v\\ Si k 6a. Stöbet 4fekn Nauration.. l ix?« i?8e,,iii **te »113 tatet Büsch M obige MHW 'Dirt, am er. utannte, guMetwei “»b°rzügl>ch-, inb bitte ich um rech- seine ellereien. ’aueiei Gebr. Röhrte. Löwenbräu, ogustiuerbräll. hdier. weis. )nnement. ML te. )lungsooL skowsky. teddfcdtitefcif wwvwwwwn ann I ä L tt w • Möbeln, { i aller Akt. S tllvgell. 8901 8 IW altbewährte TiW itMdlnW*11- stern. > Seltersweg. ’iahrigem - ht achte wünscht, acniB» Mi». 232 Drittes Blatt. Sonntag den 3. Oktober 1897 Der -Kttver «Mjelttt erscheint täglich, ■it Ausnahme des Montags. Dir Meßmer #«mi(ieairitfet mrtrtn dem Anzeiger Wöchentlich dreimal deigelrgt. Gießener Anzeig er Kemrat-Mnzeiger. Vierteljähriger s Aöonnementi preise 2 Mark 20 Psg. mir vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expeditio» und Drudttei: KchnlstrstzeAr.,« Fernsprecher 5L > Amts- und Anzeigeblatt für den Tiveis Giefzen. .iai | HratisSeitage: Gießener Kamillenölätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger" entgegen. UL Ul I Politische Wochenschau. Hervorragende Ereignisse in unserer inneren Politik find im Lause der letzten Woche nicht zu verzeichnen gewesen. Der Kaiser weilt noch immer in Rominren und begiebt sich dann nach HubertuSstock, um später dem Grasen Philipp Eulenburg auf Schloß Liebenberg einen Besuch abzustatten, waS die Erinnerung wachruft an den Aufenthalt des Monarchen daselbst im Jahre 1894, wo kurz darauf die RegierungS- crifiS eintrat, indem Graf Caprivi feine Entlaffung nahm und Fürst Hohenlohe an die Spitze der ReichSrcgierung ge- stellt wurde. Die Verhältnisse liegen heute ähnlich wie da- malS- auch innerhalb der jetzigen Regierung ist keine Einig' kett vorhanden, und Fürst Hohenlohe möchte lieber heute als morgen fein Ami niederlegen. Vielleicht fallen auch in der nächsten 3’tt wieder wichtige Entscheidungen. ES ist em wahres Vergnügen, jetzt die rosigen Schilde- rungen zu lesen, welche über die Finanzlage des Reichs und der Einzelstaaten von mehr ober minder officiöser Seite gegeben werden, und Jedermann muß zu der Ueberzeugung kommen, daß wir thatsächlich im Fette schwimmen. „Norddeutsche Allgemeine" und das M quel'sche Leib- und Magenblatt, die „Bert. Politischen Nachrichten" nämlich, überbieten fich förmlich, die finanzielle Stuation als eine überaus glänzende hinzustellrn. Wenn man dagegen bedenkt, wie Herr v. Miquel noch im vorigen Jahre davor gewarnt hat, fich allzu kühnen Hoffnungen bezüglich bet Stabilität der jetzigen günstigen Verhältniffe hinzugeben. Damals litt er an trüben Ahnungen, daß eS nicht so bleiben werde, daß wir von den mageren Jahren nicht verschont werden würden. Freilich handelte eS sich als unser StaatSsäckelmeifter diesen Befürchtungen Ausdruck gab, darum, Forderungen der Abgeordneten für Culturaufgaben abzuwehren- heute gilt es, für die Flottenpläne der Regierung Stimmung zu machen und dieselbe zu einem gute« Ende zu führen. Noch im Jahre 1895 glaubte die Regierung ohne eine Tabakfabrtkatsteuer, welche 35 M lltouen Mark abwerfen sollte, nicht fertig werden zu können, heute will man den Glauben erwecken, als ob die Fluth der Einnahmen in unerschöpflichem WachSthum be- griffen sei. Anscheinend soll der Etat dem demnächst zusammentretenden Reichstage in möglichst günstiger Gestalt vorgelegt werden, um die finanziellen Bedenken gegen größere Ausgaben für die Marine von vornherein zu zerstreuen. In Oesterreich steht das Cabinet Badeni noch nn- angefochten da, und es ist anscheinend noch keine Aussicht vorhanden, daß man den Wünschen der Deutschen bald ge- ,echt werden wird. Kaiser Franz Joses hat die vom Grasen Baseni eingereichte Demission alö nicht erfolgt angesehen und den Mtuifterpräsideuteu seine- Vertrauen- versichert, ihn auch von den strafgerichtlichen Folgen, die das Duell mit dem Abgeordneten Wolf nach fich gezogen Haden würde, ent- bunden. ES bleibt also Alles beim Alten, eine Klärung der Verhältnisse ist vorläufig nicht zu erwarten, im Gegentheil dürste die Situation noch verworrener werden, sobald man fich zu einer Verständigung mit Ungarn entschließen muß. Bet den Budapestern wirkt der Besuch Kaiser Wilhelm« immer noch nach, so daß die Anwesenheit deS Königs Karl von Rumänien daselbst gar nicht die verdiente Aufmerksam kett gefunden hat. Und doch ist Rumänien ein Factor, auf welchen der Dreibund immer einmal zählen darf, da eS den Tendenzen desselben je länger desto mehr huldigt. Spanten hat nun seine EabinetSkrifiS; daS Ministerium Azcarraga hat nach einer Lebensdauer von nur wenigen Wochen daS Zeitliche gesegnet und die Geschäfte tu die Hände der Königin-Regentin zmückgelegt. Letztere hat vielleicht einen großen Fehler begangen, als fie nach dem Tode CanovaS' ein Urbergangsministerium bildete und nicht gleich Sagasta mit der Regierung betraute, welcher in hohem Maße daS Bertcauen des Landes genießt, da er schon oft in schwierigen Zritverbältuiffen daS Staatsschiff geleitet hat. Sagasta dürste den Cubanern ein größeres Entgegenkommen zeigen als Canovas und fich infolge deffen auch zu den Bereinigten Staaten von Nordamerika besser stellen. Wunderbare Dinge geschehen in Griech en land. Nach- dem die europäische Diplomatie seit Monaten beschäftigt gewesen ist, im Jntereffe der Hellenen mit dem Sultan um günstige Bedingungen zu feilschen, und nachdem man die menschenmöglichen Zugeständniffe von dem Padischah erlangt und dieser eine geradezu erstaunliche Selbstverläugnuug geübt hat, setzt man sich in Athen aufs hohe Pserd und bekämpft die Regierung, weil diese den Friedensbedingungeu zustimmeu will. Die Schwierigkeiten sind derartig groß, daß das Cabinet Ralli abzudanken gevöthigt ist. Und irgend welchen Zweck werden die Anstrengungen der griechischen Maulhelden nicht haben, da die Großmächte einig find und fich von ihren Bedingungen nicht abbringen laffen werden. Man schneidet fich in Athen nur ins eigene Fletsch und ge- fährdet in ernstlicher Weise die Existenz de« Landes, (xx) rrnd prwiitjUiUf. ßSießeu, den 2. October ** Oeffeutliche Anerkennung edler Thateu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Rechts Praktikanten Paul Merckle zu Frankenthal in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr auSgeführten Rettung der Maria Hetlmann in WorrnS vom Tode des Ertrinkens und dem Jacob Vollhardt in Mainz und dem Carl Schacht daselbst in Anerkennung der von denselben mit Muth und Entschloffenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr auSgeführten Rettung des Carl Sutter aus Mainz vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille, — sowie dem Wilhelm Henrich zu Dauernheim in Anerkennung deS von demselben bei der Rettung de« August Günther von Geiß Nidda vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollea Verhaltens eine Geldprämie zu verleihen geruht. *• Kirchliche Dienstnachrichten. Am 1. September wurde dem Psarroerwaltrr Carl Gord die katholische Pfarrstelle zu Sulzheim, Decanat Gau-Bickelheim, — an demselben Tage wurde dem Pfarrverwalter Nikolaus Schnatz die katholische Pfarrstclle zu Vilbel, Decanot Vilbel, — ferner wurde dem Decan und Pfarrer Georg HilSdorf zu Herbstein die katholische Pfarrstelle zu Bodenheim, Decanat Oppen- heim, und dem Pfarrer Ka-par Schäfer zu Ober-Ingelheim die krtholtsche Pfarrstelle zu Offenbach, Decanat Seligenstadt, mit Wirkung vom 15. September an, übertragen. — Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887 , die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betteffend, zur Uebernahme eines KirchenamteS nothwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich deS katholischen Geistlichen Wilhelm FranzmatheS aus Mainz. ___________ t Lollar. 1. October. Gestern Nacht gegen 1 Uhr brach, wie bereit- kurz berichtet wurde, in dem benachbarten Staufen- berg Feuer au«, welchem ein Wohnhaus mit Occonomie- gebände zum Opfer fiel. Die Meldung von dem Ausbruch des Brandes lief hier erst gegen 2 Uhr ein. Die hiefige Feuerwehr war innerhalb wenigen Minuten versammelt und gelangte gegen 2V3 Uhr auf der Brandstelle an. Gewiß eine gute Leistung der hiesigen Feuerwehr, da beide Orte ziemlich wett von einander entfernt liegen. R. Reichelsheim. 1. Ociober. Unser Städtchen hat der Commission, die gestern unsere neueBahnlinie einweihte, einen besonder- hübschen Willkomm gebracht. Freudenichüffe, Musik, Vereine mit Fahnen, die Schuljugend mit desgleichen, besonders aber ein reicher Flor Festdamm mit Blumensträußen und — da- Letzte nicht da- Schlechteste — mit einem Ehreu- trunfe, der den Herren bei bet ungewöhnlichen Sonnenwarme ein wahre- Labsal gewesen ist. Rede unb Gegenrede folgten fich, bann ging e8 unter Hoch und Hurrah weiter. Bon besonderem Jnterrffe dürste es sein, daß die Ehrensalven von einem 85 jährigen, ehemaligen naffauischen Kanoniere, der ,fc stille ton. Susis Modifikation. Humoreske von Martha Renate Fischer. (1. Fortsetzung.) Mittlerweile pochte es gegen die Thür und ihr Mann ries: „Sufi! Frauenzimwerchen! DaS Effrn wird kalt!" unb polterte so lange, bi- fie ihn einließ. Kaum war er drin, so faßte er fie bet den Schultern und trqdtlrte: „Thränen? Schatz! Lumpengefindelchen!" Und da« Lumpengefindelchen lispelte: „Kopfweh!", stand vor ihm im weißen Schlafrock unb rieb ihre Augen mit den Fäustchen. „Na, na, da« wird schon verfliegen. Ich habe kannibalischen Hunger! komm! sonst freß ich Dich!" Er zog fie in da« Speisezimmer, saß ihr bann gegen» Über unb beobachtete sie tn-geheim. Sie war so drollig in ihrem Jammer und ihrer Verzweiflung, daß er daS Lachen kaum verbeißen konnte. AIS die sanfteren Regungen in sein ÜberwÜthigeS Herz endlich einziehen wollten, wurde er nnvermuthet abgerufen, und als er nach einer Stunde zurückkam, sagte man ihm, bte gnädige Frau sei auSgegangen. Die gnädige Fran saß bet der Coufine, sagte: „Hier PraltneeS und Makronen! und nun höre, was mir begegnet ist." Folgt die Erzählung des Mißgeschick«. „Nun fieh mich bloß mal an — fünfundzwanzig Jahre älter, nicht wahr?" „Dreißig/ sagte die Coufine. „ES ist schauderhaft!" „Ja. Arme Person! Und stehst Du, Sufi, Du hast ein Mausegefichtchen — schmal, fein, ganz entzückend! Aber wenn Du lachst, daun fieht man Dir bi« an die fehlenden < Wei-heit-zähnchen. DaS war bis dahin sehr schön — aber nun--" „Nun kommst Du mit zum Zahnarzt," sagte Sufi und schlug mit Seelenstärke einen leichtfertigen Ton an. „Und Dein Mann, der fich von Dir scheiden läßt?" „Metn Mann? — Gestatte — Ich will doch keinen nnächien Zahn einsetzen laffen — — Ich will doch nur eine Modifikation! — Mein eigenes Zähnchen — hier — siehst Du — daS soll er mir festmachen. — Ein bi-chen Gold dazu — ober — K — Kautschuk — — ober —" und Sufi drückte daS Tüchlein vor die Augen und brach in Schluchzen au«. Die Coufine sprach: „Franenzimmercheu, sei gescheidt, weine nicht!" setzte den Hut auf und war wegefertig. Zwei Tage später saß da- entzückende kleine Setten- zähnchen wieder an dem Platze, der ihm von Rechtswegen zukam, saß da auf einem Stühlchen von Gold unb Kautschuk, unb baß war so geschickt angebracht worben, daß kein noch so argwöhnisches Auge die kleine Mobificatiou bemerken konnte. Aber — aber--Sufi hatte ein allerliebste-, wichtige« Li-pelstimmchen, baß allem, was fie sprack, einen naiven, drolligen Reiz verlieh.- man sah förmlich das eifrige Zünglein gegen die Zähnchen poltern, al« sei eß ihm zu eng in der Kieferbehaufung — die nun noch verkürzt worden war — nur um ein Weniges zwar aber doch mit der Folge verkürzt, daß Sufi jetzt wie ein Schlänglein zischte. Man sagte ihr zwar: ein paar Stunden lauten Sprechen«, unb die Gewöhnung hat fich vollzogen aber boch saß Sufi verzweifelt bahetm und netzte ihr Thränen- tüchlein. Da klingelte ba« Telephon und die folgende Unterhaltung Hub an: „Hier Friedrich Höfer ... Wer da?" „Hier Ssusfi! . . . Wa«« isst denn loS«?" „Susematz, zieh mal daS weiße Neglige an, mit den Spritzen drunter. Ich komme gleich und bringe einen Freund mit." „Rappelt wohl? Jsfist schon vier Uhr Nachmittag«. Und da-S Weißße?" „Macht nichts! Set ein guter Kerl, Sufi" „Ach, ich hab dass braune an, daSS neue." „DaS weiße Neglige. Ich will mich doch dicke mit Dir thun — bitte, bitte!" „Wird nicht«« dran««! bäh! — etsch! — Schlnßß!" Oh, die schrecklichen S! Wa« mochte fie für Gesichter geschnitten haben während der Unterhaltung — wie gezüngelt haben ! Sie klingelte der Jungser, legte da« Untergewand von Spitzen an, darüber ba« schleppende offene NegltgL, damit blauer Seide abgefüttert war, und lief in den Salon, wo gerade ihr Mann eintrat in der Begleitung eine« dunkle» Herrn, den Sufi sehr wohl kannte. „Ahh! Herr Affff —" begann sie hocherfreut, stockte ob dem fürchterlichen Zischlaut, den fie au-gestoßen hatte, errörhete und schlug die Augen nieder. Auch der Affeffor freute fich. Er sagte ungeniert: „Fräulein, Susi! — Gnädige Frau! — Das ist ja ober reizend!" Und Sufis Mann rief guter Laune: „Alle Bekannte, wie ick sehe. Erzählt boch mal, wieso." Der Affeffor berichtete: „Ich hatte bie Ehre, mit der gnäbigen Frau, als fie noch Fräulein Sufi war, ein halbes Dutzend Cafinobälle mitzumachen, in Wernigerode. Gnädige Frau waren Besuch bei Major — Gnädige Fran, wie hieß doch —" Ader Susi blieb stumm, denn fie wußte, fie würbe den Namen des Major- Senstiu«, ihre« Onkels, nicht heil über die Lippen bringen. (Fortsetzung folgt.) alle Wandelungen seit zwei Menschenaltern witmachte, gegeben wurden und sich heute noch emer beneideuSwerthen geistigen und körperlichen Rüstigkeit erfreut. — Noch be- deutender als die Etsenbahnfeier war die Ab schiedS fei er, die der Fahrpost gestern Abend gewidmet wurde. Mit zwei Shrenreitern, Fackeln und Mufik an der Spitze, rückten die Vereine und sozusagen Alles, was Beine hatte, dem um 8 Uhr eintreffendev, mit Fahnen und Laub geschmückten letzten Postwagen entgegen. „Muß i denn zum StSdtle hinaus" spielte die Capelle und sangen die Feiernden betrüblich, während daS Posthorn, meisterhaft geblasen, seine bekannte Fanfare in den Gesang lustig htueioschmetterte, gerade in derselben Tonart, so daß leine Differenzen entstanden. Wieder folgten sich Rede und Gegenrede, unter dem Hoch der Menge bestieg der letzte Paffagier den Postwagen, der von Mufik, Gesang und Pofthorngeschmetter geleitet, langsam in die laue Herbstnacht hinauSfuhr. Mehr al- 200 Jahre hat die Poft hier bestanden, wobei eS einem der Posthalter im Jahre 1866 pasfirte, daß er an einem einzigen Tage Naffautsch, Thurn und Taxifisch und Preußisch wurde, ein Fall, wie er in der Weltgeschichte nicht so leicht wieder Vorkommen wird. Ueberhaupt ist da- ehemalige uaffauische Amt Reichelsheim ein ganz eigenartiges gewesen und seine Bewohner haben bis auf den heutigen Tag Manches davon zurückbehalten. Vivat! floreat! crescat! § Grebenhain, 29. Skptember. Heute Morgen wurde der zur hiefigen Oberföesterei gehörige sogenannte große Röthenbacher Teich ausgefischt. Die Fische wurden au den Fischhändler Christian Rullmann II. in Gedern verkauft, nämlich 40 Centuer ä 63 Mark, auch wurden noch einzelne Fische an Privatpersonen von hier und aus der Umgegend zu demselben Preis verkauft. Die Fische, hauptsächlich Karpfen, waren durchschnittlich im Gewicht von 2 biß 3 Pfund. DaS AuSfangen der Fische wurde schon Morgens früh nach Tagesanbruch begonnen, Nachmittag- fand dann im sogenannten „TetchhauS" gesellige Feier de- FtschfesteS statt und waren diesmal besonders viele Personen auS der ganzen Umgegend erschienen. + Beller-Heim, 1. Oktober. Kürzlich entfernte fich der bet einem hiesigen Fuhrmann bedienstete Knecht Graf auf Nimmerwiedersehen. Bald darnach stellte e» fich heraus, daß der Durch gang er zuvor mittelst eine- fälschlich an- gefertigten Zettels bet einem Geschäftsfreunde seines Arbeitgebers auf des Letzteren Conto Geld vereinnahmt hatte und anderwärts verjubelte. Glücklicherweise führten die eiu- geleiteten Recherchen zur Festnahme des 20jährigen flüchtigen UebelthSterS. • Wiesbaden, 29. September. Sine hiesige Familie, die einen Ausflug in den Rheingau unternommen hatte, erlitt einen schweren Verlust. Der Sohu hatte versprochen, auf de» Rad den Angehörigen Abends uachzukommen. In der Dunkelheit bemerkte er nicht, daß die dicht am Rhein entlang führende Straße vom Waffer überschwemmt war; er wurde von der Strömung witgeriffen. Auf seine Hülferufe eilten Leute mit Laternen und Stangen nach dem Ufer, jedoch war von dem Verunglückten nichts mehr zu bemerken. Bis jetzt hat mau weder die Leiche noch das Zweirad gefunden. — Der von Frankfurt a. M. gegen 7 Uhr früh hier ankommende Personenzug hielt plötzlich auf der Strecke Crbeuheim- WteSbadeu. Der Lokomotivführer kam in großer Bestürzung zu dem Zugführer und meldete, daß er soeben einen Men« scheu überfahren habe, den er bei dem dichten Nebel nicht frühzeitig genug auf dem Geleise bemerken konnte. Ein Wärter wurde beauftragt, die Strecke abzusuchen. Nach Ankunft des Zuges iu Wiesbaden ging sofort eine Maschine ab, um den angeblich Verunglückten abzuholen. Au der bezeichneten Stelle fand »an mitten auf dem Geleise einen Menschen in schlafähulichem Zustande liegen. Man rüttelte ihn auf und fand, daß er unverletzt, aber stark betrunken war. Der Zug war über ihn htnweggegangen, ohne ihn zu berühren. * Wiesbaden, 30. September. Gestern Nacht wurde ein etwa 25jähriger Mann auf offener Straße mit einem Schuß durch den Hals vorgefunden. Seine Persönlichkeit wurde bisher nicht feftgestellt, da der Mann bewußtlos geblieben ist- nur geht aus den Papieren hervor, daß er Schüler eines Technikums ist. * Ominös. Die Spanier neunen Cuba die „Perle der Antillen". Perlen aber bedeuten bekanntlich Thräneu, besonders wenn man sie verliert." • Abgeholfen. Dame: „Ich gebe Bettlern nie etwas auf der Straßei" — Bettler: „Na, Gott, ick komm' ooch in Ihre Wohnung! Wo wohnen Sie denn?" • Könnte ihm paffen. Huber (zum Arzt, der ihm Cognac verschrieben): „Dös Trankl ist gut, Herr Doctor! Dürft ich net täglich 'n Flasche! voll davon einnehmen?" * Benutzte Gelegeohett. Junger Ehemann: „Käthchen, Du bist das Licht im Dunkel meines Daseins." — Junge Frau: „Dann mußt Du mich aber auch gehörig putzen!" * Der große Mund. Gast: „Herr Wirth, weshalb stecken Sie denn kein Licht an? Hier tst's furchtbar dunkel!" — Wirth (grob): „Nanu, Ihren Mund können Sie doch wohl finden!" * Treffend auSgedrnckt. „Ihr Mann geht wohl gern auf die Jagd?" — „O, der leidet schon mehr an Hasen- Verfolgungswahn." , Gerabronn, Im September 1897. Aufruf für die Hagelbeschädigten Württembergs. Der orfanartige Hagelflurm vom 30. Juni auf 1. Juli d. I. hat über weite Striche de- nördlichen Württemberg nie dagewesenen Jammer gebracht und an Straßen und Gebäuden, an Feldfrüchten und Gartengewächsen, an Obstbäumen, Weinbergen und Waldungen unberechenbaren Schaden angerichtet. Sind doch die Verluste, welche jene entsetzliche Gewitter- und Sturmnacht in der kurzen Zeitspanne von 15 bis 20 Minuten Über uns gebracht hat, auf nicht weniger als 18 Millionen geschätzt worden. Bon der badischen Weftgrenze, von den Oberämtern Brackenheim, Heilbronn, Neckarsulm zieht sich ein Vernichtungsstreifen, drei bis fünf Kilometer breit, quer durch das Land über die Bezirke Weinsberg, Oehringen nach der bayerischen Ostgrenze, unserem Gerabronner Bezirk noch furchtbaren Schaden zufügend. Wohl hat unmittelbar nach der Katastrophe unsere Eenttal- leitung des WohlthätigkeitSoereins in Stuttgart einen dringenden Hilferuf an die Bevölkerung unseres Landes ergehen lasten. Wenn wtt Angehörige des Gerabronner Bezirks nunmehr die Bitte um tbatkräftige Hilfeleistung auch in die weiteren Kreise de« deutschen Vaterlandes hinauSgehm lasten, so wollm wir davon adsehrn, die Schilderungen einer kaum glaublichen Verwüstung und Verheerung, welche bereits durch die Zeitungen gegangen sind, nochmal« zu erneuern. ES möge uns vielmehr vergönnt sein, auf die traurige Nothlage hinzuweisen, unter welcher auch unser Bezirk zu leiden hat. Wenn auch die Gewalt des Orkans auf seiner langen Ver» nichtungSbahn einige Abschwächung erlitten hatte, so war er trotzdem noch stark genug, unserem Bezirk einen Schaden von 1314000 Mk. zuzufügen, der fich mit Einrechnung der Beschädigung ter Gebäude und Obstbäume auf 1600000 Mk. erhöht. Abgedrckte Häuser, um- geristene Obstbäume, tausende zerschlagene Fenster gab« auch bei unS. So hat die Gemeinde Gerabronn einen Feldschaden von 120000 Mk., Langenburg 101000 Mk., Michelbach a. H. 152000 Mk., Brettheim 177000 Mk., Roth am Ser 150000 Mk. erlitten. Die Minderzahl unserer Landwirthe ist versichert, und selbst die Verficherten haben viele Verluste erlitten, welche ihnen keine Versicherung entschädigen kann. Da in unserer größtrntheilS industrie- armen Gegend für die ärmere Bevölkerung nur wenig Verdienst sich findet, auch der Kartoffeln trag in Folge deS Hagels ein äußerst ge ringer sein wird, io sehen wir für den Winter und daS kommende Frühjahr großer Roth entgegen. Unser Bezirk wird darunter um so mehr zu leiden haben, als er zu denen gehört, welche von der Dürre und Futternoth des 1893er Jahrgangs und dem Wasterschaden von 1895 besonders empfindlich betroffen worden sind. Vielfach sind jene Wunden bis heute noch nicht vernarbt und nun hat unS ein noch größeres Unheil aufs Neue betroffen. Hilfe thut uns noth. Möaen sich nah und fern opferwillige Herzen bewegen lassen, zur Linderung dieser großen, oielgestaltigin Nothlage nach Kräften beizutragen. Gott möge allen ein reicher Vergelter sein! Gaben, für deren gerechte Verthellung unsere Centralleitung des WohlthätigkeitSoereins, sowie die Bezirk«- und LocalhilfScomit^S Sorge tragen werden, nehmen in Empfang: Fürst zu Hohenlohe Langenburg, Langenburg, Oberamtmann Feier, Gerabronn, Oeconomieratd Stieren, Ludwigsruhe, Bankdirector Landauer, Gerabronn, Drcan Dr. Köstlin, Blaufelden, Decan Günther, Langenburg, Pfarrer Kemmler, Bächlingen, Stadlpfarrer Brecht, Gerabronn, Stadtschultheiß Bürklin, Gerabronn. Bekanntmachung. In unser Gesellschaftsregister wurde auf Seite 88 unter der Rubrik „Actiengesellschaft Hessisch-Rheinischer Bergbauverein mit dem Sitz zu Gießen" Folgendes eingetragen: Laut beglaubigter Anmeldung des Vorstandes und des Aufsichtsraths vom 24. September 1897 ist in weiterer Ausführung der Beschlüsse der Generalversammlungen vom 2. Juni 1897, eingetragen am 2. Juli 1897 auf Seite 158 des Gesellschaftsregisters eine weitere Erhöhung des Grund- capitals um 224000 Mark durchgeführt worden. Die Einzahlung dieses Betrags ist in der Weise bewirkt worden, daß Herr August Sternberg in Charlottenburg für 224000 Mark Actien zum Paricurse übernommen und dafür eine gleich große Forderung, die er an die Actiengesellschaft noch zu bilden hatte, als empfangen angesehen und der Gesellschaft gegenüber quitttrt hat. Hiernach hat die weitere Erhöhung des Grundcapttals um 224 000 Mark stattgefunden, sodaß dasselbe jetzt 2953000 Mark beträgt. Das seitherige Grundcapital ist nach der oben erwähnten Anmeldung voll eingezahlt. Gießen, 30. September 1897. Großherzogliches Amtsgericht. 9139 Neuen Hagen. Knabenhandarbeit. Mittwoch, bett 6. October b. I., Nachmittags 3 Uhr, solle» in bem Schulhause am Afterweg (Haudwerkerschule) zwei Unterrichtskurse für erziehliche Kuabeuhaubarbeit mit je dreistündiger wöchentlicher Unterrichtszeit eingerichtet werden. In dem einen derselben sollen die Schüler mit Papparbeiten und in dem andern mit Kerbschnittarbeiten beschäftigt werden. Zur Betheiligung an dem Unterrichte können Schüler der Volksschule sowohl, als auch Schüler der höheren Lehranstalten (letztere vom 11. Jahre ab) zugelaffen werden. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt werden, find von jedem derselben zwei Mark zu entrichten; außerdem haben die Schüler der höheren Lehranstalten noch ein Schulgeld von vier Mark zu bezahlen. Aumelbuugeu zum Unterrichte werben zur angegebenen Zeit im genannten Schulhause entgegengenommen. Gießen, den 30. September 1897. 9151 . Wolff, Hahn, Beigeordneter. Oberlehrer. Grosse Obst-Ausstellung. Ausstellung von Gerüthschaften für Obst-Verpackung und Obst-Verwerthung vom 1. bis 11. October 1897 in der Rosen-, Blumen- und Pflanzen-Russtellung Frankfurt a. M., Forstharrsstratze. Eintrittspreis 50 Pf. — Täglich Militär-Concert. 9us MerheWe Dikhmschermigg-Allllalt. Samstag ben 9. Cctober l. I., Nachmittags 3 Uhr . Generalversammlung u. Ausschußfitzung im Gafthause zum „Solmser Hof" in Hungen. Tagesordnung: Rechnungsablage. Vorstandswahl. Berathung von Vereinsangelegenheiten. 9133 Der Direetor: L. Hoffmann. WOh. Hamel Fahr-Schule Willi. Hamel 7. am SpoPtp|atz an der -Mstr. 7. Hardt. Werthe Damen und Herren, welche das Radfahren uugeuirt und grüublich erlernen wollen, mache ich auf den hervorragend schön eingerichteten Leruplatz an der Hardt mit allen Bequemlichkeiten ganz besonders aufmerksam. — Der Unterricht wird unter meiner Persönlichen Aussicht durch gut eingeschulte Leute ertheilt, und beste fiern Maschinen stehen zur Verfügung. Gefl. Anmeldungen nehme in meiner Wohnung, Bleichstraße 7, oder am Sportplätze von Vormittag- 6—9 Uhr und Nachmittags von 5—9 Uhr gerne entgegen. 5895 I Berger’s ~~~ j Mexico- Chocolade Robert Berger, —--- Pössneck i. Th. Vnrlog b« Srübl'scheo iluiocrntatf->?ud^ und ©irtuenidtm P,risch ch Echryd«) ur Cirfro. MAGGI eizende Neuheiten ämmtliche Neuheiten fteundlichst eingelader. 8773 X118j Laufmädchen sofort aesuch'. Renstadt 78, II. bei Herrn Robert Ziegler im Gasthof „Zur Stadt Oiesteu" in Londorf 'WM? statt, und sind unsere Freunde und Gönner hierzu Schwarze Costümstoffe, Frau K. Aubel, Grünbergerstraße 8, 1. Stock, Robes und Conseclion. Neuester vervollständigter Placat - Fahrplan enthalt, die Fahrzeiten der auf den Stationen Giessen, Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, Lollar, Fronhausen. Wetzlar, Coblenz, Deutz, Fulda, Alsfeld, Gelnhausen, Nidda, Stockheim, Gedern, Schotten, Laubach und Londorf ankommenden und abgehenden Eisenbahnzüge zum Preise von 20 Pfg. in der Expedition des „Giessener Anzeiger“ vorräthig. — Der Fahrplan kann auch durch die Austräger des „Anzeiger“ bezogen werden. Wohrrurrgs'Veriinderrmg. Meiner werthen Kundschaft, sowie den hochverehrten Damen GießcnS und Umgegend, die eraebene Mittheilung, daß mein Confections-Geschäft von Seltersweg 81 nach Grünbergerstr. 8,1. Stock verlegt habe. Mit den neuesten Moden stets aufs Beste vertraut, halte ich mich im Anfertigen von Costümes jeder Art bei reeller Bedienung an- g legentlichst empfohlen. Hochachtungsvoll A. Holter hoff Söhne, Seltersweg 20. Man koche eine Suppe mit grünen Gemüsen und Wurzelgewächsen oder mit »räftrvirten (Srmüfen, sogenannte Julienne, füge etwa? 9130 hinzu und man bat eine so schmackhafte Suppe wie auf keine andere Art. Zu haben bei Emil Fischbach, • S. Elsoffer, MarkMratze 27. • . 3Ä" Mein Schuhgeschäft wird im seitherigen Locale E in ganz unveränderter Weise weitergeführt. Z 8728 Der Obige. Phönix-Wolle. Vorzüge: Präparirt gegen das Einlaufen in der Wäsche. Garantirt echte Farben und Melangen. Vorzüglich in Haltbarkeit. Billigstes Wollgarn zu Strümpfen, in der Verarbeitung und dem Verbrauch. Frankfurter Rollladen- und Wellblech-Fabrik E. Tillmanns, Frankfurt a. M. Stahlwellblech und Holz-Rollläden in jeder Grösse und Con- struotion, in anerkannt solidester und durchaus sachgemässer Ausführung. Rollladen • Artikel jeglicher Art. Rollladen -Reparaturen werden prompt und billig übernommen. ____ Wellbleche und Wellblech-Gebäude. ----- Eisenconatructionen jeglicher Art und Grösse. = 1288 Solide prompte Bedienung. in Loden- und Regenmänteln, Golf-Capes Jiiipinii'x I iiiliiininii Pelzcapes, Radmänteln Etiketten, Brührscb* Univ.-Druckerei (Pietsch 4 ScheyOX Seb ol Steilen-Angebote. Ein größeres Bergwerks- Unternehmen im Lahngebiete sucht 9140 mehrere tüchtige, erfahrene Steiger zum baldigen Eintritt. Mel« düngen mit Zenguißabschriften sind zu richten au die Exped. d. Bl. «uter R. W. SA40. 8992] Für eine Bäckerei in einer Kreisstadt OberheffenS ein tüchtiger und zuverlässiger Bäckergehülfe gesucht. Offerten unter M. an die Expedition dieses Blattes. m Kleiderstoffen, Einfarbige u. Fantasiestoffe, Nlht.MMdriiil!kr sofort 8939 F Habenicht, zampeufadrid, _______Wieseuftr. 4._______ Zigarrenkisten - Nagler und Bekleberinnen finden dauernde Arbeit. vor? Schillerstrafie 16. Tüchtige Maurer, auf Accord und Tagearbeit, bei hohem Lohn für Winterarbeit gesucht. Th. Mörschel, Baugeschäft, 0076_____Bad-Nau heim. 9083] Maurer,handlanger und Erdarbeiter finden dauernde und lohnende Beschäftigung an den Neubauten der Bieberthalbahn. ____Heinrich Rinn V. Handlanger gesucht. 9187_________O» Satl4, Dachdecker. 8048] Tüchtige Erdarbeiter für Abräumuugsarbeiteu am GießenerBraunftcinbergwerk gegen hohen Lohn sofort ge- sucht. AnmeldungenbeiAdam Vuschuug, Oieheu,Rhein.Hof. Tüchtige Arbeiter finden dauernde Beschäftigung in den Steinbrüchen bei Großen Linden ICinder-Conffection. • Die Eröffnu“ff Knaben - Jäckchen, Ueberzieher, Pyjach. a < ------------------ Mädchen.Kleidchen] $ Mren# und Knaben-Garderobe Inl /k.'c o,. IO \ ä / inderjacken und Mänteln empfehle in reichster Auswahl zu billigst gestellten Preisen r/Hi