*on_b. $[ J SimmeT^u iLi,u,S=*N «-Ä ^»Ä ’*?,?**» ^wiS? suche. igebote. >mmer mit QUi '«k. kür 1. April, ton dieses LlrlteS ____ 10940 'ort gcfudjt 1., N-'istadl 43^ Ittnottt« Mädchen „ Dmwstr. 31. MM 10899 med hiesige« si'.rt.u. Nr. 10898 l. erbeten. IMit ■Ung eS Fabrikge'chSsttS n unter K. 10837 miet tlnttnDlanulattut» 'M Salatr ioiott gesucht. Offerten n die Expedition 10907 IlttgksklikN l kannt, sucht sofort !uern bei Wßen. i ßtkllf ei 10879 Lchrnlederneiffer. ftte Kliniken. Gesuche. swann sucht per 1.Z-- Stellung 616 KE .er gleichviel °>-M liffestebenzuNchen. H. 10361 an die W •kaufen. hier. 5at ! übet l Prosp^/lvE "n Mls' 10941 ieseS 81^1—— nartenvSgtl teAnzeigenJ SÄgi- Slai»* 1 2),^18971 Carl °s: “ c ar(en D6H bWf®«i «> , 111 n ; « „ Nr. 2«» Drr GUHeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag». Die Gießener DamikienökLiter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Zweites Blatt. Donnerstag den 2. December A8SV Kichmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger AvounementspreiO» 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Grpeditio« und Druckerei: -chntstraße Ar.7. Fernsprecher 61c Anrts- und Anzergeblntt fiir den Weis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» C CiTrit* ^xto6en noch Vorkommen kann, so liegt das nicht daran, daß in der Welt zu wenig Lebensrnittel producirt werden, sondern einzig an der schlechten Verteilung, an dem mangelhaften luSgleich der Bodenschätze in den producirenden Ländern, stach einem von Dr. Engel, dem bekannten ehemaligen Leiter deS preußischen statistischen Bureau», aufgestellten Gesetz werden die Ausgaben für Lebensmittel kleiner, je kleiner baß Einkommen ist- die Ausgaben für Wohnung, Licht, Feuerung und Kleidung bleiben annähernd die gleichen, unabhängig vom Einkommen - die für Gebrauchsgegenstände aller Art, namentlich Ür LuxuSdiuge werden größer, je größer da» Einkommen ist. Daran- folgert Dr. Strong, daß, sobald die Bevölkerung und ihr Reichthum wächst, nicht die Production an den notwendigen Dingen de» Lebens wesentlich sich steigert, sondern die Erzeugung von LuxuSdingen, und nicht die Laudwirthschaft, sondern die Industrie muß den Zuwachs an Kräften bekommen, mit anderen Worten, ein immer größer werdender Theil der Bevölkerung wird in Städten leben müssen, „in Städten, welche durch ihr Uebergewicht an Zahl und Reichthum uoth- wendiger Weise auf die Civilssation, die Entwickelung der Menschheit von bestimmendem Einfluß sein werden." Daher werden wir unsere ganze Arbeit daran zu setzen haben, die städtischen Einrichtungen so zu vervollkommnen, daß sie den Bürgern bat höchste Maß von Sicherheit, Freiheit und An- nehmlichkeit der Lebensführung gewähren. So werden wir im zwanzigsten Jahrhundert einen höheren, vollkommeneren Städte-Typu» herauSbilden können, al» ihn daS neunzehnte Jahrhundert, so günstig e» der Stidteeutwickeluog war, zu schaffen vermocht hat. * Dal größte Buch bet Belt Die chinesische Abteilung der Bibliothek bei britischen Museums in Loudon ist für den Preis von 80000 Mark tn den Besitz eine« Werkes gelangt, das nicht weniger al« 5020 Bände enthält, von diesem geradezu phänomenalen Erzeugniß der chiuefischeu Literatur existiren jetzt nur noch sehr wenige Exemplare. DaS Wunderwerk ist eine Enchklopädie der Literatur Chinas, umfaßt eine Periode vou 28 Jahrhunderten, von 1100 vor Christi bis 1700 nach Christi Geburt. Deine Entstehung verdankt eS den literarischen Neigungen den Kaiser» S«ug-Ho, der von 1662 bi« 1722 regirte. Da« Riesenbuch besteht auS sechs Abteilungen, von denen jede einem besonderen Zweige der Wissenschaft gewidmet und folgendermaßen bezeichnet ist: 1) HimmelSkunde. 2) Erdkunde. 3) Menschenkunde. 4) Naturkunde. 5) Philosophie. 6) Politische Oeconomie. • Vorn alten Blücher. Der alte Feldmarschall Blücher, der in den deutschen Freiheitskriegen gegen Napoleon I. die Franzosen so tüchtig beim Schopfe nahm, war bekanntlich kein „Federfuchser". AlS Blücher 1814 in Paris eiugezogeu war, hatte er 200000 Francs „ComributionSgelder" erhoben und dieselben für seine Truppen verausgabt. Nach dem Abschluß deS Frieden« 1816 fand da» KriegSministerivm zu Berlin diesen Posten verzeichnet, aber keinen Nachweis vou Blücher dabei, wie er die Gelder verwendet habe, und forderte deshalb nachträglich die diesbezüglichen Belege ein. Blücher sandte daraus dem Ministerium folgende Abrechnung: In Frankreich eingenommen 200000 Francs Daselbst auSgegeben 200000 Bleibt 0 Franc«. WerS nicht glaubt, ist ein Esel! Al« Friedrich Wilhelm III. davon Kenntniß erhielt, befahl er, daß die Angelegenheit sofort niedergeschlagen und obige Urkunde zu den Acten gelegt werden solle. ♦ Hebet die Bernssthätigkeit bet Steife von 70 und mehr Jahren entnimmt die „Voff. Zig." den amtlichen Veröffentlichungen über die Berufszählung von 18S5 Folgende«: Im ganzen Reich waren 1,425,764 Personen im Alter von über 70 Jahren vorhanden. Von ihnen sind 1,000,029 (70,14 pCt.) berufslos, 8815 (0,62 pCt.) find Dienstboten und 416,920 (29,24 pCt.) sind erwerbSihätig. Von >m Berufslosen ist nur der kleinere Theil (436,148) bei den im Haushalt des Erhalters lebenden Angehörigen ohne Hauptberuf gezählt worden, der größere Thetl (663,881) bei den sonstigen Berufslosen. Unter den mehr al» 70jährigen Angehörigen ohne Beruf Überwiegen die weiblichen mit 368,270 die männlichen, die nur 67,878 betragen, sehr erheblich. Bei den sonstigen BerufSlosea find 269,664 männliche und 294,327 weibliche Personen gezählt. Unter den 425,735 Erwerblthättgen einschließlich der Dienstboten befanden fich 303,782 männliche und 121,953 weibliche Personen. Bon der Gesammtzahl waren 251,685 in der Landwirthschaft, 98,282 in der Industrie, 36,530 im Handel, 12,837 in Lohnarbeit wechselnder Art, 152 in der Armee und Marine, 17,434 in sonstigem öffentlichen Dienst und im freien Beruf und 8815 al» häusliche Dienstboten thätig. Die Frauen überwiegen bei der Lohnarbeit wechseln- der Art und bei den Dienstboten. Unter letzteren finden fich 85,61 Frauen und 264 Männer. Seit 1882 hat die Er- werbSthä igkeit der bejahrten Personen zugenommen, indem unter 100 Personen diese» Alter» 29,86 Erwerbsihänge find gegen 29,10 im Jahre 1882. Die Unterschiede zwischen den einzelnen BerufSgrvppen sind ziemlich groß. Bon 105 EcwerbSthätigen standen in der Lanbw rthschaft 3,03 und in der Forstwirthschaft und Fischerei 3,11 im Alter von über 70 Jahren- bei der Textilindustrie beträgt Feuilleton. Frankfurter Lhealrrbrirf. (Originalbericht für dm „Siebener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) „Mutter Erde", Drama in fünf Aufzügen von Max Halbe. Dr.M. Hauptmann, Sudermann, Halbe, daS find die drei modernen deutschen Dichter, auf deren Werke hin man fich eine neue Aera unserer Bühne und Bühnen- litcratur mit Fug und Recht versprechen durfte. Halbe ist zuerst von literarischen Feinschmeckern entdeckt, aber bei Weitem uidjt so laut gepriesen und getadelt worden wie die beiden anderen. Sein Jdeenvorrath ist ja auch bedeutend kleiner, aber fein Empf in dungSvorrath allemal fo stark! Sollte aber selbst in unserem psychologischen Zeitalter, wo Alle» auf bie Ergründung de« feineren, inneren Zusammenhang» in den menschlichen Beziehungen angelegt ist, wo da» Gesellschaft-- stück längst zum Menschenbrama sich weiterentwickelt hat, die letzte, stärkste AnziehungS- und DurchdringungSkraft doch von der Idee abhangen, deren Licht den Weg erhellt, welchen der Dichter un» führt?! Es läßt sich da» nicht mit ein paar Worten entscheiden. Aber, fast scheint e« so. Wenigsten» vermöchten wir einen anderen ErklärungSgrund für die That- fache, daß fich Presse und Publikum mit einem neuen Opu» Halbes auch nicht entfernt so beschäftigt al« mit einem Buche der beiden anderen, nicht aozugeben. Mit „Mutter Erde" hat fich die Frankfurter Bühnenleitung übrigens einen Treffer ersten Ranges auf den Spiel- plan gesetzt. Wie gut daS Frankfurter Theaterpublikum sich an der Literatur des letzten DecenniumS erzogen hat! lieber die „Jugend" Halbe« kam man noch vor drei Jahren zu keinem richtigen Berständniß- die Aufführung glitt an den kühlen Herzen vollständig ab. Der „Mutter Erde" wurde indeß schon eine ganz andere Aufnahme zu Theil. Der Titel gibt fo etwa« wie das Leitmotiv, das Grund- thema. Der philosophische Einfiedler von Frankfurt, Arthur Schopenhauer, hat an einer Stelle mit Recht die Behauptung aufgestellt: der Titel eine« Drama« müsse die gedrängte Angabe seine« Inhalt« fein. An der Aufschrift des Hause« soll man feine Bestimmung erkennen. DaS trifft bei bem Halbe'scheu Drama zu, dessen Sinn wohl der ist, daß der Mensch fich nicht ungestraft von der heimischen Scholle, von der „Mutter Erde", au« der feine Kraft stammt, lo«- reifjt, um Phantomen nachzujagen. „Paul Warkentin", der junge Sohn eine« preußischen Gutsbesitzer«, hat da« gethan. Al« er in der Hauptstadt seinen Studien oblag und ihm die neuen modernen Rechtsfragen aufgingen, dünkte ihm da« bescheidene, in bestimmt vorgeschriebener Arbeit sich abwickelnde Leben de« Lundmann«, eine Unerträglichkeit. Dazu kam noch der mach.ige Einfluß einer starkgeistigeu Frau, einer Professoren- tochter, die ihr kühle« Herz und ihren klaren Kopf der Sache der Frauenfrage widmet und auch den jungen Mann, der, fich selbst überlassen, vermnthlich ganz andere Wege gegangen wäre, in ihren Bannkrei« zieht ^und mit ihm eine Frauenzeitung gründet. Paul überwirft fich mit feinem Vater, der den harten, norddeutscheu Schädel hat, verschmäht da« junge Mädchen, da« dieser für ihn ausgesucht und zu dem auch ein kurze« Knabenidyll ihn zieht, und heirathet seine Übervernünftige „Hella", der ihre Arbeit in der „Bewegung" natürlich keine Zeit läßt, fich zu besinnen, daß sie am Ende auch noch Weib ist. Soll diese Gestalt ein Hieb gegen die Frauenfrage sein? Ja und nein! Wir brauchen garntcht heftig dagegen auf- zubegrhren. Der Character, mag er auch vielleicht nicht mit besonder« fteundlichen Absichten hingeftellt fein, ist doch in jebem Zuge lebenswahr. Glücklicherweise bringt er noch keinen Typus, aber immerhin die Mözlichkeit desselben. Denn wo wäre eine Bewegung in der Weltgeschichte, mag sie nun socialen ober religiösen Character tragen, beten Ideen fich nicht in einseitigen Naturen zum trockenen, unfruchtbaren Dogma verhärteten. Der Verkrüppelung ist jede Lebensform aulgesetzt. Warum sollte eine Frau wie diese „Hella" nicht auö der Frauenbewegung sich loSlöseu wie z. B. der Typus der „galanten Dame" au» einer anderen entgegengesetzten LebenSiphäre?! Gewß, diese Hella wirkt wenig erfreulich. Welche Einseitigkeit thäte da« je? Aber einen Ausfall auf bie fortschrittlichen Bestrebungen unserer Zeit mögen wir in ihr nicht zuerkennen. Fräulein I. Doch hielt bie Parthie tn ihrem eigentlichen Leben«- dement, währenb Frl. Lanbori al« „lotnette" bie zum zweiten Mal, diesmal jedoch mit anderem AuSgang, in Pauls Leben tritt, als sich die Ge'ster der vor zehn Jahren verlassenen Heimath seines Semüth« bemächtigten, den entsprechenden weiblichen Gegensatz und viel innerlicher ünmuth erfaßte. Mit bewundernSwerther Consequenz entwickeln fich die Vorgänge. Von dem Augenblicke an, da Paul (Herr Bauer) mit seiner Feau und dem faden Hausfreund, nach langer Abwesenheit wieder den HeimathSboben betritt, um dem tobten Vater bie letzten Ehren zu erweisen, kommt alle« so, wie e« kommen muß, an« ber Anlage der Character heraus. Paul unb Hella leben fich immer mehr auseinander und dafür finden fich Paul und Toinette freilich nicht, um von Neuem den Kampf mit de« Leben aufzuurhmen und fich auf den Trümmern deS verkehrt eingerichteten Heimwesens ein neue«, bessere« Glück zu schmieden, sondern um dem Kampf zu entfliehen und im freien Liebe«- tob zurückznkehren zur „Mutter Erde". ^er Autheil der Greise 2,10, beim HandelSgrwerbe 2,02. Alle übrigen Gruppen zeigen einen geringeren Anthei!; im polygraphischen find nur 0,43 und im Bergbau und Hüte»' Wesen 0,27 der ErwerbSthärlgeu über 70 Jahre alt. • UastaudeSgemäß soll, wie fich der Fürst von Schaumburg äußerte, die Ehe sein, welche der Regent Graf Ernst zur Lippe mit einer Gräfin Wartensieben geschloffen hat. Da jedoch diese Ehe vom damaligen Okerhaupt des Lipptscheu Fürstenhauses, dem Fürsten Leopold, ausdrücklich als standesgemäß erlaubt wurde, so ist der Einspruch der Schaumburger Linie hinfällig, um so mehr, als sie doch erst in der letzten Reihe der möglichen Erben steht. Nun find außerdem gerade in Fürstenhäusern viele sogenannte „an* standesgemäße" Ehen, also nach der herrschenden Ansicht Mthheirathen geschloffen worden, daß man sta-mt, das Wort „Mesalliance" immer doch zu hören. Wie oft waren doch gerade diese „Mißheirathen" die glücklichsten Ehen. Kaiser Alexander II. von Rußland hing mit schwärmerischer Liebe an der Gräfin Dolgorucki, in deren Armen er seinen letzten Seufzer auShauchte, als ihn die Bomben der Nihilisten getroffen hatten. König Friedrich VII von Dänemark hei« Kathete die zur Gräfin erhobene Putzmacherin Raßmuffen. Victor Emanuel wählte die Gräfin Montefiori, die Tochter eines Leibgardisteu, zur morganatischen Frau und fand an ihrer Seite das erhoffte Glück. Der letzte Kurfürst von Hessen führte eine Ehe mit der Fürstin von Hanau, der Tochter des Bonner WetnhändlerS Falkenftein. Erzherzog Johann von Oesterreich freite die Tochter des Postmeisters von Auffee und Erzherzog Heinrich von Oesterreich die Schauspielerin Hoffmann, Prinz Leopold von Coburg-Cohary, Bruder des ehemaligen Königs von Portugal, heirathete die Wiener Klavierlehrerin Constanze Geiger. Der Ehe des Prinzen Alexander von Hessen mit dem polnischen Edelfräulein von Haucke entsproß der Bulgarenfürst Alexander, der dann selbst wieder eine Schauspielerin, Fräulein Loifinger, heirathete. Prinz Karl von Baden führte ein Fräulein von Beust he'm, und der preußische General Prinz August von Württemberg heirathete die Schauspielerin Bethge. DaS find «ur einige wenige Beispiele von sogenannten „Mesalliancen" in fürstlichen Häusern und die glücklichen Ehen find und waren der beste Beweis, daß die Menschheit nicht berufen Ist, fich in einzelne Kasten zu scheiden und daß, wo es auch geschieht, die Liebe diese Schranken muthig überwindet. e Durch! Eine Biographie des Eavallerie-Generals v. Rosenberg veröffentlicht Fritz Bley unter dem Titel: „Durch!" Aus dem Inhalte sei eine Anecdote entnommen, die den Vorzug hat, buchstäblich wahr zu sein: „Kaiser Wilhelm II. fand an den kleinen Scherzen des Generals stets ein besonderes Wohlgefallen. Eines Tages sah er diesen auf dem Tempelhofer Felde vor einem Graben von bedenklicher Breite halten. Er sandte seinen ^Adjutanten zu ihm und ließ I ihm sagen, wenn der General den Graden da nähme, so I schenke er ihm einen Thaler. Der General lächelte geschmeichelt über den Scherz, bedachte dann aber, daß ein Thalec doch eben ein Thaler bleibe und daß ein alter Cava- lerist am allerwenigsten vor einem Hindernisse zurückschrecken dürfe, schon um nicht dem Flügeladjutanten sein zweifelndes Lächeln zu gönnen. Da« Unglück fügte nur, daß der Gaul, den der General au diesem Tage ritt, nicht gerade zu den Zierden seines Stalles gehörte. Er hatte ihn ganz gern schon verkauft, wenn fich ein Käufer gefunden hätte. Und der Graben war wirklich ungemüthlich breit. Aber was half« ! Als der Kaiser in Sicht kam, galloppirte der General an, holte aus dem Gaule die letzte Kraft heraus und landete jenseits de« Graben« mit Anmuth und Zuverficht, um fich dann lachend beim Kaiser seinen „Dhaler" auSzubittev. Unter herzlichem Gelächter wurde die Belohnung auSgezahlt und eingesäckelt. Der flotte Sprung sollte sich aber noch besser lohnen. AlS der General nach Hause ritt, gesellte sich eine andere Excellenz zu ihm, die den Vorgang beobachtet hatte. „Excellenz reiten ja ein Prachtpferd; der Gaul ist ja ein bombensicherer Springer!" „Nun ja, eß geht so la, la mit ihm!" „Ich brauche gerade ein sichere« Pferd, Excellenz. Wäre Ihnen dies vielleicht feil?" „Hm — na, unter Umständen — wenn ich Excellenz einen Gefallen damit erweise — warum nicht? Pferdeprctse find und bleiben ja Liebhaberpreise- und warum sollte man einem liebenswürdigen Gönner nicht einmal au5 der Verlegenheit helfen? Kurz und gut, der Gaul tauschte für einen recht annehmbaren Preis — man munkelt von zweitausend Mark—den Stall. Tags darauf sah der Kaiser sehr erstaunt den neuen Besitzer auf dem ihm wohlbekannten Pferde und hörte höchst belustigt die, Geschichte de« Verkaufs. Dann winkte er den General von Rosenberg heran und sagte diesem, ihn etwa« abseits nehmend: „Hören Sie mal Rosenberg, wenn Sie einmal wieder einen Gaul gut verkaufen wollen, lassen Sie eS mich wissen!" Sprache und ritt in langem Galopp davon." * Telephonischer Schabernack. Dem „Luzerner Tagebl." wird gemeldet: Herr Pulver, ein bekannter Viehhändler in Bern, wollte ins Schlachthaus telrphoniren, er habe einen Trupp Kälber hinausgesandt. Auf der Centralstation versteht man ihn „lätz" und verbindet ihn mit dem Rathhau«, wo eben der Großrath tagt. Herr Weibel Häubi eilt an« Telephon und ist starr vor Entrüstung, als er aus H.-rrn Pulvers Mund die Frage vernimmt: „Sind die Kälber schon alle da?" * Aus dem Leben eine« Verbrecher«. Kürzlich wurde ia Straubing (Bayern) ein gewisser Nußftein, Schuhmacher au8 Marktredwitz, hingerichtet. Nußstein war ein vorzüglich talentirter Mann und gehörte al» Mitglied einer Theater- gesellschaft an. Er schrieb Erzählungen und Gedichte zum GeburiStagSfest deS Prinzregenten- er ist Verfasser der ebenfalls im Druck erschienenen Erzählung „Der Veteranevhaupr- mann und sein Deandl". Im Theater spielte er meist Brr brecherrollen. N. hatte den Gang zum Schaffst öfter« auf der Bühne gemacht und neulich war e« in Wirklichkeit fei« letzter Gang, weil er einen alten Bauer ermordet und beraubt hatte. Vorher war N. noch nach München gebracht worden, weil er im Verdacht stand, er habe dort einen noch unaufgeklärten Raubmord verübt. Er konnte aber sein Alibi dadurch nachweilen, daß er zur fraglichen Zeit anderswo eine Reihe von Einbrüchen verübt hatte. * Vom kommenden Wetter schreibt Falb: „Für die nächsten Tage find bei verhältnißmäßig hoher Temperatur leichte trockene Schneefälle zu erwarten, für daß erste Drittel des Dec-mber ist in Mittel- und Süddeutschland strenge trockene Kälte wahrscheinlich. Der 9. Dccember ist ein kritischer Termin dritter Ordnung." * Annoncen. Ich zahle nur hundert Thaler Laden- miethe und kann deshalb billiger verkaufen, wie jede Con- currenz. Schreier, Schuhwaarenhauß. — Ich habe schon seit drei Monaten überhaupt keine Miethe mehr b zahlt und kann deshalb am Allerbilligsten verkaufen. Ueberschreier, Schuhwaarenhau«. Citaratar tuet Hunyt. — Es ist allgemein anerkannt, daß die Rechtsverhältnisse der Handlungsgehilfen dringend einer modernen Anschauungen mehr entsprechenden Änderung bedurften. Dem Rechnung tragend, treten die da? Verhältnitz von Principal und Handlungsgehilfen ordnenden Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs bereits am 1. Januar 1898 in Kraft. ES ist dringend nothtg, daß sowohl Principale wie Handlungsaebilfen sich über Ihr zukünftiges, durchaus geändertes Rechlsverhältniß unterrichten und um ihnen das zu erleichtern, hat Rechtsanwalt Böbm in Ratibor iw Verlage von Trowitzsch k Sohn in Frankfurt a. O. eine Brofchüre herausgegeben: Da« «tut Recht der HandlnutzSgehUfen vom 1. Januar ltt08 au, Preis 50 Pfg., die durch jede Buchhandlung oder auch gegen Einsendung von 55 Pfg. portofrei von der Verlagsbuchhandlung zu beziehen ist. — „WaldmLrcheu^ ist der Titel einer Idylle auS dem Waldleben, verfaßt von A. StantslaS (erschienen im Verlag von R Eckstein Nachfl., Berlin). Es ist ein für große Kinder geschaffenes märchenhaftes Opus, da« den ganzen Zauber deS Waldes und der darin sich tummelnden keinen und kleinsten Geschöpfe wiedergibt. Und gerade die Art, wie es wiedergegeben ist, ist so fesselnd und unterhaltend, so anmuthig, zart und duftig, wie die Phantasie nicht schöneres und inhaltreicheres zaubern kann. Die Gestalten, das Leben in dieser Waldwelt find abgelauschte Spiegelbilder, genau so, wie sie der Jahrmarkt des Lebens leid« und freudvoll den Augen der Menschen vorführt. 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