Nr. 80 Erstes Glatt_________Sonntag den 4 April 1S97 Der Hießen er Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamikteuvtSIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Abouncmenlspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditts« und Druckerei: Schotstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- uni Anzei^edlcrtt für i^n Ureis (5ießen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinmden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamikienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» j Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ' Anrtlichrn Theil. Gefundene Gegenstände: 1 Wagenkette, 1 Regen« schirm, 1 Häkelzeug, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Schürze- Zugeflogeu: 1 Huhn. Gießen, den 3. April 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Zur kretischen Frage. Tine wettere Woche ist verflogen, ohne daß in der kretischen Lage eine bemerkenSwerthe Aenderung der Dinge ein- getreten wäre. Die Abreise deS königlichen Prinzen nach der ihrffaltscheu Grenze, um dort den Oberbefehl der griechischen Truppen zu übernehmen, konnte für einen Augenblick als ein Zeichen definitiver Entscheidung von Seiten Griechenland» angesehen werden, tndefien hat fich Letzteres wohl gehütet, irgendwelche bezügliche Entschlüsse in die Außenwelt gelangen za lassen. Die Entsendung deS königlichen Prinzen hat daher anscheinend zweierlei Bedeutung gehabt: entweder fie geschah in der Abficht, einen sich bildenden Zwischenfall prompt zu benutzen, um die türkische Grenze zu überschreiten oder aber, W»S wahrscheinlicher ist, etwaigen Ausbruch von Meutereien feiten» der griechischen Truppen, welche zu fortdauernder Uu- lhätigkeit verurtheilt sind, prompt zu unterdrücken. Mittler- weile haben die Admiräle deS internationalen Geschwaders wieder neue Verstärkungen bei ihren Regierungen verlangt, denen ohne Zweifel auch Folge geleistet werden wird. Es drängt fich einem angesichts diese« nun unwillkürlich die Frage auf, „ist eS wirklich der Mühe Werth, weitere Opfer in einer Sache zu bringen, welche fchou sechs Wochen die Äugen von ganz Europa auf fich lenkt, und noch von den schwersten Folgen begleitet sein kann." Denn nur der am 15 Februar erfolgten Intervention der Mächte warmes zu verdanken, daß biS jetzt ein ernstlicher Conflict zwischen Griechenland und der Türkei vermieden wurde, nichtsdestoweniger bleibt den Mächten noch die Hauptaufgabe zu lösen übrig und diese besteht in der Blokade Griechenland» selbst. M vorgestern fehlte eS leider noch hierzu an der Zusage Soglands, welche nunmehr erfolgt ist. Hoffen wir nun, daß die Mächte nun schleunigst zu Werke gehen, denn nur ein solches Borgehen ist im Stande, Griechenland zur Bernuust -urückzuführen und eS in seinem eigenen Interesse vor ewigem Ruin zu bewahren. Werfen wir nun einen Blick auf die finanziellen Der« hilltniffe dieses Staate», so können wir nur constatiren. daß solche in einem erbärmlichen Zustande find. Wie bekannt, werden seit 1893 die jeweilig fälligen Coupons nur mit 80 pCt. ihres reellen WerrheS eingelöft, die anderen 70 pCt. finden ihre Verwendung in Anschaffung von Waffen, Munition v. s. w. Man fragt fich daher mit Recht, wie Griechenland so leichtfinnig zu Werke gehen kann und einen Krieg plant, der ihm bereit» eben schon 500,000 Drachmen täglich kosten soll. Die Folge ist denn auch die, daß, dem „Matta" zu- solge, Griechenland beabsichtige, eine neue Anleihe von 40 Millionen Drachmen aufzunehmen. Werden sich die iSthigm Käufer dafür finden? Dieses und manch Anderes finb vorläufig noch Räthsel, welche indessen schon in nächster Loche ihre Aufklärung finden können. EinS steht jedenfalls fist, daß die kretische Angelegenheit vorläufig noch lange licht al» ein fait accompli angesehen werden kann, sondern dieselbe un» noch manche Ueberraschungen gewähren wird. Deutscher Aeichstas 204. Sitzung. Freitag, den 2. April 1897. Der Abg. Schulze-KönigSberg (Soc.) ist gestorben. Sein latenten wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Tagesordnung: Initiativanträge. Zunächst wird der latrag-Liebermann v. Sonnenberg, die Regierungen um kireri Gesetzentwurf zu ersuchen, betr. Wiedereinführung der easessionellen Eidesformel, bereiten- Abg. Liebermann o. Sonnenberg (Ant.) begründet feinen iuiteg. Er betont, je traurigere Erfahrungen man mit Meineiden vi> sahrläsfigen Eiden mache, um so nölhiger sei eS, den Eid mit nligiSsen und confesstonellen Garantien zu umgeben. Geschädigt »ade dadurch Niemand. Abg. Vogt Herr (Soc.) entgegnet, es habe auch keine Partei Interesse daran, den Antrag anzunehmen. Die einfache Er- llitung: Ich schwöre!, wie sie z. B. in Italien gefordert werde, anü ze vollkommen. Beirachte man den Eid als staatlich religiöse» vakrament, dann sei er für alle die, die an einen Gott nicht glauben, «di Zwang zur Heuchelei. Der Werth der confessionellen Eide»- ßm tl sei ja auch in letzter Zeit durch die Processe o. Hammerstein wd d. Tausch zur Genüge gekennzeichnet worden. Abg. Lieber (Etr.) führt auS, dem Anträge selbst sei seine 3itM günstig gesinnt. Für das Centrum habe der Eid im GerichtSsaale eine reitgiöse Bedeutung. Wir wollen Diejenigen, so fährt Redner fort, die offen bekennen, daß fie nicht an den persönlichen Gott im weitesten Sinne des Wortes glauben, nicht nöthigen, einer Aufforderung, wie sich der Vorredner ausdrückt, zur Heuchelei zu folgen. Wir haben nichts dagegen, daß solche Leute an Stelle der Anrufung Gottes setzen: bei Vermeidung von 15 Iahten Zuchthaus. Redner betont schließlich noch, daß feine Freunde bei aller Verwahrung gegen die fpecifisch antifemttifche Richtung des Antrages für denselben stimmen werde. Abg Lenzmann (fr. 93p.) meint, auS den Ausführungen des Antragsteller» fei zu ersehen, daß sich der Antrag nur gegen den Judeneid richte. (Ruse von antisemitischer Seite: Verleumdung. Große Unruhe links.) Redner fährt fort: Ich habe leider fein Mittel, mich wegen solcher Flegelet zu verthetdigen. (Präsident Frhr. o. Buol, inzwischen erst durch die Schriftführer aufmerksam gemacht, bemerkt: Den Zwischenruf Verleumdung muß ich als höchst ungeeignet erklären.) Redner plaidirt fodann gegen die Forderung nach Wtederaufhebung de» einheitlichen Eide». Dem Verlangen de» Abg. Lieber nach Beschränkung der Etdesabnahme, Verringerung derselben in Bagatellsachen, schließe er sich entschieden an. Den vorliegenden Antrag lehne er unbedingt ab. Abg. Bernstorsf-Lauenburg (Rp.) tritt für den Antrag ein. Ein Eid ohne Religion fei etwas ganz Unmögliches. Prästdent Frhr. v. Buol: Au» dem Stenogramm ersehe ich, daß, ehe ich den Zwischenruf des Abg. Graefe rügte, der Abg. Lenzmann denselben bereits als eine parlamentarische Flegelei bezeichnet hatte. Ich glaube, der Abg. Lenzmann hätte mir wohl einigermaßen Zeit lassen können, die Rüge auSzusprechen, und mit feiner Vertheidigung zurückhalten tollen. Ich muß auch diese Art der Vertheidigung ernstlich tadeln. 8 Abg. Osann (nl.) erklärt fich Namens seiner Freunde gegen den Antrag. In feinem Schlußworte bemerkt Abg. Liebermann von Sonnenberg (Antif.) u. A., er habe von vertrauenswürdiger Seite gehört, Lenzmann habe einmal fich geäußert: „Das habe ich Eugen immer gesagt, den Antisemitismus hätten wir eigentlich machen müssen!" (Stürmische Heiterkeit.) Abg. Lenzmann (frf. 93p.) bestreitet dies entschieden, worauf Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Anttf.) entgegnet, er fei bereit, persönlich Herrn Lenzmann die durchaus vertrauenswürdige Quelle zu nennen. Auch Abg. Richter (frf. 93p.) bestreitet, daß Jemand eine derartige Aeußerung zu ihm gethan. Im Uebrigen fei dii^Wieder- flaBe folcher Erzählungen passender für gewisse alte Damen, als für Abgeordnete. (Stürmische Heiterkeit.) Der Antrag Liebermann v. Sonnenberg wird nunmehr gegen die gelammte Linke angenommen. ES folgt die Berathung des Antrages Gras Hompesch und Gen., betr. Aufhebung des Jesuttengesetze». Hierzu liegen gleichlautende Anträge Graf Limburg und Rickert vor, dahingehend, nur S 2 des Jesuttengefetzes, also die Befugntß zu Ausweisungen bezw. Aufenthaltsbeschränkungen, aufzuheben, sodaß also das Verbot der Ordensniederlassungen und Ordens- thätigkett (S 1) bestehen bleiben soll. Abg. Graf Hompesch (Etr.) erklärt Namens feiner Partei, daß diese die Anträge Limburg-Rickert als eine Abschlagszahlung annehme und dafür stimme, wenn sie auch die Wünsche deS Centrum» nicht völlig befriedigten. Das Centrum bestehe nach wie vor auf Abschaffung des ganzen Gesetzes. Abg. Rickert (freif. 93p.) kann für den Antrag Hompesch nicht stimmen und empfiehlt seinen Antrag zur Annahme. Abg. Graf Limburg (conf.) erklärt, seine Partei fei gespalten: Einige würden für seinen Antrag stimmen, einige dagegen für den Antrag Hompesch, und ein Theil werde beide Anträge ablehnen. Abg. v. Marquardsen (nl.) legt den Standpunkt feiner Partei dar, welcher dahin geht, daß fie den Antrag Hompesch ablehnt, dem Anträge Rickert dagegen zustimmt. Abg. v. Vollmar (Soz.) erklärt, feine Partei stimme für den Antrag Hompesch. Die Anträge Rickert-Limburg halte sie für unzulänglich. Abg. o. Stumm (Rp.) lehnt im Namen feiner Fraction alle Anträge ab. Abg. Lieber (Ctt.) wendet fich zunächst gegen den Vorredner und erklärt dann, er und feine Freunde hätten niemals auch nur den geringsten Zweifel daran gelassen, daß sie einen Artikel der crnlta oattohca, auf den Abg. v. Marquardsen sich bezogen, gegen die Centenarseier, aus das allerentschiedenste verurtheilten. De» Weiteren bezeichnet Redner die Anträge Rickert-Limburg al» eine erwünschte Ergänzung deS Anttages Hompesch. Die Debatte wird geschlossen. . ®er J^trag Hompesch (Ctr.) wird angenommen gegen Con- fervative, Reichsparleiler, Nationalliberale und einige Freisinnige. Die Anträge Rickert-Limburg werden gleichfalls angenommen gegen Reichsparteiler und etwa 4 Confervative. Es folgt die zweite Lesung des Margarine-Gesetzes. Die ersten drei Paragraphen werden debattelos angenommen. S 4 handelt von der Trennung der Productions-, Ausbe- wahrnngS- und Verpackungsräume für Butter und Margarine. Ein Antrag v. Ploetz will auch die Trennung der Verkaufsräume wieder Herstellen, wenigstens für die Orte mit 5000 oder mehr Einwohnern. Abg. Grand-Ry (Ctr.), der dm gleichen Antrag gestellt hat, empfiehlt dmselben zur Annahme. Abg. Fritzen-Rees (Ctt.) spricht sich gegen die beiden Anträge auS. Abg. Galler (südd. 93p.) äußert fich über das ganze Gesetz abfällig. Abg. Kruse (nl.) bekämpft die Trennung der Verkaufsräume. Abg. Hermes (frf. 93p.) ist gegen beide Anträge, sowie gegm den ganzen Paragraphen. Abg. Wurm (Soz.) erklärt, seine Partei lehne das ganze Gesetz mit dem Anträge Ploetz rundweg ab. Abg. Bachem (Ctr.) ist für Trennung der Verkaufsräume. SlaatSsecretär v. Bötticher wiederholt, nach dem inzwischm erfolgten Meinungsaustausch zwischen ben verbündeten Regierungen könne er seine Aeußerung bei der ersten Lesung über die getrennten Verkaufsräume, innerhalb gewisser Grenzen werde sich reden laffm. auch heute noch aufrecht erhalten. AlS die Commission die Trennung abgelehnt habe, sei dem BundeSralh ein Stein vom Herzen gefallen. (Heiterkeit.) Und er meine auch jetzt noch: die Trennung der Verkaufsräume sei angefichtS aller der anderen Dorschriflen entbehrlich. Das Haus werde dem BundeSrath eine große Freude machen, wen» es den Antrag ablehne. (Heiterkeit.) Vom Abg. Richter (frf. 93p.) geht jetzt ein Antrag auf na- mentliche Abstimmung ein. Die Abgg. Müller-Waldeck (Ant.) und Graf Kanitz (cons.) befürworten den Antrag v. Ploetz. Nunmehr wird die Debatte geschloffen. In namentlicher Abstimmung ergeben fich für den Antrag v. Ploetz 100, gegen denselben 86 Stimmen bet einer Stimmenthaltung. Das Haus ist demnach beschlußunfähig. Morgen 12 Uhr: Wahlprüfungen, Anträge der Gefchäst»- ordnungscommisfion, Margarineoorlage. Schluß 6y, Uhr. Wolff» telegraphische» Correfponde»z-Bureau venihen (in Oberschl.), 2. April. Des Näheren wird über das Unglück in der „HedwigSwunschgrube" berichtet: Die bereits gemeldete Explosion erfolgte gestern Vormittag auf dem RedenSblickflötz im Tiefbau der Grube. BlS Mittag war durch die Aufführung eines Sperrdamme» jede weitere Gefahr befeitigt. Nachmittags 3 Uhr unternahm Arnold v. Borfig mit seinen Begleitern die Einfahrt, um die Wetter zu untersuchen,- da erfolgte eine zweite Explofiou und ein Durchbruch des Dammes. Alle Eingefahreue« waren tobt. Berginfpector Scholler versuchte wiederholt, mit Rettungsmannschaften bis zur Unglücksstätte vorzudringen, wurde aber ohnmächtig zu Tage gefördert. Der vorhandene Rettungsapparat functionirte nicht. Erst dem Bkrg'nfpeetor Kirschaivk von der Nachbargrube gelang eS, mit Rettungsapparaten bi» zu den Verunglückten vorzudringen. Abend» 10 Uhr wurden deren stark verbrannte Leichen geborgen. Hamburg, 2. April. Der „Hamb. Correfp." meldet aus Cuxhaven: Der dänische Dampfer „RiberhuuS", welcher den hiesigen Hafen paffirte, berichtet, er habe zwischen Favöe und Sylt da» mit Holz beladene Wrack des schwedischen SchoonerS „Betty Jensson", von Halmstad nach Bremen bestimmt, angetroffen. Der Capitän, der Steuermann und drei Matrosen wurden gerettet. Das Wrack wurde nach Gradhb bei ESbjerg geschleppr. Drei Mann waren vor Hunger und Kälte gestorben und weggespült worden. Brussel, 2. April. Bezüglich der von dem Londoner „Standard" veröffentlichten Nachricht, General Br ia lmont sei als zukünftiger General von Kreta erwähnt worden, erklärt General Brialmont, e» sei ihm kein derartiger Vorschlag gemacht worden/ übrigens würde er auf keinen Fall die in Rede stehenden Functionen übernehmen. Birkenhead, 2. April. Auf der Laird'schen Schiffswerft find heute 1700 Arbeiter und jugendliche Arbeiter in dm Aus st and eingetreten. London, 2. April. Das Renter'fche Bureau erfährt, die Admirale ersuchten die Regierungen um Sendung von je 50 Mann Kavallerie und eine halbe Batterie Artillerie. Die Truppen find als Besatzung der Fort» auf Kreta bestimmt und sollen lediglich zur Vertheidigung dienen. _____________ Depeschen des Bureau „Herold." Berlin, 2. April. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Vorfitze des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 2. April. Das Abgeordnetenhaus hat heute die zweite Berathung der Städte-Ordnung für Hessen- Nassau fortgesetzt und beendet. Dieselbe gelangte unverändert zur Annahme. Morgen: Hessen-Nassauische Landgemeinde- Ordnung und Vorlage, betreffend Beamten-Reisekosteu und Diäten. Berlin, 2. April. Im Herrenhause brachte Graf Guido von Stollberg einen Antrag ein, der von über hundert Mitgliedern unterstützt wurde, die Staatsregierung zu ersuchen, ihren'Einfluß im BundeSrath dahin geltend zu machen, daß dem vom Reichstag angenommenen Antrag auf Aufhebung der Zollcredite für eingeführtes Getreide zugestimmt werde und daß zur Durchführung dieses Antrages sobald als möglich die geeigneten Maßregeln getroffen werden. Berlin, 2. April. Der „ReichSanzeiger" schreibt: Die Untersuchung des Unglücksfalles auf der KleophaSgrübe in Oberschlefien am 3. März v. I. hat zu dem Ergebuiß geführt, daß der Maschinenwärter Sott und Genossen, gegen die von der Staatsanwaltschaft zu Beuthen ein Ermittelungsverfahren eingeleitet worden war, auf freien Fuß gesetzt wurden und daß die Staatsanwaltschaft keinen Anlaß gefunden hat, gegen einzelne Angestellte das Ermittelungsverfahren zu beantragen. Berlin, 2. April. AuS Mainz wird hiefigen Blättern telegraphirt: Bet dem Festessen zu Ehren des preußischen Ministers Thielen, des hessischen StaatSministerS Finger und des hessischen FtnaozmtnisterS Weber brachte der Handels- kammer Präsident Michel einen Trinkspruch auf den Fürsten BtSmarck aus. Alles erhob sich, nur der Bischof von Mainz, Dr. Haffner, blieb sitzen. Berlin, 2. April. Auch die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt, baß an militärischen Stellen davon, daß anläßlich der Ceuren ar fei er alle militärischen Strafen unter sechs Wochen erlaffen und die Begnadigten auf freien Fuß gesetzt worden feien, nichts bekannt ist. Berlin, 2. April. Der „Post" zufolge werden der Freigabe des 1. Mat als Arbetterfeiertag die Arbeit- geber verbände einheitlich entgegeutreten. Berlin, 2. April. Dr. Fritjof Nansen ist, wie bereits telegraphisch gemeldet, heute früh mit seiner Gattin in Berlin eingetroffen. Auf dem Bahnhof Friedrichstraße wurde er von dem schwedischen Gesandten, Baron v. Lagerheim und dem Vorstand der Gesellschaft für Erdkunde begrüßt und nach dem Palasthotel geleitet. — Zur Begrüßung Nansens im Namen der Stadt Berlin hat das MagtstratS- collegium eine Deputation, bestehend aus zwei Stadträthen, gewählt. Auf dem Palasthotel weht zu Ehren des Gaste- die norwegische Fahne mit den Unions-Wappen. Um 11 Uhr holte Herr v. Lagerhetm, der schwedische Gesandte, Nansen ad und sprach mit ihm zusammen beim Reichskanzler, bet Herrn v. Marschall und dem Oberhosmarschall Grafen Eulenburg vor. Abends 7 Uhr folgte Nansen einer Einladung des Geh. Reg.-RathS Frhrn. v. Richthofen zum Souper. Schveh, 2. April. Reichstagswahl. Bis jetzt erhielten Holtz (Rp.) 3574, v. Saß-JaworSkt (Pole) 3995 Stimmen. 22 Bezirke stehen noch aus, doch ist die Wahl des polnischen Landtdaten wahrscheinlich. Kraukfart a. M., 2. April. Der Eorrespondent der „Frkf. Ztg." in Madrid erfährt auS bester Quelle, daß binnen wenigen Tagen tu Barcelona als Anarchisten unschuldig Eingekerkerte freigelaffen werden. Wiesbaden, 2. April. Generallieuteuent z. D. v. Bülow ist heute, an seinem 80. Geburtstage, au Altersschwäche geftorb en. Wien, 2. April. DaS Gesammt-Miniftertum Badeni hat heute seine Demission eingereicht. Die CabtnetSkrifiS ist vollständig unerwartet gekommen und erregt allseitig großes Aufsehen. In parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, daß Badeni mit der Neubildung deS Cabinets betraut werde und daß er einen Theil der bisherigen Minister beibehalte. Nur für die definitiv zurückiretenden Minister der Justiz, deS Unterrichts, des Handels und deS Ackerbaues würden neue Vertreter berufen werden. Aller BorauSficht nach dürfte das neue Eabinet ein rein flavtfch confervativeS fein. toten, 2. April. In dem Befinden deS Componisten Johannes Brahms ist eine allgemeine Verschlechterung eingetreten. Profeffor Nothnagel hat die völlige Hoffnung-« lofigkett constatirt. Graz, 2. April. Der Verein der Deutsch-Nationalen beschloß gestern, auf einer nahe gelegenen Anhöhe ein BtSmarck«Denkmal zu errichten. Sffegg, 2. April. Die soctalisttsche Bewegung nimmt bedenkliche Dimenfionen an. Drei Compagnien Infanterie find nach VukoraS und nach mehreren anderen Orten abgegaugeu. Wettere Compagnien werden marschbereit gehalten. Parts, 2. Aprtl. Die Reform des obersten Armee-CommandoS, welche durch den Panama-Scandal unterbrochen wurde, wird auf die nächste Session vertagt. Paris, 2. Aprtl. Eine Depesche aus Athen meldet, man sei dort allgemein der Ansicht, daß die Feindseligkeiten zwischen der Türket und Griechenland am Tage der Ausführung der Blokade beginnen werden. Berlin, 3. April. Der Sentoreuconveut des Reichstages beschloß gestern, vor Eintritt der Osterferien auf alle Fälle das neue Handelsgesetzbuch durchzuberathen. Man nimmt an, daß diese Absicht spätesten- am 9. d. MlS. verwirklicht werden wird. — Die Commission zur Vorberathuug der Haodwerkervorlage ist auf den 6. d. M. etnberufeo. — Der Antrag deS Grafen Schwerin wegen Aufhebung der Zollcredtte wird gleich tn einer der ersten Sitzangen de- Abgeordnetenhauses nach den Osterferien auf die Tagesordnung gestellt werden. Berlin, 3. Aprtl. Zu dem gestrigen ReichStagSbefchlusie schreiben die „Berl. N. Nachr.": Wir sind der unerschütterlichen Ueberzeugung, daß im Bun de-rat he die preußische Regierung niemals ihre Zustimmung zur Aufhebung deS JefuttengesetzeS ertheilen kann und wird, so lange ein protestantischer König au der Spitze der Monarchie steht. Berlin, 3. April. Dem zu Ehren Nansens gestern Abend vom Vorsitzenden der Gesellschaft für Erdkunde, Prof. Richthofen, veranstalteten Fe st mahl wohnten der CultuS- Minister Dr. Bosse, der schwedische Gesandte, Dr. Hawmacher u. A. bet. Berlin, 3. April. Der „Local-Anzeiger" meldet auS FriedrichSruh : Dem Fürsten BtSmarck tst der vorgestrige Festtag trefflich bekommen- er hatte eine vorzügliche Nachtruhe und äußerte wiederholt, daß er mit den Fortschritten der Genesung sehr zufrieden sei. DaS Gehen fiel ihm aller- ding- noch schwer. Berlin, 3. Aprtl. Zar Hundertjahrfeier wird von officiöser Sette nachträglich berichtet, daß der Kaiser am 22. März die Generaladjutanten Kaiser Wilhelms I. im Slerbezimmer des Palais versammelte und ihnen das Recht verlieh, tn Ertuneruag an den unvergeßlichen Kaiser deffen Namenszeichen auf den Achselstücken zu führe». Der Kaiser theilte dabei mit, er habe die Anordnung getroffen, daß er selbst und der jeweilige erste Erbe der Krone Preußen« zum ewigen Andenken und zur lebendigen, nacheiferuden Erinnerung an die glorreiche RegierungSzeit Kaiser Wilhelms L deffen Namenszüge mit drn Schnüren der Geueraladjatanteu zu tragen habe. Schwetz. 3. April. ReichStagSwahl. Holtz (Rp.) erhielt 6956 und Saß (Pole) 7972 Stimmen. Letzterer ist gewählt. Lariffr, 3. Aprtl. Ein Extrablatt der Rationaldruckerei meldet, die Mächte haben die Blokade Griechenlands beschloffen. Die Nachricht verursacht große Erregung. Locales rrnd peovinzielles Gieße», den 3. April 1897. *■* Ein solch' umfassender WohuungSwechsel, wie man ihn in diesen Tagen beobachten konnte, tst wohl noch nicht dageweseo. ES gab fast keine Straße, in der nicht ein Möbelwagen hielt. Die Eisenbahnzüge beförderten ebenfalls viele schwer beladene Möbelwagen. Hervorgerufeu ist dieser starke Möbeltransport in erster Linie wohl durch die mannigfachen dienstlichen Versetzungen von Beamten, Militärpersonen usw. Jndeß auch ohne diese Thatsache machte sich der Wandertrieb innerhalb der Stadt selbst geltend. Möge es Allen, welche ihr bisheriges Heim verließen, im neuen recht gut gefallen. ♦ ♦ Photographie. In dem Schaufenster des Glasers Herrn I. Hirz auf dem Seltersweg dahier tst da- dem schetdendeu Eisenbahn«Director Herrn C. Querner von Setten der Beamten und den Arbeitern der Oberhesfischen Bahnen gewidmete große Bild ausgestellt. Diese- auS sechs verschiedenen künstlerischen Aufnahmen kunstvoll zusammen« gestellte Tableau ist auS dem Atelier deS Photographen Herrn Chr. Zimmer dahier hervorgegangen, und wollten wir nicht versäumen, das Publikum hierauf aufmerksam zu wachen. * • Sine beispiellos rohe Schaudthat wurde gestern an dem Hunde eines hiefigen Beamten auSgeführt. Dem armen Thiere, welches tn fast leblosem Zustande aufgefunden wurde, waren von unbekannter ruchloser Hand sämmtltche Nägel an den vier Füßen heraukgeschnitten- außerdem schien da- Thter noch vergiftet zu sein. Der Fall ist zur Anzeige gebracht worden und können wir nur wünschen, daß der Thäter bald ermittelt und zur exemplarischen Strafe herangezogen wird. * * herbstnbung. Die diesjährigen Katsermanöver, an welchen, wie bekannt, auch die Großh. (25.) Division Theil nehmen wird, werden einschließlich deS etwa acht Tage in Anspruch nehmenden Brigade-Exerciren- vom 22. Juli bis 5. September abgehalteu. Für genannte Division find als Manöoergelände die Kreise Gießen, Friedberg, Büdingen und Schotten vorgesehen. Die Kaiserparade findet am Schluß der engeren Manöver, Anfang September, bei Homburg v. d. Höhe statt. * * Zahlung derUnsalleutfchädtgungeu betr. Die Auszahlung der auf Grund d^S Gesetzes zu leistenden Entschädigungen an die EntschädtgungSbercchttgten erfolgt nach § 69 deS Unfall-DerficherungSgesetzeS auf Anweisung deS GenoffenschastS- Vorstandes vorschußweise durch die Postverwaltung und zwar in der Regel durch dasjenige Postamt, in deffen Bezirk der EntschädiguugSberechtigte zur Zeit deS Unfalles feinen Wohnsitz hatte. Bislang zahlte nun die Postoerwaltung vorschußweise nicht nur die dem Verletzten zugebilltgte Rente, sondern auch die Kosten des Heilverfahrens, sowie die Kur- und Verpflegungskosten an die Krankenhäuser. In diesem Jahre nun hat es die Poftverwalrung abgelehnt, fernerhin vorschußweise auf Anweisung der Genoffenschaften zu zahlen: Forderungen der Apotheker, Aerzte, Bandagisten rc., welche Forderungen zu den Kosten des Heilverfahren- gehören, ferner Forderungen der Krankenanstalten, denen Verunglückte zur Heilung auf Grund des Unfall-Derficherung-gesetzeS überwiesen wurden, weil diese Forderungen durch die betreffenden Genoffenschaften selbst zu zahlen seien. Das ReichsversicherungS- amt und die Genoffenschaften wurden hiervon in Kenntniß gesetzt und vom Reichspostamt s. Z. diesbezügliche Dersügung erlaffen. Veranlaßt hierzu wurde die Reichspostverwaltung durch den Umstand, daß im abgelaufenen Jahre infolge der Beitrags- erftattungen auf dem Gebiete der Jnvaliditäts- und AlterS- Versicheruvg die einmaligen Zahlungen sich derart steigerten, daß das Auszahlungsgeschäft ganz erheblich erschwert wurde, und die Postverwaltung darauf Bedacht nehmen mußte, fernerhin auf Anweisung der Genoffenschaften rc. nur solche Zahlungen zu leisten, die ihr gesetzlich auferlegt find. Nach dem Wortlaut deS Gesetzes und de« amtlichen Handbuche deS Unfall DersicherungS-AmteS sind hierunter zu verstehen: die vorschußweise Auszahlungen von Unfallentschädigungen an die EntschädigungSberechtigten einschließlich ihrer gesetzlichen Vertreter und der nach § 8 deS Gesetzes an die Stelle der EntschädigungSberechtigten tretenden Kaffen, Verbände u. s. w. Nicht aber Zahlungen an Dritte, wie Aerzte, Apotheker und Krankenhäuser. 4- Nidda, 2. Aprtl. Heute schloß die hiesige erweiterte Volksschule mit einer öffentlichen Prüfung ihr Schul- jahr. Zur Entlaffung kamen 7 Knaben und 2 Mädchen. Die Anstalt führt durch Beschluß deS Curatoriums und mit Zustimmung der AusstchtSbehörde für die Folge den Namen „Höhere Bürgerschule" und beginnt mit dem 26. April ihr neues Schuljahr. V. Heppenheim, 2. April. Soeben kommt die freudige Nachricht, daß aus Anlaß deS am 22., 23. und 24. Mai l. IS. in Heppenheim stattfindenden 17. heff. Feuerwehr- tage 4 den uaiformtragenden Feuerwehrleuten auf der Main Neckar-Bahn Fahrpreisermäßigung in der Weise bewilligt wird, daß auf die an genannten Tagen nach Heppenheim gelösten einfachen Fahrkarten innerhalb der GültigkeitS- dauer von Rückfahrkarten die freie Rückfahrt in Personeu- zügen gestattet wird. M Mainz, 2. April. Gestern ist eine große Anzahl von Dekreten an die übrigen Beamten der vormaligen Hessische» LudwigSbahu verabfolgt worden. Diejenigen Beamten, welche in den gemeinschaftlich hessisch preußischen Eisenbahndtenst übertreten und netto bleiben, find vielfach beffer gestellt worden alS seither, die Zulagen find aber vorerst nur vorläufig«, weil der 1897/98er Etat noch nicht feststeht. Sobald die definitive Regelung deS Etats erfolgt ist, werden auch die Aufbefferungen definitive, was gegen Ende des laufenden Sommers erwartet werden kann. — Bon den Beamten deS TarifbüreauS wurde Revisor S ch äfer zum Elsenbahnsecretär ernannt. Er trat am 1. April 1872 in den Dienst der Heffischeu LudwigSbaho und erhielt auf den Tag seines silbernen DienstjubiläumS daS staatliche AnftellungSdecret alS Secretär. Die Beamten deS TarifbüreauS zeichneten den Jubilar durch Ueberreichung eines silbernen TaselaufsatzeS aus. Dcrmifdttes» K* Nodheim a. b. Bieber, 1. April. Herr Lehrer Höhn beging am heutigen Tage sein 25jährigeS Dienst- Jubiläum. Seit 19 Jahren als Lehrer in Rodheim thätig, erfreut er sich körperlicher und geistiger Frische und hat derselbe mit großer Treue der hiesigen Schule seine Kräfte gewidmet. Er erfreut sich der Werthschätzung seiner Vorgesetzten, sowie der Liebe und Hochachtung seiner Schüler im hohen Grade. Jahrelang hat Herr Höhn einen Gesaoo verein geleitet und mit demselben schöne Erfolge erzielt. Daher hat eS sich letzterer am heutigen Tage auch nicht nehmen laffen, seinem geliebten Dirigenten am heutigen Abend eine glänzende Ovation entgegenzubringen. Unter Voraotritt einer Mufikcapelle wurde vom Gesangverein ein Fackelzug eröffnet, welcher von der „Gastwirthschaft Bender* seinen Weg direct nach der Wohnung deS Jubilars nahm. Hierselbst trug der Verein unter Leitung des Herrn Lehrers H eh mann zwei Chöre vor und hatte fich daselbst, trotz deS anhaltenden Regenwetters, eine ungeheure Menschenmenge eingefunden. Herr Lehrer Heymann begrüßte den Jubilar, indem er deffen Pflichttreue als Lehrer, Dirigent und Krankenkaffenrechner hervorhob. Daraufhin überreichte Herr K. Bender als älteste- Mitglied deS Verein- dem Herrn Jubilar eine geschmackvolle Ehrentafel, gewidmet vom Gesangverein Liederkranz. Nachdem Herr Höhn in beredten Worten seinen Dank ausgesprochen und der Festzug aut durch die übrigen OrtSstraßen seinen Weg genommen, fand in b:nt „Bender'schen Saale" eine gemüthliche Nachfeier statt. ES wurde deS verehrten Jubilar- noch in mehreren Ansprachen gedacht. Außerdem wüffen wir noch die correcten Liedervorträge deS Gesangvereins erwähnen, welche ab- wechselten mit den schönen Weisen der engagtrten Captll. Gewiß mußte fich jeder der anwesenden Gäste sagen: haben inmitten deS Gesangvereins Liederkranz, welcher die« schöne Fest veranstaltete, einen gemüthlichen Abend verleb:. • Marburg, 1. April. Der Sparkaffenrendant Metze auS Vöhl, der einige 40,000 Mk. jahrelang fortgesetzt znm Nachtheil kleiner Leute veruntreut hat, wurde vom Schwurgericht zu vierjährigem Zuchthaus verurtheilt. Die Geschworenen billigten thm keine mildernde Umstände zu. * Frankfurt a M , 2. April. Heute Morgen kurz nach 9 Uhr entstand im ersten Stock de- HauseS Steinweg 8 tn dem Hutlager von Wertheim Feuer, wodurch das ganze Lager zerstört wurde. Die Rauchentwickelung war derart stark, daß drei im zweiten Stock wohnende Personen von der Feuerwehr heruntergeholt werden mußten. Der Brand wurde auf den ersten Stock beschränkt und bald gelöscht. • Berlin besitzt mit l’/e Millonen Bewohnern 2326a Wohnhäuser, die etwa 410 000 Einzelwohnungen enthaltet, deren jährlicher MiethSwerth auf 806V, Millionen Mark veranschlagt ist. In der städtischen Feuerkaffe wird der Nt sammtwerth der Häuser auf 3V2 Milliarden beziffert, währet an Hypotheken noch 500 Millionen darauf ruhen. Dte wt t überwältigende Mehrheit der Wohnungen (über 38000) find die kleinen, im Preise bis höchsten- 500 Mk. JahreSmieihk. während nur 356 Wohnungen existiren, deren jede jährlich über 30 000 Mk. kostet. • • Haus Salem in vade»-vabe». Die evangelische Di:- koniffenanstalt Karlsruhe hat auf der Höhe von Baden ein hübsches Wohnhaus mit Garten erworben. Still un) freundlich am Waldessaum gelegen, vor Nord- und Ostwindr^ geschützt, nur 10 Minuten vom Bahnhof entfernt, will Hao» Salem nicht nur unfern Schwestern, sondern auch Rahk- bedürftigen weiterer Kreise im Sommer und Winier durch Versorgung und Verpflegung seitens unserer Diakoniffen ernt friedliche Heimstätte bieten und können solche schon im Man»-' Mai d. IS. Aufnahme finden. Nähere Auskunft erth.i'.t d« vorstehende Schwester des Hauses „Salem" in Badeu-Badek-. Leopoldstraße 21. Bei der Redaktion eiugegaugeue Bücher rc. — Karl Klein, ehedem Pfarrer in Fröschweiler: Weilet Chronik, Krieg«- und FriedenSbilder auS dem W 1870/71. Jllustrirt von Ernst Zimmer. München 1897, M B-ck'sche Verlagsbuchhandlung OSkar Beck. Ein Prachtbmd XII und 277 Seiten in Quart mit 15 DoppeloolldUdern, 25 fettigen Vollbildern und 250 Textillustrattonen in reichstem und Farbendruck Einband 10Mk.: auch zu beziehen tn 14 Liefen»^ L 50 Pfg._______________ Petfebr, t'anö. nitö Dolfoft- •Uten, 3. Aprtl. Marktbericht. Huf dem heMi«" Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10-0.00, pr. St. 0 4, 2 ®L 10-114, Enteneier 64,2 6t. i 0 4, der pr. ®L 10-11 A. Käse pr. 6t. 5-8 A. Käsernrtte pr. 61.3* Erbsen pr. Liter 20 4, Linsen pr. Liter 30 4, Tauben pr. P". X 0,80 bi« 1,00, Hühner pr. Stück 1,10 bi« 130, Hahnen pr. ©tue X 130-1,50, Enten pr. Stück X 1,60-1,80, Gänse pr. X 0,00—0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4. Kuh- und pr. Pfd. 60-66 A. Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bi« 66 4, fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 4, Kalbfleisch pr. Wb. 60-00 4 Harmnclfleisch pr. Pfd. 50—65 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4.60W» 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 A. Zwiebeln pr. Eent»a X 7,00-8,00, Milch pr. Liter 16 * 3374 Heller. 3332 3380 S. Heichelheim. d. Bl. 3346 SDecialität: Billige Ausgaben. 200 Bergers erfragen 3345 Germania Cacao Stellen-Angebote. 3561 Mäusburg 7 Italiener Rothweine 3339] 'H. Hansel. '3376 Lehrling gesucht. «Swebwfl 7 3355 Bahnhofstr. 6. Stadt Worms unk. b. 1901 1887 3'/, Frankftr. Hyp. Bk. unk. b. 1906 101.00 3«/, Hambrgr.Hyp.Bk. unk.b.1905 3V, Frkf.Hyp.Cred.V.unk.b.1906 100.50 3«/, Dreuß. Hyp.A.Bk.unk.b.1905 dto- 4 3Vi DeutscheGrdfch.B. unk. b. 1906 101.00 «rief »tUf ranz. Banknoten 16.23 16.19 Fr 20.37 20.33 O. und franko. 3328 4.20 4.16 Amertc. Frau Schmidt, Neustadt 59. > Darmft. Bk.-Actien 295. l/e 20 Franken-St. Engl. Sovereigns Dollars in Gold 4 4 3 3 Robert Berger, Pössneck i. Th. 4 3 6 4 10355 97.60 102.50 101.75 101.00 86.15 103.50 23.45 94.90 23.80 101.60 102.70 100.90 101.00 101.00 102.50 «rld 81.05 170.15 4.161/, Unfl. Gold-Rente Portugiesen Mexicaner Monopol-Griechen von Eisend. Rentenb. Obl. BuderuS Obl. ProcaN 4*/, Oesterr. Silberrente Abendeonrse r 148 60 ] Oesterr. Credit-Actten Handlanger oder Taglöhner sofort gesucht. [3353] Ehr. Handach, Westanl. Lehrmädchen^ zu sofortigem Eintritt gesucht. Mathilde Nachmann, Gießen, den 1. April 1897 Das Stadtbauamt Schm andt. icftcrr. dto. s Vttslhied. HaudwkrKsieug ür Schneider, darunter ein UrbeitStisch billig zu verkaufen. Weserffratze 4, III Spanische Weine direct bezogen, von ärztlicher Seite em- pfohtefi, zu billigstem Preise. Anfeigen nach Auswärts werden stets zu Originqlpreifen besorgt durch die 8rpkdiiiliu des Gikßeiitr Aii^eigkrs. Ikocttrt SV, Deutsche ReichSanl. 3 Preutz. EonsolS Feinet spanischen wie auch deutschen Cognac. Schlosser Lehrling gesucht. « stzlett, 3375 Teufelslustgärichen 22. Rheinweine (Ober-Ingelheimer Rothweln, Hochheimer Weisswein) und Moselweine. 387 Ernst Chaliier (Rudolph’s Nacht) — Giessen. :.■■■ — Special-Geschäft für Musik waar en aller Art Grosse Auswahl, solide Preise. 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Js. in doppelter Ausfertigung bei uns einzureichen. Bekannnnachnng. Die mit Brettern verschalte und mit Ziegeln gedeckte Geräthehalle hinter der Synagoge an der Südanlage — 4,95 Mtr. lang, 3,80 Mtr. breit und 2,95 Mtr. bis zum Dach hoch — soll - verkauft werden. Angebote sind dem Unterzeichneten bis zum 7. d. Mts. einzureichen. Gießen, den 2. April 1897 Der Vorstand der israel. Religions-Gemeinde Gießen f^ei^teigenjngen™| iPitnetag drn 6. April l. A, Nachmittags 2 Ubr, im Hause Brandgaffe 8 zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baar- Zahlung: 1 Sopha, 1 Kleiderschrank, 1 Tisch, 1 Partie Weißzeug (Bett-, Hand- vnb Tischtücher, sowie Ueberzügen), Herren-, Frauen, und Kinderkleider u. s. to. — Alle« gut Versteigerung bestimmt. 3385 Gagel, Gerichtsvollzieher. 3V, Gr. Hessische Obi. Stadt Darmstadt v. 1891 Lonys Bierkeller. Verehrlichem Publikum hiermit zur Nachricht, daß ich am 1. April meine seitherigen Localitäten zum „Lahnftein" verlassen und Lonys Bierkeller übernommen habe. Zum Ausschank bringe von diesem Tage ab die Biere der rcnliimnikttnKrnuerei Henninger in Fronkfurt n.M. Eröffnungs-Commers findet Samstag, den 3. d. Mts., Abends 8 Uhr, mit verstärkter Hauseapelle statt. Bitte wohllöbliches Publikum auch fernerhin um geneigten Zuspruch. 3351 Hochachtungsvoll C. Kruse. 1 ’1,t M»116’k “ 'S'« i'Vl4 Hi 7" ble« auf!”ln ht im* (Eit.v^ten bei 1872 in b J?ftCret51 i-i* b„ 1 ll,,t 111 3tmmer- Pra°v Sok. Sbübttn,' 15 £opP«I00r/ ‘iS-SÄ * Ananton bei ooulantasten aycuiuu, Bedingungen höchster Provision stets überall gesucht. Ein Schlofferlehrling kann eintreten. 3367 ______ L. Hanbach, Löberstr. 2. Mosserlrhrling L'L SS " ^ikstgen @*n[t f | t x ^"thschatzggg feiner m rinen “ IWtt Sesolge etihb nm rutgegetiMringen. IbeJ,om ®tfangberdn 1 1 »Tnstlvirthslhaß Qenbn' R des Jubilars Bfl6r Eung des Hem Lehn, sich baselbsi, tn: eine ungeheure Measchi.- 1 Heymnu begrützte h itue als Lehrer, ®(rljtr °b- Daraufhin überreich, Mitglied bti Vereins bi» ■ Ehreniafei, gtwibett com em Herren In btttbtfa in unb btt Kestzog auch 'tn Mi/) genommen, savd nt gernülhliche Nächster bilarS nod) in mehreuv fen wir nach die corretttn erwahueu, welche ab' der engagieren Sapeb enden Gäste sagen: Sir Liederkranz, welcher diel nüthltchen Abend verleb Mkaffeureudant Mehe jahrelang fongelegt za» int, wurde vom Tchwm l wuxiW- Dle G, beende ^lwMe yi. tzenle Morgen lmzr:: dt» haastS Lttinweg 8 tuet, wodurch doS je: auchentwickrlung war btt: ! wohnende Periontn w.' 1 muhten. Der Brand-.: und bald gelSM. Millonen Bewohnern 23. Einzelwohnungen entb' k 80öi/, Mionen Mat en Fenerkafle wird bei Milliarden beziffert, M m taauf *«■ » 500 ®. 3*. (pfthm, W l,bl 1 M«. meinini** t «f “«Ä Affler anb ®lnlet * ’£a9" <.-11 in S-dtfk' -es „W unLb.1905 103 50 3V, Pomm.Hyv.A.Bk.unk.b.1906 -----------4 Frxf.Ldw.Cred.Bk. unk. b. 1900 Coursbericht iin J. Kurz & Co.» Giessen, Alhihtfgrijk 68. Frankfurter Börse vom 2. April 1897. 6HM ottent « 3)471 Ra«Vhtlfest«nden erihetlt ein Student tn Latein, Griechisch, Fran« zSstsch und Geographie gegen müßiges Honorar. Näheres tn der Exped. d. Bl. 3iM«| Rene», 3stockiges HanS in der Ludwigstroße, gut renttrend, Specerei- geschäft, günstig zu verkaufen, oder auch Laden mit Wobnuna zu verm. auf 1. Aug- Off, eint. Z. Z. 100 an die Exped. d. Bl- QflT* Wer schnell und billigst Stellnng finden will, verlange per Postkarte die »Deutsche Vacanzen-Vost" in Gßlingen. |^^LMferkauffen*^| 9 Legehühner S mit Hahn wegen Raummangel bMig abzugeben.________Kaplanßgaffe 14 3357] Hen, Vitob, DiSwnrz und Kartoffeln verkauft ________Ehr. 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Hochachtungsvoll Gießener Wer GeselljW. Sonntag den 4. April, Nachmittags 3 Uhr Veteranen-Verelo. Wir benachrichtigen unsere Mitglieder von dem heute erfolgten Ableben unseres Kameraden Section Oberhessen drS n. He. Atpenvereins. Vttttwock» den 7. April r Monats-Sitzung mit Vortrag. TageS-Ordnung: 8 Uhr Abends Ballotage, VereinSangelegenheiten. v Uhr Vortrag: Reise-Erlebnisse in Japan. VereinSlocal: .«aiserhof, Balkonztmmn, 1 Treppe. Bahnhofstratze 1, A Heute Sonntag Nachmittag r Grosses Frei-Concert —^7^7^ Gute Vedtenung.---■— Pfg. an, n w Contentia. Heute Sonntag, den 4. AprU. 8 Uhr Abend» r Familien-Abend MM AusW Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Verluste unseres unvergeßlichen 3371 Johannes Volk sagen wir Sllm, insbesondere für die vielen Blumenspenden, sowie Herrn Pfarrer Dingeldey für die trostreichen Worte, unseren innigsten Dank. $ir trourrnbre fjinlerblirbrnrn: Familie Volk. Wilhelm Hamel führt nur diejen. Fabrikate, die Bahn brachen d. Deutschen , / $sv. Fahrrad-Industrie /. */«yer, Saison-Eröffnung ijJP von Wilhelm Hamel Bleichstrasse C\ Nr. 7. JOx nS?1 Omnibus-Verbindung• Linie A M-rburgerstreße—Bahnhof und zurück. Linie B «ründergerstvaße- «ahnhni und zurück. Linie D Von und noch Wieseck nach besonderem Fahrplan. _ Halbrüschen, moderne Weiße und farbige Mädchen-Unterröcke . Perlborden, große Auswahl Perlgarnituren, große Auswahl Gardine», in großem Sortiment Schleier, moderne . . Bälle........ Markttaschen, schwarze, Wachstuch Basttaschen, große . . . Kaffee- und Zuckerbüchsen .... Britannia-Löffel- und -Gabeln . per Herren- und Kuaben-Strohhüte . TTanfnniivorto liefert 6Chne11 zu bi,ligen Prei,en die 1*1 dllluUUiul lu Brühl’sche Univ.-Druckerei I I (Pieteeh 4 ßcheyda), IJLJL mit Firmendruck Schulstrasse 7. Vkdaction: I. Scketfd e. — Druck wnb Vertag der Vrühl'fchru Univerfitätt-Vuch- und 6trindruckerei sPirtsch * Scheyda) in Eiehen. Ale heutige Kummer umfaßt 14 -ecken.