Mr. 260 Erstes Blatt Freitag den 5. November 1897 Der Gielen er Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montags. Die Gießener A--emilie«Vtä1t-r werben bem Anzeiger Wöchentlich breimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger AvoanementspreiL^ 2 Mark 20 Pfg. mit vringerloha. Durch bie Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedition unb Druckerei: KchntgraßeAr.A. Fernsprecher 51. Zlnrts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieszen. chratisöeitage: Hießener Aamikienbtätter. Annahme von Anzeigen zu ber Nachmittag« für bce folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncev-Bureaux bei In- unb AuilanbeS nehm« l Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger- entgeh«. Amtlüche»' Theil. Bekanntmachung, betreffend: die deutsche Rück- und Mttverficherungs-Gesellschaft tu Berlin. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß Grohherzog- liches Ministerium deS Innern die der deutschen Rück- und MitverftcherungS-Gesellschaf» in Berlin ans Widerruf ertheilte Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum zurück- genommen hat, da die Gesellschaft innerhalb der ihr bestimmten Frist keinen Generalagenten für baß Großherzogthum bestellt bat. Gießen, den 2. November 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. G a g e r n.___ Netzen, 2. November 1897^ Betreffend: Die Einführung einer Bezeichnung für 100 Kilogramm. Die Owtzh. Kreis-Sch ulcommisßon Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Nachstehendes AuSschreibeu Grohherzogl. Ministeriums deS Innern vom 16. October d. I. zu Nr. M. d. I. S. 20164 rhellen wir Ihnen zur Krnntnißnahme mit. v. Gagern. Darmstadt, am 16. October 1897. Zu Nr. M. d. I. S. 20164. Betreffend: Die Einführung einer Bezeichnung für 100 Kilogramm. Das Grotzh. Ministerium des Innern Abtheilung für Schulangclegenheiten an die Großherzoglichen Direetioneu der Gywuafien. Real- gymuaflea. Realschulen, Schullehrersemiuarieu, höheren Mädchen- schulen, Taubstummeu-Anftalteu, der Blindenanstalt, die Vorsteher der Präparanden - Anstalten und die Großherzoglichen Kreisschuleommiffioueu. Die nachstehend adgedruckte, tm R-gterungSblatt Nr. 34 veröffentliche Bekanntmachung, die Einführung einer Bezeich- nung für 100 Kilogramm berrrffend, vom 5 September d. I. theilen wir Ihnen zur Keunrnißnahme und Nachachtung mit. v. Knorr. Dr. Weber. Abdruck. Bekanntmachung. Eß wird hierdurch zur öffentlichea Kenutniß gebracht, daß nach dem Beschluß des BundeSrathS vom 8. April l. I. im amtlichen Verkehr, sowie bet dem Unterricht in bn öffentlichen Lehranstalten als Bezeichnung für 100 kg daß Wort „Doppelzentner" mit der Abkürzung „dz* in Anwendung zu bringen ist. Darmstadt, den 5. September 1897. Großherzogliches Ministerium des Innern, (gez) Finger. Graf Goluchowski in Monza. Am heutigen Freitag tritt der österreichische Minister des Aeußern seine Reise nach Italien an, um dem König Humbert, welcher augenblicklich in Monza weilt, seine Aufwartung zu machen. Wenn Minister, besonders solche in so verantwortlicher Stellung wie Graf Goluchowski, reisen, dann pflegen immer höhere Staatsintereffen tm Spiele zu sein, weshalb denn auch über die Fahrt des Grafen, über die Veranlaffuog und die voraussichtliche Wirkung mancherlei gemunkelt wird. Einige behaupten, König Humbert habe den dringenden Wunsch, den österreich-ungarischen Minister, deffen außerordentliche diplomatische Befähigung die Cabinette wäh- reud den letzten Krisen tm Orient kennen gelernt haben, einmal persönlich zu sprechen, andere wollen wieder wissen, Graf Goluchowski sei dazu auSersehen, einer Zusammenkunft der beiden Herrscher von Oesterreich und Italien die Wege zu ebnen. Wieder andere versteifen sich darauf, daß eS nöthig sei, eine directe Aussprache zwischen den Regierungen deS Dreibundes herbeizusühren aus Anlaß der letzten Enthüllungen ehemaliger italienischer Staatsmänner. Daß König Humbert den Wunsch hegt, Goluchowski kennen zu lernen, finden wir recht begreiflich. Bekanntlich ist daß Berhältniß zwischen den beiden Höfen von Rom und Wien nicht besou- derß herzlich, seitdem Kaiser Franz Joseph den Besuch, den ihm König Humbert bald nach feiner Thronbesteigung abge- stattet hatte, unerwidert ließ. Oesterreich, so eng eß jetzt mit Italien liirt ist, billigt daß Vorgehen der italienischen Regierung gegen den Vaticau nicht, und Kaiser Franz Joseph ist ein viel zu strenggläubiger Katholik, alß daß er tu dem Confi'ct zwischen Vatican und Quirinal nicht auf der Sette deß ersteren stände. Auß diesem Grunde hat er auch dem König Humbert noch keinen Gegenbesuch abgestattet- denn kommt er nach Rom, so muß er, seinen Pflichten alß Katholik folgend, zuerst dem Papste seine Aufwartung machen, während die internationale Höflichkeit verlangt, daß er zuerst denjenigen aufsucht, dem die Anwesenheit gilt. Ein Anerbieten, welcheß Kaiser Franz Joseph gestellt hat, nämlich den Besuch in einem anderen Orte Jtalienß zu erwidern, hat König Humbert an- geblich abgelehnt, und so stehen wir vor der seltenen That- sache, daß die Beziehungen zweier Höfe, deren Reiche einen Bünduißvertrag mit einander abgeschlossen haben, recht kühle find. Und eß ist auch keine Aussicht vorhanden, daß daß Berhältniß bald ein anderes wird, da beide Thetle auf ihrem Standpunkte beharren. Deshalb ist die Ansicht, Graf Golu- chowskl sei nach Monza gereift, um die Modalitäten für eine Zusammenkunft der beiden Herrscher zu vereinbaren, auch nicht alS richtig auzusehen, wohl aber ist eß begreiflich, wenn die beiderseitigen Leiter der auswärtigen Politik in directe Verbindung mit einander treten wollen. Zwischen Italien und Deutschland findet öfter ein derartiger Gedankenaustausch statt, indem Kaiser Wilhelm häufiger seinem italienischen Bundesgenossen einen Besuch abstattet, bei welchen Gelegenheiten auch die Staatsmänner der beiden Länder in gegen- fettige Fühlung zu treten pflegen. Das gleiche Bedürfniß liegt für Italien und Oesterreich vor- und wenn auch Kaiser Wilhelm bisher den Vermittler gemacht hat, z. B. nach letner letzten Anwesenheit in Venedig, von wo er direct nach Wien fuhr, so läßt sich doch füglich eine Aussprache der italienischen mit der österreichischen Regierung nicht länger hinauSschieben, besonders angesichts einer vielleicht bevorstehenden neuerlichen Wendung in der orientalischen Frage, bei welcher Oesterreich und Italien mehr tnteresfirt find, als Deutschland. Der Anficht, daß es sich bet der Retse GoluchowSkis um einen reinen Höflichkeitsbesuch handelt, können wir also nicht beitreten- dem widerspricht auch die Tharsache, daß sowohl der italienische Ministerpräfident, als auch Visconti di Benosta nach Monza berufen wurden, um während der Anwesenheit des Grafen daselbst gegenwärtig zu sein. Aber wir glauben hinwiederum nicht, daß etwa der Besuch nöthig ist, um eine neuerliche Spannung zwischen Italien und den übrigen Dreivundmächten zu beheben. Dafür Legt kein Grund vor, denn die mancherlei „Enthüllungen", welche in letzter Zeit in Italien über dessen DretbundSpolitik in die Oeffent- lichkeit gedrungen waren, haben bet den befreundeten Mächten keinen wesentlichen Eindruck gemacht und jedenfalls nicht dazu betgetragen, daß Berhältniß zwischen ben drei Regierungen zu trüben. Die von König Humbert vor einigen Wochen in Homburg dem deutschen Kaiser gegebenen Verficherungen der Bundestreue waren auch für die Wiener Hofburg bestimmt und haben auch dort Widerhall gefunden. Ebenso wie in Berlin zu Beginn dieses Jahres wird Graf Goluchowski auch am italienischen KöntgShofe eine ehrenvolle und glänzende Aufnahme finden. Auch wir haben Ursache, den Grafen mit unseren Sympathien zu begleiten, da die Mission, welche er in Monza auszuführen hat, nur dazu angethan ist, den Bund, welchen die drei mitteleuropäischen Staaten zur Erhaltung des Weltfriedens geschlossen haben, zu festigen und zu kräftigen. (xx) Ausland. Southampton, 2. November. Der Schnelldampfer deS Norddeutschen Lloyd „Kaiser Wilhelm der Große" passirte die NeedleS um 9 Uhr Morgens. Am 27. v. MtS., als der Dampser sich 600 Meilen votflNewyork befand, brach das obere Ausblaserohr beß HochdruckcyltnberS der Backbord- maschine, wodurch daß Schiff genöthtgt war, den Rest der Retse unter reductrtem Dampf zu machen. Die Distanz betrug 3062 Meilen, die DurchschuittSschnell'gkeit 19.78Kaoten. Daß Sch>ff geht in Southampton ins Trockendock, um den Rumpf streichen zu lassen. Die Wetterfahrt nach Bremen erfolgt morgen früh. Washington, 2. November. Der Antrag auf Einstellung deß Robbenfang eß auf hoher See soll am Freitag von den Dertretern der Bereinigten Staaten, Rußland und Japan unterzeichnet werden. Biß dahin sollen die Vertreter in den Rang außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister erhoben werden. Wolffs telegraphisches Lorrespondmz-Burem». Wien, 3. November. In einer Besprechung des Handschreibens beß serbischen Königß an den Ministerpräsidenten und deß jüngsten Rundschreibens au die Vertreter Serbiens im Auslände, billigt baß „Fremdeublatt" durchaus den kundgegebenen Entschluß, die freundlichen Beztehungeu zu allen Mächten zu pflegen. Die Zeit, wo Rußland und Oesterreich-Ungarn rivalifirten, sei vorüber. Oesterreich- Ungarn strebe keine Vorzugsstellung tu Belgrad an und begnüge sich gern mit guten Beziehungen. Das Blatt ist überzeugt, baß russische Cabinet stehe auf dem gleichen Standpunkte. Die beiden Cabinette wollen Frieden auf der Balkan- Halbinsel - somit werde ein friedliche Politik treibendes Serbieu die Freundschaft beider besitzen. Daß nüchterne ArbeitS-- programm beß serbischen Kö. igS entspricht durchaus einer neuen Phase, die vorschretbe, die hohe Politik zurückzustelleu und durch eine fruchtbarere zu ersetzen, sowie Resorwen und die innere Consolidtrung in erste Linie zu stellen. Jassy, 3. November. Gestern Vormittag wohnten König Karol und die Königin Elisabeth der Einweihung der neuen Universität bei. Nach der kirchlichen Feier und den Festreden des Rectors und eines Studireoden hielt der König eine Ansprache, in ber er hervorhob, nicht nach bet Zahl der Soldaten und ber Entwickelung beß wirthschaftltchen Lebens allein messe man heute die Macht ber Staaten. Ein Factor erster Orbnung, vielleicht der bedeutendste, sei der Grad der imettectueHen Cultur einer Nation. Eine gesunde nationale Richtung in den höheren Univerfitätsstudien sei daher die unerläßliche Bedingung beß wahren Fortschrittes. Die Bedingungen des sozialen Lebens hätten fich erweitert unb vervielsacht. Das Land bebürfe neuer Kräste zur Siche- rung des ununterbrochenen Ganges der nationalen Entwicke« lung und bedürfe Elemente wetser Erwägung, welche in der politischen und sozialen Leitung moderner Staaten vorherrscken müßten. Das Land erwarte solche von dieser Universität. Der König gab sodann seinem Bedauern Ausdruck, daß Prinz Ferdinand der Feier nicht beiwohnen könne. Die Königin sei glücklich, daran theilnehmen zu können. Das Königspaar erflehe vom Himmel alle Segnungen für die theure zweite Hauptstadt. Windsor, 3. November. Heute Vormittag fand die feierliche Betsetzung der Herzogin von Teck in der St. GeorgS-Capelle statt unter Teilnahme beß Prinzen und ber Prinzessin von Wales unb vieler anderer Mitglieder des Königlichen Hauseß. "Alle fremden Höfe waren vertreten, Se. Majestät der deutsche Kaiser durch Se. König!. Höhest Prinzen Heinrich von Preußen. Bilbao, 3. November. Der Ausstand der Bergarbeiter ist beendet. Die Arbeitgeber haben den Forderungen ber Ausständigen nachgegeben. Newyork, 3. November. Nach enbgUtiger Feststellung wurden bei der gestrigen Bürgermeister wähl für den Richter van Wyk 235 181 Stimmen, für Seth Low 149873, für Tracy 101 823 unb für Henry George jr. 20 727 Stimmen abgegeben. Den Posten beß Oberrtchters des Appellhofes im Staate Newyork gewannen die Demokraten mit einer Mehrheit von etwa 40 000 Stimmen. Im Staate Ohio wurde der Candidat der Republikaner mit geringer Majorität zum Gouverneur gewählt. In Massachusetts siegten die Republikaner mit großer Majorität- 8/i der dortigen Legislatur sind Republikaner. Depesche» des Bure«, „Herold * Berlin, 3. November lieber Politik und Wissenschaft sprach gestern Abend im social-wissenschaftlichen Studentevverein der Naitonal Occonom an der BreSlaner Universität, Professor Dr. Som bart. Die Politik, so führte er auß, gleicht dem unruhigen Feuer der Fackel, die Wissenschaft dem abgeklärten Licht der Sterne. Letztere muß als gleichberechtigte Beratherin neben die Politik treten. Sie soll politische Utopien vernichten, ihr Prestige aber nicht dadurch verlieren, daß sie politische Ziele stellt, zu welcher Thätigkeit der Verstand allein überhaupt nicht außreicht. Gewiß hat auch jeder Gelehrter daß Recht, für bestimmte politische Ideale eiuzutreten, aber er hat klar die Grenze zu bezeichnen, wo er als Gelehrter aushört und alß Politiker anfängt. Er soll Politik da treiben, wo sie angehört. Die Univerfität muß frei bleiben von jeder politischen Richtung. Die Studentenschaft soll von Politik fich ganz fernhalten. Berlin, 3. November. Wie die „Poft" meldet, wttd Major Leutwein, zunächst biß Weihnachten, seine Kräfte in den Dienst der Colonialoerwaltung hier in Berlin stellen und an den Vorarbeiten für die Etataufstelluug persönlich theilnehmen. Er erscheint nicht ausgeschlossen, daß er auch bei den Beratungen im Reichstage persöalich anwesend sein werde. Wie«, 3. November. Der morgen stattfindenden Abge- ordnetenhauS-Sttzung, welcher auch der dieserhalb seinen Urlaub unterbrechende Abgeordnete Schönerer beiwohnen wird, fiehr mau mit großer Spannung entgegen. Die „Neue Freie Presse" bemerkt dazu: Die Majorität werde, erbittert durch die vorwöcheutliche Niederlage und aufgestachelt durch die Regierung, die endlich einen Erfolg auf weisen möchte, voraussichtlich alle Mittel in Anwendung bringen, um da- Au-gletchsprovisortum durchzubrtugen. Die Opposition wird aber im Angriff und in der Verteidigung ebenfalls nicht lässig sein, nachdem der Erfolg, den sie am letzten Freitag erzielt, sie gelehrt hat, wa- durch Zähigkeit und Ausdauer erreicht werden kann. Prag, 3. November Die Socialdemokraten halten am Sonntag auf der Sophten-Jnsel ein Mafsenmeeting ad wegen Abschaffung de» Zeitungsstempel» und Aufhebung de» Lolportage-Verbot». Fiume, 3. November. Japan und Frankreich er- theilten der hiesigen Lorpedofabrtk große Bestellungen auf Torpedos. Für Frankreich müffen binnen kürzester Frist 200 Stück geliefert werden. Pari», 3. November. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird versichert, daß bereit» alle Mächte der Ernennung de» Obersten Schäffer zum Gouverneur von Kreta zu- gestiwmt haben. Dem Protest der Pforte gegen diese Ernennung wird gar keine Bedeutung beigelegt, da die Pforte überhaupt gegen jeden von den Großmächten vorgeschlagenen Gouverneur protestirt. Ueber die Ausstellung de» Eandtdaten Schäffer wird mitgetheilt, daß der Oberst im Frühjahr beim Minister Hanotaux diesem seine bisherige Thätigkeit im Orient dargelegt und ihm dann seine Dienste für Kreta angeboten habe. Hanotaux war der Annahme nicht abgeneigt, da der Lapttän einen guten Eindruck auf ihn machte, und gab diesen Eandtdaten den Mächten bekannt, welchem heute bereits sämmtliche Mächte zustimmten.£ Paris, 3. November. Infolge der angeblich zahlreichen Verhaftungen von Elsaß-Loth rin gern durch die deutschen Behörden hat der Präfecr von Nancy die französische Regierung gebeten, den Jutereffenten jede Aus- kunst zu ertheilen, damit diejenigen Elsaß Lothringer, welche nie französische Nationalität erlangt haben, ein für allemal wissen, ob sie Franzosen oder Deutsche find. Kopenhagen, 3. November. Eapträn Sverdrup ist gestern hier etngetroffen, nm die Veranstaltungen zu seiner Eismeer-^Expedition zu treffen. Die htefige Gröu- ländische Handels Compagnie hat ihm angeboten, ein größere» Depot an der grönländischen Küste anzulegen. Sverdrup reist jetzt nach Petersburg, um mit dem Admiral Makorow zu verhandeln. Letzterer hat einen neuen Plan gefaßt, das Eismeer mittelst größerer Eisbrecher zu untersuchen. Er wünscht hierüber mit.Sverdrup zu unterhandeln. Madrid, 3. November. Die Carliften führen noch fortwährend Waffen in Spanien ein. Berlin, 4. November. Aus Bochum wird dem „Berl. Tagebl." gemeldet: Bon bin gegenwärtig in dem Industrie- bezirk auf Anordnung der Regierung vorgenommenen Massen- auSweisungen russisch-galizischerArbeiter wurden hier viele Familien betroffen. Die Polizeiverwaltung hat jedoch die Ausweisungsbefehle noch nicht auSgegeben, sondern sich bet der Regierung um die Betreffenden verwandt mit dem Bemerken, daß fich die Leute hier ruhig und anständig verhielten und kein ersichtlicher Grund zur Ausweisung vor- liege. Ein Bescheid der Regierung ist hierauf noch nicht etngetroffen. Coeales unt prooinjielte», Gießen, 4. November 1897. • • «u8 dem Znstizdienst. Se. Kgl. Hoheit der Groß- berzog haben Allergr.ädtgst geruht, den GerichtSaffeffor Richard Schudt aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Homberg, den GerichtSaffeffor Gustav Brüel aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch, und den GerichtSaffeffor Eugen Funk ans Friedberg zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim zu ernennen. • • Versetzung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Obersörster der Obersörfterei Ortenberg, Ernst Emil Hoffmann zu KonradSdorf, in gleicher Diensteigenschaft in die Obersörfterei Butzbach zu versetzen. • • Die deutsche Kriegsflotte. Nächsten Montag Abend wird im Saale des Gasthofs „Zum Einhorn" Herr Capitän- lieutenant a. D. Weher einen Vortrag über die deutsche KriegSslotte halten. Herr Weher hat in einer ganzen Reih- größerer Städte, so in Berlin, München, Leipzig, mit seinen Vorträgen großen Eindruck gemacht,- seine eingehende Sachkenntniß in Marinefragen, die Gründlichkeit seiner Vor- tragSweise, die fich von jeder Uebertreibung fern hält und allein die Thatsachen wirken läßt, wurden allgemein anerkannt. Herr Weher erläutert seine Ausführungen über den Nieder- gang der deutschen Seemacht durch überau» anschauliche Tabellen, die da» Berhältniß unserer Flotte zu denjenigen anderer Staaten mit einem Blick, und ohne daß man fich durch ein mühseliges Labyrinth von Zahlen durchwinden muß, zu erfaffen gestatten. Der Vortrag wird vom Alldeutschen verband veranstaltet- der Zutritt ist sür Jedermann frei. Wir verweisen auf die Anzeige de» Vortrag» in unserer heutigen Nummer. • *H Stadttheater Unstreitig ein großer Verdienst har fich Aug. Wilh. v. Schlegel durch seine Urbersetzung Shake- speare'scher Dramen erworben. Für seine Fähigkeit, Fremdes sich anzueignen und nachzuewpfinden, ist damit der bedeutendste Beweis geliefert, denn die überall vortreffliche Form, in welcher er den Geist der englischen Tragödie ans die deutsche Bühne verpflanzte, enthält da» ganze Gehaltvolle der Schöpfungen de» unsterblichen Briten. Davon konnten fich die Besucher der gestrigen Aufführung von Shakespeare» ,Kaufmann von Venedig" überzeugen. Shakeipeare zeichnet sicher und trefflich seine Eharactere, die verblüffende Wahrheit tritt al» wirksamste» Motiv hervor. In seinem „Kaufmann von Venedig" schuf er mit Shylock, dem Juden, da» Spiegelbild einer ganzen Raffe. Daß solche Inhumanität, wie sie In dieser Person an den Pranger gestellt wird, auch in unserer Zeit verabscheut wird, ist klar. So wenig aber Rassen fich gänzlich verändern, so wenig verändern fich ihre besonderen Elgenthümlichkeiten, solche lassen fich z« allen Zeiten wieder erkennen und ausfinden. Doch ist e» unsere Aufgabe nicht, einen neuen Shakekpeare-Commentar zu schreiben, zumal gerade über diesen „Sby'.ock-TypuS" schon genug geschrieben wurde. Die Darstellung war im Ganzen aner» kennen-werth- die Mitwirkenden, angeeifert durch die lohnende Aufgabe eines solchen Drama», setzten ihre volle Kraft ein und boten fast ausnahmslos Gute». Für die Hauptrolle des Stückes, Shylock, war vor einigen Tagen ein Gast angekündigt, der jedoch für den gestrigen Abend verhindert war. Doch „warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah", so dachte wohl unsere Dtrection und übertrug die Rolle Herrn Liebscher. Wenn nun der geschätzte und Überaus befähigte Künstler damit auch nicht als Stern erster Größe glänzte, so möge man bedenken, daß ein Provinztheater Forderungen an seine Mitglieder tagtäglich in veränderter Form stellt und deren Kräfte in Folge dessen durch die E le, mit welcher eine Einstudtrung der anderen Platz machen muß, nie recht erstarken können. Ja Werke, welche da- größte, eingehendste Studium erforbern, finden meist nur eine einzige Wiederholung. Mit Berücksichtigung solcher Factoren stehen wir nicht an, die Leistung deö Herrn Liebscher als eine ganz vorzügliche hier anzuführen. Er schuf seinen Shylock in einer Gestalt, die characterlsttsch richtig erfaßt und mit jeder Scene in der Wirkung wachsend, seine volle künstlerische Individualität in großer Weise offenbarte. Den Höhepunkt seines Können» erreichte er in der Schlußscene vor dem Richtertribunal, hier bot der Künstler geradezu Vollendetes. Wir gratuliren zu dem Erfolge, der durch wiederholt gespendete stürmische Beifallskundgebungen selbst bei offener Scene anerkannt wurde. Als ganz vortreffliche Schauspielerin bewährte fich Frl. Marlo ff in der zweitwichtigsten Rolle des Stücke-, der reichen Erbin Porzia. Sie spielte mit einer Innerlichkeit, Wahrheit und Frische, durch welche ihre Befähigung immer mehr schätzen gelernt wird. Ihre Metamorphose als urtheilsprechender Doctor der RechtSgelehr- samkeit war von vortrefflicher Durchführung und ebensolchem Gelingen. Die Herren Fritzschler (Kaufmann Antonio), Forsch (Doge), Böhm (Bassanio), Janson (Graziano) und Fellner (Lorenzo) trugen daS Ihre zum Gelingen deS Ganzen in zufriedenstellender Weife bei, desgleichen die Damen Frl. Biotti (Jessica) und Frl. Berner (Nariffa). Frl. Viotti erfreute diesmal ganz besonders durch lebhaftes, degagirteS Spiel. Vorzüglich war auch diesmal Regie und Jnscenirung. DaS zahlreich anwesende Publikum lohnte mit reichen Beifallsbezeugungen und wird fich diese» Shakespeare- Abends noch oft freudig erinnern. * • Dringliche Staatsbauten. An die Zweite Kammer der Stände de» Großherzogthum» richtet daS Großh. Ministerium des Innern das Ersuchen, für im Hauptvoranschlag für 1897—1900 vorgesehene Arbeiten, deren Ausführung ihrer Dringlichkeit wegen nicht bis zur beendigten Berathung und Feststellung dieses Voranschlags verschoben werden sollte, eine beschleunigte Berathung und Beschlußfassung herbeizuführen und die für dieselben verankchlogten Summen vorläufig bewilligen zu wollen. Für die Neuen Kliniken zu Gießen werden als erforderlich in dieser Beziehung bezeichnet: Weganlage von dem pathologischen Institut nach der Frankfucterstraße für die Leichenwagen und Erwerbung von Gelände 23,000 Mk. — Sehr dringlich wegen Ablauf der Fristen Über die genehmigten Kaufverträge (der Vertrag mit Katzenstein ist am 1. August d. I und derjenige mit Weidmann am 1. October d. I. abgelaufen); Mehrkosten Ür die nach verändertem Entwurf zu errichtende Keller- und Schuppenanlage 7100 Mk. — Eine baldige Unterbringung der Heizer in diesem in der Nähe de» Kesselhauses zu errichtenden Wohngebäude ist im Interesse der BetriebSfähig- keit erforderlich. * * Wetterbericht. Im Westen und besonders im Süd- westen finkt da» Barometer langsam, während über den contlneataleu und nordöstlichen Thetlen Europas hoher Druck ortbefteht. Sein Kern liegt heute über Süd Skandinavien. Für unser Gebiet bleibt zunächst noch der Einfluß des hohen Barometerstandes maßgebend. Im Osten und Norden war bereits am Morgen theilweiseS Aufklaren eingetreten, während Iber dem Alpenvorland noch eine Nebeldecke ausgebreitet lag. Im größten Theile Deutschlands sowie in Central-Frankreich bestand am Morgen leichter Frost. — BorauSsichtliche Witterung: TheilS nebeliges, theils hellere», ziemlich kühles Wetter. B. M. Neuhof (bei Lang-GönS), 2. November. Am Sonntag den 31. Ociober feierte Herr Brennmeister Winter ein 25jährigeS Dienstjubiläum. Der Jubilar ist bei der Herrschaft sowohl wie bet seinen Mitarbeitern sehr beliebt. Son der Familie Müller wurde ihm ein schöne» Geschenk iberreicht. Herr Müller sprach seine volle Anerkennung über )ie treue Dienstleistung Winter» und die Hoffnung au», daß die» auch in Zukunft der Fall sein möge. Herr Tchuchhardt |ab ebenfalls seinen besten Wünschen Ausdruck und veran- leitete ein Festesten für sämmtliche auf dem Hofe beschäftigte Leute. + Hungen, 1. November. Vieh- und Krämermarkt. Der heutige „Allerheiligen-Markt" war recht gut besucht. Aus dem Schweinemarkt waren zahlreiche Ferkel und Läufer aufgetrieben und entwickelte fich ein lebhafter Handel. Bezahlt wurde da» Paar Ferkel mit 35—50 9Xf., je nach Alter und Qualität. Läufer tarnen entsprechend höher. Auch der Krämermarkt war gut besucht und wurden zahlreiche Einkäufe, nämlich in Winterartikeln, gemacht. Dieser Markt ist immer einer der verkehrsreichsten unter den hiesigen Märkten. -t- Schotten, 4. November. Die beiden Kreise Schotten und Büdingen haben vor einer Reihe von Jahren, al» die Nebenbahn Stockheim Gedern erbaut wurde, den namhaften Betrag von 24 600Mk. zu den Bau-und Herstellungskosten beigetragen. Da die verschiedenen Gemeinden, welche durch diesen Bahnbau berührt werden, in armen Gegenden liegen und nur ein mäßiges Verwögen besitzen, so war die Aufbringung dieser Summe für manche der Gemeinden, die den Segen deS Bahnbaue» stet» dankbar anerkennen, doch keine Kleinigkeit. Bei den Verhandlungen über den Ankauf der Hesfischen LudwigSbahn war auch von diesen Beiträgen die Rede, da» sieht man au» Artikel 7 de» Gesetze» vom 3. Gelobet 1896, wonach die Beiträge zu den Nebenbahnen wieder zurückgezahlt werden sollen, wenn sie noch nicht bei der Staatskaffe getilgt find. Eigentlich hätten die Kreise Schotten und Büdingen 30000 Mk. bezahlen müssen, fie konnten vor Jahren aber nur 24600 Mk. zusammenbringen, der Rest wurde damals schon von den Landständen zur Lieber« nähme auf die Staatskasse bewilligt. Nun wird auch die Hauptsumme wieder an die Kreiskassen in Büdingen und hierher baar zurückbezahlt. Da die Summe gleichsam schon ver- schmerzt war, ist ihr Wiedererscheinen doppelt erfreulich, ähnlich wie es dem Weibe im Gleichniß ging, da« seinen Groschen verloren httte, aber wiedersand. Bad-Nauheim, 3. November. Die Gesammtfrequenz betrug in der Saison 1897 17 847 Personen - in der Saison 1896 15288 Personen, 1897 mehr 2559 Personen. ES wurden 1897 227338 Bäder, darunter 11528 Freibäder, 1896 200282 Bäder, darunter 11134 Freibäder gefertigt, 1897 mehr 27 056 Bäder, darunter 394 Freibäder. Vad-Nouheim, 3. November. Der vor einiger Zeit von unS besprochene Prozeß Schulhof Friedberg und Strauß dahier wegen Vergehen» wider das Gesetz betreffend deS unlauteren Wettbewerbs wurde von Großh. OberlaadeSgericht Darmstadt an die Großh. Strafkammer Gießen zurück- verwiesen und kommt demnächst zur nochmaligen Verhandlung. Der Angeklagte Strauß hatte bekanntlich gegen da» ihn ver- urtheilende Erkenntniß Großh Strafkammer Revision eingelegt. Bad-Nauheim, 3. November. Da» Haus des Herrn Rich. Wörner in der Weinbergstraße ging für 26500 Mk. in den Besitz des Herrn Werner au» Gießen über. Da» Reuter'sche Hau» in der Hauptstraße (gegenüber der Turnhalle) wurde an Herrn Philipp Kramm für 17 000 Mk. verkauft. Dorheim, 2. November. Gestern früh wurde in der Wetter eine aufrecht stehende, an einem Baume fich fefthaltende männliche Leiche vorgefunden. Die nähere Persönlichkeit ist bis jetzt noch nickt festgestellt. Darmstadt, 3. November. DaS Comits für Verabreichung eine» warmen Frühstück» an arme und kränkliche oder schwächliche Schulkinder hat seine gemeinnützige Thätigkeit wieder aufgenommen. Im verflossenen Winter wurden vorn 23. November bis 20. März 1009 Kinder ter sechs städtischen VolkSschulgruppen an zusammen 92 Tagen mit dem Frühstück, das in je 1/i Liter abgekochter Milch und einem Wasserweck von etwa 85 Gramm Gewicht bestand, bedacht. Dazu waren 23 833 Liter Milch und 93135 Wasserwecke erforderlich. Die Ausgaben beliefen fich auf 7146 35Mk. Darmstadt, 3. Novtmber. Einen verhängnisvollen Sprung machte der Maurer Georg Hönig von Semd auf der Kirchweihe. Derselbe wollte einen Bekannten nicht bemühen und sprang daher über einen Tisch, um fich hinter diesen zu setzen. Dabei bängte er die an der Decke hängende brennende Lampe auS, die herab fiel und da» Oel hauptsächlich auf einen dasitzenden Mann ergoß, dessen liefe» Bein vom Knie abwärts in schrecklicher Weise verbrannt wurde. Der Herrnite liegt, trotzdem die Sache am 7. Juni geschah, heute noch im Spital und hatte surcktbare Schmerzen auszuhalten. Hönig wurde wegen fahrläsfiger Körperverletzung zu ein Monat Gefängniß verurtheilt. Au» dem Weschnihthal, 3. November. Ein Kirch- weihkuchenbacken mit Hindernissen. In dem Orte «. ist es noch Sitte, daß die Frauen ihre Kuchen selbst im eigenen Backofen backen. Als nun diese» Jahr die Kirchweih- kuchen zum Einschießen bereit waren, fehlten allenhalben die Schießer. Ein Frau sprang in der Verzweiflung vergeben» zur anderen, um den doch so nothwendigen Schießer leihen zu wollen. In der größten Verlegenheit erbarmten fich noch die Bäcker und liehen ihre alten Schießbretter her. Anderen Tag» fand man oben im Thale auf einer Wiese die Schießer, in einem Kreise im Boden steckend ausgepflanzt. Ob ein Bubenstreich vorliegt oder ob vielleicht die geschädigten Bäcker fich einen Scherz erlaubt haben, konnte bi» jetzt nicht fest- gestellt werden. Die Frauen aber wollen für die Zukunst ihre Schießer sicherer aufbewahren, damit ihre Kuchen nicht wieder überreif werden. (N. Hess. volkSbl.) Mainz, 3. November. Die 14»/,jährige Arbeiterin -eybold hat sich gestern im Rhein ertränkt. Die Kleine oll, wie die anderen Arbeiterinnen der Bandagenfabrik, wo die Lehbold beschäftigt war, auSsagen. fick vor ihrem Tode»- gange auSgedrückt haben, daß eß ihr gar schlimm ginge. Jetzt am Abend, wo sie so müde sei, müsse fie, wenn fie nach Hanse käme, noch einen großen Kübel Wäsche auSwascheu, onst bekäme sie nicht» zu essen. Lieber, ehe fie da» Leben so weiter ertrage, ging sie in» Wasser. Und da» 14»/, Jahre alte Kind führte diese Abficht au». • Obertiefenbach bei Limburg a. d. L., 29. October. Eine schauerliche Mordthat versetzte unseren Ort in große Aufregung. Vorletzte Woche verbreitete fich da» Gerücht, der von Steinbach hierher verheirathete Landwirth früh watbt In btt im fld) festhaltrvde m ist Hau- M htnll ng für 26500 M. Girhm über. Dat tzrnübtt Mr Tuiu- n für 17000 SRI. Somltö für Brr« atwe und kränk« itnt vmitauW )txHturo ®^tw 1009 Wnbtt ttt i^oemtn 92 T-azru »Mttt M- und ®tn)id)t bestand, bt- । und 93135 Sch" fit auf 7146 35 M erhänguitzvollca jijolg von Semd auf kannten nicht bemühen sich hinter diesen zu !e hängende brennende -)el hauptsächlich aus af(4 Bein vom Küie wurde. Der Attmste ,^h> h-°'-°°ch» gliiuialt«' 63"'i 7i>« * ®,omi „itr. «i»«1’*' Ito. g«»0?'®' t M» * J zs; es eer W ob ein w- 11,1. .. utAto ",il «‘AI* ®i(rU 1 aul»a^.tn' l «5f*L bal Lebt« ch Ml.fi ®«tt ‘Saft» »6tbi, V " Mt »C , ”'hbl«. Müt 4 "" ®Wt0 Sülriji 5" d!-»-°b«h»t„ J uvch mche bet . q? Uu «refir *«*, k «Mnben zurUeber. “n ^ird auch bit dlidiogen und hin, girichsam schau uu, erfreulich, ühu» bQ< seinen Groschen fsnmwtfrequeuz \w*i in der Saison J59 Personen, ty 11528 Freibäder, Freibäder gefertigt, 1 Freibäder. vor einiger Zeit von rdberg und Straur S betreffend deö iin- h> ObrrlaodeSgericht 'N Gietzeo zurück, aaligeu Berhaudluag. gegen dar thu m- mmer Revifioa ein* * 09 sÄS- Schneider fei in feinem Ziehbrunnen ertrunken aufgefunden worden- die an der Leiche sichtbarer, Verletzungen schienen t’on einem aus dem Mauerwerk auSqebrochenen und nach* gefallenen Steine herzurühren. Da Niemand etwas BöfeS .»Hute, so waren schnell die Vorkehrungen zur Beerdigung ge* troffen- der Vater deS Verblichenen hegte jedoch Verdacht, ob sein Sohn wirklich zufällig um'S Leben gekommen sei- denn derselbe hatte ihm geklagt, er glaube, man werde ihn noch umbringen, denn in der Familie herrschte wegen Erb* schastSangelegenheiten nicht das beste Derhältniß. Die Sec- tiou der Leiche, welche auf gerichtliche Anordnung borge* rtommen wurde, ergab denn auch, daß Schneider ermordet und alsdann in drn Brunnen geworfen worden fei- auf die gerichtliche Untersuchung hin wurde zuerst der Schwager Stamm und nachher auch die Ehefrau des Ermordeten, als der That verdächtig, in das LaudgerichtSgefängniß zu Lim* bürg eingebracht. Letztere soll nun ein Geständniß abgelegt haben: In der betreffenden Nacht, als ihr Mann geschlafen, sei sie zur Bedürfnißanftalt gegangen- die- sei daS Zeichen für ihren Schwager gewesen, derselbe habe nun Schneider int Schlafe mit einem Beile überfallen und ermordet- da die Leiche noch am Halse die Zeichen einer Wücgung trug, ist anzunehmeu, daß der Ueberfallcne sich noch zur Wehre setzte. Nach vollbrachter That trat die Ehefrau Schneider ein, sie half die Leiche und den Fußboden vom Blute reinigen. Die Reiche wurde bekleidet und in den Brunnen geworfen, einen Hausschuh legte man täuschend vor denselben- ebenso wurde ein Stein von dem Mauerwerk loSgeriffen und nachgeworfen. Die blutige Bettwäsche und das Beil wurden im Stalle unter einem Haufen Dickwurz versteckt, wo sie gefunden und an das Landgericht eingesandt wurden. * Wiesbaden, 2. November. Eine tragikomische Geschichte ist, wie der „Rheiug. Bürgerfr." mittheilt, jüngst einem Herrn au» Wiesbaden in Erbach zugestoßen. Es war nämlich bekannt geworden, daß aus der Heil* und Pflegeanstalt Eichberg ein Patient entsprungen war. Nun wollte eS der Zufall, daß ein Herr aus Wiesbaden laut über die Anstalt Elchberg schimpfte. Sogleich wurde Verdacht geschöpft, dieS könnte der entsprungene Kranke sein. Man nahm ihn fest und da er sich natürlich aufs äußerste wehrte, so sperrte man ihn kurzerhand in das Spritzenhaus. Je mehr et lärmte und tobte, um so mehr wurde er sür den entwichenen Kranken gehalten. Nun kam der schönste Act. Dem betreffenden Herrn war er nämlich gelungen, aus dem Spritzenhause zu entkommen und er eilte blrect nach der Eisenbahn, wo auch ein Zug nach Wiesbaden gehend, einlief. Hinter ihm her eine Schaar junger Männer, die ihn auf dem Perron, als er gerade einsteigen wollte, erwischten, und wieder mit sich fortrissen, in der festen Ueberzeugung, den irren Ausreißer vom Eichberg zu haben. Man kann sich leicht erklären, in welche Stimmung der gute Manu ver* fallen war, als man ihn seiner Freiheit beraubte und nach dem Eichberg bringen wollte. Ungehört und ungeachtet seines lebhaften ProtestirenS wurde er fortgeschleppt. Erst später, alS inzwischen einige Wärter vom Eichberg rtquirirt waren, stellte sich der Jrrthum heraus. * Die Folgen einer Lüge. Aus Berlin wird berichtet: Die unverehelichte Martha Musolf hatte einen jungen Mann kennen gelernt, von dem sie hoffte, daß er sie heirathen werde. Um ihn hierzu noch geneigter zu machen, hatte sie ihm offen* bart, daß sie etwa 460 Mk. Ersparnisse besitze. ES kam auch zu einem Sheversprechen seinerseits. Eines Tages bat er sie um etwas Geld, um damit ein Geschäft anfangen zu können. Der Braut kam dies Verlangen unbequem, denn eineStheilS fürchtete sie, daß ihr Geld verloren gehen könne, und andern- theilS hätte sie eingestehen müssen, daß sie ihre Vermögenslage viel zu günstig geschildert hatte, denn thatsächlich betrugen ihre Ersparnisse nur 160 Mk. Sie hielt ihren Bräu* tigam einige Tage hin, indem sie ihm versprach, daß sie sich daS Sparkassenbuch, welches sie ihrer Wlrthin in Verwahrung gegeben habe, von derselben auShändigen lassen wolle. Als der Bräutigam die Musolf dann wieder besuchte, traf er sie in Thränen an. Die Wirthin habe den ganzen Betrag hinter ihrem Rücken abgehoben und im Sparkassenbuch mit ihrem Namen quittirt. So erzählte sie ihrem Bräutigam. Dieser bestand darauf, daß sie sofort Anzeige erstatte, und die Musolf mußte sich hinsetzen, um der Staatsanwaltschaft anzuzeigen, daß ihre Wirthin, eine völlig unbescholtene Frau, sich der Unterschlagung und der Urkundenfälschung schuldig gemacht habe. Das völlig Haltlose der Bezichtigung trat bald zu Tage, die Musolf gestand bei ihrer ersten Vernehmung ein, daß sie sich die ganze Geschichte aus den Fingern gesogen habe. Jetzt wurde sie wegen wissentlich falscher Anschuldi- flung unter Anklage gestellt, und gestern vor der neunten Strafkammer des Landgerichts I gegen sie verhandelt. Sie gab unter Thräneu ihre Schuld zu, sie fei durch die erste Lüge gegenüber ihrem Bräutigam immer weiter in die Sackgasse gerathen. Der Staatsanwalt beantragte zwei Monate Gefängniß, der Gerichtshof erkannte auf einen^Monat Ge- fängniß. * Knallpatronen für Eifenbahn - Signalzwecke verbindet Paul R'ppert in Langenöls nach dem ihm ertheilten Patente in der Weise mit der optischen Signalifir-Vorrichtung, daß nach einer Mittheilung vom Internationalen Patent- bureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, von der Stellvorrichtung für die letztere gleichzeitig ein Drahtzug nach jener Stelle des Schienenstranges geht, wo die Patrone gelegt werden soll. Dieser Drahtzug beeinflußt einen Winkelhebel, an dessen einem Ende die Patrone befestigt ist- bei freier Einfahrt liegt die letztere neben der Schiene, kommt dagegen auf dieselbe zu liegen, sobald das Haltesignal eingestellt wird. Sollte also der Maschinist bei Nebel rc. daS optische Signal nicht erkennen, so wird er doch aus jeden Fall rechtzeitig durch das Knallfignal gewarnt, sodaß der Betrieb ein durchaus zuverlässiger wird. * Die Abenteuer der Sennorila CiSneros. Man schreibt au- London, 20. October: Der Newyorker Correspondent des „Daily Chronicle" hat eine interessante Unterredung mit der in letzter Zeit vielgenannten Cubanerin Sennorita Evangelina CiSneros gehabt. Sie erzählte ihm, wie sie ihrem Vater ins Feld folgte, um ihn zu pflegen, wie er gefangen genommen und nach der Insel Pnos tranSportirt wurde. S e begleitete ihn dahin und lebte in einer Hlllte mit ihm zusammen. Zum Unglück fand der militärische Gouverneur der Insel, Jos4 Berriz Gefallen an ihr und suchte seine Macht über ihren Vater zu benützen, um sie willfährig zu machen. AlS alle seine Versuche scheiterten, ließ er ihren Vaier in den Kerker werfen uab steckte sie selbst in ein Ge- fängntß, wo sie nur Negerinnen um sich hatte. DaS Ge- fängniß hatte ein eisenvergitterkeS Fenster, durch das man von außen hereinsehen konnte und durch das die Hülse kam. In der Befreiungsnacht goß die Sennorita Laudanum, daS ihr zugesteckt worden war, in den Kaffee und gab ihn den Negerweibern, damit sie während der Nacht fest schlafen sollten. Während die Gitter durchgefeilt wurden, stand sie vor dem Fenster, Uebelkeit und ein Bedürfniß nach frischer Lust vorschützend und in ein Leintuch gehüllt, damit Niemand sehe, daß sie ganz angezogen war. Im rechten Augenblick touebe baß Gitter herauSgenommen unb sie selbst von zwei Männern burchS Fenster gezogen. Sie kletterte bann über ein paar Dächer unb würbe auf die Straße herabgelaffen, wo ein Wagen wartete, ber sie nach dem Hause eineß FreunbeS brachte. Hier blieb sie brei Tage lang versteckt- am Tag, an bem ber Dampfer abging, verkleidete sie sich als Junge, uni spazierte, eine große Cigarre im Mund, durch die belebtesten Straßen Havanas nach bem Hafen. Die Cigarre bekam ihr sehr Übel, sie nahm sich aber zusammen unb blieS ben spanischen Beamten, bie ihren Paß revibirten, tüchtige Rauchwolken inS Gesicht." Alles war in Orbnung unb sie war gerettet. Eingesandt. Den „Neuen H-ss. Volksdl." wird geschrieben: Hergebrachte GehaltSunterschiebe im Besoldungs- gesetzentwurs. Die Regelung derBesoldungkn der Staatsbeamten nach Dienstaltersstusen entspricht einem wiederholt und dringlich ausgesprochenen Wunsche der Landstände. Die Begründuno des BesoldungSgesetzentwmss bezeichnet es als den schwierigsten Punkt einer B-.soldungsresorm, die rechte Milte innezuballen zwischen dner zu weitgebenden Ausgleichung und einer zu weitgehenden Erhaltung hergebrachter Gehaltsunterschiede. Die Gehaltsverhältnisse der höheren Beamten anlangend, glaubt der Regierungsentwurt diese »echte Milte gefunden zu haben, indem er den Maximalgehalt der Oberföister, akademisch gebildeten Lehrer u. s. w. 400 Mk. niedriger setzt als den der Amtsrichter. Wie wird die Regierung diese Ungleichheiten vertbeidigen? Wie werden sich die Landstände ihnen gegenüber verhallen? Da die preußische Denkschrist über die Fortführung der Besoldungsausbesserungen für die minieren und höheren elatsmäßigen Beamten (Slaatshaushaltsetat 1897/98) ähnliche Ungleichheiten enthält, so kann man aus dem Verhalten der preußischen Regierung unb der Parteien des Abgeordnetenhauses Sch üsse ziehen auf die voraussichtliche Stellung unserer Regierung und unserer Kammern. Bei der Zusammensetzung unserer Zweiten Kammer hat es ein leicht verständliches Interesse, an der Hand des vom Centralbureau der nationalltberalen Bartet herausgegebenen Landtagsbertchts einen Blick aus die parlamentarische Behandlung dieser Frage in Preußen zu werfen Nach der Auffassung der nationalliberalen Partei hätte der Reformplan sich im Großen und Ganzen einer recht günstigen Aufnahme bei der Volksvertretung zu etfreum gehabt, wenn er nicht bie letbige Ungleichheit des Maßstabes hätte verewigen wollen, mit welchem bisher schon das Dtensteinkommen von solchen Beamten gemessen wurde, die mit gleicher Vorbildung ausgerüstet sein und GleichwertheS leisten sollen. „Es wäre die nächste Aufgabe gewesen," sagt ber angezogene Bericht Seite 55, „Ungleichheiten, die wie eine ewige Krankheit sich durch die letzten Jahrzehnte hindurch sortgeerbt hatten, mit entschlossenem Zugreifen zu beseitigen"; Ungleichheiten, wie sie zwischen Richtern unb Verwaltungsbeamten einerseits, zwischen diesen beiden Kategorien und Oberlehrern, Obersörstem, Bauinspec- toren andererseits bestanden und nach dem Enlwuise weiterbestehen sollten. Als erstes Ziel, aus welches das Bestreben der nationalliberalcit Partei gerichtet gewesen sei, bezeichnet der Bericht Seite 61: „1) Gleichstellung der Oberlehrer, Baubeamlen und Obersörster „mit den Richtern, — in diesem Sinne wurde insbesondere bean- „tragt, die Höchstgehälter der Oberlehrer um 300 Mk zu erhöhen, „so daß mindestens die Im Genuß der Functionszulage stehende „Hälfte der (dtenstälteren) Oberlehrer zu demselben Höchstgehalt ge- „langen könnten, wie die Richter, w.nn auch erst in späterer Frist". Die nationalliberale Partei (unb tas mit tßr stimmende Centrum) unterlag mit dieser Forderung in der Commtssion, weil der freisinnige Abgeordnete EhlerS mit den Conservativen stimmte. „Besonders mißlich " fährt der Landtagsbericht der national- liberalen Partei Seile 65 fort, „halte sich nun das Schlutzergebniß der Commissionsarbeit gerade dadurch gestaltet, daß auf Antrag dctz Abgeordneten Ehlers die Richter im Höchstgehalt um 300 Mark hinaufgesetzt waren, aber alle anderen Positionen dank dem zähen Widerstand desselben Abgeordneten unverändert blieben. Damit war nur die Kluft zatschen den Richtern und den Oberlehrern, die mit den Richtern berechtigter Weise gleichgestellt sein wollen, noch mehr erweitert . . . ." „Zur zweiten Lesung im Plenum mußten die Nationalliberalen ihr Augenmerk vorwiegend darauf richten, das Mißverhältniß zwischen Lehrern und Richtern auszuheben, das erst durch die Commissionsberathung in den Entwurf hineingebrachl war. Sic thaten ein Aeußeistes, wenigstens sitzt eine Mehrheit zu gewinn n, damit den Oberlehrern und Baubeamten 300 Mark mehr Höchstgehalt beroiHiflt würde Citcramr «n6 — Hermann Sudermanns neuestes Bübnenwerk »Johannes^, dessen Aufführung bekanntlich in Berlin verboten wurde, erscheint demnächst als Buch im Verlage der I. G. Cotta- schen Buchhandlung in Stuttgart. — Webers Universal Lexicon der Kochkunst. Sechste, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 81 in den Text gedruckten und 7 Tafeln Abbildungen, 49 Original-MenüS in authentischen Nachbildungen unb einer gastronomischen Karte von Deutschland. Zwei Bände, in Halbfranz gebunden 24 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Kochen ist eine Kunst, eine große Kunst sogar, und erfordert kluge Vereinigung von Theorie und Praxis; das Kochen ist aber auch eine Wissenschaft, in der man, wie man in jeder anderen, die Ansangsgründe nicht ohne Schaden mißachten darf. 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DaS für Jedermann practische Notizbuch enthält: einen Kalender und Nottzenblätter für alle Tage des Jahres, einen Kalender der Juden, ein Kassabuch, die Interessen-Rechnung von 3 bis 6pCt„ Umrechnungstabellen von sechs verschiedenen Währungen in die deutsche Reichswährung, viele wichtige und höchst interessante, im Geschäftsleben wohl zu verwendende Notizen, einen Post- und Gebührentarif für Telegramme, einen ausführlichen VerloosungS-Kalender, sowie sehr verwerthbare statistische Notizen und schließlich eine ausführliche Genealogie ber Regenten unb aller hohen fürstlichen Häuser und zwar alles dieS — sauber unb solid gebunden — zu dem Preis von 1.25 Mk., zu welchem da« handliche Büchlein in Taschm-Format durch jede Buch- unb Papierhandlung. sowie von bem Verleger — C. W. Leske in Darmstadt, Bismarcksstraße Nr. 5 — zu beziehen ist. üniverfitäts - Nachrichten. Berlin, 3. November. Die „Nationalzts." schreibt: DerPro- fessor ber Mathematik an der Universität Göttingen, Geheimrath Ernst Schering, Herausgeber der Werke von Gauß, ist gestern dort gestorben. Gottesdienst in der Synagoge. SamStag den 6. November 1897. Vorabend 4“ Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, Sabbathausgang 585 Ubr. Gottesdienst der israelitischen ReligionSgesellschast. Sabbathfeier am 6. November. Freitag Abend 480 Uhr, SamStag Vormittag 830 Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 6<° Uhr. Nachmittag 2" Uhr Schriflerklürung Bahnhofstr. 50. > Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 46e Uhr. Garantie für jede Dame, daß ihre Taille elegant und vollkommen sitzt, bieten allein Piyms neueste Patent-Taillen Verschlüsse. Jede Schneiderin empfiehlt sie ihrer Damenkundschaft. 9871 Verkehr, CanS» tmfc Volksrnikchschaft Limburg. 3. November. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 16,73, weißer Weizen X 00.00, Korn X 11.26, Gerste X 10 80, Hafer X 6.75. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Münster für 1898/99 liegt vom 6. bis 13. November 1897 in dem Geschäftslocal des Bürgermeisters zur Einsicht sämmtiicher Betheiligten offen. Münster, den 4. November 1897. 10178 Großh. Bürgermeisterei Münster. __________________ Gontrum.__________________ Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteuftraße 2. «lu-ebot der? rtedettuehmee r 3 Bäcker, 1 Buchbinder, 2 Krankenwärter, 1 Krankenpflegerin, 1 Metzger, 2 Lacktrer, 1 Weißbinder, 1 Tapezier, 1 Bauschlosser zur selbst Führung eines Geschäfts, 1 Kutscher, 1 Taglöhner, 1 Fuhrknecht, 1 Hausbursche, 1 Aushülfsköchin, t Einkassirer, 1 Dienstmädchen für Weihnachten, 1 Kindermädchen für feinere Herrschaft, 2 Dienstmädchen f. Küche u. Hausarbeit,! Bureau- gehülfe, 1 Schreibgehülfe, 1 Bureaudieuer. Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Bäcker, 1 Drechsler, 1 Tapezier (Polsterer), 1 Schmied, 1 Fuhrknecht, 2 Hausburschen, 1 Dienstmädchen für landwtrthsch. Arbeiten, 1 Dienstmädchen nach Auswärts bei hohem Lohne, 1 Dienstmädchen für Küche und Hau-arbett, 1 Kindermädchen im Alter von 14—15 Jahren, 1 Weißzeug, Näherin für ein Geschäft. BehördlicheAnzeigen Heinrich Philipp Kuoch und Ehefrau Elifabethe, geb. Sonntag, von Gießen haben durch Vertrag vom 8. September L Jr. Gütertrennung vereinbart. Gießen, am 2. November 1897. Großh. Amtsgericht. Wiener. 10172 Verloren u. Gefunden. Gefunden eine goldene Vorpecknadel. Abzuholen Katharinengaffe 7. Zugelaufen eine dänische Dogge. Abzuholen gegen Erstattung der Futterkosten und Auslagen 10183 Rittergafse 11. ermischte Anzeigen. Versicherung gegen Verluste in Folge EjubnlchgdikWhlk gewährt zu billigen festen Prämien die „Fides" in Berlin. Vertreter für Gießen:! 10193 Heinrich^ Wallach. In Wieseck wird ein geeignetes Local zur Cigarrenfabrikation gesucht. Offerten unter Hamburg 10166 an die Expedition d. 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Deutscher Hof empfiehlt für die Herren Studirenden guten bürgerlichen Mittags- tisch von 60 Pfg. in und außer dem Abonnement. 10005 Irische Schellfische sind heule eingetroffen bei 10177 G. Dort Wallthorstr 45. Kinder Jiebt Dr. Oetker - I'udding-^utver 10, 15, 20 Pfg eine deltcate, gesunde, nahrhafte Speise 1 9422 Gebr. Adami, Mäusburg 14. 3HF* Bitte auf Schaufenster zu achten! Hodes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige Verwandten und Freunden die Mittheilung, daß heute Morgen gegen 4 Uhr meine unvergeßliche Frau 10175 Eleonore, geb. Glock, mir plötzlich durch den Tod entrissen wurde. Ich bitte um stille Theilnahme an meinem tiefen Schmerz. Hermann Amendt, Großh Forstmeister. Treis a. Lda., den 3. November 1897. Die Beerdigung findet dahier statt Freitag den 5. November, Nachmittags 2 Uhr. jSängerkranz. Sonntag, den 7. November, Nachmittags 5 Uhr: C O N C E R T in Steins Garten. Q . Fräulein Vetzberger aus Frankfurt a M., Sonsten: Herr Theodor Haubach aus Giessen. Dirigent: Herr Franz Bauer. Programm: Gemischte Chöre von Mendelssohn. Männerchöre von Mozart, Fischer, Mair. Arie für Sopran a. d. „Folkunger“. Lieder von Cornelius, Stange. Lieder für Bariton aus d. , Rattenfänger u von Nessler u. A. 10180 Frühlingsbilder für Männerchor und Orchester von M. von Weintierl. ________8 Uhr: Tanznnterhaltnng._____ ^iideutscheTVerband. $ 4 ft- * Der Vortrag ist öffentlich und der Zutritt frei. 10137 ),' Lackirte Blechwaaren, 5^, Ofenschirme, 1- und 3-theilig, Die Brotige Ummner umfaßt 6 fetten