Sonntag den 7. März Nr. 56 Der Kteßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener I««tlienVtälter werden dem Anzeiger' wöchentlich dreimal beigelegt. Zweites Blatt Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. Bicrteljähriger Avonncmentspreis: 2 Mark 20 Pfg. nut Bringerlohn. Durch die Post bezogen. 2 Marl 50 Pfg. Rcdaction, Expedition und Druckerei: ^chulstraßc Ar.7. Fernsprecher 5L Anrts- und Anzeigeblutt für den TLveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den I ftOttfifrt'H0Y Alle Lnuoncen-Bureaux deS In- und Auslände» nehmen folgenden Tag „.scheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. ^prtlllSPCUUjJC. ^UmUlcHUUU ItTl. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen Vom Laude der Sphakioten. (Zu den kretischen Wirren.) Von Dr. Julius Pasig. l Nachdruck verbot«.) Die Augen der ganzen gebildeten Welt find gegen- üoärtig nach der schon seit Langem von Unruhen durchwühlten Insel Kreta gerichtet, wo fich Ereignisse vorberetten, die zu den schwersten politischen Verwickelungen in diesem stürmischen Ende de« Jahrhunderts führen können. ES dürfte daher gerade jetzt ein Blick auf jene Jasel von hervorragendem Jatereffe sein. Kreta, von den Italienern Kandia und von den Türken Kirid genannt, ist die größte Insel des griechischen Archipels. Sie ist schmal von Osten nach Westen gestreckt, hat eine Länge von 260, eine durchschnittliche Breite von 69 Kilo» «etero und einen Flächeninhalt von 8640 Quadrat Kilo« »eterv. Sie zeigt einen sehr unregelmäßigen Umriß, besonders an der Nordküfte, reich an Golfen und Vorgebirgen. Bin hoher, aus drei Theilen bestehender Gebirg-zug durch- zieht die Insel ihrer ganzen Länge nach. Den westlichen GebirgStheil bilden die Weißen Berge, die Lenka Ore des AlterthumS, im mittleren Theile ist das Joagebirge, im Osten daS Lafithigebirge. Sie find ungemein wild und zer« klüftet, jetzt fast gänzlich entwaldet, während sie im Alter- thum wegen ihrer prächtigen Wälder und ihres RcichthumS an Arzneipflanzen berühmt waren. Die Ausdehnung der Thäler und Ebenen, deren Abhänge von Eichen, Kastanien, Platanen, Pinien und Oliven bedeckt find, ist gering, aber sie find äußerst fruchtbar. Die Flußläufe sind kurz und trocknen im Sommer aus. DaS Klima ist mild und an- genehm,- Frost ist an den Küsten unbekannt und selbst die Gebirge werden im Hochsommer schneesrei. Häufig wird die Insel von Erdbeben heimgesucht, die mit großer Heftigkeit »uftrrteu. Die Zahl der Einwohner, in der Blüthezeit der vene- tianischen Herrschaft auf etwa eine Million geschätzt, beträgt jetzt ungefähr 294,000 Seelen, wovon etwa 204,000 Christen und der Rest Muhamedaner und Israeliten find. Die Christen find meist griechischer Abkunft, darunter die mit ihren Schafheerden im südwestlichen Gebirge hausenden Sphakioten, die ihren nationalen Character am reinsten be- wahrt haben. Trotzdem daß die Muhamedaner -um größten Theile eingeborene Kreter find, deren Vorfahren zum Glaubenswechsel gezwungen wurden, aber die griechische Sprache beibehtelten, tst der gegenseitige Haß größer als irgend wo anders. Gewerbe, Handel und Schifffahrt liegen, fett die Insel unter türkischer Oberhoheit steht, darnieder und dte unter veuettanischer Herrschaft noch blühenden Häfen sind fast alle versandet. DaS Haupthaudel«product ist Olivenöl, auch vortreffliche Seide, Orangen, Wein und der | in der Levante sehr beliebte Sphakiakäse werden exportirt. Dte älteste Bevölkerung der Insel scheint karischen Stammes gewesen zu fein. In den ältesten Zetten herrschte hier nach der altgriechischen Sage der König Mino«, der berühmte Gesetzgeber, der auch als Begründer der kretischen Seeherrschaft gilt. Im zweiten Jahrtausend v. Chr. wurden bereits von den Phöntctern auf Kreta Colonien gegründet, auch griechische Stämme ließen fich nieder, zuerst Achäer, später dorische Einwanderer, welche der Insel eine eigene Staatsverfassung gaben, dte mit den Einrichtungen Sparta« große Aehulichkett hatte. Einen einheitlichen Staat hat die Insel in jenen Zetten nicht gebildet, sondern eS waren etwa zwanzig unabhängige Staaten vorhanden, dte in fortwährender Uneinigkeit lebten, fich häufig bitter befehdeten. Im Jahre 67 v. Ehr. wurde Kreta, da es fich an dem Mithrtdattschen und dem Seeräuberkriege betheiligte, von den Römern erobert und 27 vor Chr. durch den Kaiser Augustus mit Ehrenaika zu einer Provinz vereinigt. Bei der Theilung des römischen Reichs 395 n. Chr. fiel Kreta an das oströmische Kaiserreich. Häufig wurde eS von Raubzügen der Araber hetmgesucht, die eS 823 gänzlich tu Besitz nahmen. In der Zeit der ersten Kreuzzüge kam eS in dte Gewalt der Franken, Baldutn I. trat eS an den Markgrafen BouifaciuS von Montserrat ab und dieser vertauschte es an die Benetianer, welche eS bis zur Mitte des 17. Jahrhundert« behaupteten, aber unter dem türktfchen Sultan Muhammed IV., nachdem die Türken schon vorher Morea, Negroponte, Cypern und andere Inseln erobert hatten, nach heldenmüthiger Vertheidigung verloren. Zwanzig Jahre dauerte die Belagerung der Insel durch die Türken, endlich wußten die Venetlaner doch capituliren und dte Herrschaft der Türken annehmen. Zwar versuchten dte Kreter wiederholt, daS türkische Joch abzuschütteln, aber vergeblich- auch ihre Theilnahme am Aufstande der Griechen im Jahre 1821 gab ihnen ihre Unabhängigkeit nicht wieder. Der Aufstand wurde 1824 durch den Viceköntg von Egypten, Mehemed Alt, unterdrückt, dem der Sultan dte Jusel auch überließ, doch wurde er genöthigt, sie 1840 dem Sultan zurückzugeben. Im Jahre 1858 erhoben sich die Kreter von Neuem gegen den beispiellosen Steuerdruck der Türken, welche sie durch daS Versprechen von Reformen zu beschwichtigen suchten- als die versprochenen Reformen nicht auSgeführt wurden, kam eS 1866 zu einem neuen Aufstande, bei welchem die Ausständt- I scheu mehrmals siegreich waren- aber was dte Waffen gut gemacht hatten, verdarb dte Diplomatie auf der Conferenz der Mächte tu Parts tm Jahre 1869, und Kreta blieb türkische Provinz, da« Wilajet Kirid bildend. In den Jahren 1887 und 1889 war die Insel der Schauplatz neuer Aufstände, dte aber bald unterdrückt wurden, bis jetzt die Kreter, gereizt durch dte blutigen Metzeleien der Türken, fich aufs Neue erhoben haben und entfchlosien zu sein scheinen, für ihre Befreiung vom türkischen Joche und Wtederveretntguug mit dem Mutterlande bis aufs Aeuherste zu kämpfen. Unter venetianischer Herrschaft hieß Kreta »dte Insel der hundert Städte", aber der alte Glanz ist längst dahtn und von den hundert Städten find nur noch drei geblieben: Kandia, Kanea und Rettmo, alle drei nicht größer als eine mittlere deutsche Provinztalstadl. Kandta, dte frühere Hauptstadt der Insel, wurde tm 9. Jahrhundert von den Arabern an Stelle des alten Herakleton gegründet und hat seinen anSschlteßlich orientalischen Character behalten. ES hat jetzt etwa 13000 Einwohner und ist der Sitz deS Generalgouverneurs und eines griechischen Erzbischofs. Sein einst so blühender Hafen ist versandet und wird nur von kleinen Fahrzeugen aufgesucht. Zur Zeit der venetiam- schen Herrschaft erfreute fich Candia einer großen Wohlfahrt, während eS heute nichts mehr tst, als daS Gerippe einer Stadt. Dte Erdbeben, welche dte von den Benettanern errichteten Denkmäler zerstörten, und die wiederholten Kriege haben der Stadt nichts von ihrem alten Glanze gelaffen. Sie hat die Form eines Dreiecks und zerfällt in Neustadt und Altstadt, welch letztere der am Hafen gelegene Stadttheil tst. Hier sieht man noch dte Ruinen der St. Franziskus' kirche und dte alte lateinische Cathedrale. Dte Stadt tst von Befestigungen umgeben, hat 14 Moscheen, ein Kapuziner- kloster und viele Seifenfabriken. Dte zweite Stadt ist Kanea, der Haupthandelsplatz, Sitz des Bischofs und dte Residenz zahlreicher Consuln, welche in der Vorstadt Halepa wohnen. Sie liegt an der Nordseite an einem tiefen Meerbusen zwischen zwei Vorgebirgen, auf der Stelle des alten Cydonta, und hat gegenwärtig etwa 12,000 Einwohner. Dte ganze Stadt tst von Bastionen umgeben, die noch aus der Herrschaft der Benetianer stammen- der Hasen, der beste der Insel, ist von einer vierhundert Meter langen Mole geschloffen, an deren Ende ein Leuchtthurm steht. Diesem gegenüber liegt die Citad'.lle, Akrotivi, ebenfalls aus der Zeit der Benetianer stammend, welche den Eingang des HafenS beherrscht. Der Löwe von San Marco schmückt noch heute daS Hospital, und Wappen reicher Patricier finden sich noch an vielen Häusern, an dte entschwundene Macht der alten Republik Benedtg erinnernd. Zahlreiche Kaffeehäuser befinden sich am Hafen, und besonders intereffant tst eS, daß dte auf der linken Seite Feuilleton. Glatteis Skizze von Frieda Storck. (Fortsetzung.) Ueber diesen Reflexionen merkte er kaum, wie sie mit ächt weiblicher Neugier ihm Auskunft über seine Personalien entlockte. So erfuhr sie, daß er der Sohn deS Medicinal- rath« aus B. fei und hier als GertchtSaffeffor thätig, daß feine Mutter längst tobt und die Großmutter, die seither dem Hanse vorgestanden, seit Monden durch einen Schlaganfall gelähmt wurde. Einmal meinte ec einen schmerzlichen Seufzer zu hören, doch er täuschte fich wohl. »So l Im Flügel dieses Hauses wohne ich nun. Vielen Dank, junger Herr, wenn Ihnen am Dank einer alten Frau etwa« gelegen ist." Sie reichte ihm verabschiedend die Hand. »O ho! So haben wir nicht gewettet. Ich soll ja Ihre Behausung sehen!" rief er eigenfinnig. »Heute Abend nicht. Die alte Mamsell Sommer hat zu keiner Zeit auf den Abend noch Herrenbesuch empfangen," spottete sie. »Wenn Sie aber morgen keinen Katzenjammer haben und die Acten expedirt find und Sie den Weg bei Tage wiederfinden, nun, so werde ich mich freuen." Damit schob fie ihn bei Seite und schloß die Thür mit nachdrücklichem Dröhnen. Erst stand er verblüfft, dann lachte er kurz auf und schritt der eleganten Neustadt zu. Doch nicht zu den lichtfluthendeu, prachtstrotzenden Sälen LeS Stadtgartens, sondern in seine komfortable Junggesellen- Wohnung. Dte Zimmervermietherin erstaunte höchlich, da er, statt wie üblich gegen Mitternacht, schon um 10 Uhr heim- Zehrte und, o Wunder, noch frische- Feuer verlangte, denn tr wolle arbeiten. —-- Katzenjammer hatte er nicht und die Acten waren früh Morgen« expedirt. Das Glatteis war Dank des regen Verkehrs abgestumpft. Affeffor Wenzel stand- Nachmittag- — eS war heute Sonntag — vor der niederen Stubenthür und la« die mit verblaßter Tinte geschriebene Karte: „Erwine Sommer." Die fich im Hofe herumbalgenden Jungens hatten ihn grenzenlos erstaunt angestarrt, als er fie nach Fräulein Sommer fragte. Sie schien wirklich eine von der Welt Bergeffene zu sein. Die Mahnung der Alten lag ihm heute schwer auf der Seele. Seine DiffertationSschrtft, dieses Schreckgespenst, tauchte au- dem Wirrwarr luftig durchlebter Tage auf. Sein guter Alter daheim dachte, er säße bis Mitternacht hinter den Pandekten und tüftelte sich da etwas noch nie Erörtertes, die höchsten Herren Verblüffende« heraus, dahingegen man ihm unverweilt den Doctorhut aufs Haupt drücken werde. Und derweil that er noch keinen Federstrich und amüfirte fich auf seines nachsichtigen Vater« Kosten. Wirklich, e« war ihm zu Muthe wie in seinem ersten Schuljahre, wenn der alte Cantor seine mangelhaften Schreibübungen einfach mit dem Rothstift durchquerte — er schämte sich. Und nun stand er Erwine Sommer in dem niederen, mit altmodischen, verblichenen Tapeten bekleideten, sonst aber blitzsauberen Stübchen gegenüber. Die schmalen, viel zu kurzen Mullgardinen zierten selbstgestrickte Kanten und der Ueberzug de« wurmstichigen SophaS wollte trotz allen Kunststopfens nicht mehr halten. DaS alte Fräulein selbst schaute aus den Hellen, klugen Augen schier ungläubig auf den eleganten Besucher. „Sie waren so freundlich, mich einzuladen, und nun komme ich, doch scheints unerwartet," sagte er lachend mit einem halb spöttischen Blick über ihre überaus schlichte Gestalt. „Beileibe nicht, Herr Affeffor! Ich hab'« nur kaum glauben können, daß Sie die Einladung ernst nahmen. Es freut mich doppelt, daß Sie kommen, denn ich stellte ja Bedingungen und ich will nicht glauben, daß Sie mich betrügen." Er hatte fich gegen diefes Einmischen in seine internsten Angelegenheiten aufiehnen wollen, aber als sie ihn jetzt so freundlich, ernst fragend anschaute, sagte er nur leichthin: „Alles besorgt." Dann nahm er den ihr gegenüber gebotenen Stuhl und musterte mit sarkastischer Kritik die mit allerlei Bildwerken thatsächlich zugepflastcrten Wände. Silhouetten in abgeschabten Goldleisten, wäfferige Aquarelle von zweifelhaftem Wrrthe und wenige moderne Photographien. Plötzlich schnellte er empor und war mit zwei langen Sätzen vor dem Bildniß eines jungen hübschen Jägersmannes. Sie hatte fich, ein wehmüthigeS Lächeln auf dem guten Gesicht, gleichfalls erhoben, al« habe fie feine seltsame Erregung erwartet. „Ja, genau so sah er aus, Ihr Großvater, da er noch unbesoldeter Forstcandidat war," sagte fie. „Allerdings, mein Großvater. Großmama hat dieses selbe Bild von ihm in ihrem Zimmer hängen. Aber wie kommt —" „Ja, wie kommt eS in da- Hinterstübchen der alten Jungfer, von deren Vorhandensein Sie keine Ahnung hatte«, wollten Sie sagen. Zu jener Zeit hatte ich ein heilige«, gute« Recht darauf. Wenn auch mein unscheinlicheS Bild bei ihm durch ein stolzes in reicher Goldfaffung jäh in den Hintergrund gedrängt wurde, ich war thöricht genug, fein Bild als meinen köstlichsten Schatz in Ehren zu halten, trotz Allem, was er mir angethan." Paul Wenzel war e« plötzlich sonnenklar: seine Großmama, die stolze, noch immer stattliche Forstmeisteriu, hatte diesem einsamen, mit be« Lebens Noth ringenben Wesen schweres Leid und Unrecht angethan. (Schluß folgt.) gelegenen nur von Muhamedauern besucht werden, während die auf der andern Seite, in der Nähe der Titadelle befind« licheu, ausschließlich christliche Kundschaft haben. Die alten christlichen Kirchen, welche zahlreich vorhanden waren, ehe die Türken die Insel in Besitz nahmen, find gegenwärtig in Moscheen verwandelt, auf deren Zinnen statt des Kreuzes der Halbmond blinkt. Ueberhaupt ist Kanea eine eigen- thümliche Stadt. Außer wenigen Häusern mit europäischer Bauart geben die übrigen, niedrig und in arabischem Stil gebauten, der Stadt einen originellen, charaeteristischen An« strick. Und das Gepräge einer türkischen Stadt wird ihr ganz gegeben, durch den großen Minarett, welcher sich zwischen den niedrigen Gebäuden und Terrasien erhebt und ziemlich bedeutend die Fürtificationen überragt. Dieser Minarett, der schon von weitem durch seine weiße Farbe in die Augen fällt, beherrscht ganz Kanea, und scheint das Sinnbild zu sein der türkischen Oberhoheit über die christliche Bevölke- rung der Stadt. Kanea mit seinen Minaretten, seinen weißen Häusern, seinem weithin sichtbaren Leuchtthurm und der schwarzen Citadelle, vor welcher gegenwärtig die Flaggen der Schiffe der europäischen Großmächte flattern, gewährt einen malerischen Anblick, seine Umgebung ist reizend. Die dritte Stadt Kretas ist Retimo, das Rhh'hmna des AlterthumS, ebenfalls an der Nordküste, etwa achtzig Kilometer südwestlich von Sandia, gelegen. Sie hat ungefähr 9000 Einwohner und macht vollkommen den Emdiuck einer türkischen Stadt- ihre Straßen find charakteristisch, oft mit Thoren versehen und haben keine Sehnlichkeit mit denjenigen riner europäischen Sladt. Ihre zahlreichen Bazare, offene oder gedeckte Markthallen, in denen alle mögliche Handelsartikel zum Berkaus auSgeboten werden, machen Retimo zu einem malerischen und originellen Orte. In der Umgebung der Stadt dehnt fich die fruchtbare Ebene von MhlopotawoS aus, mit zahlreichen Dörfern und Olivenpflanzungen, in deren Hintergründe fich der Bergkegel des Meltdoni erhebt. In der Nähe des gleichnamigen Dorfes befindet fich eine prächtige Tropfsteinhöhle, welche mit der von Ant paroS an Eigenartigkeit und Schönheit wetteifern kann. Dreitausend Christen, welche während eines früheren Aufstandes in jener Höhle Zuflucht gesucht hatten, wurden in derselben von den Türken bnchstäblich geräuchert. Schließlich sei noch der etwa 1500 Einwohner zählende Ort Sphakia an der Sübküste der Insel erwähnt, dessen Einwohner, wie erwähnt, die griechische Nationalität am reinsten bewahrt haben und stets die Seele aller Ausstände gegen das türkische Joch gewesen find. Hier wird auch der in der ganzen Levante so beliebte Sphakiakäse sabricirt. Kreta könnte unter einer nationalen und einsichtsvollen Regierung ein wahres Paradies werden, und es ist dahe zu wünschen, daß seine traurigen Tage bald zu Ende sein und für die herrliche Insel daS alle Glück und der frühere Wohlstand wirderkedren mögen. Citerotur tmO Kauft — Händel Aufführungen Der durchschlagende Erfolg, den die Aufführungen von Handels „Debora“ und „HeracleS“ ti der Bearbeitung vr. CdiyfandrrS zu Mainz 1895 erzielten, veranlaßt den Verein ,Mainzer Ltederlaiel und Damengesangoerein“, im Laufe dieses Sommers abermals Händel'sche Oratorien in gleicher Bearbeitung zur Aufführung zu bringen, und sind hierzu die Werke „Esther“, „ActS und Galatea“ und die „Cäcilten-Ode“ bestimmt worden. Zu den Concerteo, die wiederum unter dem Prctrctorate Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich stat'finden, sollen Solisten allerersten Ranges zugezogen werden. Die Leitung derselben ist de» Herren Professor H. Kretzschmar^ aus Leipzig und F. Volbach aus Mainz anoerlraut worden, sobald die Lage der Aufführungen bestimmt sind und die Auswahl der Solisten getroffen ist, werde» wir auf diese für die musikalischen Kreise hochinteressanten Der- anstaftungen zurückkommen. KnnQt-AnClCtpllnnn im Thurmhaus am Brand, IklUlSl liuobieuuny, geöffnet täglich, mit Ausnahme des SamstagS, von 11 v«s 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Sonntags ununterbrochen von 11 vis 8 Uhr. — Etntrittsvreis für Ntchlmilglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. Gebote auf die diesjährige Loh« Ernte der Gemeinde Dornholzhausen 60|, Ebersgöns 81, Groß- Rechtenbach 150, Hörnsheim 39, Klein-Rechtenbach 110, Lützellinden 30, Münchholzhausen 60, Niederkleen 48, Oberkleen 240, Reiskirchen 210, Vollnkirchen 75, Volpertshausen 75 Ctr. sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen hierhin bis einschließlich den 12. ds. Mts einzureichen. Verkaufsbedingungen, Karte über Lage rc. der Schläge können hier eingesehen werden. Groß-Rechtenbach, 2. März 1897. 2132 Das Bürgermeister-Amt. KaugeilOllsW des evangelischen Arbeitervereins zu Giessen. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Einladung zu der Montag den 8. März I. I, Abends 81/* Uhr, in der Ketöerge zur Keimath dahier siattfindenden ordentlichen Generalversammlung. Tagesordnung. 1. Mittheilungen. 2. Vorlage der Jahresrechnung und Bilanz pro 1896. 3. Erstattung des Rechenschaftsberichts durch den Director. 4. Erwerb von Gelände am Seltersberg. 5. Festsetzung der Bautätigkeit pro 1897. 6. Abänderung des § 34 des Statuts. 7. Ergänzungswahl des Vorstandes und Aufsichtsrathes. Die Rechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Genossen, Garten« ftraße 11, offen. Gießen, am ‘27. Februar 1897. Der Vorsitzende des Aufsichtsraths: 2027 L. Heyligenstaedt. Mivat-Lehranstalt von vr. Müchner Darmstadt, Soderstraste 85. Vorbereitung zum Einjährigen - und Abiturienten - Examen. — Internat. — Tüchtige Lehrkräfte. — Günstige Erfolge. — Beginn des Sommer-Semesters 15. März. Näheres durch Profpect. 1548 Achtungsvoll Dr. A. Büchner. BehördlicheAnzeigen Aufgebot. Von Christian Schopbach in Gießen, dem Curator über das Vermögen des nach den Acten am 9. Februar 1807 zu Darmstadt außerehelich geborenen, feit den 20 er Jahren unbekannt wo abwesenden Karl Bernhard Christian Pimper, ist der Antrag gestellt worden, seinen Curanden für tobt zu erklären. Es ergeht daher an den Karl Bernhard Christian Pimper, sowie an alle, die von dessen Leben oder Tod Kunde haben, hiermit die öffentliche Aufforderung, dem unterzeichneten Gericht spätestens bis zum 25. Mai l. Js., Vormittags 9 Uhr, Nachricht hiervon zu geben, widrigenfalls in jenem Termin der genannte Karl Bernhard Christian Pimper für todt erklärt werden wird. Gießen, den 25.Februar 1897. Großherzogliches Amtsgericht. ________Neuen Hagen.___ 2125 TroU HkMchk Atiatskiskubahnen Verdtugung der Liefern«« der 44 Stück Kilometer und 171 Stück Heetometerfteinen für die Neubau» Unten Friedberg — Hungen und Beienheim-Nidda im Ganzen oder nad) den beiden Linien getrennt. Die Verdingungsunterlagen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Frankfurterstraße 64) einzusehen oder können von da bezogen werden gegen postfrete Einsendung von 1 v* 30 Angebote ft d postsret und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bte zum EröffnungS- Termm Montag den Iß. Mürz 1897, Vormittags 11 Uhr, einzureichen. ZuschlogSfrift zwei Wochen. Großh- Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 1961 Großh. Hessische Staatseiseubaynen. Verdingung der Lieferung der 70 Stück hölzernen RetgnngSweifer und der 127 Stück hölzernen Krüm« mnngSzeichen für die NeubauUnieu Friedberg — Hungen nud Bete« heim—Nidda im Ganzen oder nad) den beiden Linien getrennt. Die Verdingungsunterlagen find im Bureauztmmer Nr- 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Frankfurterstraße 64) einzusehen oder können von da bezogen werden gegen postfreie Einsendung von 1 JL 80 Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde biS zum EröffnungS-Termin Samstag den 18. Mürz 1897, Vormittags 11 Uhr, einzureichen- Äagsfrist zwei Wochen. . Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 1960 Srotzh. Hessische Staatskilkkbahukll Verdingung der Bauausführung der Rampenmanern auf den Sta« ttoneu Beienheim, Wölfersheim- Södel, Berstadt — Wohnba», Obbornhofen—Bellersheim, Reichelsheim, Echzell, Hüuferhof und Seitz, Rtdda (Salzhaufen) der Neubau- ltnien Ariedberg - Hungen und Beienheim—Nidda im Ganzen oder nach Stationen getrennt. Die Verdingungsunterlagen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Franksurterstraße 64) einzusehen oder können von da bezogen werden gegen postfreie Einsendung von 5 JL 60 ; auch werden einzelne Stücke abgegeben gegen Entrichtung von 10 H für jeden Actenbogen, bezw jedes Acten- blatt und 50 H für jedes Blatt Zeichnung. Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis zum Eröffnungs-Termin Montag deu 15. Mürz d. I., Nachmittags 3 Uhr, einzureichen Zuschlagsfrist vier Wochen. Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 1969 I« «i g u AM Grosser Erfolg wird er- M.GETSUU7LL zielt mit dem Ratten- M «e oonfect nur von Hem. I JylHllS® ■•Odebg Todtet absolut sicher alle Nagethiore. Alle anderen Mittel weit übertreffend. Beweis: die vielen Dankschreiben. 420] Ang. Moll, Bahehotstr. 61. Empfehlungen. Cognac Deutscher u. Französisch., ärztlich empfohlen zu haben bei 686 F. Schott, Kahnhofflr. 23 — Ecke jömugasik. 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