ao M, Aroma idischen currenz- feinste 7285 c •ViPfd- ;asse. hülerstr. ien Baue, isburg. reg. , Ifarktpl. ktstrnsse arkt. eu ilerr, 2 Ttüd int) Treppen. • Wellblech. (, eia Licht' -ewerkzeog, 'chiae, Dach- 5000 Kg. eine große eiv eisern« ppArchtt W »tr 10131 ! 22 80 93.26 . 1887 3610 a M 18ö< 10160 Ott. j(0.60 AZ» etttf Gtl> 80.96 17020 t.16'/' Nr. 205 Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, wit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Ilnmttienvtäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegr. Erstes Blatt Donnerstag den 2 September_________________ Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. 1807 Lierteljähriger Aöonnementspretrr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chnkkraße Kr.7. Fernsprecher 5k Aimts- und AnzeiKeblntt für den TTvers Giefzen. Unnahme Don Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienölätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgtya. Das Kaiserpaar in Bayern. Am Tage 27jähriger Feier deS Sieges bei Sedan Weilt das deutsche Katsrrpaar auf bayerischem Boden, um den Paraden des dortigen 1. und 2. Armeecorps beizuwohnen. Der Einzug in Würzburg erfolgt am Mittwoch, während am 2. September der Stadt Nürnberg ein Besuch abgestattet werden soll, von wo die Rückkehr an demselben Abend nach Würzburg erfolgt. Am Freitag, den 3. September Früh, treten sodann die Kaiserlichen Herrschaften die Reise nach Homburg zu den Katsermanöoern an. Der Anwesenheit Kaiser Wilhelms in Süddeutschland hat man von jeher eine größere Bedeutung beigelegt. Wenn auch die Maingrenze gefallen ist, so stehen sich der Norden und Süden Deutschlands doch immer noch nicht so einig und vertrauensvoll gegenüber, wie es im Interesse der wahren Größe deS deutschen Reiches wünschenswerth wäre. Man braucht aber bekanntlich in dieser Beziehung gar nicht einmal den Norden und Süden Deutschland» einander gegenüberzustellen, auch innerhalb der Grenzen des früheren norddeutschen Bunde- treibt der LocalpatriotiSmuS noch reiche Blüihen, ist der ParticulartSmuS keineswegs auSglstorbrn, sondern gewinnt im Gegentheil immer mehr an Umfang — trotz Kaiser und Reich. Und was nun gar die süddeutschen Staaten betrifft — wir haben hierbei hauptsächlich Bayern und Württemberg im Ange — so ist eS ja hinreichend bekannt, daß daselbst ein gewisser Preußenhaß florirt, welcher vielfach von hochstehenden Seiten Nahrung erhält und geschürt wird. „Wir wollen keine Preußen sein", dieser PaffuS auS dem luxemburgischen Nationalliede wird auch in Bayern und Württemberg in allen Tonarten gesungen, wenngleich nicht ein Jeder zu einem Preußenfreffer ä la Sigl sich herauSgebildet hat. Die Stimmung tn den beiden genannten Staaten ist übrigens an den maßgebenden Berliner Stellen wohl bekannt, und man sucht jede Veranlassung zu vermeiden, welche etwa da» Nationalgesühl der Süddeutschen bele digen könnte. Der erste deutsche Kaiser hat von dem ihm als Bunde-« seldherrn zustehenden Rechte der Jnsptcirung der bayerischen ArmeecorpS keinen Gebrauch gemacht- er betraute vielmehr den damaligen Kconpctnzen Friedrich Wilhelm, späteren Kaiser Friedrich, mit dieser Aufgabe. Und Kronprinz Fritz hatte bet den Süddeutschen einen Stein im Brette von Anno 1870/71 her, wo seiner Führung auch die süddeutschen Truppen anvertraut waren, bet welcher Gelegenheit er sich große Sympathien erworben hatte. Kaiser Wilhelm der Zweite ist heute nicht zum ersten Male während seiner Regierung in Bayern, um siineS militärischen Amtes zu warten, und man erinnert sich bei dieler Gelegenheit wohl noch der Preßfehde, welche über die Berechtigung de- Kaisers ausgefochten wurde, die bayerischen Truppen zu insp ciren. Die besondere Gunst der Münchener hatte sich Kaiser Wilhelm II. Im vorigen Jahre durch den Ankauf der Schack Gallerie erworben und dadurch, daß er dieselbe dem größeren Publikum berettwilltgft zur Versügung stellte. Bet seinem letzten Besuch in der bayerischen Hauptstadt kam der Dank, welchen ihm bie Bewohner Isar-Athens dasür zollten, zum vollen Ausdruck, rind man kann wohl sogen, diese Schock Gallerte bildete eine veue Brücke zur Verständigung zwischen Nord und Süd, zwischen Kaiser und Bahernvolk. Deshalb darf man an- vehmen, daß diesmal der Empfang de- Kaisers in Bayern poch herzlicher ausfällt, als sonst und daß die Begeisterung, welche sich der Süddeutschen bemächtigen wird, der Ausdruck ehrlicher Ueberzeugung ist. Gelegentlich der Anwesenheit Kaiser Wi'helms in Würz- bürg soll, wie von verschiedenen Seiten übereinstimmend gemeldet wird, auch eine Besprechung zwischen ihm und dem Prinzregemen über die Militätstrafproeeß«Ordnung starr« finden. Soweit bisher über den Staub dieser Angelegenheit Mitteilungen tn die Oeffentltchkett gelangten, lauteten dieselben dahin, daß das Befiätigungsrecht des Obersten Kriegs- Herrn und der Oberste MilitärgerichtShof noch die Klippen bildeten, deren Beseitigung bezw. Umschiffung bisher nicht möglich gewesen sei, da insbesondere Bayern auf Grund seine- Neservatrechts nicht auf einen eigenen Obersten Gerichtshof verzichten wolle. Etwas positiv Sicheres ist natürlich hierüber nicht bekannt geworden, aber es wäre mit großer Freude zu begrüßen, wenn die Anwesenheit de- Kaisers tu Bayern die Frage der Reform des MtlitärstrafploceffeS fördern und ihrer endlichen Regelung zusühren werde- Denn die Regierung hat sich der VolkSverrretung gegenüber so formell zur Abänderung der Mtlitärstrafproceß-Ordnung verpflichtet, daß ein Ausweichen schier unmöglich ist und die lange Verzögerung, welche die Erledigung der Frage erlitten hat, schon Siel böses Blut und Beunruhigung erregte. Im Interesse des Ansehens der Regierung würde es daher liegen, wenn in die Verhandlungen und Beratungen ein etwa- schnelleres Tempo kommt. AuS dem Umstande, daß der Verweser des Auswärtigen Amts, Botschafter v. Bülow, auf Befehl deS Kaisers nach Würzburg abgeretst ist, schließt man, daß tatsächlich die Zusammenkunft deS Kaiser- mit dem Prtnzregenten von Bayern dazu benutzt werden soll, über mancherlei schwebende Angelegenheiten eine Verständigung herbetzusühren. Ob freilich diese Besprechungen auch in der Richtung eine Wirkung haben, daß der künftige Mtlitärstrafprocrß dem Wuniche der Mehrheit deS Volke» entsprechend geregelt wird, ist sehr zu bezweifeln- eS wird sich dabet wahrscheinlich nur um Cornpetenzfragen handeln, die mit dem eigentlichen Inhalte der Reform nicht- zu thun haben. Und gerade Bayern wäre doch in der Lage, mit seinen Erfahrungen, die eS auf dem Gebiete eines zeitgemäßen MtlttärftrafproceffeS gemacht hat, auf die Einführung eine» solchen in ganz Deutschland hinzuwirken. Die Zeit wird lehren, ob die Festtage in Bayern tn dieser Beziehung einen Gewinn für da» deutsche Volk bedeuten werden. (XX) Zum Sedantage. Ist eS recht, Kriegstharen zu feiern, wo alle Welt sich des Frieden- freut? Z ernt eS, Waffenerfolge zu Preisen, wo wohlmeinende Menschen rufen: „Die Waffen nieder! Ein Ende habe Blutvergießen und Krieg! Schiedsgerichte sollen den Weltfrieden sichern!" — Allen Idealismus tn Ehren, und aller Friedfertigkeit Schutz und Segen - aber es verkennt die Welt, wer hier auf ewigen Frieden hofft. Wie trotz Gellerts schöner Parabel von den Processen das Procefsiren nicht aufhört, so wird auch das Kriegen kein Ende haben, so lange Menschen noch Menschen find und jede Nation ihren eigenen Character, ihre eigenen LebenSinteressen und ihre eigene Eyre besitzt und schützen muß. DaS war es, was Deutschland tn diesem Jahrhundert groß gemacht hat und zuletzt in den Krieg, aber auch zum Sieg und zur RetchSetnhett führte, daß es seit der Erhebung in den Freiheitskriegen endlich begann, sich seinem eigenen Character gemäß und nach seinen eigenen LebenSinteressen zu entwickeln. ES fing an, sich frei zu machen von der Macht welschen Einflusses. Das führte tm letzten Grunde zu der wachsenden Spannung. Darum griff zuletzt der neidische Nachbar tm Westen unS an. Und die Waffentüchtig« kett des deutschen Volkes war eS nächst der Barmherzigkeit Gottes und der Weisheit unserer Heerführer, die unß dann die ununterbrochene Reihe der Stege, die unß den glänzendsten Sieg bet Sedan errang NichtSwürdig wäre — nach dem Dichterwort — die Nation gewesen, Härte sie damals nicht um ihrer Ehre willen zum Schwert gegriffen- nichtswürdig wären wir, wollten wir jene großen Tage vergessen und uns nicht mühen, den heldenhaften Sinn tn unserem Volke zu erhalten, der und zu solcher Höhe geführt har. Ein starker Character und etn scharfe- Schwert: da- ist's, was ein Volk auf die Höhe führt- das ist'», was un- allein auf der Höhe erhalten kann. Unser Kaiserlicher Herr müht sich ohne Ende, unsere Armee tn Kampfbereitschaft und Tüchtigkeit zu erhalten. Sorgen wir, daß unser Volk auch die Kraft seines Charackers in den Tagen des Frieden» nicht verliere: die alte deutsche, fromme, treue Art. Dann tröstet uns da- Wort Ernst Moritz Arndt'»: Deutsche Freiheit, deutscher Gott, Deutscher Glaube ohne Spott, Deutsches Herz und deutscher Stahl Sind vier Helden allzumal: Diese steh'n wie Felsenburg! Gott walt's, daß Reich und Volk so burgfest bleiben! Deutsche» Reich. Burg Friedberg. 31. August. Gestern Abend traf die Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein mit der Hofdame Miß Loch von Bad Nauheim hier zur Großherzog. lichen Tafel ein, die um 8 U)r stattsand. Dazu hatten noch Generalmajor v. BiSmarck, Oberstlieutenant v. Woyrsch, Rittmeister v. Geldern, die Lieutenant» v. Lößl, Meister und v. Köppen, die gestern in Friedberg einrückten, Einladungen erhalten. Heute früh 7 Uhr ritten der Großherzog und die Großherzogin zum Manöver Über Melbach nach Södel und Umgegend. Um 2 Uhr 25 Min. findet die Ab- reise zur Parade bei Würzburg statt. Im Gefolge des Großherzogs werden sich Generallieutenanr Grneraladjutant Wernher, Oberftallmeister Frhr. Riedesel zu Gtsenbach und Flügeladjutant Major Frhr. v. Röder befinden. Aeueßte SuchsHchsssv»' Wolff- telegraphische- Correspondenz-Bureim. Berlin. 31. August. Der „ReichSanzetger" schreibt: Im Laufe diese- Sommer- haben die StaatSbahnen eine ungewöhnlich große Anzahl schwerer Betrieb-Unfälle zu beklagen. Die königlichen Eisenbahndirectiouen find zwar schon erneut darauf htngewiesen worden, für die Sicherheit de- Betriebrs tn ihren Bezirken unausgesetzt und mit allem Nachdruck besorgt zu sein und streng darüber zu wachen, daß daß im äußeren Dienste stehende Personal seine Instructionen und die sür die Betriebssicherheit erlassenen Vorschriften nicht nur genau kennt, sondern auch sicher anzuwenden versteht, und eß darf erwartet werden, daß die Eisenbahnbehörden wie die Staatseisenbahnbeamten aller Grade ihrer Beruf-- pflicht gewissenhaft nachkommen werden. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat jedoch noch Anlaß genommen, eine besondere Commission mit der Aufgabe zu betrauen, in den einzelnen Dtrection-bezirken, auf größeren Bahnhöfen und für besonders schwierige Berkehr-puvkte und Strecken: 1) die betriebSficherheitlichen Anordnungen und Einrichtungen, 2) die Zahl, Diensteintheilung, Dienstdauer und Dienstkenntniß de- PersovalS des äußeren Dienste- unter Zuziehung von geeigneten Beamten de- Bezirks zu prüfen, sowie 3) die allgemeinen sür die Sicherheit deS Betriebes erlassenen Bor- schriften einer erneuten Revision zu unterziehen. Koblenz. 31. August. Bei der Denkmalsweihe hielt der Fürst zu Wied eine Rede, welche im Wesentlichen Folgende» enthielt: Ew. Majestät erlaube ich mir Namen- der Rheinlande den allerunterthänigsten Dank zu Füßen zu legen für die Thetlnahme an der heutigen Feier. Ew. Majestät selbst haben diese Stelle am Deutschen Eck, am Zusammenflüsse der beiden sagen- und sange-reichsten Flüsse Deutschlands, de- Rheins und der Mosel, zur Errichtung diese- Denkmals bestimmt. Dieser historische Boden ist ein hehre» Zeichen in doppelter Beziehung: Einmal kann Niemand auf dem Rhein oder an dem Rhein entlang fahren, ohne dtese- Denkmal zu erblicken, da» die Rheinprovinz als ein Zeichen tiefster Dankbarkeit ihrem großen Könige errichtet hat. Dann aber: tn Coblenz war e», wo der damalige Prinz von Preußen zielbewußt den Plan zur Reorganisation der preußischen Armee selbst ausarbeitete und so den Grund und den Eckstein schuf, auf dem allein der Bau des einigen deutschen Reiche» entstehen konnte. Kaiser Wilhelm der Große war groß in der Demuth, als er im Mannesalter da» Schwerste ertragen mußte, Verkennung und Verbannung, und al» er erst im Greisenalter seine unerhörten Erfolge errang und so viel Kränze um die Fahnen seiner Armee wand, da gab er stets und überall demüthig Gott die Ehre und freute sich neidlos über den Erfolg seiner Staatsmänner und Feld« Herrn. Er war groß tn der Opferwilligkeit zum Besten seine- Landes und seines Volkes, er war groß in der Treue, am größten aber war unser Kaiser an Güte und Milde. Wenn jeder von unS in seinem Herzen ein Denkmal seiner herrlichen Tugenden einpflanzen und seinem Borbilde nach« eifern würde, dann gäbe eS, so weit die deutsche Zunge klingt, keine Unzufriedenheit mehr. Am Fuße diese- Denk- mals treten im Geiste alle Rheinländer zusammen und huldigen mit unS ihrem Kaiser und König und schwören ihm, tn guten und tn bösen Tagen, mit Gut und Blut treu und gehorsam seiner Befehle gewärtig zu sein, und bekräftigen dies mit dem Rufe: „Se. Majestät, unser allergnädigster Kaiser und König, Ihre Majestät, unsere allergnädtgste Kaiserin und Königin, sie leben Hoch! Hoch! Hoch!" Hamburg. 31. August. Der König von Siam ist heute Nachmittag 2 Uhr hier etngetroffen und von dem siamesischen Generalkonsul Pickenpach, dem Bürgermeister Dr. VerSmann und anderen Spitzen der Behörden auf de« Bahnhofe empfangen worden. Nach Abschretten der Ehren« compagnie bestiegen die siamesischen Gäste mit dem Bürgermeister Dr. VerSmann einen vierspännigen Galawagen und begaben sich nach dem „Hamburger Hof", wo ein Imbiß eingenommen wurde. Hierauf stattete der König einige Besuche ab und begab sich um 5 Uhr nach der Gartenbau- Ausstellung, woselbst um 6 Uhr ein Diner zu 32 Gedecken stattfi^idet. Leipzig. 31. August. In Anwesenheit von Vertretern der Staats- und städtischen Behörden, sowie de» Handels und unter Beteiligung zahlretcter auswärtiger Meßbesucher wurde heute das Denkmal des Kaiser» flKaftmiltQn enthüllt, da» zur Erinnerung an die Verleihung des Mev- prtvtlegiumS, die vor vierhundert Jahren durch den Kaiser Maximilian erfolgte, errichtet wurde. Der Oberbürgermeister hielt die Festrede. Paris, 31. August. Die Straßen von Pari- find bereit- äußerst belebt,- die meisten Lädeu find geschloffen - die Biflaggullg der Häuser übertrifft bet Weitem die am 14. Jult herkömmliche. Heute früh wurden von zwei Der« tretungen patriotischer Gesellschaften Kränze an dem Stand« bilde der Stadt Straßburg utedergelegt. Auch in den Pro- viozstädteu wird die Rückkehr de- Präfidenteu Faure be- geistert gefeiert. Dem Präsidenten find zahlreiche Adressen zugegangen. Dünkirchen, 31. August. Der vom Präsidenten Faure auSgebrachte Toast bet dem von der Stadt gegebenen Festmahl lautet wörtlich wie folgt: „Sie werden verstehen, daß meine Gedanken sich nach dem großen Reiche zurückwendeu, welche- der französischen Republik in der Person seine- ersten Beamten einen großartigen Empfang bereitet hat, dessen Gedenken unsere Herzen stet- in patriotischer Be- wegung erschüttern machen wird. (Beifall.) Mit Recht haben Sie daran eriuoert, wie da- immer getreue Frankreich die Freuden und Leiden seiner Freunde zu theileu weiß. Durch ihre Loyalität, ihre Weisheit und ihre politische Größe hat unsere Demokratie eö verstanden, unser Land auf seinen wahren Platz unter den Nationen zu stellen. (Erneuter Beifall.) Durch ihre Treue wußte unsere Demokratie die Anhänglichkeit de- Volke- zu gewinnen und festzuhalten und in einem gleichen friedlichen Ideale die innige Bereinigung zweier großen Nationen zu begründen, welche eine- der bedeutsamsten Ereignisse aa der Wende de- Jahrhundert- bildet." (Wiederholter Beifall.) Die Rede wurde mit den Rufen: „ES lebe Präsident Faure — Er lebe Frankreich!" ausgenommen. Depeschen de- Bureau .Herold.' Berlin, 31. August. Der Kaiser hörte heute Vormittag im Schloß zu Cobleuz den Vortrag deS Generals v. Hahnke. Die DeukmalSenthülluug wurde wegen des Regenwetters auf Nachmittags 4 Uhr verschoben. Berlin, 31. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine große Reihe von Ordensverleihungen, die aus Anlaß der Anwesenheit des Kaisers in der Rhetnprovtnz, der großen Herbst-Manöver und der Enthüllung des Kaiser- Wilhelm-Denkmal- tu Coblenz erfolgt sind. ES erhielten u. A. den Rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub der Landschaftsmaler Professor Oswald Achenbach in Düsseldorf, sowie die Regierungspräsidenten v. Hartmann io Aachen, Freiherr v. Rheinbabeu in Düsseldorf und Dr. Wentzel tu Tobleuz, den Stern zum Kronenordeu 2. Klaffe der Reich-tagSabgeordnete Freiherr v. Stumm, den Kronenordeu 2. Klaffe mit dem Stern der Bischof von Trier, Dr. Kor um. Cobleuz, 31. August. Heute Morgen trat strömender Regen ein- infolge dessen bat der Kaiser, die Feier zur Enthüllung deS Denkmals auf 4 Uhr Nachmittag- zu verlegen. Anwesend waren das Kaiserpaar, die Großherzogin von Baden, Prinz von Schaumburg-Ltppe und andere Fürstlichkeiten, die Staatsminister Miquel, Schönstedt, Posa- dowSkt, die Stände der Provinz, die LaudtagSabgeordneten, die Oberbürgermeister der Rheinprovtuz. Punkt 4 Uhr legte das Katserschtff am DenkmalSplatze au uud eS begann sofort die Feier mit Gesang. Hierauf hielt der Fürst zu Wied, LandeSmarschall der Rheinprovtuz, eine Ansprache au den Kaiser, die mit einem Hoch auf die Majestäten schloß. Sämmt- ltche MufikcorpS stimmten die Nationalhymne an. Auf der DenkmalSterraffe waren grupptrt: die Abgeordneten der Krtegervereine und der Provinz, die Studenten von Bonn und des Polytechnikums tu Aachen. Dte Ehren-Compagute stellte das Bonner Husaren-Regimeut. Nach der Ansprache machte der Kaiser mit der Großherzogin von Baden und den anderen Fürstlichkeiten einen Rundgang um daS Denkmal. Hierauf nahm der Kaiser die Parade über die Coblenzer Garnison ab, kehrte dauu unter den Jubelrufen der tausend- köpfigen Menge zum Denkmalsplatz zurück uud bestieg da« Kaiserschiff, um dte Rückfahrt nach dem Refideuzschloß anzu- treteu. Um 6l/,Uhr begann im wetßeu Saale drS Schlosse- daS Essen, welches der Kaiser den Ständen der Rheinprovlnz gab. Heute Abend 9 Uhr findet dte Ufer- und Höhen- beleuchtuug statt. Nachmittags 1 Uhr gab der Theilhaber der Firma Reinhardt u. Co. den Mitgliedern des Provinzial- Landtages ein Festbanket. — Die Abreise der Majestäteu nach Würzburg ist auf Abends 11 Uhr bestimmt. DaS Wetter hat fich prachtvoll gestaltet. Dte ganze DeukmalS- feter verlief bet schönstem Sonnenschein. Der Verkehr in der Stadt ist ein sehr enormer. Verkehrsstörungen und Unfälle sind nicht vorgrkommen. Kol», 31. August. Dte „Köln. Ztg." meldet aus Petersburg: Bet der Abfahrt des französtscheu Ge schwaderS fehlten 150 Mann der SchtssSbesatzung, dte am Tage vorher an daS Land gegangen waren. Jetzt fehlen noch 20 Maun, welche von der Polizei eifrig gesucht werden. Wiesbaden, 31. August. Der russische Gesandte am bayrischen Hofe, Graf von Bontinef, ist heute früh hier infolge eines Schlaganfalles gestorben. Landshut, 31. August. Katholikentag. Erste öffeut- liche General-Versammlung vom 30. August. Präsident Dr. Bachem begrüßt die Anwesenden und weist darauf hin, daß einen neuen Culturkampf nur vollständige Einigkeit deS Centrums vermeiden könne. Dasselbe konnte sich bis jetzt nicht den Luxus einer eigenen Zeitung erlauben. Erzbischof Antonius spendete der Versammlung den Segen. Hierauf spricht Frhr. v. Hertling über KatholiciSmuS und Wissenschast, dabet betonend, daß zwischen göttlicher Offenbarung und geistlicher Forschung ein Widerspruch nicht bestehe. Alsdann sprach Dompredtger Steininger über PetruS CautsiuS und seine Verdienste um die katholische Sache, endlich Dr. Schadler über christliche Charitas, derselbe empfiehlt Ausdehnung des VereinSweseuS, Gründung von Mädchenhetmen, Bekämpfung des AlkoholtSmuS ic. — Abends fanden mehrere Commerse katholischer Studenteu-Verbiudungen statt. Landshut, 31. August. Katholikentag. Heute Bor- mittag fand die General-Bersammlung de» VolkSveretuS für daS katholische Deutschland statt. Zn derselben hatten fich u. A. eiugefunden: Dr. Lieber, Dr. Pichler, Dr. Orterer u. s. w. Fabrikbesitzer Brandt München-Gladbach begrüßte die Versammlung und bezeichnete als Zweck deS Vereins, das Volk auf coofessionellem Boden zu sammeln und zu organifiren. Der Geueralsecretär Dr. Piep aus München Gladbach erstattete hierauf den Rechenschaftsbericht. Reichs- uud Land- tagsabgeordneter Dr. Pichler bezeichnete den BolkSvereiu als das beste Panier für dte Begründung und den Ausbau der christlichen Baurrn-Vereine. LaudgerichtSrath Groeber rühmte den Aufschwung deS katholischen VolkSveretuS in Württemberg. Dr. Lieber meint, der großen Parole: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch", müßte wenigstens eine Parole der Katholiken entgegengesetzt werden: „Katholiken, vereinigt Euch". Nachdem noch Dr. Orierer dte Versicherung abgegeben, daß die Katholiken stets gute Deutsche, gute Bayern und gute Katholiken bleiben werden, wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden mit einem Hoch auf den Kaiser, den Papst und den Prinz-Regenten geschloffen. Wien, 31. August. Nach römischen Meldungen polnischer Blätter legt Cardinal LedochowSki schon demnächst die Würde des Präfecteu der congregatio de Propaganda fide nieder. Venedig, 31. August. In einem Tapeteulager am Landungsplätze brach Feuer aus, welches das ganze Gebäude zerstörte. Während der LöschuugSarbeiten stürzte daS Dach zusammen, schlug eine Mauer nieder uud fiel mit dieser iu deu Canal, wo 100 Feuerwehrboote sich befanden. Mehrere Mann von der städtischen und militärischen Feuerwehr wurden unter den Trümmern begraben, mehrere schwer verletzt- viele werden vermißt. Unter dem Eindrücke des Unglück- wurden Seitens deS StadtratheS die Abend-Coucerte abgesagt. Brussel, 31. August. Dte Presse befürwortet die Absicht der Gründung einer belgtsch-holläudischen Alliauz zur Vertheidiguug Belgien- und Hollands. Duvkirche», 31. August. Präsident Faure traf heute Vormittag 10 Uhr hier ein und wurde von Meline und dem Marioemiuister empfangen. Meline sprach dem Präsidenten dte Glückwünsche deS CabtnetS zum glücklichen Ausgange der Reise aus. Die Bevölkerung brachte dem Präsidenten großartige Ovationen dar. Loudon, 31. August. „Morningpoft" meldet, England habe, um ein Einvernehmen mit Deutschland zu erzielen, vorgeschlagen, Artikel 2 der Friedenspräliminarien mit Artikel 6 zu verschmelzen. — Der Artikel 2 beziehe fich auf die Interessen der griechischen Staat-gläubiger. Loudon, 31. August. Au- Bombay wird gemeldet, daß dort große Unruhen au-gebrochen sind. Mehrere Redacteure wurden wegen Aufreizung verhaftet. Paris, 1. September. Entgegen den Prophezeiungen der chauvinistischen Blätter hat gestern Abend Präsident Faure beim Borbeifahren an der Straßburg Statue weder gehalten noch gegrüßt. Die heutigen Blätter beklagen fich, daß der Präfident bei seiner gestrigen Rede in Dünkirchen da- Wort Allianz nicht gebraucht habe. Dem gestrigen feierlichen Tedeum in der Sacre Coeur-Kirche wohnten 8000 Personen bei. Der Brief de- Cardinals Richard wurde verlesen, worin eS beißt, die katholische Kirche werde zu Gott beten, damit die Vereinigung Frankreichs mit Rußland Europa die Gewähr des Friedens und der Sicherheit bringen möge. Paris, 1. September, Präfident Faure ist gestern Abend 6 Uhr hier eingetroffen und von den hier zurückgebliebenen Ministern, den Präsidenten des Senats und der Kammer und den Mitgliedern des Generalraths und Stadt- raths am Bahnhofe empfangen worden. In den Straßen, welche der Präfident pasfirte, herrschte reges Leben. Auf dem Concorbienplatz bestieg Faure eine Tribüne, um eine Adreffe der Pariser Kauflrute und Industriellen entgegenzunehmen. Dte Adreffe gipfelt in dem Satze: Friede ist unser größter Wunsch, der Friede wird uns gestatten, da« Werk von 1900 zu vollenden, welches Vielen Freude bereiten und den gerechten Lohn ihrer Bemühungen bringen möge. Am Opernplatz ließ, der Präfident halten und hörte die russische Hymne und die Marseillaise an. Der Jubel der ungeheuren Menge war unbeschreiblich. Faure fuhr bittet nach dem Elysee, wo die Minister bet ihm dinirten. Als der Wagen des Präsidenten die Madelainektrche pasfirt hatte, explodirte in dem rechten Säulengang eine mit Pulver und Metallftücken gefüllte Blechbüchse. Personen wurden nicht verletzt, auch sonst kein Schaden verursacht. Als der That verdächtig wurde der Advocatenschreiber Moulin und der 20jäyrige Färber Hedrol verhaftet. Letzterer trug ein Packet, in welchem fich die Bombe befunden haben soll. WB. Cobleuz, 1. September. Der Trinkspruch des Kaisers bei dem gestrigen Festmahle gedenkt zunächst des herzlichen Empfanges bei seiner jüngsten Rheinlandreise, er dankte für die gegenwärtige herrliche Denkmalfeier, wobei schöner als aus Erz und Stein der DankeSjubel des Volkes für den Heimgegangenen Herrscher hervortrat, welcher hier vorausschauend die großen Werke vorbereitete und fich als auSerwähltes Rüstzeug Gottes betrachtete, als er den Thron bestieg und besonders den Fürsten ein herrliches Kleinod wiedererrang, das Königthum von Gottes Gnaden, da« Königthum mit seinen schweren Pflichten, daS unter niemals endenden Mühen arbeite, der furchtbaren Verantwortung vor dem Schöpfer allein fich bewußt, wovon kein Mensch, Minister und Abgeordnetenhaus, kein Volk den Fürsten entbinden kann. Nach dem Wunsche für eine segensreiche, langandauernde FriedenSarbeit schloß der Kaiser mit einem dreimaligen Hoch auf die Rheinprovinz. Cocele# tuet proohtjitOlfo Sietes, deu 1. September • • Zur Ehrenwache am 3. September beim Empfang der Majestäten in Homburg wird außer dem combinirten Ehrenwachtcommands und der Fahnencompagnie (10.) de- Hombnrger Bataillons noch die Leibcowpagnie des 116 Regiments in Homburg eintreffeu. • • Vom Saifermauover. 32 Perfonen-Sonder- züge verkehren aus Anlaß der Kaiserparade zur Erreichung des Paradefeldes neben deu fahrplanmäßigen Zügen zwischen Wiesbaden-Frankfurt, Hanau-BonameS, Frankfurt a. M.- BonameS und Frankfurt-Homburg. Auf letzrerer Strecke fahren vier Souderzüge, da mit den fahrplanmäßigen Zügen Gelegenheit genug geboten ist, nach Homburg und zurück zu gelangen. — In der Richtung der verlängerten Bismarck straße im Fauerbacherfelde ist seit Sonntag Abend die Feldbäckerei mit 30 Oefen Tag und Nacht in Thätigkeit. ES ist sehr intereffant, daS Leben und Treiben daselbst zu be obachten. • • Die Kaiserparabe macht fich bereits bemerklich- täglich pasfireu größere Truppeoabtheiluugen, vorwiegend Cavallerie, in der Richtung nach Friedberg unsere Stadt. * * Vortrag. Sonntag den 5. September, Nachmittags 4 Uhr, wird Frau A. Edinger, Vorsteherin de- „Kaufmännischen Vereins weiblicher Angestellten zu Frankfurt a. M.", im hiesigen „Kaufmännischen BereinShause" einen Vortrag halten über „Frauenarbeit im Handelsgewerbe." • * Die Beschränkung der Postpacketbefordernug en Bonn- und Festtagen. Eine Anzahl Detaillisten-Veretne (darunter auch der Gießener) haben an den Reichstag folgende Petition gerichtet: „Hoher Retch-tag? Der Antrag der Budget- Commisfion deS Hohen Reichstages: Die Packetbesördrruvg an Sonn- und Festtagen auf Eilsendungen zu beschränken, hat in den betheiligten Handelskreisen zu lebhaften Erörterungen geführt und ist auf der am 28. März d. I. statt- gehabten Conferenz der süd-westdeutschen Detaillisten-Vereine, in welcher unterzeichnete Körperschaften vertteten waren, Gegenstand eingehender Brrathuugen gewesen. In diesen Berathungen kam einwüthig zum Au-druck, daß eine Beschränkung in der Packelbestellung, wie von der Budget- Commission beantragt, den Detailgeschäften eine empfindliche Schädigung bereiten würde, weil eine große Anzahl von Ge- fchäftezweigen auf den Empfang der Pockete an Sonntagen geradezu angewiesen find. In hohem Maße ist solche« der Fall in Confection-geschäften, Putzgeschäften und Modewaaren- geschästen, welche ein erhebliche- Jntereffe daran haben, daß fie in der Zeit der oft sehr knapp bemeffenen Saison ihre eiligen Sendungen, ihre extra bestellten Stücke u. s. w. an jedem Tage empfangen können- fie haben ein noch er heblicheres Jntereffe daran, daß ihren auswärtigen Kunden auch an Sonntagen die bestellten Maaren zugängig gemacht werden, zumal wenn e- sich um neue Kleidungsstücke Han beit, bereit Lieferung gerade für Sonn- und Feiertage dringend gewünscht wird. Von Wichtigkeit ist die schleunige Ablieferung von Packeten ferner für die Delicateß- und verwandte Brauchen, deren Maaren bei längerem Lagern auf der Post leicht dem Verderben ausgesetzt find. Aber auch alle anderen Geschäfte würden von der Nicht-Bestellung der Packcte an Sonntagen insofern betroffen werden, al- die unmittelbare Folge dieser Maßregel eine Anhäufung von Packeten sein würde, welche eine prompte Ausgabe und Ablieferung der Packete an Montagen empfindlich stören mühte. Die oben ausgeführte Nothwendigkeit für zahlreiche Detailgeschäfte, ihre Postpackete auch an Sonntagen zu empfangen, wird allgemein als eine so erhebliche betrachtet, daß diese Kaufleute sich genölhigt sehen würden, ihre sämmtlichen für Sonntag zu erwartenden Packete als Eilpackete befördern zu laffen. Hierdurch würde einerseits eine kostspielige Belastung des Drtailgeschäfte- eintreten, welche gerade von kleineren Geschäftsleuten als eine sehr drückende empfunden werden würde. Andrerseits würde die wohlwollende Absicht der Antragsteller, „den Postbeamten ein größeres Matz von Sonntagsruhe zu Theil werden zu lasten" in das Gegentheil verkehrt werden, da der Postdienst, welcher gegenwärtig an wenigen Sonntags- Vormittagsstunden besorgt wird, fich nunmehr durch die Beförderung von Eilpacketen auf den ganzen Sonntag erstrecken und den Postbeamten eine vermehrte Sonntags- thätigkeit aufbürden würde. AuS allen diesen Gründen hat die Conferenz süd-westdeutscher Detaillistenvereine einstimmig beschlosten, an den Hohen Reichstag die Bitte zu richten, dem Antrag der Budgrt-Commisfion: die Beförderung der Postpackete an Sonn- und Festtagen auf Eilsendungen zu beschränken, die Zustimmung zu versagen." (Unterschriften.) * * Lehrerheim Vogelsberg. Herr Geh. RegierungSrath Hugo BuderuS zu Hirzenhain hat für die Verloosuag zu Gunsten deS HeimS einen vernickelten Etagcn-Regulir-Füll- ofeu mit Luftheizung, sowie zwei weitere hübsche Preise gestiftet. * * Das bereits erwähnte «ufucheu der Verwaltung der Thüringischen Staatslotterie, wonach Baden und Hessen der Beitritt zur staatlichen Thüringer Klastenlotterie nahe gelegt worden ist, würde, falls der Beitritt wirklich ausgesprochen würde, als eine sehr glückliche Lösung eines Dilemmas erscheinen, in welche- unsere Regierung gerathen. Bekanntlich hatte fich Herr Fioauzminister Weber mit aller Entschiedenheit gegen die Neugründung einer hessischen Staat-lotterie ausgesprochen, während die überwiegende Majorität der Zweiten Kammer die Einsührung einer solchen Lotterte zur Entladung der Steuerzahler dringend wünschte. Dem Vor- hatt, daß auch in einer ganzen Anzahl von deutschen Staaten derartige Lotterien beständen, wurde vorn Regierungstische mit der Antwort begegnet, daß eS etwas Anderes fei, eine bereits vorhandene Lotterie weiter bestehen zu lassen ober eine neue Lotterie ins Leben zu rufen. Nun würde eß fich aber im vorliegenden Falle durchaus nicht um Gründung einer neuen Lotterie, sondern lediglich darum handeln, eine bereits geschaffene Lotterie in unserem Lande zu concesfio- niren und letztere«, entweder im Berhältniß seiner Einwohner- zahl oder pro raU der im Großherzogthum abgesetzten Loose, an dem Gewinne participiren zu laffen. Während jetzt viele Hunderttausende alljährlich in dte Lotteriekaffen anderer Län- der abfließen, würde fich, falls daS erwähnte Projrct zur * (>0.) b« '•■Sinbet. fc"« 5> ^Rs , Mm. »Welt, h d°!°« i- " ,,tr«»; timt '< formiegenb °»l-n Stobt, Ji Rochutttoo« V» .«auf. '^»,ho,tn ixet.* tlunl« Boni. i«lnt (baxunttt lolginbe Ptü. :(a« der 8ubÄtt: toitihfixbttmg P belchräriken, ebhaftkll Elürlr. ^rz b. I. W. lMstei-Ltteinr, 'irtretm lvnrev, !«• In bleitn / daß eine 8t. ■d der Budget- ilne empfinbltche Anzahl non Te- an Sonntagen ! iß solche« btx tib Mobetvaaren- aran haben, bah mtn Saison ihre Stücke n, s. ». en ein noch er- wattigen Kunden ^gängig gewacht idungefiücke qan und Feiertage ist die schleunige !licateß- und Den rem Lage» aus find. Aber auch t-Btfttllung der en, alt die nn- ug Don Packet» inb ;n Mir. Die ^Detaügeschaste, sangen, wird all- B diese Kavfirnte jen sür Sonntag örderu zu lassen, ge Belastung deS ion kleineren Gela werd» würde, der Antragsteller, Sonntagsruhe zu oerkehlt wert», nigen Sonntag«1 «ehr durch die >n Sonntag »- )ttt Sonntag«* biesrn ©rflnoen WÄlttivl ein- M die W . bit if Silitnbunßtn »u ' (UDttildniitto) h. MegierungSlath 61- >“ 2gcn-Rcgulir'M ,Tf®W N' unb r-N-° itltrlt --H- 8e'18 litt lO l, Dem d°l' n^^en Staaten ..MStiische w .j eine ollr *'f*Ä »»»? ® ab0 '?it6l oitlC W<7rr LSu- h£t Hiel lvahnlk r Ausführung käme, der größte Thetl dieser, bei dem Nicht- | bestehen einer hesfischeu Lotterie unter allen Umständen ins Ausland fließenden Gelder, der Thüringischen Lotterte zu« ' wenden und ein großer Theil hiervon wieder in unser Land zurückkehren. Dies könnte also geschehen, ohne daß sich die leitenden Persönlichkeiten auch nur im Geringsten mit ihren bisherigen Erklärungen in Widerspruch setzen würden, denn nach dem vorliegenden Project würde ja von Neugründung einer hessischen Lotterie absolut nicht die Rede sein, sondern eS sich lediglich darum handeln, den nach dem Ausland fließenden Geldern eine gewiffe Directive zu geben. •• Wetterbericht Die Depression über den britischen Inseln breitet ihren Wirkungskreis immer weiter nach Süden sowohl wie nach Osten aus. Ihr sind mehrere Ausläufer vorgelagert, von welchen sich namentlich der eine von der Nordsee bis nach Südwest Deutschland herein erstreckt. Ein zweiter zieht über die Ostsee gegen Schlesien und Mähren hin. Den Süden und Osten Europas bedeckt noch relativ höherer Druck, doch weist auch hier desien Vertheilung verschiedene Unregelmäßigkeiten auf. — Boraussichtliche Witterung: Allgemein Eintritt von trübem Wetter und Niederschlägen. Nieder-Wrisel, 31. August. Heute Morgen erschien der in Gemarkung Nieder-Wetsel stationirte Eisenbahnwärter Modenhäuser (3. WärterhauS ab Station Butzbach Nr. 174) und machte Großh. Bürgermeisterei dahier die Anzeige, daß er in der Nähe seines Wärterhauses auf der Böschung ein AubekannteS todteS Kind aufgefunden habe. Näheres hierüber konnte vorerst nicht festgestellt werden. Sofort wurde Großh. Amtsgericht Butzbach Anzeige erstattet und wird die weitere Untersuchung hoffentlich Klarheit in dieser Sache bringen. Friedberg, 31. August. Gestern Vormittag * */,9 Uhr fuhren der Großherzog und die Großherzogin nebst den Damen und Herren des Gefolges in das Manöver nach Münzenberg, wo die Pferde bereit standen. Die Manöver spielten sich gestern zwischen Grüningen und Wohnbach ab. Die Herrschaften kehrten nach Schluß des Manövers zu Pferde gegen 1272 Uhr zurück. -e. Neu Ulrichstein, 1. September. Monatsbericht der Arbeiter - Colonie pro August 1897. Ende August 1897 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 36 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 3; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 6, Regierungsbezirk Wiesbaden 3; Provinz Rheinlande 9, Provinz Sachsen 4, Provinz Hannover 2, Pro- vtnz Brandenburg 1, Provinz Schlesien 1; Königreich Bayern 1, Großherzogthum Baden 2; thüringische Staaten 1 ; Freie Stadt Hamburg 1, Reichslanbe 1; Ausland: Oesterreich Ungarn 1. Hiervon waren: Arbeiter 14, Anstreicher 1, Bäcker 2, Bergmann 1, Former 1, Gärtner 2, Gold- arbeitet 1 , Kaufleute 2, Kellner 2, Küfer 1, Kupferschmiede 1, Landwirth 1, Lederarbeiter 1, Maschinenzeichner 1, Maschinenschlosser 1, Schmiede 1, Schneider 2, Schuhmacher 1. Gearbeitet wurde an 896 Tagen. Ver- pflegt wurde an 1241 Tagen Im Monat August 1897 wurden entlassen 8 Mann, und zwar in Arbeit durch eigenes Bemühen 1, auf eigenen Wunsch 4, wegen Arbeitsscheu 1, wegen Krankheit 1, entlaufen 1. Sei: Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 3289, dagegen ab gegangen im Ganzen 3253 Mann^, bleibt Bestand am 31. August 1897: 36 Mann. * Der Frankfurter Vtehhof ist gestern gesperrt worden, nachdem dos Vorkommen der Maul- und Klauenseuche conftattrt worden war. Das „Fr. Journ." schreibt darüber: Die Sperrung des hiesigen Viehhofs war ein schwerer Schlag für den mit reichem Zutrieb gesegneten Markt. Ein erfreu licheS Zeichen jedoch, mit welcher Aufmerksamkeit und Pflicht- treue der hiesige Mark: in sanitärer Beziehung überwacht wird, liefert diese plötzliche Maßregel, die bis nach Oesterreich, Bayern und Württemberg ihre Wirkung heute schon ausübte. Der Händler Schloß brachte nämlich gestern aus einer immer seucheverdächtigen Gegend, Halle - Magdeburg, einige Ochsen, die bei ihrem Zutrieb als gesund befunden wurden. Al« heute Morgen Herr Prof. Dr. Leonhard, dem speciell als KceiSthterarzr die ganze sanitäre Ueberwachung des Schlacht, und Viehhofes obliegt, die Visitation abhielt, gewahrte er an dem «eußeren der Ochsen eine frappante Veränderung. Durch eine sofort angestellte Untersuchung wurde die Seuche entdeckt. Nun hieß es dem Gesetz gemäß: es darf nichts mehr abgetrieben werden. Es entstand eine wahrhafte Panik. Wer noch einen Ochsen am Seil hielt, machte, daß er fort kam, wobei der Fall vorkam, daß ein verkaufter Ochse von einem nichtverkaufttn, die in einem Stalle gestanden, Begleitung erhielt, aber wieder eingebracht wurde. Alle möglichen Vehikel wurden zur Abfuhr des Viehes in die nächste Umgebung herbeigeschafft, wobei es allerdings, bis letzteres möglich war, sehr aufregende Scenen gab, die mit einem Strafzettel geahndet werden. * Düsseldorf. 30. August. Die Ehefrau des Postschaffners Bevven, in der CorneliuSsiraße wohnhaft, ertränkte heute Mittag, während ihr Mann im Dienst war, in einem Anfall von Geistesstörung ihre beiden jüngsten Kinder, zwei Monate und zwei Jahre alt, in Waschgefäßen unb hängte ihren erkrankren fünfjährigen Knaben an einem Bettpfosten auf. Hierauf verließ die Frau die Wohnung in der Absicht, sich zu ertränken, wurde aber aufgegriffen und dem Krankenhause zugeführt. Belebungsversuche an den jüngsten Opfern waren erfolglos, der älteste Shtabe gab schwache Lebenszeichen, wird ober schwerlich zu retten sein. * Aachen. 30. August. Em schwerer Unglücksfall ereignete sich heute Nachmittag am Templergraben. Dort riß ein Seil eineß Gerüstes, auf dem ein Anstreichermetfter mit feinem Gehilfen stand. Diese stürzten ouS der Höhe 4er dritten Etage zur Erde und erlitten so schwere Der- I letzungen, daß der Tod bald nach dem Sturz eintrat. — Ein ] zweiter schwerer Unfall ereignete sich heute Morgen in der ! Alexanderstraße. Dort fiel ein Dachdecker von einem dreistöckigen Gebäude und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. * Hannover, 29. August. Die 26. Wanderversammlung deS Deutschen Photographenvereins hat eine reiche Tagesordnung erledigt- die Verhandlungen wechselten mit Besichtigung der mit der Versammlung verbundenen Ausstellung von photographischen Erzeugnissen und Apparaten, sowie mit verschiedenen festlichen und anderen Veranstaltungen. In der Schlußsitzung behandelte Meißner-Hannover die Frage: „Welchen materiellen Nutzen kann der Portrait- Photograph au« den modernen ReproductionSverfahren ziehen?" BelirSki - Nordhausen zeigte mit entsprechenden Erläuterungen die Bereitung von Ammonium - Gold - Rhodanür. Schwartz-Hannover sprach über die Bestimmung der Geschwindigkeit von Lichterscheinungen, Dr. Knauer-Hannover über den Einfluß verschiedener Säuren beim photographischen Verfahren. Durch einen Vertreter von Oscar Meßt er- Berlin wurde der Kinetograph vorgeführt. Prof. Dr. Bruno Meyer-Berlin erstattete einen eingehenden kritischen Bericht übet die Ausstellung. Damit schlossen die Verhandlungen. DreSdea, 26. August. Den heute hier von Geh. Regie- rungSrath Haas Offenbach eröffneten öffentlichen Verhandlungen des VereinstageS des Allgemeinen Verbandes der deutschen landwirthschaftlichen Genossenschaften wohnten sowohl Vertreter der sächsischen, der preußischen, tote der hessischen, österreichischen und schweizerischen Regierung bei, ebenso hatten die englischen, französischen und schwedischen Genossenschaften und die Universitäten Moskau und Charkow Vertreter entsandt. Die sächsische Regierung ließ die Versammlung durch Ober-RegierungSrath Münzner mit der Versicherung begrüßen, sie bringe dem land- wirthschaftlichen Genossenschaftswesen daß lebhafteste Interesse entgegen, und sie freue sich darüber, daß diese Genossen- schaftöbewegung endlich in ein gutes Fahrwasser gekommen sei und augenscheinlich einer fröhlichen Entwickelung entgegen* gehe. Der von dem Anwalt deS Allgemeinen Verbandes Geh. RegierungSrath Haas erstattete Jahresbericht giebt über die glänzende Entwicklung der landwirthschaftlichen Genossenschaften in letzter Zeit Aufschluß. ES sind 1896 neu gegründet 1221 landwirthschaftliche Spar- und Darlehnskassen, 74 Bezugs- und Absatzgenosienschaften, 177 Molkereien und 211 andere Genossenschaften. Die Gesammtzahl der landwirthschaftlichen Genossenschaften ist jetzt in Deutschland auf 10,669 angewachsen. Als Centralstelle des gejammten Personalcredits entwickelt sich immer mehr die preußische CectralgenossenschaftSkasse, die sich auf Wunsch des allgemeinen Verbandes bereit erklärt hat, auch außerpreußische Central- kassen zu unterstützen. Die sämmtlichen Centralstellen hatten 1896 einen Gesammtumsatz von 465 Millionen Mark. Ein- gegangen find 1896 nur 33 ländliche Genossenschaften. In die genossenschaftliche Arbeit ist eine ganze Reihe neuer Zweige ausgenommen. Dagegen giebt eß Schlächtereigenossen' schäften in Deutschland nicht mehr- die letzte ist im vorigen Jahre eingegangen. Diese Genossenschaften konnten Nlcht hefteten, weil fie zu klein anfingen. Im Uebrigen aber ist ein Fortschreiteu auf der ganzen Linie beß landwirthschaftlichen Genoffenschaftßwesens zu verzeichnen. Im weiteren Verlauf seiner heutigen Verhandlung nahm der Bereinstag nach längeren Elörterungeu eine Reihe von Anträgen an. ES wurde beschlossen, die Grenze der Creditgewährung möge bei den einzelnen Credttgenoffenfchaften so hoch bemessen werden, daß, »oweit die Sicherheit ausreiche und eß die Geschäftslagen der Kasse gestatte, auch dem größten Creditbedürfniß eines Genossen entsprochen werden könne. Derselbe Grundsatz solle bei den Central' Genossenschaftskassen gelten, denn auch da« Creditbedürfniß der Einzelkasscn sei ein verschiedenartiges. Mit der Vermehrung der Creditgewährungen solle jedoch auch für ausreichende Geldmittel gesorgt werden. Von den Sparund Darlehnskassen mit beschränkter Haftpflicht solle die Creditgewährung an ein Mitglied nicht nur von der genügenden Sicherheit, sondern auch von einer ausreichenden Haftpflicht des Betreffenden abhängig gemacht werden. Nach diesem Grundsatz sollten auch die Centralgenoffenschaftskaffen handeln, soweit bei ihnen beschränkte Haftpflicht bestehe, da auch sie nur dann mehr Credit geben könnten, wenn ihre Grlammt- hastsumme entsprechend gesteigert werde. Auf Antrag deS Ge.ioffenfchaftßdirectorS Schmidt-BreSlau wurden genossenschaftliche Syndicate und Centraleinkaufsstellen als geeignet bezeichnet, die die Landwirthschaft schädigenden Ringbildungen auf dem Dünger- und Futtermittelmarkte zu bekämpfen. Mit großem Interesse nahm die Versammlung einen Vortrag beß Genoffenschastsdirectorß Schmidt-Halle über Pflanzengift im Chilesalpeter entgegen. Es wurde beschlossen, bei dem Ein kauf von Chilesalpeter an Stelle der bisherigen Verkaufs garantieen die Gewährleistung eines Mindestgehalts von 15 pCt. Stickstoff nach der birecten Bestimmungsmethode zu fordern, den Reichskanzler zu bitten, bei der Regierung von Chile über das Vorkommen von Perchlorat im Chilesalpeter Vorstellungen zu erheben, und die deutsche Landwirthschaft aufzufordern, keinen Chilesalpeter ohne den bezeichneten Mindestgehalt zu kaufen, und an die neubegründete Einkaussgesell- fchaft der deutschen Landwirthe in Berlin das Ersuchen zu richten, die Verfälschung jeneß Düngemittels gleichfalls zu bekämpfen. Derselbe beschloß ferner, die Gründung von Bäckerei- und Müllerei Genossenschaften in zahlreichen Städten anzuregen, um der den Brodpreis unnöthig vertheuernden, unvollkommenen und rückständigen Art der Brodbereitung ab- zuhelfen, ferner, die genossenschaftliche Organisation beß Ge- treibehandels mit Lagerhausbetrieb überall zu empfehlen. * Karlstadt, 31. August. Der Schnellzug via München um halb 3 Uhr ist heute 300 Meter vor ber Cemeutfabrik Karlstadt auf einen Güterzug gestoßenes ist kein Menschenleben und keine Verletzung zu beklagen. Die erste Maschine des Schnellzuges wurde unbrauchbar. Durch die neun letzten Wagen beß Güierzuges ist baß Ge- i leise gesperrt. Es sind mehrere Stunden Verspätung zu ■ erwarten. — Der Güterzug hielt auf dem Geleiß, daß für den Schnellzug frei sein mußte. Der LocomotivsÜhrer beß Schnellzugeß konnte daß Haltezeichen wegen der Curve erst 100 Meter vor ber Unglücksstclle bemerken. Eß ist seinem entschlossenen Eingreifen zu verdanken, daß der Schnellzug sofort stand. Franks. Ztg. • Eine neue Rordpolexpedition, bei der die Erfahrungen Nansens verwendet werden sollen, Plant der amerikanische Journalist und Reisende Wellmann. Die Expedition soll außer dem Führer aus elf Mitgliedern bestehen. Sie wird im nächsten Sommer auf einem norwegischen Eismeerschiff aufbrechen und gedenkt, im Herbst 1899 ihre Aufgabe beendet zu haben. Wellmann will viele Hunde mitnehmen und setzt große Hoffnungen auf eine neue Schlittenconstruc- tion, die sich auf Nansenß Erfahrungen gründet. Professor Nansen hat daß Project gutgeheißen und seinen Beistand versprochen. Als Mitglieder find nur Norweger in Aussicht genommen. Schiffsnachvichten. •Jtorhbeuridter Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loos und I. Dt. Schulhof. Bremen, 30. August. fPer transatlantischen Telegraph«! Du Schnelldampfer Aller, Eapt. P. Wettin, vom Norddeutschen Äoyd tn Bremen, ist heute 4 Ubr Morgend wohlbehalten in Newyork angekommen. Universitäts - Nachrichten. — Heidelberg. Der Prtoaidocent der Geschichte in der philosophischen Facultät der hiesigen Hochschule, Dr. Richard Graf Du Moulin-Eckart, wurde zum außerordentlichen Professor ernannt. Wöchentliche Ueverstcht der TodeSsäüe tn (SUfiet 35. Woche. Vom 22. August bis 28. August 1897. Einwohnerzahl. ungenowmrn zu 23 700 (tncl. 1600 Mann Miliräi). Srerdlichkett^ziffer: 19,75, nach Abzug der Ortsfremden 15,36o/oe. Kinder Ek stard-n. «e: Zusammen: Erwachsene: im vo« 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr: Keuchhusten 1 — 1 — Lungencatarrh 1 — — 1 Bösart. Neubildung 3 (2) 3 (2) — — Gewaltsamem Tod 4 1 — 3 Summa: 9 (2) 4 (2) 1 4 8nm. Dir in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viele ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Verkehr, nnS — Gieße«, 1. September. Der Auftrieb auf dem gestrigen Kuhmarkt belief sich auf ce. 1000 Stück Vieh, darunter etwa 250 Kälber und 150 Rinder. Es waren eine starke Anzahl Käufer vom Main und Rhein hier, welche hauptsächlich schweres Zuchtvieh suchten und dafür auch sehr hohe Preise anlegen mußten, wett diese Waare knapp war. Der Auftrieb in Fettvieh war dieses Mal besonders stark, so daß die Nachfrage darnach nicht ausreichte, um auch hierin einen guten Markt zu erzielen, so daß die Preise hierfür ein wenig gedrückt wurden. Kühe, frisch melkend und tragend, wurden schwerster Gattung, die nur vereinzelt zu haben waren, bis 575 Mk. bezahlt; I. Sorte kostete durchgängig Mk. 475—500, II. Sone Mk. 375—430; ältere Thiers zum Abmelken wurden mit Mk. 270-300 gehandelt; fette Rinder erzielten I. Sorte Mk. 56—58, II. Sone Mk. 50-52; Kälber, I. Sorte Mk. 58—60, II. Sorte Mk. 52—54 pro 100 Pid. Schlachtgewicht. Der Markt ging ver- dä'.inißmäßig spät zu Ende, rootan wobl der Regen die Schuld trug. Temperatur der Lahn und Luft nachReaumur gemessen am 1. Septbr., zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 14'/,°, Luft 16°. Rüdsamen'sche Badeanstalt. rtS^r Favt.tal t|i angenehm von Geruch und wohlthuend für die Haut, Eigenschaften, welche demselben Eingang verschaffen müssen," ist die Ansicht eines bekannten Arztes üd-r die Patent- Myirholtn-Seife, welche überall, auch in den Apotheken erdältlich ist. 7131 = Empfehlenswerte Werke für die Hausbibliothek. — Meyers Konversations-Lexikon. Fftnfle, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 130,000 Artikel un4 Verweisungen mit ungefähr 10,000 Abbildungen im Text und auf über 1000 Bildertafeln. Karten und PIhnen. 17 Bände in Halbleder gebunden zx Je 10 Mk. (Im Ertchnntn.) Meyers Kleiner Hand-Atlas. MU 100 Kartenblättern und 9 Textbeilagen. In Halbleder gebunden 10 Mark. Meyers Hand-Lexikon des allgem. Wissens. In einem Band. Fünfte, neubearbeitete Auflage. In Leinen gebunden 6 Mark. Das Deutsche Reich zur Zeit Bismarcks. Politische Geschichte von 1871—1890. Von Dr. Hans Blum. In Leinen geb. 5 Mk. 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Das Preisrichter-Amt auszuüben haben sich gütigst bereit erklärt: Der Vorstand des Lette-Vereins zu Berlin: Frau Schepeler-Lette, Vorsitzende. Frau E Kaselowsky Schriftführerin. Dio Vorsitzende der Kücben-Commission des Lette-Vereins; Frau Havemaon Die Vor-teherin der Kochschule des Lette-Vereins: Frl. Hannemann Die näheren Bedingungen verabfolgen im Auftrage der Liebigs Extract of Meat Company, Limited, die Repräsentanten: Schlüter ä. Haack, Dovenfleth 44, HAMBUBti. Bei diesbezüglichen Einsendungen wolle man das Couvert deutlich mit „Preisausschreiben“ bezeichnen. 8136 ,3a,etr.®nfi5nt,tfle junge Leute tuchen bürgerlichen Mittag«. und Abendtisch ^Privat). @tfl Offerten unter O. H. an die Expedition d eieS Blattes. Achtungsvoll £■ Kess r^teMer^ngebote™^ 8u70] Für sofort oder spater junger Mann in Ladengeschäft gesucht. Solche, die kürzlich auSgelernt, bevorzugt. Offerten sub. 8. 1897 an die Exped. d Bl erb Grummetgras- Versteigemng. Samstag, deu 4. September !• I., soll das Grummetgras von den hiesigen Gemeindewiesen und Zwar von den Wiesen bei Wieseck des Vormittags 10 Uhr im Dor- feldffchen Garten dahier und von den Wiesen bei der Badenburg des Nachmittags um 5 Uhr auf der Badenburg versteigert werden. Wieseck, am 31. August 1897. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 8138 100 Prämien In Abstufungen von 20, 30. 50, 100, 150 und 250 Mark zum Gesammtbetrage von Viertausend Mark in Baar Frcilsg d. 3. Srplemb. 1897, Nachmittags 2 Uhr, im ,Übler* zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzablung voraus, ftchUich ihetlweise bestimmt: 1 Pferd, 1 Wagen, 4 Hobelbänke, 1 An, Zahl Bohlen, 1 Laden-Einrichtung, 1 Berttcow, 6 SophaS, 8 Commoden und sost. Mobilien, sodann 1 Winter- Haoeloc, 1 Pendule, 1 «lavier, 1 große Partie Cigarren und 1 Anzahl Oel- und sonst. Bilder rc 8159 Engel, Gerichtsvollzieher. für Koch-Recepte sie setzt hiermit für die Einlieferung geeigneter Brr filribrnirfM Xä Wohnung Sounenstr. 12 entgegen. 1 Hürlnglsches » Techmknm Jlmenan L u . ml'n. r.- Fachschule rur M E '•'•»cblnen-Ingunleuru : Kl ? ■u,,11'111-T-chniker und Wch WckinrUler ßlriktor Jentzfln Joh. ®r, Schaaf, Wetzstetnstr. 44. la. holl. Vollhäringe wieder frisch eingetroffen: 8147 H, F. Nassauer. Keule Donnerstag frische Einmachgnrke«, daS Hundert zu 80 Pfg., zu haben auf dem Brandplatz 8160 Rühl. 8145] Logis zu oermtethen __Rittergaffe 16. 8142] Mansardenwohnung an ruhige Leute zu oermtethen. ________PH. Strack, Bahnhosstr. 58.12 8143] Ein möblirtts, größtS, schäneS Zimmer zu oermtethen PH Strack, Bahnhosstr. 68, I 8148] Gin freundlich möblirteS Zimmer zu oermtethen Vrandgasse 5, II. Ordentl. Kludermädchc« gtf. 8157____________Vletchstr. 8, part. 8107] Ordcnil'cheS Lautmädchen gesucht. _______________ Wetzstetnstr. 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