Donnerstag den 4 Februar UMes Blatt 1S97 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Hratiskeikage: Gießener Jamilienötätter der Alle Annoncen-Bureanx des In- und Auslandes nehmen j Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. und eine dem Kaisers iriHz-Cto* Die Gießener I-amitienblätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hleßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. dollen Wagenladungen nach Ostpreußen, Westpreuhen Pommern östlich der Oder btö 1. September 1897 außerordentliche Ermäßigung von 25 pCt. gegenüber allgemeinen Tarife gewährt werde. Bochum, 2. Februar. Der Delegirtentag Vierteljähriger Abouncmcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schukstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Wolff» rrttgraphtsche- Sorrespondenz-Bsresn. Berlin, 2. Februar. Die Herrenbaus-Com- Mission für daS Lehrerbesoldungsgesetz nahm § 3, Besoldung jüngerer interimistischer Lehrkräfte, an, und genehmigte im Princ-p § 8, AlterSzulagen-Kaffen, mit 12 gegen 3 Stimmen. Berlin, 2. Februar. Die „Berl. Corresp." meldet: Der Arbeitsminister, im Einvernehmen mit dem Landwirtschaft-- Minister, genehmigte AngefichtS des ungewöhnlich un- zünftigen Ausfalles der Strohernte einer Anzahl irr östlichen Provinzen, daß für Torfstreu und Torfmull in tiristlichen Bergarbeiter forderte, stetige Steigerung ier Löhne entsprechend der Conjunctur, ferner eine Lohn- ßatiftik über die einzelnen Werke und wählte eine Com- Mission zur Berathung über die Frage des Zusammenschlusses a ller christlichen Bergarbeitervereinen Deutschlands. Der Dele- c irtentag beantragte schließlich die Aufhebung deS § 8 des preußischen VereiusgesetzeS und sprach sich für die achtstündige Schicht einschließlich der Einfahrt und Ausfahrt aus. Bochum, 2. Februar. Der Delegirtentag der christlichen Bergarbeiter forderte Aenderung deS Knappschaftsstatuts, besonders freie Aerztewahl, Erhöhung freß Krankengeldes auf zwei Drittel deS Lohnes, Erhöhung bet Jnvalidenpenfion, wobei die ReichSrevte angerechnet werden soll. Einrichtung von Schiedsgerichten bei Jnvalidi- firuugen und selbstständige Antheilnahme an der Verwaltung. Pfarrer Naumann empfahl den Anschluß deS Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter an die bestehenden Gewerkschaften, wenigstens unter Wahrung seiner Selbstständigkeit, Annäherung in der Richtung, daß die einigenden Punkte und die gemeinsamen Ziele durch eine beiderseitige Commission fest- gestellt werden. Vorsitzender Brust trat dem entgegen. Darauf wurde der Delegirtentag geschloffen. Bremerhaven, 2. Februar. Ja Sachen des untergegangenen LlohddampferS „Salier" erließ das Seeamt heute folgenden Spruch: „Der deutsche Schraubendampfer „Salier" ist in der Nacht vom 7. auf den 8. December 1896 in der Nähe von Cop Corrubedo an der spanischen Küste gestrandet und gänzlich verloren gegangen. Sämwtliche an Bord befindlichen Personen, 66 Mann Besatzung und 214 Passagiere, haben beim Schiffbruch den Tod gefunden. Die Ursache der Strandung, welche auf schweres unsichtiges Wetter und Stromversetzung zurückzuführen sein wird, ist nicht bestimmt festzustellen." Laibach, 2. Februar. Ja der letzten Nacht wurde hier allgemein ein starkes, mehrere Sekunden andauerndes Erdbeben verspürt. Bafel, 2. Februar. Infolge starken Regens und dadurch beschleunigter Schneeschmelze ist der Rhein bet Basel nm mehr als einen Meter gestiegen. In der ganzen Schweiz find die Wafferläufe stark angeschwollen und wachsen noch weiter. In den Bergen ist die Lawinengefahr groß. Bern, 2. Februar. Dem Vernehmen nach wird der BundeSrath bei den beteiligten Staaten eine Revision der Lateinischen Münz-Union zum Zwecke der Vermehrung der Silber-Scheidemünzen anregen. Pari«, 2. Februar. Die Geographische Gesellschaft bereitet für Frithjof Nansen, der im März hierher kommen wird, einen feierlichen Empfang vor. Berlin, 3. Februar. In der gestrigen Commifstons- sitzung deS Herrenhauses zur Vorberatung des Lehrer-BesoldungSgesetzes kam eß bei § 8 (Alterßzulageklasfen) zu scharfen Auseinandersetzungen. Von den Vertretern der Stadt wurde daß ganze System als unzutreffend bekämpft und von Oberbürgermeister Becker-Köln Beseitigung des § 8 beantragt. Dagegen wurden von den Ministern v. Miquel und Dr. Bosse, sowie von den Vertretern deS Reichs die Alterszulagenklaffen vertheidigt. Bei der Abstimmung wurde das Princlp der Aiterszulägenklaffen gebilligt und der Antrag Becker abgelehnt. Berlin, 3. Februar. Gestern Abend fanden mehrere sehr stark besuchte Bäcker-Versammlungen statt, in welchen die Reichstagsabgeordneten Liebknecht, Wurm und Schmidt- Magdeburg, sowie Redacteur Katzenstein über den Mox.mal- ArbeitStag im Bäckergewerbe referirten. Sämwtliche Redner verurtheilten das Vorgehen betreffs des zwölsstündigen Moximal-Arbeitstageß. Zum Schluß gelangte in allen Der- sammlungen eine gleichlautende Protest Resolution zur Annahme. Hamburg, 3. Februar. Am Miethezahltag konnten zahlreiche ausständige Miether die Miethe nicht entrichten. Biele HauSwirthe verzichteten freiwillig auf Miethezahlung. Die Strike-Unterstützung betrug gestern 8 Mk. für Ledige und Verheirathete. Wien, 3. Februar. ES verlautet, es sei bisher nur bestimmt, daß der Kaiser in der zweiten Aprilhälfte nach Petersburg reise- der Tag sei noch nicht endgültig festgestellt. Die Gesammtdauer der Reise werde acht Tage in Anspruch nehmen, der Aufeuthalt in Petersburg etwa vier Tage. Belgrad, 3. Februar. In Caglavica (?i tserbien) erschlugen Arnauten einen Serben, steckten einige Häuser in Brand und trieben 100 Schafe weg. Zwischen den verfolgenden Gensdarmen und den Arnauten entstand ein Feuergefecht, wobei es beiderseits Verwundete gab. WB. Berlin, 3. Februar. Heute Abend trifft der Flügeladjutant des Zaren, Nepokoifchitzki, ein- er über- bringt Fahnenbänder und Standartenbänder für die preußischen Regimenter, deren Chef der Zar ist. Morgen werden diese Bänder den Regimentern in Gegenwart des Kaiser- feierlich übergeben. Gießen, den 2. Februar 1897. Betr.: Die Verhältniffe der Handarbeitslehrerinnen. Die »rotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern die Rückständigen von Ihnen an sofortige Erledigung unserer Auflage vom 22. Januar d. Js. — Gießener Anzeiger Nr. 21. v. Gag er n. ießeuer Anzeiger General-Anzeiger. CoeoU» «n- prsvinjieller Gießen, den 3. Februar 1897. Ernennungen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Bauinspector des Straßenbauamts Grünberg Baurath Konrad Schnitzel zum Kreis- bauinspector de- Kreises Friedberg- den Bauinspector deS StraßenbauamtS Nidda Ferdinand CellariuS zum KreiSbauinfpector des Kreises Bensheim- den Bauinspector für besondere Bauausführungen Hermann Daudt zu Butzbach zum KreiSbauinfpector des Kreises Darmstadt- den Kreisingenieur Karl Stahl zu Gießen zum Kreisbau. inspector des Kreises Gießen- den Eisenbahnbauaffeffor EduardLanggässer zu Gießen zum KreiSbominspector deS Kreises Alzey- den Regierungsbaumeister Wilhelm Endres zu Nidda zum KreiSbauinfpector deS Kreises Schotten, den RegierungSbaumeifter G*org Metzler zu Grünberg zum Kreisbauinspector deS Kreise- AlSfeld zu er- nennen. diesjährige Schlußprufnng der Candidaten der evangelischen Theologie hat am Montag Vor- mittag im AmtSlocale des Großh. OberconsistortumS zu Darmstadt ihren Anfang genommen. Es beteiligten sich daran 15 Examinanden, von denen 8 aus Starkenburg, 4 aus Oberhessen, 1 auS Rheinhessen und 2 aus Frankfurt a. M. find. •• Finanzielle». Zur Zeit findet eine Erhebung über diejenigen C apitalbeträge statt, welche von öffentlichen Fonds, Sparkaffen, Stiftungen u. s. w. in 4pCt. Großh. Staatsschuldverschreibunqen angelegt find. Beginn des nächsten Schwurgerichts. Am Montag den 8. März beginnt die nächste Tagung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen. Der Dorfitz ist Herrn LandgerichtSrath vr. Linkenheld übertragen worden. *• OmuibuSverkehr. Der seither beschränkte Betrieb ist, wie uns der Vorstand der Omnibus-Gesellschaft mittheilt, seit heute früh fahrplanmäßig wieder ausgenommen worden. Die Linie D, von und nach Wtefeck, kann vorläufig noch nicht in Betrieb gesetzt werden. 75. GeburtStag. Am Freitag den 5. d. Mts. vollendet , wie die „N. H. Dksbl." melden, Herr Prälat Depeschen deS Bureau „Herold." Verliu, 2. Februar. Wie aus Kiel gemeldet wird, besuchte der Kaiser heute Vormittag daS Seemannshaus für Unteroffiziere und Mannschaften, empfing um 12 Uhr den Chef des MiUtär-CabinetS, General v. Hahnke zum Vortrag und besuchte Nachmittags 2 Uhr die kaiserlichen Werften. Heute Abend 10 Uhr gedenkt der Kaiser wieder in Berlin einzutreffen. Verliu, 2.Februar. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Vorsitze deS Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 2. Februar. Bekanntlich spielte in dem Be- leidigungsproceß Witte-Stöcker daß Tagebuch deS Schneidermeisters Grüneberg, welches sich in dem Besitz von Leckert Ben. befand, eine große Rolle. Grüneberg hatte behauptet, daß ihm von Leckert aen. sein Tagebuch unterschlagen worden sei. In der Angelegenheit des VerfügungS- rechts über dos Buch übergab heute, wie die „Post" meldet, Leckert aen'. seine Briefschaften dem Untersuchungsrichter, aus denen hervorgeht, daß Grüneberg in diesem Punk-e nicht die reine Wahrheit gesagt habe. Nach eingehender Vernehmung des Lockert aen. wurde auch Pfarrer Witte in dieser Angelegenheit vernommen. Berlin, 2. Februar. Das Herrenhaus wird die Plenarsitzungen am 15. Februar wieder aufnehmen, an welchem Tage Petitionen und kleinere Vorlagen zur Erledigung kommen. Berlin, 2. Februar. Die militärische Correspondenz will aus BundeSrath-kreisrn erfahren haben, daß die Meinungsverschiedenheiten zwischen Preußen und Bayern über die Militär-Strafproceßordnung derartige seien, daß von deren Ueberwindung zur Zeit noch nicht gesprochen werden könne. Berlin, 2. Februar. Wie auS Hamburg gemeldet wird, scheint die Wiederwahl des Fabrikanten Mohr in den Landtag gesichert. Von 260 Wahimännern haben sich 141 für Mohr erklärt. Kiel, 2. Februar. Der Kaiser hat heute Nachmittag den int Umbau befindlichen .Panzer Baden befichtigt. Um 4 Uhr 20 Min. ist der Kaiser, vom Prinzen Heinrich zur Bahn geleitet, von hier wieder abgereist. Frankfurt a. M., 2. Februar. Die „Franks. Ztg." meldet auS Karlsruhe: Die Stichwahl im 3. RetchS- tagS-Wahikcetfe ist definitiv auf den 11. Februar angesetzt. Der socialdemokratische „Volksfreund" proclamirt für die Socialdemokraten Wahlenthaltung. Eine officielle Kundgebung der Partei liegt noch nicht vor. Hamburg, 2. Februar. Heute Vormittag ist hier Fridjof Nansen in Begleitung seiner Gemahlin und deS Lieutenants Hansen auf der Reise nach London eingetroffen. Hamburg, 2. Februar. Gestern Nachmittag trafen für die Strikekaffe auS der Schweiz 80000 Mk. ein. Infolge deffen werden heute den Strikenden 8 Mk. pro Mann auS- gezahlt. 50 Pfg. werden pro Mann in Abzug gebracht, um die mit der Miethe rückständigen Strikenden vor der Exmiffion zu bewahren. Wien, 2. Februar. Gestern starb in Ajaccio der vor einigen Wochen von Briganten überfallene Prinz Ernst Windischgrätz. Budapest, 2. Februar. Nach Belgrader Nachrichten befindet sich das Cabinet Simice in einer kritischen Lage, da der Exkönig Milan die Vorausbezahlung seiner Apanage von 360000 Frcs. für sechs Jahre verlangt. Der Finanzminister weigert fich zur Zahlung, die das Budget enorm gefährdet. Rom, 2. Februar. Dem ehemaligen Minister Bourgeois wurde gestern von seinen radicalen Freunden ein großes Diner gegeben, wobei eine franco-italienische Der- brüderungSrede gehalten wurde. Rom, 2. Februar. Heute früh wiederholten sich die Studenten-Crawalle. Die Studenten demolirten Alles, sodaß die Bersaglieri einschreiten mußte. Brüsiel, 2. Februar. Unter der Führung der soeia- listischen Abgeordneten hat der Feldzug zur Verbesserung ber Sage der Handlungsgehilfen begonnen. Zugleich beginnt eine Bewegung gegen das Anwachsen der großen Magazine, welche den Ruin deS Kleinhandels bedeuten. Rotterdam, 2. Februar. Auf dem Dampfer Teutonia brach Feuer aus, wobei drei Matrosen verbrannten, drei andere wurden schwer verletzt. f Paris, 2. Februar. Officiös verlautet, daß im Laufe dieses Jahres 25 Radfahrer-Compagnien im französischen Heere eingerichtet werden sollen. 7er- ott (LvNm *"*6*"*' Ms? SM. ' g - »130 * V Vermietungen an <>, md«im Mj! ,» « I"* 611 jene [iffiifierUlt» »«»Mw« 4* § SW rlp-Mofjg. ^agellvehood schiech, ver-orbeuev Magen Men z 25 Pfg. bei Wallenfels, Heinr, Wallach ■ Wallenfels in Gießen. , Uckki-M ßv- uxib & Dominos Sä für Herren und Dort" großer LuSwahl billig n 4a »erleitzt«. Wei < S 10 Ur (auch Sonnu;: -XW. Karnbatb r. 2. igeben circa 300 bis 400 Sti 4 Jahre alt (von fäa twf 2 bil 3 ; tietmeifier ßhriüia» W' Münster bei Lud. gl Trockenes Tauue»^ ^eu-Vreooholz mW jakob Rinn aw.i , »i/v"Jfe «Ä«® - , „2, n Konstantinopel, 2. Februar. Der Ausbruch neuer blutiger iu otf®. Feindseligkeite zwischen Muhamedanern und Christen u auf der Insel Kreta bestätigt fich. Das von Christen be- D. Habicht, dessen vor zwei Jahren solenn gefeiertes 50jährigeS Dienstjubiläum gewiß noch in Aller Andenken ist, in seltener körperlicher und geistiger Frische sein 7 5. Lebensjahr. Möge eS dem hochverehrten Herrn vergönnt sein, noch lange zur Freude seiner zahlreichen Freunde und Verehrer, sowie zum Segen der evangelischen Kirche und der von ihm geleiteten und geförderten Anstalten wirken zu können. Loewe Abend des Br. Hans Hay m am 7. Februar, Nachmittags 5 Uhr. Die Kritik tu der Elberfelder Zeitung, die wir vorgestern Abend über HahmS Leistungen als Sänger abdruckten, hat sichtlich angesprocheu und manchen Saulus in einen Paulus umgewandelt. Wir können aber nicht unterlassen, hinzuzufügen, daß ein Balladensänger, und das will unbedingt Haym sein, doch noch etwas mehr mitbringen muß, als eine schöne Stimme. Mit einem Lied, wohl auch noch mit einer Arle, kann uns ein musikalischer Dilettant mit schöner Stimme recht erfreuen, zum Vortrag einer Ballade ist aber unbedingt ein Sänger erforderlich, der gleichzeitig Musiker vom Kopf bi- zur Zehe ist. Zu diesen zählen wir unbestritten Br. Haym, und freuen uns sicher sein zu können, unsere Meinung, nach dem 7. Februar, von Allen getheilt zu sehen. * • Gesellschaft für Erd« und Völkerkunde. Am 1. Februar sprach vor einem zahlreich erschienenen Publikum Herr H anS Leder aus Jaueruig über Sibirten und dieMougolei. Der Redner schilderte zunächst die drei Zonen Sibiriens, die Tundra mit ihrem Reichthum an jagdbaren Thteren, Gold und fossilen Mammuthrefteu, sodann die Waldregion, Taiga, den großen sibirischen Urwald, der die Gebirge des Südens und deren Ausläufer bekleidet, und tu dessen Lichtungen die spärlichen Hütten der Sojoten stehen, endlich die Steppe mit ihrem Reichthum an Argali, Kulanen und Antilopen. Sodann folgte eine Uebersicht des sibirischen KliwaS, und der Bereisung der Flüsse, und schließlich eine kurze Schilderung der Reise vom Ural bis zum Baikalsee und an die Grenze der Mongolei zu den Buräteu, dem Stamme Dschingis Chans. Der Vortragende kam leider nicht mehr dazu, die Lebensumstände der Verbannten zu schildern, sondern brach zum allgemeinen Bedauern nach einer Stunde ab. Mancher mag wohl eine Verlängerung des fesselnden Vortrags gewünscht haben. Später gelang es jedoch während einer geselligen Zusammenkunft, den Redner noch zu einer Schilderung des Lebens der Strafgefangenen zu bewegen, die den landläufigen Anschauungen von sibirischer Knechtschaft schnurstracks zuwiderlief und fast noch spannender war, als der Vortrag selbst. — Von anderer Seite geht uns folgender Bericht zu: Im großen Saale des Hotels „Zum Einhorn" hielt gestern Abend in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde vor einem zahlreich erschienenen Auditorium Herr Hans Leder seinen angekündigten Vortrag über „Sibirien und die Mongolei". Der Vortragende, welcher vom Großfürsten Nicolajewitsch im Jahre 1891 mit einer Forschungsreise des genannten Gebietes des asiatischen Rußland beauftragt tour, verbreitete sich zunächst über die geographische Lage, die topographischen, meteorologischen und klimatischen Verhältnisse des Landes. Sibirien — abgeleitet von Ssibir, dem alten Herrschaftssitz am rechten Ufer des Jrtysch unfern Tobolsk — umfaßt das gesammte, dem Zaarenretch unterworfene Gebiet in Asten, welches sich von 60 bis 170° östlicher Länge und von 42 bis 70° 40' nördlicher Brette erstreckt und im Westen durch das Uralgebtrge vom europäischen Rußland getrennt, im Süden von der Ktrgtsenfteppe und China begrenzt, im Osten von dem BeringS-, Ochosktschen und Japanischen und im Norden vom nördlichen Eismeer umspült wird. DaS gesammte etwa 12,5 Millionen Kilometer umfassende Gebiet scheidet sich im Hinblick auf Boden- gestaltung, Bodenbeschaffenheit, Flora und Fauna in zwei scharf begrenzte Thetle. Der größere nördliche Theil deS Landes gehört dem Flachland an, zeichnet sich im Westen durch malerische, tiefeingeschnittene Flußthäler und im Osten durch tafelförmige, bis zu 90 Meter ansteigende Berggipfel aus. Die Tundra (Moossteppe), die Niederung des hohen Nordens, auf welcher der Boden nur oberflächlich aufrhaut, ist die eigentliche Heimath der Rennthiere und Pelzthiere. Ebenso haben zahlreiche Sumpfvögel hier ihre Brutstätten. Außerdem liefert die Tundra Gold und Elfenbein. Zwischen 58 bis 63° nördlicher Brette dehnt sich eine durchschnittlich 100 Meter hohe, wenig gegliederte Hochebene aus mit niedrigen, flachen, vielfach sumpfigen Wasserscheiden. Hinter dieser Hochebene erhebt sich das nördliche Randgebirge des innerafiattschen HochtafellandeS, dessen Ausläufer im Osten erst am Meer oder in der Tundra ihr Ende finden und welches nach dem Gebirgszug des Altet an der Grenze gegen China und die Kirgisensteppe im Süden seinen Namen führt. Zwischen dem Ob, einem nach dem nördlichen Eismeere fließenden Hauptstrome Sibiriens und Jrtysch, einem Nebenfluß de- ersteren, lagert die Kernmasse des Gebirges, sie ist das Quellengebiet des Ob- diese GebirgSmaffe erreicht eine Höhe von über 3000 Meter und besitzt einen außerordentlichen Rrich- thum an Erzlagerstätten. Mitte October beginnt der Winter, jede Schneeflocke bleibt den ganzen Winter über liegen und bis Mitte Januar erreicht daS Thermometer seinen tiefsten Stand, bis 58° C. Kälte. Während des eigentlichen Winters ist durchweg in der Regel klare- Wetter vorherrschend, so daß das Klima im Allgemeinen ein gesundes. Nur zeitweise entwickeln sich aus offen bleibenden Stellen des 32223 Hl-Kilometer großen Baikalsee Nebel, welche die Atmosphäre dicht mit Eisflocken erfüllen und zu Erkrankungen der Athmungsorgane, insbesondere bet Kindern, führen. Die Dauer deS Winters erstreckt sich bis Mitte Mai. Sobald aber die Nachtfröste Nachlassen, erfolgt eine ungemein rasche Entwickelung der Vegetation. Die eigentliche Regenzeit ist Mitte Juli — August. Flora und Fauna stimmen im Wesentlichen mit denjenigen Mitteleuropas überein. Die Waldsubstanz besteht in der Hauptsache auS Nadelhölzern, von denen insbesondere die Zirkelkiefer, pinua cembra, ihrer Früchte wegen für die sibirischen Völker bte größte Bedeutung I hat. BedauernSwerther Weise fallen alljährlich große Holz- massen dieser Nadelholzart der Axt und Säge zum Opfer, von denen nur die Früchte genutzt werden. Die Lärche, Lar ix aibirica, erreicht die höchste Polhöhe, 72°. Von Laubhö zern treten nur Birke und ASpe auf. Unabsehbare Wälder besten Nutzholzes durchziehen die Steppen und bedecken die südlichen Berge. Zahlreiche Rudel Roth- und Rehwild bevölkern namentlich bte Wälder SüdsibirtenS. Sehr starke Hirsche (Gattung Cervna elaphua) kommen vor. Leider ist auch hier in diesen jungfräulichen Wäldern bereits eine bedauerliche Aas- jägerei unter den Eingeborenen eingeriffen, indem den geweihten Hirschen hauptsächlich nachgestellt wird zur Zeit der Entwickelung deS Geweihes und zwar nur des letzteren halber, während daS Stück Wild meistens den Steppenwetheu und Schreiadlern überlassen wird. DaS noch im Bast befindliche Geweih benutzen die chinesischen Pharmazeuten zur Herstellung einer Medtctn, welcher man eine außerordentliche Heilkraft nachrühmt und bezahlt deshalb solche Geweihe mit enormen Preisen. Der Vortragende hat wiederholt Zwanzig- ender gesehen, welche für diesen Zweck zur Verwendung gelangt sind. Auer-, Birk- und Haselhühner gelangen zu Tausenden an die Märkte. Von Haarraubwild sind hauptsächlich schwarze und rothe Füchse noch in großen Massen vertreten, während der Zobel, infolge der unablässigen Verfolgung, welcher er ausgesetzt ist, in die dunkelsten Wälder Nordostafiens zurückgedrängt ist, und da ihm auch hier der Mensch begierig — selbst mit Einsetzung seines Lebens — nachstellt, muß er immer mdier sich zurückziehen und wird immer seltener. In Jakutsk findet alljährlich ein großer Jahrmarkt statt, auf welchen die Eingeborenen ihre winterliche Beute bringen, mit einem Umsätze von 5500 Zobeln, 7000 rothen und schwarzen Füchsen, 500 Bären-Fellen und für ca. 32,500 Rubel Mammuthzähne zusammen etwa eine halbe Million Rubel. Den sibirischen Bär schildert der Vortragende blutdürstiger als den europäischen Petz, das mag am Ende mit seiner Umgebung — dem Culturzustande der Gattung domo aapisna in Sibirien — zusammenhäugen. Etna- graphisch theilt sich die Bevölkerung Sibiriens in: Russen, Sibirier, Finnen, Samojeden, Mongolen, Kalmücken und Tartaren, unter welchen alle Culturftufen vertreten find. Jagdvölker (Tungusen), welchen ber Jöortrogenbe den Untergang in wenigen Jahren prophezeit- Fischervölker (Oftjacken), Steppennomaden (Kirgisen) und angestedelte Ackerbauer. Von den Erzeugnissen des Ackerbaues und der Viehzucht sind von hervorragender Bedeutung: Getreide und Talg. — Das erstere kann mangelnder Transportverhältnisse halber nur im Lande selbst verwerthet werden, und dient der Ueberschuß über das erforderliche Brodkorn der Schnapsbrennerei. Aus sibirischem Talg dagegen sind vorzugsweise unsere Stearinkerzen hergestellt. — Nachdem Herr Leder sich noch über die Beschwerden der Reise in die theilweise recht unwtrthlichen, schwach besiedelten LandeStheile verbreitet hatte unter besonderer Hervorhebung deS Umstandes, daß man in Sibirien dann am schnellsten vorwärts kommt, wenn eine gleichmäßige Schneedecke die Landschaft bedeckt, und eine gefahrvolle Ueber- fahrt über den Baikalsee geschildert hatte, schloß er seinen Vortrag mit Beifall seiner Zuhörerschaft, für den Berichterstatter jedoch etwas zu plötzlich.— Zu der Erforschung der Natur-, Land- und Völkerverhälmisse Sibiriens haben deutsche Gelehrte das Bedeutendste geleistet, allein der großen Masse des deutschen Volkes bleiben derartige Arbeiten meistens unbekannt. Den Gründern der „Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen" sind gewiß alle Diejenigen dankbar für daS Gebo:ene, denen ihre Berufsthätigkeit nicht gestattet, außer ihrem Wirkungskreise liegende Schriften zu lefen. La. ♦ Caruevalfeier deS Beamten • Vereins. (Verspätet.) Schreiber dieses hatte letzten Samstag Gelegenheit, der von Dem Gießener Beamten-Verein in „Steins Galten" veranstalteten FaschtngSfeier beizuwohnen. Die ganze eigenartige Veranstaltung trug den Charactcr eines Volks- und Costümfeftes und war in allen seinen Einzelheiten wohl- gelungen. Erstaunt blieb jeder Eintretende am Saaleingang unwillkürlich stlhen, um die großartigen Decorationen zu bewundern. Vor Allem fesselte den Bl'ck da- am Saalende links aufgestellte alte Winzerhaus, sowie die in Tannengrün halb versteckte Almhülte. Diesen gegenüber präseutirte sich ein bunt bewimpelter und vollständig aufgetakelter Ocean- dampfer mit schmucken Matrosen und Matrofinnen. Nachdem sich bte beiden Säle mit Gästen gefüllt hatten, begann denn auch alsbald ein buntbewegtes FaschingStreiben. Der aus zwei Hauptabtheilungen bestehende MaSkenzug betrat etwa um 8*/z Uhr unter Vorantritt zweier Musikcapellen den großen Saal und führte eine kurze Polonaise auf. Während die Masken sich im Tanze bunt bewegten, boten vor dem WinzerhauS malerisch costümirte Winzerinnen und Winzer zusprechenden Gästen edeln Rebensaft, während vor der Almhütte fidele Alt Bayern und Tiroler manches „Maßerl" credenzten. Schmucke Briefträgerinnen vermittelten im Dienste der Saalpost den schriftlichen Verkehr der mehr „Seßhaften". Große Anziehungskraft übten auch die im Saale aufgestellten Schaubuden auf die Anwesenden auS: Da fand sich eine X-Strahlcamera, in welcher zwei ehrwürdige Gelehrte den Besuchern allerlei Wunder zeigten, die das menschliche Auge bis vor Kurzem noch nicht zu schauen vermochte- in seinem „Nordpol Museum" hatte ein auS der Polarregion zurückgekrhrter Forscher allerlei Raritäten auS „Nacht und Eis" ausgestellt, während ein „Riesenfernrohr" die fernsten Himmelskörper bis auf greifbare Nähe heranrückte. — Wie man dem Einsender dieses mirtheilte, hat ein Mitglied des Vereins nicht nur den Plan zu dem Feste entworfen, sondern auch die Decorationen selbst gemalt und hergerichtet. • • Bon bet Strafkammer. Gestern verhandelte unsere Strafkammer al- Berufsinstanz in einer für das Bankfach wichtigen Sache. DaS Bankhaus I. Lüd ek e-Zehlendorf- Berlin hatte Anfang Mai v. I. nachweislich in zwei Fällen durch Circulare im Großherzogthum Hessen wohnenden Personen Antheile von 4%ig»n Badischen 100-Thaler-Loosen, । welche in der Serie gezogen waren, offerirt und die Preise 1 für eia VollloS im Ganzen auf 650 Mk., ein Theil aber entsprechend höher, so z. B. Vioo Antheil auf 7 Mk., an« gegeben. Wegen Veranstaltung einer Lotterie mit einem Strafbefehl in Höhe von 45 Mk. bedacht, erhob die Firma Lüdeke hiergegen Einspruch. DaS Schöffengericht sah aber die Sache für Promeffenabgabe, die nach Art. 235 des Hess. Pol'zei-Straf-GesetzeS verboten sei und erkannte auf 70 Mk. Geldstrafe. Die angeklagte Firma verfolgte hiergegen Berufung und begründete diese damit, daß im vorliegenden Fall weder von einer Lotterie noch von Promessen die Rede sein könne. Der Verkauf der Badischen 100 Thaler- Loose sei, weil diese StaatSpapiere seien, im ganzen Reich gestattet und könne daher in Hissen nicht gehindert werden. Darauf komme eS aber gar nicht an, ob der Verkauf der Loose im Großherzogthum an Reflectanten in halben, viertel oder gar hundertstel Antheilen geschehe. ES gehe, wie An- geklagte nachwieS, tatsächlich durch Revers das EigenthumS- recht für jeden Antheil an den eventuellen Käufer über. Die Strafkammer hob heute daS schöffengerichtliche Unheil auf, Verurteilte das Bankhaus I. Lüdeke in Zehlendorf- Berlin aber auf Grund deS Hess. Gesetzbuches vom 11. April 1896 zu einer Geldstrafe von 200 Mk. Es sei nach diesem Gesetz Derjenige mit G»ld bis zu 1500 Mk. zu bestrafen, wer gewerbsmäßig geringere als die genehmigten Antheile ober Abschnitte von Loosen zu Lotterien und Ausspielungen, sowie von Prämien - Anleihen oder Urkunden, durch welche solche Antheile oder Abschnitte zum Eigenthum ober Gewinnbezug übertragen werden, feilbietei oder veräußert. Die gleiche Strafe trifft Denjenigen, welcher ein solches Geschäft vermittelt. Es sei, so führte der Vorsitzende deS Gerichtshofes bei der UrtheilSoerkündung aus, diese Art von Geschäften geradezu gemeingefährlich, indem eine Controlle, ob der Unternehmer auch im Besitz der Loose sei,, die meistens nur mit dem Betrage, auf den sie lauten, herduskommen, unmöglich, ebenso mangele es au einer Controlle darüber, wie viel Theile auf ein LooS verkauft werden. Es seien meistens kleinere Leute, denen in dieser Weise daS Geld abgenommen werde und wenn wirklich einmal auf solch' ein LooS, welches in Antheilen zerlegt untergebracht sei, ein er- heblicher Bruchtheil einer großen Summe entfalle, so bestehe die Gefahr, daß der Unternehmer den entfallenden Gewinn gar nicht auszahlen könne. ES solle die letztere Eventualität allerdings nicht in Bezug auf -die verurtheilte Firma gesagt sein, deren Bonität daS Gericht nicht zu prüfen in der Lage sei. * * Abnahme der Zahl der Volksfchuler. AlS eine merk- würdige Erscheinung verdient verzeichnet zu werden, daß trotz der Zunahme der Bevölkerungsziffer im Großherzogthum Hessen die Zahl der Volks schüler im merklichen Abnehmen begriffen ist. Von 159,306 im Jahre 1891 sank die Z'hl der Schulkinder auf 155,335 zu Ende 1896. Die größte Abnahme entfällt auf die Provinz Oberhessen mit 2356, dann folgt Starkenburg mit 1511 und Rheinhessen mit 104 Nur in drei Kreisen deS Landes hat in dem oben angegebenen Zeiträume eine Zunahme der Schulkinder stattgefundkn und zwar in den Kreisen Mainz von 14,812 auf 15,103, Darmstadt von 10,403 auf 10 609 und WormS von 11,023 auf 11,313. Die Zahl der Lehrer und Lehrerinnen ist in dm- selben Zeitraum um 93 gestiegen. E. Echzell, 2. Februar. Um die Eisenbahnarbeiter zu beschäftigen, wurde gestern eine zritlang Schnee auS der Grundentnahmestelle weggefahren. Man stellte die Arbeiten Nachmittags wieder ein, weil starke- Thauwetter auftrat. Heute gesellte sich Regen dazu, der den Schnee rasch zum Schmelzen bringt. Bäche und Flüsse steigen zusehends. — Die bei uns und in der Umgegend heftig aufgetretene M au l- und Klauenseuche hat ihren Höhepunkt überschritten und ist im Abnehmen begriffen. n. Ranstadt, 2. Februar. Bei der ersten in unseren benachbarten Wäldern abgehaltenen Holzversteigerung, die wie gewöhnlich von weither besucht war, kostete der Raummeter erstklassiges Buchenscheitholz 7 Mk., Buchenprügrl 5 bis 6 Mk., Stockholz 4 Mk., Buchenreiser 50 bis 70 Pfg. n. Friedberg, 2. Februar. Der hiesige OrtSgewerde- verein hält in diesem Frühjahr die zweite freiwillige Ge- sellenprüfung ab, zu der nicht blos Schüler der hiesigen erweiterten Handwerkerschule, sondern auch auswärtige Lehrlinge, die eine gewerbliche Schule besucht haben, zeige- lassen werden. Die Prüfung ist vollständig kostenfrei. W. Petterweil, 2. Februar. Der Landwirth Chr. Heß von hier, welcher unter dem Verdacht des versuchten Morde- im October in Haft genommen, ist gestern auS derselben entlassen. ES haben sich keine Momente ergeben, welche den Verdacht rechtfertigen könnten. ES scheint so, al- wenn daS Dunkel in dieser Affaire ungelichtet bleiben sollte. -e. Neu • Ulrichstein, 1. Februar. Monatsbericht ber Arbeiter-Colonie pro Januar 1897. Enbe Januar 1897 sinb in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 97 Mann. Dieselben vertheilen sich auf bas Großherzogthum Hessen 25- Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 9, RegierungSbezi k Wiesbaden 12- Provinz Rhein- lande 10, Provinz Sachsen 6, Provinz Schlesien 3, Provinz Brandenburg 3, Provinz WestsaleN 1, Provinz Hannover 1, Provinz Posen 2, Provinz Pommern 1- Königreich Bayern 7, Königreich Württemberg 4, Königreich Sachsen 3- Großherzogthum Baden 6- thüringische Staaten 3'- Au-land: Schweiz 1. Hiervon waren: Arbeiter 53, Anstreicher 4, Bäcker 2, Conditor 1, Eisendreher 1, Färber 1, Gärtner 3, Graveure 1 , Installateure 1, Kaufleute 5, Kellner 2, Küser 2, Kupferschmiede 1, Lehrer 1, Müller 1, Oeconomen 1, Schneider 4, Schuhmacher 5, Schlosser 3, Tuchmacher 1, Tüncher 4. Gearbeitet wurde an 2388 Tagen. Verpflegt wurde an 2948 Tagen. Im Monat Januar 1897 wurden entlassen 18 Mann, und zwar in Arbeit durch die Colonie 1, durch eigene- Bemühen 1, zur Familie zurück 1, auf eigenen Wunsch 8, entlaufen 1, auf Requisition der Behörde 1, wegen Arbeitsscheu 2, wegen schlechten Be, ÄrS* VrM °'i« i’1?'"1’1'"a"' M L °"' 16 hi, l0 fVt"!** ’ MtiUmiSgign ®*| '7 L “f ben fr ta„ «6 an So’s tohiif, tmtbin, {, "b*M mer «“« lineal ms , • onlitjebratt |t|, tta,. 61”®t miete, fo ich!, bm taifalinlin Stu, Ei bii lejti« Sbdtnaiit «mmWi Um« |tii, b* in in fr,, fr •IKWil«. 811 dl! Bll iliich»« i« wtat, l«j Bfrifrr im 9mfjn|i^ni e x im weMtn Abuehwrn J-Hre 1891 |ant dir g,hl Ende 1896. Dir * inz Oberheffen mit 2356, ' unb K-eio-chn mit 101 f in btm oben augtgtbtnen Mater ftattgtfunbtn und .,812 wi\ 15M, D««> i Dvmd m 11.Q23 auf ad Ächntinnru ist in b>m* die Tisenbahoarbeiltl ir zeitlavg Schnee aui der , Mn stellte die Brbdttn üarfel Lhautvetter aöftrat. der den Schnee rasch zum üffe steigen znirhrndS. - heftig auigrttrttnr Maul' )Shrpnn!t üdeWittrn vl 8ri der ersten in unltr. en Halzversteigern^ t besticht war, kostete in irilholz 7 Mk., Bllchenpch. Dir W vi"«-°» . !K imiitt («1* ®1- n4t bl.8 SM |, janbiin «ach anl#M|i Mali beiueftf i*- I* "SÄ** -M-ffÄ Bä-“' ebruar. $»«*. ° S°°°" , arbcitiW nit f*”' j'bai Er-h ta- R ,hi-°S'b'^ b^*2 «ßUtai* 11«“" ‘Susen 3, ®if*faUn ' 1; Si«! 4, «8“*«’^ ”ä-. 7,7K"> 1, 4«lllt,| t W' f »all»«"" ‘' 1, M" ' km l, «7 fei* 5»*"*, «” 2388$$ rfcititTLw«'18 n 3«" ab ibtn L iu t Aeqnistt^ >rv tragens 2, wegen Krankheit 1. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 3205, dagegen abgegangen im Ganzen 3108 Mann, bleibt Bestand am 31. Januar 1897: 97 Mann. A Mainz, 2. Februar. Die Auszahlung der von den beiden Kammern zur Abfindung der Mitglieder der ver- floffenen Specialdirection der Hessischen LudwigSbahn bewilligten Mk. 820,000 ist heute an die fünf Directoren durch Anweisungen aus die Darmstädter Bank erfolgt. Die Summe wurde nich^in gleichen Beträgen vertheilt, sondern wurde nach der ZelMmer, während welcher jeder der Herren der Spezialdirecrion angehörte, bemessen. Spezialdirector Geheimrath Dr. Reinhard erhielt die höchste Abfindungssumme, wogegen die in den Staatsdienst übergetretenen Baurath Heyl und Commerzienrath Maschmann einen geringem An> theil erhielten, als ihre früheren Directionscollegen. — Bor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts kam heute der seltene Fall vor, daß dtn junger Mann, der sich durch un» erlaubte Entfernung auS dem Deutschen Reiche der Militärpflicht entzogen hat, freigesprochen wurde. Der Vater deS Betreffenden hatte nämlich einen Anwalt bestellt, den daS Gericht im Widerspruch mit der Staatsanwaltschaft zur Vertretung des jungen Mannes zuließ und welcher glaub» haft machte, daß fein Client bereits vor seinem 16. Jahre WuSgewandert, in Amerika Bürger geworden sei und mithin nach dem im Jahre 1869 zwischen Hessen und Amerika ab- zeschloffenen Naturalisationsvertrag nicht mehr wegen Verletzung der Militärpflicht bestraft werden könne. DaS Gericht schloß sich der Anschauung deS VertheidigrrS vollständig en. — Mit dem 1. April tritt für alle Stationen der Lud- twigsbahn Perronsperre ein. AuS Rheinhessen, 1. Februar. Bet der am Freitag strttgehabten Sitzung des ComiieS der Rheinhessischen Hiewerbeausstellung in Alzey 18 9 7 wurde die Heranziehung des Handelsgewerbes zur Ausstellung mit großer Mehrheit abgelehnt, weil der Hauptzweck der Ver- anstaltung die Darlegung der Leistungen deS Handwerkes unb Großbetriebes sei. Darmst. Ztg. Dermifd?te*> * AnS der Reichshauptstadt, 28. Januar. Fliegende Schirmverleih-Jnstitute sind die neueste Erscheinung i» den großen Straßen der Hauptstadt. Die Unternehmung Hut, wie ein hiesiges Blatt erzählt, ein stellenloser Kaufmann lc8 Leben gerufen. Auf einem kleinen Wagen führt der Unternehmer eine Anzahl Schirme mit sich, die er gegen eine Le ihgebühr von 20 Pfennigen an jede einigermaßen anständige Herfon auSleiht. Für daS Wiedereinsammeln der Schirme, da« eine alte Frau besorgt, läßt er sich ebenfals 10 Pfennige vergüten, es steht dem „Abonnenten" jedoch frei, den Schirm gi atiS zurückzuspediren. * Weil sie nicht zum Maskenball gehen durfte, stürzte sich Vorgestern Abend die siebzehnjährige Anna Mangelsdorf Io Berlin auS der im vierten Stock belegenen Wohnung ihrer @ lern in den gepflasterten Hof hinab. DaS junge Mädchen verschied nach wenigen Minuten. * DaS Berliner Verbrecher-Album, das nun seit zwanzig Jahren besteht, ist seit dieser Zeit von 4200 Nummern auf rund 12 400 angewachsen,' darunter befinden sich die Aufnahmen von 53 Mördern, 2551 Einbrechern, 880 Taschen- bi eben, 472 Laden- und 665 Schlafstellendieben, 371 Bauernsä agern, 973 Betrügern und Hochstaplern, 1113 Proftituirten, 1283 Zuhältern ufw. Das Album füllt 17 Bände. * Große Einkommen. Die Zahl derjenigen Personen, tmelche in Preußen ein Einkommen von über eine Million beziehen, hat fich infolge der scharf gehandhabten D-eclarationSpflicht von 13 auf 35 erhöht. Davon haben 23 ti« Jahreseinkommen bis lJ/t Million, ferner 8 ein solches zwischen V/2 und 3 Millionen, vier endlich eines zwischen 3 und 7 Millionen. Von diesen letzteren hat einer täglich 19,000 Mk. und stündlich 792 Mk. zu verzehren. Freilich, re icht auch dieser, so schreiben die „M. N. N.", an baß Ein- ko mmen deS Königs von Preußen nicht heran, der, abgesehen ba?n sonstigen Einkommen, jetzt eine Krondotation von jährlich 15,719,296 Mk. bezieht. Wenn man nicht daS Einkommen, sondern das Capital selbst berücksichtigt, so giebt eS in Preußen jetzt 8445 Personen, die eine Million wenigstens bk sitzen, d. h. mindestens 36,000 Mk. Zinsen davon beziehen. S ie Alle bringen jetzt zusammen 28,216,000 Mk. Einkommensteuer auf. * Der Tod Evas. AuS Hamburg, 26. Januar, schreibt man den „M. N. N." Unsere Stadt ist um eine berühmte Straßenfigur gekommen. Die „Eva" ist jammer- boll erfroren, elend zu Grunde gegangen. Einst war sie ein fröhliches, hübsches und begabtes Kind, das Eltern und Lehrer ju den besten Hoffnungen berechtigte. Nachdem fie auß der Schule entlasten, paßte ihr die ernste Arbeit nicht lange, die hübschen Kleider einer Kellnerin und deren freies Leben zog fie an; fie wendete fich diesem Berufe zu und avancirte all- otäUg zur Buffet Mamsell. Aber nicht lange hielt fie sich ms dieser „Höhe". Die Gelegenheit zum Genüsse belauschender Getränke, die sich ihr in dieser Stellung bot, warb ihr Verderben. Sie war bald nicht mehr im Stande, tetr Versuchung zu widerstehen und stand am Markte, ohne lag fie Jemand wieder bang. Nun ging es raschen Schrittes bergab mit ihr. Im Verein mit einem ehemaligen Schmiede- grlellen, der gleichfalls dem Trünke ergeben war, durchsuchte fie Kehrichteimer und Schutthaufen nach irgend welchem Material, baß verkäuflich war; namentlich Grotenburgsort, Hammerbrook, Borgfelde, Hamm und Horn durchzog daß ,Raturforscher"-Paar mit seinem schottischen Karren, Jeder- mann dort wohl bekannt unter dem Namen „Adam und Eva", vier Verdienst wurde zum größten Theil in Schnaps ver- irumken; „keen Hüsung!" hieß es auch von dem Paare, baß den lieben Straßenjugend, die eß natürlich neckte und höhnte, wo eß sich sehen ließ, mit entsetzlichen Grimasten antwortete. Zmt Sommer war das Logis bei Mutter Grün ganz gut, aber im Winter, da war eß dann doch selbst diesen gegen die Unbilden der Witterung abgehärteten Menschen oft recht unbehaglich, in einem möglichst geschützten Winkel der freien Natur ober einer Bretterbude cawpiren zu müffen. Lange genug ist eß gut gegangen, gestern Morgen jedoch fand man die Eva erfroren auf in einer Holzbube im Hammerbrook. Bei allen ihren Fehlern besaß aber bie Eva eine Tugend, die auch ihrem Adam eigen ist: die Ehrlichkeit. Wiederholt hat dieses harmlose Paar Geld, baß es bei seinen „Forschnngs reifen" gefunkten, ehrlich der Polizeibehörbe überliefert. Bei bem harmlosen Treiben des Paares ließ bie Behörde es auch, abgesehen von einigen zwangsweisen Waschungen, ungeschoren. Der Tod ist jedenfalls für Eva eine Erlösung. * lieber den deutschen Eierimport. Oeconomierath Boysen- Hamburg hat einen Aufsatz über dieses Thema in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht, der den Werth des EierimporteS nach Deutschland auf ca. 88 Millionen Mark für baß Jahr 1896 berechnet (1895 ca. 72 Millionen, 1894 68 Millionen). Der Werth des Eierimportes nimmt demnach die fünfte Stelle ein unter den deutschen Jmportwerthen landwirthschastlicher Producte und kommt als solcher gleich nach bem Werth beß importirteu Roggens, der 1895^ca. 80 Millionen betrug. Ihrem Nährstoffgehalt nach stehen die Eier zwar unbedeutend dem Fleisch nach, übertreffen aber solche« an Nährstoffwerth vermöge ihres hohen BerdaulichkeitSgradeS. Boysen weist auf bie Hebung der Geflügelzucht und die genostenschaftliche Organisation beß Eierabsatzeß hin. * Ein naturwissenschaftlicher Lehrer ließ fich von einem Fährmann über einen rei&enben Strom führen. „Sie finb während Ihrer Lehrzeit jedenfalls über das Parallele gramm der Kräfte unterrichtet worben?" fragte er während der Fahrt den Fährmann. „Nicht? Dann ist ja ein Viertel Ihre« Lebens verloren! Aber die Hebelgesetze kennen Sie doch? — Auch nicht? Dann finb zwei Viertel Ihres Lebens verloren. Aber ohne genaue Kenntniß der Hydrostatik und Hydrodynamik kommen Sie doch nicht auß? — Wie? — Auch die haben Sie nicht? Dann find drei Viertel Ihres Lebens verloren!" Während er so sprach, kam das Boot in einen Wirbel unb kenterte. „Sie können natürlich schwimmen?" rief der Fährmann dem ziemlich entfernt von ihm auftauchenden Professor zu. „Nicht? — Dann find alle Viertel Ihres Lebens verloren!" * Ein originelles Zengniß, das merkwürdiger Weise die amtliche Bestätigung der zuständigen Gemeindeverwaltung erhalten hat, hatte ein in vergangener Woche von der Polizei in Passau controQlrter Dienstknecht in seinem Wanderbuche. Dasselbe lautet: „F. H. stand bei mir vom 29. März biß 20. Mai 1896 im Dienste und war fleißig und treu und alleweil Rauschi dabei." Mit diesem Zeugniß wird der Knecht wohl schwerlich einen Platz finden, trotz der gerühmten Tugenden „Treue" und „Fleiß". * Monte Carlo, 1. Februar. Eine bemerkenßwerthe Wettfahrt von Motorwagen unb MotorcyleS hat zwischen Marseille unb Monte Carlo stattgesunden. Die Abfahrt erfolgte Freitag früh um 7 Uhr in Marseille. Der erste Wagen war ein Dampfmotorwagen. Der letzte Theil des WegeS, welcher auf abfallendem Gelände läuft, wurde mit einer Geschwindigkeit von 34 Km. die Stunde zurück gelegt. * Zustizfarce. AuS Newyork schreibt man: Der Gouverneur beß ©taateß Iowa und die dortigen Gerichte sind zur Zeit mit den Vorbereitungen zu einer Posse beschäftigt. Der Gouverneur steht nämlich wegen Mißachtung beß Gerichtes unter Anklage unb man hat ihm mit Verurtheilung unb Einsperrung gedroht. Der Gouverneur dagegen lacht fich ins Fäustchen und sagt: „Nur immer zn! Verurtheilt Ihr mich, so begenabige ich mich sofort." In der That-steht der Gouverneur gewissermaßen über dem Gericht, da er daß Begnadigungsrecht ausüben kann. * Patente ans Fahrräder und deren Theile bilden jetzt fast einen überwiegenden Theil der bei den Patentämtern der verschiedenen Länder eingereichten Gesuche. So sind im letzten Vierteljahre beß vergangenen Jahreß beim Patentamte in Washington, nach einer Mittheilung vom Internationalen Patentbureau von Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, gegen 1100 Anmeldungen in der Fahrrad-Branche erfolgt. Von diesen bezogen fich 550 allein auf Radreifen; 200 be trafen specielle Rabconstructionen, 56 bezogen fich auf Bremsen, ebenso viele auf Sättel; 31 trachteten, der Gelenkkette eine Verbeffervng angedeihen zu lassen, 22 bezogen fich auf pneu- malische Ventile, 25 auf Schmielvorrichtungen, 12 auf Lampen, 7 auf Glocken u. f. w. Und alle diese Erfinder zahlten bie hohen Anmeldekosten doch gewiß nicht in der Absicht, nur ein Patent zu haben, sondern um mit ihren Erfindungen Gelb zu verdienen und womöglich bie ganze Fahrradbranche auf ben Kopf zu stellen; wie vielen bieß hiervon gelingt, wird ja die Zeit lehren. ♦ Kubanische Aufstands-Marken. Die Briefmarkensammler können sich freuen! Die Mitglieder der republikanischen Junta haben bie ersten Briefmarken der „Republik Cuba" heraußgegeben. Sie wollen damit beweisen, daß die Republik, trotz aller spanischen Heere, bereit« so gefestigt ist, baß sie über ein eigenes Postwesen verfügt. Die ersten Briefe mit den neuen Marken und dem Poststempel der Republik find dieser Tage in England eingetroffen. titeratur nnd Rnnft. — Von bem Prachtwerk „Die Hauptstädte der (Breslau, Schlesische Verlagsanstatt von S. SLottlaender) ist soeben die dritte Lieferung erschienen, ©te ist der italienischen Hauptstadt gewidmet, bie wir unter ber Führung Gaston BoissierS unb Konrab Telmanns kennen lernen. „Ich benke es mir reizvoll," sagt der Erstgenannte, „Rom nicht, wie flüchtige Reisende es tbun, nach Stadtvierteln zu durcheilen, sondern es nach den Bauwerken der verschiedenen Jahrhunderte zu durchwandern. Man sollte die Denkmäler ein unb bcrselben Epoche zusammen besichtigen, bie bann einanber gegenseitig ergänzen unb erklärt werben. So nkürde jebe Epoche vor unseren Augen wieber aufleben. Auf solche Weise könnte man beinahe die Geschichte der Menschheit darstellen, ohne aus einer Stadt herausgekommen xu sein." Nack diesem interessanten Programm hat ber französische Autor seine Schilderung Roms in feffelnbster Weise gestattet, unb Konrad Telmann, ber bekanntlich durch langjährigen Aufenthalt in Rom völlig mit ber Hauptstadt I altens vertraut geworden tft, bat diese Schilderung unter vesonderer Berücksichtigung de« modernen Rom in so fetnsühiiger Weise ergänzt, daß der Artikel ein durchaus einheitliches stilistisches Gepräge zeigt. — Unter den zahlreichen Illustrationen, fast durchweg ausgezeichnete Holzschnitte, befinden sich neben zahlreichen Textbildern die folg nben Voll- unb Doppelbilder: St. Peter, Der Brand von Rom, Ein römisches Trtclinium, Römische Tänzerin, Römisches Grab. — „HavSschatz deS Wissend. (Verlag von I. Reumann, Neudamm) Der „Hausschatz des Wissens" ist eine wohlfeile HauS- dtbliothek m vornehmster Form und stellt dar eine Sammlung von gemeinverständlichen Werken, welche daS allgemeine Wissen umsasien unb zu billigen Preisen bei bester Qualität bes Gebotenen auf ben Büchermarkt gelangen. In ber Sammlung erscheinen folgende Werke üoer unser Wissen von ber Natur: Abtheil. 1. Entwickelungs- geichichte ber Natur (Bb. 1 unb 2). Abth. 2. Die Physik (Bb. 3 unb 4). Abth. 3. Die Chemie (Bd. 5). Abth. 4. Das Mineral- reich (Bd. 6). Abth. 5. Das Pflanzenreich (Bb. 7). Abth. 6. DaS Thierreich (Bb. 8 unb 9) unb nachgenannte Werke über unter Wissen von ber Menschheit: Abth. 7. Länder- und Völkerkunde (Bd. 10 und 11). Abth. 8. Geschichte ber Menschbeit (Weltgeschichte) (Bb. 12 unb 13). Adth. 9. Kunstgeschichte nebst Geschichte ber Musik unb Op-r (Bb. 14). Abth. 10. Geschichte ber Weltlitteratur nebst einer Geschichte bes Theaters aller Zeiten unb Völker (Bb. 15 unb 16), zum Schlüsse: Abth. 11. Gesammtregister (Bd. 17). Gratiszugabe für bie Abnehmer ber ganzen Sammlung. Heute liegen uns bie Hefte 111 bis 140 der ganzen Sammlung vor. Dieselben enthalten: Thierreich von Dr. Heck, Paul Matschte, Professor Dr. von MartenS u. A. Heft 25 Inhalt: Kriechthiere, Eidechsen von Paul Matschte mit einer Tafel über die Verbreitung der Schildkröten auf unserer Erde. — Geschichte der Weltlitteratur nebst einer Geschichte des Theaters aller Zeiten und Völker von Julius Hart. Heft 24 bis 35 enthaltend die Litteratur des SpätmitrelalterS und ber Frührenaissance, ber Renaissance unb der Reformation, ber Gegenrena>ssance unb Gegenreformation. Was uns Hart bietet, ist mustergillig; jebem ßitteraturfreunb kann biete frisch unb prächtig geschriebene Litteratur- geschichte ber ganzen Welt nicht genugsam empfohlen roetben. Die eingehende Würbigung bes Werkes behalten wir uns vor, bis uns bie letzten Lieferungen vorliegen. — Entwickelungsgeschichte ber Natur von Wilhelm Bölsche, Lieferung 24 bis 40 (Schluß). Die Bolsche'sche Entwickelungsgeschichte ist nun beenbet unb bamit ein Werk geschaffen, bas wohl bie Beachtung eines jeben Gebilbeten ver- btent. Nicht mit Unrecht ist bie Entwickelungsgeschichte Bölsches ein Ersatz des Humbolbt'schen „Kosmos" iür bie Jetztzeit genannt worben. Die Bolsche'sche Entwickelungsgeschichte ber Natur kann auch apart in 2 Bänbe gebunben zum Preise von je 7,50 Mk. bezogen werben. Der Preis einer Lieferung beträgt nur 30 Pfg. WSchkÄiiche Nebrrstcht der Todesfälle tu Gieße» 5. Woche. Vom 24. bis 30. Januar 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann Militär). LterblichktttSziffer: 13,56, nach Abzug ber Ortsfremben 9,04°/«». Kinder ES Narben an: Zusammen: Erwachsene: im vorn 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Lungentuberkulose 1 1 — — Knochentuberkulose 1 (1) 1 (1) — — Lungenerweiterung 1 (1) 1 (1) — ~ Abdominaltyphus 11 — — Krämpfen ______2_______—_______2________— Summa: 6 (2) 4 (2) 2 — Anm. Die in Klammern geietzken Zistern geben an, wie viele ber Todesfälle in der betreffenbeu Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. MrchttcheAnzeigen -er evang.Gemein-e. Donnerstag ben 4. Februar, Abends 8 Uhr: BibelA«vd« im Confirmandensaal (Neustadt 61). Eo. Marc- Cap. 6, Bers 30 unb folgende. Pfarrer Dr. Grein. — Pommersche Hypotheken • Actien • Bank, Berlin In ber am 2. Februar er. adgehalienen Sitzung bes Curatortums rouibe ber Abschluß pro 1896 oorgelegt unb genehmigt. Aus bem- felben ergabt sich, baß bie Bank auch in bem abgelaufenen Jahre mit günstigem Erfolge gearbeitet hat. Der Netto-Gewinn beträgt 1019809 Mk. (1895: 1001056 Mk.). Der außerdem erzielte außerordentliche Gewinn an Psanbbrief-Agio (abzüglich aller Stempel-, Anferligungs-, Vertriebtzkostm rc. 625248 Mk. ist sogleich vorweg tantiemefret auf ben außerorbentlichen Reseroefonbs übertragen worben. Der auf ben 2. März er. einzuberufenden General-Versammlung wird die Vertheilung einer Dividende von 7 pEt. (im Vorjahre 6>/, pCt.), ferner die Dotiruna des Beamten-Pensions- unb Unterstützungsfonbs um weitere 120000 Mk. (1895: 110000 Mk.) unb bie Uebertragung beß Gewinnreftes von 63447 Mk. aus ben außerorbentlichen Reservefonds vorgeschlagen. Die liquiden Mittel der Bank (Cassa, Effecten (Deutsche ©taatßpapiere zc.], Wechsel und Bankguthaben) betragen 13901805 Mk., die Anlage im Hypothekengeschäft 144105819 Mk. (1895: 127338740 Mk.), die gelammten Reserven nach ben erwähnten Uebetroeifungen 4445566 Mk. — ca. 43,6 pCt. (1895: 37,6 pCt.) bes Actiencapttals von 10,2 Millionen Mark. 600 Kunst-Ausstellung, Är,S nähme bes Samstags, von 11 dis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. SonrrtagS ununterbrochen von 11 bi» 8 Uhr. — EintrittspretS für Ntchtrnttglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. At/sfGhrliche Prospekte und Kataloge gratis und franko. Spezialität: Lieferung von Werken aller Art gegen Teilzahlungen. ' 77 Prachtbände zu je 10 Mark. Die vorliegenden Bände 1 — 8 lie- 1 fere ich sofort, die übrigen nach Encheinen. Eine vorteilhaftere Erwerbung dieses da» gesamte menschliche Wissen umfassenden Universalioerks gibt es nicht. 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