U. 2?LL8«NeT "STSieCÄÜit an,j- ®®4 Hit & Mk luit iu ütrmieifa £!L§Ptbüion b. Bl *jKSS —vMoejk. 46, Ä?0^nl3 Simmet In r°6l0t Leute vrr Ocibr __8»6n6offltL41. L?°fe 2bcr Dktten ^cadchknfainlver, mit »nwng October zu ver< lhosstrahe 29. f-’ÄäB SbSSü»- 'dnW^ZW. ÄS S’feiss» nmtimobnung, sowie ein mer mit (Jibhttf zu ver- EtMWMf 8Ü, ilütnlogii \m ottaMtn WMHorßr. U larbenwohnung, 3 ßlmmtr Wassnlritung, per 1. äug. AranNvrterkr. 48. loch mJbl. Zimmer ju Der- atfl, TeuielSlustgärtchtn 20. -lirtes Zimmer zu vermielh. rsweg 88 NedenhauS ilirteS Zimmer mit Sabine! ■ AraMsUNtrVr. Sy. n miblirleS Zimmer, aus Pension, zu Dermteiheu. 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Nur noch wenige Tage, und Kaiser Wilhelm steigt M Peterhof an» Land, begrüßt von dem Zaren NicvlauS und den Großen de» russischen Reiches. Der absolute Herrscher und der conftttutionelle Monarch reichen sich die Hände, einig in dem Bestreben, ihre Völker zu beglücken — nicht durch die Erweiterung der Grenzen ihrer Länder, sondern durch die Segnungen, welche ein fortdauernder Friede im Gefolge hat. Mehr al» 2J/2 Jahre sitzt Nicolau» II. auf dem russischen Kaiserthron, und noch immer erscheint er uns al» ein unbeschriebene» Blatt, stet» kühl, abwartend und noch mehr zurück« haltend, al» jeder andere Machthaber dieser Erde zu sein pflegt. Er ist kein Mann rascher Entschlüße, kein energischer, durchdringender Character, sondern eine friusühlige, sanguinische Natur, welche zwar von starken Eindrücken leicht oberflächlich bewegt werden kann, aber doch schließlich indifferent und passiv bleibt. Da- hat man noch im letzten Jahre während de» Besuches in Frankreich beobachten können, wo der Zar thatsächlich einmal auS sich herausgiug und einen wärmeren Ton anschluq; aber wer da glaubte, daß er sich zu irgend einer impulsiven Acußerung hinretßen lassen werde, hatte sich sehr getäuscht, dafür gab insbesondere seine Erwiderung auf den Toast de» Präsidenten Faure einen Beleg, indem er einfach bei den markantesten Stellen sich den Wortlaut deS Faure'schen Trinkspruches anetguete. Bekannt ist ja auch, daß der Zar in allen seinen Kundgebungen den Franzosen noch niemals den Willen gethan har, das Wörtchen § Alliance" für da» zwischen Rußland und Frankreich bestehende Verhältniß zu gebrauchen. Im Großen und Ganzen ist Nicolau» II. der strikte Gegensatz Kaiser Wilhelms: dieser temperamentvoll und von einer überraschenden Initiative, jener indifferent und lethargisch. Deshalb sind Rußlands Fortschritte im Innern keine wesentlichen seit der Thronbesteigung des jetzigen Zaren; von Reformen systematischer Natur konnte freilich auch noch nicht die Rede sem, da der Augenblick für eine innere Reformpolitik Angesicht- der hervorragenden Betheiligung Rußlands an nahezu allen schwebenden Weltfragen erst später eintreten kann. BiS jetzt find abendländische Cultur und Fortschritt auf weiten Strecken des russischen Reiche» noch unbekannte Dinge, und in stummer, stupider Ergebenhett trägt der größte Tyetl i der Bevölkerung sein schweres L00S. Die Rechtspflege läßt I auch heute noch viel zu wünschen übrig, Bedrückung und Entwürdigung der unteren Volkskassen sind so sehr eingebürgert, daß ein anderer, besserer Zustand überhaupt nicht gekannt wird. Ein großer Reformator, ein energischer, temperamentvoller, von idealen Zielen beseelter Zar hätte hier eine Riesenarbeit vor sich, die, wenn sie gelänge, als Frucht die Erlösung vieler Millionen Menschen auS Knechtung und Erniedrigung ergeben würde. Noch in frischer Erinnerung ist die Katastrophe auf dem ChodinSkyfelde, wo anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten Tausende von Menschen ihr Leben lassen mußten, weil die Massen ihre Gier nach materiellem Genuß nicht zu zügeln vermochten, und jene Massen gaben ein Bild von dem Character deS großen TheileS deS russischen Volkes. Wer wird einmal der Reformator sein? Die ganze Menschheit schreitet auf dem Wege zur Cultur vorwärts, soll allein daS russische Volk Zurückbleiben? Nimmt doch das Zarenreich im Concert der Großmächte eine der ersten Stellen ein, gibt eS doch in vielen internationalen Fragen den Ausschlag, und wird seine Freundschaft und Waffenbrüderschaft doch allenthalben gesucht und begehrt! Mau muß gestehen, die russische Diplomatik hat in den letzten Jahrzehnten ganz ungeahnte Erfolge aufzuweiseu, besonder» im Osten Asiens. Langsam, aber ungemein sicher dehnt sich der Einfluß Rußland» weiter auS, und immer näher kommt der Augenblick, wo e» im Osten des anderen Welttheiles mit Englands Interessen colltdiren wird. Auf diesem Wege war der vor einiger Zeit mit China abgeschlossene Vertrag wegen deS Baues der rufsisch-mandsLurischen Eisenbahn wieder ein Meisterwerk der Petersburger Diplomaten und ein neuer Stein zu dem G:bLudr, welcher Rußland errichtet als Bollwerk gegen die Ausdehnung der englischen Machtsphäre. Und als die indischen Unterthanen Englands hungerten, wer sandte ihnen zuerst Nahrungsmittel? Rußland war eß; aber Niemand wird behaupten können, daß eS allein aus Menschenliebe so gehandelt hat. ES war vielmehr kluge Berechnung, um die Engländer in Indien zu discreditiren. Wenn in diesen Tagen durch die Zusammenkunft der Herrscher Rußlands und Deutschlands Bande gefestigt werden, Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-landeS nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegne die das Berhältniß beider Reiche zu einem guten gestalten, so muß man immer bedenken, daß auf russischer Seite die Verständigung niemals eine Sache des Gesühls werden kann, daß sie vielmehr stets nur auf Erwägungen kühler Ver- standeSarbeit beruhen kann. Doch auch daS genügt uni, wenn nur daS große Ziel, die Verstärkung der Frieden»- auSsichten, erreicht wird. (xx) n v vw v vUrv Wolff» telegraphisches Correfpondmz-Bureau. verli«. 4. August. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge begibt sich Finanzmtnister v. Miquel morgen für zwei bi» drei Wochen nach Wiesbaden zur Kur. Der gestern Abend abgeretste Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe begibt sich demselben Blatte zufolge zunächst nach Schloß Werki und dann nach Petersburg, wo er am 6. August einzutreffen gedenkc. Berlin, 4. August. Die „Post" meldet: Bei den beiden hiesigen Bäcker-Innungen fanden gestern Abend zu« ersten Male Mehlmärkte statt. Berlin, 4. August. Der „RetchSauzeiger" veröffentlicht die Ernennung deS StaatkministerS v. Köller zum Ober- präfidenteu von Schleswig-Holstein. Berlin, 4. August. Nach einer Mittheilung der königlichen Sternwarte ist es dem hiesigen Kothodenstrahlforscher Professor Goldstein gelungen, sehr wesentliche, characte- ristische Kometen-Erscheinungen, wie LichtauSstrahluugen am Kometenkopfe, und die daraus hervorgehenden Schweifentwickelungen experimentell mit Hilfe von Kothodenstrahlen nachzubilden und dadurch auch einige in den letzten Jahren nachgewiesene Besonderheiten dieser ErschetnungSgruppe erklärbar zu machen.' Durch experimentelle Nachbildungen wesentlicher Züge der Kometenerscheinungen sei eS wahrscheinlich gemacht, daß weitreichende Kothodenstrahlwirkungen der Sonne vorhanden find, die auf den Flächen anderer Weltkörper secundäre Strahlungswirkungen auslösen und diese dann durch ihre Abstoßungswtrkungen beeinflussen. Auch für die Lösung zahlreicher anderer Probleme wird die» sehr bedeutsam sein, so für die Wirkungen der Sonne auf die electrischen, magnetischen Erderscheinungen, wie Polarlichter, Fsnilleton. W«s lhut MSN )«r Sommerzeit in unserer UniverMsflaüt? Ein Ferienbummler schreibt dem „Darmst. Tägl. Anzeiger" : Ebenso gut hätte ich an den Kopf dieser zwanglosen Skizze auch die Frage stellen können: waS thut der Fremde in unserer UniverfitätSstadt? Mit letzterer meine ich natürlich unser liebes, hügelumkränztes Gießen, daS durch die Lahn auch in den heißesten Julitagen allabendlich eine so wohl- Ihuende Abkühlung empfängt, daß der Gast, der vielleicht an Darmstädter oder Wiesbadener Trmperaturverhältniffe gewöhnt ist, sich an einem Luftkurort in Gebirgsgegend zu befinden glaubt. Da hab' ich nun gleich einen großen Vorzug von Gießen erwähnt. Aber von der Luft leb: man bekanntlich nicht allein. WaS giebts sonst dort noch Erfrischendes und Anziehend-»? Ich toH mich vor allem vor Uebertreibungen hüten, damit es Lesern meiner kleinen Plauderet nicht etwa So geht wie vor einigen Jahren mir, da ich einen kleinen ÄuSflug nach dem freundlichen Wimpfen unternahm, wo eß Mir ohne Zweifel recht gut gefallen haben würde, hätte mir der tückische Zufall nicht gerade vorher eine enrhusiast sche Beschreibung des SiädtchenS in die Hand gespielt, in welcher der Verfasser wörtlich sagte: „Ich habe am Mittelmeer gestanden, ich habe die Schöaheiten der italienischen Landschaft auf mich wirken lassen, die Erhabenheit der egypttschen Pyramiden bewundert — und doch habe ich nirgends einen so tiefen Eindruck von einer Landschaft empfangen, als ihn mir der Sonnenuntergang verschaffce, den ich in Wimpfen genoß". Unter dem Einfluß dieser Schilderung stand ich nun, al» ich mit eigenen Augen sehen kam und nicht» weniger als hingerissen war von den zwar lieblichen, aber immerhin monotonen Retzen de» bescheidenen BadeöctchenS. Eine ähnliche DeStllusionirung möchte ich vermeiden. Daher strenge tuet der Wahrheit geblieben und getrost ausgesprochen, was Dießen nicht hat und voraussichtlich noch lange nicht haben wird: rdle monumentale Bauten. Die Universität „Ludoviciana“, die „Neuen Kliniken", die neue evangelische Kirche an der Südanlage (die alte befindet sich ebem tm Umbau, und au der katholischen wird auch g-putzt), daS neue Postgebäude in der Schulstraße prasentiren sich ja recht würdig, werden aber die Beschauer nicht gerade anlocken. Ich verlange nun gewiß nicht, daß man etwa in die LudwtgSstraße oder auf den Seltersberg ein Gebäude wie da» Leipziger ReichSgrrichtSgebäude oder den Münchener Justizpalast Plazirte, — aber eine Aufbesserung wünschte ich der verkehrsreichen Lahnstadt allerdings, und daS wäre ein respectabler, nobler Bahnhof, wie er sich für einen Knotenpunkt schickt, von welchem die Züge nach allen Windrichtungen brausen, — denn vorläufig ist das Bahnhofs« gebäude, Perron und Wartesäle in so veraltetem Zustande, daß Gießen in dieser Beziehung nur noch mit der Hafen- und Hansastadt Hamburg und der LuxuSstadt Wiesbaden wetteifern kann. Schade freilich, daß sich die Parallele nicht weiter durchführen läßt! Die engen Straßen oder vielmehr Gäßchen im Herzen von Gießen lassen sich auch nicht ableugnen. Wollten es auch die Augen, die Stiefel thäten e» nicht; sie sind oft so viel eindrucksfähiger! Ich bin überzeugt, daß tch, falls ich meinen Wohnort nach Gießen verlegen würde, die eventuellen Ersparnisse der Miethe beim Schuhmacher anzulegen hätte, und wenn ich täglich ein paar Mal in der Richtung vom Asterweg bis zum Markt lustwandelte, denn hier ist baß Pflaster am schönsten, die Straßenweite am engsten. Da» mag wohl auch der Grund sein, weshalb die Damen und Herren vom Rade nicht mehr tm Innern der Stadt verkehren dürfen, andernfalls hätte man zu dem Auskunftsmittel greifen müssen, baß bereits im Kopf eines begeisterten Sportsman gereift war: eS fei doch so unendlich viel moderner und der künftigen Fortbewegungstechnik Rechnung tragend, wenn man die Klingel nicht den Radfahrern, sondern den Fußgängern in die Hand gäbe, denn binnen Kurzem würden diese sich doch in der Minorität befinden. Jo, Gießen ist in den letzten Jahren SportSstadt ge- worden. Ich will gar nicht reden von den großen Lawn- Tennis- und Football-Plätzen, die in der Nähe von „LiebigS- Höhe" und in Privat-Gärten angelegt sind, sondern nur von einem Etablissement, daS verkündet, daß Gießen, welches der Genfer Karl Vogt noch vor einigen Jahren in verspäteter CommerS-Laune ein „Studentendorf" benamste, mit Groß- stadtalluren cocettirt, das ist die am Fuß; dec , Textor schen Hardt" (beliebter Ausflugsort) errichtete Rennbahn, die ganz eigenthümlich, extra für Radfahrer construtrt ist und in ihren amphitheatralisch aufsteigenden Sitzreihen, wenn auch nicht grade das Publikum in den „Kranichen de» JbhkuS", so doch immerhin eine ansehnliche Menschenmenge zu fassen vermag. Der Besitzer der „Hardt" hat den neuen Weg, der zu seinem Local führt, durch electrischen Scheinwerfer auch für solche Zeiten gangbar machen lassen, wo Luna streikt. Für den Verkehr ist überhaupt Manches in Gießen ge- than worden. Dahin muß man in erster Linie auch die „Omnibusse" rechnen, die regelmäßig zu allen Zügen von der Grünberger- und Marburgerftraße auS verkehren und für Gießen thatsächlich mehr leisten, als eS, infolge der Anlage der Stadt, eine electrtfche oder Pferdebahn, die dort nur den Character einer „Ring Bahn" annehwen könnte, zu thun vermöchte. Die Fahrt kostet 10 Pfennige. Während der Sommerzeit hat die Gesellschaft sogar noch offene Wagen eingestellt, nach dem Muster der Frankfurter Tramways. ES ist übrigens unmöglich, mit seinem Begleiter, Freund oder Verwandten bei diesen Fahrten über das Gießener Straßenpflaster ein Geipräch zu führen. Mag uns das Herz gegen Den, der uns von der Bahn abholt oder zu ihr hin begleitet, noch so voll sein, wir sind genöthigt, ihm mit stumpffinnigen Lächeln gegenüber zu sitzen, falls wir von unseren Sprachwerkzeugen nicht einen Gebrauch machen wollen, als gälte e», sich Gehör zu verschaffen in stürmischen Versammlungen. Seit einigen Jahren hat Gießen auch seine Markthalle und diese ist nicht nur practisch, sondern auch archt- teclontsch schön: unverfälschter romanischer Rundbogensttl — oder, wie Professor Löhr jetzt will, daß wir sagen: fränkischer Stil. In demselben Gebäude befindet sich auch die permanente Gemälde-Ausstellung. Denn Gießen zählt zu seinen jüngsten Errungenschaften auch die Existenz eines sich erfreulich entwickelnden „Kunstveretns", und was die Hauptsache: daS Publikum der gebildeten Kreise hat den regelmäßigen Besuch dieser GemäldeAusstellungen, denen ein schöner langer Saal mit gutem Licht eingeräumt ist, in sein Belehrungs- unb Vergnügungs-Programm pünktlichst ausgenommen. Mit der Stadt Gießen, den Straßen und den Hauser« wäre man ja wohl in einigen Minuten fertig, obwohl auch hierbei nicht vergessen werden darf, daß da» Bild durch Gewitter. Zustände de- Erdmagnetismus und die in Tele- graphenttnieu beobachteten electrischen Erdströme. Pole, 4. August. Der „Röln. Ztg." wird au- Kon. staortoopel gemeldet: Bei dem gestrigen Abschieds- Empfang der Mitglieder des deutschen Rothen Kreuze- sprach der Sultan für die Pflege der Ber- wundeteo seinen Dank aus und sagte, er und sein Volk würden die- niemals vergeffen. Besonders wurde Profefior Nofie, der fich bei einer Operatiou seinerzeit eine Blutvergiftung aa der Hand zugezogeu hatte, vom Sultan ausgezeichnet. Görlitz. 4. August. Unter Borfitz des Oberbürgermeister« Büchtemann fand heute die Bildung eines ComiteS zur Unterstützung der durch das Hochwasser Geschädigten statt. Der Magistrat hat die Einsetzung einer Commission zur Feststellung deS Schadens beschlofien. ES gehen bereits zahlreich Unterstützungsgelder ein. Dre-deu, 4. August. Der Personen- und Güterverkehr zwischen Blasewitz—Pillnitz wird am 5. August von der „Tächfisch-böhwischen Dampfschifffahrtsgesellschaft" wieder eröffnet. Am 6. August erfolgt die Ausdehnung deS Verkehrs auf die Strecke Dresden—Blasewitz—Pirna und am 7. August auf die ganze Linie. Ja mehreren Ortschaften an der Elbe werden jetzt Erhebungen über ein- gebrachte- Strandgut von Sachverständigen und von der LandeSgendarmerte eiugeleitet. Der Werth des geborgenen Gutes ist stellenweise ein hoher. Wien, 4. August. Der directe Personenverkehr zwischen Wien, Tirol, der Schweiz und Frankreich ab Süd- bahnhos über Bruck, Leoben, St. Michel und Kufstein ist wiederhergestellt. Wie», 4. August. Die Staatsbahnstrecken Wien- Vöcklabruck mir Umsteigen zwischen PrtuzerSdorf und LoSdorf, ferner Asten —Kletomüachen, St. Pölten — Löbersdorf, St. Pölten—Herzogenburg—Atzenbrugg find für den Ber- kehr wieder frei. Auf der Linie Kletnreifling—Selzthal wird der Tagesverkehr voraussichtlich am 6. d. M. wieder aufgeuowmen werden können, wodurch dann der Verkehr über Amstetten—Selzthal nach Salzburg, Throl und darüber hinaus, sowie nach Auffee wieder frei wird. Gmunden, 4. August. Das Hochwasser hat fich hier verlaufen. Die Wege sind gereinigt. Concerte und Theatervorstellungen werden wieder ausgenommen. Die Zufuhr von Lebensmitteln ist normal, der Verkehr mit Linz und Salzburg ungestört. Budapest, 4. August. (Saatenstand Ende Juli.) Die herrschende Witterung hat eine schädliche Wirkung auf die Saaten gehabt. Die Ernte entspricht, ausgenommen zweier Comitate, nicht den Erwartungen. Da- Ergebniß ist geringer, als man vor einigen Wochen hoffte und beträgt quantitativ als qualitativ im Durchschnitt 20—30 pCt. unter Mittel. Der Wetzenertrag wird auf 27000000 Metercentner veranschlagt, der Roggen ertrag auf 9 680000, der Gerste ertrag auf 9250000. Die Qualität ist mitunter gut, sogar bester al- im Vorjahr. Hafer steht quantitativ wie qualitativ genügend und gut- der Ertrag wird auf 8620000 geschätzt. Die Hackfrüchte stehen im Allgemeinen gut. Flachs hat unter der Unbill des Wetters gelitten. Rüben versprechen mittleren, Obst geringen Ertrag. Loudon, 4. August. Der Anwalt der Chartered Company erklärt die heutige Meldung der „Morning Post", Rhode« und Reid hätten eine Entschädigungssumme von 250000 Pfd. Sterl. an Transvaal gezahlt, für unbegründet. Depeschen de» Bureau .Herold." Berlin, 4. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet die Blättermelduug von einer bevorstehenden Neubesetzung de- Reichskanzleramtes und des hannoverschen Oderprästdium- als vollständig unbegründet. neue Straßenzüge, besonder« im Osten, hübsche Villen, elegante Ziergärten an Farbe und Lebhaftigkeit entschieden gewonnen hat und immer mehr gewinnt, aber nicht so rasch har man seine herrlichen Anlagen, benannt nach den Himmelsrichtungen, durchschritten. Denn hier giebr eS zu virl, was zum Bleiben und Rasten einlädt, etnlädt mit jenen süßen, vertrauten Stimmen, welche die Natur für unS hat, ob fie fich nun naht mit der zarten, dämmerhaften Schönheit de« ersten FrühlingSgrünS oder der siegenden Pracht sommerlicher Blüthensülle. Gerne gestehe ich, daß z. B. die volle, warme Schönheit der Gießener Ostanlage, die fich am „Botanischen Garten" vorbeizieht und einen künstlerischen CulminationSpunkt in den das leuchtende Lte- bigS-Denkmal umgebenden Beeten und Baumgruppen erreicht, in meiner Vorstellung den Vergleich mit jeder Stadtanlage aushalten kann. Aus dem Grün der Gärten und Anlagen gelangen wir in die weitere Umgebung Gießens. DaS Fernbild wird durch die sich fast gegenüberliegenden Höhen des „Schiffenberg" und deS „Gleiberg" mit dem „Vetzberg", die beiden letzteren dem breiten wuchtigen Rücken de« „DünSberg" vorgelagert, wirkungsvoll abgeschloffen. Niemand sage, er kenne Gießen, wenn er nicht auch auf seinen Bergen Bescheid weiß- sie gehören dazu wie die Glocken zu den Kirchen, die vollen, starken Töne werfen erst fie in da- Landschastsbild. Ich Höne von einer Familie, die lange Zeit in Neapel gelebt, da- südliche Klima aber nicht mehr vertragen tonnte und nun Umschau nach einem nördlichen Wohnort hielt. In diesem sollte sie aber immer etwa- an ihr geliebtes Neapel erinnern. Und nach mühevollem Suchen fand fie endlich Gießen und begrüßt freudig den Fund, denn die kahlen Bergkegel deS Gleiberg und Vetzberg, wie fie einsam ander Ebene aufragen, zauberten ihnen, nach Form und Gruppirung, die Erinnerung an die feuerspeienden Vesuv- krarer hervor. Berlin, 4. August. Die Kaiserin hat vor ihrer Abreise anS Tegernsee für die Hilfsbedürftigen des Bezirks den Betrag von 1000 Mark und für Zwecke ber evangelischen Kirchengemetude 500 Mark überweisen lassen. Berit», 4. August. Der „Local-Anzeiger" meldet auS Jardoe: 12 Sibiriendampfer, 15 Walfischdampfer und Spitzbergenfahrer haben Auftrag erhalten, nach Andree zu forschen. Gleichzeitig sollen sie auf den Gegenstand achten, den der holländische Capitän Lehmann im weißen Meere beobachtet und für den Ballon Andrees gehalten hat. Berlin, 4. August. Heute Abend 7 Uhr 20 Mtn. verläßt das Kaiserpaar an Bord der „Hohenzollern" Kiel und wird am 7. d. MtS. Vormittags zum Besuch de« russischen KatferpaareS auf der Rhede von Kronstadt eintreffen. Berlin, 4. August. DaS hiesige Eentral-Eomits für die durch die Ueberschwewmung heimgesuchten Gegenden Deutschland« hat fich gestern constiruirt und erläßt heute einen Aufruf an die Bürgerschaft der Reich-Hauptstadt. Berlin, 4. August. AuS den Hochwassergebieten liegen folgende Meldungen vor: In Zollaffowitz (Schlesien) ist ein schwerer Wolkenbruch niedergegangen, der coloffalen Schaden anrichtete und die Fischzuchtanstalten zerstörte. — In Niederbayern schwemmte der Rott und der Inn enorme Getreidemaffen von den Feldern weg, in Grießbach auf einem Gute allein ca. 1000 Fuhren Getreide. Für Wien ist die Hochwaffergefahr noch immer nicht geschwunden, da die Donau fortwährend steigt. In Auffee find 15 Häuser zerstört und 17 Brücken weggeriffen. In Ungarn nimmt wegen der Mißernte die Auswanderung zu. Kiel, 4. August. Ueber die Reise-Dispositionen deS Kaiserpaares verlautet, daß daffelbe nach der Rückkehr von Rußland am 14. August hier eintrifft und fich von hier wieder nach Berlin begeben wird. Heute Mittag stattete das Katserpaar im Königlichen Schloß der Prinzesfin Heinrich einen Besuch ab. Nachmittags machten die Majestäten an Bord der Marine Aacht „Comet" eine Vergnügungsfahrt auf der Außenföhrde. vielitz, 4. August. Ein Wolkenbruch mit Hagelschlag hat gestern Abend neuerdings die unteren Stadttheile überschwemmt. Ein Theil der Schloßmauer ist etngestürzt. Die Saybuscher Bahnstrecke wurde durch Rutschungen betriebsunfähig. London, 4. August. Unterrichtete Ftnanzkreise sehen den Abschluß des griechischen KriegScontributionS- AnlehenS als perfect an. Betheiltgt sind außer reichen Griechen nur gewisse französische und englische Bankcoterieu. Der Zinsfuß soll sehr hoch sein. Der Widerstand deS König« gegen die fremde Administration gilt als nur zum Schein. Stockholm, 4. August. In Gothenborg ist gestern aus der Stadt Germania im Staate Iowa (Nordamerika) folgende Depesche beim Baron Dickhon eingelaufen: „Andree schwebend in südwestlicher Richtung auf 10. Längengrade gegen Edanland gesehen. Ole Brokke." Der Absender ist unbekannt. Man sagt, e« sei ein Norweger Redacteur in der genannten Stadt. Nordenskjoeld, der über die Angelegenheit befragt wurde, sagt, der Meldung sei nicht zu trauen. Athen, 4. August. Außerhalb Trikala im Walde von PapadopuloS fand ein Gefecht zwischen 2000 türkischen Infanteristen und 200 Reitern einerseits und den Einwohnern mehrerer von ihnen bedrohter Dörfer andererseits statt, wobei die Türken angeblich 70 Todte, die Griechen 26 Tobte und zahlreiche Verwundete zählten. Die elektrischen Scheinwerfer der griechischen Kriegsschiffe sind Nachts auf das linke Flußufer des SperchoioS gerichtet, wo verdächtige feindliche Bewegungen gemerkt werden. Berlin, 5. August. Zu der Anregung einiger Blätter zwecks schleuniger Gewährung staatlicher Hilfe für die durch Hochwasser Geschädigten eine außerordentliche ReichStagSsesfion einzuberufen, schreiben die „Berl. Polit. Nachr.": Abgesehen davon, daß fich zur Zeit der Umfang des Schadens noch nicht mit Sicherheit übersehen laffe, sei es nicht Sache des Reichs, sondern der einzelnen Bundesstaaten, hier helfend etnzugreifen. Was das neben Sachsen und Württemberg am meisten geschädigte Preußen anlange, so sei da- in der Lage, aus eigenen Mitteln für Alle-, was nach Lage der Dinge von Staat-wegen zu deffern fein wird, vollständig zu sorgen. Man werde indeffen nicht vergeffen dürfen, daß die Verwendung von StaatSgeldern zur Beseitigung der Ueberschwemmungsschäden auch ihre zwei Seiten habe und daß die Erfahrungen, welche mit den infolge der Hochwasserschäden von 1888 und 1889 beantragten Noth- standscrediten gemacht find, dringend zur Vorsicht mahnen. Posen, 5. August. Gegen den Probst Hechmann und den Haupilehrer Stoll in Mieltschin, die beide bei einem Waldfest beim Kaiserhoch sitzen blieben, ist Anklage wegen Majestätsbeleidigung erhoben worden. Dem Probst Hechmann ist die Befugviß zum Religionsunterricht entzogen worden. Warschau, 5. August. In Kremtscherg ereignete fich ein entsetzliches Unglück. Die städtische Frauen-Bade- anstalt auf dem Dnjrper, in welcher über 400 Frauen badeten, hat fich gelockert und ist fortgeschwommen. Trotz zur Rettung abgesandter Boote sanden ca. 200 der Frauen ihren Tod in den Wellen. CocwU# und proohtsfcUes, Sieben, den 5. August. • • Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen am 4. August u. A. den Pfarrer Schreiber von Langd, den Pfarrer Lehn von Offenbach, den Geh. Medicinalrath Professor Dr. Löhlein von Gießen. • • Vermächtnisse. Im Lause der Monate April, Mai und Juni I. I. sind lt. „Offb. Ztg." von dem Groß- s Herzog Schenkungen und Vermächtnisse bestätigt worden^ die den Gesammtbetrag von 94,970 Mk. erreichen. Den größten Antheil mit 31,025 Mk. erhalten katholische Kircken- gemeinden, dann folgen eine Anzahl wohlthätiger Anstalten und Vereine mir 27,472 Mk., die israelitischen Gemeinden mit 20,000 Mk., mehrere Communen mit 10,730 Mk., evangelische Kirchengemetnden mit zusammen 4743 Mk. und Museen mit 1000 Mk. Außerdem entfallen auf katholische Kirchengemeinden noch eine Anzahl Hofraithen und Grabgärten in ziemlich bedeutendem Werthe. Erledigte Lehrerstelle». Erledigt find: Zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Groß-Gerau mit nach dem Dienstalter fich bemessenden jährlichen Gehalten von 1000—1600 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Biebesheim, Kreis Groß Gcran, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1400 Mk. Mit dieser Stelle lü die Halste des Organistendtenste« verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Banschhetm, Kreis Groß Gerau, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hungen, Kreis Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lehrbach, KreiS Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, KreiS Heppenheim, mit einem jährl. Gehalte von 1000 Mk. * * Rekrutiruug i» Hessen. In dem abgelaufenen Ersotz- jahre wurden bet der Großh. Hessischen Division 3547 Rekruten eingestellt, von denen 4 ohne jede Schulbildung waren, was seit dem Ersatzjahre 1884/85 nicht vorgekommen ist. • * Hessische Staatsschuld. DaS neue Staatsbudget enthält bet der Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld einen Mehrbedarf von rund 6 374000 Mk., so daß diese Ab- theilung mit einem Zuschußbedürfniß von rund 7 934 000 Mk. abschlteßt. Der Zugang ist durch die Verstaatlichung der Ludwigsbahn, den Bau der Nebenbahnen, die Einstellung eines AnlehenS für den Bau einer Rheinbrücke (WormS) rc. bewirkt worden. Die eigentliche Staatsschuld betragt derzeit 214000000 Mk., worunter die Oberhesfische Eisenbahnschuld mit 31500000 Mk., die Mainzer Brückenschuld (3500000 Mark), die Nebenbahnanleihe mit 13 000000 Mk.) und die Schuld wegen Erwerb der Ludwigsbahn mit 166000000 Mk. Diese Schuldcapitalien erhöhen sich bis zum Schluffe der Finanzperiode auf Grund früher erfolgter Bewilligungen wegen den Nebenbahnen auf 29 000000 Mk., für die Lud- wigSbahnschuld (falls der Wormser Brückenbau zur Vollendung gelangt) auf cs. über 190000000 Mk. Eine weitere Erhöhung bringt die Aufnahme mehrerer Anleihen zu productiven Zwicken, wodurch sich der Gesammtbetrag der eigentlichen Staatsschuld bis Ende der neuen Finanzperiode auf rund 268000 000 Mk. stellt. — Der Stand der Aktiven der Hauptstaatskaffe beträgt z. Zt. rund 9 925000 Mk., der Stand der Activrn der Schuldenverwaltnng 2 497 000 Mk., zusammen 12 422000 Mk.- verglichen mit obigem Stand der Passiven von 214 000 000 Mk. ergibt fich ein Netto- Pasfivbeftand von 201078 000 Mk., an dem der Werth der mittelst Tilgungsrenten allmählich eingehenden StaatS-Activ- capitalien wegen abgelöster nicht-fiscalischer Grundrenten mit rund 923 000 Mk. abzusetzen ist. ♦* Wetterbericht. Da» barometrische Maximum bedeckt heute Scandinavren, England, Deutschland und den nördlichen Theil von Frankreich. Die Luftdruckunterschiede sind daher von allen Seiten her sehr gering. Da« Wetter ist in Deutschland fast allenthalben wolkenlos und bereits am Morgen etwas wärmer als gestern. Nur im Alpenvorlande trat noch starke Bewölkung auf, die aber unter Tags abnahm. — Voraussichtliche Witterung: Allgemein heitere« und warme« Wetter. Pariser Geheimpolizisten. Der ehemalige Chef der Pariser Sicherheitspolizei, Herr Goron, der nach seinem Rücktritte Journalist geworden ist, und gegenwärtig seine Memoiren im „Journal" veröffentlicht, kommt, wie der „Frkf. Ztg." geschrieben wird, darin wiederholt auf die Findigkeit seiner ehemaligen Agenten zu sprechen. Goron, dem eS in seinen Memoiren in erster Linie darum zu thun ist, eine gründliche Reform der Geheimpolizei herbeizuführen, hat in der großen Fülle interessanter Anekdoten und ReminiScenzen auch Einiges von den Verkleidungen mitgetheilt, deren die Geheimagenten fich oft bedienen müssen, um unauffällig ihrem Berufe nachzu- gehen. Die Verkleidungen und Verstellungen gelingen oft, aber nicht immer und Goron selbst mußte dies eines Tage« in London erfahren, als er auf der Suche nach Arton, den ein Angeber ihm in die Hände spielen sollte, mit einem seiner Agenten eine kleine Cowödie in Scene gesetzt hatte. Der Agent sollte, da Arton fich angeblich mit dem Verkauf gestohlener Werthp-rpiere befaßte, ein Packet italienischer Rente zum Kaufe anbieten und Goron als unbetheiligter Paffant in den Bar treten, wo die Zusammenkunft verabredet war. Der Agent spielte seine Rolle vortrefflich, allein der Cylinderhut, den Goron eben in einem der ersten Läden Londons gekauft hatte, kam der verdächtigen Gesellschaft so franzöfisch vor, daß diese fich schleunigst au« dem Staube machte und Goron da« Nachsehen, sowie die Begleichung der Zeche ließ. Erst vor Kurzem soll ein als Geistlicher verkleideter Geheimagent da« Treiben einer Taschendiebs - Bande vor dem Omnibus-Bürean, gegenüber dem Bahnhöfe Saint- Lazar, Dank dem Brevier, in dem er eifrig zn lesen schien, so gut beobachtet haben, daß auf ein verabredete« Zeichen iiti" «iSh Mta'1 ««Hin Ä, ®(, "'film J3.®’' °°d £*** -«**' 16l8t Hab' a», S M dein Dient,,n ?ft?Ä teilt nn^ rwtln j .' ön btt 7" * vtcue tft Draoniften, "«*. 8-1«, x b°» 900 ®1. $il *ÄMe °°b°> mit einem 1aÄftDrfiQDiSlen’ katholischem Lehrer w 1 ln*l= i“ ^khaltr bon 1000 Mk. cew abgelaufemn Eiloh- Dibistom 354? Re- e lede Schulbildung 1884/85 nicht vorge« neue Staatsbudget ItzMtz der Staalsschull ) M., io dah biete Üb» von rund 7934WM dir Verstaatlichung der bahnen, die EtnstcHung Rheinbrücke (Worms) :c. aatSschuld betrügt derzeit erheifiiche Eijenbahnichuld Brückenschuld (3500000 3000000 Mk.) und du chn mit 166 000 000 W I bis zum Schlüße der erfolgter Bewilligungen )000 Mk, für die 2ub- r Brückenbau zur Voll-- 1OOOOO Mk. Eine wei> obrerer Anlegen zo itr TesammtbeeraL itx uroiu T^m^erioK - Der Stand der Actibn Md 9925000 Mk, der cwaltung 2497000 Mk, ichen mit obigem Stand k. ergibt fich ein Nett°> L, an dem der Werth der eingehenden StuatS-Äklir^ calischer Grundrenten mit Tische Morimm bedeck, ltschkand und den vörd- Lnftdruckunterschiede N ciipa. Das Wetter fr .olkenloS und bereits am Nur im Alpenvorlom , aber unter Tags ° ' Witterung: Sllgemein ipolizisten. [tI Sicherheitspolizei/ H»' T tljewaltßen »» 5*B“- tc< t* in FssrJ *5"SeS* B“6x, Bai M” :t 8*T Wlt ----- Koron a^ D{rab' ?;S'sS$; ÄS ii«“”!’V«'«"14”8 i» •*'£,»* * *tfS rin halbe- Dutzend dieser Langfinger van den in der Um» gebung vertheilten Agenten festgenommen werden konnte. Einige der gelungensten Verkleidungen der Geheim« Polizisten find die folgenden: Eines Tages erschien eine Ab» theilung von Pflasterern mit Schiebkarren und Werkzeugen aller Art vor einer alr Diebshöhle bekannten Kneipe. Das Pflaster wurde aufgeriffen, allein die Arbeiter zeigten fich so saumselig, brachten ihre Zeit so gewifienhaft in der benachbarten Kneipe zu, daß dte Bewohner der Straße und namentlich die Geschäftsleute ungeduldig wurden und mit einer Beschwerde an den Gemeinderath drohten. Eine volle Loche war bereits verfloffen, ohne daß das Pflaster in Ordnung gebracht worden wäre. Mit einem Male schienen die Pflasterer es sehr eilig zu haben: fie brachten die Steine in Ordnung und verschwanden bald darauf. Die Geheimagenten, die fich zum Zeitvertreib mit Pflastern beschäftigten, hatten ihre Beobachtungen beendigt und TagS darauf konnte die ganze Diebsbande in der Kneipe festgenommen werden. Schwieriger fällt es den bescheidenen Agenten offenbar, die Rolle eines Weltmannes zu spielen, wenn dies noth» wendig ist, wie z. B. in dem Falle, wo die Sicherheitspolizei fich Gewißheit darüber verschaffen mußte, ob ein sehr vornehm auftrereuder Herr in einer eleganten Wohnung gestohlene Bilder von hohem Werthe befitze. Zu diesem Be- hufe mußte ein Agent unbemerkt und namentlich unerkannt in die Wohnung dringen können,- und das war nicht leicht, da der verdächtige Gentleman keinen Diener hatte, den man hätte aushorchen können. Eine- schönen TageS erfuhr der Geheimagent, daß die Wohnung oberhalb derjenigen, die er sehen mußte, zu vermiethen sei. Er wartete geduldig einige Stunden, bU die Miether der zu vergebenden Wohnung ausgegangen und die Dienerschaft ihnen gefolgt war. Jetzt sprach er bei dem Hausbesorger vor, um die zu vermiethende Wohnung zu sehen, allein daS war in Abwesenheit der Miether nicht möglich. Dank einem reichlichen Trinkgeld Ueß der Hausmeister fich bewegen, die gleiche Wohnung de- unteren Stockwerkes zu zeigen- der Agent machte einen Rundgang, betrachtete die Bilder und am folgenden Morgen war der Pseudo-Gentleman verhaftet und dte Bilder konnten ihrem rechtmäßigen Besitzer ausgeliefert werden. Ein anderes Mal hatten zwei Jnspectoren eine Gesellschaft internationaler Diebe zu beobachten, die eben mit dem Erträgniß ihrer Mlsscthaten in'S Ausland flüchten wollten. Sie auf dem Bahnhofe zu verhaften, ging nicht gut, da dte Polizisten nicht zahlreich^genug waren. Deshalb legte einer dte Uniform eines Schaffners an und ließ fich während der Fahrt dte Tickets zeigen. Als er wußte, wohin die Gesellschaft reiste, telegraphtrte er an die betreffende Station, wo zahlreiche Polizisten dte Ausflügler festnahmen. Die großen Pariser Lreditinstitute werden an wichtigen Zahltagen von Geheimagenten überwacht, die dte Uniformen der Kaffen- oder Hausdiener tragen und dte fich stets sehr geschäftig zeigen, um desto bester dte Langfinger überwachen zu können, die fich gewöhnlich in dem Gedränge vor den Schaltern befinden. Dte häufigste Verkleidung der Pariser Geheimagenten ist die als Strolche, Dank der fie Zutritt in gewtffe Ver- brecherkreise erhalten, deren Gehetmsprache sie kennen. Goron erzählt in seinen Memoiren, daß zwei Jnspectoren, die volle acht Tage inmitten des abscheulichsten Gesindels der Place Maubert gelebt, eine ganze Mörderbande sestnehmrn lasten konnten, ohne daß die Kameraden bis zum letzten Augenblicke eine Ahnung davon hatten, wem fie den Berrath zuschreiben sollten. Dte beiden Pseudo-Strolche machten einen so schlechten Eindruck, daß Goron selbst alle Mühe hatte, fie wieder zu erkennen, als sie ihm vorgeführt wurden, und erst daß verabredete Zeichen klärte ihn darüber auf, mit wem er es zu thun hatte. Mit Recht betont der ehemalige Chef der Sicherheitspolizei, daß derartige Leistungen, für dte dte Ge- Heimagenten keine besondere Bezahlung erhalten, große Selbstverleugnung bedingen. Acht Tage lang in den abscheulichsten Spelunken und inmitten des gräßlichsten Ungeziefers zuzudringen, um Miffethäter ausfindig zu machen, ist keine Kleinigkeit. Dermifd?tes. * Liue Thierqualerei üben manche Radfahrer dadurch auS, daß fie ihre Hunde auf ausgedehnte Strecken wett hinter fich hertraben lassen. Denn sehr häufig sieht man in den Straßen und namentlich auf Chauffeen die armen Thiere mit lang heraushängender Zunge und dichtem Schaum vor dem Maule hinter dem im schnellsten Tempo dahinjagenden Rade herlaufen. Namentlich für kleine Hunde find solche Strapazen einer unerhörten Thierquälerei gleich zu achten, die leicht den augenblicklichen Tod der Thiere herbeiführen kann. Es müßte daher gegen diese Unsitte nachdrücklich ein- geschritten werden- denn ist e- schon grausam, kleinere Hunde bei heißem Wetter einem Omnibus oder Pferdebahnwagen folgen zu lasten, um wie viel größer ist diese Grausamkeit bei dem schnell dahinsausenden Rade. * Mannheim, 3. August. Ende Mai d. I. bot der Agent MoseS Krieg auS Grünstadt dem Bataillons- Arzt des 3. Bataillons deS hiesigen Grenadier-RegimentS 500 Mk., falls er dafür forge, daß der Fahrradfabrikant Theodor Heß, der zum dritten Male zur Musterung Gestellungsbefehl erholten hatte, vom Militärdienst freikomme. Krieg stand deshalb heute vor der Strafkammer wegen Bestechung unter Anklage. Er erklärte, nur aus persönlichem Interesse fich für den jungen Heß, mit dessen Vater er befreundet gewesen sei, verwandt zu haben, ohne daß er irgendwie von dem jungen Mann selbst oder dessen Mutter eine Aufforderung erhalten hätte. Ec habe dem Stabsarzt Or. Mendel nicht gesagt, er bekomme 500 Mk., sondern, nachdem er dem Arzte vorgestcllt habe, daß Heß ohnedies über die Brust zu schmal sei und schon schwere Krankheiten überstanden habe, seine Befreiung vom Dienste also auf durchaus loyale Weise erfolgen könne, am Schluffe bemerk,: „An dem Tage, an dem Heß frei wird, zahle ich 500 Mk." Die Vernehmung des Stabsarztes ergab, daß Krieg sehr zu« dringlich gewesen war und die Summe von 500 Mk. direct angeboten hatte. Die unvereidigt vernommenen Zeugen Theodor Heß und deffen Mutter bekundeten, daß Krieg allerdings schon verschiedene Geschäfte für fie besorgt, aber von ihrer Seite keinen Austrag erhalten habe, irgendwie etwa- zu unternehmen, um Theodor Heß von der Militärpflicht zu befreien. Krieg wurde zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt. * Poetische Meteorologie. Die Geistesblitze der Schriststeller schlagen am häufigsten in dte Papierkörbe der Redac-ionen ein. Technische Fortschritte. — «ebläse Düsen richtet Herman« Biedermann m Wien nach dem ihm ertheilten Patente so ein, daß dte Düte beim Nichtqebrauch geschlossen bleibt und sich von selbst reinigt. Zu dem Zwecke ist dte Düse hinter ihrer Mündung zu einer Kapsel erweitert bezw einer solchen aufgeschraubt, an die sich seitlich dte Lust- oder Wasserleitung anschließt. Diese Kapsel ift innen durch eine Membrane in zwei Tbeile gethetlt, dte einen hinter der seitlichen Düse liegenden elastischen Boden bildet, in dessen Mitte ein in die Düse reichender venttlartiger Dorn befestigt ist. Tritt also dte Luft oder das Wasser mit Spannung in dte Kapsel, so drückt sie die Membrane nach hinten, so daß der Stift die Düseöffnung frei gibt, wogegen bet Abstellung der Zuleitung der Stift wieder in dte Düse eintritt; durch diese Bewegung erfolgt mithin auch eine Reinhaltung der Düsenöffnung. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Retchelt, Berlin NW. 6). »ottesdimst in der Synagoge. SamStag den 7. August 1897. Vorabend 7*> Uhr, Morgens 8®° Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 8M Uhr. Verkehr, uwb Vslkswirthschast« — Gieße«, 5. August. Auf dem gestrigen Ochsen markt waren etwa 60 bis 70 Fahrochsen aufgetrteben; auch hier ging der Handel sehr gut, so daß der Markt trotz der hohen Preise, dte für das Vieh verlangt wurden, schnell geräumt wurde. Es wurden verkauft dte schwersten Ochsen, die am Markt waren, mit 900 Mk. pro Paar, minder schwere Waare kostete 850—800—780—700 Mk. p o Paar. — Auf dem Schwetnemarkt waren etwa 500 Thiere aufgetrteben, darunter im Gegensatz zu den beiden letzten Märkten viel Ferkel, für welche rege Kauflust vorhanden war. Die verlangtkn Preise hielten sich in den ziemlich hohen Grenzen der beiden letzten Märkte, trotzdem die Kauflust für Ferkel nur sehr gering war und der Markt auch hierin überständig blieb. Fettvieh war weder beim Ochsen- noch beim Schweinemarkt aufgetrieben. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 5. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 17 Münster Roihenhurg 3 Raumdvrg SJlaifr 8 Neuß Büchel 46. Neunkirchen Bahnhofstraße 22. vverhouse« Ma'kistraße 32. Offenbach Markt ll. Osnabrück Großcftlaße 37-38. Remscheid Alleestraße 3. Rheydt Friedrich ruithelm- straße 71. Ruhrort Fabr'kstraße 46 «walke Wilhelmstraße 11. EoliNgr« K-i e, straße 97. Eteile 6bauff estraße 19. 2t Aohaun Bahnhofstraße 48. Straßburg Longstraße 114 Drier Fl.ischsirahe 32. Weimar Ma,kistraße 18. WeigenfelS Jü^.nstraße 7. Werden 1 Rahrstraße 35 Wesel Breite B ückstr 283. Wiesbaden Lanagasse 29 Witten Bahnhofstraße 5'. Wormo Mark platz 31 u. s w ^tt lm tartnm tat Herr R. J- Utbet 2- Ueber 1TM Iw g '"•«i'Ö Chr. Wallenfels 17 Marktplatz 17 garantirt franzäfischer Verschnitt, per Lite fiasche JL 2 —, sowie transönlsche Cognac* unter Originalverschluß in verschiedenen Preislagen 7014 • F Dort, Wallthorftraffe45. 1 Billiger Gelegenheitskauf. Eine prachtvolle Zimmereinrichtung ist Umstände halber billig abzugebea Näh. sagt die Erved d. Bl. 74 8 Filialen: Aachen Großkälnstraße 30. Apolda am M-rkt. ©armen Werths straße 6. Biebrich Miinz^rstraße 12. Bielefeld Niedernstraße 26. (Set ungünstiger Witterung von Nachmittag« 4 Uhr ab im Cafä Leib.) 7398 Der Vorstand. Sdjntibrrgeirlk sosoit ges. 7395 R. Schnell. 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