welche die Lehrerinnen befähigen sollen, dte Spiele bei der Jugend einzuführen, mit Freuden zu begrüßen, und wir wünschen ihnen den besten Erfolg. Anmeldungen zu dem oben genannten, unentgeltlichen Cursu» find an den Leiter derselben, Herrn Turn- iuspector Weidend usch-Frankfurt a. M., bi» zum 24. d. MtS. einzureichen. •• Wetterbericht. DaS barometrische Maximum ist zwar von Westen her weiter nach Central-Europa hereingerückt und hat daffelbe auch sür unsere westlichen und nördlichen Gebiet»- theile wieder Aufklärung gebracht, doch liegt heute einerseits eine neue tiefe Depression nördlich der britischen Inseln, welche ihren Einfluß bis zu den Küsten de» Festlande» au«- dehnt, andererseits besteht sowohl im Süden Europa» wie im Osten von Deutschland ein Gebiet niederen Drucke» und sind sogar die Gradienten vom nördlichen Alpenkamme gegen deren Südsuß sehr beträchtlich. Die Wetterlage dürste sich daher der ganzen Lnftdruck-Dertheilung entsprechend ziemlich unbeständig gestalten.— Voraussichtliche Witterung: Trübe-, im Allgemeinen unbeständiges Wetter. L. Leibhecken, 5. Mai. Hier und in einigen Nachbarorten zeigen fich die Masern, ohne daß man weiß, woher fie eingeschleppt wurden. Der verlauf ist ein gutartiger. — Lehrer R., der im Herbste mit Erpreffungen eines auswärtigen Menschen belästigt wurde und daher den hiesigen Ort verließ, ist auf sein Nachsuchen au0 dem Schuldienste entlassen worden. G. Seitz Nidda, 5. Mai. Besondere» Interesse nimmt bei unseren Landleuten dteChausfeestetn-Klopfmaschine in Anspruch, welche kürzlich in der Nähe unseres zukünftigen Bahnhofes aufgestellt wurde. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit zermalmt fie die Basaltbrocken und leistet so viel al» 40 Handarbeiter. Die Arbeiten auf der Linie rücken unaufhaltsam vor. Lauterbach, 3. Mai. Heute Morgen wurde die neu errichtete höhere Bürgerschule mit 66 Schülern eröffnet. Darmstadt, 5. Mai. Bor dem hiesigen Schöffengericht kam heute der Proceß des AuSschuffe» der technischen Hochschüler gegen da» Mainzer Journal zur Verhandlung. Der Studentenausschuß hatte f. Z. der mu gegründeten katholischen Verbindung Naffov'.a die DaseirS« berechtigung abgesprochen und den Director gebeten, die Naffovia vom Kaiser-CommerS auszuschließen. DaS Mainzer Journal polemifirte in heftiger Weise gegen diesen Beschluß de» Studenten.AuSschuffe». Dieser klagte wegen Beleidigung der ganzen Studentenschaft gegen den Redacteur drS Mainzer Journal». Derselbe wurde zu 100 Mark Geldstrafe ver- urtheilt. △ Mainz. 5 Mai. In der heutigen Sitzung der hiesigen Stadtverordneten kam nochmal» der unprogrammmäßige Bismarck toast gelegentlich der hier stattgehabten Centenarseier zur Sprache. In einer früheren Sitzung war der Vorsitzende öeß FestcomitL«, Oberbürgermeister Dr. Gaßner, von Stadtverordneten der Centrum»- und deutsch-freisinnigen Partei dteferhalb interpellirt worden, welcher Interpellation Stadtverordneter Dr. Schmidt Namens der CentrumSpartei heute die Erk.ärung folgen ließ, daß die CentrumSpartei dte Vorgänge bedauere und daS an den Fürsten B'Smarck ad- gesandte Telegramm als eine Vergötterung eine» noch lebenden Zeitgeuoffen betrachte. Wenn dergleichen wieder bei einem nationalen Feste, an welchem alle Bürger zur The>lnahme eingeladen, Vorkommen könne, müsse die CentrumSparlri gleich einer anderen Partei erklären: „Wegble'ben ist die Parole!" Namens der deutsch-freisinnigen Partei sprach sich Notar Wolf tn ähnlicher Weise auS, während der Ober- bürgermeifter seinerseits erklärte, daß er nie mehr Geld für derartige Feste von der Stadt verlangen und auch nicht mehr von dem einmal festgesetzten Programme abgehen werde. — Im weiteren Verlause der Sitzung schloß fich die Stadt- verordneten-Versammlung einer Eingabe der Handelskammer an dar Eljenbahnministertum an, welche die Anlage einer Bahn Langen-LonSheim—Gau-Alg esheim mit dem Anschluß an Mainz verlangt. * Heilungen von Verletzungen bei Herzen». Auf dem 12. Congreß der deutschen Gesellschaft für Chirurgie io Berlin erregte großes Aufsehen der Vortrag deS Herrn Prof. Rehn (Frankfurt a. M.) über Herzwundeu. Man nahm früher an, daß von diesen Verletzungen nur 10 pCt. zur Heilung kommen. Sehr häufig ereignet e» fich, daß nach ganz kleinen Verletzungen, z. B. einem Nadelsiich, sofort Tod tn Folge Herzstillstandes etnhiit. Da» läßt fich nur als Reflexwtrkung erklären. Die Blutung ist naturgemäß eine sehr heftige, jedoch zeigen Thierexpertmente, daß bet kleinen Herzwunden die Blutung oft von selbst zum Stillstand kommt. Daher die Möglichkeit einer spontanen Heilung. Die Blutung ist e« jedenfalls, die das Schicksal des Patienten entscheidet. Bisher haben die Chirurgen stets sich gescheut, die allgemeinen Grundsätze der Blutstillung auch auf do» verletzte Herz anzuwenden, d. h. die Verwundung frei zu legen und zu nähen. Für gewisse Fälle empfiehlt Redner diese» Verfahren entschieden. Er stellte einen Patienten vor, der einen Stich tn» Herz bekommen batte und fast sterbend in» Krankenhaus gebracht wurde. Zwar erholte er fich wieder etwa«, doch sprachen alle Anzeichen dafür, daß da» Herz weiter blutete und da» Ableben sicher bevorstond. Rehn legte baß Herz frei, er fand die Stichwunde in der rechten Herzkammer, und eß gelang ihm trotz der stürmischen Bewegungen de» Herzens, die Wunde zu nähen. Der Patient ist vollkommen geheilt. • Durch BerMtttel»»» be» Leipziger Pädagogen Marti» Hartmann correspondiren gegenwärtig tausend deutsche .»Ä 4"b‘nfc*« «' fr« $utc. ' blt imn 24. L- 1 JMtabu aue, . ®“"M tot g,® ®'“i« unb bür|tt ßch Je ®lttim«|: ter, 8 etni0tn Nachbar. ®an «-ritz, wvh„ " eln flutattifltr. un8licher Gelchivlndig. leistet so nltl ai« iiuie Mn nnauf- i warbt blt ein lt 66 Schülern o TchostruzrE ix technischen urnal zur Ver- s. Z. der mu ge» v'.a die DaselrS« xtot gebeten, die ,tn. Da« Mainzer [en diesen Beschluß wegen Beleidigung acteur des Mainzer ark Geldstrafe der- i Sitzung btt jlt' unprogromm« hier stattgehabten )txtn Tchuag wat mistet vr.Gahuer, deutsch-freistnnigen lcher Interpellation bei Cmtmmßpartet LentramSpartei die rsten Lilmrck ab- einet noch lebenden wieder bei einem •t zur Therme ite Centrum^n" fttgbltibtn ist die n Partei fprad) W sS-rend der Oktale mehr W istl uh auch W ®lt)t adgehen werde. - jfc stch die S'°df ltt Haudeiökammer e die Anlage einer gethei« mit dem heejenl- 9u^ be” .für Lh'rnrgte w « rag des »f« 8orn ° A,a Man STyjs S'-ys: 1»«* io ||bLn$iiw- it •’Ä*» ?chilkfal des V • *£ 111 W j" frei lt unb fastp sich i sich" . bet trotz Patlenl t rtSher. „y. Karli' 1 Gymnasiasten mit französischen Lyceanern in beiden Sprachen. Ein analoger Briefverkehr junger Mädchen ist angebahnt. Wöchentliche Ueverstchr der Todesfälle in Mieten. ___ 18. Woche. Vom 25. April bitz 1. Mai 1897. Sinwohner-ahl: «mgenommm zu 23 700 (tnd. 1600 Mann Milttär). -»terbttchkettSMer: 28,52, nach Abzug der Ortsfremden 24,13°/«. " Kinder wb Naroen tat: Zusammen: Erwe^ienr: tm vom 1. Lebensjahr: 2—15.Iah,: 1 2 1 1 (1) 1 4 1 1 2 1 1 1 (1) l® 3 1 1 (1) BöSartigerNeubild. Geht'ntuberkulose Lungenschwindsucht Gehirnichlagfluß Lungenödem Altersschwäche Gehirn bautentzünd. Krämpfen Diphtherie der Augen Summa: 13 (2) 9 (1) 1 3 (i) . *””• Die in Klammern gefegten Ziffern geben an, wie viele ‘£Lr0°c6!Mk to der betreffenben Krankheit auf von auSwärt» nach Bietzen gebrachte Kranke kommen. Schiff-nachrichten. Der Postdampfer .Illinois- der „Red Star Line" in 8nb werpen ist laut Telegramm am 4. Mai wohlbehalten in Philadelphia angekommen. «Sotteöötenft tn ser SyUMv^l. SamStag den 8. Mai 1897. Vorabend 7" Uhr, Morgen« 8»° Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 840 Uhr. Verkehr, tanfc» ttttO VoUswirthschafL» 8t**wre, 5. Mat. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 13,75, weißer Wetzen X 13.65, Korn X 9 35, Gerste x 7.40, Hafer X 6.10. — Nächsten Samstag schon findet die erste Ziehung der diesjährigen (17.) Weimar-Lotterie statt. Die Verloosung bringt in diesem Jahre wieder 10000 Gewinne tm Werthe von 200000 Mk. tn zwei Ziehungen zur Entscheidung. Die Loose, welche für beide Ziehungen gilttg find, kosten nur 1 Mk., und diesem geringen Einsatz stehen Hauptgewinne im Werthe von 50 000 Mk., 20 000 Mk. usw. gegenüber. — Wie stets seit dem Bestehen der Weimar-Lotterie findet auch die vorstehende Ziehung pünktlich zum angeietzten Zeitpunkte statt, denn Ziehungsoerlegungen, die jetzt so vielfach an der Tagesordnung, gtdts bei ihr niemals. Foulard-Seide 95 Pf. Dessins u.Farben, sowie schwarze, weiße anb farbige Henaederg'Seida von 60 Ps. bis Mk. 18.65 p. Met. - glatt, geftr-ttt, tairtrt, g.» mustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins rc.), Porte- eed steuerfrei los Haws. Muster umgehend. DurchsohnittL Lager: ca. 2 MU Meter. 15 Seiden-Fabriken 6. Henneberg ck. k. Hoti.), Zürich. ■ ■ ■ ff jeder Hrt, fohrtt —— 'j öjAffA Eammte,»Plüsch« ffl I O E^SlOIie MM» B . J BGg H 3 Man schreibe um Muster unter W B «ua K U Angabe de» Gewünschten. oi von Elten & Keussen, Fabrik und Handlung, Crefeld* Knnftt-Ancctollnnn im Thurmbaus am Brand, n 111181 AUSSWllUUg, geöffnet täglich, mit Ausnahme des Samstag?, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr Sonntag» «nnnterbroche« von 11 bi» 8 Ue*» — Eintrittspreis für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. Unübertroffen * i 1 Nur 4544 echt mit Marke Pltllrlng «an.„preilrlßg' hi Dosenä to, 20 u. 6o Pf.,in Tuben a 40 u. So Pf. 4655 4566 Kein Keheiumiß w Pfg. 4556 und Geschäftsbursche gesucht. In Große« Linde« bet: 175 empfiehlt Etiketten, 4560 Braugassc 6. In den Apotheken ’ uud Drogerien. Ad. Geisse, Salz -- Niederlage, K euz-SelterSweg. Schönheitsmittel und zur Mautpflaga. . Kervordt, Z^h. Kerrmann, L. Kohlermann II., Aeppla, ^ß. Mehger, Neustadt 8 Frankfurterstraße 1. Ang. Zkoll II., Zk. M. Aoll. H. Aoth II., 28. Schomßer, Noß. Stuhl. Hanau, am 3. Mai 1897. Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus. Hanau, am 3. Mai 1897. Königliche Polizeidirection. v. Schenck. Samstag, den 8. Mai l. Z , Nachmittags 2 Uhr, tm ,Wb\tte (Marktplatz 20) zu Gießen versteigere ich voraussichtlich bestimmt öffentlich gegen Baar,>.it'lung: 1 Zimmer-Einrichtung, eine Anzahl 'M k-x-£;< BrühPsche Univ.-Druckerei (Pietsch & Scheyda, 8ehnlitraeie 7. la. Virginia Saat-Mais Pferdeknecht gesucht. cherzbe-ger, Löberstr. 3. Tafelklavier und lein vierarmiger Kronleuchter billig zu oerk. Neuen Bäuen 1«, II. 4553 Waggon feineres Salz wieder eingetroffen und offerire solches zu neuem billigerem Preise. Beka««rm rrGAWG Biehmarkte in Hanau. Um die Abhaltung von Viehmürkten Hierselbst wieder zu ermöglichen, sind im Einverständniß mit der Königlichen Polizeidirection an den Haupt- Eingängen zur Stadt Controlstationen eingerichtet, welche das für den Viehmarkt zugetriebene Vieh auf das Vorhandensein von Maul, und Klauenseuche untersuchen und die Verbringung seuchenverdächtigen Viehes nach dem Seuchenstall veranlaffen sollen. Diese Stationen werden an der Ehrensäule (Auheimer Weg), an dec Kinzigbrücke und an der Wilhelmtzbrücke eingerichtet werden; bis auf Weiteres darf das Vieh nur nach Befichtigung an diesen Stationen in die Stadt gebracht werden; es ist verboten, Vieh auf anderen Wegen in die Stadt einzubringen An den hauptsächlichsten Wegen zur Stadt werden Personen aufgestellt werden, welche den Händlern rc. den zulässtgen Weg zur nächsten Controlstation anweisen werden; den Anordnungen dieser Personen ist unbedingt Folge zu leisten. Der nächste Viehmarkt findet am Mittwoch den 12. Mai d. J§. statt; weitere Viehmarkttage sind auf folgende Tage festgesetzt: 26. Mai. 23. Juni, 7. Juli, 21. Juli, 4. August, 25. August, 22. September, 27. October, 10. November, 15. December. Gut erhult. Kisten werden zu kaufen gesucht. Mriel- und Packet- Siegelmarken fertigt r.u billigen Preisen die Schöner Fox-Terrier zu verkaufen. 4499 Marktplatz 15. Schöner xaöen $ i sofort zu nermiethen. Lt«de»platz 12. ^^iett^6e8ucke. Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche im Stadt- und Landkreise nunmehr erloschen ist, sollen die für die Stadt Hanau angesetzten Viehmarkte wieder abgehalten werden. Der erste Viehmarkt findet am 12. d. M. statt. Wiederkäuer und Schweine dürfen nur durch die vom hiesigen Ober- ourgermeisteramte veröffentlichten Stadteingänge (Controlstationen) dem Marktplatze zugeführt werden. Hierbei mache ich auf die Bestimmungen der landespolizeilichen Anordnungen des Herrn Regierungs-Präsidenten vom —-— 1896 , , r 20. November noch besonders aufmerksam. Das Aufbringen von Wiederkäuern und Schweinen auf die Märkte ist nur dann gestattet, wenn den marktpolizeilichen Organen eine von der zuständigen Ortspolizeibehörde ausgestellte Bescheinigung vorgelegt wird, daß in der Ursprungsgemeinde seit 4 Wochen nicht die Maul- und Klauen- ,eu(frt — bet Schweinen: weder die Maul- und Klauenseuche, noch eine der Schwetneseuchen — herrscht und daß die Ursprungsgemeinde in den letzten 4 Wochen nicht zu einem Beobachtungsgebiet im Sinne des $ 59 a der Bundesrathsinstruction gehört hat. Viehhändler haben dagegen die Seuchenfreiheit der Thiere durch die khterärztliche Bescheinigung nachzuweisen. Qir Die Bescheinigung, in welcher Rindvieh einzeln nach Geschlecht, Alter, Farbe und Abzeichen, die übrigen Thiere summarisch nach Geschlecht, Alter und Farbe verzeichnet sein müssen, hat nur eine 5 tägige Gültigkeit, den Ausstellungstag eingerechnet. Schließlich verweise ich noch auf die Polizeiverordnung, betr. die Ltftenführung über den An- und Verkauf von Rindvieh, Schafen, Schweinen, Pferden durch Viehhändler. 4564] Der mittlere Stock, 6 Zimmer mit allem Zubehör, per 1. August zu oermiethen.__LSberfte. 8. 4641] Ein kleines Logis mit Waffer» leitung an kinderlose Leute zu verm. Näheres Wallthorstr. 20. Junger Hausbursche sofort gesucht. 4464 Georg Keil, Bäcker, Neustadt 6. Hausbursche^esücht^ 4'»5 «. «rSll, Selterswea 12 CiutW.Schrkillkrgkselle gesucht. 4575 E. H. Müller, Schiller»^ a’ er MöbkWkintt t 4408 ___Schopdach, Neuen Bäuen 7. Ein Kistchennagler für sofort gesucht. 4474 Andr. Euler. 4543) Wohnung von 4 Zimmern mit | Zubehör per 1. September ober October von ruhiger Familie tn gutem Hause zu miethen gesucht (Selter^bergvtertel bevorzugt.) Gefl. Offerten mit PreiSang unter H. A. 100 an die Expeb. b. Bl. 4501 > Nehme noch Wäsche zum Glanzbügel« anbei schönster unb billigster Ausführung. Frau Balser. Neuen Bäuen 11. 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Einen anständigen, jüngeren Hausburschen ucht (kann gleich eintreten) 4478 ______Bäcker Fatz, Neue Baue »rave- Leyrjange gesucht. 4420 »«org Lotz, Friseur. Bahnbosstr 28. 3995) Ein Lehrmädchen aus uter Familie in em feines Geschäft esucht. Offerten erbitte unter < m~. 200 an die Expedition d. Bl. 4449] Einfaches, braves Mädchen, da« bürgerlich kochen kann, wirb gegen hohen Lohn für eine kleine Beamtenfamilie nach Limburg gesucht. Näheres burch Frau Hütteuderaer, Seltersweg 67. Ein gewandter, anständiger Hausbursche gesucht. 4520 _ H. F. Nassauer. Junger Hansbursche gesucht. 4554 G. Herhordt, Marktplatz 18. Hof, 20 Min. von Kreisstadt i. Westerwald, 110 Morg, zu verkaufen 4557 Znmdnsch, Oberrentmetster, Dortmund. 10 Wochen alte Schweinchen, sowie ein sehr schöner Zucht'Sver, engl. Raffe, m verkaufen. V. Äefttttl. 4559] Der mittlere Stock unb bte Mansarbe in meinem neuen Hause in der Ebelftraße sinb bis zum 1. Juli zu oermiethen. ________Gg. 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Mai /^Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Südanlage Nr. 4, aus statt. 4561 Volle Auf nebenstehenden ( Landstrassen. 3388 >'■'1 Brandgaffe 8. 4547 4568 Pflege, sagen innigsten Dank 4546 Die trauernden Hinterbliebenen. Georg Lotz, Inseur 4567 Abschlagszahlungen gestattet. Eigene Reparatur- Werkstätte Lager in sämmtlichea Zubehör- Theilen. Gratis-Unterricht unter meiner eigenen Leitung wird meinen Abnehmern ertheilt; ina- besondere mache ich wiederholt darauf aufmerksam, dass mir der grosse Saal von Steins Garten zum nngenirten Erlernen des Radfahrens für Damen und Herren auf Wunsch zur Verfügung steht. Bleichstrasse Nr. 7. % Clara Kretschmar, geb. Fels. Dr. iur. Paul Kretschmar. Dr. med. Karl Kretschmar. Luise Hess, geb. Kretschmar. Dr. Karl Hess und zwei Enkel. Heute früh entschlief sanft, in Folge eines Herzschlages, unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater und Grossvater, 3WF* Ter Etadtauflagc unserer heutigen Numwer liegt 4576 eine^ (Extrabeilage der ftirmo I Treff & Co. bei.' Geschäfts Eröffnung und Empfehlung. Einem geehrten Publikum und werther Nachbarschaft die ganz er gebene Anzeige, daß ich mit Heutigem ein Friseur - Geschäft, 28 Bahnhofstraße 28, eröffnet habe und empfehle ich meinen Salon zum Haarschneiden, Rasirerr, Arifiren, Lhaiupoouiren bei reinlichster und prompte ter Bedienung aufs Beste. Anfertigung aller Haararbeiten unter Zu« sicherung billigster unD sorgfältigster Ausführung Lager in Parfümerieen, Seifen, Kämmen, Cigarren. Einem geehrten Wohlwollen entgegensehend, z ichne Gießen, den 6. Mai 1897. Hochachtungsvoll Hodes -Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mit theilung, daß unser lieber Sohn und Bruder Arthur im Alter von 3 Zähren an Hirnentzündung sanft entschlafen ill. Um stille Theilnahme bitten Tic trauernden Hinterbliebenen. Jakob Horn und Fra«, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders Karl Lang1, insbesondere dem Herrn Pfarrer Dr. Grein für die trostreichen Worte, als auch den oerebrlichen Schwestern für die liebreiche Btoctton: M. EchttzdA. — Druck imb «erlag brr Brüd 1 'schm UniverfirLfBuch. und Ctkindruckrrei sPittfch dt Cchehda) in Eichen. Die Vevtiqe Mumurer «msaßt 6 Setteu Bürgergesellschait Samstag den 8. Mai: Z5 Abendunterhaltung - Garantie.' Fabrikaten wurden weitaus die meisten Records, JL Meisterschaften u. ersten Preise gewonnen, sowohl WS A auf Rennbahnen wie auf im Caf6 Leib. Der Vorstand. c6° Al,e "7^ Wilhelm Hamel •1483] Ein ält-nS, tüchiigeS Mädchen mit gutrn Zeugnissen, in kküche und Hausarbeit bewandet, p^r Mlite Mai gesucht. Frau «ltsadeih Hochstälter, Bahnhof ftr. 7t. 4672] Eine tüchtige, unabhängige Sauffrau wirb für sofort gesucht. Güdaulgge 9 parterre. Wilhelm Hamel führt nur diejen. Fabrikate, die /) B“bn brachen d. Deutschen / SSx U»x Fahrrad-Industrie • // W "e/ . „le: NURÄECHT/V er 0 in blauer Farbe t rTteNenTesuche^ 4624 «nftflnblfltS Fräulein autz einem Landftädlchen sucht während deS SommerS •ttOung in defserer ftamilie, um stcb Im Kochen und feinerem Haushalt auSzubtlben. Auf (Schalt wird nicht reflectirt Gute Aufnahme und Anschluß an ble Familie erwünscht. G