32 Sonntag den 7 Februar ISfl? ZlRnts- und Anzeigeblntt für den Tkveis Gietzen Hratisöeitage: Hießener Jamitienötätter -kl. ut AnrtLieher Theil i owthungen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. IM bto. >öh Die Gießener Aamilienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigclegt. 96® 1887 81* ioi4 10i(® Herrn v. Tausch wußie Normann den h'estgen Correspondenten deS „New-Aork Herald" zu verdrängen und sich selbst zum Correspondenten dieses Blattes zu machen. Als nun in demselben auf einmal scharfe Artikel gegen die jetzige Regierung erschienen, da ging von Tausch gegen diesen Correspondenten nicht vor. Normann war es auch, der Caprivi in den Verdacht des bekannten Artikels in der „Köln. Ztg." brachte und dadurch seine Verabschiedung veranlaßte. Sie sehen hieraus, welche Rolle dieser Mensch gespielt hat. Die Dienste des Herrn v. Tausch hat übrigens Fürst BtSmarck nach seinem Ausscheiden aus dem Amt in Anspruch genommen. (Rufe rechts: Unsinn!) Tausch habe auch wtederholcntltch Ablwardt tm Gesängniß besucht. Wie sei es möglich, daß Graf Philipp Eulenburg, obwohl Untergebener v. Marschalls, in Wien Auszeichnungen für Tausch habe beantragen können! Er müsse die Regierung fragen, ob sie nicht eine Revision aller politischen Processe für geboten ansehe, in denen Tausch eine Rolle gespielt habe? Eine solche Niedertracht und Corruption, wie sie in der politischen Polizei herrsche, muffe so rasch als möglich beseitigt werden. Staatssecr. v. Marschall protesttrt gegen die Behauptung Bebels, daß Graf Philipp Eulenburg Artikel veranlaßt habe, wie sie Lützow im Auftrage v. Tausch'« verfaßt un) in die Presse gebracht habe. In Bezug auf den dem Tausch besorgten österreichischen Orden habe Graf Eulenburg lediglich eine Dienstpflicht erfüllt. Bebel habe ferner behauptet, ein hochgestellter Offizier habe mit Normann in Verbindung gestanden. Er selbst aber habe, obwohl er alle Fäden jener Treibereien in Händen hatte, nirgends eine Spur gefunden, wonach jene Agenten überhaupt hochgestellte Hintermänner gefunden Kälten. Abg Graf Limburg-Stirum: Bebels Art, hochgestellte Personen als Hintermänner zu verdächtigen, zeige, daß die Soctaldemo- kraten genau das weiter betreiben, was sie den Lützow, Tausch, Normann zum Vorwurf machen. Wie nöthig die politische Polizei sei, das weide gerade bewiesen durch die Anwesenheit der Socialdemokraten hier. (Rufe links: Quatsch! Präsident Schmidt verbittet sich solche Rufe.) Was seine Rede im Abgeordnetenhause anlangte, so habe er dieselbe gehalten im Auftrage seiner Partei und nicht aus Animosität gegen Herrn v. Marschall. Er wünsche sogar bei Herrn v. Marschalls hoher Begabung, daß derselbe sein Amt n"ch länger leite. (Heiterkeit links.) Er bleibe dabei, daß beim Empfange von Vertretern der Presse nicht die richtige Auswahl getroffen werde; wie werde z. B. die „Köln. Ztg." bevorzugt, obwohl dieselbe Artikel gegen andere Rrssorts bringe. Auch bleibe er dabei, daß der Prozeß nicht nöthig war. Durch Verhandlungen mit anderen Ressorts hätte alles Erforderliche erreicht werden können, während man jetzt durch den Prozeß die politische Polizei dtscredtlirt und außerdem einen Mangel an Einheitlichkeit beim Staatsministerium öffentlich gemacht habe. Den preußischen Traditionen entspreche der Prozeß nicht. Staatssecr. v. Marschall: Man hat verlangt, ich hätte den Prozeß nur gegen Leckert und Lützow richten sollen. Wäre ich jenem Rathe gefolgt, so würde man aber sicher sagen: die kleinen Diebe hängt man, die großen läßt man laufen. (Beifall und Heiterkeit.) Abg. Richter (fr. Vp.): Wie kommt Graf Limburg dazu, hier von preußischen Traditionen zu reden? Der Herr Staatssecretär ist ja aus Baden. (Heiterkeit ) Und wenn es preußische Tradition ist, die politische Polizei schalten zu lassen, wie sie will, so können wir dem Herrn aus Baden nur dafür dankbar fein, daß er diesen Unfug beleuchtet hat! Wenn Graf Limburg sagt, unter Bismarck wäre das nie geschehen, ja — vergißt er denn ganz den Prozeß Arnim. Unsere Angriffe richten sich gegen die ganze Organisation der politischen Polizei. Wie ist gerade diese auch bei dem Monstreprozeß gegen die socialdemokratischen Parteioereintgungen engagirt, und gerade dem haben wir es ja auch zu verdanken, daß jetzt alle Welt, selbst die Regierungen, überzeugt sind, S 8 des Vereinsgesetzes ist unhaltbar. Der Reichskanzler sollte diese ganze Sache fortan viel energischer anfassen, als er eß bisher gethan. Abg. Graf Bismarck: Bebel habe von einem Briefe aus Creta an den Fürsten Bismarck gesprochen, der alsbald nach seinem Eintreffen dem Herrn v. Tausch bekannt geworden sei. Bebel schließe daraus auf Beziehungen zwischen dem Fürsten Bismarck und Tausch. Er selbst könne nun aus daS Bestimmteste erklären, daß solche Beziehungen durchaus nicht bestünden. Ebensowenig habe er selbst irgend welche Beziehungen zu Tausch gehabt. Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Morgen 1 Uhr: Fortsetzung. Schluß: 5 Uhr. gold. Broche, 1 Handschuh, 1 Turnschuh, 1 Umhäygetuch, Kappe, 1 Halstuch, 1 Stauchen, 1 Ring. Gießen, den 6. Februar 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. ■wrpl Nrpl. Der Hleßener Anzeiger erscheint täglich, wüt Ausnahme deS Montags. Vierteljähriger Abounemenlspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchutstraßeWr.7. Fernsprecher 51. Gefunden: 1 seidenes Tuch, 1 Cigarren-EtuiS, eine Dtudentenmütze, 1 Zwicker, 1 Laterne, 1 Taschenmesser, -Äsiffs trreyraphischer Correspovdenr-Brrrr«i. Berlin, 5. Februar. In der unter dem Vorsitz deS Geheimen Commerzienrathes Herz gestern hier abgehaltenen Sitzung der deutschen Commission für die Brüsseler W eltauSstellung 1 89 7 wurde vom Geschäftsführer Dr. Jannasch berichtet, daß Dank der Seitens der Regierung bewilligten Subvention die Bestätigung verschiedener Branchen, insbesondere der Maschinenfabrikation, der Elec» tricität, des KuvftgewerbeS, Musikinstrumente u. f. w. in Aussicht stehe. Consul Goldberger betonte ausdrücklich den ihm kundgegebenen Wunsch der Regierung, daß die deutsche Betheiligung mehr durch qualitativ tüchtige Leistungen als durch Mafsenauftreten sich hervorthun möge. Berlin, 5. Februar. Die Blättermeldungen, daß der deutsche Minister-Refident in Bangkok, Kempermann, bei einer Ausfahrt von Fanatikern auS dem Wagen gezogen und mißhandelt worden sei, sind Her „Nordd. Allg. Ztg." zufolge nach amtlichen Mittheilungen dahin einzuschränken, daß der Geschäftsträger in Siam, Hartmann, dessen Wagen am 30. Januar ohne Verschulden des Geschäftsträgers einen Kuli verletzte, deshalb auf die nächste Polizeistation geführt, dort einige Zeit feftgehalten und brttidigend behandelt wurde, •loht ieggen,^® «es Blatt- gebnwt l«’1' 8U Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Burkhardsfelden. Nachdem in mehreren Gehöften zu Burkhardsfelden die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden, wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß Fracht, daß Gehöft- und Gemarkungssperre angeordnet ist. Gießen, den 6. Februar 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. M mpfirblt 1r-, rsLrs-r 591 Orbig **• Ät Deutsche* AetchsrKg. 168. Sitzung. Freitag, den 5. Februar 1897. Am Bundesrathstische: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Staatssecretär Frhr. v. Marschall. Aus der Tagesordnung steht der Etat des Reichskanzlers und let Reichskanzlei. Zum Tilel 1, Reichskanzler-Gehalt, liegt der Antrag Sinder «. Gen. (frf. Vp.) vor betr. den wirksameren Schutz der oberen Iketchsbeamten gegen Verdächtigungen durch die politische Polizei in Preußen, wie sie im Proceß Leckert-Lützow zu Tage getreten seien, ferner ein Antrag Barth u. Gen auf Vorlegung einer Denkschrift Stier die volkSwirthschaftlichen Wirkungen der Handelsverträge. Abg. v. StornieroroSH (Pole) (klagt über Bedrückungs- Maßnahmen, denen die Polen trotz ihres loyalen Verhaltens aus- zxsetzt seien. Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Es handelt sich hier um eine svecifisch preußische Frage. Nichts wäre ungerechter, als der Vorwurf, imr preußische Staat sei seinen Pflichten gegen seine polnisch redende Bevölkerung nicht uachgekornmen. Der Cullurzustand der betreffenden Provinzen enthebt mich jedes Beweises hierfür. Auch für den Blldungsstand der polnischen Bevölkerung ist ausreichend gesorgt »orben, wenn ich auch nicht sagen will, daß darin vielleicht zu viel z«lhan fei. (Heiterkeit.) Gegenüber den Rechten der polnisch-sprachlichen Bevölkerung stehen aber auch Pflichten. Dieselbe muß lernen, sich ganz und gar al8 Untertanen des preußischen Staates zu fühlen. Mit Bedauern haben wir aber beobachten müssen, daß dieses Ziel atcht erreicht ist, daß vielmehr eine Art nationaler Propaganda in bewußtem Gegensatz zum preußischen Staate besteht. Dem mit allen IRitteln entgegenzulreten, ist ein Gebot der Sebsterhaltung. Die Propaganda kann daher nur mit bitterer Täuschung enden. Abg. Munckel (frs. Vp.) begründet den Antrag Ancker. Die politische Presse ist von einigen Leuten, die ihr nahestanden, benutzt worben, einen hohen Staatsmann zu beleidigen, nur um nachher fingen zu können, daß diese Beleidigungen vom -staatssecretär Freiherrn ». Marschall auSgegengm feien Der eine ist der Herr v. Lützow, ber schon genügend gekennzeichnet ist, der andere ist der Unters t-erlianer a. D. (Heiterkeit) Leckert. Commissare der politischen Polizei haben schon seit Jahren alle möglichen zweifelhaften Artikel geschrieben. Wenn dann nach den Urhebern dieser Artikel geforscht wurde, wurden die Urheber selbst mit '.diesen Recherchen beauftragt. Zn hohem Grade bedenklich wird die Sache dadurch, daß schon seit Jahren daS Auswärtige Amt wußte, daß Die politische Polizei gegen dasselbe intriguirt. Auch bei der Enllassung des früheren Reichskanzlers sollen eigenthümliche Dinge vorgekommen fein. Zuletzt blieb nur noch dem Staatssecretär die Flucht in die Oeffentlichkeit übrig. (Sachen rechts.) Lachen Sie nicht, die Flucht von Mekka nach Medina Miete die große Zeit des Äohamedanismus ein. Stolz können Sie of diese politische Polizei, auf diese preußische Institution, nicht fein. Vielleicht mag auch Herr v. Tausch erst durch diese beiden teute, Leckert und Lützow verdorben sein. Es ist das dieselbe Polizei, di« auch gegen die Socialdemokratie mit Spitzeln und agents pro- »ocateurs oorgeht. Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Der Antrag, wie er hier t erliegt, rnuthet mir eine Einwirkung auf Preußen zu, zu welcher Ile Reichsverfaffung dem Reichskanzler keine Handhabe gibt. Ich l«mn mich nicht in die Verwaltung der Einzelstaaten etnrntschen, edensowertig in die preußische wie in die Bayerns, Württembergs rc. Aber ich bedauere nicht, daß die Angelegenheit, die in weiten Kreisen Aufsehen gemacht hat, hier zur Sprache gebracht wird. Zu dem Schutz der Interessen, welche die politische Polizei wahrzunehmen hat, bedarf es der Organe, der Agenten. Ich gebe zu, daß die Wahl dieser Agenten nicht immer eine glückliche gewesen ist. Im Uebrigen hat ja aber auch der preußische Minister des Innern unmittelbar aach dem Proceß Maßnahmen getroffen, um einer Wiederkehr solcher Vorkommnisse vorzubeugen. Staatssecretär o. Marschall: Nachdem die Angelegenheit im Abgeordnetenhause zur Sprache gebracht worden, würde e8 gegen -iUe parlamentarische Höflichkeit verstoßen, wollte ich nicht die erste Gelegenheit benutzen, um dem Grafen Limburg zu antworten. (Heiterkeit). Um so mehr, als Graf Limburg im Abgeordnetenhaufe gefaat hat, die ganze conservative Fraction theile seine Auffassung, fcln Commissar hat den Versuch gemacht, das Auswärtige Amt mit gewissen Sudjecten in Verbindung zu bringen. Dieser schöne Plan Ifti mißglückt. Ich habe Herrn o. Lützow nie empfangen. Graf timburg bezeichnete es als unzulässig, daß Beamte des Auswätigen A.inteS ohne specielle Anweisung Informationen an die Presse er- theellen. Das sei geschehen. DaS ist nicht geschehen, Herr Graf ”se. Obst Limburg! Auch einem bestimmten anderen Herrn hätten wir, so . sagt Graf Limburg, Zutritt gewährt. Auch das ist nicht geschehen. Der Zutritt ist ihm von uns verweigert worden. Ich bin es gewesen, der alle diese Jntriguen durchkreuzte, und nicht ein Schimmer des Verdachts ist in den Verhandlungen auf baS Auswärtige Amt gefallen. Informationen an Blätter ftnb nur auf meine Anweisung erthetlt worben, unb zwar sogar an solche Blätter, bie z. Z. der Handelsverträge nicht auf meiner Seite gewesen sind. (Heiterkeit und Beifall.) Herr Limburg will nur Normativbestimmungen darüber geben, wie ein Blatt gcschaffen sein muß, wenn es solcher Informationen würdig sein soll. Es soll wissenschaftlich, sachlich, gediegen, nicht sensationslüstern sein und nicht auf Abonnentenfang ausgeben. Das ist theoretisch schön, sachlich kann ich aber damit gar nichts anfangen. Für Informationen über auswärtige Angelegenheiten kommt eS nur darauf an, ob ein Blatt im Auslande gelesen unb geachtet wird. Handelsgeschäfte mache ich mit solchen Informationen allerdings nicht, das würde sich auch kein Blatt von Ehre gefallen lassen. Was hätte ich denn nun eigentlich nach Ansicht des Grafen Limburg machen sollen? Graf Limburg beschränkt sich auf die allgemeine Bedeutung, ich hätte mit den einzelnen Ressorts verhandeln sollen, statt in die Oeffentlichkeit zu flüchten. Demgegenüber behaupte ich, daß es fich darum handelte, jahrelange Verleumdungen aufzudecken, und das zu thun war eine Pflicht der Selbsterhaltung und der Moral, nachdem man mir wer weiß was Alles nachgesagt hatte, daß ich gegen Collegen confpitite und daß ich Artikel insplrirt hätte, in denen hochgestellte Hofbeamte hoch- verrätherischer Handlungen beschuldigt wurden. Ich rufe nicht gleich nach dem Strafrichter und nichts war mir gletckgiltiger, als jene Herren ins Gefängniß zu bringen. Aber ich mußte alle jene Erfindungen brandmarken. Man hat mein Wort von der Flucht in die Oeffentlichkeit bemängelt, aber ich stand der Lüge unb Verleumdung gegenüber, unb gegen solche Mittel habe ich in meiner Jugend mich nicht wehren gelernt. Darum ging ich vor Gericht. Meine Ehre zu schützen, das kann mir Niemand abwehren, ebensowenig meine Pflicht, für meine Beamten einzutreten. Auch andere Ressorts können mir daö nicht abwehren. Ob ich vor Gericht den Eindruck gemacht habe, ängstlich nach Hilfe zu rufen, wie Graf Limburg an- beuteie, das weiß ich nicht. (Heiterkeit.) Jedenfalls folgte ich auch, indem ich mich an das Gericht wandte, altpreußischer Tradition. (Lebhafter Beifall.) Deshalb sage man auch nicht, der Criminal- commiffar hatte durch ein DiSclplinarverfabren beseitigt werden können. Die Wahrheit konnte nur in der Hauptoerhandlung gefunden werden, sonst hätte ich einer undurchdringlichen Phalanx gegenübergestanden. Unb warum hätte ich diesen Beamten unter Belassung seines Gehalts beseitigen sollm, das ist eine Zumulhung, die man einem ernsten Mann nicht machen soll. (Sehr wahr.) Ich muß sagen, ich habe mich niemals dankbarer meiner einstigen Thätigkcit als Staatsanwalt erinnert, als in jener Verhandlung. (Sehr richtig.) Es wäre aber auch nichts verfehlter, als aus den Fehlern dieses einenCriminalcommissars aufalleBeamtendieser Artzuschließen. Die Fehler dieses Mannes sind zu beklagen gewesen, nicht die Enthüllung. Besser wenn das Land die Dinge unverhüllt sieht, als durch die Brille einer geheimen Procedur, bann wäre dem Klatsch unb ber Lüge Thür unb Thor geöffnet gewesen. (Sehr richtig!) Dazu kam, wie wir wußten, daß diese Vorgänge in der socialdemokratischen Partei bekannt waren unb baß sie eine Enthüllung vorbereitete. Dem wollten wir zuvorkommen. Oder glauben Sie, daß das öffentliche Interesse nickt gefckädigt worden wäre, wenn der Abg. Bebel diese Dinge enthüllt hätte? (Sehr ricktig!) Wenn diese unfreundlichen Dinge in die Oeffentlichkeit gekrackt worden sind, so fällt die Schuld denen zu, die durch ihre eigenen Jntriguen (Große Unruhe rechts) ich denke, ich habe schon so oft heute von dem Criminalcommissar gesprochen, daß kein Zweifel sein kann, wen ich meine. (Große Heiterkeit.) Ich kann meinen guten Namen und meine politische und persönliche Stellung nicht antasten lassen und ich würde in einem ähnlichen Falle ganz ebenso wieder handeln. (Lebhafter Beifall.) Abg. Graf Mirbach (c.) äußert seine Freude darüber, daß Der Staatssecretär heute gar nicht wie ein Staatsanwalt, sondern in durchaus vornehmer Form gesprochen habe. (Heiterkeit.) Die conseroatioe Partei habe nie das Bedürsniß gehabt, Herrn v. Marschall auf graben ober krummen Wegen entgegenzutreten. Die Antwort, die neulich Fürst Hohenlohe im Abgeorbnetenhause dem Grafen Limburg gegeben, habe feine Freunde nicht befriedigt. Namentlich bedauerlich sei die starke Betonung des „v. Lützow" gewesen, die den lauten Jubel der „gegen Imker und Pfaffen" ankämpfenden Presse hervorgerufen habe. Dem Fürsten Bismarck, der doch nach innen und nach außen stets eine kraftvolle unb erfolgreiche Politik getrieben habe (Lachen links unb im Centrum. Rufe: Cultur- kampfl), wären solche Dinge nie in die Oeffentlichkeit gelangt. (Stürmische Rufe: Arnim! — Beifall rechts.) Abg. Bebel (Soc.): Ich gebe dies zu, aber nur, weil diese Dinge wie daS Treiben des Herrn v. Tausch ganz dem System des Fürsten Bismarck entsprachen. Die politische Polizei hätte nicht so viel wagen können, wenn sie nicht gewußt hätte, daß sie Deckung besitze. Wäre ihr Treiben gegen Herrn v. Marschall erfolgreich gewesen, so hätte es fich sofort gegen den Fürsten Hohenlohe selbst gewandt, dem diese Kreise ja ebensowenig wie seinem Vorgänger grün sind. NormanwSchumann habe unter einem schottischen Namen für das „Memorial Diplomatique" geschrieben und dort in einer Reihe von Artikeln die höchsten Personen des deutschen Reichs, den Kaiser, den damaligen Reichskanzler Graf Caprivi und den Freiherrn von Marschall verdächtigt, wie er (Redner) von einem Londoner Ver- trauensmanne, wir haben nämlich auch Vertrauensmänner (Heiterkeit), die aber ehrlich für ihre Ueberjeugung kämpfen — erfahren habe. Dieser Normann-Schumann war Vertrauensmann der politischen Polizei! Später habe er Gelegenheit gehabt, den Normann- Schumann persönlich kennen zu lernen und zwar als einen Mann von gering unglaublicher Jndiscretion, der ihm die tollsten Geschichten und Klatschereien erzählt habe, darunter auch, daß er (Schumann) mit dem Grafen Waldersee befreundet fei. Auch habe er ihm den Anfang eines Briefes an Waldersee gezeigt, ber begann: „Hier gehen unglaubliche Dinge vor." Eigenthümlich feien auch bie Beziehungen zwischen Normann und v. Tausch in Wien und die von dort aus tm „Wiener Tagebl." erfolgten Publikationen gewisser Vorgänge in ber Familie des Herrn v. Boetticher. Mit Hllfe deS m »früh XiAti gl;l) W 116*1 w wie i le_ ' 1081 ;:,es veranstaltet. rkameradschaft „Hass': lehanj 15. Hin 1789 Geld-Gewinne. Mer 100001. • 1 M. (Liste u. Port j Pf. L. F. Ohnacker In Partain sehe Fabrik Hute rmpstehlt: iu-lk-M ich, Wagenfett, i» Wohnung, 6 Zimier mit dr. , iu vermiet^ 'es in der 8st>ed. diese? Wer. tt unb Zubehör, In Me Str: M tftnn Jngenleer-llj, per oermiethev. fd »wei uMßte Hmr w- Mistes Zimm zu , GrSoiagtt StMmt w ^ÄirüsLimmer wmäfä ■ ,u pennletben. eahabofikaleSö^ iQ Quadratmeter «t von der öoltttw - M oom ÄÄ"* "cnrtTonaü*^ A KMtflr ft** oxtttj*6 S&* w La Sientenb- £>bL * ..,905 101«’ jass***1 Gießener Anzeiger Keneral-Anzeiger. Pfg. vM Pich 40 am Toni im Nestau geladen. 2 1 46 42 42 50 50 44 46 66 66 69 Diem 1292 Tagesordn 27 Pfg 54 , 25 , 24 „ 50 , 48 „ 23 , 32 „ 46 , 44 „ 42 , 44 , 69 , G. Jacoby v. Alten-Buseck Aug. Deibel von Wteseck 3 Sa. t6 Pfd.) Schwarzbrod bei G. Jacoby v. Alten-Buseck B k 6rnft Christ von Wteseck W. Fabel von Wteseck Der Brodverkäufer. Dieselbm Preise wie bet den hiesigen Bäckern. Gießen, den 6. Februar 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gieße«, v. Bechtold. 29. d. MS bat, bringen der Fluchtlii itadiung an p ^bermai in gleicher • Gieß 2 Kg" (4 "Pfd.)"Schwarzbrod 2 «cu (4Pfd.)"Kornbrod bei Gg. Seil und Ratl Spamer 2 Sa 64 Pfd) Roggen-Schwarzbrod bei Ernst Muth, B v und W. Amend 3 Sg. (6 Pfd.) Schwarzbrod Der auswärtigen Bäcker. 2 fco (4 Pfd.) Wetßbrod bei W. Weitzel von Lang-GönS 366 L. Stetnmüller, Gr.-Ltndm L. Schmidt, Gr. Linden Aug. Deibel, Wiefeck WUH. Fabel von Wiefeck 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod betJoh. Kd. Belte v. Ktrch-GönL L. Steinmüller, Gr.-Ltnden L. Schmidt, Gr.-Linden “ I Wegen Raummangel mutzten verschiede«« Local' I «nv Provinzial - Artikel sür die «Lchye «mnmer I zurückgestellt werden. ____— CocaU» «nd proviMsicUc#. - Gießen, den 6. Februar 1897. Höheres Lehramt. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Jauern find die Lehramtsaccesfiften Karl Zörb in Neu-Isenburg, Conrad Brod in Offenbach, Heinrich Glanz in Langen, Heinrich Sohu in Darmstadt und Dr. Trust Kornmesser tu Michelstadt zu LehramtS- Assessoren ernannt worden. ** Proviuzialausschußsitzuug. SamStag den 13. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr, findet in dem Rrgierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des ProvinztalauSschuffeS der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gelände-Enteignung in den Gemarkungen Fauerbach, Dorheim und Melbach für die Nebenbahn Friedberg—Hungen. 2. WirthschaftS.Concessionsgesuch des Philipp Mank in Gießen. 3. Desgleichen des Heinrich Kröck V. in Heuchel- heim. 4. Antrag auf Entziehung der Concessiou deS WirtheS Kratzenberger in Gießen. ** Kirchliche Dieustuachrichteu. Dem katholischen Pfarrer Johannes Thomas zu Haßloch wurde die kathol. Pfarrstelle zu Unter-Schönmattenwag, Decanat Heppenheim, mit Wirkung vom 1. Februar an, übertragen. •’ Maskenball. Wie aus dem Jnseratentheil erfichtlich, veranstaltet der Bauer'sche Gesangverein am Sonntag den 21. Februar im Saale des Cafs Leib den alljährlich so beliebten Maskenball. ES würde zu weit führen, wollten wir die einzelnen Punkte des Programms hier des Näheren erläutern, nur sei erwähnt, daß der stets rührige Vorstand deS Vereins keine Kosten und Mühen gescheut hat, wieder einige prächtige Gruppen zur Aufführung zu bringen und den Thetlnehmern somit ein genußreicher Abend in Aussicht steht. ♦ » Der Gießener Zither-Club hält heute einen großen Maskenball im Saale des Cafö Leib ab. Der Verein bietet Alles auf, um dem närrischen Publikum einige genuß- reiche Stunden zu bereiten. Besonders wird auf die Gruppe und das lebende Bild aufmerksam gemacht. * * Fleischerei - BerufSgenoffeufchaft. Zum Vertrauensmann des die Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Schotten und Lauterbach umfaffenden Bezirks der deutschen Fletscherei-Berufsgenoffenschaft wurde Metzgermeister L. Pirr, zum Stellvertreter Metzgermeister Ad. Möhl, beide in Gießen, ernannt. • • Gastvirthstag. Nach nunmehriger Bestimmung wird der 24. deutsche Gastwirthstag vom 14. bis 18. Juni im Schteßhause zu Gotha abgehalten werden. § Bermuthshain, 3. Februar Die Bewohner unseres Nachbarorts Ltchenroth wurden heute Morgen gegen zehn Uhr in großen Schrecken versetzt. AuS der Ferne, in der Richtung nach Völzberg, hörte man gewaltiges Brausen, ähnlich dem eines herannahenden Eisenbahnzuges. Bald ge- wahrte mau, daß eine gewaltige Waffermaffe in der „Salz", eine colloffale Schneelawine vor sich hertretbendend, mit aller Wucht heran kam. Der Vorbote dieser „kleinen Sündfluth" stellte sich an den Pfeilern der Brücke in Ltchenroth fest, sodaß das Waffer in die nächsten Häuser eindrang. ES wurde so- fort Sturm geläutet, wodurch auch bald alle Bewohner mit allerlei Handwerkszeug zur Rettung herbei kamen. ES mußte nun fest gearbeitet werden, um die von dem gewaltigen Wafferstrom wie eine Mauer zusammengepreßte Schneemasse zu durchbrechen, und dem Waffer die Bahn zu ebnen. Die naheliegenden Häuser wurden, soviel es ging, unten vollständig geräumt. Das Waffer stand in Kellern, in Ställen und Wohnstuben in Mannshöhe. Dem Vieh ging es bis an den Kopf. Fässer, Kübel, Brod u. s. w. schwammen in den Kellern und Hausgängen durcheinander. Auf der Haupt- straße über der Brücke stand daS Waffer fast 2 Meter hoch, und in dem Bach thürmte sich die Wassermenge viel höher an. Der Schweinehirt Konrad Löffler mußte mit zwei werth. vollen Hunden auf den Speicher flüchten. Wäre es zur Nachtzeit geschehen, würden nicht allein Thiere, sondern auch Menschen umS Leden gekommen sein. -j- Altwiedermus, 4. Februar. Der hiesige Landwirth Philipp K. II-, eine allgemein geachtete Persönlichkeit, hat durch Vergiftung seinem Leben eine Ende gemacht. Das Motiv der That ist bis jetzt noch unbekannt. Eine GerichtScommission auS Büdingen und ein Arzt waren heute hier und haben den Thatbestand ausgenommen. x tzitzkirchea, 4. Februar. Auf dem in der Nähe unseres Ortes gelegenen Btrsteiu'schen Hofgure Allenrod find in der verfloffenen Nacht mehrere OeconomiegebSude 1 abgebrannt. Man vermuthet Brandstiftung. Brodpreise vom 7. Februar bis 21. Februar 1897. Der hteKge« Bäcker. r, ,erde" fr« W. Weitzel v. Lang-GönS W. Sleinmüller v. Lang-GönS 42 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod . Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod Kg. (2 Pfd.) Wetßbrod bei Emil Noll . 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei Emil Noll • 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod. obwohl er wiederholt seinen Namen genannt habe und von Europäern identifizirt worden sei. Berlin, 5. Februar. Die Commission deS Abgeordnetenhauses für die heffen'Naffautsche Landgemeindeord- , « u n 0 nahm heute daS Gesetz im Ganzen an. Berlin, 5. Februar. Die Budgetcommisfion deS Reichstages erledigte die Berathung deS M i l i t S r e t a t S. Berlin, 5. Februar. DaS LandeSöconomie-Collegium nahm einstimmig einen Beschluß an, in welchem daS Collegium die bisherigen Maßnahmen der Regierung behufs Hebung deS Ackerbaues dankbar anerkennt und die Erwartung ausspricht, daß die Regierung auch fernerhin, den Verhält- niffen entsprechend, erhöhte Zuwendungen machen werde. Köln, 5. Februar. Der Rheinwasserstand betrug Mittags 6,20 Meter, nur noch langsam steigend. Am Oberrhein ist Stillstand eingetreten. In Coblenz hat die Mosel die unteren Stadttheile theilweise unter Waffer gesetzt. Die Mosel fällt jetzt. Die Arbeiten am Deutschen Eck sind unterbrochen worden. I Weißenfels, 5. Februar. Der Ausstand in den Fabriken der Schuhindustrie nimmt langsam ab. Täglich mehrt sich die Zahl der Arbeitenden und der Fabriken, die den Betrieb wieder aufnehmen. Heute arbeiten bereits wieder 1128 Personen, unter denen sich allerdings zahlreiche Neneingestellte befinden. Depeschen des Bureau „Herold." Berlin, 5. Februar. Die gerettete „Iltis"-Mannschaft wird dem Kaiser am nächsten Montag Mittag I 12 Uhr durch den Admiral v. Knorr vorgestellt werden. Berlin, 5. Februar. Schatzsecretär Posadowskh stattete heute Vormittag den hier eingetroffenen Finanz- Ministern der Bundesstaaten Besuche ab. Heute I Abend findet zu Ehren der bundesstaatlichen Ftnanzminister I beim ReichSschatzsecretär Posadowskh ein Diner statt. Berlin, 5. Februar. Heute Vormittag haben nach einer I ZeitnngSmeldung im BundeSrathS - Ausschuß Berathungen I bezüglich der Militär-Strafprozeß-Ordnung statt- gefunden. , , Berlin, 5. Februar. Betreffs bet (5 ent en ar fei er I Kaiser Wilhelms I. hat der Magistrat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, unter Ablehnung deS von der gemischten Deputation vorgeschlagenen Festmahls nur einen FestactuS I am 21. März zu veranstalten, bei welchem Oberbürgermeister I Zelle eine Ansprache und Stadtverordneter Gerftenberg die I Festrede halten wird. Die für die Feftstraße beantragte Summe von 120,000 Mk. hat das Collegium bewilligt, da- gegen eine besondere Ausschmückung des Brandenburger ThoreS I abgelehnt. Berlin, 5. Februar. In der Commission des Reichstage- für die Novelle zur Unfallversicherung wurde heute § 1 des Gewerbe UnfallverficherungSgesetzeS er- I ledigt. -Die drei Anträge v. Stumm, Engels und Röficke, I betreffend Einbeziehung der Schloffer und Schmiede, des Fleischergewerbes und deS ganzen Brauereigewerbes, wurden angenommen, der Antrag der Socialdemokraten auf Einbeziehung deS gesummten Handwerks und des GefindeS gegen I die Stimmen der Antragsteller abgelehnt, ebenso ein Antrag I von derselben Seite, die in Strafanstalten beschäftigten arbeitet einzubeziehen. Auch eine die gleiche Forderung ver- I tretende Resolution wurde mit 12 gegen 10 Stimmen ab- I gelehnt. London, 5. Februar. Die Anleihe, welche England I Egypten aufgebürdet, beträgt eine Million Pfund. Lüttich, 5. Februar. Infolge plötzlichen Thauwetters ist die Maas aus ihren Ufern getreten. Die Schifffahrt ist unterbrochen. Berlin, 6. Februar. Die Zusammenkunft der bundesstaatlichen Finanzminister in Berlin ist er- I folgt wegen einer im Buudesrathe befindlichen, die Ver- Wendung der Ueberschüffe des laufenden Etatsjahres betreffenden Vorlage deS Reichsschatzamts, über welche im Reichstage bereits Andeutungen gemacht worden find. Wien, 6. Februar. Der „Neuen Freien Preffe" wird aus Athen gemeldet: Auf Kreta wurde die ganze Einwohnerschaft eines christlichen Dorfes, bestehend auS 1500 Per- tonen, niedergemetzelt. Nom, 6. Februar. Ernste Nachrichten find auS Kand ia eingetroffen, wonach eS den Mohamedunern gelungen ist, die Christen zurückzutreiben. Komeore stehe in Brand und die Einwohner flüchteten nach dem Hafen, um sich zu retten; die europäischen Schiffe wagten sich aber nicht in die Nähe. I Schließlich sei es gelungen, auf Booten 700 Flüchtlinge zu bergen. DaS Ministerium befahl die Entsendung eines Schiffes. WB. Athen, 6. Februar. „Havaö"-Meldung. Den letzten Nachrichten aus Kanea zufolge zündeten die Muha- medaner die christlichen Stadttheile an, drei Viertel derselben gerieten in Brand. Die fliehenden christlichen Familien wurden von den Türken angegriffen, mehrere verwandet. Die Zahl der Opfer wird auf 300 geschätzt. In Retimo belagern 3000 Muhamedaner den Palast des Gouverneurs und verlangen Aufhebung des Befehls, welcher den türkischen Familien den Aufenthalt verbietet. Die fremden Kriegsschiffe besvrdern die Flüchtlinge nach Milo, wo bereits 750 Frauen und Kinder an Bord eines italienischen PanzerS angekommen find. Die Consuln in Kanea begaben sich an Bord der Schiffe. — In der griechischen Kammer wurde seitens der Regierung erklärt, drei Kriegsschiffe und drei Torpedoboote seien angewiesen, zum Schutze der griechischen Untertanen sich nach Kanea zu begeben. Ralli sagte bet Regierung die Unterstützung der Oppofition zu, was be- geisterten Beifall im Saale und auf den Tribünen hervor- ries. Skuses besuchte die fremben Vertreter und gab be- rnhigende Aufklärungen über die Entsendu' g der Schiffe. Im Piräus herrscht fieberhafte Thätigkeit. SoüichimWinterKur gebrauchend Diese Frage wird uns häufig vorgelegt. Wir geben auf diesem Wege die Antwort. Mit seltenen Ausnahmen ist gegen chronische Krankheiten eine Winter-Kur durchaus angezeigt. In Folge del aertngeren Zahl der Gäste können sich die Aerzt«^auf das Ein« gehendüe mit dem einzelnen Patienten befaffen. Außerdem wutt die größere Ruhe im Winter besonders auf nervö e Versonen sebc wohltbättg. Kommt dann noch hinzu, wie dies in Wilhelo^höb der Fall ist daß die kltrnatiscben Verhältnisse auch inr Winter aünfttae sind so ist ein guter Kurerfolg gewiß Vielfachen An» reaunacn au ftolfle und um auch weiteren Kreisen die Natmhei^ Methode AUgängia zu machen, haben " bis^l^AvrM Meufcil für die Winter-Saison (d. i. vom 1. Nov. bis 1. April) bedeuten» lu ermähn Aubel ein Sohn, Ernst Hermann. 3. Dem Kaufmann GotthardtSchäfer eine Tochter, Elisabeth. 4. Dem Platzmeister Konrad Steinbach ein Sohn, Karl Heinrich Friedrich. Januar: 29. Philipp Uhl, 54 Jahre alt, Pumpmmacher von Oberwetz. 31. Philippine Schmidt, 87 Jahre alt, Wäscherin dahier. Februar: 1. Auguste Rumpf, 75 Jahre all, Rentnerin dahier. 1. Emma Niepoth, geb. Sichert, 42 Jahre alt, Ehefrau von Inst"" diener Johann Niepoth dahier. 2. Henriette Köhler, geb Dnnu h, 81 Jahre alt, Wittwe von Bürgermeisterei-Secrelär Wilhelm Kohler dahier. 3. Karl Eichenauer, 6 Monate alt, Sohn von Konrad Eichenauer Ehefrau. 4. Professor vr. Otto Buchner, 68 Jahre alt, Realgymnastallehrer i. P. dahier. 5. Karl Achenbach, 76 Jahre all. Revtstonsrath a. D. dahier. Arrszttg aus den Airchenbücheen der Stadt Gielrerr. «vangelifche Gemeinde. ettteeU. MarkuSgemeinde. Den 30 Januar. Gottfried Peter Schmidt, Taglöhner zu Gießen, und Katharine Erb, Tochter deS Fabrikarbeiter« Heinrich Erb zu Alten-Bufeck. Sttaafti: MarkuSgemeinde. Den 1. Februar. Dem Culturinfpector Philipp Wißmann ein Sohn, Willy, geboren den 9 December. Jobannesgemeinde. Den 31. Januar. Dem Friseur Heinrich Tichy eine Tochter, Hedwig Eltsaberh, geboren den 27. December. Denselben. Dem Eisendreher Heinrich Tränker eine Tochter, Katharina Eltsabetha, geboren den 16. December. BerrviStc MarkuSgemeinde. , Den 30. Januar Minna Bender, Tochter deS Wollfpinne ei^ besitzers Adam Bender, 27 Jahre alt, starb den 28. Januar. LukaSgemeinde. Den 3 Februar. Emma Niepoth, geb. Sichert, Ehefrau des Jnsttt?isu-n-is Johann Ri-p-th 42J°hr- °tt. starb d-n l.Fkdrnar JohanneSgemeindr Den 3. Februar Auguste Rumpf, ledige Tochter de« verstorbenen Hofgertchts Advokaten Rumpf, 75 Jahre alt, starb den L geSr5, Februar. Henriette Köhler, geb. Demutb, Wittwe des Bürgermeisterei-Secretärs Wilhelm Köhler, 81 Jahre alt, starb den 2. Februar. — , Lsnd- und VoUswivthschaft« 6. Februar. Marktbericht. Auf dem heutige« SMÄMdc Sutter pr. Pst X 070-^90 ö W- DT ®t 7-8 X 2 St. 00 x Enteneier 0 X 2 ©t; C X I vr St 00 00 A Käse pr. St. 5—8 X Käsematte pr. St. 3 X ?r. 8tk?18 8tn|en”r. Stter 28 A, Tauber, pr. Pau I je 0 70 bis 0 90 Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stöt 1 ?A-l,S0 Enten pr. Stück X 1.50-1.™ •«<■ * - § FS I 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 X. Zwiebeln pr. Eenwer I a 4,00—0,00, Milch pr. Liter 16 X debruai: i, -SD 1 Döring u öS Mit merob. 3 % Jwbn)lrt$ |i Ittt. übst. W dchmilt, Zag. *"J* M ti» goh . *® Ävhn, Pcier '** Äft ; ( ra Dagivhver ^obonnr *?'• »am: Ä ;.?)tm Fuhrmann Jvhmü ufmwn Emil §dntid) fi wufmann Golthmb Mln tmemer Konrad Sleinbach eh D. ><« I ft ,n "*0"« « Wt h.Ä 2 » tft Don toi fjfi * °°° 8^ « - tlftt. tü " u 3obu all, Pumvmma-er ost 3-hrr eit, Wcherin dahiei alt, Rentnerin dahin mit, Ebijrau DOn ZnM ? »enriette köbler, geb. $)ttnu:‘ Nnei-SecretLr Wilhelm M nate alt, Sohn von Rome) - Otto Suiner, 68 Zehren! k°rl Schenbat, 76 Z-Hn: ttrchenbüchem W** hetiik 'labe. eiet S-mibt, lagibhvn tu detz Fabrkardnin» hrimii Bekanntmachung. In unserem Firmenregister wurden folgende Einträge vollgen: 1. Die Firma „G ebr. Röhr le" zu Gießen hat vom 1. Januar 1897 ab zu Marburg eine Zweigniederlassung errichtet. 2. Aut der zu Gießen bestehenden offenen HandelSgesellschafr „Richard Loewenthal u. Cie." ist der Tbetlhaber Emil Loewenthal mit Wirkung vom 1. Januar 1897 ab ausgetreten. Der andere Theilhaber Richard Loewenthal führt das Geschäft, unter Uebernahme der Activen und Passiven, für eigene Rechnung unter der seitherigen Firma alö Einzelkaufmann weiter. 3. Die dem Baruch Löwenberg in Reiskirchen für die Firma „Baruch Löwenberg Ehefrau" zu Reiskirchen ertheilte Procura ist zurückgezogen worden und daher erloschen. 4. Das zu Gießen unter der Firma „Adalbert Btndewald" bestehende Agenturgeschäft ist am 1. Januar 1897 auf den Kaufmann Hugo Wagner in Gießen übergegangeu. Letzterer betreibt dav Geschäft unter der seitherigen Firma für eigene Rechnung weiter. Activen und Passiven hat der neue Inhaber übernommen. 5. Kaufmann Adolph Oppenheimer, Theilhaber der zu Gießen bestehenden offenen Handelsgesellichaft „R. Oppenheimer Sohn" ist am 11. November 1896 verstorben. An dessen Stelle ist die Adolph Oppenheimer Wittwe, Lina geb. Heß, dahier als Theilhabertn etngetreten. Der andere Theilhaber August Oppenheimer hat jedoch allein da- Recht, die Firma zu zeichnen und zu vertreten. Dem Kaufmann Louis Strauß in Gießen wurde für die oben genannte Firma Procura ertheilt. 8. Jakob Rinn XV. Wittwe in Heuchelheim hat ihr Geschäft am 1. April 1896 an Jakob Rinn XXIV. in Heuchelheim über geben. Letzterer führt dasselbe unter der seitherigen Firma „I. Rinn XV." für eigene Rechnung und unter Uebernahme der Activen und Passiven weiter. 7. Die Firma „Fr ankfurter Möbel-Magazin von August Oßmann" zu Gießen führt vom 2. Februar 1897 ab die Bezeichnung „Möbel-Magazin Aug. Oßmann". Gießen, den 5. Februar 1897. Großherzogliches Amtsgericht. ___Neuenhagen.________________ 1310 Bekanntmachung. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung vom 29. v. Mts. die Verbreiterung der Löwengaffe auf 8,0 Meter beschlossen hat, bringen wir dies mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntniß, daß irr Fluchtlinienplan während 14 Tagen, vom Erscheinen dieser Bekannt- »achung an gerechnet, auf dem Bureau des Stadtbauamts, Zimmer Nr. 7, |ID Jedermanns Einsicht offen liegt. Einwendungen gegen denselben sind iir gleicher Frist bei der unterzeichneten Behörde oorzubringeu. Gießen, den 2. Februar 1897. 1311 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. SKM ft» * - nett>tfc turtrfM 0 frei en be h|( 11 'macht 1 pro S&r-SA- lk# v. I ’“n |H ttnbt .Mtox m >«. wtindk. it Heinrich Tichy ttat loaila, Xcmbei. . , .. Heinrich Trlinkn «ne Tochio 6. Drctwbrr. IK* MWdes WptaM It, ftoi if, 75 »li. » ,A svmntb, Mai bii »*'**• Bio. ■* u;,v0 ei, r y ■ bo (nik 56 bii 86 Ai « gr laden. WM' im Vereinslocal. 1292 T«gesordnung: Bericht des Schriftführers. Kaffenbericht. Vorstandswahl. Farben, kacke, Gele und Firnijse, Parquet- wachs, Stahllpähne, Maschinen- und mit Sonntag, den 7. Februar er., Nachm. 3 Uhr pünktlich im Restaurant „Aquarium", Wallthorstraße 5, hiermit freundlichst ein« lGrKckMVminGichirA General VersammlunO Dienstag, den 9. Februar d. I., Abends V39 Uhr 0 % 1297 Hie Commission. Sömmtliche Sdjrcinmiwilifr von Gießen und Umgegend werden zu einer Frankfurter Rollladen- und Wellblech-Fabrik E. Tillmanns, Frankfurt a. M. Stahlwellblech und Holz-Rollläden in jeder Grösse und Con- struotion, in anerkannt solidester und durchaus sachgemässer Ausführung. Rollladen - Artikel jeglicher Art. Rollladen -Reparaturen werden prompt und billig übernommen. Wellbleche und Wellblech-Gebäude. .. ■ Eisenconstructionen jeglicher Art und Grösse. — 1283 Solide prompte Redienung. 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Backschießer, Malzschan- seln, Holzschuhe, stfatzhahnen, Haken- leisten,Servirbrrttcr, Kuchenschietzer ryleischmulden.Aatzspunte, Flaschenkorke, Siebe. Rosenpfähle, Bast- EoeoSfaserstricke, Holzstoff-Küchen- Artikel «.PappmachLwaare«, Hol,- Vorlagen für Brand- u. Kerbschnitzerei, GlaS-, »lech- u Drahlwaare«, Porzellan- und Emaille-Küche«geräthe, »egelsPiele,Potkyolzkugeln,Spazter- fläcke. sowie alle Sinder-Spielwaare« empfiehlt in nur besten Qualitäten billigst Louis Lony 1266 87 Bahnhofstraße L7. J. Rudxxer G. Wienerts Filiale II Kirchenplatz II Schweineschmalz, westphälischeS, rein autzgckaffen, i» Ptd. 45 A, (bei 10 Pfd. 43 ^), 1299 Feinster Westphäl Schinken k Pfd. 75 H, Aechte Franks. Würstchen p Paar 26 Feinste Magarine ä Pfd- 65 Neues Sauerkraut ä Pfd- 7 H, Fste. einflem. Salzschnittbohnen ä Pfd.11H Fst Düsseldorfer Tafelsenf ä Pfd. 30^. I^Termiethungen*^ 12611 Wobnung von 4 Zimmer« mit Zubehör, erster Stock, in der Goethestraße per 1. Mai zu vermiethen. Wild. 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