Norrefte Äelffl telegraphische« Lorresp»nden,-»«r«m. Berlin, l.Juni. Der Kaiser empfing nach der Parade den StaatSsecretär des Auswärtigen Frhrn. v. Marschall zum Vortrage. Berlin, 1. Juni. Nachmittags fand im Weißen Saale de« Königlichen Schlöffe- und in den angrenzenden Sälen das große Parade-Diner statt. Das Kaiserpaar betrat nach Vorantritt des Oberhofmarschalls Grafen zu Eulenburg unter den Klängen des Pariser EinzugSmarscheS den Saal. Der Kaiser trug GeneralSuntform mit dem Bande des Schwarzen AdlerordenS. DaS Kaiserpaar nahm unter dem Thronhimmel Platz. Neben dem Kaiser saß die Prinzessin Friedrich Leopold, neben der Kaiserin Prinz Friedrich Leopold. Unter den Anwesenden befanden sich Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe, die StaatSsecretäre v. Boetticher und Freiherr v. Marschall, die Minister v. Miquel, Dr. Bosse, Schönstedt, Thielen, v. d. Recke, Brefeld usw. Berlin, 1. Juni. Gesuche von Kriegervereinen um Allerhöchste Verleihung des NamenS „Wilhelm I.", „Kaiser Friedrich III." re. werden von zuständiger Seite nur dann befürwortet, wenn ein genügender Anlaß zu einer derartigen Allerhöchsten Auszeichnung vorzuliegen scheint. Die kürzlich von einigen Blättern gebrachte Nachricht, daß nach einer Verfügung deS Ministers des Innern und des KrtegsministerS die Führung des Namens „Kaiser Friedrich" den Krieger- vereinen untersagt sei, beruht auf Erfindung. München, 1. Juni. Umgeben von den Prinzen und Prinzessinnen deS Königlichen Hauses und mehreren fremden Fürstlichkeiten eröffnete heute Vormittag der Prinz-Regent die internationale Kunst-Ausstellung im GlaS- palaste. Athen, 1. Juni. Die „Ephemeris" veröffentlicht Enthüllungen über die Ethntke Hetairia. Der Vorsitzende des BerwaltungSratheS derselben sei der ehemalige Bürgermeister von Athen, Michel Melao. Zu den Mitgliedern sollen unter Anderen gehören: der UniverfitätSprofeffor CawpoS, der Syndikus im Finanzministerium LykondtS und sieben Offiziere. In einem besonderen Artikel des Statutes der Gesellschaft werde bestimmt, daß der König und die Mitglieder der Königlichen Familie in keinem Falle Mitglieder der Gesellschaft werden können. Das Blatt bezweifelt, daß die Kronprinzessin Michel Melao in seiner Eigenschaft als Vorsitzenden der Gesellschaft empfangen habe, um aus seinen Händen ein Geschenk von 20 000 Drachmen für die im Kriege Verwundeten entgegenzunehmen. DaS Blatt fordert, daß eine gerichtliche Verfolgung gegen die Gesellschaft eingeleitet werde, die durch ihre Handlungen gegen daS Gesetz verstoßen habe. _____________ Depeschen deS Bureau „ftcrolb/ Berlin, 1. Juni. Die Kaiserin ist bei der heutigen Parade zum Chef deS Garde-Grenadter-RegimentS Nr. 5 ernannt worden. Berlin, 1. Juni. DaS Abgeordnetenhaus hat sich heute nach Erledigung kleiner Vorlagen bis zum 22. Juni vertagt. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung steht zu- Felix SchweighoferS Gastspiel importtrte. Karl weis ein Wiener Kind, mit seinem wirklichen Namen Carl Weiß genannt, hat sich schon in manchem bühnenfähtgen BolkSstück versucht. Auch sein „Grobes Hemd" trägt manchen guten Zug an sich, wäre um seiner Tendenz willen aber bester ungeschrieben geblieben. Der Autor will leinen reichen jungen Mann, der sich für sociale Ideen begeistert, etwa so kurtren, wie man von der „Verschwendung" oder dem „Größenwahn" kurirt. Im Theater fitzen aber heutzutage schon auf allen Plätzen Leute, die für eine solche lustspielartige Austastung deS ernsten Themas keine Stimmung aufbrtngen können. In der Oper hat mav sich höchst ausführlich und theil- weise unter Herbeiziehung von Gästen (die Herren Vogl und AntheS) mit Wagner beschäftigt und bei der Neu- einstudtruag des „RtugS der Nibelungen" eine wohlthnende Pietät für die wahre Gestalt der Partitur an den Tag gelegt. Die barbarischen Striche, die bisher namentlich die „Walküre" verstümmelten, find verschwunden und daS gefürchtete Gefühl der Ermüdung hat sich nicht eingestellt, int Gegentheil zeigte daS Publikum, dem jetzt wieder einmal die tragische Bedeutung des Wotaa-CharacrerS und der auf ihr beruhende dramatische Conflict unverkürzt dargelegt wurde, eine erhöhtere Antheilnahme an den Vorgängen. r Pfeil. U62 * 9 Uhr 8ot. '•'iMtTlt. iß Marke. en-Räder äoislooi-Arbeit :ne Medaille, bei , 1692 haniker, reg 46. mm am Stück, mtoffeln 5147 no -Werke, lm- tuibN1 ucht wM wJL strich- w w’ 111 m.nÄhurd ts- jöfstratze ÄrfLihrtiilli Rr. 128 Erstes Blatt Donnerstag de» 3 Juni ISO? Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Äreis Gießen Redactton, Expedition und Druckerei: Sch-kstraße Nr.7. Fernsprecher bl. vierteljähriger Abounemcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamitienvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hteßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Hratisöeilage: Hießener Kamitienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-landeS nehme» I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtgegee. LvrtUch«* tbtiL Gt rßen, am 2. Juni 1897. B etr.: Die Aussicht über das Fastivieh. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gieße« au die Großh. Bürgermeistereien der zum Kör- bezirk Grünberg gehörenden Gemeinden des Kreises. Die Besichtigung der Gemeiude-Zuchtstiere, Zuchteber, Ziegen- und Schafböcke durch die Körcommisfion Grüuberg wird an folgenden Tagen stattfinden: 1. am 3. Juni: Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Nonnenroth, Vtllingen, RöthgeS - 2. am 9. Juni: Göbelnrod, Saasen, Lindenstruth, Hattenrod, Harbach - 3. am 11. Juni: Beltershain, ReinhardShain, Winnerod, BerSrod, Beuern - 4. am 14. Juni: Lumda, Wettershain, RüddingShausen, Odenhausen, Geilshausen - 6. am 18. Juni: Keffelbach, Londorf, Allendorf a. d.Lda., TretS, Climbach, Allertshausen - 6. am 21. Juni: Grünberg, Stangenrod, Stockhausen und Weickartshain. Sie wollen die Halter der Faselthiere anweisen, an den bezeichneten Tagen zu Hause zu bleiben und die Thiere der Körcommisfion bei deren Eintreffen vorzuführen, fich auch selbst bereit halten, um der Commtsfion auf Nachsuchen förderlich zu sein. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: die Abhaltung von Dtehmärkten. Infolge Verfügung Großh. Ministeriums de- Innern oom 22. Mai l. I. ist die Abhaltung des ZuchtviehmarkteS za Schotten (am 8. Juni I. IS.), des Viehmarkte- zu Vobeuhaufen II (am 10. Juni l. IS.), des Viehmarktes za Laubach (am 15. Juni I. IS.) unter nachstehenden Be- diagungen genehmigt worden: 1. Für den Auf- und Abtrieb ist je eine bestimmte Stelle zu schaffen. 2. Auf den Markt dürfen nur Thiere au- unverseuchten Orten der Provinz Oberheffen und des Kreises Gelnhausen, Thiere von Händlern nur dann, wenn sie mindestens sieben Tage in unverseuchten Orten der Provinz Oberheffen in seuchenfreiem Zustande zu- gebracht haben, aufgrtneben werden. Reim Auftrieb der Thiere ist durch eine streng zu handhabende Controle der betreffenden Ursprungs- zeugniffe zu verhüten, daß andere Thiere auf den Markt gebracht werden. 3. Außer der Controle der Ursprungszeugnisse hat auch die thierärzrliche Besichtigung der Thiere vor dem Auftrieb zu erfolgen. Schotten, den 28. Mai 1897. Großherzogliches KreiSamt Schotten. Schö n feld. Bekanntmachung, betreffend: das Ober-Ersatzgeschäft für 1897. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1897 wird im Kreise Gießen Dienstag den 15. Jnni im Rathhause zu Lich, Vormittags 8 Uhr, Mittwoch den 16. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Freitag den IS. Juni in der Restauration „Zum Lonys Bierkeller", Westanlage, zu Gießen, Vormittags 8 Uhr, Samstag den 19. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Montag den 21. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 22. Juni im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grünberg, Vormittags 8 Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Infanterie- Brigade in sämmtlichen Aushebungsorten zu ge- stellen: a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen, soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; b. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Mili- tärpflichtigen; c. die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Mili- tärpflichttgen; d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; e. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlaffenen Soldaten; f. die von den Truppenrheüeü abgewresenen einjährig Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzeiaen. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen. Die zur Beurteilung von Reklamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anznzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weg- gezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- Ersatz-Geschäfte bis zum Schluß des gesammten Geschäfts selbst anwesend zu sein, um bei der Untersuchung von Felddienstuntauglichen sowie Invaliden ev. Auskunft geben zu können, auch haben sich dieselben darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen, den Ladungen entsprechend, eine Stunde vor Beginn des Geschäfts zur Stelle sind. Gießen, am 29. Mai 1897. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Wallau. Feuilleton. Frankfurter Dries. (Origtnalbericht für den „Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) 3ho Schireider'schen Kuustfalou. — Novität im Schavspielhause. Siu Wagner CyelllS in der Oper. Dr. M Die farbige Behandlung von Statuen, die in allen Schulästhettken voch als höchst uvkÜnstlertscheS Verfahren verpönt wird, rückt allmählich immer nachdrückliche? auS dem Bereiche lebhafter Erörterungen in das der prac- tifchen Thaten. Die Fragen: Kann man? Darf man? er- scheinen hinfällig, wenn man sich z. B. ohne Voreingenommenheit vor die plastischen Arbeiten deS Profeffor- Arthur Vollmann au- Rom stellt, die gegenwärtig eine Haupt- jierde des Schnetder'fchen Kunstsalons bilden und in welchen Me polychrome Behandlung als etwas ganz Selbstverständ- 11*66 und durchaus Natürliche- auftritt. Vielleicht berührt unteren Blick da- Relief „Löwenjagd" zuerst ein wenig bunt, bis fich das Auge in die künstlerischen Intentionen besser hineingesehrn hat. Ungeteilten Genuß empfängt man hingegen sofort von der „Amazone", die in lässig träume- rischer Haltung an ihrem Pferde lehnt. Bei der Gestalt bt8 jungen Mädchen-, an welcher die Tönung deS Marmors ungleich diScreter auftritt als au dem vorher erwähnten Relief, braucht man freilich nicht an daS Polhklet'sche Amazonentdeal, welches voch das Berliner Museum bewahrt, zu denken- der Volkmaun'sche TypuS ist weniger heroisch, mehr genrehaft, sozusagen moderner, denn ihm fehlt daS Sbstracte, Unnahbare der Autike. ES ist nicht die Färbung allein, die den Hauch unmittelbaren Lebens gibt, sondern in der ganzen Auffaffung liegt etwas, waS die Figur unseren vertrauten VorstelluagSkreisen einreiht, ohne ihr deßhalb schon die Berechtigung auf den Titel „Amazone" zu rauben. Eine Marmorbüste, ein kleiner, splitternackter italienischer Bub au- dem gleichen Material und ein Bronzefigürchen geben weitere, hochachtbare Proben von dem Können eines Manne-, das Anspruch darauf hat, im Capitel der zeit- geuösfischen Bildhauerkunst an hervorragender Stelle genannt zu werden. Die großen Nummern im Novitätenrepertoire deS Frankfurter Schauspieles dürften gezogen fein. Auf Ibsens „Gabriel Borkmann" (dem wir übrigens noch bet nächster Gelegenheit eine Besprechung schulden) und Gerh. Hauptmanns „Versunkene Blocke" werden keine große Thaten in dieser Saison mehr folgen. Dafür begnügt man fich jetzt mit dem anständigen Mittelgut. Dahin rechnen wir u. a. „DaS grobe Hemd" von Karlweis, welches Herrn Am Sonntag ! Nächst He w.-d-rh°tt- std-r d.e «17"«X »“ wurden allein in der Bopp ichen Küche 200 Pfd. frisches CtceUs nnb prwhjklkf, Gießen, den 2. Juni. •• Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 29. Mat dem Pfarrer Otto Fischer zu Schlitz die evangelische Pfarrstelle zu Goddelau, Decauat Eberstadt, zu übertragen. Ernannt wurden: PfarramtScandidat Offenbacher zu Kleestadt zum Pfarrasfistentrn in Zwingenberg, Decanat Zwingenberg- PfarramtScandidat Lic. Freiherr v. Gall zu Darmstadt zum Pfarrverwalter in Klein-Hmstadt, Decanat Groß-Umstadt- PfarramtScandidat Herrmann zu Mainz zum Psarrvicar in Lengfeld, Decanat Reinheim- Pfarramts- candidat Wagner aus Wetterfeld -um Pfarroerwalter in Billertshausen, Decanat Alsfeld - PfarramtScandidat Heß zu Crumstadt zum Pfarrverwalter in Goddelau, Decauat Eberstadt- PfarramtScandidat Freitag zu Schotten zum Pfarr- asfistenten in Schotten, Decanat Schotten- PfarramtScandidat Hartmann zu Auerbach zum Psarrvicar in Hainchen, Decauat Büdingen- PfarramtScandidat Köhler aus Steinbach i. T. zum Pfarroerwalter in Wetterfeld, Decanat Grünberg- PfarramtScandidat Marx zu Frankfurt a. M. zum Psarrvicar in Mörfelden, Decanat Groß Gerau. •• Pfiogstverkehr auf de« Eisenbahnen. Die Königliche Elsenbahndirecttou Frankfurt erläßt in vorliegender Nummer eine dea Pfingstverkehr betreffende Bekanntmachung, auf welche wir Pfingstretseude hiermit besonders aufmerksam macheu. ** Die anhaltende Hitze trocknet nicht nur daS Erdreich und die Pflanzen in hohem Grade auS, sondern auch Menschen und Vieh. Während aber die Menschen ausnahmslos in der Lage sind, durch einen frischen Trunk, und sei eS nur klares Wasser, daS sich geltend machende Durstgefühl zu beschwichtigen, werden viele Thiere, besonders unsere HauSthiere, durch mancherlei Umstände daran verhindert. Deshalb ist wohl hier die Bitte am Platze, sich der Thiere anzunehmen. In erster Linie thut ein frischer Trunk Waffer Noth den Kettenhunden- ihr oft klägliches Geheul würde verstummen, wenn ihnen täglich mehrere Male frisches Master vorgesetzt würde. Aber auch Pferde und Rindvieh bedürfen jetzt mehr wie sonst eines Ersatzes der ihnen bei schwerer Arbeit im Felde und auf der Landstraße entzogenen Kräfte. Schließlich wolle man auch daS Geflügel, die Hühner, Gänse, Enten, Tauben nicht vergesteu, die vergeblich nach einem Schlucke frischen WafferS suchen, und leider nur zu ost gezwungen find, mit schmutzigem und abgestandenem Master fürlieb zu nahmen. Kleine Httzferi«. Infolge der seit mehreren Tagen herrschenden Hitze blieben gestern Nachmittag die Schulen geschlossen. •• Uetzer den Eonfn« beim Sport- und Volksfest wird uns mitgelhetlt, daß 125 Hektoliter Bier verzapft und nahe an 1200 Flaschen SelterSwaster getrunken wurden. 1800 Paar Wiener Würstchen, die Herr Metzgermeister A. Möhl 33. Tonkimstler-Versammlung detz allgemeinen deutschen Mufikvereins zu Mannheim. Pr. Mannheim, 1. Juni 1897. (Schluß.) .Hm Sonntag, 30. Mai, fand die Reihe der Orchester- concerre ihren würdigen Abschluß. In demselben traten als Solisten Herr Eduard RiSler und dir Sängerin Fräul. Fleisch verbraten und schon gegen 10 Uhr waren die warmen Speisen ausverkauft. Weiter find an dieser Stelle ohne die Mecken 200 Laib Brod, große Qanren Wurst und Schinken verbraucht worden. •• Der Scheinwerfer, den die Brauerei Bichler wah- rend der Festtage nur zur Probe entliehen hatte, wird auch ür die Folge von der Terraffe seine Lichtfülle in die Umgegend entsenden. Herr Bichler hat fich evtschlosten, diesen Scheinwerfer, welcher die anständige Summe von 1600 Mk. kostet, käuflich zu erwerben, um mittelst desselben, wenn aus der Hardt Abends etwas los ist, den Weg vom Neu« tädterthor bis zur Einbiegung in den neuen Hardtweg zu erhellen. vefitzwechfel. Der „Wiener Hof" ist, wie man^hörr, zur Erbauung des Schwesternhauses an dieser -stelle ür 90,000 Mk. verkauft worden. •• Mit einer zweitägigen Wanderung an die Mosel er- öffnete die Seclion Gießen deS Deutschen und Oesterretcht- chen AlpenvereinS am 21. Mat die Reihe ihrer Sommer- touren. Wir können vur wünschen, daß alle übrigen Aus lüge gleich genußreich und heiter verlaufen möchten, wie dieser erste. Eine Anzahl Theilnehmer hatte fich bereit« einen Tag früher auf den Weg gemacht, um der alten Bischofs- stadt Trier noch einen Besuch abstatten zu können. Die Reise hat fich reichlich gelohnt. Die hochinrereffanten Hebet- reste der Römerbauten, Porta nigra, Kaiserpalast, Ampht- theater, Bäder rc. geben dem Besucher ein deutliches Bild von der Macht und Bedeutung dieser römischen Cäsaren- resideoz. Gleiches Interesse erregt der Dom und da« Museum. Die schöne Lage der Stadt an den grünen Berghängen der Mosel bietet prächtige Spaziergänge mit Aussicht auf die Stadt und das Flußthal. Der Abend vereinigte sämmtlrche theilnehmenden Mitglieder der Section in Bernkastel. Trotz der vorgerückten Stunde wurde noch zu einer Probe der um Bernkastel wachsenden Weinsorten geschritten, und manchem Fahrtgenoffen dürfte noch ein lieblicher Duft und Geschmack vorschweben, wenn er der edlen Sorten gedenkt, die uns aus dem Römer anlachten. Trotz alledem war zu früher Morgenstunde wieder die Reisegesellschaft auf den Beinen und stieg rüstig bergan zur Ruine Landshut, hoch über der Mosel, zum kühlen Wafferfall und dann durch Thal und über Berge bis zu dem kleinen in seinem Waldthal still eingebauten Bad Wildstetn, wo Rast gemacht wurde. Dann brachte ein kurzer Marsch uns nach Trarbach, hier nahm unS für kurze Fahrt die Bahn auf bis Pünderich. Steil durch die Weinberge kletterten die SectionSmitglieder zur Marienburg (einem ehemaligen Kloster), welches prächtige Aussicht über die in scharfem Bogen fließende Mosel bietet. Unser heutiger Tag endete in Cochem, wo wir noch der tntereffauten Burg Cochem einen Besuch abstatteten. Sonntag wurde wieder die Mosel verlaffen und das in stillem, einsamen Waldthal gelegene Schloß Elz aufgesucht. Eine eigenartige Burg, wohl einzig in ihrer Art, ist Elz, noch ganz so im Aeußeren wie im Inneren erhalten, wie die Burg vor ca. 300 Jahren war. Ein Marsch durch schattigen Wald, entlang dem rauschenden Elzbach, brachte unS wieder nach Moselklein. Nachmittag« wurde dann von Brodenbach aus die schöne Mosel verlafsen- vorbei an der Ruine Ehrenburg, die malerisch auf steilem FelS thront, führte der Weg über die Felder der Hochebene nach dem Rhein, dem wir von den Höhen über Boppard unsere Willkomm zuriefen. Auf schattiger Veranda mit dem Blick auf den prächtigen Strom wurde der Schluß der Fahrt gefeiert. Ist die Reise auch vorüber, eine fröhliche Erinne- ruug an wander- und weinsrohe Tage wird allen Theil- nehmern noch lange bleiben. Dem Brreinsalbum wurden zehn größere gut gelungene photographische Aufnahmen von der Tour einverleibt. •* Wetterbericht. Während fich daS Maximum über Nordeuropa namentlich gegen Westen weiter ausdehnt, ge- staltet sich die Luftdruck-Dertheilung über Central- und West- Europa etwas unregelmäßig. Im Südwesten und Irland ist eine größere Depression zu erkennen. Von derselben aus zieht fich eine unregelmäßig begrenzte Furche geringen Druckes über den Canal und Frankreich bis zum Mittelmeerbecken. Deutschland und daS Alpengebiet standen am Morgen noch vollkommen unter der Herrschaft hohen Druckes und war daselbst der Himmel meistenortS wolkenlos. Die Morgentemperaturen find gegen gestern wenig verändert. — Dor- auS sichtliche Witterung: Im Allgemeinen heiter und warm- jedoch besteht noch die Neigung zur Gewitterbildung. △ Bom Rhein, 1. Juni. Schiffs- und Bahn- Billers. Letzter Tage ging durch die vielen Zeitungen die Mittheilung, daß für den Verkehr am Rhein Sch'ffSbilletS der Köln-Düffeldorfer Gesellschaft auch für den «ahn- verkebr giltig seien und umgekehrt. Diese Mittheilung tst unzutreffend. ES besteht nur daS seit Jahren mit der Heff. LudwigSbahn und der Köln-Düffeldorfer Gesellschaft getroffene Urbereinkommen auch heute noch, daß auf specielles verlangen Fahrkarten zur wahlweisen Benutzung von Eisenbahn und Dampfschiff beiderseitig au-gegeben werden, jedoch nur zu entsprechenden Preisen. Wenn mau eine Karte an dem Schiffe xur Rückfahrr mit der Bahn ober umgekehrt eine solche zur Rückfahrt mit dem Schiffe bei der Bahn verlangt, so bekommt man solche Karten mit den entsprechenden Preiszuschlägen, wogegen auf eine gewöhnliche Fahrkarte die wahlweiie Benutzung nicht erfolgen kann. WöriShosen, 1. Juni. DaS gestern über daS Befinden des Pfarrers Kneipp au-gegebene Bulletin lautet: vormittags 6 Uhr: SubjectiveS Befinden gut. Patient hat im Laufe des gestrigen Nachmittags mehrfach das Bett ver- lasten. Heute Morgen hat Patient ebenfalls etwa eine halbe Stunde am geöffneten Fenster fitzend zugebracht. Puls 92 (regelmäßig), Respiration 22, Temperatur 37,1. — Nach- mittags 2 Uhr. Befinden andauernd gut. Patient bringt mehrere halbe Stunden außer Bett zu. Pul« 92, Respi- ration 22, T'Mveratur 37,1. Dr. Baumgarten. fBiea. 1. Juni. In «bgeocdnetenkreisen glaubt man, daß der ReichSrath nach der MittwochS-Sitzung vertagt, vielleicht sogar geschloffen wird, falls die Majorität auf die Durchführung der Adreßdebatte verzichtet. Wien, 1. Juni. Im hiesigen auswärtigen Amte wird versichert, daß die Bemühungen der Großmächte, einen raschen Friedensschluß herbeizuführen, in Konstantinopel auf keine Schwierigkeiten stoßen werden. Der Sultau zeige fich den Wünschen der Großmächte entgegenkommend und wirb vor Allem nicht auf der Annexion ThestalienS bestehen. Brüssel, 1. Juni. Heute Nachmittag wurde in der Ausstellung der Fesselballon iu einer Höhe von drei- hundert Metern uudicht- das GaS entwich sehr rasch dem Ballon. Dieser fiel plötzlich herunter und stürzte auf eine Maschinenhalle. Bon den in der Gondel befiadlichea sechs Personen wurden drei verwundet. Pari«, 1. Juul. Der Herzog von Aleuyon dementirt die Meldung, daß er beabsichtige, in ein Kloster zu gehen. Petersburg, 1. Juni. ES ist nunmehr festgestellt, daß Präfident Faure nach fünftägiger Seereise am 20. Juli in Petersburg eintrifft und drei Tage daselbst verweilt. Konstantinopel, 1. Juni. Sine Jrade deS Sultans erkennt an, daß der Wasfensttllstand um vierzehn Tage verlängert wurde. Derselbe hat am 20. Mai begonnen. Belgrad, 1. Juni. Der Bahnverkehr von Belgrad nach Risch und Kragujewatz ist durch Uederschwemmung unterbrochen. In Belgrad find die niederen Stadttheile überschwemmt. Berlin, 2. Juni. Der Kaiser empfing u. A. den Obersten v. Trotha der Schutztruppe iu Deutsch-Ostafrika und den StaatSsecretär deS Auswärtigen Amts Freiherrn v. Marschall. Letzterer wird in den nächsten Tagen einen zweimonatlichen Hrlaub antreten und fich auf seine badische Besitzung begeben. Berlin, 2. Juni. Dem „Vorwärts" wird aus Hamburg gemeldet: Neun ältere Leute deS 15. HusarenregimentS, welches in WandSbeck liegt, wurden wegen Mißhand- lung eines Rekruten zu zwei und drei Monaten Festung verurtheilt und gestern nach Spandau tranSportirt. Camilla Landi auf, von denen der erstere in den geistreichen Variatione symphoniques für Piauofone uad Orchester deS Franzosen Ge;ar Frank wie m den Solostücken von LiSzt fich als Pianist von ganz hervorragender Bedeutung zeigte und den guten Eindruck, den er schon am Tage vorher in der Symphonie von d'Jndy gemacht hatte, wesentlich ver- befferte. Heber Fräulein Camilla Landi genüge die Notiz, daß fie sowohl die Arie der Blinden auS Gioconda von Ponchielli als auch die nach dea Liedern von Frank, Brahm« und Chaminade gespendete Zugabe au« Carmen wiederholen mußte. An Orchesternummern bot das Programm zunächst v. ReznicekS Lustspiel-Ouverture ein melodiöses, mit idjömn Klangeffecten auSgestattetes Tonstück, das der künstlerischen Individualität deS Componisten offenbar näher liegt als sein Requiem. Als ein excentrifcheS Ucicum möchten wir daL lyrische Monodrama von Hector Berlioz, Lelio, bezeichnen. Wir wüsten eS unS versagen, auf den Inhalt der Tondichtung eiazugehen, weil unS dies zugleich auf die frühem entstandene Symphonie phantastique, mit der Lelio in engstem geistigen Zusammenhang steht und ohne deren vorauf- gegangene Aufführung daS B• folgerte li gegen galior . ^Nk b< gegen nach ( ’S 2 1 * 111 yec { dky Q,|L iS0'*"1« ’ Mer in „J'H ötr, ®08l W\ fo.a »c 8?.™""”. Mti “-"“Wh» *“ * d°t S1 Mntn. * d« U ’«f di! I,ghn 1 d« Seite ia w deren voraus, « Mite Werk ßlr berichten nm N datz dieselbe w Hl Pdminfi, ’ewtnd machte. Qn8tt6 ßthung w Tevflvzrn- ^'Bechmmlungrn 8«>M war, an ^te8 ju exittneiD. 6ot,c«tt zeigten Gebotenen vollauf Stärke wesentlich ch in diesen beiden men müssen, daß öchnster und Ge- sevie dieM'sche d wirkte vor ollen i Tagen herrschte der dargeboteven )eüe- bildete dir arfinS" unter per dn wie, da der r nut die beide» »geben, dah Wein' WagnrrS wandelt, rei von Anklängen ist sicher und wird anerkannt werden asten Ranges, dn, Meile abgestreist richt. Diese Av- Deingartner Gon« m sahen, ist mit mUvstMchen Gr« MX tzastrchtllr und t thatrn ihr Mogln Leiters gerecht i, mit bestem Srsolz, öüllner, der Sn« ürdigen kldschiuk V i mit dem W( if maMM« Se. waren groze Seack lit B mir »Sher tnl toi -er W* Mch in vrthatsachM M W sM» ^ ta PbllSu« srit'-i ^strurnen » .“•jrt * Ä» ine« 8‘"«=1 , und List ;>•»•* SS*Ü »i'Ä n s« . .«11. *« Ä ?>" mitgli^ Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteustraße 2. Bekanntmachung, betreffend: Die Vertilgung der Raupennester. WWtMl-If eussiEijliuai mw 5399 Kolonial - Ausstellung Nm. Gießen an im Orangerie - Schloss (Aue-Park). Köln-Hptbhf. Dauer bis 16. Juni. an 2. Strecke Riederlahnstein—StüdsShei«. an 1051 Vm. 740 Nm. aus der Dampf-Kaffee-Brennerei von Kilo. 5404 empfiehlt 5041 Zrische Heft empfiehlt I. Thoma. Bahnhosfir. *43. 5387 31. December 1896 v4L 1. Heinrich Benner II 4612 344661.40 Mieth-Gesuche. 35986.65 22936.48 14280.95 14446.96 13036.44 3892.31 2150.43 1.80 1.70 Der Director: W. Becker I. Der Rechner: I. Becker VI. tu in in in in in za co CT 1220 „ 637 Vm. 830 Nm. b. gegen Werthpapiere nach Cours . . c. geg. Güterkaufschill. Kaffavorrath baar Ausstände . . . . 510 1120 Vm. 112 ddachts. H. Kühn, Papierhavdlavg, ------Wiederoerkäufern Rabatt. ------ Mitgliederzahl Ende 1896 . . Treis a. Lda., am 23. Mai 1897. 252 712 548 830 4. Mobilien, Werth nach 2% Abschreibung am Activa: Sonntag den 6. Juni: Ntederlahnstein ab 950 Vm. RüdeSheim Preisgekrönt auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 2. Mitgliederbeiträge (Stammantheile) 3. Reservefond . . . 4. Betriebsrücklage . . Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, bis zum 15. Juni l. Js. ihre Bäume, Sträucher und Hecken von den Raupennestern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die im § 368 des Reichs- rafgesetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester auf Kosten des Säumigen angeordnet werden. Gießen, den 31. Mai 1897. Lollar bei A. Zimmermann, Londorf bet Georg Braun, e Krofdorf bei A. Schmidt Ww. und H. Rinn, Hohenfolms bei Ferres & Brück und Fr. Hoßbach. 5418] Kost und Wohnung für Arbeiter bei Metzger Schmidt, Löwengasse 12. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t V ausgehängt. Frankfurt a. M., den 29. Mai 1897. Königliche Eisenbabndirection. la. rothst. Salm, per Pfund Mk. 1, lebende Srrppenkrebse p. 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