L8N7 Januar Aints- uttfc AnzeiSeblcrtt für den ICrcts (Sieben chratisßeitage: Gießener Jamilienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Vierteljähriger Abonncmentspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohu. Durch die Post bczogeir 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chukstraße Ar.?. Fernsprecher 51. Deutscher Reich. Berit«, 31. Drcember. Im Auswärtigen Amte ist heute mit dem Niederländischen Gesandten ein Auslieferungs- Vertrag zwischen dem Reich und den Niederlanden unterzeichnet worden. Bisher war der Gegenstand mit den Niederlanden nur für einzelne Bundesstaaten durch zumeist ältere Verträge geregelt. — Zur Meineidsfrage. Aus juristischen Kreisen wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Die daukenSwerthe Anregung, aus der gescheiterten Novelle zu der Strafproceß« ordnung zum mindesten noch diejenigen Bestimmungen zu retten, welche sich auf die Ersetzung deS VoreideS durch den Nachetd beziehen, gibt uns Anlaß, den Wunsch zu äußern, gleichzeitig mit dieser Reform der Vorschriften über den Zeugeueid noch eine andere durchzusühren, die zur Verhütung von Meineiden von höchster Wichtigkeit ist. Nach dem geltenden Rechte kann ein Zeuge die Aussage nicht um deswillen verweigern, weil sie ihm zur Unehre oder zur Schande gereichen würde, wogegen die Civilproceßordnung eine hierher gehörige Vorschrift kennt. Es besteht wohl keine Meinungsverschiedenheit darüber, daß in diesem Umstande die Quelle zahlloser EideSverl^tzungen liegt, von denen naturgemäß nur ein geringer Theil zur Anzeige ober gar zur Bestrafung kommt. Namentlich in Untersuchung wegen Kuppelei spielt der Mangel einer solchen Bestimmung eine erhebliche Rolle, und eS gibt wenig solcher Strafprocesie, in denen nicht ein Meineid geleistet wird, für welchen man diesen Fehler der Gesetzgebung verantwortlich machen muß. Es widerstreitet öem sittlichen Gesühle, daß man einen Menschen unter dem Drucke deS Etdeszwangs zu der Aussage über eine Thatsache anhälr, die ihm in den Kreisen seiner Bekannten zur Unehre gereichen muß, und das psychologische Verständniß der früher geltenden Gesetzgebung, die den Zeugen einem solchen Gon* flict nicht auSzusetzen wagte, muß entschieden als ein höheres bezeichnet werden. Gradezu erschütternde Fälle menschlicher Tragik sind seit der Etnsührung der Srrafproceßordnung vorgekommen, die durch eine anderweitige Regelung deS Zeugenrechls hätten vermieden werden können. Wie sehr die Erzwingung der wahrheitsgemäßen Aussagen unter Umständen dem allgemeinen Rechtsbewußtsein widerstrebt, kann am besten auS der Thatsache entnommen werden, daß die Geschworenen wenig geneigt find, bei Meineiden, die in solchen Fällen ge- leistet wurden, einen verurthetlenden Wahrspruch abzugeben. Wenn man die Statistik bet Freisprechungen in den vor die Ihrem Besuche beehrte, ja sogar eS sich nicht nehmen ließ, selbst im Alten PalaiS zwölf armen Familien, die zum Theil mit zahlreicher Ktndrrschaar erschienen waren, eine WeihnachrS- freude zu bereiten. Auch die Bediensteten und Beamten des Großherzoglicheu HofeS wurden von den Hohen Herrschaften reich bedacht. Im Großherzoglichen Hostheater hatte man ebenfalls der Jahreszeit ihren Tribut gezollt, es gab als Kinder- und Weihnachtsvorstcllung GörnerS „Drei Haule- Männchen" und „Die kleinen Musikanten". Beide Stücke er- fuhren eine sehr flotte Wiedergabe und fanden bei der sehr zahlreich erschienenen Kinderwelt eine außerordentlich freudige Aufnahme. Im Uebrigen ist die Dircction immer noch auf der Suche nach einer ersten dramatischen Sängerin. Nachdem die mehrmaligen Gastspiele der Frau Kaschowska vom Stadttheater in Leipzig zu einem positiven Resultate nicht geführt haben, ist nun iu Frl. Clara Horsten vom Stadt- theater in Hamburg eine zweite Anwärterin auf das nicht genügend besetzte Fach angekommen. Die Dame gastirte am zweiten Feiertag als „Elsa" in Wagners „Lohcngrin" und brachte neben einer hübschen Erscheinung, routinirtem Spiel, guter Schulung auch ganz annehmbare stimmliche Mittel mit. Ob letztere auf die Dauer aber für die hiesige Bühne genügen werden, dürfte man bezweifeln, jedenfalls würde mit dem Engagement der Dame die namentlich bei Wagner- Aufführungen recht fühlbare Lücke in unserem Ensemble kaum ganz ausgrfüllt sein. In den Concertsälen ist im Allgemeinen noch Christ- tagsstille, nur die Capellen des Leibgarde-Infanterie Regmts. Erstes Blatt. Schwurgerichte gehörigen MetneidSsachen genauer prüft, so wird man unschwer das Ecgebniß feststellen können, daß ein sehr großer Procentsatz auf die hier erwähnten EideSver* brechen entfällt. Daß hiermit auch die Ansicht der Berufsrichter übereinstimmt, mag zur Genüge aus der milden Be- strafung der betreffenden Fälle entnommen werden. ES wäre ein Segen für die ganze Strafrechtspflege, wenn diese MeiueidSquelle endlich einmal verstopft würde. — DaS deutsche Heer wird im Rechnungsjahre 1897/98 23,088 Offiziere (401 + gegen das Jahr 1896/97), 78,217 Unteroffiziere (+ 163), 479,229 Gemeine (wie 1896/97), 2107 Militärärzte (+ 17), 1078 Zahlmeister (— 28), 583 Roßärzte, 1045 Büchsenmacher und Wachtmeister (— 16) und 93 Sattler (wie 1896/97) zählen. Die Zahl der Dienstpferde beläuft sich auf 97,850 (4- 472). — In den letzten 7 Monaten hat unter den höheren Offizieren wieder ein ziemlich starker Wechsel stattgefunden. AuS* geschieden sind durch Tod oder Verabschiedung: 4 Generäle, 9 Generallieutenants, 41 Generalmajors, 30 Oberste, 16 OberstlieutenantS. ____ Ausland. London, 31. December. Nach einem Telegramm auS K i l l a r n e y dauert der Regen fort. Der wandernde Sumpf ist noch unruhig, die Fortbewegung jedoch nur gering. Ein späteres Telegramm besagt, daß der Sumpf sich abermals in seiner ganzen Ausdehnung zu bewegen beginne und daß die Anwohner nach allen Richtungen fliehen. Sofia, 31. December. Im Proceß gegen die Mörder StambulowS wurde gestern das Urtheil gesprochen. Georgiew wurde für nichtschuldigerkannt und frei* gesprochen. Dagegen wurden Tufektschiew und Atzow für schuldig erklärt und zu je 3 Jahren einsacher Gefängnißhaft verurtheilt, von der 3 Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet wird. und die des Leib-Dragoner Regiments veranstalteten am zweiten Feiertag, erstere im Städtischen Saalbau, letztere in öem neuerbauten Kaisersaale große Weihnachts-Concerte, die sich recht regen Besuches zu erfreuen hatten. In der von allen Seiten mit lebhafter Spannung erfolgten Inangriffnahme der Arbeiten zur Ausführung der electrischen Straßenbahn ist eine kleine Stockung eingetreten. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß eine GeleiSsührung durch die Ludwigs und Schulstraße zu viele Durchschneidungen der betr. Straßen erfordern würde. Man hat daher die Trace durch die Ktrchstraße beschloffen und, weil diese Straße an sich schon sehr cng ist, die Hauser auf der Westseite der engsten Stelle derselben für den Preis von 207,000 Mk. zur Nlederlegung angekauft, auch an der Nieder Ramstädter Straße ist bereits mit dem Abbruch der Häuser begonnen worden, damit dort die Curve ermöglicht werde. Ganz glatt geht eS also mit den Arbeiten nicht, denn jede Aenderung an dem ursprünglichen Project ruft eine lebhafte Erörterung in der Stadtverordneten-Versammlung hervor, der eine noch lebhaftere in den Localblättern folgt. Hoffentlich wird habet stets daö Richtige angenommen und das ganze Werk nicht über Einzelheiten verzögert. Bis dieser Brief in Händen Ihrer geehrten Leser ist, wird das Jahr 1896 schon der Vergangenheit angehören und 1897 seinen Anfang genommen haben. Möge cs Allen nur Glück und Freude bringen! M>t diesem Wunsche ruft Ihr Wochenberichterstatter allen Freunden JhreS Blattes herzlich zu: „Prosit Neujahr!" Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 1 Januar. Die Anweienheit des Kaisers in der vorgestrigen StaatSministerialsitzung war nicht durch Fragen hochpolitischer Natur bedingt, bezweckte vielmehr die Erörterung der geplanten Centenarfeier für Kaiser Wilhelm I. Berlin, 1. Januar. Dem „Localanzeiger" wird auS FriedrichSruh gemeldet, daß Graf Herbert und Wilhelm Bismarck mit Gemahlinnen der Sylvesterfeier beim Fürsten Bismarck beiwohnten. Die Gesundheit deS Fürsten ist zur Zeit wieder recht gut. Berlin, 1. Januar. Die Neujahrsbetrachtungen der Zeitungen find farblos. Dieselben recapttuliren lediglich nur die Ereignisse, weiche sich im tierfloffenen Jahre ab» gespielt haben, und drücken die Hoffnung auS, daß daS kommende Jahr ein beffereS, hauptsächlich in politffcher und finanzieller Beziehung, sein möge. Gefundene Gegenstände: 1 schwarzseidenes Halstuch, 1 Handschuh. 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Buch, 1 Helm, 1 Boa, I EiSsporn, 1 Kopftuch, 1 Muff, 1 Brille mit Futteral, 1 Taschenmesser, 1 Haarpfeil, 1 EapeS, 2 Taschenmesser, 1 Schürze, 1 goldener Ring. Gießen, den 2. Januar 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen Bekanntmachung, betreffend: das Ersatz-Geschäft für 1897. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden alle im Jahre 1877 geborenen Militär- pflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, ober welche hin« sichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt ober ihrer Mfretung vom Militärbienfte noch keine befinitive Entscheibung erhalten, und enttoeber im Kreise Gießen ihren bauernden Aufenthalt habe«, oder in demselben als Studenten, Gymnafiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, ober als Haus- und Wirth- schaftSbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Gigenschast sich aufhalten, hiermit aufgefordert, fich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 10. bis zum 25. Januar l. Js. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihre- Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn fie an diesem Orte nicht geboren find, ihren Geburtsschein, welcher «numehr bei dem betreffendeu Staudesamt zu erwirken ist, und wenn sie fich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs-Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Die- ienigen, welche die Anmeldung unterlaßen, zu gewärtigen haben, daß fie mit einer Strafe bis zu 30 Mark ober mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend find, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzogtichrn Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu laffen. Gießen, den 2. Januar 1897. Der Civilvorfitzende der Großherzoglichen Ersatz Commission Gießen. I. V.: Dr. Wüst. Der tztetzener Anzeiger erscheint täglich, leit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Mamikieuvlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Feuilleton. Wochendriefe «u» der Residenz. (Originalbericht deS „Gießener Anzeigers"). Weihnachten. — Theater und Concerte. — Von der Straßenbahn. Z. Darmstadt, 31. December. Weihnachten, das Fest der Kinder, der großen nnb der kleiner-, ist um — Gott sei Dank, könnte man fast auSrufen, denn wer wie Ihr Correspondent so viele Christ- descheerungen rnitrnachen mußte, der findet schließlich, daß doch auch Nerven dazu gehören, dieses im Allgemeinen als „still" bekannte Fest zu begehen. Die Tagesblätter bringen täglich ganze Spalten voll der um diese Zeit osficiellen Artikel, in denen eigentlich In jedem dasselbe fast mit den nämlichen Worten gesagt ist, und wie viele solcher Berichte können gar nicht ausgenommen werden, weil sie zu spät kommen, jeder Verein, jeder Stammtisch will seine Bcscheemng haben und eine gewisse Anzahl muß man eben besuchen, sonst giebt s schiefe Gesichter. DaS Beste an der Sache ist noch, daß die Wohlthätigkeit gerade um diese Zeit am meisten Triumphe feiert und man bann, wenn man am Morgen ben wehen Kopf aus ben Kiffen hebt, doch den Trost hat: Na, es ist doch für einen guten Zweck gewesen! Und darin, im Wohl' thateu'Spenden, haben die Darmstädter sich auch dies Mal recht angestrengt. ES ist für Arme und »ranke sehr viel geschehen, obenan steht unser erlauchte« Großherzoglichc« Paar, da« eine ganze Anzahl von Beranstaltungen i ui mit namhaften Beitrügen unterstützte, sondern auch mit Allerhöchst 2(milid?er Theil, Bekanntmachung, betreffend: die Maul* und Klauenseuche zu Bettenhausen. Nachdem in mehreren Gehöften zu Bettenhausen die Maul« und Klauenseuche amtlich festgestellt worden, wird dies nrft dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß VemarkungSsperre angeordnet worden ist. Gießen, den 2. Januar 1897. Großherzogliches KreiSamt Gießen. I. V.: Dr. Wüst. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Berlin, 1. Januar. Im Auswärtigen Amte ist gestern ein AuslieferungSvertrag zwischen dem Reiche und den Niederlanden unterzeichnet worden. Berlin, 1. Januar. Die längere Zeit unterbrochenen Verhandlungen über die Verbesserung der Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten sollen der „Voss Zig." zufolge mit dem neuen Jahre wieder ausgenommen und in thunlichft rascher Folge zum Abschluß gebracht werden. Breme», 1. Januar. Der Norddeutsche Lloyd-Dampfer „Hohenzo llern" ist im Hasen von Nakasakt auf Grund g erath en. Rom, 1. Januar. König Humbert mußte sich gestern wegen eines leichten Fieberfrostes, den er sich auf der Jagd zugezogen hat, zu Bett legen. Der Empfang der M ntster wurde abgesagt, ebenso wurde das für den NeujahrStag angesagte Galadiner aufgeschoben. Berlin, 2. Januar. Die gestrige Neujahrsfeier am kaiserlichen Hofe verlief in der üblichen Weise. Gegen 10 Uhr Vormittags traf das Kaiserpaar aus Potsdam im hiestgen Schlosse ein, wo zunächst Gottesdienst stattfand, nachdem das Katserpaar vorher die Glückwünsche der Fürst« lichkeiten entgegengenommen hatte. Der Kaiser führte seine Mutter, die Kaiserin Friedrich, und Prinz Heinrich die regierende Kaiserin. Außer den Fürstlichkeiten nahmen am Gottesdienste Theil der Reichskanzler, die Minister, die Mitglieder des BundeSrathS, Generale u. s. w. Dem Gottesdienste folgte im weißen Saale die GratulationScour, vor deren Beginn sich die Kaiserin Friedrich zurückzog. Die Cour eröffnete der Reichskanzler Fürst Hohenlohe, welchem der Kaiser und die Kaiserin die Hand reichten. Hierauf wurden die Botschafter vom Kaiser und später von der Kaiserin empfangen. Im Anschluß hieran begrüßte der Kaiser die corn- mandirenden Generale, unter denen sich auch Prinz Arnulf von Baiern befand. Um 121/* Uhr begab sich der Kaiser zu Fuß zur großen Parole-AuSgabe nach dem Zeughause, überall vom Publikum stürmisch begrüßt. Die Parole lautete Königsberg—Berlin. Nach einstündigem Aufenthalt begab sich der Kaiser nach dem Schloß zurück und fuhr Nachmittags bet der Kaiserin Friedrich, der Prinzessin Friedrich Carl, dem Prinzen Georg, dem Reichskanzler und den Botschaftern vor. CocaUs unb Gießen, den 2. Januar 1897. * * Tagesordnung für die außerordentliche Sitzung der Stadtverordueteu-Verfammluug, Dienstag, 5. Januar 1897, Nachmittags 3^ Uhr: Anlage öffentlicher Lagerhäuser und Lagerplätze, sowie eines Vtehhofes. * * Sitzung der Großh. Handelskammer am 28. December 1896. Anwesend die Herren: Kock, Scheel, Gail, Homberger, Kliugspor, Kraatz und Wortmann. Das jetzige Verfahren in Zollstreitigkeiten, bet welchem nur der Petittons« und Beschwerdeweg, nicht aber der Rechts« weg bei den ordentlichen Gerichten offen steht, wird schon lange von vielen Setten lebhaft bekämpft. Der Kammer liegen zwei neue Anträge vor, welche von der Handelskammer Wiesbaden und dem Borsteheramte der Kaufmannschaft zu Königsberg i. Pr. an den deutschen Reichstag gerichtet worden find. Die Handelskammer Wiesbaden empfiehlt die Einführung des Schiedsgerichtsverfahrens zur Entscheidung von Zollstreitigkeiten und wünscht die Einführung eines obersten Zollvereins-Schiedsgerichtes, bestehend aus drei ständigen Sachverständigen, welche vom Bundesrathe (oder Reichsschatzamt) ernannt werden und dem Staatssecretär des Reichsschatzamtes unterstehen, sowie die Einführung von Be« zirkS-Schiedsgerichten am Sitze der Hauptzoll« oder Hauptsteuerämter, mit einem vom Zollamte und einen vom Zollpflichtigen ernannten sachverständigen Schiedsrichter — Nicht- beamten — und dem Haupt« (Zollamts-) Steueramtsvorsteher als Vorsitzenden. Die zweite Eingabe nimmt eine mehr vermittelnde Stellung ein. Sie ist principiell für die Gewährung des Rechtsweges in Zollstreitsachen, tritt aber daneben auch für die Errichtung eines Reichszolltartssamts ein, das den Gewerbetreibenden eine maßgebende Auskunft über die zur Anwendung kommenden Zollsätze zu ertheilen hat und um die Einheitlichkeit in der Auslegung des Zolltarifs und der Anwendung des WaarenverzeichnisseS zu verbürgen. Die Kammer hält den gegenwärtigen Zustand ebenfalls für unhaltbar. Sie stellt sich auf den Boden der Königsberger Eingabe und beschließt deshalb, in geeigneter Weise für die« selbe etnzutreten. — Seitens einer hiesigen Firma wird Beschwerde geführt über das Fehlen geeigneter Ladekrahne n auf dem hiesigen Bahnhofe. ES soll im Sinne der Beschwerde bei der Königlichen Eisenbahn-Direction in Frankfurt a. M. um Abhilfe dieses Mißstandes gebeten werden. — Der Entwurf für die demnächst zur Beitheilung gelangenden Fragebogen zum Handelskammerbericht für 1896 wird von der Kammer gebilligt. — Die Kammer beschließt, dem Unterverbande für Hessen und Hessen-Naffau des Deutschen Verbandes für das kaufmännische Unterrichtswesen beizutreten. — Der Kammer sind ge« nauere Nachrichten über die Einfuhrverhältnisse in der Colonte Victoria, über die Lage der italienischen Eisen- und Stahlindustrie, über den Freundschaft--, Handels- und Schsfffahrtsvertrag mit dem Freistaate Costa-Rica und über den Handel und die Industrie Schwedens während der ersten neun Monate des Jahre- 1896 zugegangen. Diese Schreiben liegen den Interessenten aus dem Bureau der Kammer offen. — Das Derzeichniß der Kammer über schwindelhafte Firmen im AuSlande hat Erweiterung betr. der Nieder- lande gefunden. — Die König!. Eisenbahn-Direction in Frankfurt a. M. theilt mit, daß die von der Kammer be« antragte Einführung von Sonntagsrückfahrkarten von Gießen nach Friedberg und Frankfurt a. M. zur Zeit nicht stattfinden kann und daß die von der Kammer nachgesuchten Erleichterungen (Gewährung von Freigepäck auf Rückfahrkarten, sowie freie Besörderung der von Reisenden mitgeführten Fahrräder auf den Oberhessischen Bahnen) bei der demnächsttgen Regelung der Personenverkehrsverhältnisse auf denselben, welche jedoch erst nach deren Ueberuahme in die Verwaltung obiger Direction stattfinden könne, in Erwägung gezogen werden sollen. * • Die Neujahrsnacht verlief wie in früheren Jahren verhältnißmäßig ruhig. Trotz dem milden Wetter war wenig Verkehr auf den Straßen, nur, als die Zeiger der Uhr der letzten 12 des alten Jahres zuliefen, wurde es lebhafter, und als endlich der erste Glockenschlag den Beginn deS neuen Jahres ankündigte, ging ein brausendes „Profit Neujahr"- Rufen durch die Stadt. Gegen 1 Uhr war eS auf den Straßen wieder ruhig, dagegen hielt die Lebhaftigkeit in den Wirthschafteu noch länger an. Die Schießerei machte fich ebenfalls weniger lästig, dagegen wurde ziemlich der Feuerwerkerei gefröhnt, bet welcher Frösche und Raketen das sonst übliche Schießen ersetzten. — Die vom Thurm der JohanneSktrche geblasenen Choräle hatten viele Zuhörer angelockt, wodurch der Andrang etwas von der Innenstadt abgelenkt worden war. * * Jubiläumsfeier. Am NeujahrStag Abend fand in der Restauration „Zum Rebstock" anläßlich deS 25 jährig en DtenstjubiläumS des Herrn Locomotivführer Waag eine kleine Feier statt, an welcher außer, den Verwandten, auch die Herren College« des Jubilars, 'sowie eingeladene Gäste theilnahmen und die aufs Schönste verlief. Mögen die dem pflichttreuen und geachteten Beamten dargebrachten Glückwünsche alle fich erfüllen. * * Ehrung. In der NeujahrSnacht wartete der Aufseher unserer Straßenbeleuchtung, Herr Georg Schwan, letztmals seines Amtes, das er durch freiwillige Entschließung nach 22 jähriger Bekleidung niederlegte. Der Director des Gaswerks nahm vor dem Antritt des letzten Dieustganges des Ausscheidenden am Sylvesterabend gerne Veranlassung, dem langjährigen treuen Mitarbeiter im Kreise der 11 Laternenwärter warme Worte der Anerkennung für seine stets bewiesene Umsicht, seine gewissenhafte Dieustführung und sein wackeres Verhalten auszudrücken, dabei auch daran erinnernd, i daß schon des Ausscheidenden Vater, welcher noch 2 Jahre \ der Oelbeleuchtung unserer Straßen Vorstand, gleichfalls 19 Jahre lang Aufseher der öffentlichen Gasbeleuchtung war, sodaß dieser wichtige Zweig des städtischen Dienstes 43 Jahre lang den Händen derselben Familie anvertraut war. * * Arbeiterjubiläum. Am 30. December feierte der Vorarbeiter der Firma Alexander Mayer, Daniel Ihm aus Wieseck, sein 40jährtges ArbeitSjubiläum. Die Inhaber der Firma, Herren Gebr. Falk, gedachten seiner Verdienste und überreichten demselben ein Geschenk von 100 Mk. Auch erhielt aus diesem Anlaß jeder ihrer Arbeiter eine dauernde Lohnzulage. Der Jubilar ist ein Sohn deS verstorbenen, bet der Firma Gail in Gießen über 50 Jahre thätig gewesenen, stadtbekannten Ihm aus Wieseck. Möge es dem Jubilar beschieden sein, auch sein 50jährigeS Jubiläum wie sein Vater zu feiern. * • Gießener Ruder-Gesellschaft. Die für den 2. Januar vorgesehene Haupt-Generalversammlung ist, des Stiftungsfestes der Radfahr-Gesellschaft „Wanderer" wegen, auf Sonntag den 3. Januar, Nachmittags 5 Uhr (Hotel Einhorn) anberaumt worden, weil eine längere Verschiebung des am 16. Januar in „Steins Garten" stattfindenden. 20jährigen Stiftungsfestes der Ruder-Gesellschaft wegen nicht angängig war. Die Versammlung, in welcher außer geschäftliche Angelegenheiten auch Vorstandswahl, Jahres- und Rechnungsbericht stattfindrt, Booranschaffungen und sonstige höchst wichtige Gegenstände zu erledigen find, wird hoffentlich trotz dieses, oder gerade wegen dieses etwas un» gewohnten, aber für jedes Mitglied ohne Zweifel passenden Termines die gewohnte zahlreiche Betheiligung Seitens der Mitglieder finden, und sind auch die passiven Mitglieder, wie aus heutiger Annonce ersichtlich, behufs Ausübung ihres Vorstandswahlrechts dazu eingelaöen. • * Militäravwarter im Gemeindedienst. Auf dem demnächst zu berufenden hessischen Städtetag wird auch Über die Vorlage in Sachen der Anstellung der Militär- anwärter im Gemeindedienst berathen werden. Oberbürger» meister Dr. Gaßner ist zum Referenten in dieser Angelegenheit bestelle. * * Seitdem die Berliner Gewerbe-Ausstellung im Panorama zur Ansicht gebracht ist, hat sich der Besuch recht rege gestaltet. Es ist das auch erklärlich, da die Serie des Interessanten so viel bietet. Die Gebäude, Schiffe und Fon- tainen rc. sind großartig dargestellt. Auf dem Gebiete der | Völkerkunde bietet die Colonial Ausstellung bemerkenSwerthe Darstellungen. Wir wollen noch erwähnen, daß diese Serie wegen dem starken Besuch bis Montag Abend stehen bleibt. Auch bleibt das Panorama nur noch einige Wochen hier, deshalb beeile sich Jeder, ehe es zu spät ist.__________________ Nniversitäts - Nachrichten. — Professor D. Max Reischle von der theologischen Facultät der Universität Göllingen ist nach Halle berufen worden. Seit 1895 batte Professor Reischle, früher in Gießen, in Göttingen die Professur für systematische Theologie inne. — Der außerordentliche Professor Alfred Schulze in Breslau folgt einem Ruf an die Universität Jena als Ordinarius für deutsches Recht.____________________________________________________ Enthebung von Gratulationsbesuchen und von Zusendung von Gratulationskarten zu Neujahr. Nachträglich haben noch folgende Herren der Kleinkinder- Bewahranftalt eine Gabe gespendet: 88. Prof. D. Krüger. 89. Horelbefitzer Schwinn. 90. Hauptmann G ol dm an n. Auch diesen Herren sprechen wir herzlichen Dank aus. Gießen, am 2. Januar 1897. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann. ^kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Sonntag den 3. Januar. Sonntag nach Neujahr. I« der Ltadtktrche. Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein Abends 61/« Ubr findet die Weihnachtsfeier der Confirmanden- vereinigung der Matihäusgemeinde in der Herberge statt. Donnerstag den 7. Januar. Abends 8 Uhr, tm Confinnanden- saal der Neustadt 61: MisfionSstnnde. Pfarrer Schlosser. In der AohanneSttrche. Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienft für die JohanneS, gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: siehe Stadlkirche. Montag, den 4. Januar, Abends 8 Uhr: »ibelst««de im Confirmandensaal der Jobanneskirche. Bergpredigt, Matth. Cap. 5, VerS 33 u. ff Pfarrer Dingeldey Am 1. Sonntag nach Epiphanias, 10. Januar, Feier deS Landesmissionsfeftes; an diesem Sonntag wird eine Collecte für die Hetdenmission erhoben. Am Sonntag den 10. Januar beginnt wieder die Kinderkirche. Die Vorbereitung wird Donnerstag Nachmittag 4 Uhr im Confir- mandensaal gehalten werden. Am Dienstag den 5. Januar, Abends 8 Uhr, Versammlung der confirmirten Mädchen aus der MarcuSgemetnde im Constr- mandensaal der Neustadt. Auszug aus den der Stadt Gieße». Uafgedorr. December: 28. Hermann Philipp Justus Lang, Postassistent zu Gießen, mit Luise Christ von Grotzen-Buseck. 30. Karl Johann Wilhelm Vix, Matertalverwalter zu Gießen, mit Anna Katharine Mathilde Wevel daselbst. 31. Heinrich Großhaus, Fuhrmann dahier, mit Margarethe Wallenfels Hierselbst. »lieft wsgen. December: 24. Marcus Bauer, Kaufmann dahier, mit Sophie' Bär hierfelbst. 24. Gustav Hermann Ktmpel, Kaufmann zu Elberfeld, mit Anna Katharina Seum von Nidda. 28. Dr. Karl Jacob Hermann Finger, Prioatdocent dahier, mit Karoline Marie Luise Weissenbach hierfelbst. 29. Heinrich Oestreich, Fuhrmann dahier, mit Christina Lippert hierfelbst. 30. Karl Rudolph Wilhelm Georg Friedrich Koch, practischer Zahnarzt dahier, mit Clara Emilie Florentine Krautze hierfelbst. 31. Wilhelm Adolf Bernhard Bahs, Bureau- gehilfe dahier, mit Clara Zöller hierfelbst. December: 21. Dem Bremser Wilhelm Köhler ein Sohn. 20. Dem Landbriefträger Heinrich Ltstmann ein Sohn, Willy Johannes Hermann. 22. Dem Schriftsetzer Emil Ulrich eine Tochter. 25. Dem Schlosser Karl Weist ein Sohn, Karl JuliuS. 27. De«. Friseur Heinrich Tichy eine Tochter. iMnt. December: 25. Heinrich Simon, 6 Monate alt, Sohn von Schneideimeister Ludwig Simon dahier. 27. Marie Katharine Lehrmund, 10 Monate alt, Tochter von Friseur Philipp Lehrmund dahier. 28. Luise Hoffmann, geb. Görtz, 70 Jahre alt, Wtttwe von Geheim- rath Prof. Dr. Hermann Hoffmann dahier. 28. Thomas Moser, 32 Jahre alt, Wirth dahier. 29. Marte Dietrich, 7 Monate alt^ Tochter von Taglöhner Friedrich Dietrich dahier. 30. Johannette Grüneberg, geb. Kreiling, 60 Jahre alt, Ehefrau von Hosptlal-Der- | walter Karl Grüneberg II. dahier. 30. Rosalie Kauffmann, 6 l Jahre I alt, Instituts-Vorsteherin zu Mainz. 30. Marie Berkessel, 33 Jahre | alt, geb. Schicke!, Ehefrau von Locomotivführer Peter Berkessel zu. | Fulda. 31. Marie Eimer, 62 Jahre alt, Ehefrau von Landwirth | Peter Eimer zu Großen Linden. Arrszrrg aus -en NirchenHüchern -er Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 20. December. Konrad Spies, Maurer zu Gießen, und Karoline Bechtold, Tochter des Ackermanns Johann Philipp Bechtold zw Launsbach Den 28. December. Dr. Karl Jakob Hermann Finger, Privat- i docent zu Gießen, und Karoline Marte Luise Weiffenboch, Tochter des verstorbenen Gymnasiallehrers Professor Dr. Wetffenbach zu Gießen. Markutzgemeinde. Den 22. December. Heinrich Karl Förster, Schlosser zu Gießen, und Katharine Klemann, Tochter des Maurermeisters Johannes Klemann zu Leun. Den 29. December. Heinrich Oestreich, Fuhrmann zu Gießen und Christine Lippert, Tochter des verstorbenen Wagners Georg Lippert zu Rainrod. JobanneLgemeinde. Den 23. December. Heinrich Kratz, Stationsasfistent zu Gießen, und Katharine Karoline Ernsttne Wilhelmine Anna Marie Rapp, Tochter des Stationsvorstehers Georg Christian Repp zu Nieder- Gemünden. Den 24. December. Gustav Hermann Ktmpel, Kaufmann jir Barmen, und Anna Katharine Seum, Tochter des Kaufmanns Adolph Seum zu Nidda. Den 26. December. Heinrich Klein, Viehhändler zu Gießen, ein Wittwer, und Elise Schmidt, Tochter deS verstorbenen Bahn- arbetters Heinrich Schmidt zu Gießen. Den 31. December. W'lhelm Adolf Bernhard Bahs, Bureaugehilfe zu Gießen, und Clara Zöller, Tochter deS Bergmanns Wilhelm Zöller zu Barmen. Militärgemeinde. Den 30. December. Wilhelm Koch, Zahnarzt, und Clara Krauße, Tochter des Mustkdirectors Karl Krautze. Matthäusgemeinde. Den 23. December. Eine uneheliche Tochter, Alwine Therese, geboren den 15. December. Den 25. December. Dem Schneider Friedrich Meckel ein Sohn, Friedrich, geboren den 14. October. Denselben. Dem Maler Ernst Aßmann ein Sohn, Hans^ geboren den 20. November. Denselben. Dem Schreiner Karl Hofmann eine Tochter, Anna Elise Margarethe, geboren den 12 November. Denselben. Dem Metzgermeister Heinrich Henkel eine Tochter, Elise Sophie Theodore, geboren den 5. November. Den 26 December. Dem Omnibusschaffner Karl Wagner II.. eine Tochter, Emma Carola Luise Lina, geboren den 10. October. Denselben. Dem Schneider Hermann Müller ein Sohn, Otto Wilhelm, geboren den 3. Juni. Denselben. Dem Schlosser Johann Heinrich Naumann ein- Sohn, Karl Philipp Wilhelm, geboren den 19. November. Denselben. Dem Gesangenaufseher Johann Friedrich Lang ein Sohn, Heinrich, geboren den 1. November. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Friedrich Georg Ludwig, geboren den 2. October. Markusgemeinde. Den 20. Dccember. Dem Schuldiener Friedrich Becker eine Tochter, Lina, geboren den 1. December. Denselben. Dem Scheffner Johannes Stehttng ein Sohn, Georg Karl Wilhelm, geboren den 4 November. Den 25. December. Dem Lacktrer Philipp Horn eine Tochter, Karoltne Helene, gedoim den 9 December. Den 26 December. Dem Gerber Karl Kraft III. ein Sohn, Friedrich Hermann Richard, geboren den 17. November. Denselben. Dem Bterhändler Johannes Altensen eine Tochter, Anna, geboren den 19. November. Denselben. Dem Schuhmacher Ludwig Appel eine Tochter, Marie Karoltne Luise, geboren den 26. September. Denselben. Dem Knecht Ernst Martin eine Tochter, Johannette Karoltne, geboren den 26. Oclober. LukaSgemeinde. Den 25. December. Dem Dreher Franz Brunow eine Tochter, Marie Auguste, geboren den 20. October. Denselben. Dem Eonditor Heinrich Hettler eine Tochter, Erna Marie, geboren den 14. November. Denselben. Dem Bremser Otto König ein Sohn, Konrad, geboren den 5 December. Den 26. December. Dem Schuhmacher Wilhelm Heinzerling ein Sohn, Johann Wilhelm Gerhard, geboren den 1. September. Denselben. Dem Maurer Heinrich Rühl eine Tochter, Lina Elise, aeboren den 3. November. Denselben. Dem Spenalermeister Christian Arnold ein Sohn, Hans Einst, geboren den 3. October. Den 29. December. Dem Kaufmann Karl Nowack ein Sohn, Julius Wtlbelm Hugo, geboren den 25. October. Den 30. December. Dem Rentner Ludwig Preisag eine Tochter, Elisabeth Bertha Anna, geboren den 25. October. Den 1. Januar. Dem Dachdeckermetster Martin Müller ein Sahn, Albert Louis, geboren den 9. December. Johannesgemeinde. Den 25. December. Dem Arbeiter Carl Jakob Mäurer eine Tochter, Bertha, geboren den 12. November. D nselben. Dem Zimmermann Christian Staffel eine Tochter, Elisabethe, geboren den 27. November. Den 26. December. Dem Metzger Wiegand Wagener ein Sohn, Ferdinand Christian Hermann, geboren den 28. November. Denselben. Dem Fuhrmann Ernst Gehrke eine Tochter, Johannette Ernstine, geboren den 22. November. Denselben. Dem Kutscher Philipp Blum ein Sohn, Philipp, geboren den 13. November. Denselben. Dem Schuhmachermeister Carl Anton Lehr eine Tochter, geboren den 13. November. Denselben. Dem Schneider Heinrich Schmidt eine Tochter, Ernstine Susanne, geboren den 13. October. Denselben. Dem Gemüsehändler Bernhard Schmitt eine Tochter, geboren den 27. November. Denselben. Dem Dachdeckermeister Carl Heck eine Tochter, Lina, geboren den 18. September. Den 31. December. Dem Verficherungsinspector Philipp Eidmann eine Tochter, Wilhelmine Elisabeth Auguste, geboren den 1L August in Schollene. Militärgemeinde. Den 25. December. Dem Sergeanten Ernst Hinz eine Tochter, Katharine Margarethe Emilie, geboren den 6 December. Denselben. Dem Zahlmeister-Aspiranten Wilhelm Becker ein Sohn, Friedrich Wilhelm Carl, geboren dm 10. December. Den 1. Januar. Dem Feldwebel Reinhard Faurä ein Sohn, Emil Johann Georg, geboren den 11. November. Bmbiolt» MarkuSgemetnde. Den 22. December. Katharine Müller, geb. Ettling, Ehefrau von Schuhmachermetster Wilhelm Müller, 64 Jahre alt, starb den 21. December. Johannesgemeinde. Dm 19. December. Luise Spamer, geborene Kiepp, Ehefrau des Realgymnastallehrers in Pension Konrad Spamer zu Freiendiez, 70 Jahre alt, starb dm 16. December. Dm 31. December. Luise Hcffmann, geborme Görtz, Wtttwe des Geheimen Hofraths und Professors Dr. Hermann Hoffmann, 61 Jahre alt, starb dm 28. December. Verkehr, £an$* und Volk-roiethfchafi. Sletze«, 2. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,95—1,10, Hühner rr pr. St. 7—8 H, 2 St. 00 H, Enteneier 0 H, 2 St. ev 4, G5.se- tter pr. St. 00—00 H, Käse pr. St. 5—8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar X 0,50 bis 0,60, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück X 0,60—1,00, Enten pr. Stück X 1,50—1,70, Gänse pr. Pfun'. X 0,44-0.64, Ochsmfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 H, Schweinefleisch, gesalzm, pr. Psd. 70 4, Kalbfleisch pr. Psd. 50—54 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 bis 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4, Zwiebeln pr. Center -*4,00-0,00, Milch pr. Liter 16 BehördlicheAnzeigen NbttheM - MMkr Mer- ütrktljr. Vom 10. Januar k. I. ab wird die Station Hirzenhain in den vorbezeichneten Güterverkehr etnbezogen. Nähere Auskunft ertheilen die betreffenden Abfertigungsstellen. Gießen, den 28. December 1896. Gr. Direktion der Oberhessischen Eisen, bahnen. 137 ML Schlachthaus. Freibank. 116 Heute und Montag: Ochsensteisch licht ladenrein, pr. Pfd. S»P«g. Jede Krau thut gut, wenn sie dafür sorgt, daß die Schuhe ihres Haushaltes nicht nur bei Regen- und Schneewetter, sondern auch bet trockener Witterung mindestens Imal wöchentlich mit Ärtb» Aett geschmiert werden. Die Schuhe bleiben dadurch geschmeidig. trocknen nicht so leicht aus und halten viel länger. Auf KeebS-Aett kann nach 1 Stunde mit KrebS Wichse wieder gewichst werden. 175 Dosen L 10, 20 und 40 Psg. sind zu haben in Gieße« bet: A L H. Wallenfels, S. 5>ort, Ad. Heisse, H. Keröordt, Otz. Herrmann, L. Aohkermann II., Z*. Teppta, tzv. Metzger, Neustadt 8 und Frankfurterstraße 1. Aug. Moll IL, 25. M. -Noll, (£• M-th H., M. Schomöer, Mob. Stutzt. In Große« Linden bet: . 2649 an Rudolf Moffe, N ürnberg.125 Stellen-Angebote. 186) Für ein Getreidegeschäft ein tüchtiger Pferdeknecht, ged. Caoallerist bevorzugt, sowie ein Lagerarbeiter per sofort gesucht. Näheres in der Expedition d Blattes. ffahr, und HauSburschen, Oeco» nomiekuechte Schweizer, Herrschaft-' kutscher u. -Diener u. s. w- stets gesucht und empfiehlt Ceniral'Plaetrungs'Bureau, 182 Kaplansgasse 14, II. Tägl. geöffnet. 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Januar: Großes Abend-Concert (Wiener Abend) auSgeführt von der 204 jnnjrn SsM (42 Wann) drs Zaf.-Rgts. M« wilhrlo fit. 116 unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn C. Krautze. Anfang 8 Uhr. Bier im Glas 12 Pfg. Entree »v Pfg. Gießener Festsaal (CM Leib). Sonntag den 3. Januar: 20s Grosses Concert auSgeführt von der (Ntllt des 2. Krolch gt|T. Inf.-gegimtnfs Ur. 116, Kaiser Wilhelm unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn C. Krautze. Anfang 41/2 Uhr.______________Entree SO Pfg. f Siebs d’ wohl??!?! iü Hießener Itoresei — (Carneval-Verein). Sonntag, den 3. Januar 1897, Wachmittag präcis 4 Zlyr 11 Minuten im neuen närrisch decorirten Saale der Restauration „Liebigshöhe“ erste grotze närrische Damenfitzung mit darauf folgendem Ball. Entree 20 Pfennig. — Kinder unter 14 Jahren frei. NB. Es wird noch besonders auf ein hochinteressantes Localprotocoll, wie auf ein streng decentes Familienprozramm aufmerksam gemacht. Die Kurkosten für Zwergfellrisse, die durch Lachen etwa ent- stehen sollten, trägt Se. närrische Hoheit Prinz Carneval. 202 __Das uärrifche Ministerium der Gießener Florefei. SM Marburg. SÄS, wozu höflichst einladet 190 Peter Berg. Bchuletraese 7. Etioiietten Brisw^el" vXXJ UL W fertigt zu billigen Preiien die Brühl’sche Univ.-Druckerei (Pietsch & Scheydt), -nila-o stlgentcn knll -rachttll i Seschluffe< finbtr» ii daatte un Alückwuns Lorfitzeode Mlli lohe ist fl Sttlia SisatSw lon WinJet lh iad) 2 Ut)' vis 4 H .bschiedrte. sterillw un lohe oben vnli Margarine Memel» W faufmännii schleunigst z»eckS Aui haab eines Seer durch eine ßibflb Steinbrnch mit voller ein. Der solcher Gei Prellbock, jttttüuime der Zugfü! personal bl «otibfttbn' Kubas der Res Leichen fii vergung gearbeitet. reiest, Pvpoio zu keine türkis t Frau Welt, i luf der °°ch immer Welche Bor zr zendes MSK “ambnUn de U ke i4 Clt laut *'Ü < »ch iß f5 tSie fh, Mflr' inbcm fl r . »Dll tzi, ™ verlobst, Darin ko u Dein ’M« n* "16» Todesanzeige. (Statt jeder besonderen Anzeige.) Schmerzerfüllt machen wir Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung von dem Hinscheiden unseres unvergesslichen Sohnes, Bruders, Enkels und Neffen Herrn Ludwig Roth, sind. jur. mit der Bitte um stille Theilnahme. Baurath Roth und Familie. Giessen, den 1. Januar 1897. Die Beerdigung findet Sonntag, den 3. ds. Mts., Nachmittags 4 Uhr, statt. 169 Der unterfertigte C.C. erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben alten Herren und Freunde des Corps von dem gestern Nachmittag nach schwerem Leiden erfolgten Ableben seines lieben Renoncen Der C.C. der Teutonia. Giessen, den 2. Januar 1897. Weiss stud. jur. Ludwig Roth geziemend in Kenntniss zu setzen. Siebaction: 8L Sch-Yda. - Druck und Verlag btt Brübl'scheuUniversitäts-Buch, «nb Für bie vielen Beweise herzlicher Theilnahme anläßlich des Hinscheidens unserer guten, unvergeßlichen Gattin, Schwester, Schwägerin und Tante, der Frau $flfipiffllDnmalter Grüneberg für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann bei der Einsegnung und am Grabe, sowie für die opferwillige Hingabe der pflegenden Hospital-Schwester Anna Reitz sagen auf diesem Wege tiefgefühlten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carl Grüneberg, Hospital-Verwalter. Gießen, den 2. Januar 1897. 193 Steinbruderri (Pietsch & Scheyba) in Gießen. Are Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. $eute borgen Vs2 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden im Alter von < Ja ren unser theurer Gatte, Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Kazrl Um stille Theilnahme bitten c. k o rv bfe trauernden Hinterbliebenen. Greßen, den 2. Januar 1897. v Marie Nagel, geb. Becker. Die Beerdigung^ findet Sonntag den 3. Januar, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Liebigstraße 41, aus statt.