Nr. 154 Erstes Blatt Sonntag den 4- Juli 1807 Der Oietever Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montags. Die Gießener 'Anmitienölätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Hießmer Anzeig er Kenerak-Mnzeiger. Vierteljähriger Avouuementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expebittarr und Druckerei: Schvtstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Zlnrts- und 2lnzeigeblutt füv den Uteis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für bex fiCrt-Hdr Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« l folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Dorm. 10 Uhr. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«. Amtliche Lheit. Gießen, den 2. Juli 1897. Betr.: Die Umwandlung 4%tger Großh. Hessischer StaatSschuldverschreibungen. Das Grobherzogliche Meisamt Gießen an die Gemeinde-, Kirchen- und uns unterstellten Stiftuugsrechuer. Im Anschluß an unser Ausschreiben vom 3. Mai 1897 — abgedruckt im KreiSblatt Nr. 104 — und vom 16. Juni 1897 — abgedruckt im Kreisblatt Nr. 141 — theilen wir Ihnen nachstehend eine Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen vom 16. Juni 1897, betr. die Umwandlung der 4procentigen Großh. Heisischen SlaatSanlehen aus den Jahren 1876 und 1882 (Oberhesfische Eisenbahnschuld und Mainzer Brückenbauschuld) in 3Vzprocentige Staatsschulden« »erschreibungen, mit. Da auch bet diesem Umtausche für den Inhaber günstige Verhältnisse vorltegrn, so empfehlen wir Ihnen, soweit Ihre Kasten im Besitz der gekündigten Obligationen find, von diesem Angebote Gebrauch zu machen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: die Umwandlung der 4procentigen Großherzoglich Hessischen Staatsanlehen auö den Jahren 1876 und 1882 (Oberhcsfilche Eisenbahn- schuld und Mainzer Brllckenbauschuld) in 3>/,procenttge StaatSschuldverschreibungen. Durch das Gesetz oom 14. Juni 1897, Reg.-Blatt I Nr. 22, ist die Großherzogliche Regierung zur Kündigung der noch ausstehenden vierprocentigen StaatSschuldverschreibungen der Oberhesfischen Etsenbahnschuld vom 1. Juni 1876, aus. gegeben auf Grund der Bekanntmachung vom 7. Juni 1876 (Reg. Blatt Nr. 30), sowie deS auf Grund des Gesetzes vom 2. April 1881 (Reg.-Bl. I Nr. 7) aufgenommenen Staats« anlehenS vom 1. Juli 1882 zur Errichtung der Mainzer Straßenbrücke ermächtigt worden. Bor der Kündigung soll jedoch den Inhabern der ge« nannten vierprocentigen Schuldverschreibungen die Umwandlung derselben in solche mit dreieinhalb- procentiger Verzinsung durch öffentliche Bekannt- machung angeboten werden. Das Angebot soll für angenommen gelten, wenn nicht binnen einer auf mindestens drei Wochen vom Tage jener Bekanntmachung ab zu bemeffenden Frist von den Inhabern der vierprocentigen Schuldverschreibungen unter Einreichung der letzteren die Baarzahlung des LapitalbetrageS beantragt wird. Nachdem nunmehr die Kündigung der vorstehend bezeichneten beiden Anlehen zur Rückzahlung beschloffen worden ist und die Veröffentlichung dieser Kündigung demnächst erfolgen soll, wird hiermit den Inhabern von Schuld« Verschreibungen dieser Anlehen die Umwandlung derselben in dreieinhalbprocentige Großherzoglich Hessische Staatsschuldverschreibungen unter folgenden Bedingungen angebcten: 1. Die umzuwandelnden Schuldverschreibungen der vorbezeichneten Anlehen werden noch bis einschließlich 31. De- cember 1897 mit vier Procent verzinst. 2. Die Umwandlung erfolgt auf eine demnächst von der Staatsschuldenverwaltung zu erlaffende Aufforderung durch Abstempelung der Schuldverschreibungen bet den durch die öffentliche Bekanntmachung zu bezeichnenden Stellen mit einem die ZtnSherabsetzung auSdrückendrn Vermerk. Mit der Zurückgabe der abgestempelten Schuldverschreibungen findet zugleich die Aushändigung der dreieinhalbprocentigen ZinSscheine nebst ZtnSschetN'Anwetsunqen gegen Einlieferung der nach dem 15. November 1897, bezw. 2. Januar 1898 fälligen ZinSscheine und der Zinsschein-Anweisungen statt. Die bei der Abstempelung für die Umwandlung zu ent» richtende RetchSstempelabgabe soll auf die StaatSkaffe übernommen werden. 3. Die auf Grund des Gesetzes vom 14. Juui 1897 in dreieiuhalbproeentige umgewandelten Schuldverschreibungen dürfen den Gläubigern vor dem 1. Januar 1906 zur baareu Rückzahlung nicht gekündigt werden. Im Uebrtgen bleiben die seitherigen Bestimmungen der betreffenden Schuldverschreibungen unverändert in Kraft. 4. Das Angebot der Umwandlung gilt kraft Gesetzes ohne Wettere- für angenommen, wenn nicht bis zum 17. Juli 1897 (einschließlich) von den Inhabern die Baarzahlung de- Capital- betrage- unter Eiureichung der Schuldverschreibungen schriftlich beantragt wird. Hiernach haben diejenigen Inhaber von Schuldverschreibungen der obigen Anlehen, welche keinen Antrag auf baare Rückzahlung stelle» und daher als mit der Umwandlung in LV^Proeeutige einverstanden anznseheu sind, zur Zeit keinerlei Erklärung abzugebeu oder fonstige Schritte zu thuu. Der Zeitpunkt de- Vollzug- der Umwandlung und de- hierbei zu beobachtenden Verfahren- wird später von der Großh. StaatSschuldenvrrwaltung bekannt gemacht werden. Dagegen werden diejenigen Inhaber von Schuldverschreibungen ver obigen Anlehen, die mit der angebotenen Umwandlung nicht einverstanden sind und daher Baarzahlung verlangen, hiermit aufgefordert, ihren Antrag auf Baarzahlung deS Capital« betrages längstens bis zum 17. Juli d. Js. (ein- fchließlich) schriftlich bet Großh. HauptstaatS- kasse einzureichen. Ä Diesem Antrag sind beizufügen: W 1. Die Ortginalschuldverschreibungen (ohne ZinSscheine und ZinSschein-Anwetsungen sTalonsj), 2. ein Berzetchniß der eingeretchten Schuldverschreibungen in doppelter Ausfertigung, woraus da- Aolehen, zu dem sie gehören, sowie Nummer und Neunwerth derselben zu ersehen find. Die eine Ausfertigung wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen und dem Etnreichenden sofort zurückgegeben. Die eingereichten Schuldverschreibungen werde« mir einem amtlichen Vermerk über den erfolgten Antrag auf Baarzahlung versehen und gegen Rückgabe der ausgestellten Empfangsbescheinigung dem Einreichenden wieder etngehändtgt. Das Postporto hat gegenseitig der Absender zu tragen. Es wird noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß diese Bekanntmachung sich nicht auf die vierprocentigen Schuldverschreibungen der Staatsrentenschuld vom 1. März 1879 und vom 2. Januar 1881 und auf die vierprocentigen LandeSculturrenten-Obligationen auf Grund deS Gesetzes vom 20. März 1880 bezieht. Darmstadt, den 16. Juni 1897. Großherzogliches Ministerium der Finanzen. Weber. Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 silb. Armband , 1 Reitpeitsche, 1 Knaben-Strohhut, 1 Spielball und 1 Henkelkörbchen. Gießen, den 3. Juli 1897. Großherzogliches Poltzeiamt Gießen. I. V.: Roth. Wolffs telegraphisches Correfpondenz-Bureau. Berlin, 2. Juli. Der Bundesrath überwies in seiner heute unter dem Vorsitz des StaatSsecretärS des Innern, Staatsminister Graf PosadowSky, abgehaltenen Sitzung dem Reichskanzler die Resolutionen des Reichstages zu dem AbänderungSentwurfe der Gewerbeordnung, zur Nachtragsvorlage zum NeichShaushaltSetat 1897/98 und zum Gesetzentwurf über den Servi-tarif und die Klasseneintheilung der Orte. Ferner wurde dem Ausschußberichte über den Freund- schaftS- und Handelsvertrag mit dem Oranje-Freistaat und den Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz über den Verkehr mit Butter, Käse, Schmalz und deren Ersatzmitteln die Zustimmung ertheilt. Schließlich wurden die Ueberfichten der Einnahmen und Ausgaben der afrikanischen Schutzgebiete für 1894/95 und 1895/96 nebst den Etat-Überschreitungen vorläufig genehmigt. Berlin, 2. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt gegenüber der Mittheilung eines süddeutschen Blattes fest: Das preußische StaatSminifterium erstattete kürzlich an den Kaiser einen Bericht, worin gewisse Modificationen deS Entwurfes der Militär-Strafprozeßordnung vorgeschlagen wurden. Da eine kaiserliche Entscheidung bisher nicht erfolgt ist, kann von der Festlegung der preußischen Stimmen im Bundes- rathe nicht die Rede sein. Die „Nordd. Allg. Ztg." glaubt versichern zu können, daß der Reichskanzler keiner Faffung zustimmen wird, die mit seiner vorjährigen Erklärung im Reichstag unvereinbar sei. Berlin, 2. Juli. Die „Berl. Corresp." schreibt. Der vom BundeSrath heute genehmigte Entwurf der Ausführungsbestimmungen zum Margarinegefetz bestimmt, daß, um die Erkennbarkeit der Margarine und des MargartnekäseS, die zu Handelszwecken bestimmt sind, zu erleichtern, bei der Fabrikation den zur Verwendung kommenden Fetten und Oelen Sesamöl zuzusetzen sei. In 100 Gewichts- theilen Fett und Del muß die Zusatzmenge bet Margarine mindestens 10, bet Margarinekäse 5 Gewichtstheile betragen. Für die vorgeschrtebene Bezeichnung der Gefäße und Umhüllungen find Muster aufgestellt. Die Anbringung von Inschriften und Fabrikmarken erfolgt durch Einbrennen oder Aufmalen. Kiel, 2. Juli. DaS Katserpaar hielt gestern Nach- mittag 5 Uhr an Bord der „Hohenzollern" einen Theeabend ab. Einladungen waren ergangen an den König der Belgier, der zum ersten Male in deutscher AdmtralSuniform erschien,- ferner an den Prinzen Heinrich von Preußen, den Erbgroß- herzog von Oldenburg, den Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg, an die Admiralität und zahlreiche Stabsoffiziere, an Profeffor von ESmarch, sowie an Vertreter der Schleswig- Holsteinischen Ritterschaft. Bei dieser Gelegenheit verabschiedete sich der König der Belgier in herzlicher Weise vom Kaiser und verließ um 9 Vs Uhr auf der „Clementine" unter dem Salut der deutschen Kriegsflotte den Hafen. Gegen 10 Uhr begab sich der Kaiser und Prinz Heinrich, sowie die übrigen Fürstlichkeiten an Land, um an einem Bierabend in Marineakademie theilzunehmen. Kiel, 2. Juli. Die Kaiserin hat sich heute mit der Herzogin Friedrich Ferdinand von Holstein nach Schloß Gravensteiu zum Besuch der Herzogin Mutter begeben und gedenkt Abends nach dem Neuen Palais in Potsdam weiter zu reisen. Kiel, 2. Juli. Bei einem Uebersall des Vermessung-- detachementS der „Möve" auf der Insel Selco (Deutsch- Neuguinea) wurden die Matrosen Welk, Niemann, KrnschtnSki und Grönlinger durch Pfetlschüsse verwundet. Paris, 2. Juli. Dem „Figaro" wird aus London berichtet, eS sei wahrscheinlich, daß Präsident Faure über kurz oder lang von der englischen Regierung werde eingeladen werden, nach England zu kommen. Faure wäre des sympathischsten Empfanges von Seiten des britischen Volkes sicher. Barcelona, 2. Juli. Während mehrerer Stunden wurde hier ein Phänomen auf dem Meere beobachtet. Der Wasserspiegel hob und senkte sich alle 10 Minuten um einen Meter. Einem englischen Kriegsschiffe, das im hiesigen Hafen lag, riß das Ankertau. DaS Schiff Mußte den Hafen verlaffen. _____________ Depeschen deS Bureau „Herold." Berlin, 2. Juli. Die Morgenblätter besprechen in längeren Artikeln die gestern im Reichsanzeiger amtlich publicirten Neubesetzungen verschiedener hoher RetchSämter und erklären fast einmüthig, daß die Art und Weise der nun erfolgten theilweisen Lösung der Ministerkrise nicht sonderlich überrasche, weil die Veröffentlichung im Reichsanzeiger nur die Bestätigung der schon bekannt gewesenen Thaisachen enthält. Ueberrascht habe aber doch die Ernennung deS Generals z. D. Podbtelsky zum Staats« secretär des RetchSpostamtS. Zustimmend zu der Neubesetzung des Staatssecretariats des RetchSpostamtS durch Podbielsky äußern sich die „Deutsche TageSztg." und die „Staatsbürger- ztg.". Die letztere hofft von der Lhätigkelt der neuernannten obersten Reichs- und Staatsbeamten eine größere Stetigkeit und innere Einigkeit der Regierung zwecks Durchführung des vom Kaiser in Bielefeld ausgesprochenen Programms. Die „Deutsche TageSztg." hält die osfizielle Rechtfertigung der Ernennung PodbtelSkyS zum Nachfolger Stephans für überflüssig, da ein Mann von so hervorragendem OrgantsationS« Talent, tote eS Podbtelsky zweifellos besitzt, zur Leitung der ReichSpoft wohl geeignet ist. Die „Berl. N. Nachr." glauben bei allem Respect vor der hervorragenden Qualität des neuen StaatSfecretärS doch nicht, daß die offiziellen Rechtfertigungen doch nicht geeignet find, die gegenteiligen Ansichten der weitesten Kreise zu beeinflußen. In wesentlich schärferer Weise sprechen die „Nationalztg.", daS „Tageblatt", die „Voff. Ztg." und andere Blätter ihre Unzufriedenheit wegen der Ernennung PodbtelSkyS aus. Die „Nationalztg." meint betr. der Ernennung PodbielskyS: Es fehle jede Berechtigung dafür, diesem Herrn mehr neue Gesichtspunkte, mehr Geist und Wissen zuzutrauen, als Männern, welche daS Ressort verstehen, während dieser eS letten soll, ohne eS zu verstehen. Im Uebrtgen müsse das deutsche Volk die Ergebnisse der neuen postalischen Gesichtspunkte abwartcn Ferner widmet die „Nationalzeitung" dem Slaatssecretär Bötticher Worte unbedingter Anerkennung. Ob Graf PosadowSkh seinen Vorgänger vollständig ausfüllen könne, | müsse erst avgewartet werden. In politischer Beziehung könne man die Erhöhung deS Grasen PosadowSkh nur mit Mißtrauen ausnehmen. Au seiner Zuverlässigkeit gegenüber dem Agrarierthum müsse sowohl in handelspolitischer Beziehung als in der Währungsfrage gezweifelt werden. Die ,.Boff. Ztg." sagt i Die Berufung MtquelS zum thatsäch- lichen Letter der gesammten inneren Politik Preußens und des Reichs fei gescheitert. Vielleicht habe Herr von Miquel schon heute die Empfindung, daß seine Herrlichkeit bald zu Ende geht. Ob er den Grafen PosadowSkh mit besonderer Freude als neuen Amtsgenoffeu begrüßen werde, sei zweifelhaft. Der neue StaatSsecretär deS Innern werde wohl schon finden, daß eS nicht leicht sei, Herrn von Bötticher zu ersetzen. D'eser habe nach seiner Begabung zur Schmiegsamkeit gerade in die heutige Zeit vorzüglich gepaßt. DaS Blatt schließt, so habe sich also der große Krach, den Herr v. Stumm angekündigt, falls die Flottenforderungen nicht durchgingen, vollzogen. Herr v. Stumm bleibt Sieger auf der Wahlftatt. Wie lange werde Fürst Hohenlohe noch Reichskanzler fein? Die Bündler und Umsturzschreier begrüßten die Morgenröthe einer besseren Zeit. Vielleicht werde Graf Mirbach noch Schatzsecrerär, Graf Kanitz Handelsminister und Herr v. Plötz LandwirthschaftSminister und König Stumm müßte unter dem neuen Kurse Reichskanzler werden. Das deutsche Volk aber werde mit erhöhter Regsamkeit an die Vorbereitung der Wahlen gehen. Das „Tageblatt" meint, warum Bötticher gerade jetzt aus dem Amte scheide, sei dem Verstände des einfachen Steuerzahlers auf den ersten Blick nicht recht begreiflich. Berlin, 2. Juli. Die „Kreuzztg." bespricht heute die Veränderungen in der Regierung und betont dabei, das Gerede von Differenzen zwischen dem Reichskanzler und dem Fioanzmtnister, die dadurch entstanden sein sollten, weil dieser danach gestrebt habe, jenen sozusagen von der Leitung der gesammten inneren Politik des Reiches und Preußens zu depoffediren, und mit diesem Streben gescheitert sei, habe von vornherein für den einigermaßen Orientirten auf Erfindung beruht. Zwischen beiden Staatsmännern habe von Anfang an volle Uebereinstimmung geherrscht. Von einer Niederlage deS Finanzministers, von einer „Enttäuschung", mir der feine „hochfliegenden Pläne" geendet hätten, zu sprechen, fei unbegreiflich. Herr v. Miquel sei von vornherein geneigter gewesen, sein Amt in Preußen beizubehalten und daneben als Vicepräsident des StaatSministertumS dem Reichskanzler die erwünschte Entlastung zu leisten. DeS Weiteren bemerkt die „Kreuzztg.", von einer Zurückziehung des Vereinsgesetzes könne jetzt weniger als je die Rede sein, und ein Grund zum Rücktritt der Minister des Innern und deS CultuS liege wahrlich nicht vor. Nachdem noch das Blatt die Verdienste des zuückgetretenen Herrn v. Bötticher in warmen Worten hervorgehoben und die Ernennung deS Generals v. PodbielSky zum StaatSsecretär deS Reichspost- amtS mit Genugthuung begrüßt, schließt es mit der Bemerkung, daß man bei den drei Ministern, Dr. v. Miquel, Grafen PosadowSkh und v. PodbielSky, auf ein liebevolles Verständniß für die Bedeutung der productiven Stände deS Volkes rechnen dürfe, und daß man die Hoffnung hegen könne, daß unsere inneren Verhältnisse einer besseren Zukunft entgegen gingen. Berlin, 2. Juli. Im ReichSamt des Innern ist heute Vormittag 11 Uhr der Börsen aus fchuß zusammengetreten. Berlin, 2. Juli. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird bis Montag in Schillingsfürst bleiben. Kiel, 2. Juli. Auf der heutigen Regatta nach Travemünde nimmt der Kaiser auf seiner Aacht „Meteor" Theil, ebenso Prinz Heinrich auf seiner Rennyacht. Die Kaiserin ist heute Vormittag O1/^ Uhr nach Gravenstein abgereist, woselbst sie um 11 Va Uhr eintraf. Laugenschwalbach, 2. Juli. Die K a i s e r i n v o n Oester- reich wird am 8. Juli nach beendetem Kurgebrauch nach Wien zurückreisen. München, 2. Juli. Ein gestern Nachmittag über unsere Stadt weggebrauster Orkan hat bedeutenden Schaden angerichtet. In den Straßen und Anlagen wurden Bäume entwurzelt, Ziegel von den Dächern geschleudert, Telephon- masten und Fuhrwerke, darunter sogar ein beladener Möbelwagen, umgeworfen. In der Hackerbrauerei fchlug der Blitz in den Kamin ein und stürzte ihn um, wobei ein Ober- Maschinist schwer verletzt wurde. Von dem Bahnhofsgebäude in Pullach wurde das Blechdach abgehoben und 100 Meter weit auf das Feld geschleudert, während in Weilheim zwei Waggons entliefen und auf einen vorausfahrenden Zug aufstießen, von welchem mehrere Waggons entgleisten, zum Glück find nur leichte Verletzungen vorgckommen. Telephon- und Telegraphenverkehc ist vielfach unterbrochen. Wien, 2. Juli. Nach der tropischen Hitze der letzten Tage ging gestern Abend über Wien und Umgebung ein starkes Unwetter unter heftigem Orkan nieder. Durch Blitzschlag wurden mehrere Brände verursacht. Rom, 2. Juli. Hier sowie auf (stellten und Sardinien herrscht große Hitze. 36 bis 40 Grad im Schatten wurden constatirt. Turin, 2. Juli. Die „Gazzetta Piemontese" berichtet, daß in der algerischen Provinz Oran eine TyphuS- Epidemie ausgebrochen sei, welcher bereits viele Tausende zum Opfer gefallen seien. Die Bevölkerung ist panikartig rrregt. Brüssel, 2. Juli. DaS Gerücht von der Niedermetzrlung der Expeditton DhaniS durch die Madhisten findet hier Glauben. Auffallend erscheint die Thatsache, daß der Congo- ffaat seit 14 Tagen den Tod einer ganzen Reihe belgischer Osfiziere und Unteroffiziere mittheilt und als Todesursache Fieber angegeben hat. Moos, 2. Juli. Der Strike im Kohlenrevier im Henvegau ist nunmehr allgemein. Die Strikenden, etwa 20,000 an Zahl, hielten gestern unter freiem Himmel eine Versammlung ab. Sie schwuren, lieber Hungers zu sterben. als das von bett Grnbendirectoreu ausgearbeitete Reglement । anzunehmen. Eine Intervention des ArbeitSminifters wird tündlich erwartet. Paris, 2. Juli. Dem „Matin" zufolge har die Regierung beschloffen, den Etnladungsbrief deS Zaren in der Presse zu veröffentlichen, da derselbe sehr bedeutsame Worte über die Beziehungen Rußlands zu Frankreich enthalte. Der „Figaro" erfährt, Präsident Faure werde auf einer Reise noch Petersburg nur von dem Minister Hano- taux begleitet werden. Der Zar sei seinerzeit auch nut von dem damaligen Verweser deS Auswärtigen Amtes begleitet gewesen. Sicher sei, daß die beiden Präsidenten der Kammer und deS Senats Faure nicht begleiten. Der „GauloiS" veröffentlicht das Programm Über die Reise Fantes. Danach würden der Zar und Faure bei deS Letzteren Ankunft am 23. August in Kronstadt eine Revue der russischen Flotte abhaltea. Abends werd die Ankunft in Peterhof erfolgen, wo Galatafel stattfindet. Am 25. ist officieller Empfang in Petersburg. Dort nimmt der Präsident auf der französischen Botschaft ein Frühstück ein. Später findet Diner im Schloß mit darauffolgendem Bull statt. Am 26. wird eine große Parade über die russische Armee abgehalten, worauf der Zar einen Gast zur französischen Flotte zurückbegleitet. London, 2. Juli. Der internationale Congreß der Dockarbeiter hat ein internationales Syndicat gegründet unb gestern seine Arbeiten begonnen. In dem Pro- gramm verlangt daß Syndicat die Einführung einer be- timmten Tagesarbeit für alle Häfen unb für bieselbe Arbeit ben gleichen Lohn bei Einführung deS AchtstunbentageS unb l>et Abschaffung ber Sonntags- unb bet Nachtarbeit. Bei Arbeiten auf offener See müffe bie Nachtarbeit bestehen bleiben. Benlheu (Oberfchlefien), 3. Juli. Auf ber Florentinegrube finb vier Bergleute infolge Einathmuug branbiger Gase umö Leben gekommen. Zwei Hauer schweben noch in Lebensgefahr. Hamburg, 3. Juli. Im hiefigen Hafen gerieth ein Fahrzeug mit über 2000 Colli Naphtalin unb einer großen Juteladung in Brand, wodurch andere Schiffe gefährdet waren. ES gelang, daS eine starke Lohe verbreitende Schiff nS offene Wasser zu bringen und durch Anrennen mit einem Polizeidampfer den Untergang des Fahrzeuges herbeizuführen, wodurch jede weitere Gefahr beseligt wurde. Hamburg, 3. Juli. Der „Hamb. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Die Berichte über den günstigen Stend der Friedensoerhandlungen widersprechen den Thatsachen. Der Brief deS Zaren an den Sultan wird bezweifelt. Die Gegensätze zwischen Tewfik Pascha und dem in seiner Stellung erschütterten Großvezier beeinträchtigen die Verhandlungen. Rom, 3. Juli. „Offervatore Romano" nennt den russischen Obersten Prinzen Victor Napoleon als Gouverneur für Kreta. Mehrere Mächte hätten bereits zugestimmt. Brüssel, 3. Juli. Kaiser Wilhelm wird den Besuch deS Königs Leopold wahrscheinlich im October durch einen Besuch der Brüsseler Weltausstellung erwidern. Auch Präsident Faure kommt hierher, aber-nicht um dieselbe Zeit, wie Kaiser Wilhelm. _ ________ CocaUs unb Siehe«, den 3. Juli. ♦* Circus ZmwauS hat bei seinem jedesmaligen Erscheinen dahier immer Neues, noch nicht Gesehenes geboten. Auch diesmal sind einige Nummern im stets wechselnden Programm, die auf die Bezeichnung „Novitäten" berechtigten Anspruch machen. Bei der gestrigen Vorstellung war das Auftreten des „Electro - Musikal - Clown" für hier eine Novität, von welcher das Publikum entzückt und befriedigt wurde. Ferner der „Lawinensturz" und die Darbietungen der „Grunatho-Truppe" in ihren wirklich vorzüglichen Leistungen der Parterre-Akrobatik. Den „Star" des Abends bildete jedoch die Vorführung der bewunderuswerth dressirten Pracht-Hunde durch Herrn Director JmmanS. Wir erwähnten schon wiederholt, daß die Leistungen dieser Thiere das Erstaunen Aller bilden und glänzend Zrugniß von deren hoher Intelligenz geben. Es seien noch erwähnt der Frosch- Imitator, der Fuß-Equilibrist, der Gentleman-Jongleur, bie Zauber-Parodisten, sowie die graziösen Darbietungen der „Fravka-Ballet-Truppe". — Wie uns mitgetheilt wurde, finden nur noch Sonntag und Montag Vorstellungen statt, auf welche wir ganz besonders aufmerksam machen. »* Montag» Concert auf der „Schönen Aussicht". Wie aus dem Jnseratemheil ersichtlich, findet am nächsten Montag, den 5. Juli das fünfte Bier-Coucert, ausgeführt von der hiesigen Regimentsmusik, statt. Diese Coucerte, die alle Montage stattftnden, beginnen nunmehr um 6 Ühr Abends. Dieselben erfreuten fich bereits im Vorjahre allgemeiner Beliebtheit, hatten aber in diesem Jahre bis jetzt unter der Ungunst der Witterung zu leiden. Wir wünschen dem unter« nehmenden Wirth, Her:» A. Kuhnd, für die Folge besseres Concertwetter und einen gut besetzten Garten. Die Ortskrankenkasse hat beschlossen, einen Kranken- Controleur a^uftetten. DaS jährliche Gehalt desselben ist auf 1300 Mk. fixirt. * Zwei silberne Jubiläen. Der Wirth Georg A tz b a ch konnte gestern sein 25jähriges Dienstjubiläum als Mitglied der Gail'schtn freiwilligen Feuerwehr begehen. — Der Reisende S. Joseph Hierselbst begeht morgen, Sonntag, den Tag, an dem er vor 25 Jahren als junger Kaufmann bei der Firma E. Ftiedberger Söhne eintrat. Der Che dieses Hauses, sowie dessen Personal haben aus diesem Anlaß zum morgenden Tage eine Feier beschlossen. Siseubahu-Uusall. Durch falsche Weichenstellung fuhr heute Morgen der Zug 12, Gelnhausen—Gießen in Mittel- Gründau auf zwei Güterwagen. Da der Führer früh gciiuj; bremste, wurden nur die beiden vorderen Puffer ber Maschine weggerissen. Fahrpersonal unb Passagiere kamen mit bem ’ Schrecken batoon. • • vergiftete Riefen-Ratten. Die „Oberhefl. Ztg." schretbr aus Marburg: Ein recht gewöhnlicher Racheact wurde an dem vor einigen Tagen auf dem Kämpfrasen hier- elbst weilenden Riesen-Ratten- unb Panoramen-Besitzer voll- ührt. Als er nämlich mit seinen Schaububen von Gießen ankam, crepirten ihm an Vergiftungssymptomen seine säwmt- lichen Riesen-Ratten. Der jetzt um seinen Haupterwerbs- zweig gebrachte Mann weilte gestern in unserer Stabt unb hat von ber Sache Anzeige gemacht. ES soll fich sein Verbucht gegen hier entlassenes Arbeitspersonal richten. • • Verband Hessischer Innungen und BerufSvereiue. Herr Franz Kö b erich - Mainz hat sein Amt als Vorsitzender deS „Verbandes Hessischer Innungen und Berufsvereine" niedergelegt. Am Dienstag, 6. Juli, Nachmittags 3 Uhr, wirb n Köhlers Hotel in Darmstadt eine Versammlung des genannten VerbanbeS ftattfinben mit folgenber Tagesordnung: 1. Die Wahlen zu ben kommenden Handwerkcrkammern. 2. Einberufung einer Delegirtenverfammlung für den Herbst zur Befestigung und zum Ausbau deS Verbandes. 3. Wahl eines Vorsitzenden für die Zeit bis zur nächsten Delegirtenverfammlung. Das massenhafte Auftreten der Pflauzevfchädttnge vegetabiler Art hat die deutsche LandwirthschaftSgesellschaft veranlaßt n ganz Deutschland Auskunftsstellen für Pflanzen- chutz zu entrichten, welche Landwirthrn unentgeltlich Aufschluß und Rath über etwa unbekannte Schädlinge heimischer Cultur- pflanzen geben. Für daS Großherzogthum Hessen und Hrssen- Naffau befinden fich Auskunftsstellen in: Geisenheim (Oekonomie- rath Goethe), in Alzey, Rheinhessen (Wein- und Obftbaulehrer Schulz), in Offenbach (Generaldirector Müller), in Friedberg, Oberhessen, (die Herren Landwirthschaftslehrer von Peter und Reichelt), in Erbach, Rheingau (Administrator Dorn). * • Wetterbericht. Der tiefe Druck umfaßt heute den größten Theil von Nord- und Ost-Europa unb sinb Centreu im äußersten Norben sowie über ber Ostsee vorhanden. Dort ist der Luftdruck, abgesehen von einem flachen Minimum über der Westhälfte des Mittelmeeres, hoch und hat fich ein Maximum von Nordwesten her weiter ostwärts über die britischen Inseln bis zur Rheinmündung ausgebreitei. Gestern Nachmittag haben sich über Süddeutschland heftige Gewitter entladen, die stellenweise von orkanartigen Böen begleitet waren. Die Temperaturen sanken dabei um 14*/z0. Heute Morgen waren die Temperaturen wieder sehr hoch. — Voraussichtliche Witterung: Im Allgemeinen heiter und warm einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. -1 Hausen, 3. Juli. Bezüglich des am 7. Juli iw Beuern stattfivdenden Zweigvereinsfester werden die Herren Geistlichen des Vereinsbezirks gebeten, am Sonntag vorher ihre Gemeinden noch besonders rinzuladen und zur Theilnahme zu ermuntern. Auch Freunde der Gustav-Mvlfs- fache in anderen Bezirken find zur Theilnahme herzlich ein* geladen. Alsfeld, 2. Juli. Heute Morgen ist die Trauer künde dahier eingetroffen, daß der Senior der Familie von Riedesel, Herr Erbmarschall Georg Riedesel Freiherr zu Ei send ach, in der verflossenen Nacht auf Schloß Altenburg bei Alsfeld seinem jahrelangen schweren Leiden erlegen ist. Die Beerdigung soll am Sonntag Mittag 2i/i Uhr in Altenburg ftattfinben. X. Darmstadt, 2. Juli. Eine sehr zahlreich besuchte Versammlung unter dem Vorsitz des Herrn Stadtverordneten Wolfskehl sprach fich im Princip für bie Errichtung eines DolkSbabeS auf dem Terrain des „Hessischen HauseS" nächst dem Luisenplatz aus. Dasselbe wird nach dem Voranschlag circa eine halbe Million Mark kosten. Die Aufbringung der Kosten soll durch Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung erfolgen, die Anteilscheine za mindestens 500 Mk. auSgeben wird. ES werden 125000 Bäder per Jahr angenommen, die Einnahmen auf 37 500 Mk., die Ausgaben auf 33250 Mk. geschätzt- ein namhafter Zuschuß der Stadt steht in Aussicht. Die weitere Verfolgung der Sache wurde dem au» einflußreichen Bürgern bestehenden engeren Comiiö überlassen, dem das Recht der Cooptation verliehen wurde. Lampertheim, 1. Juli. Heute Nachmittag wurde auf dem nahen Schaarhof die 17jährige Tochter des Land- wirthS Seitz in der SHldje vom Blitz erschlagen. Schiffsnacherchten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten 6eu Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 2. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Aachen, Capitän H. Hashagen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten in Baltimore angekommen. Ku»3«tg a» ö«n ♦tanOtiKxwtsveglftcm« btt Stadt Ntttzerr. flnfgtbot*. Juni: 28 Ludwig Schenk, Schutzmann zu Worms, mit Marie Diehm hierselbst. 29. Johannes Ludwig Mankel, Schneider dahter,. mit Caroline Elise Helene Rolh hierselbst. 29. Heinrich Stimmer, Werkführer dahier, mit Maria Adelheid Frieda Quent von Ruhla. 30. Julius Paul Kretschmann, Hausdiener dahier, mit Maria Welker hierselbst. Ju i: 1. Johann Rühl Bambky, Vlcefeldwebel dahier, mit Helena Elisabeth Jacobine Noll hierselbst. 2. Johann Georg Waldschmidt, geschieden, Taglöhner dahier, mit Katharine Birk von Naunheim. Juli: 1. Richard Ernst Carl Klickow, Kaufmann zu Frankfurt am Main, mit Helene Wiegelmonn hierselbst. Juni: 23. Dem Sp-ngler Georg Dahmer ein Sohn, Rudolf Hermann. 25. Dem Premierlieutenant August Schroeder ein Sohn, Gustav Georg Otto Arnold. 27. Dem Fuhrmann Johannes Rausch ein Sohn, August Heinrich Richard. 28. Dem Buchbindermeister Adolf Bourgeois eine Tochter. 29. Dem Dachdecker Johannes Prang ein Sohn, Ludwig Heinrich. Juni: 14. Georg Zörb, 32 Jahre alt, Landwirth von Lützellinden. 27. Heim ich Hainbuch VI, 43 Jahre alt, Landwirth von Eudorf. 27. Anton Keil, 58 Jahre alt, Steinbrecher von ur ter GnKav'S^olsS' Inahene herzlich ein# ist bit Tranerkande r Familie von Rieb« esel Freiherr za ans Schlotz »lten« neren Leiben erlern 4 Mittag 2‘/i Uhr hr zahlreich besuchte erm Stabtverorbneten btt Srrichtnng ; .Hesfischeu M«1 wird nach be« dor- rf kosten. Die üus« ung einer Gä Schaft it Anthtilschrivt zu u ,«ta 125000 hvenans37500Mk., ■ tln nawhüst" Zv' u wettere versolpu-g ,n Bürgern bestehenden Sfdit dtr ßoiptation Tochter des u»” erschiasrn- mit W* „ s durch Nr ^Mkr -> dt, GSrgeShausen. 27. Georg Nenze! 78 Jahre alt, Maschinenfabrikant dahter. 28. Helene Krumm, geb. Weber, 40 Jahre alt, Ehefrau von Gastwlrtb Carl Krumm von Dreisbach. 28. Elisabette Henkel, 92 Jahre alt, Wtttwe von Schuhmacher Daniel Henkel dahter. 28. Adam Paul, 41 Jahre alt, Postschaffner dahter. 28. Jacob Ludwig Wilhelm Kreuter, 3 Jahre alt, Sohn von Schlosser Ludwig Kreuter dahter. 28. Heinrich Biemer, 34 Jahre alt, Bergmann von Rodenroth. 29. Ludwig Hein, 46 Jahre alt, Kaufmann dahier. 30. Johannette Katz, 54 Jahre alt, Näderin von Beuern. 30. Caroline Dietz, geb. Weis, 71 Jahre alt, Wtttwe von Oberstaatsanwalt Dr. Rudolph Dietz dahter. Jult: 1. Christian Erhard», 45 Jahre alt, Taglöhner dahter. Auszug aus -en Airchenbüchern Ver Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. 9, Luft 17°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Verfälschte schwarze Seide. Sä des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort (namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter, wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der versälschten nicht. Die Seide«- fabrile« G. Henneberg (f. u. k. Hoflieferant) Zürich versenden gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefern einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei ins Haus. 8694 6378 Kleine. Stahl. 6418 6348 Die Rothlaufseuche unter den Schweinen in Krofdorf ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Krofdorf, den 2. Juli 1897. Die Solizei-Werwattring. Der Bürgermeister: FuhrAccord. Der Transport von circa 3200 Gentnern Basaltfeinschlag von der Station Grünberg nach der Kreisftraße Harbach—Grüu- berg, sowie von weiteren circa 4000 Gentnern von der Station Reiskirchen nach der Kreis- ftraße Reiskirchen—Winnerod soll im Submissionswege vergeben werden und sind pro Waggon lautende Angebote im Amtszimmer des Unterzeichneten bis Samstag den 10. Juli l. I., Bormittags 9 Uhr, einzureichen. Gießen, den 3. Juli 1897. Der Großh. Kreisbauinspector. Geißler, Großh Gerichtsvollzieher. Mobiliar-DttslkMimg. Dienstag den 6. und Donnerstag den 8. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr anfangend, werden im Bieker'schen Saale — Neustadt 55 dahier — eine große Partie Möbel und Hausgeräthe jeder Art versteigert. Es kommt zum Ausgebote: ein Piauiuo, mehrere doppel« und ein- tbürige Schränke,Tische,Stühle, Spiegel, Sopha, Commoden, Betten u. s. w. 6425 I- A.: Schneider, Taxator. Montag, den 5. Juli l I., werden versteigert: 1. Vormittag« 10 Uhr im Russische« Hof, Frankfurterstr. 23, ein Schwein, 2. Nachmittag» 2 Uhr im Bieker'schen Saale — Neustadt 55 — 1 Sopha mit Kiffen und Schoner, eine Eauseuse mit 6 Stühlen in grünem Plüsch, 1 Verticow, 1 runder Tisch mit Plüschdecke, 1 Kleiderschrank, IWasch- eommode mit Marmorplatte, 1 Nachttisch, 3 Stühle, 1 Regulator, 2 vollständige Betten, Betttücher, Tischtücher, Servietten, Handtücher, Vorhänge, Hemden, Bettüberzüge, 5 Kaffeeservice, 1 Salatbesteck u. v. A. Beide Versteigerungen finden ganz bestimmt statt. ML Schlachthaus. Freibank. 6423 .Heute und Montag: Ochsensteisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 Psg. HchwemeMch nicht ladenrein, per Pfd. 40 Psg. &MT Die Freibank bleibt bis Abends 10 Uhr geöffnet. empfiehlt die [6395 6427 Born, Gerichts Vollzieher Empfehlungen kaufen. 6381 Fr, Schwan jr., Wetzlar. Adam 6238 norSau Medicinische Direet bezogene, garanti't reine Port-, Madeira-, Sherry- u. Malaga- er Unterzeichnete übernimmt vom 1. 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Klinkei, was wir tiefbetrübt allen Freunden und Bekannten mittheilen. sm Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Todes-Anzeige. Am 1. d. M. verschied unerwartet zu Wiesbaden unsere inuigst geliebte Frau, Schwester, Schwägerin, Taute und Grosstante Maria Margaretha Schneider, QftfiM. D.RS.M. ~J833G ^y>^one aHerRaAS^. ^ÄGlESE&C*k r.THOMPSON'S Hess. Fechtverein „Waisenschutz“. Heute Sonntag den 4. Juli, Nachm. von 4 Uhr ab: Schöne Aussicht. Familien - Zusammenkunft und wichtige Besprechung der Mitglieder über Herbsifesilichkeiten. Concert, wozu Gäste willkommen sind. 6429 — Entree frei. — Iionys Bierkeller. Morgen Sonntag: Tanzunterhaltung ohne Entre^. 6'80 Elsässer Hof. WKÄ Ausschank der Oranieubrauerei Dillenburg. Von heute ab außer bcm seither geführten Hellen und dunklen Exportbier ff. Pilfeuer. 6393 Beweis 6387 besseren Handlungen zu haben. 5350 C. Marloth & Co., Malzkaffeefabrik, Düsseldorf. 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Dal hangt saft gänzlich c rine Mißernte berft bitterste HungerSnoth Unb nicht allein gemein wichtig, sand Anwendung von Iah Spiritus, Zucker, § letzter Zeit sogar Bi London eine AuSstell raten, und die Anz mehrere Raume M 6k Walter br nach Irland, wo f heute der Punkt Iß, ganzen Bevölkerung leiben Lande niachie dnigttniaßen mehr obgleich kein Lebens ganze bekannte Welt Wenn am Mitta Job wmn der Qioma 3tb» dankend Sir $ Die Familie der ift eine sehr grast ui Deutschland allein ha Hltvzen, eigeuthllmli Dir bekaunti d>eh löblichen K 6,?f., ,en veii 7' hu«, 7 f!l« S M 7'°" *”« d--, Mi langt0t ««Slfcfo "" * b°ll! £*% «« Sm *" -l«h, £? ' Tie ।