»erwehr. 8 Uhr zur Der. 9108 *** M btm | 9t Mtftai DM 5 Schad. crb«ebenei, D°m Stauet, 9124 ag as Commaudo. ff! Royal g 68. i geehrten Bewohnern von !N, daß ich Oktober leuchteten Waurati'm> 'n durch fleißigen Besuch 'in Bestreben fein, durch n gehaltene Weine und n. 9113 tatot misieu-Nusenthalt. rannten Kaffees, 1.40,1.60, 1.80 « .40, 1.50, 1.60 Ä llthorstrake 45.____ i der w®“8. * fr««' UH*-— ider - bi,f ** . , avrtflC "f - QttWfl »«" Nr. 231 Zweites Blatt. Samstag dm 2. Oktober Der Gtetzeuer Anjetger «scheint täglich, »it Ausnahme deck Monlagck. Di« Gießener Ackmikieavräiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. 18W Lierteffähriger ^lbonnementspreick t 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditio« und Druckerei: ( -chntstraße Ar.7. Fernsprecher 51s uttb 2ln,)CtacMatt für den ICtei» <6iefzen. w £ I Gratisbeilage: Gießener Aamilienblätter. Alle Rnnoncen-Bureaux deck In- und Auckland«- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- mtgty*. Amtlicher Tdeil. Gießen, den 30. September 1897. Betr.: Die eingeschriebenen Hilfskassen. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicheu Bürgermeistereien and Kraukenkafseuvorstäude des Kreises. Auf Grund der Gesetze vom 7. April 1876 und 1. Juni 1884 über die eingeschriebenen Hilfskassen theilen wir Ihnen nachstehend ein Berzeichniß der im Kreise Gießen zugelafseveu eingeschriebenen Hilfskassen unter dem Bemerken mit, daß die Kaffen dem § 75 de» Gesetzes vom 15. Juni 1883 „die Krankenversicherung der Arbeiter detr." entsprechen und daß die Mitglieder dieser Kaffen von dem Beitritt zur Gemeinde« krankenverficheruugSkaffe befreit find. v. Gagern. Zusammenstellung der eingeschriebenen Hiifskaffeu drS Kreises Gieße«. SDrb.* m _ Bezetchnung der Kaffe 1. Kranken« und Sterbekaffe zu Watzenborn-Steinberg. 2. Kranken* und Sterbekaffe zu Garbenteich. 3. Kranken« und Sterbekaffe zu Rödgen. 4. Kranken* und Sterbekaffe zu Wieseck. 5. Allgemeine Arbeiter-Kranken- und Sterbekaffe in Großen- Linden. Deutsches Leich» München, 29. September. Die bayerische Kammer der Abgeordneten ist heute wieder zusammengetreteu. Zum Präsidenten wurde der Rath am bayerischen Obersten LandeSgerichr v. Walter wiedergewählt mit 120 Stimmen. Drei Stimmen erhielt Abgeordneter Dr. Sigl. 20 Zettel waren unbeschrieben. Hierauf legte der Finanzminister Frhr. v. Riedel die Rechnungen pro 1894/94 vor, welche einen Üeberschuß von 32 Millionen Mark aufweiseu, und das Budget pro 1898/99, welches mit 372 167 595 Mark bilaucirt. Der Minister erörtert die einzelnen Mehrausgaben, worunter die Matricularbeiträge 4612000 Mark mehr erfordern, und gab die Erklärung ab, daß eine Steuererhöhung nicht nothwendig sei. An eine wettere Conversion der 3V-procentigen Papiere tu 3proceurlge lverde nicht geoacht. Schltttzllch legte der Ftnanzmtntster die neuen Gesetzentwürfe vor, betreffend die Revision der Einkommensteuer, Capitalrentensteuer und der Gewerbesteuer, sowie betreffend die Erleichterung der Boden* zinsen, und führte andere geplante Maßnahmen zu Zwecken der Laudwirthschaft an, wofür namhafte Beträge im Budget ausgesetzt find. Die Rede wurde wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen. Die nächste Sitzung findet voraus* fichtlich am Dienstag statt. Sitzung der Stadtverordneten am 30. September 1897. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, EmmeltuS, Faber, Flett, Dr. Gaffky, Habe- nicht, Hanbach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Hom- berger, Jughardt, Keller, Kirch, Löber, Orbig, Petri, Scheel, Schiele, Schmoll, Dr. Thaer und Wallenfels. Bor Eintritt in die Tagesordnung gelangte ein Schreiben des Herrn Stadtverordneten Bogt zur Verlesung, in welchem derselbe um Eutbindung von seinem Amte nachsucht. DaS Gesuch desselben wird, unter Anerkennung der langjährigen und treuen Amtsführung, begründet erachtet. Die Stiftung der H eich elheim'schen Eheleute, welche gelegentlich ihrer silbernen Hochzeitsfeier 1895 erfolgte und die Unterstützung der in Roth gerathenen Theiluehmer am Feldzug 1870/71 beziehungsweise deren Hinterbliebenen bezweckt, wurde seither verwaltet von dem Oberbürgermeister und den Vorständen des Veteranen* des und Kriegerverein-. Dem Wunsche des Stifters, auch die Krieger-Kamerad- schäft mit aufzunehmen, wird entsprochen- es besteht nun- mehr die Verwaltung aus sieben, statt früher fünf Persoueu. DaS Gesuch der Herrn F. Klinker um Erlaubniß zur Anbringung eines BarbterbeckenS und Schildes am Hause SelterSweg 16 wird genehmigt. Nach Art. 38 der Bauordnung müssen die zu -rrtch- tenden Gebäude 7,5 Meter von dem Bahnkörper entfernt sein und dürfen nur errichtet werden, wenn keine Gefahr im Betriebe der Eisenbahn besteht. Obwohl das Gesuch der Firma And r. Euler bezüglich eines zu errichtenden Hintergebäudes diesen Bestimmungen nicht ganz entspricht, wird mit Rücksicht auf ein früher genehmigtes Gesuch der Firma Btrkenstock u. Schneider das DiSpensattonSgesuch befürwortet. Im DÜrgermeistereigebäude soll im unteren Stocke ein neues Zimmer eingerichtet werden mit Gasleitung und Gasofen. Die auf inSgesammt 165 Mk. veranschlagten Kosten werden genehmigt. Zur größeren Sicherheit der von dem Octroierheber Belz tu dem Thorhause in der Neustadt verwalteten Gelder, Büchern, s. w. hat derselbe um Anbringung eines eisernen Rollladen» an dem Fenster der Südseite ersucht. Die 165 Mk. betragenden Kosten werden bewilligt. Nach dem über den Ausbau der Moltkestraße aufgestellten Voranschlag belaufen sich die Auffüllungskosten auf 1,20 Mk. per Cubikmeter. Die eingegaugenen Offerten lauten auf 1,25 Mk., 1,15 Mk. und 1 Mk. ES wurde der Firma Herzberger hier auf das letzibezeichnete Gebot die Ausführung übertragen. Da die Firma Benktser-Pforzheim bereit» die Brücke in der Bleichstraße auSgeführt hat, wurde dieselbe auf- gefordert, ein Projekt Über die Herstellung einer Fahrbahn auf der Wteseckbrücke vorzulegen. Die Firma berechnete die Kosten der Etsenconstruction auf 6365 Mk., pro 100 Kilo 33,50 Mk., die Kosten für gewöhnliche Chausfirung auf 7800 Mk., für ASphaltirung auf 8650 Mk.- das Stadtbauamt hat sich für ASphaltirung ausgesprochen und werden hierauf die Kosten für dieselbe bewilligt. Dem Gesuch der H. Dörr Wittwe und F. Leyer- zapf Wittwe um Erlaß deS Straßenkosteubeitrags für die Schützenstrabe wird insoweit entsprochen, als der Bet- trag der ersteren auf 6 Mk. 80 Pfg., der der letzteren auf 5 Mk. 70 Pfg. festgesetzt wird. Amatu» Abermann und Martin Abermann ersuchen um Frist zur Bebauung ihrer in der Bi Sm ar ck- straße liegenden Bauplätze bis nächstes Frühjahr. Dem Gesuch wird, da dasselbe genügend begründet, stattgegebrn. Bezüglich der WirthschastsconcefflonSgesuche der Herren Friedrich Wenzel (HarmS'sche Wtrthschaft) und Hrch. Sauer (Neustadt 58) wird die Bedürfnißfrage hinsichtlich deS Branntwein-AuSschankes bejaht, dergleichen bezüglich de» nicht auf der Tagesordnung stehenden Gesuche» von Karl Seiffardt (Nordanlage, Birkeustock & Schneider), dagegen beschloß die Commiffton bezüglich des Gesuches von Karl Valentin (Rodheimerstraße 6) um Errichtung einer Logir- und Schankwtrthschast, verbunden mit Branntwein-Ausschank, dasselbe in Rückficht auf die vielen umliegenden Wirthschaften zu verneinen. Zur Unterstützung der durch Wetter- und Wasserschäden heimgesuchten BrvölkerungSkreise der Provinz Fettilleton Kibitze, wilde Schwäne, Schnepfen, Kraniche, Krähen in großer Anzahl, sondern erlegte alljährlich durchschnittlich zu dieser Zett 425 Wachteln, 140 Lerchen, 508 Staare, 4033 „kleine Vögel". Heut zu Tage hat diese Vogelmörderei längst aufgehört und dennoch nimmt unser Singoögelbestand von Jahr zu Jahr ab. Was verursacht diese so sehr betrübende Erscheinung, die natürlich ihre Consequenz in dem Ueberhandnehmm der schädlichen Insekten zeitigt? Meines Erachtens der Umstand, daß den Vögeln in Folge der Vernichtung der lebendigen Hecken und Zäune die geeigneten geschützten Brutstätten mangeln, daß ihre Jungen, ja sie selbst nicht mehr sicher find vor den massenhaften Katzen, die heute von aller Welt gehalten werden. Eine dichte, lebendige Weißdorn- oder Schlehenhecke gewährt sicheren Schutz und verleiht den damit umzäunten Gärten etwas Lebhaftes, sieht passend aus und die darin nistenden Vögel bilden eine natürliche Sicherung gegen Raupenfraß und anderen Infekten* schaden. — Doch diese grünen, anmuthigen Zäune sind fast alle verschwunden, selbst das kleine Bäuerlein auf dem abgelegensten Dorfe hält es irrthümlicherweise für zweckdienlicher, sein bischen Gartenzier mit einer häßlichen Lattenwand zu umsäumen! — Angesichts der übermäßigen Katzencultur, der nur theilweise berechtigten Pflege, die diese Vögelmörderinnen von allen Seiten erfahren, in Anbetracht des geradezu unberechenbaren Schadens, den sie durch Vernichtung der infectenvertilgenden Singvögel verursachen, wäre es wirklich am Platze, wenn die einzelnen Regierungen ernsthaft an eine Besteuerung der Katzen denken würden. Machen wir doch nicht die allerdings Vögel mordenden Italiener allein für Dinge verantwortlich, deren Ursachen zum großen Theil uns weit näher liegen! Im Jahre 1620 siedelte Landgraf Ludwigs V. ältester Sohn Ludwig Georg behufs weiterer Ausbildung nach Gießen über, bezeichnenderweise lautet die Meldung des Chronisten: „Landgraf Ludwig hat seinen ältesten Sohn Ludwig Georg nach Gießen zur Schuhl und zum Jagen geschickt!" Jndeß war dieser lange nicht der pasfionirte Jäger, wie sein Vater. — Wenn in den ersten Jahren des 30jährigen Krieges der bedeutende hessische Wildstand unter Iki?)en aus hessischem Waidmannslcben. Von Dr. R. (Schluß aus Nr. 229.) Landgraf Georg's I. Nachfolger, Ludwig V., wird von den Zeitchronisten als ein kühner, wttder, verwegener Reiter und Nimrod geschildert, dessen höchste Lust und Freude das Wildvret im Walde war. Unter ihm spielte der dama- liae Oberjägermeister, Georg Bernhard von Hertingshausen, nicht nur eine waidmännische, sondern auch stark - polittsche Rolle Der Jagdaufwand war inzwischen beträchtlich gestiegen, auch'die Einkünfte der Jagdangestellten wurden in zert- aemäßer Weife erhöht. Der Jagdumfang wuchs sehr, als durch die sogenannte Marburger Erbschaft Oberhessen zum größten Theile an Ludwig V. fiel. Ganz enorme Resultate lieferte der Entenfang zu Echzell. Dort wurden anno 1605 All 1608 644, 1609 715, 1611 409 Enten, aoer auch wilde Gänse, Feldhühner und Wachteln erlegt. Ueberhaupt war damals die Geflügeljagd ungemein ergiSig und bet manchem modernen Jäger regt fich etwas rote Neid, wenn er liest, daß auf den landgräflichen Jagden im Jahre 1613 nicht weniger denn 1055 Enten, 1 Trappe, 427 Feldhühner, 16 wilde Gänse, 528 Wachteln, 63 Schnepfen, 127 wilde Tauben, 1041 Staare, 1075 grobe und 3602 kleine Vögel erbeutet wurden. Das Ergebniß der Falkenjagd bestand 1628 aus 30, 1629 aus 49 und 1630 aus 121 Reihern; 1632 bezog man einen Edelfalken aus Ostfriesland, der, auch ein Zeichen der Zeit, in einem Gedichte besungen wurde! Um diese Zeit herum zeigten fich in der Nähe von Hofheim wilde Schwäne, auf die der Landgraf mit Erfolg Jagd machen ließ, bei Assenheim in Oberhessen erschlug man einen großen fremden Vogel, der Beschreibung nach einen Adler! Ganz enorm war die Zahl der Vögel, die der fürstlichen Jagdlust damals zum Opfer fielen. Man schoß nicht nur Enten, Feldhühner, Trappen, wilde Gänse uno Tauben, den damaligen Wirrsalen litt, markgräfliche Truppen zum Beispiel in der Nähe von Leeheim binnen wenigen Tagen 1100 Hasen zum Nachtheil des Landgrafen wegschossen, so vermehrte sich das Wild doch bald wieder sehr. 1630 erlegte Landgraf Georg II. einen Capitalhirsch von nahezu 6 (Str., 1632 bestand die Jagdbeute aus 472 Stück Nothwild, darunter ein Vierundzwanzigender, 250 Stück Damwild, 144 Stück Reh, 270 Stück Schwarzwild. Im Jahre 1633 zählte man int Forst Romrod einen Wildstand von 1000 jagd- baren Thieren und Hirschen und eine Sauhatze lieferte 1641 nicht weniger denn 395 Stück! Die weiblichen Mitglieder unseres Herrscherhauses haben sich anscheinend zu dieser Zeit auch lebhaft an den Jagdvergnügungen betheiligt. Die Gemahlin Landgraf Georgs II., Sophie Eleonore von Sachsen, schoß 1641 im Forst zu Romrod während der Brunstzeit 12 Hirsche, darunter einen Sechszehnender. Mit der Vermehrung der Hirsche, Rehen und Sauen ging zu dieser Zeit zahlreiches Vorkommen der Wölfe im Hessenland einher. Diese Raubthiere wurden zu einer förmlichen Landplage, die insbesondere in der Wetterau, int Hinterlande und in der unmittelbaren Nähe von Darmstadt sich sehr fühlbar machte. Bei Gleiberg und Königsberg mußten Wolfsjagden veranstaltet werden. Im Jahre 1640 klagte man, daß die Wölfe sogar das Reisen unsicher machten; 1637 griffen 8 Wölfe den Förster von Deckenbach an, der ihnen zu Pferde entfloh und selbst im Jahre 1662 konnte der Pächter vom Petershainerhof bet Ulrichstein im Herbste seine Schweine nicht zur Mast in den Hochwald treiben lassen, weil die Wölfe gefürchtet werden mußten. — Man thut wohl nicht Unrecht, die Vermehrung der Wölfe als eine Folge des 30 jährigen Krieges anzusehen, der Tausende von Dörfern und Weilern vernichte e und einen großen Theil früher blühenden Landes in Ernö en umwandelte. , _ . , , w Wie di- Jagd, stand auch der Fischfang >n h°hem Ansehen. Zu jenem boten die vielen, nun mech trocken ge- legten Teich- im Oberfurstenthum und "der Obergrasschaft mehr als Gelegenheit. Vorzugsweise beliebt waren die Fischereien in Stockstadt, Bi-beshe>m und Merlau. In letz. Schlesien, sowie der Königreiche Sachsen und Württemberg beschloß die Versammlung einstimmig die Bewilligung von 1000 Maik. Ans Ersuchen de» Kirchenvorstandes und tu Ueberetu- stimmung mit der Baudeputatton wurde behufs Verbefferung der Beleuchtung am Kirchenplatze, auch mit Rücksicht auf den Umbau der Stadtkirche beschlossen, an beiden Setten bei Hauptportals bei Kirche je einen größeren (Landelaber aufzustellen, die am Lind'schen Hause befindliche Laterne am Aroold'schen Hause iu der Gchloßgasse, sowie wettere Laternen am Habentcht'schen und am CarlL'schen Hause anzubrtugen. Der Rechnungsabschluß des städttschen Gas- und Wasserwerkes für 1896/97 wurde durch Herrn Ober« bürgermetster Gnauth eingehend, durch Herrn Gaswerk- director Bergen auf einige aus der Mitte der Versammlung gestellte Anfragen hin erläutert, und nicht beanstandet. Dal Rechnung» Ergebniß kann durchgängig als günstig bezeichnet werden. Loyales und prooittjieöes, Gießen, 1. October 1897. ** AuS dem evaug. Dekanat Grüuberg, im September. Die am 20. v. M. in Grünberg stattgehabte Dekanats« fhnode verhandelte unter Anderem auch über die Frage: »Wie hat sich die Kirche ihren Grundsätzen gemäß in Bezug auf die Beerdigung von Selbstmördern zu verhalten?" Das Referat erstattete sehr eingehend und ausführlich Pfarrer Michel von Nieder Ohmen. Seine Ausführungen waren nach der „Drmst. Ztg." ungefähr folgende: Die Beforgniß erregende Zunahme der Selbstmorde in unserer Zeit, deren letzter Grund in dem Umsichgreifen einer durchaus unchrtstltchen Welt« und Lebensanschauung -u suchen ist, verpflichtet die christliche Kirche, diesem Verbrechen gegenüber geeignete Mittel der Kirchenzucht anzuwenden. Da» seither in Bezug auf die Beerdigung von Selbstmördern übliche Verfahren ist vom kirchenrechtlichen Standpunkte au« unhaltbar, schadet dem Ansehen der evangelischen Kirche und des geistlichen Standes und ist geeignet, einer leichtfertigen Auflassung vom Selbstmord Vorschub zu leisten. Eine möglichst baldige Neuregelung durch klare, bestimmte, allgemein verbindliche Vorschriften und Grundsätze durch die kirchliche Behörde (Feststellung von agendarischen Formularen für den Gebrauch am Grabe von Selbstmördern) ist deshalb dringend geboten. Bet zurechnungsfähigen Selbstmördern ist durch allgemeine Verordnung jede kirchliche Feier bet Beerdigung unbedingt zu untersagen, Selbstmördern mit unverschuldeter Unzurechnungsfähigkeit die kirchliche Beerdigung zu gewähren, wobei jedoch eine möglichst stille Feier mit Ausschluß alles äußeren Prunkes zur Bedingung für die Gewährung zu machen ist. Die Entscheidung über die Frage der Zurechnungsfähigkeit bezw. Unzurechnungsfähigkeit ist auf Grund amtSgerichtlichen (durch ärztliche Aussagen begründeten) Gutachtens und anderer Wahrnehmungen von dem Pfarrer selbst zu fällen, der dann auch die volle Verantwortung für dieselbe zu tragen hat. — Degen diese Ausführungen hatte der Correserent, Bürgermeister Schmidt von Queckborn, nur Weniges etnzuwenden. Er betonte nur, daß die Unterscheidung zwischen zurechnungsfähigen und unzurechnungsfähigen Selbstmördern in vielen Fällen sehr schwierig, ja kaum zu machen sei, und beanstandete, daß jede kirchliche Feier bei Beerdigung eines zurechnungsfähigen Selbstmörders, welchem auch der gefallene Duellant gletchzustellen wäre, untersagt werden solle, da gerade oft der gefallene Duellant der friedliebende The»l gewesen sei, aber ans gesellschastltchen Gründen de« Duell sich nicht habe entziehen können, und deßhalb eS gerade hier Pflicht der Kirche sei, der Wahrheit die Ehre zu geben. — Mehr Widerspruch riefen die Ausführungen des Referenten bet Pfarrer Lehr von Groß-Eichen hervor, der die gemachten Vorschläge des Referenten verwarf, statt der verlangten bestimmten Grundsätze und Vorschriften durch daS Kirchen- regiment nur „Richtlinien" empfahl und Gewährung der kirchlichen Beerdigung der Selbstmörder io allen Fällen forderte. Seine mit Begründung versehenen Ansichten über die ganze Frage legte derselbe am Schluffe in acht Gegenthesen nieder, lieber dieselben wurde jedoch nicht weiter abgestiwmt. Nach sehr lebhafter DiScussion, woran sich auch noch viele andere Mitglieder der Synode rege betheiligten, wurden schließlich die Thesen des Referenten mit einigen Aenderungeu mit allen gegen eine Stimme angenommen. ** Zur Beachtung für Rekruten. Die demnächst zur Ableistung ihrer Militärpfltcht einrückenden Rekruten werden gut thun, ihre Quittungskarten über gezahlte Beiträge zur Alters- und JnvaliditätS-verficherung, soweit sie solche besitzen, sorgfältig aufzubewahren, da dieselben nach der Entlaffuug bet Wiedereintritt in verficherungSpflichttge Beschäftigung abzugeben find. Die Militärdieustzett wird den Versicherten so angerechnet, als hätten sie während dieser Zeit ihre Beiträge gezahlt. Ridda, 28. September. Heute Nachmittag trafen Angehörige der in Darmstadt wohnhaften Nachkommenschaft der AdelSfamtlie Krug von Nidda zum Besuche der Geburt»- und Wohnstätte ihrer Ahnen dahier ein. Im Hotel zur Traube fand eine Familienfeier statt, woran auch unser Bürgermeister Herr Rullmann und Herr Decan Hofmeter theilnahmen. Unter Leitung derselben besichtigten die Herrschaften mehrere historisch bemerkenSwerthe Gebäude und Plätze. Der schmucke Marktbrunnen hatte aus diesen Anlaß einen neuen Anstrich bekommen.' 4- Danernhetm, 29. September. In der hiesigen Mühle vermißte man seit acht Togen den verheiratheten 'Knecht Wilhelm Schick aus WentngS. Derselbe wollte am 19. l. MtS. Streustroh von einem großen Strohhaufen nahe bet der hier vorbetkommenden Nidda holen, kehrte aber nicht mehr zurück. Da man vermuthete, Schick fei in den zu jener Zeit hoch angeschwollenen Fluß gestürzt, so forschte man daselbst nach und wurde gestern Mittag unterhalb des Dorfes die Leiche des Verschwundenen geländet. - 6. Reu-Ulrichstein, 1. October. Monatsbericht der Arbeit cr-Colonie pro September 1897. Ende September 1897 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 37 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 2; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 7, Regierungsbezirk Wiesbaden 6; Provinz Rheinlande 10, Provinz Sachsen 4,' Provinz Hannover 1, Pro- Provinz Schlesien 1; Königreich Bayern 1, Großherzogthum Baden 2- thüringische Staaten 2; Freie Stadt Hamburg 1; Ausland : Oesterreich - Ungarn 1. Hiervon waren : Arbeiter 14, Anstreicher 1, Bäcker 1, Bergmann 1, Former 1, Gärtner 2, Etsendreher 1, Hetzer 1, Kaufleute 2, Kellner 2, Küfer 1 , Landwtrth 1, Maschinenzeichner 1, Maschinen- chlofler 1, Schmiede 2, Schneider 2, Schuhmacher 1, Schriftsetzer 1, Kappenmacher 1. Gearbeitet wurde an 968 Tagen, verpflegt wurde an 1077 Tagen I« Monat September 1897 wurden entlasten 8 Mann, und zwar auf eigenen Wunsch 6, wegen Arbeitsscheu 2. Seit Bestehen der Colonie find ausgenommen worden im Ganzen 3298, dagegen abgegangen im Ganzen 3261 Mann, bleibt Bestand am 30. September 1897: 37 Mann.' Matvz, 29. September. Gestern Abend halb 10 Uhr wurde unter dem vtaduct der Hessischen LudwigSeiseubahu der Zuhälter Karl Neidenbach erstochen. AlS Thäter wurde ein Schreiner Karl Mantel verhaftet. Neidenbach hatte ein Berhältniß mit der Ehefrau des Mautel, die unter Sittencoutrole steht. Mantel leugnet die That, wird aber von feiner Frau belastet. * Köln, 29. September. In der heutigen bis spät Abends dauernden Sitzung der Strafkammer wurde gegen die Besitzer der serbischen Fleischhalle, Klefisch, Zorn, Rueb und Hartmann, sowie gegen drei weitere Personen verhandelt. Die Angeklagten standen unter der Beschuldigung, gänzlich verdorbenes serbisches Fleisch, vornehmlich Schinken^ in Deutschland in den Handel gebracht zu haben. Die Behörde beschlagnahmte bei einer Sendung vou 1500 Schinken nicht weniger als 1490 als vollständig verfault, während andere große Sendungen Schinken, weil ungenießbar, zu Wurst verarbeitet wurden. Nach Vernehmung der zahlreichen Experten und 22 Zeugen beantragte der Staatsanwalt gegen die einzelnen Angeklagten Gefängnißstrafen von 2 bis 6 Monaten. * AdreeS Ballonfahrt. ES sind nunmehr beinahe 3 Monate verfloflen, feit Andree feine abentheuerliche Fahrt zur Erreichung des Nordpols im Ballon angetreten hat. Eine einzige bestimmte Nachricht über den Fortgang bei Unternehmens ist seitdem etngetroffen, diejenige, welche die Brieftaubendepesche enthält, die zwei Tage nach der Ausreise abgesandt wurde. Gemäß dieser Depesche befand sich der Ballon am 13. Juli Mittags 12% auf 82® 2' nördlicher Breite und 15° 5' östlicher Länge. Dies ist etwa 75 Kilometer südlicher als der nördlichste Punkt, den Parry auf der berühmten Schlitte, fahrt 1827 erreichte. Diese Nachricht, be» sonders mit dem Zusatz, der Ballon habe gute Fahrt nach Ost, ist keineswegs eine günstige, sondern läßt erkennen, daß die Luftströmung dem Fortgang nach Norden entschieden hinderlich ist. Einen Weg von 450 bis 480 Kilometer in zwei Tagen zurückzulegen, ist für einen Ballon so überaus wenig, daß man zu der Vermuthung gedrängt wird, eS habe nördlich von Spitzbergen damals keine einigermaßen coustante Luftströmung geherrscht. Auch die Fahrt nach Osten entspricht nicht den Andree'schen Voraussetzungen, sie führt vielmehr über die Route der „Fram" hinweg, aber in umgekehrter Richtung. Diesel Gebiet des nördlichen Eismeeres, zwischen 80® und 84® nördlicher Breite, ist durch Nansenl Unternehmen leidlich bekannt geworden, während die Regionen, denen Andree zustrebte, nordwärts und über den Pol Hinaul zwischen den Parry-Jnseln und den Wrangel-Inseln sich befinden. Nach allem zu schließen, hat Andree sein Ziel, den Nordpol zu überfliegen, wahrscheinlich nicht erreicht und der Ballon anscheinend seinen Weg in daS stbirsche SiSmeer gegen Cap Tscheljuskin hin genommen. Für die Insassen desselben, falls fie überhaupt daS Festland erreichten, ist dies wünschens- werther, als wenn der Ballon im Gebiet der Parry-Jnseln^ terem Orte wohnte Landgraf Georg II. einem dreitägigem Ftschereifeste vom 15.—17. Mai 1641 selber bei: „darauf exercirte er den Otterfang auf der Lumbda und reiste dann auf den Salmenfana nach Battenberg, wo er 3 Tage lang verweilte." Da» Erträgniß aus den Fischereien war nicht unbeträchtlich. Bemerkenswerth ist die von dem genannten Fürsten erlaflene, aus Gießen batirte erneute Fischereiordnung vom 8. April 1642, die in vielen Stücken heule noch als Muster dienen kann. Die bedeutenderen Teiche in Oberhessen waren um'a Jahr 1760 im Amt Romrod; 1) der Ober« breidenbacher See, 87% hessische Morgen groß mit 6000 Karpfen, 2) der Göringer Teich bei Romrod, 32 heff. Morgen groß mit ca. 2000 Karpfen, 3) der Buchholzer Teich bei Romrod, 15% Hess. Morgen groß mit ca. 1200 Karpfen; im Amt Grünberg: 1) der unterste Rupsrodt mit 1000 Setzkmpsin, 2) der Steeperteich mit ebensoviel, 1a c6neim er Bach, 14 hessische Morgen groß mit 1250 Karpfen: im Amt Schotten: 1) der Grebenhainer Tb ich, 79 Hess. Morgen groß mit 7500 Setzkarpfen, 2) der Kroß- Rodcnbachsteich, 28% hcfl. Morgen mit 3000 Setz« ' im Amt Bingenheim: 1) der Echzeller Teich, 56 Morgen groß mit 4000 Setzkarpfen, 2) der Berstädter Obermaidbach mit ebensoviel. Die oberhessifchen Fischereien unterstanden dem zu Merlau bomillcirten Teichmeister, der ein fehr hübsches Einkommen bezog. Sein Hilfspersonal war recht zahlreich; 34 in Oberhessen vertheilte Tetchknechte (Teich- Wärter), sowie 4 Olternsünger. Das hessische Jagd« und Flfcyerrnvefin war noch und nach zu einem sehr ausgedehnten und wohl organisirten Berwaltungszwcige ausgewachsen, der « ,5, zahlreiches und außerordentlich mannigfaches An- gcsteütenheer beschäftigte. Weiteren Aufschwung nahm das Jagdwesen unter Land graf (Srnfl Ludwig. Dieser Monarch ordnete im Jahre 1708 dte Einführung der Parforcejagd an, wozu sich das Flach, land bei Darmstadt, Griesheim, Eschollbrücken, Pfungstadt vortrefflich eignete. Die erste Einrichtung kostete über 10000 Gulden! Oberjägermeister war damals Ludwig Heinrich von Bobenhaufen, Bicejägermeister Hans Reinhard von Uttenrobt. Dieser letztere bezog ein für bie bamalige Zeit ganz enorme» Einkommen, bas man Alles in Allem auf 4000 Gulden veranschlagen konnte. Es setzte sich aus einer Mafle Dinge zusammen, die anzusühren interessant sein dürfte. Nämlich 300 Gulden Geld, 30 '.Malter Korn, 10 Malter Gerste, 137 Malter Hafer, 1 Malter Erbsen, 1 Malter Linsen, 2 Fuder Wein, 24 Frohnwagen Heu, 400 Bosen Stroh, 30 Klafter Holz, 1 Hirsch, 2 Bache, 250 Gulden für die abgelöste Kost bei Hof, 104 Gulden Kostgeld für zwei Diener, 75 Gulden für das Fallwildpret, 30 Gulden für Forstzehrung, 500 Gulden für Hautgelder, 400 Gulden von dem Jägerrecht und 1500 Gulden Acciden« tienl Da muß man wirklich sagen: O, du grundgütige, alte Zeit! Landgraf Ernst Ludwig war bekanntlich der Erbauer mehrerer hefl. Jagdschlöfler. Zunächst erwähnen wir daleider nicht mehr existirende, schiefergedeckte Jagdschloß Zwiefalten, das in ähnlichem Style erbaut war, wie das bei Egelsbach gelegene Jagdschloß Wolfsgarten, dem derzeiti« gen Aufenthalt des Großherzogü. — Zwiefalten, auch Kirsch« berg genannt, stand ungefähr 1% Stunden südlich von Schotten. Bon drei Seiten vom Walde umschlossen, lag es hoch oben auf der Ebene, über die eine Lindenallee führte. Leider hatte es fein Trinkwasser, dies mußte man au« Wingershausen herauf holen. Bon Zwiefalten aus besagte Ernst Ludwig und später fein "Nachfolger Ludwig VIII. den Oberwald (Vogelsberg). Ersterer erbaute ferner den % Stunde nördlich von Battenberg gelegenen Jagdhof Kröge im Ederthal, auch Neu- jägersdorf genannt. Die Kröge bildete ein gleichseitiges, rings von einem 20 Fuß breiten Graben umgebenes Viereck, auf deflen Fläche angeblich 32 einzelne, einstöckige, von einander getrennte Gebäude standen, darunter eine größere Anzahl von Logirhäuschen. Ein weitere» Jagdschloß war die sehr hübsche, 1% Stunden nordwestlich von Battenberg gelegene Kleudelburg. Die an einem Bergabhang gelehnten Gebäude bestanden au» einem Hauptbau, aus dem Eavalier- haus, Jagdzeughau», zwei Marställeu und mehreren kleinen Gebäuden. Die Kleudelburg wurde in der Regel alle drei Jahre von den hohen landgräflichen Herrschaften besucht und dann entfaltete sich dort ein bunte« Leben, zumal Sonntags. "Nach abgehaltenem Vormittagsgottesdienste machten die Edel« leute der Umgegend ihre Aufwartung und wurden alsdann zur Tafel gezogen. Nachmittag« strömten die Bewohner der umliegenden Ortschaften in Schaaren herbei und lustirten sich durch einen Reigen auf grünem Rasen, dem der Landgraf vergnügt mit zusah. Mitunter ordnete der leutselige Herr auch an, daß die jungen Adeligen mit den alten Bauern- meibern tanzen mußten; bei besonders guter Laune befahl er den Junkern, ihre Tänzerinnen zu küssen. Dieser Befehl wurde in der Weise befolgt, daß der Tänzer feine Hand auf die braune Wange der Tänzerin legte und feinen eigenen Handrücken abschnalzte. Die Ausführung derartiger Schwänke erregte jedesmal die größte Heiterkeit. Ein weiterer Jagdort im ehemaligen hessischen Hinterlande war das eine Stunde südüstlich von Biedenkopf gelegene Katzenbach. Das wildreiche, naturschöne Hinterland wurde allezeit von unseren hefl. Fürsten sehr hochgehalten und unsere Landgrafen, die gar häufig ihre Sommerjagen in den idyllischen Wald« und Wiesenthälern abhielten, waren dort vom Jagdglück sehr begünstigt. Kein Wunder, daß im Jahre 1866 der Verlust des schönen Hinterlandes unserem Herrscherhaufe, insbesondere aber dem es sehr liebenden Großherzog Ludwig III. sehr nahe ging! Ein anderer Jagdaufenthalt in Oberhessen war das Haus am Göringer Teich in der Nähe von Romrod. Dasselbe stand schon 1707 und wurde auf Anordnung de» Landgrafen Ernst Ludwig 1721 reparirt. Ferner nennen wir das sogenannte „Heidenhau«" im Forste Romrod. Von größerer Wichtigkeit indeß war da» westlich von Romrod gelegene Jägerthal. Es wurde 1721 erbaut und bestand aus 14 einzelnen Gebäuden. Unter dem Nachfolger Ernst Ludwig» hielt man im Jägerthal glanzvolle Jagdlager ab. — Uebergehen wollen wir nicht Merlau, Stornfels und die Neuburg in Battenberg. Merkwürdigerweise hat da» älteste aller oberhessischen Jagdschlösser dem Zeitensturm getrotzt: „Romrod ist heute noch vorhanden". In der Obergrafschaft hatte man die Jagdschlösser und Jagdaufenthalte: „Kranichstein, Wolfsgarten, Mönch- bruch, Wiefenthal, Mitteldick, Bickenbacher Hau», Dianaburg, das gespenstische, von Sagen umwobene Griesheimer Haus, Jägersburg, Steinbrückerteich, von denen die letzteren ein Raub der Zeiten geworden und verschwunden sind. Am Interessantesten aber und Glanzvollsten gestaltete sich da« hessische Jägerleben unter dem gewaltigen "Nimrod Ludwig VIII. Seine Zeit erinnert noch einmal ganz und gar an die Jagdherrlichkeiten ieö Mttelalter«. Wir behalten uns vor, diese Periode besonder» zu behandeln. 16H r. tn '"«btt k?', Siit 32®1 »1®®«™ 37 !)}.»>. bleibt L äftss Ä 2 ti0D lW ^Inttn LbtlfQUlt' **«> ' to,el1 Wnltfcbar, » Mmun0 d» zahnig -btt Staatsanwalt 0C0tt Nftp Don 2 bis 6 Mc- 37 Vi^.^'blÄbt Wte»* WH " bt,®««llu '"bt* "^Mihr beinah! 3 Mo« n eauon angetreten hüt. übet den Fott0av0 des en/ diejenige, welche bie 1 Tage nach det AuSreiie Depesche befand sich der lA ans 82® 2- nördlicher Dies ist etwa 75 Silo» Punkt, den Pany aus der lchte. Diese Nachricht, be« n habe gute Fahrt nach Indern I6§t erkennen, dah 4 Norden entschieden hin> >ii 480 Kilometer tn zwei öallon so überaus wenig, mgt wird, tl habe nörb- ! einigerwaßen konstante e Fahrt nach Osten ent« jungen, fit führt viel» hinweg, aber tn umge- 8 nördlichen Wweeres, ite, ist durch Nansen« während die Regionen, ib über den Pol hiaauL BtanyV^Wn W bi* i Wru fiiu M> bin ch nicht «nicht unb der 16 Mchi Wmttr geglv iür die Insassen deSirlbev, eichten, ist dies wünschen«' Gebiet der Pmh'M K. nll; Anordnung des urde °us nelW :eparirt- J ^rob. ■miS'-S lau, A tast ** »««» n n61l6ctS ei”1« n Dß"c,‘ Z 8<ü* bem 9«w2 giti)«"» ert ”«* ' aitV"1 (U bei«*"' ibert guter taue W « füllen. Dieser Beseh der länjet feine L» leite unb seinen eigenen mz derartiger E4mck » Lin weiterer Sagbort » BJt da« eine 6* Saten6at. Da« -°> «e alle,eit °«n unseren ■ » Me Lmditasen, b“ d7id»nM'^ rt vom Jagdglück schr „%a6re 1866 to $t* ßherzog Ludwig DL W etwa auf Graut-Laud oder der MellvilleJosel, herabgekommen wäre. Diese Gegenden find absolut menschenleer, wahrend an der sibirischen Küste wenigsten» noch eine kleine Möglich- keit vorhanden ist, daß Menschen angetroffen werden. Die Nachricht, man habe dort in der That einen Ballon, wenngleich ohne Gondel, gesehen, ist indeffen mit Borficht aufzu- nehmen,- man braucht fich nur der Lüge zu erinnern, die seinerzeit über Nansen» Landung tn Sibirien verbreitet wurden. Sehnlich verhält efl fich mit der neuesten Meldung au» Philadelphia, daß nach einer von der Barke Salmta au» Grönland mitgebrachten Nachricht, Einwohner der grönländischen Küste einen Luftballon, natürlich den Andree'schen, gesehen hätten, der in einer Höhe von etwa 300 Meter fich oach Nordosten bewegte. Diese Angaben paffen durchan» nicht zu dem bi»her Bekannten. Da in den nordischen Gegenden der Winter jetzt bereit» mit Macht heranrückt, so werden bald Nachrichten von Andree etntreffen müssen, oder man muß fich auf einen bösen AuSgang de» Unternehmen» gefaßt machen. * Artilleriebedarf. Der Bedarf der Artillerie an neuem Hilfsmaterial ist rur Zeit sehr bedeutend, so daß die staatlichen Werkstätten bet weitem nicht auSreichen, um die Bestellungen de» Kriegsministeriums auszuführen. ES find daher zahlreiche Privatbetriebe in verschiedenen Gegenden des Reiches mit L'eforungen von Artilleriematerial beauftragt. In Eisenach wird eine große Fabrik zur Herstellung von Artilleriefahrzeugen errichtet. — Dem Könige von Sachsen ist ein neues Schnellfeuergeschütz vorgeführt worden. ’ Für 6 Pfennig ein belegte« vrödchen liefert eine in Berlin in« Leben gerufene Gesellschaft, welche ebenso wie die „Bierglocke", „Aschinger", „Automat", „Quisisana" u. A. auf Grund von Maffenconcesfion in ganz Berlin Hallen errichten will. Den Beginn hat die Gesellschaft, die auch 0,4 Liter dortigen Biere» sür 10 Pfennig verkauft, in der Rosenthalerstraße gemacht. • Geiz ist die Wurzel alle» Uebel». In dem mittel- fränkischen Städtchen Gräfenberg hat fich ein 75 Jahre alter Privatier erhängt. Er war ein als Sonderling und Geizhals bekannter Junggeselle, der trotz seiner 150000 Mk. Vermögen schließlich des Glaubens lebte, es reiche nicht mehr. Er aß die Kartoffeln, die als Schweinefutter gekocht waren, und kam, um Kapitalrentensteuer zu sparen, auf den Einfall, 37000 Mk. im Holzstoß aufzubewahren. Die lachenden Erben find entfernte Verwandte. ♦ Glocken für Jerusalem. DaS in der thüringischen Glockengießerei von Ulrich in Apolda hergestellte Geläute für die unter dem Protektorate unseres Kaisers gebaute evangelische Kirche in Jerusalem befindet sich zur Zeit auf dem Wege nach Jaffa, von wo eS mit der Eisenbahn nach Jerusalem befördert wird. Die Glocken wiegen mit dem Stuhle 140 Eentner und erklingen in d, f, a. Die Inschrift der ä Glocke lautet: „Tröstet, tröstet mein Volk, redet mit Jerusalem freundlich. Jes. 40, 1, 2." Die 5 und a Glocken tragen folgende Inschriften: „Christus hat eine ewige Erlösung gefunden. Ebr. 9, 12." und „DaS Jerusalem, da» droben ist, daS ist die freie, die ist unser aller Mutter. Gal. 4, 26." Die Glocken wurden durch den Wirklichen Geh. Oberbaurath Adler zu Berlin bestellt, der den Plan der Kirche entworfen hat und unter deffen oberster Leitung der Bau steht. In der genannten Glockengießerei ist auch baß Geläut der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnißkirche in Berlin entstanden. * AlS automatischer Kegeljunge läßt fich eine Erfindung bezeichnen, die besonders tn Keglerkreisen große» Aussehen erregen wird. Dieselbe besteht in einer Vorrichtung, die eS ermöglicht, vom Anwurf ans die nmgeschobenen Kegel wieder anfzustellen und die geschobenen Kugeln wieder hereinzuholen, also den bekannten Regelungen vollständig überflüssig macht. An dieser Vorrichtung ist gleichzeitig auch eine Einrichtung getroffen, auS der man ersehen kann, wieviel bezw. welche Kegel gelegen haben und eine weitere ebenso einfache Vorrichtung zeigt baß fegen. „Banbeln" an. Da die mit dieser Vorrichtung probeweise versehenen Kegelbahnen sehr sicher functioniren, ist au der allgemeinen Einführung dieses automatischen Kegeljungen Wohl kaum zu zweifeln. Citeraiur unb lütitfi. — Jllustrirt« Geschichte der Reformatio« in Deutsch- land. In volksthümlicher Darstellung von v. Bernhard Nogge, Hosprediger tn Potsdam. Mit einem ff. Farbendruck, zahlreichen Text-Abbildungen und 30 Kunstdruckbetlagen. Reproduktionen nach Ortginalen alter Meister und moderner Künstler (Geiger, Hofmann, Kaulbach, König, Lcsiing, Lindenschmit, Labouchöre, Noack, Schnorr von CarolSfeld, Schwerdtgeburtb, Stelzner, Vogel, Thumann u. A.). PortrattS, Episoden, Facsimiles, Wappen, Pläne, Vignetten, Initialen rc. Vollständig in 10 Lieferungen i 75 Pfg. Jede Lieferung 3 biö 4 Bogen Text und 3 bis 4 Kunstbeilagen. Vollständig bis Ostern 1898. Gustav-Adolf-Verlag in Dresden-Blasewitz. Eine Reformationsgeschichte, in erster Linie allgemeinverständlich abgefaßt, daher textlich, wie auch durch zahlreiche fesselnde Abbildungen so recht zu einem besseren Volksbuche sich eignend, gab eS bisher noch nicht! Der weithin rühmlichst bekannte Hofprediger D. Bernhard Rogge in Potsdam dürste wie selten Jemand berufen sein, die für alle protestantischen Kreise so hochwichtige Epoche unseres kirchlichen wie auch politischen Lebens endlich einmal tn einem Lichte und in einer Weise vorzusühren, die daS Buch zweifelsohne zu einem der e ften und werthvollsten feiner Art stempeln dürfte. Nicht in trockenem Chrontftenstyl oder durch Quellenstudien wird der Herr Verfasier unß über jenen interessanten und hochwichtigen Zeitabschnitt belichten, sondern in packender, allgemeinverständlicher, durch eingehende Schilderungen der hauptsächlichsten Episoden noch besonders interessant gestalteter Darstellung, so daß vor dem Leser, wer er auch sei, ein übersichtliches, faßliches und vollständiges Bild der großen Zeit sich entrollt. Die beigefügten, theils in den Text gedruckten, theilS auf Kunstdruck-Tafeln befindlichen zahlreichen Illustrationen (sowohl Reproduktionen als auch Original-Abbildungen alter Meister wie berühmter Künstler der Neuzeir) unterstützen das Verständntß unb Interesse des textlichen Inhaltes ganz wesentlich. Mithin verdient dieses schöne Werk den Namen eines Volksbuches mit vollstem Recht, eS soll und wird in alle Schichten des evangelischen Volkes eindringen und ein wahrer und echter Hausfreund desselben werden, aus dem Jedermann immer und immer wieder sowohl Unterhaltung als auch Belehrung auS und über jene Zeit finden und schöpfen kann! Vermöge feiner glänzenden und gediegenen Ausstattung (Quartformat, schöner Druck, feines Papier und prächtiger Einband), sowie wege i de« ungemein billigen Preise« eignet sich daS Werk aber auch ganz besonders zu einem Festgeschenk für Jung und Alt! Lieferung 1 zur Ansicht (Lieferung 2 und Folge nur auf feste Bestellung) ist durch jede Buchhadlung zu beziehen. - ÄMtefle ArmeeSintheiluug. Im Verlag von Eduard Dörings Erden, Potsdam, ist soeben unter obigem Titel eine vollständige Übersicht des gesammten deutschen NetchSheereS unb der kaiserlichen Marine erschienen. DaS 84 Seiten fassende Büchlein, das für die Mannschaften bestimmt ist und nur 30 Pfg. kostet, ist nach amtlichen Quellen bearbeitet und enthält die Angabe der Standquartiere, Corpr -, Division«-, Brigade- und Regiments Kommandeure, fowte die Namenszüge der einzelnen Regimenter und deren Gründungsjahre. Diese Armee-Einthcilung, die jetzt im 33. Jahrgänge erscheint, ist durch alle B> chhandlungen, sowie birect von der Verlagsbuchhandlung zu beziehen. Aufruf an die Militär-Invaliden und -Anwärter in Oberhessen. Der Verband der Militär-Invaliden- unb Anwärter-Vereine zu Darmstadt, zu welchem über fünfzig durch ganz Deutschland verbreitete Vereine gehören, hat sich zur Aufgabe gestellt, die Lage der Militär-Invaliden au« Krieg«- und FriedenSzeit unb der Militär- Anwärter zu heben. Zu dtefem Zwecke werden von dem Verbände alljährlich Petitionen an den Reichstag eingereicht, welche bezwecken: 1. zu verhindern, daß die Mittel des großen JnvalidenfondS zu anderen Zwecken als für Versorgung der Kriegs Invaliden verwendet werden; 2. daß die Pensionen sämmtlicher Invaliden erhöht werden; 3. daß die Pensionen den anerkannten Invaliden nicht wieder entzogen werden; 4 daß die Wittwen und Waisen der Invaliden nicht ohne Fürsorge bleiben; . 5. daß alle Invaliden über ihre Ansprüche und die Wege zur Erlangung von Pensionen, Gnadcnpensionen unb Unterstützungen aufgeklärt werden; 6. daß die Militärdtenstzett der Invaliden unb Anwärter im Civilbienstverhältniß bei Bestimmung der Gehaltsstufen in Anrechnung kommt unb anbere Punkte mehr, welche gegenwärtig bie Wahrung berechtigtrr Interessen erheischen oder in Zukunft eintreten mögen. Wenn alle Invaliden und Anwärter unb bie leidenden, aber noch nicht al« Invaliden anerkannten Veteranen zusammenstehen, sich unseren bestehenden Vereinen anfchließen, bezw. neue Vereine gründen, so wird es der vereinten Kraft rascher gelingen, die obigen Siele zu erreichen, als bei interesselosem Verharren. Darum fordern wir auf zum Beitritt in die bestehenden Vereine und zur Gründung neuer Vereine und bitten alle patriotisch gesinnten Zeitungen, die ein Herz für die nothletdenden Vaterlandsverthetdtger haben, diesem unseren Aufruf Aufnahme in ihren Spalten zu gönnen. Insbesondere soll zu Gießen am 10. October d. I., Nachmittag« 2 Uhr, auf Lonys Bierkeller eine conftituirenbc Versammlung stattfinben, auf welcher zur Gründung eines Vereins Mr Oberhessen geschritten werden soll unb laben wir hiermit alle Interessenten bringenb ein, bei dieser Versammlung nicht zu fehlen. VerbaudSvorstaud de» deutschen Militär-Anvattden- und .«nwLrter-Bereiu» zu Darmstadt. /jgfr.x ay ■ i____■ _ MW— garantirt solide, SfidsnstOiw «»SS l---hbi von E|ten & «aussen, F£Jw, Crefeld. Chicago 1893. Brühl’sche Telephon Nr. 51. Imin nivers.-Buch- und Steindruckerei iiiiuitra GIESSEN (Pietsch & Scheyda) lllllll Vortheilhaft sollen sie ins Auge fallen und den Blick längere Zeit fesseln Verlag Druckerei und Expedition 7 SchuBstrasse 7. sollen ^bruekarbeiten, die der Empfehlung dienen, ausgeslattet sein W dnserate "W finden die weiteste Verbreitung. f Eigene Buchbinderei Stereotypie, Galvanoplastik Grosses Papierlager. darum gelten für dieselben folgende Hauptbedingungen Billigste Herstellung -----von Massen f Auflagen. n J| l-\ p1 ö K3 damit der Inhalt neu, ■VI Lz C. IV IN zeitgemäss erscheine / &iessener inrngeiger ( General-Anzeig er) . eUwMlatt ban qKamö Aisosan k mit der Beilage / Giessener Fannilienblätter. / und um überall Eingang zu finden, überall I F” f \ A AI | r zu gefallen EL l— L» V-3 ZA I I l-H Vjuvvi-''- “ । r = wS»luuim Anfertigung von Drucksachen aller Art für den amtlichen, kaufmännischen und privaten Bedarf. äk । ■ Bk i f— I | dem Papierkorb zum Trotze, IVI vJB | tZ Lm Lm dem Gedächtniss zur Stütze Hauptübung der grssmaten Gießener Feuerwehr. In Ausführung d« S 17 der Ortsfeuerlöschordnung werden hierdurch alle drei Lompmpüen der Gießener Feuerwehr — die Gießener freiwillige Feuerwehr, die Freiwillige Gail'sche Feuerwehr und die Pflichtfeuerwehr — zu der Montag de« 4. October, Pünktlich Abends 8 Uhr, auf Oswalds Garten beginnenden Hauptübuug geladen. 9985 Gießen, 27. September 1897. Der Branddirector: ________Traber.______ MMHIVM •••••• •«••••&a g Fräulein Landmann, g D gepr. Handarbeitslehrerin, ä — Giessen, Bleichstratze 14, — • ? ertheilt gründlichen Unterricht in allen Fächern der weiblichen ® W Handarbeiten. W g W Extracurse 7K g M für Weihnachts- u. Kunsthaudarbeiteu, wie Malen, M E Brennen, Schnitzen h. s. w. D Beginn des Unterricht«: 8963 W • Montag den 4. October. g so—•••••••••• Cementröhren- Lieferung. Die Lieferung von 96 lfd. m Cementröhren, 30 cm Lichtweite, wird Montag, den 4. Octbr. d. I., Nachmittags 3 Uhr, auf dem hiefigen Rathhause in Accord gegeben. GroßerpLinden, 27. Sept. 1897. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 9031 Versteigerungen Samstag, Örn 30. Brtobkr, Nachmittags 2'/, Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die dem Schreiner Marti« Lämmer in Gießen, an nachstehender Hofraithe gehörige ideelle Hälfte: Flur 1 Nr. 4a/te — 231 qm in der Neustadt öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. September 1897. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A-: Vogt. 8695 Empfehlungen. | Caviar, iroßkörnig, leicht gesalzen, empfiehlt 8999 Emil Fischbach. Fkiuile Margarine, per Pfd. 70 Pfg., Ersatz für Butter, empfiehlt 7971 _Arnold II., Marktstr. Täglich frischer Aepielmost bei 8962 __________Metzger Seng. Pumpernickel '•gguUr «L & ö. Wallenfels, 392 Markt 21. - Telephon 46. DarinSiidt. pserdmarkt. Ziehung am 6. Cd. empfiehlt 8740 Kich.Buchacker Neuen-Bäue 11. Rossmark-Pomade Die SSnigtn aller Pomaden, einz. sich. wirk. Mittel gegen HaarauSf. rc. rc. Reine» doppelt geläut. Rossmark z. Einr geg. Rbeumatis., verrenk-, verst., steif- o- erfr. Glieder, fcrovhul. Kinder rc. Beides Srztl- empf., gef. geschützt und nur echt, wenn mit Echuhm. versehen. Pomade A Dose 60 Rohm ä ftl.1 Nur echt im Alleinverkauf für Gießen bei «. Dort, Wallthorstr. 45. [7015 LOOSE h 1 flk. 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