e Betten SStattunger össfe Auswahl . Giesseni WM Ml« Mo*. "«Iu'6t65iunlbti& Httttltth ______18 MO«L 708 Sitafii M 14 ■ b«3«M et ^ct Dersicheruva. Gießen: her, Sübanlage 5. Kn l,lu"l4S tatittC Mi» ™’' Wie 5ai’ einen Ariik.i &tr|* t er bie Subtt ti-hx 'M des er bk pÄ11; eit: ist. NzVdwth btWstt o^a, all I» Bleichmttel. ist eu§ tak. e«M te H=€obe Mio« ,eurer drM werden und ^Henkel' rmd U» I ImteHPietsdiiSchejiil ,htil«tr*we ___________ 94.60 135.40 93'0 95.- d°.Südb.M Oefi.«dw-^- Sotthardbahn- Lch°r-^° Schwz.Mdost 3ti-*S PrHalnlLkil W7 167-70 167.90 141.<0 141.S° IJö.iV 157.6° 121.5° 27.70 13.25 148-4 lä «^L Rr. 2« Erstes Blatt Mittwoch den 3 Februar 1897 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen chratisöeitage: Hießener Aamitienötätter. Alle Annoncm-Bureaux deS In« und Auslandes nehme» 1 Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegev. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Redaction, Expedition und Druckerei: Schurstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Abonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener I-amikienötätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der HUßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Siebener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. AintLch«* Tbeit. Bekanntmachung, betreffend: die Beranstattung von Verloosunge« innerhalb des GroßherzogthumS. Der StMvorstand von Lauterbach beadfichtigt mit dem am 31. tfiai l. I. zu Lauterbach stattfindenden Prämien« und Biehmarkte eine Verloosuug von Vieh, sowie landwirth- schaftltchen und HauSgeräthen zu verbinden. Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 8 000 Loose zu SO Psg. daS Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens SOpCt. des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden find. Zugleich ist der Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen gestattet. Gießen, den 1. Februar 1897. GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen. v. Gageru. Derrtsches Reich. Berlin, 31. Januar. In der Leitung des RetchS- versicherungsamteS dürften demnächst Aenderungen zu erwarten sein. Daß der Präsident des ReichSoersicher- uugSamteS Dr. Bödtker den Verhandlungen im Reichstage über die Novelle zum UnfallverficherungSgefetz nicht bet- gewohut hat, hat lebhaftes Befremden erregt, und der daraus gezogene Schluß einer zwischen dem RetchsverficherungSamt und dem ReichSamt deS Innern bestehenden Spannung wurde auch durch die Erklärungen deS Herrn v. Boetticher nicht widerlegt. Wie nun die von dem Mitgliede des ReichS- kerfichemngSamteS Baumeister Felisch herausgegebene „Bau- xewerkSzeitung" mittheilt, ist die Novelle zum Unfallverfiche- rungSgesetz im ReichS-BersicherungSamte auch nicht berathen worden- wenigstens find die nichtständigen Mitglieder des Amtes, die doch die gewählten Vertreter aus den Kreisen dec BerufSgenoffenschaften und Arbeiter find, niemals zu den verathungen und Aussprachen herangezogen. Herr Dr. Bödtker wird sich daS wohl nicht gefallen laffen können und — gehen müssen. — Die nächstjährige Reichstagswahl wirst bereits ihre Schatten voraus. Die „Freis. Vereinigung" hat an die „Freis. Volkspartei" einen ous die Einigung aller Liberalen abzielenden Aufruf gerichtet, in welchem auf die Rothwendigkeit htngewiesen wird, den gegenwärtigen Bestand der liberalen Fracttonen aufrecht zu erhalten. Die „Nat.- Ztg." schreibt dazu: „Wahrung des gegenseitigen Besitzstände- und Verständigung über daS Vorgehen in Wahlkreisen, in denen gegenwärtig kein Liberaler daS Mandat inne hat, das ist offenbar die allein mögliche Grundlage eines Zusammenwirkens derjenigen liberalen Gruppen, welche die Nothwendtg« kett eines solchen anerkennen. Die Antwort der Letter der fretfinnigen Volkspartet auf daS obige Schreiben wird zunächst ergeben, wie weit auf ein Zusammenwirken der beiden freifinutgen Fracttonen gegenwärtig AuSfichten vorhanden find."____________2^2_________________________ Häufte Wolff» telegraphisches Lorrespondesz-Bnrea». Berit», 1. Februar. Der Erbgroßh erzog von Baden ist heute hier eingetroffen, um sich beim Kaiser zu melden. Der Erbgroßherzog gedenkt drei Tage in Berlin zu verweilen. Berlin, 1. Februar. Die Herrenhaus - Commission zur Vorberathung deS LehrerbesoldungSgesetzeS nahm § 1, „Dienstetnkommen", mit dem Zusatz an, daß die Vorschriften dieses Paragraphen auf die Lehrer und Lehrerinnen, deren Kräfte durch die ihnen übertragenen Geschäfte nur nebenbei in Anspruch genommen werden, keine Anwendung Anden. Die Entscheidung hierüber steht der AusfichtSbehörde zu. § 2, der das Grundgehalt auf 900, bezw. 700 Mk. festsetzt, wurde nach Streichung der Worte „in besonder- billigen Orten" ebenfalls angenommen. Berlin, 1. Februar. Der russische Minister deS Auswärtigen, Graf Murawjew, ist Abends 11 Uhr nach Petersburg zurückgeretst. Der russische Botschafter Graf Osten-Sacken und die Mitglieder der rusfischen Botschaft waren zur Verabschiedung am Bahnhofe anwesend. Bochum, 1. Februar. Der Delegtrtentag der christlichen Bergarbettervereine nahm nach längerer Debatte, woran auch der Berghauptmann Täglichsbeck fich betheiligte, den Beschlußantrag an, oer höhere Löhne und eine praktische und theoretische Ausbildung der Bergleute fordert, ferner bezüglich der Behandlung der Schlagwetter die Einführung von SanitätScursen auf allen Zechen zwecks Ausbildung einer Anzahl Leute als Rettungsmannschaften und MAwirkung der Bergbehörde bet Anstellung und Ablegung von Betrtebsbeamteu. Wetter sprach der Delegtrtentag fich gegen Frauenarbeit im Bergwerksbetriebe, sowie gegen die SonntagSarbett und für die Einsetzung von Arbeiter-AuS- schüffen aus. Hamburg, 1. Februar. Von den heute fich zur Arbet't meldenden Personen war für 280 keine Beschäftigung vorhanden. In den heutigen Versammlungen, zu welchen Berichterstatter nicht zugrlaffen wurden, wurde mitgetheilt, daß nur eine geringe Anzahl strikender Schauerleute zur' Arbeit gegangen sei. ES sei heute noch unbekannt, wie viel Unter» stützungSgelder für morgen vorhanden seien- wahrscheinlich werde dieselbe Summe wie in voriger Woche gezahlt, also 7 resp. 8 Mk. und 1 Mk. für Kinder. Weißenfels, 1. Februar. Bei der heutigen Wiedereröffnung decFabriken der Schuhindustrie waren etwa 500 Arbeiter erschienen, darunter keine Mitglieder des FachveretnS. Die Polizei ist durch GenSdarmerie verstärkt. Karlsruhe, 1. Februar. Dem Großherzog wurde heute bet seiner Rückkehr von Baden-Baden ein festlicher Empfang bereitet. Alle Glocken der Stadt wurden geläutet und unter dem Donner der Kanonen hielt der Großherzog seinen Einzug. Die Stadt hatte reichen Flaggenschmuck angelegt. Zum Empfange auf oem Bahnhofe waren u. A. der Prinz und die Prtnzesfiu Carl von Baden, der Gesandte v. Eisendecher mit Gemahlin anwesend. Im Schlosse erwarteten sammtliche Mitglieder deS StaatSmtnisteriums, so- wie der Hofstaat und die städtischen Behörden den Großherzog, der die Erschienenen huldvoll begrüßte. Kopenhagen, 1. Februar. Der Sund ist mit Eis gefüllt, die Schifffahrt ist hierdurch gehemmt, aber nicht aufgehoben. Der große Belt ist ebenfalls, mit Eis gefüllt, die Segelfchifffahrt ist unmöglich- die Dampfschifffahrt ist noch nicht gehindert. No«, 1. Februar. In der Kirche des deutschen Friedhofes in Rom fand gestern die Schlußfeier de- 100jährigen Jubiläums derselben statt, der nebst anderen hervorragenden Persönlichkeiten der preußische Gesandte beim Battcan und der österreichische Botschafter Graf Revertera beiwohnten. Ersterer überreichte dem Rector der Anstalt den Kronenorden 2. Klaffe. Nach dem Hochamte fand die Ein- weihm g der vom Kaiser zu diesem Jubiläum geschenkten prachtvollen Orgel statt. Paris, 1. Februar. Aus den Redacttonen monarchistischer und katholischer Blätter hat sich ein Ausschuß gebildet, welcher die Gründung christlicher Theater beabsichtigt. Philadelphia, 1. Februar. Der Präsident der Penn- fylvanta-Etsenbahn, Roberts, ist gestern gestorben. Montevideo, 1. Februar. Drei Generale wurden verhaftet, weil sie einer regierungsfeindlichen Versammlung beigewohnt haben. Depeschen deS Bureau „Herold." Berlin, 1. Februar. Am 3. Februar findet beim Kaiserpaar im Weißen Saale deS Berliner Schlosses ein Ball statt. Berlin, 1. Februar. Zu dem heute bei der Kaiserin stattfindenden The dansant sind etwa 100 Einladungen ergangen. Berlin, 1. Februar. Graf Murawjew machte gestern Nachmittag dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe und dem StaatSfecretär Freiherrn v. Marschall Besuche, mit welchen er längere Conferenzeu hatte. Berlin, 1. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet noch zu dem gestrigen Diner beim Reichskanzler, daß während der Tafel Fürst Hohenlohe mehrmals dem Grafen Murawjew zutrank. Die Gesellschaft blieb in lebhafter Unterhaltung bis zur Stunde der Abfahrt deS Grafen Murawjew nach Kiel. Berlin, 1. Februar. In der heutigen Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses wurde der Antrag Ring (cons.) betreffs Maßregeln gegen die Btehseuchen-Ein- schleppung weiter berathen. Im Verlauf der Debatte erklärte der LandwirthschaftS-Minister v. Hammerftein u. A., daß er nie ein Hehl daraus gemacht habe, ein Gegner der Handelsverträge zu fein, bet welcher Bemerkung der freisinnige Abgeordnete Gothrin den Zwischenruf machte: Einheitlichkeit der Regierung. Nächste Sitzung Samstag. Fortsetzung der heutigen Debatte und Jagdrecht-Novelle. Berlin, 1. Februar. D.e „Bert. Neueft. Nachr." halte« die Meldung, daß Staatsminister v. Köller zum Ober- Präsidenten von Schleswig-Holstein ausersehen sei, für richtig. Berlin, 1. Februar. Die „Poft" schreibt gegenüber de« Aeußerungen der französischen Preffe, daß es sich bei» hiefigen Besuch des Grafen Murawjew nur um einen Act internationaler Höflichkeit handle: Schon aus dem Umstande, daß der russische Minister gestern Nachmittag sowohl den Reichskanzler wie den Staatssecretär deS Auswärtige« aufsuchte und bei Jenem fast, bei Diesem über eine Stunde verweilte, geht hervor, daß eS fich bei diesen Unterredungen um wehr alS nur einen Austausch reiner Höflichkeit gehandelt hat. Wenn auch selbstverständlich über den Inhalt der Unterredung von amtlicher Stelle noch nichts verlaute, so liege doch die Vermnthung nahe, daß wie in Frankreich, so auch hier u. A. die orientalische Frage berührt worden ist. Daß diese Annahme richtig ist, wird der „Post" auch von anderer Seite bestätigt. Kiel, 1. Februar. Während der heutigen Frühstücks- täfel brachte der Kaiser einen Trinkspruch auf den Zaren auS. Seitens der Matrosen'Capelle wurden meist russische Compositionen gespielt. Kaiser Wilhelm zeichnete den Grafen Murawjew im Laufe des Gesprächs wiederholt aus. Kiel, 1. Februar. Der russische Minister Graf Murawjew nahm nach der Audienz beim Kaiser mit dem preußischen Gesandten in Hamburg um 1 Uhr an der Frühstückstafel Theil und trat alsdann die Rückreise nach Berlin an. Wilhelmshaven, 1. Februar. Der Kaiser wird hier zur Vereidigung der Rekruten eintreffen und auf de« Panzerschiff „Kurfürst Friedrich Wilhelm" wohnen. Hamburg, 1. Februar. Die Strike-Kassen sind leer. Morgen wird nur eine geringe oder gar keine Unterstützung gezahlt. Trotzdem wollen die Strikenden die Arbeit noch nicht aufnehmen. Budapest, 1. Februar. Die „Budap. Corresp." ist ermächtigt, alle abenteuerlichen Combinationen, welche fich auf die Conferenzen im Ministerium des Aeußer« beziehen, als vollkommen grundlos zu erklären, namentlich die Meldung, als ob in diesen Conferenzen von der Anschaffung von Stahl-Kanonen ober von neuen galizische« Eisenbahn-Anschlüffen die Rede gewesen sei. Athen, 1. Februar. Der österreichisch-ungarische Ge- sandte, Baron Kosiek, ist hier heute plötzlich gestorbe«. Athen, 1. Februar. In Candia stehen ernste Verwickelungen bevor. Die Christen, welche durch daS viele Eintreffen von Muhamedanern beunruhigt sind, haben sich der wichtigsten Punkte der Stadt bemächtigt und versperren mit den Waffen in der Hand den Türken den Eintritt in die Stadt. Canea, 1. Februar. Die Ausschreitungen der Mohamedaner gegen die Christen nehmen einen bedenklichen Character an. In den Bezirken Candia und Retimo herrscht vollständige Unruhe. Blutige Zusammenstöße haben bereits stattgefunden. In Candia find mehrere eng- lische und franzöfische Kriegsschiffe eingetroffen. Berlin, 2. Februar. Die städtische Deputation für die Zentenarfeier hat gestern eine Sitzung abgehalten, in welcher bestimmt worden ist, daß während der Festtage ein Fest- act und ein Festmahl im Rathhause veranstaltet werde« soll. In den städtifchen Anstalten sollen Festspeisungen stattfinden. Die städtischen Arbeiter werden, soweit efl angängig ist, einen arbeitsfreien Tag ohne Lohnkürzung erhalten. Eine Feftstraße wird vom Palais Kaiser Wilhelms L bis zum Denkmal errichtet werden. Der Kostenaufwand für die Straße ist auf 120000 Mk. seftgeftellt worden. Berlin, 2. Februar. In der Druckerei, welche die Wochenschrift „Kritik" herstellt, wurde gestern eine Polizei- liche Haussuchung vorgenommen und verschiedene Manuscripte beschlagnahmt. Nach dem „Vorwärts" soll es fich um einen Artikel „Schneeverwehungen" handeln, der erst in der nächsten Nummer der „Kritik" erscheinen soll. Lübeck, 2. Februar. Die Bürgerschaft beschloß die Er- richtung eines Reiterstandbildes Kaiser Wilhelm - I. Die Grundsteinlegung erfolgt am 22. März. Wien. 2. Februar. Auf der Rax verunglückte der Procurist H a i d u s ch k e. Er wurde von einer Lawine erfaßt und in die Tiefe gestürzt. Gestern wurde die Leiche %v- funden. ,K CoceUs unö /" Sieße«, Leu 2. Februar 1897. •* Parlameutarifches. Seme Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, in Gemäßheit der Art. 3 und 6 deS Gesetzes vom 17. Juni 1874, die landständische Geschäftsordnung betreffend, den Geheimen Staatsrath v. Werner zum Landesherrlichen Commiffar für die Erste Kammer, sowie den Geheimerath Emmerling und den Geheimerath Dr. U fing er zu Mitgliedern der Landesherrlichen Eiuweisungs'Commisfion für die Zweite Kammer zu ernennen. **nn. Parlamentarisches aus Hessen. Bekanntlich ist von der Großh. Regierung den Landständen wiederholt ein Beamtengefetz in Aussicht gestellt und gefordert worden, wonach für die hessischen Beamten eine durchgehende Gehaltserhöhung herbeigeführt werden sollte. Zunächst sollte dieses Beamtengesetz eine nach allgemeinen und feststehenden Grundsätzen geregelte Normirung der Gehalte aller Beamten- categorieu vielleicht mit Dienstaltersstufeu herbetführen, weil diese Ungleichheit der Gehalte der Beamten in den verschiedenen Dienstzweigen verstimmte. An eine gleichzeitige durchgehende allgemeine Gehaltserhöhung war jedoch nicht gedacht worden. Wie eS sich jetzt herauSstellt, fordert daS Gros der Beamten vor Allem eine Gehaltserhöhung. Zum Thetl mag diese Forderung eine berechtigte sein, obgleich innerhalb der letzten 14 Jahre nicht weniger wie drei zum Theil nicht unbeträchtliche Gehaltserhöhungen für alle Beamten des GroßherzogthumS vorgeuommeu wurden. Feststehend ist, daß in den letzten Jahren kaum eine durchgehende oder stärkere Erhöhung der Preise der nothwendigen LebenSbedürfntffe ein« getreten ist, während es sicher ist, daß eine bedeutende Steigerung der Lebenshaltung und LebenSgewohnheiten statt- gesunden hat. Besonders aber sind das Sinken des Zinsfußes und der Getreidepreise in ihren Wirkungen nicht zu unterschätzen und eS wird dieses Alles die Großh. Regierung und den Finanzausschuß der Stände veraulaffen, diese Momente eingehend in Betracht zu ziehen, ehe die Frage einer allgemeinen Gehaltserhöhung im Plenum des Landtages zur Verhandlung kommt. Die Großh. Regierung will diese wichtige Frage nicht nur nach der finanziellen, sondern auch nach der prtnciptelleu Seite hin behandelt wiffen. 3'< der Zweiten Ständekammer wird dieses in eingehender Weise geschehen. * • Prüfungen. Die erste Staatsprüfung im Justiz - und BerwaltuugSfach für daS Jahr 1897 wird am Montag den 15. März d. I., die diesjährige erste Defini- torialprüfung der SchulamtS-AfPiranten und Aspirantinnen am Montag den 10. Mai, Vormittags 8 Uhr, in Darmstadt beginnen. * * Gewerbegericht. Für den Monat Februar fungiren bei« Gewerbegericht für die Arbeitgeber: Fabrikant EmmeliuS, für die Arbeitnehmer: Fabrikarbeiter Karl Ockel. • * Haym Concert. In dem gestrigen Artikel über daS Haym-Concert muß eS auf der 4. Zeile statt Sieger heißen „Sänger". "Theater. Wie uns die Dtrection Kruse-Helm mittheilt, werden Mitte dS. MtS. die Vorstellungen wieder beginnen. Die Dtrection ist bemüht, diese Saison durch Abschluß intereffanter Gastspiele, sowie durch Erwerbung der hervorragendsten Novitäten zu einer recht anregenden zu gestalten. Die AbonnementSliste wird in den nächsten Tagen cnculiren. • • Pfarrer Naumann Frankfurt wird am 12. Februar in Gießen einen öffentlichen Vortrag halten. * • vefiywechsel. Wittwe Markus verkaufte ihr Haus, Bahnhofstraße 15, an den Restaurateur Leopold Schütz (Restaurant Stein, Wetzsteinstraße) für den Preis von 29000 Mark. Der Käufer wird das Haus zeitgemäß für seine Zwecke umbauen und Speise- und Gesellschaftsräume darin schaffen, um dann seinen WirthschaftSbetrieb in dasselbe zu verlegen. * *B Detaillisteu-Berein. Der in Aussicht gestellte erste Vortrag im De taillisten-Verein findet nunmehr bestimmt Mittwoch, den 10. Februar, 8% Uhr im Hotel Einhorn statt. Thema: „Gesetz des unlauteren Wettbewerbs." Bei der großen Unklarheit, welche über dieses neue Gesetz in der Geschäftswelt herrscht, ist daS Thema ein sehr zeitgemäßes. Da außerdem, wie uns bekannt wurde, der Referent, Herr Gertchtsaccesfist Klarenaar, auch die Kaufmannschaft erlernt hat, so dürfte die Auffaffung des Gesetzes und praktische Erläuterung gerade von einem solchen Herrn besonders intereffant erscheinen. ES ist von dem Vorstand deS Detaillifteo-Vereins daukenSwerth, daß auch Nicht- mitgltedern Gelegenheit geboten ist, diesem Vortrag beiwohnen zu können, jedenfalls steht hierdurch aus Geschäftskreisen ein großes Auditorium zu erwarten. * * Der Echnee, welcher in voriger Woche so reichlich fiel, wird bald wieder verschwunden sein. Zu dem Thau- wetter, daS vorgestern einsetzte, gesellte sich Regen, „sodaß eS wohl hier und da ohne Ueberschwemmung nicht abgehen wird. • * t Professor Dr. S. F. Rettig. Nur Wenigen wird der Name des Mannes bekannt sein, der um die Mitte vorigen Monats nach langer segensreicher Wirksamkeit im Alter von fast 94 Jahren in Bern entschlafen ist. Als der Sohn eines einfachen Gießener Bürgers, eines Schuhmachers, am 30. März 1803 geboren, hat er sich in der Wissenschaft einen geachteten Namen erworben und den Namen seiner Vaterstadt im Auslande zu Ehren gebracht. Nachdem er das Gymnasium absolvirt hatte, bezog er die heimische Universität, um klassische Philologie zu studiren. Mit 24 Jahren erwarb er den philosophischen Doctorgrad und wurde bald darauf Lehrer am Gymnasium zu Büdingen. Als einige Jahre später (1834) die Universität Bern gegründet wurde, folgte er einem ehrenvollen Rufe dorthin als außerordentlicher Professor der klassischen Philologie und zugleich als Lehrer der alten Sprachen an dem dortigen höheren Gymnasium. Vierzig Jahre laug entfaltete er im neuen Wir- knngSkretse eine von Erfolgen gekrönte Lehrthätigkeit. Als er am 19. Juli 1877 sein 50jährigeS Doctorjubiläum beging, zu dem ihm unsere LandeSuniverfität das Diplom erneuerte, feierte ganz Bern daS Fest des geachteten und geliebten Lehrers. Seine wissenschaftliche Thätigkeit widmete er den Platonischen und Lenophontischen Schriften; besonders die Platonische Philosophie erkennt in ihm einen eifrigen Förderer. An größeren Werken hat er nur zwei veröffentlicht: „Prolegomena zu Platons Staat" 1845 und „PlatonS Symposion", 2 Bände 1875 und 1876. Dagegen ist er der Verfasser einer großen Anzahl kleinerer Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften und einer ganzen Reihe Programme. Allen seinen Arbeiten wird musterhafte Sorgfalt und eine wahrhaft klassische Behandlung deS Stiles — sei es des lateinischen ober des deutschen — nachgerühmt. Von der Geistesfrische, die er sich bis in sein hohes Alter hinein bewahrte, gibt der Umstand Zeugniß, daß er noch im 84. Jahre zum Zwecke der Recenfion eines englischen Werkes die englische Sprache erlernte. Der Heimgang des greisen Gelehrten weckt allenthalben die Erinnerung an sein gesegnetes Wirken und manch' dankbares Wort wird an seinem Grabe gesprochen. ÄuS der Feder deS Professors Hagen widmet ihm der Berner „Bund" einen langen Nachruf, dem wir im Wesentlichen gefolgt find, als auch wir dem ehrwürdigen Sohne unserer Vaterstadt ein Wort des Andenkens nachrufen wollten. ♦ ♦ liebet daS städtische Bauwesen äußert sich der Ver- waltungSbericht Großh. Bürgermeisterei Gießen für 1895/96 u. A. tote folgt: Die städtische Verwaltung und daS Stadtbauamt waren beschäftigt mit nachfolgenden Arbeiten: 1. Hochbau. Wiederherstellung des äußeren Verputzes und Anstrichs der Thorhäuser am Neuenweger- und am Wallthor; Legen von Riemenböden im Gang deS 1. Obergeschosses und Herstellung des Anstriches im Treppenbau der höheren Mädchenschule; Erneuerung des Anstrichs in verschiedenen Sälen sowie in den Gängen deS RealgymnafiumS; Erneuerung der StockwerkStreppe, Legen von Riemenböden und Erneuerung deS Anstrichs in verschiedenen Räumen des Bürgermeisterei- gebäudeS; Instandsetzung der städtischen Thurmuhren; Prüfung der Blitzableiter auf den städtischen Gebäuden; Ausführung und Fertigstellung der Bauten für das Kafernement des 4. (Halb-) Bataillons des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm; Erbauung eines Wiegehäuschens am Neustädter- thor; Aufführung eines Anbaues am Großviehstall und Vergrößerung der Freibank im Schlachthof; Ausführung zweier Hydranten im Garten und Hof der höheren Mädchenschule; Anfertigung von Schränken und Ausstellung eines Gasofens in der Stadtknabenschule; Bauliche und gärtnerische Herstellungsarbeiten an und bei den Gebäuden der Aliceschule; Erbauung einer Waschküche im Hof des Thurmhauses am Brand; Beschaffung der inneren Einrichtung für daS städ- tische Archiv; Erbauung eines Wohnhauses für den Maschinisten deS Wafferwerkes in Queckborn; Projekte für die Abortanlagen in der Bahnhofstraße, an der Johannes- und an der Stadtkirche, sowie auf dem Friedhof; Verschiedene Arbeiten zur Herrichtung des Lagerplatzes an Oswalds- garten; Herstellung von Fensterläden am Forsthaus Hoch« wart; Vorprojecte zu einem Erweiterungsbau für das Realgymnasium und die Realschule; Herstellung des äußeren Verputzes und Anstrichs am Verwaltungsgebäude deS Hospitals; Instandsetzung deS vor«. Schmidt'schen HauscS, Tiefenweg 18. — L Straßen- und Wegebau. Ausbau der Löber- straße, von der Bismarck- bis zur Bleichstraße; Auffüllung der Moltkeftraße, von der Grüubergerstraße bis zu den städtischen Wiesen; desgleichen der oberen Ebelstraße bis zum Leihgesternerweg; desgleichen der Landmannstraße; Fortsetzung der Auffüllung am östlichen Ende der Louystraße; Ausbau der Steinftraße zunächst der Marburgerstraße; Ausbau der Schützenstraße; Verschiedene Herstellungen an der Licherstraße; Herstellung des Anschlusses der Schanzenstraße an die Westanlage; desgleichen der Hosmannstraße an die Fravksurterstraße; Umpflasterung der Zu- und Abfahrt an der Güngerich'schen Lastwage auf dem SelterSberg; Pflasterung der Kornblumengasse; Beseitigung der Freitreppe am Seng'schen Hause im Seltersweg; Chausfi- rung von 1246 laufenden Metern 3,50 Meter breiter Feldwege im consolidirten Theil des NeustädterfeldeS; Verbesserung des Grenzweges an der alten Marburgerstraße ; Anbringung weiterer Placattaseln. — 3. Projecti rung von Straße n und Bahnanlagen. Stephanstraße, zwischen Garten- und BiSmarckstraße (Voranschlag 9500 Mk.); Rtegelpfad sammt unterem Theil der Ebelstraße (Voranschlag 17,500 Mk.); Bruchstraße zwischen Bleich- und Stephanstraße (Voranschlag 6500 Mk.); Landmannstraße (Voranschlag 4800 Mk.); Projekt Über den Umbau der Frankfurterstraße, zwischen Wilhelm- und südlicher Kltnik- straße (Voranschlag 33,700 Mk.); Desgleichen für Regn- lirung des Gäßchens „Auf der Bach"; Desgleichen für die Anlage eines Fußweges nach den RodbergSgärten; Projekt für die Anlage öffentlicher Lagerplätze und Lagerhäuser, sowie für die Anlage eines ViehhofeS mit Bahnanschluß und Ge- leiSanlagen; Verhandlungen über daS Projekt einer Klein- bahn^ach dem Bieberthal. — 4. Festsetzung von Flucht- linten. Rtegelpfad, von der LudwigSstraße bis zum Aulweg; Bruchstraße, von der Bleich- bis zur Stephanstraße; Frank- furterstraße, von der Wilhelms- bis zur südlichen Klinik- straße; Bebauungsplan Über das Gelände zwischen der Frank- furterstraße und den Bahnhöfen. — 5. Trottoiranlagen. ASphaltirung von Einfahrten in den Neuenbäuen, dem Neuenweg, der KaplanSgaffe und der Bahnhofstraße; Ausführung erhöhter asphaltirter Bürgersteige in der Gartenstraße; Desgleichen in der Brandgasse; Desgleichen in der Löwengasse; Desgleichen am Kirchenplatz; Desgleichen in der Plockftraße; 6. Oeffentliche Anlagen. Verschiedene Neuanpflan- zungen und Umgestaltungen in den Anlagen; Anlage deS Gartens in der Aliceschule; Herstellung eiserner Schutzgeländer längs deS SchoorqrabenS in der Ostanlage vom Gerichtsgebäude bis zum Wallthor; Entwurf und Voranschlag über die Aufstellung von Ruhebänken in den verschiedenen Anlagen auf dem Friedhof; Entwurf neuer Anlagen auf dem Lutherberg, zunächst deS NtederdruckbehälterS. — 7. Canal- und Wasserbauten. Geradelegung deS WteseckflusseS zwischen Moltke- und Gartenstraße; Herstellung von Cementrinnen am Wiefeckuser; Fassung deS offenen Fluth. grabens am Steinweg in Thonröhren; Beseitigung der Gosse am Eingang der Rittergaffe; Versetzen von Sinkkasten aus Stetnzeug in der Neustadt und Marktstraße, auf dem Kreuz und in der Goetheftraße. — Daneben war das Stadtbauamt im Berichtsjahr noch besonders in Anspruch genommen durch die Vorarbeiten für daS im Juli 1895 dahier abgehaltene 22. Mittelrheinische KreiSturnfest und bei Ausschmückung der Stadt und der städtischen Gebäude beim Einzug I. I. K. K. Hoheiten deS Großherzogs und der Großherzogin gelegentlich der im Herbst 1895 dahier stattgefundenen landwirthschaftlichen Ausstellung. — Die Thätigkeit des StadtbauamteS erstreckte sich des Weiteren noch auf die laufende Unterhaltung der städtischen Gebäude, deren Zahl — unter Weglassung derjenigen deS GaS- und Wasserwerkes — im Jahre 1895/96 auf rund 80 in 34 Hof- raithen sich erhöht hat, der gepflasterten und chaussirten Straßen und Feldwege, deren Länge von 21,741 Kilometer im Vorjahre auf 25,161 Kilometer gestiegen ist, sowie auf die Unterhaltung der Anlagen, Grundstücke und Märkte, der Brücken, Stege und Bedürsnißanftalten, endlich auf die Betriebe deS Friedhofes, der DeSinfecsiovSanstalt und der Pumpstation und auf die Reinigung der Straßen, Wasserläufe und Canäle. ♦ * Spracheukuude in der Armee. Im deutschen Offizier- corps wird die Ausbildung in fremden Sprachen, namentlich in der französischen und russischen, schon fett längerer Zeit fystematifch betrieben. ES werden alljährlich sogar besondere Stipendien an Offiziere venheilt, um diesen die Gelegenheit zu geben, sich in dem betreffenden Lande während eineß längeren Aufenthaltes eine vollständige Sprachfertigkeit zu erwerben. Neuerdings werden auch hierzu besonders beanlagte und strebsame Frontunteroffiziere zur Ausbildung in fremden Sprachen herangezogen, die sich naturgemäß auf die Anfangsgründe und die Gewinnung eines auf daS Nothwendigfte für den gewöhnlichen Verkehr beschränkten Wortschatzes bezieht. Diese Kenntniffe werden den betreffenden Unteroffizieren auch bei gewissen MilitSranwärterstellen von großem Nutzen sein. • * Zur Mtersverficheruug. Wer daS 70. Lebens- jahr überschritten hat und Altersrente erlangen will, muß bekanntlich einen Antrag stellen. ES hat fich nun bei einer Versicherungsanstalt, welche die bei ihr lagernden Quittungskarten einer Prüfung unterzog, ergeben, daß von 362 Personen, die zum Bezug von Altersrente nach der Karte berechtigt waren, ein Antrag nicht gestellt worden ist. Weitere Nachforschungen ergaben allerdings, daß die Mehrzahl dieser Personen inzwischen verstorben ist, doch verblieben immer noch 76 Personen, denen durch daS Entgegenkommen der Anstalt die Altersrente nachträglich zu Theil geworden ist. Ein solches Verfahren sei, meint der „Berl. Loc.-Anz.", allen anderen Versicherungsanstalten zur Nachahmung empfohlen. + Borsdorf, 1. Februar. Ein Landwirth fuhr tu verflossenen Herbste über nachbarliches Gelände auf sein Feld- grundftück, weil er zu letzterem keinen näheren Weg hat und wurde dieserhalb zur Anzeige gebracht. Aus erhobenen Einspruch wurde Denunciat für straffrei erklärt, da die betr. fremden Wiesen schon abgeerntet waren und Seitens beten Besitzer die Anzeige nicht ausdrücklich verlangt worden ist. H . Aus dem Horloffthale, 31. Januar. Aber wirklich, so etwas ist noch nicht dagewesen, würde Ben Akiba sagen, wenn er noch lebte, daS heißt, die Sacke ist folgende: Gestern wurden bet uns knallblutig-rothe Zettel herumge« tragen, Datum des Poststempels. Auf diesen Zetteln, von denen ein Exemplar vor mir liegt, steht leibhaftig gedruckt, daß ein äußerst vortheilhafter Kauf in Tuch erster Qualität Kammgarn, Cheviot, Buxkin gemacht werden könne. Diese Maaren werden in Abschnitten (Coupons heißt eß auf dem Zettel) verkauft. Die Coupons find 3,10 Meter lang für Anzüge. Ein Anzug kostet 15 Mark, daneben empfängt der Käufer ein Kleid gratis. ES kommt aber noch besser. Jeder Person, welche einen Anzug von 25 bis 45 Mk. kauft, wird ein vollständiger Herren-Anzug zugegeben. So lautet der betreffende Satz wörtlich, und er leistet sowohl in stilistischer, wie in geschäftlicher Hinsicht alles Mögliche. Weiter heißt es folgendermaßen: Es wird sich wohl niemals wieder ein solcher Gelegenheitskauf bieten. (Ben Akiba ist also widerlegt.) Weiter heißt eß: Auch werde ich mir erlauben „sie" (klein gedruckt) dieser Tage zu besuchen. (Ohne Einladung hierzu ist dies gar nicht zulässig), darum heißt eß weiter: Um den Besuch zu controliren, bitte den Zettel zurück zu geben. Ihr freundlichen Leser merkt Ihr roaß? — Sehr leicht möglich ist eß, daß der Herr mit seinem „Außer- gewöhnlich vortheilhaften Angebot" auch anderwärts auftaucht. Man halte alsdann die Augen offen, aber den Beutel zu. n. Friedberg, 30. Januar. Mit Ermächtigung des Groß- herzogl. Ministeriums deS Innern verordnete das KreiSamt durch Ausschreiben, daß die Führer von Schasheerden, die unfern Kreis pafsiren, mit GefundheitSfcheinen über daS Freisein der Thiere von Maul- und Klauenseuche und Räude versehen sein müssen, und diese nur auf den Staats- straßen getrieben werden dürfen. Schafe von Führern ohne Gesundheitsschein werden angehalten und unter Aufsicht in einem Stall ober sonstigen abgesonderten Standort gehalten, bis durch den Kreisthierarzt die erforderliche Bescheinigung erbracht ist. Außerdem treten in diesem Falle die Strafbestimmungen deS § 66 Z. 4 bezw. des § 328 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich in Kraft. C Obtt-Dlmee, 1. Februar. Zu dem Sprichwort: kleine Ursachen — große Wirkungen, liefert ein Borkommuiß Sw °K< „ 'n, unh ® bvtz »l'tafrS- V!i’"‘"‘ taX"4 *b‘LÜ®'^ r vK Äwftg'Ä rrZL -i-*« i« ®®ft LZ §*4?S 'ÄS ,nb «*», ta :,156 »trten oUia^u Ij’ett berthrilt, um dies» /tm bitcchkudrv LM 8 toetb£n °uch hierzu fo coutuuterosfijiere zur AuL> n8eW, die sich natur die Gelvivuung eines U IJJtu Verkehr beschrSukter iifle »erben ben betreff», seu MilitLrauvLrterstell^ Btt daS 70. Lrbeut. reute erlangen will, nun Es hat sich nun bei tim i ihr lagernbtn Quittung«, geben, dah von 362 fltr- 'eme nach der Satte tt- estellt worden ist. Mm ba& bk Mehrzahl dieser doch Dcrblkbea Immer i< Sntgtgtulommtn tax \n T.M v-wW T tt „%txL^u^.ti,QHe e dtachahmuus rwpsohieo Ein Landwirth fuhr 'n cheS Gelände auf sein gelt- leinen näheren Weg hri gedracht. Aus erhobt--» ,ffrei erklärt, da die -etr. isren unb Sitittni deren ,ich verlangt worden isi. Januar. Äbtx wixkiit, , ttfobt »en Mda W , die baäre ist folgen!, utig.rothe Zettel hnuwg! luf diesen Zetteln, von denn leibhaftig gedruckt, daß tu rt erster Qualität flaut® r°en könne. Diese Wme- . H.jht es auf dem ßetttl, ;Q Meter laug für AnD. «ben empfängt der Saust' nt aber noch bester- 3 25 6^45«!.*" ,c.,B Ao lautet dt US (8'”® X I«1* ** ® dL Ä-iada-I M*' wett«: 61« ? - ®ijr T fein« «* H"'«#«* b"l »** ® 6!,0,b sLfilttli» * *"» ÄÄ‘« 6b‘! I“"4 „b si»«*41 ’ ttä-xK Ä<‘Ä ’’lonw»,w'S I ct e'bl,ll5.at dl- ®*" Ä tn Sprich»^ - L"-' inet”.111 in unserer Gemeinde einen Beleg. Der hiefige Kuhhirt M. hatte dem Schäfer MauS von Ruppertenrod einen Hund geschenkt. Dieser nahm denselben an mit der Bemerkung, daß er bei einem eventuellen Verkauf deS Hundes dem Schenker etwas von dem Erlös geben wolle Als nun der Schäfer M. später den Hund für 6 Mark verkaufte, verklagte der frühere Besitzer beS Hundes den Verkäufer auf Unterschlagung. In dem Verhandlungstermin vor Großh. Schöffengericht zu Grünberg behauptete Kläger, er habe dem Beklagten den Hund nicht geschenkt, sondern nur überladen mit dem Vorbehalt, bei einem Verkauf beS Hundes die Hälfte des Preises zu erhalten. Diese Behauptung beschwor der Kläger und der Beklagte wurde kostenpflichtig verurtheilt. Im weiteren Verfolg der Sache kam dieselbe nun zur Verhandlung an Großh. Strafkammer zu Gießen. In diesem Termin konnte der Beklagte durch Zeugen die Behauptungen des Klägers voll widerlegen, trotzdem derselbe nochmals einen Eid ablegte. Unter dem Verdachte, wiffentlich sowohl vor dem Schöffengericht als auch der Strafkammer einen falschen Eid abgelegt zu haben, wurde der Kläger Kuhhirt M. von hier sofort in Untersuchungshaft abgeführt. Alsfeld, 31. Januar. Bei den üblichen Schlitten- parthieen durch die Straßen der Stadt wurde heute ein Kind überfahren; dasselbe erlitt einen Armbruch. 4- Bo« Lande, 1. Februar. — Heiter eS aus dem Schulleben. — Dem Lehrer L. zu Gr., welcher ein Schulmädchen wegen Ungeziefers vom Unterricht nach Hause Schickte, ging folgender originelle Brief zu: „Herr Lährer waß die Unreinligkeit betrift macht inhen keine Sorgen, Ihres Amtes haben sie darauf zu sehen, daS die Kinder gut lernen, Meine Schwester kann sich keine Magd halten Sie muß außerwerts ihr Brod suchen, Wundersam iS nur das die Tierchen bei der Sündflut nicht alle um kamen, Kinder haben alle Leuhe und bleiben erst, wenn sie erwachsen fein, Was mich angeb so ferachte ich nichts, Im 6 und 7 Buch Moses komt ein Mite! vor wie man Leuße machen könne, Ich »ölte nicht nachsehen baS der angeber selbst Leuße habe, Wer anetn eine Grube gräbt fällt selbst hinein. Nachdem fichs so verhält so sage ich, das von heute an daS Schulgeld aufgehoben iS, die Statkaffe und Armenkaffe bekommen Stüftungen und Erbgelder genuch, Ebenso iS eine Schande fron armen Arbeitern Schulgeld und Steuern zu erbreffen." X. Darmstadt, 1. Februar. Auf Veranlassung der hie« stgen Abtheilung der Deutschen Colonialgesellschaft sprach heute Abend R. Tabbert aus Berlin über daS in den letzten Jahren vielgenannte Transvaal. Er schilderte zunächst die Reise durch Natal, die darnach, zur Zeit seiner Bereisung, bis Johannesburg theilweise noch mit der Postkutsche gemacht werden mußte, gab dann ein Bild deS rapid und jetzt mächtig emporgeblühten Johannesburg (ca. 100 000 Einwohner), mit seinen vielfach großstädtischen Einrichtungen, tarn hierauf näher auf die Goldfelder zu sprechen, auf welches Goldvorkommen im Quarz zuerst ein Deutscher aufmerksam mochte usw. Die Production Transvaals an Gold betrug 1895: 160 Millionen Mark, d. h. Vs der ganzen Goldproduction der Erde; nach deutsch-fachmännischer Berechnung können die Goldfelder im „Rand" noch an 100 Jahre halten. Der Ackerbau ist arg vernachlässigt; viel besser stehts mit der Viehzucht; Transvaal braucht keine Goldgräber, sondern vor Allem Farmer und Industrielle (daher die Agitation gegen die nur sich bereichern wollenden Engländer usw.). Der Redner hofft schließlich, daß die in Transvaal sehr gut angeschriebenen Deutschen immer mehr zu regen und engen Handelsbeziehungen mit dem zukunftsreichen Lande kommen möchten. Kastel, 30. Januar. Vor etwa Jahresfrist ließen sich 8 Flößer von Kastel von einem Unternehmer nach Südamerika zum Befahren des La Plata engagircn. Gestern sind 6 derselben, darunter 5 verheirothete, wieder hier angekommen, weil sie daS Klima in Amerika nicht vertragen konnten. Einer ihrer Collegen ist drüben am gelben Fieber gestorben und ein anderer liegt krank im Spital zu Amsterdam. Aus Rheinhessen, 30. Januar. Die 1896er CreScenz aus den geringen Lagen unserer Provinz ist bereits abgestochen und in den Orten mit besserem Gewächs, wie Oppenheim, Nierstein, Bodenheim, Laubenheim rc., ist man eben mit dem Abstich beschäftigt. Erst jetzt kommt die über Erwarten gut ausgefallene Qualität dieses Weines zur Geltung und er wird hier über den 1894er Jahrgang gestellt, während man in dem benachbarten Rheingau gegentheiliger Ansicht ist. Die Nachfrage nach den Weinen deS letzten Jahrganges steigt von Woche zu Woche und in Folge dessen erhöhen sich auch die Preise, so daß jetzt Weine, die man noch vor zwei Monaten zu 180 bis 200 Mk. das Stück von 1200 Liter kaufen konnte, heute unter 300 bis 320 Mk. das Stück nicht zu haben find. In den letzten Tagen wurden denn auch wieder bedeutende Ankäufe besonders in den Gegenden von Stadeken, Heßloch und Alsheim von Groß- firmen in Köln, Düffeldorf und Bremen gemacht, die diese fich noch immer viel billiger als die kleinen sauren Moselweine stellenden Weine zum Verschnitt mit dem „Mosel" nehmen und so ein mundgerechtes Getränk Herstellen. Weine aus den besseren Lagen werden bis zu 700 Mk. für das Stück bezahlt. Auch der 1895er Jahrgang hat in letzter Zeit etwas im Preise angezogen, was seinen Grund in der im kommenden Frühjahr zu erwartenden starken Nachfrage haben mag. Der Rebstock steht bis jetzt sehr gut auS. DaS Holz ist kräftig ausgereift und hat noch nicht unter dem Einfluß der Kälte gelitten. Deswfcfdytes» * Der Deutsche Techniker-Verband, Verbands - Büreau Berlin C. 22, bittet uns, die Inhaber technischer Geschäfte, sowie die Staats- und Gemeinde - Verwaltungen auf leine kostenfreie Stellenvermittelung, für die Herren Chefs sowohl als auch für stellungsuchendc Techniker, aufmerksam zu machen. Die Stellenvermittelung des Deutschen Techniker-VerbandeS ist derartig organifirt, daß neben der Centrale in Berlin zahlreiche Filialen unter bewährter Lritung bestehen, so daß jeder Zeit, in kürzester Frist, bei sorgfältiger Auswahl, technische Hilfskräfte aller Art kostenfrei nachgewieftn werden können, was um so mehr der Fall sein kann, als der Verband weit über 5000 Mitglieder zählt und nachweislich im fortgesetzten WachSthnrn begriffen ist. * TiberiaS zerstört. Wie aus Jerusalem berichtet wird, wurde die Stadt Liberias am Genezareth-See durch einen Wolkenbruch heimgesucht, lieber siebzig Häuser find rin- gestürzt, vierzig müssen wegen ihrer Vausälligkeit nieder- gerissen werden. Mehrere Menschen fanden ihren Tod tn den Finthen. In der Stadt herrscht großer Lebensmittel- mangel. Nach Darmstadt. Wir bitten Eorrespondenzen etwas früher zur Post zu geben. Red. Verkehr, Land- unb VottrwLrthsehaf^ Gieße«, 2. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigem Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. JL 0,90-1,00, Hühnereier pr. St. 7-8 4, 2 St. 00 H, Enteneier 0 H, 2 St. 6 Gänü- eiet pr. St- 00—00 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Pa-r vM 0,70 biS 0,90, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 1,20—1,50, Enten pr. Stück X 1,50—1,70, Gänse pr. Pfurxd X 0,48-0,54, Ochsenfleisch pr. Pfb. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 H, Schweim- fleisck, gesalzen, pr. Pfd. 70 H, Kalbfleisch pr. Pfd. 50-54 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 50-65 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 biß 6,00 X, Weißkraut pr. Stück 0- 00 H, Zwiebeln pr. Centn» X 4,00-0 00. Milch pr. Liter 16 [(auch in Umtausch gegen ältere Werke) sowie alle andern Bücher l | liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII. ’eyers Konversations-Lexikon Betr.. Oeffeutliche Impfung. BetKUWrRMHUWK. Um den Angehörigen derjenigen Jmpfpflichtigen, welche noch rückständig sind und Aufforderungen erhalten haben, die Impfung nachholen M lassen, hierzu Gelegenheit zu geben, wird im Jmpflocale (Altes Rathhaus am Markt) ÄM Freitsg drn 5. Februar, Nachmittags von 2—4 Uhr, ein öffentlicher Impftermin und am folgenden Freitag den LS. Februar, von 2—3 Uhr, > er Nachschautermin abgehalten, in welchem alle Geimpften erscheinen müssen. Die Impfungen erfolgen kostenfrei. In beiden Terminen können auch Impflinge, welche wegen Kränklichkeit weiterhin zuruckgestellt werden wollen, dem Jmpfarzte vorgestellt And diesbezügliche ärztliche Zeugnisse abgegeben werden. Es wird noch bemerkt, daß die Witterung und die Jahreszeit auf den Verlauf der Impfung keinerlei Einfluß haben. Gießen, den 2. Februar 1897. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 1167 Bekanntmachung. Wir machen hiermit bekannt, daß sich der Landwirthschaftliche Eon- sumverein, E. G. mit unbeschr. Haftpflicht zu Lollar, kraft Generalver- fllmmlungsbeschlüsse vom 18. und 28. December 1896 aufgelöst hat. Die Nuflösung ist Seitens Großherzogl. Amtsgerichts Gießen veröffentlicht im Gießener Anzeiger Nr. 19 von 1897. Die Gläubiger unserer Gesellschaft werden hiermit aufgefordert, sich bä der Genossenschaft zu melden. Lollar, den 2. Februar 1897. Landwirthschaftlicher Consumverein Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Lollar in Liquidation. 1150 Ludwig Seipp VII. Friedrich Deibel V. Johannes Schwarz. Allgemeiner Derein fiir Amen- und Krankenpflege. Ordentliche Generalversammlung Mittwoch, den 17. Februar 1897, Abends 6 Uhr, im Coufirmaudensaal, Neustadt 61. Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Prüfung der Rechnung für 1896. 3. Erbauung eines neuen Schwesternhauses. 4. Abänderung der §§ 11 bis 16 der Statuten. 5. Neuwahl des Vorstandes. Die Mitglieder werden hiermit auf Grund der 4, 5 und 7 der Statuten ergebens! eingeladen. 1168 Der Vorstand: Schlosser. liefert schnell zu billigen Preisen die Brühl’sche Univ.-Druckerei (Pietsch B«rea«, Hamburg a. G., Gerhofstr. 44. Vertreter für ein leistungsfähiges »äse Berfand- aeschäft (Specialität Harzer und Eamem- bert-Käse) wird ein tüchtiger Vertreter bei hoher Prooifion gesucht. Offerten unter C. B. 10 Haupt- postlagerd HildeSheim.1153 Ein Rockarbeiter gesucht. I. Schreiner, Dammstr. 30. Einen Wagnergesellen sucht G. Schmidt, Eisemroth, Kr. Dill 2 junge Küfer ins Hotel Trapp, Friedberg, gesucht. ___________ 1112 1066] In einer hiesigen Cigarren- fabrik findet zum 1. April er. ein ordentlicher, junger Mann mit guten Schulkenntnissen, Sohn achtbarer Eltern, Stellung als Lehrling. Offerten unter Nr. 1066 an die Expedition d. Bl.________________ 1169] Ein ordentliches LaufmLdche» sofort gesucht. Frankfurterstr. 11, Hi. Der alljährlich f- Mltbit