de eiten offen, ige Stoffe, i*ze Stoffe 1(1. iffe ang lerrnig. iverehrlen Dmm TikMt lein schäft rstr. 8,1. Sinei s Seile vertraut, falte -i reeller Bedienung an, Aulael, t 8,1. Aock, Mttlion 8728 Z KkrWchÄ.s |B M Der Obige- ß Sie9e1®??611 . W TLscWW . fp|0!SCh 4 ;J*£ä ykheeb,. 8651 Kreuz 11 m. 233 Erstes Blatt Dieasttg dm 5. October 1807 Der ^tetzeuer An»eiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Die Gießener P«mtkien d tälier werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger ^ßonntmcntsprttik 2 Mark 20 Pfg. mit Lringcrlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: KchutflraßeAr.r. Fernsprecher 51. Zlnrts- und Anzeigeblntt für den Aireis Giefzen. Annahme von Anzeige« zu der Nachmittags für tat folgenden tag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Hratisöeitage: Hießener Kamikienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» 1 Anzeige« für de« „Gießener Anzeiger- mtgeg*. Das neue griechische Ministerium. Nur kurze Zett hat die Ministerkrisis in Griechenland gewährt, und eß steht zu hoffen, daß die Entscheidung, welche der Röntg getroffen hat, zum Gegen des von so schweren Tchicksalßschlägen heimgesuchten Landes auSsallen möge. Die Situation in Athen war in den letzten Tagen eine sehr schwierige und in mancher Hinsicht direkt gefahrdrohende. Künstlich waren die Gemüther aufgeregt worden, als die Friedensbedingungen bekannt gegeben wurden. Daß mau billigeren Kaufß davonkommen würde, hätte eigentlich kein einfichtiger Mensch glauben können; aber die Griechen haben ja während deß ganzen Verlaufs der letzten orientali« scheu Episode eine so sonderbare Haltung gezeigt, daß man fich eigentlich über oichtß mehr wundern darf. Und gerade Diejenigen, welche seiner Zeit daß Volk aufwiegelten und den König zum Krieg drängten, haben heute daß große Wort und reden von Schimpf und Erniedrigung, der angeblich der griechischen Nation durch die Friedenßbedingungen angethau wird. Dem Ministerium Rallt kann Griechenland nicht genug Dank wissen, daß eß in der so schwierigen Zeit, da der alte Ränkeschmied Delhauniß daß Staatsschiff dem Wellenspiel preißgab, die Geschäfte übernahm und zu retten suchte, waß noch zu retten war. Eß gehörte wahrlich Muth und Selbst« lofigkeit dazu, daß Erbe Delhauniß anzutreten. Wenn Rallt am Donnerstag in der Kammer ein Vertrauensvotum for- bette, so that er dieß mit Fug und Recht- nicht er hat 6er» toten dadurch, daß ihm daß verlangte Votum verweigert wurde, sondern Diejenigen haben sich blamirt, welche die Stirn hatten, ihm nicht unumwunden ihre Anerkennung zu zollen. Wie wenig wahre Vaterlandsliebe Delhauniß hat, gehr am besten daraus hervor, daß er in dieser schwierigen Zeit, wo alle Männer Griechenlands sich um eine Fahne schaaren sollten, die Kühnheit hatte, zu erklären, er be» kämpfe jedes Mtnisterum, an treffen Spitze nicht er selbst stehe. Anscheinend gehen aber seinen Anhängern nach und nach die Äugen aus und sie erkennen immer mehr, welchen Unsegen sein Regiment bisher über daß Land gebracht hat. Gerade unter dem Cabinet Delhauniß find die finanziellen verhältniffe Griechenlandß derartig zerrüttet worden, daß eß heute keinen Eredit mehr in Europa besitzt. Sein Austreten gegenüber der Türkei in den Jahren 1886/86 brachte eß mit fich, daß die Ausgaben für HeereSzwecke, für die lange Mobilhaltung der Armee die Kräfte des Lavdeß völlig er- schöpften, und seine Haltung zu den auswärtigen Staats- gläubigem ist noch zu sehr in der Erinnerung, alß daß wir hier viele Worte zu verlieren brauchten. In seiner Erwartung, wieder ans Ruder zu kommen, hat fich DelyanniS diesmal getäuscht, seine Partei hat fich gespalten und viele seiner- Anhänger haben ihm den Rücken gekehrt. Der König hat den bisherigen Kammerpräfidenten mit der EabineiSbildung betraut und dieser hat fich des Auf» erageS erledigt und ein Cabinet gebildet, daß fich anscheinend deß Beifalles deß Landes erfreut, denn viele Deputiere aller Parteien haben Zaimiß ihre Unterstützung zugesagt. Üeber die neuen Männer läßt fich heute noch nicht viel sagen. Kriegßminister Smolenßki und der Chef der Marine, Admiral KanariS, find auß dem letzten Kriege her bikannte Namen. Insbesondere der erstere erfreut fich großen Vertrauens im Volke und auch einer gewiffen Beliebtheit im Heere, waß immerhin unter den jetzigen Verhältniffrn etwaß bedeuten will. Der König tragt an der gegenwärtigen Situation viel Schuld, und eß wird großer Anstrengungen feinerseitß be» dürfen, um sein und seiner Dynastie Ansehen im Lande wieder herzustelleu. Dazu gehört ein entschiedeneres Auftreten, alß er eß bisher gezeigt hat, und größere Fürsorge für die vedürfntsie deß Volkes. Noch kann er seine Dynastie retten- dazu gehört aber, daß er daß neue Cabinet kräftig unterstützt und dem Größenwahn seiner Untertanen Zügel anlegt. (xx) Deutsche» Leich. Berlin, 2. Oktober. Zu der Blättermeldung Über den Zusammenstoß zwischen Matrosen deß deutschen Kriegsschiffes „Kaiserin Augusta" mit einem griechischen VolkShausen erfährt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß bei einer Schlägerei zwischen mehrerer Seeleuten von der Mannschaft der „Kaiserin Augusta" und einigen Griechen, an der fich die umstehende Volksmenge beteiligte, zwei Matrosen leicht verletzt wurden. Auf den zur Abholung der beurlaubten Mannschaften ent» sandten Offizier und daß abholende Boot wurde mit Stühlen geworfen. Am nächsten Morgen erschienen im Auftrage der griechischen Regierung der Hafevcapitän von Munichäa und am Tage darauf der griechische Minifterpräfident persönlich an Bord der „Kaiserin Augusta", um dem Commandanten ihr ne||uß Bedauern Über daß Vorkommniß auszusprechen und strenge Bestrafung der Schuldigen zuzufichern. Riel, 2. Oktober. Abendß wurde in der Garnisonskirche ein Trauergotteßdienft für den verblichenen Herzog Friedrich Wilhelm und die mit untergegangenen Marinemannschaften abgehalten. Daß Prinzenpaar Heinrich, sowie die anwesenden Admirale und zahlreiche Marineoffiziere wohnten der Trauerfeier bei. Marinepfarrer Rogge hielt die Trauerrede. Schwerin i. M., 2. Oktober. In Vertretung Seiner Majestät deß Kaisers wird Se. König!. Hoheit Prinz Heinrich zur Beisetzung deß Herzogß Friedrich Wilhelm hier eintreffen. Arr-laird. Lüttich, 2. Oktober. Wie verlautet, forderte Deutschland die Außlieferung des hier verhafteten Behrend, deß falschen Erzherzogß. Antwerpen, 2. Oktober. Der bekannte Diamantmakler Tokkin ist mit Diamanten im Werthe von P/a Millionen durchgegangen. Brüssel, 2. Oktober. Auß dem Longo kommt die Meldung von der Ankunft König Leopoldß. Derselbe war auf dem Landwege angekommen und von einer starken marokkanischen Artillerie-Abtheilung begleitet. Der König begibt fich demnächst an Bord der „Clementine", um nach Portugal zu reisen. Simla. 2. Oktober. Der Feldzug gegen die Mohmad ß ist vollständig beendet. Der Emir von Afghanistan hat Befehl ertheilt, alle Oberhäupter der Afridiß, welche fich in Kabul zeigen, zu verhaften. Londov, 2. Oktober. Auß Singapore wird gemeldet, daß gestern ein großes Erdbeben bei Suda stattgefunden hat. Eine neue Insel sei dort entstanden. WolffS telegraphisches Lorrespondenr-BnreRU. Darmstadt, 3.Oktober. Prinzessin Christian von Schleswig»Holstein ist mit ihrer Tochter Victoria zum Besuch hier eingetroffen. Am Bahnhof wurde die Prinzesfin von der Großherzogin und der Prinzesfin Aribert von Anhalt empfangen. An dem Frühstück bei den Großherzoglichen Herrschaften nahmen außer dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland die Prinzessin Ludwig von Battenberg und deren beide Töchter sowie Prinz Wilhelm Theil. Holtenau, 3. Oktober. Heute Vormittag 11 Uhr hat die Einweihung der Canal-Dankeskirche hier stattgefunden. In Vertretung Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin wohnten Ihre Königlichen Hoheiten Prinz und Prinzesfin Heinrich der Feier bet. Depeschen bei Bureau „Herold.* Berlin, 3. Oktober. Bei ber Kaiserin Friedrich in Cronberg werden morgen Prinz und Prinzessin Heinrich zum Besuch eintreffen. Auch das Zarenpaar wird demnächst in Cronberg erwartet. Bonn,3. Oktober. Im Kottenforst fand ein Duell zwischen einem hiefigen Husaren-Offizier und einem Reserve» Osfizier, einem Kaufmann aus Hamburg, statt. Einer der Duellanten soll erheblich verletzt sein. Budapest, 3. Oktober. Hier ist ein Strike der Zimmerleute außgebrochen, an welchem 3000 Mann be- theiligt find. In Groß Kanizsa striken sämmtliche Eisenbahnarbeiter. Lüttich, 3. Oktober. Emil Behrendt, der falsche Erzherzog, ist gestern auß der Strafhaft entlassen worden und nach Deutschland abgereist. Er wird fich am 9. d. M. vor dem hiesigen CorrectionShof wegen Führung eines falschen Namens zu verantworten haben. Pari», 3. Oktober. Infolge der Ueberschwemm- ungen gleicht daS Garonuethal einem großen See. Der Ort Juret hat furchtbar gelitten. Bon 70 Häusern find 48 total zerstört. Mehr alß 20000 Cubikmeter Grund und Steine wurden von 'ben Wasserflulhen in den Ort gespült. Der Regen dauert fort und die Zuflüsse der Garonne steigen immer höher. Athen, 3. Oktober. Daß neue Ministerium hat fich, wie folgt, gebildet: Zaimiß Präsidium und Inneres, Maurokordato Auswärtiges, General Smolenßki Krieg, Admiral Kanaris Marine, Streit, Gouverneur der Nationalbank, Finanzen, Panagitopulo Justiz. Hamburg, 4. Oktober. Gestern Abend wurde hier der diesjährige socialdemokratische Parteitag eröffnet. Nach der Eröffnung durch den Abgeordneten Molkenbuhr hielt der Abgeordnete Frohme die Begrüßungsrede, in welcher er auf die besondere Bedeutung deß jetzigen Parteitages hinwieß, da er vor den Reichßtagßwahlen stattfinde. Singer-Berlin und Lösche-Altona wurden alsdann zu Borfitzenden gewählt. Nach Festsetzung der Geschäftsordnung wurde eine Resolution für die englischen Arbeiter, welche um den Achtstundentag kämpfen, einstimmig angenommen. Auch die aus elf Punkten bestehende Tagesordnung gelangte zur Annahme. Wien, 4. Oktober. Der König von Sachsen ist gestern Bormittag hier angekommen und von Kaiser Franz Joseph am Bahnhofe empfangen worden. Die Majestäten begaben fich sofort zu Wagen nach Schloß Schönbrunn, woselbst um P/, Uhr Frühstückstafel stattfand, an welcher Prinz Leopold von Bayern, Graf Goluchowski und andere Minister theilnahmev. Bald darauf erfolgte die Abfahrt nach Muerzsteg zur Hochwildjagd. Schwurgericht. W. Gießen, 2. Oktober. Der Borfitzende, LandgerichtSrath Wehner, eröffnete um 8‘/a Uhr die Sitzung. Es wurde in die Verhandlung gegen den 34 Jahre alten Zimmerer Ernst Thomas von Rudingshain wegen Meineid eingetreten. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Als Vertheidiger ist Rechtsanwalt Weidig erschienen. Es find 19 Zeugen er- schienen. Der Angeklagte bestreitet, daß ihm zur Last gelegte Verbrechen begangen zu haben. Der Thatbestand der Anklage ist der folgende: Gegen Michael Neumann von Rudingshain war vom Amtsgericht Schotten Strafbefehl er» lassen, weil er am 24. Decembrr 1896 im Forstdistrict Lappenftein, Gemarkung Rudingshain, Forstfrevel verübt habe. Als Beweismittel hierfür war der Angeklagte Thomas angegeben. Neumann erhob aber gegen den Strafbefehl Einspruch und so kam die Sache am 23. März 1897 zur öffentlichen Verhandlung vor das Forstgericht Schotten. Während hier Neumann mit aller Entschiedenheit bestritt, den Frevel begangen zu haben, bekundete der damals unter Eid als Zeuge vernommene Angeklagte Thomas, er sei am Tage vor Weihnachten nach dem Lappenftein gegangen, habe dort gehört, daß Holz gehauen werde, er sei darauf dem Schalle nachgegangen und habe ganz nahe dabei gestanden und gesehen, daß Michael Neumann eine Buche mit einer Axt bearbeitet habe, um einen Mäser heraus zu hauen Obzwar er den Neumann bestimmt erkannt habe, sei er doch nicht an denselben herangegangen, da er befürchtet habe, fich selbst dadurch dem Verdacht der Thäterschaft auszusetzen. Auf Grund dieser Aussage wurde Neumann vom Forstgericht verurtheilt, doch legte derselbe hiergegen Berufung ein- so kam diese Sache an daß Landgericht Gießen und hier machte Thomas die gleiche Aussage unter Eid, die er vor dem Forstgericht abgegeben, er setzte hinzu, er sei am fraglichen Tage zwischen 8 und 10 Uhr Vormittags am Lappenstein gewesen und habe an jenem Tage den Neumann überhaupt nicht gesprochen. Die Anklage behauptet, daß die Bekundung deß Angeklagten vor dem Forstgericht sowohl, als auch vor der Strafkammer Gießen, von der die Berurtheilung der ersten Instanz bestätigt wurde, wissentlich falsch abgegeben sei. Michael Neumann, als Zeuge vernommen, bestreitet ganz entschieden, den Holzfrevel begangen zu haben- er sei an gedachtem Tage überhaupt nicht auf dem Lappenftein gewesen. Am 23. December jeden Jahres werde in seiner Heimath die sogevannte lange Nacht gefeiert und würde am Abend des Tages tüchtig getrunken, so daß eß sehr spät werde, ehe man in der Nacht in's Bett komme. Aus diesem Grunde sei er am 24. December, am Tage wo der Frevel begangen sei, um 1/^9 Uhr vom Lager aufgestanden, habe gemüthlich Kaffee getrunken, dann baß Vieh gefüttert, erst ' dann sei er von Hause fortgegangen, um fich von Heinrich Müller eine diesem geliehene Axt zu holen, eß sei dies gegen 10 Uhr gewesen. Die Ehefrau Neumann und dessen Söhne Ludwig und Otto bestätigen unter Eid, waß dieser über die Vorgänge deß Morgenß bekundet und bemerken, daß kurz nach dem Weggänge deß Familienoberhauptes eß vom Kirchthurm 10 Uhr geläutet habe. Die Heinrich Müller Ehefrau und deren Sohn Heinrich bestätigen, daß Neumann an jenem Vormittag in ihr Haus gekommen, um seine Axt zu holen, alß der Ehemann resp. der Vater dasselbe bereits verlassen, dieser sei aber um V3IO Uhr außgegangen. Der Zeuge Georg Heinrich Müller, ein Nachbar deß Angeklagten Thomas, ging am fraglichen Morgen an dessen Hauß vorüber, es war um diese Zeit genau 73IO Uhr. Eß interesfirte ihn, ob Thomas seine Festesfreude von der langen Nacht schon verschlafen, er sah daher zum Fenster der LhomaS'schen Wohnung hinein und sah, daß dieser noch i» Bette lag. Die Ehefrau Georg Heinrich Müller sah nach dem Fortgang ihres Ehemannes, der nach Schotten gegangen war, daß Thomas neben seinem Hänschen ein vedürfniß verrichtete, es sei die» etwa gegen 10 Uhr vormittag- am gedachten Tage gewesen. AuS den wetteren Zeugenaussagen geht hervor, daß der Angeklagte gegen 11 Uhr gesehen wurde, als er au- dem Backhaus zwei Kuchen in seine Wohnung schaffte, daß er aber, bevor er diese Arbeit verrichtete, in der Wirthschaft von Deubel seinen Frühschoppen trank nnd dann noch bei Joh. Adolph Holzhauerlohn vereinnahmt hat. Ebenso wird durch die anderen Zeugenaussagen zur Gewißheit, daß Thoma- am 24. December bi- 1/210 Uhr vormittag- der Ruhe gepflegt. Damit ist die Beweisaufnahme erschöpft. Die an die Jury zu richtenden Schuldfragen gehen dahin, ob der Angeklagte in zwei Fällen, und zwar vor dem Forstgericht Schotten und vor dem Landgericht Gießen, in der Strafsache gegen Neumann wegen Forstfrevel wiffentlich fasch geschworen und ob sich die That des Angeklagten al- eine einzige strafbare Handlung darstellt. StaaiSanwalt Zimmermann plaidirt für Schuldig des Meineids in einer einheitlichen Begangenschaft. Die Be- welSaufnahme habe klipp und klar erwiesen, daß das, waS der Angeklagte beschworen, falsch und zwar wiffentlich falsch war, denn e- sei ihm nachgewiesen, daß er zwischen 8 und 10 Uhr Morgens am 24. December gar nicht auf dem Lappenstetn gewesen sein kann, weil er um diese Zeit noch in Rudingshain im Bette gelegen. ES sei aber auch erwiesen, daß Thomas den Neumann dort nicht gesehen haben kann, weil dieser um die fragliche Zeit Rudingshain nicht verlaffen habe. Die Bekundungen de- Angeklagten, die dieser unter Eid gemacht, seien rein aus der Luft gegriffen, um einen ganz unschuldigen Menschen ins Unglück zu bringen. Der Bertheidiger, Rechtsanwalt Wei big, gesteht zu, daß die Belastungszeugen einen sehr guten Eindruck gemaa-r hätten, die Geschworenen aber hätten doch die Pfl'cht, zu prüfen, ob sie diesen vollen Glauben schenken könnten- hätten dieselben nur den mindesten Zweifel an der Schuld deS Angeklagten, so mühten fie doch auf Nichtschuldig ihren Spruch fällen. Nach der Rechtsbelehrung durch den Borfftzenden folgte die kurze Berathung der Geschworenen, deren Obmann, Prof. Krüger-Gießen, den Wahrspruch dahin verkündete, daß der Angeklagte schuldig des Meineids in einer einheitlichen Begangenschaft sei. StaatSauwalt Zimmermann wie- darauf hin, daß der Angeklagte durch seine That eine gemeine Gesinnung an den Tag gelegt, um einen Menschen, der ihm im Leben nie zu nahe getreten, zur Bestrasung zu bringen, also aus reiner Bo-Heit habe er falsch geschworen,- er beantrage, gegen den Angeklagten 3 Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen auszusprechen. Der Bertheidiger bat um ein milderes Urtheil und Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Gerichtshof erließ das Urtheil dahin, daß der Angeklagte mit 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren zu bestrafen, auch deffen dauernde Zeugenunfähigkeit auSzu- sprechen sei. ______________ W. Gieße«, den 4. October. Heute wurde gegen den MüllerSsohn Heinrich Dörr von der DammeSmühle bei Arnshain wegen Mordversuchs verhandelt. Es find 24 Zeugen von der Staatsanwaltschaft und 9 Zeugen von der vertheidigung geladen, zu hören. Herr Dr. med. Brückner-Gießen ist als Sachverständiger erschienen. Dem am 22. Januar 1872 geborenen, wegen Diebstahls vorbestraften Angeklagten wird nach der Anklage zur Last gelegt, daß er in der Nacht vom 23. bis 24. Juli d. I. den versuch gemacht habe, das Dienstmädchen seines Vaters, die Bertha Bondio von Seibelsdorf, zu ermorden. Der Angeklagte erklärt, im dritten Jahre seine- Lebens vom Mühlrad getroffen worden zu sein und immer noch daran zu leiden, da die Wunde am Bein ab und zu wieder auf« bricht. Auf der Mühle seine- Vaters find seit der ver« heirathung seiner Schwester zwei Dienstmädchen, darunter auch seit dem dritten Weihnachtsfeiertage die Bertha Bondio. (Schluß folgt.) ü— "B 11 1 ---- CoceUs anO proHnskte Gießen, den 4. October. * * Kirchliche Dienstnachricht. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 29. September dem Pfarrer Jacob Jaudt zu Maulbach die evangelische Pfarrstelle zu Planig, Decanat Wöllstein, zu übertragen. • * Stadttheater. Für die gestrige Sonntags-Vorstellung wurde das überaus gefällige Lustspiel „Wohlthätige Frauen" von L'Arronge gewählt und erzielte deffen Aufführung den vollsten Beifall des sehr gut besuchten Hauses. Durch Verhinderung unseres Referenten muß für diesmal auf ein näheres Eingehen über die Wiedergabe des Stückes verzichtet werden. • • Stadltheater. Als nächste Novität erscheint auf dem Spielplan der hiefigen Bühne das vieractige historische Luft- spiel „Wie die Alten jungen" von Carl Niemann, welches voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche zur Aufführung gelangen wird. Die Gesellschaft für Srd- und Völkerkunde hielt am 1. d. MtS. im Saale des „Gasthofs znm Einhorn" ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Profeffor Sievers, gab in seinem Rechenschaftsbericht eine Ueberficht über die Tätigkeit der Gesellschaft Im Der« floffenen Geschäftsjahr, auS der wir entnehmen können, weich' erfreulichen Aufschwung der junge Verein bereits genommen hat. Aus der Fülle der fntereffanten Vorträge brauchen wir nur diejenigen der Herren Geh. AdmiralttStSrath Profeffor Dr. Neumeyer und Excellenz v. Brandt zu nennen, um ihre Bedeutung zn djaracteriftren. Die Referate und Mittheilnngen von Seiten einzelner Mitglieder im kleineren Kreise der MontagSabende wirkten nicht minder anregend und find da« her an dieser Stelle besonders mit Dank zu erwähnen. Die Mitgliederzahl (218) darf als sehr günstig betrachtet werden, eben so der einen Ueberschuß von über 100 Mark ergebende Kaffenbestand. Die von den Herren Eifert und Zimmer geprüfte Rechnung wurde als richtig befunden und der Rechner entlastet. Das vom Herrn Vorsttzenden hierauf entwickelte Programm für den kommenden Winter, das den Mitgliedern gedruckt zugehen wird, berechtigt zu der Hoffnung auf eine Reihe eben so interessanter und lehrreicher Vorträge, wie fie unS da- vergangene Jahr gebracht hatte. Größere Borträge werden halten die Herren Dr. Julius Ritter von Payer, eine Autorität ersten Ranges auf dem Gebiete der Polar- forschung, über den Nordpol, der ja augenblicklich das Jutereffe der ganzen gebildeten Welt in Anspruch nimmt; Director Dr. Seitz, ein Gießener Kind, über Australien, Profeffor W. Kükenthal, Director Bansa über Japan, Dr. DierckS über Cuba und Dr. Philippson über Thessalien, alles Namen von gutem Klang und Themata von großem Interesse. — Die am Schluß der Versammlung vor- genommene BorstandSwahl ergab als engeren Vorstand die Herren Professor Dr. Sievers (1. Vorfitzender), Cornmercien- rath Koch (2. Vorsitzender), CustoS Dr. Ebel (1. Schriftführer), Buchdruckereibefitzer Kindt (2. Schriftführer), Com- mercieurath Heichelheim (Rechner); als Beisitzer wurden gewählt die Herren Director Bansa, Premierlieuteuant Bartsch, Geh-imrath Frhr. v. (Sagern, Cammercienrath Heiligeustädt, CustoS Dr. Heuser, Hoftraiteur Kirch, Landgerichtspräfident Frhr. von Ricou, Brauereibefitzer Ed. Röhrle, Kaufmann Otto Schaaf, Buchhändler Töpelmann. Kaufmännischer Verein. Die am SarnStag Abend veranstaltete Feier des 24. SiiftungS festes hatte sich eines großen Zuspruchs zu erfreuen. Der dem Balle voraus- gehende Schwank „Großstadtluft" von Oscar Blumenthal wurde von Mitgliedern des hiefigen Theaters in vortrefflicher Weife zur Aufführung gebracht. DaS Stück ist an und für sich zur Genüge bekannt, als daß wir hier auf eine Zergliederung desselben einzugehen nöthig hätten. Die AuSsührenden entledigten sich ihrer Aufgabe in vortrefflicher Weise und die» bewies der zahlreiche Beifall, den fie beim Publikum erzielten. Der sich hierauf anschließende Ball hielt die Tanzlustigen bis zur späten Morgenstunde in ungezwungener, fröhlicher Stimmung beisammen. * • Neue» Restaurant. Der Besuch deS am Samstag eröffneten „Restaurant Royal" am SelterSweg war am Eröffnung-tage sowohl, wie auch gestern ein überau- guter. Die Räume find elegant und vornehm hergerichtet. Küche und Keller des Herrn ElgeS bieten Vorzügliches. P. Ehrende Anerkennung. Unser Mitbürger Konrad Rübs am en, Mitglied deS Vogel- und Geflügelzuchtvereins Gießen, hat auf den diesjährigen Geflügel-Ausstellungen in Gutra, Hannover und Butzbach, wo er feine Zuchten von Nutzhühnern (Italiener) und schwere Nutzenten (Rouen-Enten) ausstellte, im Ganzen 28 Preise erhalten, darunter 4 erste, 8 zweite und 8 dritte Preise. Ferner erhielt derselbe zwei Ehrenpreise, darunter einer gestiftet Dom Landw. Central- Verein. — Für hernorragende Leistungen in der Rouen- Entenzucht wurde ihm die silberne Staatsmedaille zuerkannt. * „Heller October, viel Wind im Winter" — sagt eine alte Wetterregel. Ader der October gibt noch zahlreiche andere Anzeichen, von denen man auf den kommenden Winter zu schließen berechtigt ist. Da heißt e» in einer anderen Bauernregel: „Ist recht rauh der Hase, bann frierst Du bald an der Nase," ober: „Wenn im Moor viel Irrlicht stehn, bleibt baS Wetter lange schön" — ober enblich in einem dritten Sprüchlein: „Trägt's Häschen lang sein Sommerkleid, so ist der Winter auch noch weit." Auch die schwarz gefiederten Schaaren der Krähen, wenn fie hoch in den Lüsten über den Wäldern krähen, gelten dem Landmann als Wetter- iropheten für den Winter, denn von ihnen heißt eS : „Halten die Krähen Convivium, fieh nach Feuerholz dich um." AIS eigentliche Grenzscheide zwischen Herbst und Winter aber gilt der 28. October, der Tag Simon-Juda, von welchem es heißt: „Ist Simon-JudaS erst vorbei, dann rückt der Winter auch herbei." Bis dahin aber wollen wir hoffen, noch manchen chönen Nachsommertag zu erleben. -s- Nidda, 3. October. Als gestern Nachmittag gegen Vj6 Uhr der hiesige, etwas schwerhörige Landwirth Scheig mit seinem Fuhrwerk aus dem Felde heimkehrte unb von dem BorSdorser Wege bei dem Wärterhause Nr. 27 den Bahnübergang passiren wollte, brauste der von Friedberg kommende Zug, den wegen der Krümmung unb tieferen Lage der Fahrbahn Scheig nicht bemerkte, heran unb hätte wahr- cheinlich besten Wagen Überfahren, wenn nicht rechtzeitig bie herzukommende Bahnwärtersfrau an da- Fuhrwerk geeilt wäre und solches zum Stehen gebracht hätte. Dem vernehmen nach ist da- übliche Warnung-fignal an der genannten Stelle nicht gehört worden. □ Darmstadt, 2. October. Schon seit mehreren Tagen war die auf heute festgesetzte Ankunft de- russischen Kaiserpaares bekannt und so säumte auch eine nach Tausenden zählende Menschenmenge die Straßen beim Einzug beute Nachmittag, dem Kaiserpaar und Großherzogpaar jubelnde Ovationen barbringenb. Die (Übrigen- auch neugepflasterte) Rheinstraße und anstoßende Straßen find mit Fahnen in russischen, coburgischen und hessischen Farben reich beflaggt. Besondere Freude bereitete eß den Darmstädtern, bie Kaiserin, die allbeliebte frühere Prinzeffin Alis in ber alten Heimath wieder begrüßen za können und diese Freude äußerte sich in ausrichtigen, spontanen Jubelkundgebungen. Sowohl da- Kaiserpaar, als die beiden kaiserlichen Prinzessinnen erfreuen sich besten Aussehens unb augenscheinlichen Wohlbefinden-. Wie im vorigen Jahre gedenkt das Kaiser« paar den October in ungezwungenem Erholungsaufenthalte irr unserer Stadt zuzubringen. Wie man hört, hat Kaiser Nicolaus für bie auf ber Mathilbeuhöhe projectirte griechische Kapelle 1 Million Rubel gestiftet. — Im Hoftheater hatte kürzlich das Reichel'sche Schauspiel „Die Bildhauer" einen freundlichen Erfolg zu verzeichnen. E- characterifirt sich als dramatische Anfänger-Arbeit, aber mancherlei Geschicklichkeit in Aufbau unb Entwickelung beß Stückes läßt wohl auf weitere Arbeiten beS Autors gespannt sein. nn. Darmstadt, 2. October. Zum zweiten Male seit seiner Thronbesteigung ist gestern Nachmittag Se. Majestät Kaiser Nicolau- II. von Rußland nebst seiner hohen Gemahlin zum Besuch der Großh. Familie am hiesigen Hof eingetroffen. Ein officieller Empfang fand auf Wunsch deS Kaiserpaares nicht statt und hatte sich nur der Großherzog und bie Großherzogin nebst ber kleinen Prinzessin Elisabeth unb bie Prinzessin Battenberg nebst ihren drei Rinbern auf dem Perron beS Main-Neckar-BahnhosS eingefnnben. Auch Prinz Wilhelm von Hessen, sowie Provinzialdirector v. Marquardt und der russische Ministerrestdent v. Operoff nebst Gemahlin und eine Anzahl Damen der hiefigen Aristokratie waren zum Empfang erschienen. Punkt 4 Uhr fuhr ber auS elf Salonwagen destehenbe Kaiserzug in ben reichgeschmückten Bahnhof ein, unb als ber Train hielt, entstiegen sofort ber Kaiser und bie Kaiserin ihrem Salonwagen unb eilten auf ihre hohen verwaubten zu, umarmten und küßten ben Großherzog, bie Großherzogin und bie Prinzessin Battenberg. Auch bie Kinber wurden ans» herzlichste begrüßt und die kleine Prinzessin Elisabeth überreichte ber Kaiserin mit einem Knix ein herrliches Maiblurneobouquet. UeberauS herzlich war auch bie Begrüßung beß Prinzen Wilhelm von Hessen (Seiten* beß Kaiserpaares, während ber Kaiser Provinzial Director von Marqaarbt, sowie ben Regiments Commanbeur deS 24. Dcagoner-RegtS., beffen Inhaber Kaiser Nicolaus ist, ganz besonbers burch Händedruck unb Ansprachen auszeichnete. Nachdem noch die Vorstellung deS Gefolge- ftattgefunben hatte, begaben sich bie Herrschaften burch ben Empfang-salon zu ben bereitftehenden Wagen unb fuhren unter dem Hochrufen eines nach vielen Tausenden zählenden Publikums in vierspännigen Wagen L la Daumont mit Spitzenreitern vorauf, und zwar im ersten die Kaiserin mit der Großherzogin, im zweiten der Kaiser unb ber Großherzog burch die reichgeschmückte Rhein« und Wilhelminenstraße nach dem Großherzoglichen PalaiS, woselbst daS Kaiserpaar auf die Dauer von vier Wochen Wohnung nehmen wirb. AdendS fand eine Familientafel statt. Am heutigen Sonntag Nachmittag machte ber Kaiser unb bie Kaiserin mit ber Großherzoglichen Familie und der inzwischen eingetroffenen Prinzessin Heinrich Don Preußen einen Au-flug nach Jagdschloß Kranichstein unb AbenbS besuchten bie Herrschaften baS Groß- herzogliche Hoftheater. Böhler-Stahlwerke der Wolga-Stahlfabriks-Gesellschast. lieber den Bau dieser Stahlwerke liegen interessante Berichte in der russischen Zeitung „Saratower Tagebuch" vor. Der Bau ber Stahlwerke schreitet so rasch vor, daß bie Eisengießerei schon in kürzester Zeit in Betrieb gesetzt werben wird. Daß Hüttenterrain ist 34 Deßjatinen groß unb ungefähr 2 Werft von Saratow entfernt. ES prSsentirt sich als elegante Anlage unter Berücksichtigung ber neuesten Erfahrungen auf bem Gebiete ber maschinellen unb Ban- technik. DaS Hüttenterrain wirb burch bie Eisenbahn, welche von Saratow nach Uwiek geht, in zwei Abschnitte geteilt. Auf dem oberen Abschnitte befinden sich bie Werksanlagen, auf dem unteren, ber näher ber Wolga zu liegt, befinden sich bie Meister- unb Arbeiterhänser: bie künftige Stahlcolonia Die etwas hügelig ansteigenbe Terrainformation ber Werks- feite wurde von den Erbauern in scharfsinniger Weise aufr- genützt. Die Gebäude werden nämlich derart angelegt, daß bie Rohmaterialien von ben höher gelegenen Theilen kommen unb bei ihrer Bearbeitung nach unb nach ber Terrainsenkung folgen, biß sie in die Magazine gelangen. Entlang der Magazine läuft ein Schienenstrang, der eine Zweiglinie ber Bahn Saratow«Uwiek bilbet. Die Fabrikate werden auß einem Gebäude in baß andere in kleinen Waggonß auf Schienen transportirt, waß in Folge ber Neigung beß Terrains sehr wenig Kraft absorbirt, ein Umstand, der bet ber großen Production, welche biefe Werke haben werben, wohl tnß Gewicht fällt. Daß größte Gebäube beß Werkes ist für die Stahlgießerei bestimmt. Es hat 75 Sashen Länge, 41/, Sachen Mauerhöhe, unter bem Dache 6 Sashen. Aus der einen Seite nächst bem Eingangßthore befinben sich brei riesige Martinöfen, auf ber anderen Seite bie Tiegelstahlgießerei zur Erzeugung beß JnftrumentenstahleS, der bisher aus« schließlich vom Außlande bezogen werden mußte. Die Tiegel- stahlgteßeret hat drei Abthetlungen, unb zwar bie eigentliche Gießerei, bie Tiegel-Trockenabtheilung unb bie Abtheilung zur Fabrikation ber Tiegel, welche nach einer neuen Methode eingerichtet ist, so daß bie Tiegel vier- biß fünfmal unb barüber werden gebracht werden können. Die zweite Gebaute« reihe bilden die Schmiede, Putzerei und baß Walzwerk zur Herstellung von Flach-, Runbeisen unb Draht. In der Schmiede befinden sich große Dampfhämmer und eine hydraulische Presse. Neben diesen Gebäuden befindet sich baß Kesselhaus mit ber ganzen Dampfmaschinen-Anlage. Seitlich steht eine vollstänbig eingerichtete mechanische Werkstätte unb tn einem eigenen einstöckigen Hause ein chemische- Laboratorium unb eine technologische Prüfungsstation für Festigkeitsproben u. bergl. Die commercteQen Bureaus befinben sich in einem eigenen Hause. Tine große Rolle spielt in bem Werke bie Electricität. In ber electrischen Station werden zwei Dampfmaschinen von 200 Pferdekräften ausgestellt, welche vier Dynamos it» Bewegung setzen, wovon einer für die Beleuchtung beS WeikeS- ~ s°> htn. E» * »°°« A •» « «e» and eilten aus ibn ^^tklldikl Srodheeziz, in Battenbeig. Auch b({ öjl unb die Heine Priu. vit einem Snix du e.Iau6 herzlich war dua '7 v°° Hessen Seiten! * PrMnM.Direct« lunentB Eommandeur bei bn Kaiser Nicolaus ist, o Ansprachen auszeichnet!. TesolgeS stattgesuadic durch den Empfangisalo: fuhren unter dem Hoch zählenden Publikums in mont mit Spitzenreitern riserin mit der Troßher- der Grohherzog durch lli ;elminenstrahe nach bei das Saiserpaar aus i« nehmen wird. M heutigen Sonntag Nait. Kaiserin mit der Grob» chen eingetrofftnen Pck« Ausflug nach Jagdschloß e Hrrrscha/ttu da- @re§> rerke s-GestPchch. itxte luyu IttUxt^aWt gSaxatotott Ta-tbu^ ixeittt so rasch vor, daß r Zeit in Betrieb gesetzt ist 34 Deljatinen groß d entfeint. ES präseutirt riilkfichtignug der neuesten r maschinellen und >urch die Eisenbahn, M , zwei Abschnitte M ;n sich die WerkSauK^/ Tolga zu liegt, bestnda die künftige Stahlcolov.a rainsorwation der »a» scharsfinniger ffiei e M dich derart angelegt, rag gelegenen Theilen W {nach dex Tnrainsenrnng „langen. Entlang der Lrs: SYÖS» T ur bei de- 8* a°d, otl ; «Obi tut taten W ' lde e*E tef i * eite i>- lÄ •»" ,p°hl'8-- mW’ erden ««”•. « , neue« $=«)•« na-h tlnthj. sünswal uni l«l %| J|«®** U S B#e<1 £ rei und das qn del -n °»d °L- W * " ‘ Peelt«4 f* ttett'0“ «erlftätt* xs--7 nnd der Wohnhäuser, drei zur Kraftübertragung bestimmt stad. Insbesondere die Maschinen der mechanischen Werkstätten werden durch Electricität in Bewegung gesetzt. Große Sorgfalt ist für die Unterkunft der Arbeiter in der oben erwähnten Colonie getroffen worden. Für Arbeiter mit kleiner Familie find Häuser mit vier Wohnungen bestimmt, deren jede au» zwei Zimmern und Küche, Keller rc. besteht. Je zwei Wohnungen haben einen Eiskeller und Kuhstall für zwei Kühe, jedes HauS zwei Höfe und einen Gemüsegarten. Die Häuser stehen in entsprechender Entfernung von einander. Für Arbeiter mit einer Familie von mehr als vier Personen find Häuser in derselben Art, nur größerer Grundfläche gebaut. Die Häuser für die Werkmeister befitzen je vier Zimmer mit Zugehör. Für die Ingenieure find ebenfalls größere Häuser gebaut worden. Außerdem hat die Unternehmung mit der Eisenbahnverwaltung ein Abkommen bezüglich billiger Beförderung jener Arbeiter getroffen, die doch in der Stadt wohnen wollen. Ein eigenes Krankenhaus aus Baracken mit zehn Betten befindet fich auf der Colonie, angesichts etueS Wäldchens. Für die Stadt Saratow verspricht das Werk von großer cultureller Bedeutung zu werden, nicht minder auch von öconomischer. Für Rußland selbst bedeutet daS Böhlerwerk in Saratow einen großen Fortschritt auf dem Gebiete der Eisen'Jndustrie. 9194 H - - - Tt • AuS Eschweiler wird unter Hinweis auf einen in der „Deutschen Bauzeitung" erschienenen Artikel uoS mitgetheilt, daß der in Nr. 218 d. Bl. enthaltene Bericht betr. Wettbewerb um die Erbauung eines Volksbades daselbst nicht den Thatsachen entspreche. ES soll ein höchster Preis (der nach unserer Mittheilung den Herren Architecten Stein & Meyer tm Verein mit der Firma H. Schaffstädt zuerkannt wurde) überhaupt nicht zur Vertheilung gekommen sein. Es erhielten je einen gleichwerthtgen zweiten Preis die Herren Stein & Meyer und Schaffstädt in Gießen und Gebrüder Offergeld-Köln in Gemeinschaft mit C. Jansen- Eschweiler,- der letztere Entwurf ist mit unwesentlicher Abänderung zur Ausführung bestimmt. (Wir bemerken hierzu, daß die Notiz in Nr. 218 d. Bl. nicht durch die Herren Stein & Meyer und die Firma H. Schaffstädt uns zugestellt wurde, sondern von einem Berichterstatter. Red.) • Bad Salzbruuo. Wohl über keine Mineralquelle ist während der letzten fünfzehn Jahre ärztlicherseits so viel geschrieben worden, wie über die hiesige Kronenquelle, deren Wirksamkeit bei Gicht, Nieren- und Blasenleiden ulw. man anfänglich ausschließlich auf ihren Lithioagehalt zurückführte. Neuere Arbeiten haben nun aber ergeben, daß neben dem Ltthion auch noch verschiedene andere Bestandtheile dieses Brunnens von großer Bedeutung find. So hat z. B. Herr San.-Rath fcDr. Fürst, Berlin, in einer erst kürzlich erschienenen iutereffanten Studie: „Die Rolle der Alcalien, sprciell des Kalkes, in der anti-uratischen Behandlung" auf den Werth besonders des Calcium-BicarbonatS in der Kronenquelle hingewiesen. Er sagt darin S. 17 und 18: „Die günstigen Erfolge, die ich — gleich vielen Aerzten — seit laugen Jahren mit der Kronevquelle (Salzbrunn) erzielt, die neben allen Alcali-Bicarbonaten auch daS Calctum-Bicarbonat enthält, werden mir gerade durch die erwähnten Arbeiten anderer Autoren erst vollkommen verständlich und erklärlich. Alles, was diese Arbeiten als Postulat aufstellcn, finde ich in der betreffenden Analyse wieder und zwar in ganz typischer Gruppirung". ES darf wohl als zweifellos gelten, daß dieser Ausspruch einer unbestrittenen Autorität die Aufmerksamkeit der ärztlichen Welt von Neuem auf die Kronenquelle lenken wird. P.A. Frankfurt a. M., 2. October. Die große Obst- auSstellung im Rahmen der Allg. Rosen-, Blumen- und Pflanzenausstellung wurde am 1. October im Beisein deS Regierungspräsidenten Herrn v. Tepper-Laski, des Frankfurter Polizeipräsidenten und andrer Spitzen der Behörden feierlich eröffnet. Die Ausstellung rechtfertigt in vollstem Maße die Erwartungen, die man an sie geknüpft hatte und namentlich die reiche Beschickung aus Heffen und Hessen- Naffau legt Zeugniß ab für das hohe Jutereffe, welches man dem Unternehmer allseitig eutgegenbrachte, andrerseits aber auch für die großartige Leistungsfähigkeit der Gemeinden, Privaten und Corporationeu, welche die Ausstellung so überaus reich beschickt haben. Sechs große Hallen nehmen die Ausstellungsobjekte auf. Neben frischem Obst aller Sorten sind Obstproducte der mannigfachsten Art, Obstconserven, Versandt, und Verpackungsmaterial, Baumschulartikel, Maschinen und Geräthe für Obstcultur zur Schau gestellt- auch bietet die Anlage eines FormobftgartenS Gelegenheit, alle im Obstbau vorkommenden Formen kennen zu lernen. Ein Besuch der Ausstellung, die nur bis zum 11. October dauert, ist für Jedermann, Laien und Kenner, von hohem Werth und bietet vielfach Anregung. Ihr Zustandekommen und ihre Bedeutung verdankt die Ausstellung in erster Linie zwei Männern, dem AuSstellungsvorstaud Herrn C. P. Straßheim- Frankfurt und Herrn Director Dr. von Peter-Friedberg. Die Verdienste der beiden Herren wurden denn auch beim gestrigen Bankett, welches der Eröffnung folgte, auS be- lufenem Munde gewürdigt. Berlin, 1. October. Ein schweres Verbrechen ist in der Frühe des heutigen Morgens an einem Berliner Droschkenkutscher auf dem Tempelhoser Felde verübt worden. Der Droschkenkutscher 2. Klaffe Wilhelm Gollmart wurde auf dem Bock seiner Droschke erschlagen aufgefunden. Der muthmaß- liche Thäter ist in der Person eine« Müllkutscher NamenS Buchwald bereits fcstgenommen worden. Zwei weitere Personen wurden unter dem Verdacht der Mitthäterschaft verhaftet. Pofen, 1. October. In Urzazcwo bei Schwerscnz ist die TaglöhnerSfamilie Nowak bestehend auö Mann, Frau, Großvater und drei Kindern infolge GenuffeS giftiger Pilze gestorben. SchAffsnachriehten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertteten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhos. Bremen, 2. Oktober.(Der transatlantischen Telegraph Der Postdampfer Stuttgart, Capt'än I. Köhlenbeck, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Hniverfitäts - Nachrichten. Breslau, 1. October. Unionsilätsprofefsor Dr. Leopold Auerbach, Specialarzt für Nervenleiden, ist, 69 Jahre alt, heute gestorben. Der Verstorbene war ein Vetter Berthold Auerbachs. Politisch war Professor Auerbach freisinnig. — Am 24. December d. I. wird sich ein Jahrhundert seit der Geburt des am 15. Januar 1880 verstorbenen Rechtslehrers Karl Gev'g v. Wächter erfüllen. Voraussichtlich wird in Leipzig, an dessen Universität der berühmte Jurist am längsten gewirkt hat, eine Gedächtnisifeier stattfinden. Auch in Marbach am Neckar, dem Geburtsort Wächters, und in Tübingen, wo er mehrere Jahre Kanzler der Universität aewesen ist, dürfte des Tages gedacht werden. Wächter gehört zu den Begründern de« deutschen JuristentageS, dem er auf sechs Versammlungen präsidirte. Die württembergische Kammer der Abgeordneten erwählte ibn wiederholt zum Präsidenten, er war auch Mitglied des Frankfurter Vorparlaments und des constituirenden Reichstages des norddeutschen Bundes. Dor seiner Berufung nach Leipzig stand er an der Spitz- des Ober-Appellationsgerichts zu Lübeck.^ Würzburg, 1. October. Der Thurm der Universitäts- kircke wird gegenwärtig einer Renovation unterzogen, deren Kosten der Staat trägt. Im edelsten Barockstil gehalten, stellt der Thurm das höchste Bauwerk Würzburgs dar. Er ist etwas jüngeren Datums als die an ibn grenzenden Gebäude der alten Universität. In seiner Spitze befindet sich eine Sternwarte, während das Schiff der Kirche das Herz des Fürstbischofs Julius, des Stifters der Universität, birgt. Erlangen, 1. October. Repetent Sellin der theologischen Facultät der Universität hat vom österreichischen Unterrichtsministerium die Anfrage erhalten, ob er Nachfolger des Professors Lotz werden wolle. Sellin hat bejahend geantwortet. — Dr. Carmen Sylva. Die Budapester Universität wird der Königin von Rumänien in Anerkennung ihrer schriftstellerischen Werke, die bekanntlich unter dem Namen Carmen Sylva erschienen sind, den Titel eines Ehrendoctors verleihen. Spichkla der «rrdäßtri jrrryrrtrr UMtzrilrr. OverttbsrrS. Dienstag den 5. October: Die Jüdin. Mittwoch den 6. October: Bajazzo. Cavalleria rueticana. Donnerstag den 7. October: Undine Freitag den 8. October: Erstes Abonnement- Con cert unter Mitwirkung gbe« Kammersängers Bulß. Samstag den 9. October: Hans Helling. Sonntag den 10 October, Nachmittags 31/« Uhr: Fledermaus. Der Maskenball. Montag den 11. Octobcr: Vogelhändler. Schauspielhaus. Dienstag den 5. Octoder: Galeotto. Mittwoch den 6. October: Othello. Donnerstag den 7. October: Pfarrer von Kirchfeld. Freitag den 8 Oclober: Neu-Frankfurt. Samstag den 9. October: Zwischen zwei Schlachten. Hierauf: Die Neuvermählten. Was die Leute sagen. Sonntag dm 10. October, Nachmittags 3Ve Uhr: Die versunkene Glocke. Abends 7 Uhr: Zwischen zwei Schlachten. Die Neuvermählten. Was die Leute sagen. Montag den 11.October: Othello. Eingesandt. Gießen, den 4. October 1897. Am gestrigen Abend feierte auf Lonys Bierkeller unter Be- theiligung feiner Familienangehörigen, zahlreicher Mitglieder deS Fahrdeamten-VeretnS und ihrer Familienangehörigen, sowie der erschienenen Freunde und Bekannten, der hier stationirte Schaffner Herr Heinrich Preiß U. sein 25jähriges Dtenstjubiläum alS Eisenbahn-Beamter. Die große Betheiligung feiner Mttbeamten sowie seiner Freunde legte Zeugniß ab davon, daß der Jubilar sowohl wie auch seine Frau es während dieser an Lebenserfahrungen so reichen Zeit verstanden haben, sich die Liebe und Zuneigung sowohl der Mttbeamten wie Beamten und Freunde, sowie der Jubilar selbst sich die Achtung seiner Vorgesetzten zu erwerben und zu erhalten. Unter Toasten auf das Jubelpaar, den Fahrbeamten Verein usw., einer Begrüßungsansprache seitens desPrästdenien genannten Vereins, sowie der Ueberreichung der Geschenke rc. wurde die Feier eingeleitet, die dann auch bei einem flotten Tänzchen die Theilnemehmer bis zum frühen Mo'gen beisammen hielt. Wir alle aber wünschen von Herzen, daß es dem Jubstar vergönnt sein möge, noch recht lange Jahre in Gesundheit seinen schwierigen Beruf erfüllen zu können und daß die Jubilarin, seine treue Gattin, ihm wie in vergangener Zeit so auch in Zukunft mit Rath und That zur Seite stehen möge. Gottesdienst der israelitischen ReligiouSgesellschast. Mittwoch, den 6. October: BerfShttttttgSfest. Vorabend 6<$ Uhr, Predigt Vormittags W Uhr, Predigt 11 Uhr, Festes- ausgang 68) Uhr ______________ — Bet dem hiesigen Post amte sind für die durch Wetterund Wasserschäden hetmgesuchien Bevölkecungskretse ferner- folgende Beiträge eingegangen: Dr. med. Hanau 5 X, W. D. 1 X, Ungenannt (Wirthfchast Schneider) 0.50 X, Ungenannt 4 X, Lehrer Görlach 2 X Jnsgesammt bis jetzt 158.50 X. welche an die S ädtische Haupt-Stistungskaffe in Berlin C abgeführt worden sind. Weitere Beiträge werden bei der Hauplkasse und bei den Annahmestellen des Postamtes entgegengenommen. ilcrtebr, Caw». «nv Volk.Mtrlhtchaf' Aeüvdrrg, 2. October. Fruchtpreise. Weizen 18,40, Korn X 14,38, Gerste X 12,50, Hafer X 13,16, Erbsen X 00,00, Linsen X 00,00, Wicken 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00, Samen X 24,10. Ball-Seide v. 75 Pfg. schwarze, weiße und farbige Hetttteberg'Seide von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. 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Unser Gottesdienst am hohen Bersöhnnugsfeste, Mittwoch den 6. er., wird Schanzenstraße 18, im große Saale abgehalten. Gießen, den 4. October 1897. 9225 Der Notkauf -er Israel. Religmsgesellschaft. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde WeiterShain für 1898/99 liegt vom 5. October 1897 an acht Tage lang zur Einsicht der Betheiligten auf rem Bürgermeisterei Bureau offen. WeiterShain, am 4. October 1897. Großh Bürgermeisterei WeiterShain. ___________________________Faulftich._______________________9202 RV» ■ ■ | ■ in jeder beliebigen Schriftart und Karteneerte «rede» iIIOIIk n “iBtijr«1» Preiien «gefertigt in der VIvIlRQl lull Brähl’schenÜniv.-Druckerei(Pietsch&Scheyda Bohulstraeee 7. Versteigerungen Versteigerung. Montag, bett 11. d. MtS., versteigere ich gegen Baarzahlung Nach mittags 2 Uhr im Pfandlocal Seltersweg 11: Sopbas. Commoden, Kleiderschränke, 2 Ässchränke, 1 Regulator, 1 Standuhr, 1 großen Spiegel, Oelgemälde und Bilder rc., Nachmittags um 3 Uhr, Zusammenkunft im Schützenbaus,: die Ernte von 3 Trieboiertelu- Versteigerung der Triebviertel bestimmt. 9218 Mulch, Vollziehungsbeamter. Mittwoch den 6 firtobrr, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker’schm Saale verfteigett: Sophas, Commoden, Kleiderschränke, 1 Verttcow, 1 Regulator, 1 vollst. Bett, 1 oo. Tisch, 1 eich. Schreibtisch, 6 Stühle, 1 Nähmaschine, 2 Hobelbänke, eine Partie Werkholz Stahlstiche und Oelgemälde, 1 Kafsa schrank, 2 Ladenschränke, 1 Laden- th bursche gesucht.Sreuzplatz 1t. D. R. P. mit neuem Muechelreflector. Grösste Gasaasnotzung Gleichm. Wärnevertheilunj. • 25000 Stück in Betrieb, In 5 Minuten ein warmee Bad! Gr* Als Beilage für die Stadtauflage der heutigen Nummer finden unsere hiesigen Leser eine Einladung ;um Abonnement auf die „Berliner Jllnstrirte Zeitung". In Gießen hat die Privat- Stadtbriefbeförderung (Inhaber G. 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