•••••• en her luskurg. Nr. 102 Erstes Blatt Sonntag den 2 Mai 1S97 Der ' Hirhener Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamitiendtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähriger Abonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, Lxpeditio» nnd Druckerei: Zchnkstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts» und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Zacken Olt W|fig. seck. iir Trhöiung bei ai löS?. berrwtr Rente M« *1887 MDbL bl W-M W stehend. ■ 8650 103.86 2295 36.93 21.00 10150 1(2.50 erirt M 7 17055 ", lU'Ii Hvani. Win!« W«L )@t. der Jahres . LerficherMg. leften: P, StoauW»- aspttalvnii-ermts ntssit. -ich kbe), 3840 ltvslacke aller Art, meine Terpentin. JJngen Material- üualifftten. bing-er, t81 »1906 »•«•“iS 101» 300.'/« ,11 !6&V' 'gg#»* Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorn». 10 Uhr. | Hratisöeitage: Hießeuer Aamitienölatter. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger" mtgeg«. Ltzeü. Gefunden: 1 Brosche, 1 Spazierstock, 1 Geldstück, Theile eines Fernrohres, 1 Korallenkette, 1 Schirm, 1 Glacehandschuh, 1 wollenes Tuch und 1 eiserne Leier. Gießen, den 1. Mai 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Politische Wochenschau. TurnavoS, Bolo geräumt, Larissa von den Türken genommen, Thessalien der siegreichen türkischen Armee ausgesetzt - solches ist der Wechsel, der ans der Balkanhalbiasel inzwischen eingetreten ist. Die Griechen haben, deutlicher gesagt, eine vollständige Niederlage erlitten, welche den Türken Thessalien in die Hände gespielt und die griechische Armee gezwungen hat, sich nach Pharsalus zurückzuztehen. Dunkel und ungewiß liegt den Griechen die Zukunft vor Augen, besonders den tapferen Bertheidigern ihres Landes, die trotz all ihrer Anstrengungen gezwungen find, die s. Z. den Tür- keu auf diplomatischem Wege genommene Provinz von Neuem zu räumen. Es ist dies eine traurige Erfahrung für die »riechen und ganz besonders für den König, der sich selbst an die Spitze der Volksbewegung gestellt hat. Ueber die Einnahme von Larissa ist dem bereits Gesagten nur noch wenig hinzuzusügen, denn heute ist man fich darüber noch unklar, wie die Griechen, die noch in den vorangehenden Kämpfen so heldenmüthig gekämpft hatten, diesmal, ohne den geringsten Widerstand zu leisten, Waffen, Kanonen, Proviant dem Feinde Preisgaben und in Heller Flucht davon stürmten, ohne den Befehlen der commandiren- de» Offiziere irgendwie Gehör zu schenken. Es ist die« umsomehr unbegreiflich, als die BertheidigungSliuien von Larissa ausgezeichnet coustruirt und befestigt waren und im Staude gewesen wären, den Türken einen mörderischen Empfang zu bereiten. Trotzdem ist es von den Leuten der Opposition in Athen Unrecht, die Schuld deS ganzen Unglück- auf die mangelhafte Organisation und Unwissenheit der Anführer zu werfen und diese dafür verantwortlich zu machen- ein solches Borgehen ist keineswegs patriotisch und ist leider nur zu sehr in Vereinbarung mit dem, waS wir von der schwächeren Seite der menschlichen Natur wissen. Mit Recht kann man den griechisch «türkischen Krieg mit dem Feldzuge 1870/71 vergleichen, wo nach den verschiedenen Niederlagen franzöfi- scherseitS die Redensarten, wie: „nous sommes trahis“, nur allzuoft als Enschuldigung angeführt wurden. Doch noch in anderer Weise läßt sich tu dieser Beziehung eine Parallele ziehen und zwar insofern, als Griechenland, seine eigene Macht weit überschätzend, die Kriegstüchttgkeit der Türken geringfügig mißachtet, den Gegner als Friedensstörer verleumdet, kleine Erfolge zu großen Tagesereignissen aufbauscht, die Schuld von Niederlagen auf den König und die Feldherrn wirft und endlich trotz aller Mißerfolge auf Fortsetzung des Kriege- besteht- das alles ist eine verkleinerte Copte dessen, waS in Frankreich vorgiug. Inzwischen ist eS in Athen zu mancherlei bedauerns- werthen Ausschreitungen gekommen- zur Stunde wendet fich jedoch da» ganze Interesse dem neu gebildeten Eabiuet zu. DelyanniS, der frühere Minister, hat, wenn auch schweren Herzens, seine Functionen uiederlegen müssen und befindet fich der neue Minister Ralli und dieOppofiton Plötzlich zur Macht erhoben, auf welche fie unter gewöhnlichen Umständen nicht so bald zu rechnen hatte. Die Frage ist nun die, wird der neue Minister im Stande sein, sein Land aus der kritischen Lage zu befreien, wird er für Fortsetzung der Feindseligkeiten sein oder für einen FriedeuSabschluß stimmen, seine Vergangenheit ist von zu kurzer Dauer, als daß mau hieraus etwas schließen könnte- jedenfalls hat die Formirung der neuen Kammer nur dann wirklich Zweck gehabt, wenn dieselbe eine vollständige Aenderuug in der Leitung der Dinge in Athen mit fich bringt. Zu einer Intervention der Mächte ist eS bis heute noch nicht gekommen, obgleich schon diverse diplomatische Unterredungen diesbezüglich stattgefunden haben, die Mächte wollen anscheinend nicht wieder eine neue diplomatische Niederlage durch Athen erleiden, sondern vielmehr abwarten, bis der Boden genügend vorbereitet ist und Griechenland fie zu einer Vermittelung auffordert. Englands Vorgehen in Südafrika. Schon wiederholt ist auf die in Südafrika fich abfptelenden Vorgänge hingewiesen worden. England scheint wieder einmal sein alte-, scrupelloses Spiel zu treiben und gerade eben iu den Orientwirren eine günstige Gelegenheit zu sehen, dem schon lange ersehnten Ziele in Südafrika näher zu kommen, mit anderen Worten, die Suprematie dort an fich zu reißen. Die fortwährenden Truppensendungen, die feit den letzten Tagen in London augeordnet werden, die inzwischen erfolgte Ankunft eines starken englischen Geschwaders vor Lourenzo Marques, in der zum portugtefischen Eoloutalbefitz gehörenden Delagoa-Bai, die einzige Ausfahrt, welche Transvaal nach dem Meer hin offen hat, die- Alles find Maßregeln, die ein Staat wie England nicht wohl gegen einen iu Südafrika aufäsfigen Eingeborenenstamm richten kann, sondern die tu Wahrheit auf den Zweck hinauslaufen, mit der Beseitigung der Selbstständigkeit Transvaal- zugleich den vermeintlichen deutschen MitherrschaftSgelüsten iu Südafrika ein Ende zu machen. Deuu hinter dem Widerstand, den die Buren den englischen Anuextou-gelüsten entgegensetzen, wittert man in England den Einfluß deS deutschen Reiches, wie man auch die Differenzen, die zwischen Krüger und Ehamberlatn existireu, der Einmischung Deutschland« verdankt- eine Thatsache, die John BullS Jünger noch am meisten erbittert. Unter den Umständen erregt die von Seiten Englands in Scene gesetzte Flottendemonstration begreiflicherweise überall große« Aufsehen und von verschiedenen Setten ist die Admiralität um Aufschluß über diese Kundgebung gebeten worden, ohne daß mau indessen bis heute etwas Definitives damit erreicht hätte. Dem „Globe" zufolge diene der Eintritt der englischen Panzer in die Delagoa - Bai dazu, eine Verbindung der seither sehr starken Munitions- und Waffeneinfuhr nach Transvaal zu verhüten. Im Uebrigen hüllen sich die leitenden Londoner Kreise noch tu vorsichtiges Schweigen oder beschränken fich auf ausweichende Antworten, die leider mit den umfassenden Vorbereitungen in England in keinem Zusammenhänge stehen. Deutschland, das sehr große Interessen in Südafrika hat, wird selbstredend nicht ruhigen Auge« zuseheu können, noch weniger Frankreich, seitdem eS MadagaScar seinem Colontalbefitze einverleibt hat- waS nun die übrigen europäischen Mächte, besonder« Rußland, anbelangt, so dürfte ohne Zweifel auch von diesen ein formelles Veto gegen die englischen AnnextooSpläne eingelegt «erden und gerade dazu ist der Zeitpunkt jetzt gekommen- denn keinesfalls find die europäischen Mächte durch die Vorgänge auf der Balkan- Halbinsel derartig absorbirt, daß sie den Briten überall freie Hand lassen müßten. Ein derartiges Einfchreiteu kann nun allerdings einen europäischen Conflict heraufdeschwören, aus diesem Grunde hofft man, daß England daS Gefährliche seiner Lage einfieht, ehe eS zu spät ist. 212. Sitzung. Freitag, den 80. April 1897. Bei äußerst schwacher Besetzung des Hauses wird die Berathung deS JnvaliditätsverstcherungsgesetzeS fortgesetzt. Abg. o. Stumm (Rp.) legt die Schwierigkeiten einer Zusammenlegung von Unfall- und Invaliditäts-Versicherung dar und erklärt stcv dann gegen den Herlling'schen Gedanken, den Umfang des Jnvalidttätsgesetzes wieder etnzuschränken, dem Gesinde, Handwerk und landwtrthschaftltchen Arbeitern die Wohlthaten des Gesetzes wieder zu entziehen. Je mehr Renten bereits ausbezahlt motten seien, desto mehr seien auch bereits diesen Kreisen alle diese Wohlthaten zum Bewußtsein gekommen. Dem Gedanken der Vorlage, den Provinzen mit vorwiegend landwtrthfchaftlicher Bevölkerung zu Hilfe zu kommen durch anderweitige Vertheilung der Lasten, trete er vollkommen bei. Aber weshalb mache man nicht ganze Arbeit, weshalb schaffe man nicht unter Beseitigung der Selbstständigkeit der einzelnen Anstalten eine einheitliche Verwaltung. Der Antrag Plötz habe große Vorzüge, aber auch große Mängel. Hauptsache bleibe jedenfalls, zwischen den einzelnen Provinzen einen Ausgleich herbetzuführen und darüber solle man in der nächsten Session sich schlüssig machen. Dem Anträge Röficke könne er nicht zustimmen. Er schließe sich dem Anträge Leoetzow an, die Vorlage an die Unfallcommission zu verweisen, nicht in der Absicht, daß kein Gesetz jetzt zu Stande gebracht werde, sondern um zu bekunden, daß die ganze Materie einer Vorberathung bedarf und daß man nicht jetzt einige Punkte herausgreifen dürfe. Abg. Richter (frs. Vp) steht dem Hertling'schen Vorschläge, die Versicherungöpfltcht auf die industriellen Arbeiter zu beschränken, durchaus sympathisch gegenüber. Es sei überhaupt ein Fehler des bestehenden Gesetzes, daß es alle Erwerbszweige zu sehr nach der Schablone behandele, obwohl u. A. die Landwirthschast auch ältere und schwächere Arbeiter immer noch irgendwie zu beschäftigen vermag, während die Industrie in der Regel Anspruch auf die volle Arbeitskraft des Arbeitnehmers erhebe. Unannehmbar sei seinen Freunden die Zusammenwerfung der Fonds, wie die Vorlage sie vorschlägt. Da- würde das Grab der Selbstverwaltung sein. Dasselbe gelte von dem Gedanken einer Centralar.stalt. Redner meint, daß man in Ostpreußen mit der Bewilligung von Altersrenten sehr freigebig war, um die Lasten der Armenpflege in den Gutsbezirken zu vermindern. Auch die Beiträge seien wohl nicht prompt eingegangen. Alles das müsse doch erst einmal gründlich untersucht werden. Der Antrag Plötz schlage den Interessen des Mittelstandes ins Gesicht. Er wolle die Kosten der Pflichten aus dem Arbeitsverhältniß übertrage» auf die Allgemeinheit. In Preußen würde die Annahme deS Antrages Plötz eine Erhöhung deS Einkommensteuerzuschlages tun etwa 50pEt. nöthig machen. Das würde alle Etnkommensteuerzahler, die nicht Arbeitgeber find, belasten, die Unternehmer dagegen und namentlich auch die Grundbesitzer entlasten. Der Antrag Röficke sei allein annehmbar, weil er etwas vorschlage, was in dieser Session noch erledigt werden könne. Die Regierung werde jedenfalls bi« Verantwortung tragen, wenn nicht einmal dieses SBenige erreicht werde. Staatssecretär v. Bötticher bittet alle vorliegenden Vorschläge an die Commission zu verweisen und führt dann dem Abg. Molkenbuhr gegenüber aus, wenn bisher die Arbeiter mehr gezahlt als empfangen hätten, so liege das eben an dem Capitaldeckungsverfahren. Sobald erst der BeharrungSzustand erreicht sei, ändere fich daS. Herr v. Leoetzow habe an der Vorlage eigentlich nur die Vorschriften über die Auffichtsbesugnisse bemängelt. Aber ReichSvetficherungsamt sowohl wie Einzelregierungen hätten eine verstärkte AuffichtSführung für geboten erklärt, weil einzelne Verficherungsanstalten zu luxuriös wirthschafteten. Eine ordnungsmäßige und sachgemäße Verwaltung müffe gesichert werden. Dem Anträge Plötz könne er die Aussicht auf Annahme Seitens der Regierungen nicht eröffnen, denn et gestalte die Grundlagen unseres ganzen Versicherungswesens völlig um: die Grundlage nämlich, daß Arbeiter und Arbeitgeber selber gemeinsam für diese Fürsorge die Last tragen. Was den Antrag Röficke anlange, so seien die Punkte, die derselbe herausgreise, keineswegs die reformbedürftigsten. Jedenfalls nehme man mit diesem Anträge nur die „Rosinen aus dem Platz" und lasse alle» Andere einfach liegen. Daß man heute noch zu der alten Liebe, Beschränkung auf die Großindustrie, zurückkehren wolle, wie Hertling, hätte er nicht geglaubt. Es wäre das sehr schwer zu machen und schwer Denen gegenüber zu verantworten, denen die Wohlthaten de« Gesetzes versprochin und auch schon gewährt seien. DaS Gesetz habe sich ja auch bewährt und die Lasten seien nicht unerschwinglich. Wolle man die Landarbeiter künftig wieder blos auf die Armenpflege verweisen, so sei das ein Rückschritt, auf den die verbündeten Regierungen nicht eingehen würden. Schon Windhorst habe 1889 erklärt, thue man diesen ernften Schritt, beziehe man die Landwirth- schäft in das Gesetz ein, so sei das ein Schritt, der nicht mehr zurück- gethan werden könne. Für eine Retchscentralanstalt dürften die verbündeten Regierungen nicht zu haben fein. Etwas müsse geschehen, denn was soll werden, wenn die Anstalt Königsberg leistungsunfähig wird? Der Vorschlag Hoffmann-Dillenburg, jeder Arbeiter solle an seine HeimathS-Anstalt die Beitrage zahlen, sei ungangbar. Abg. Dr. Hitze (Ctr.) vertheidigt den Hertling'schen Vorschlag. Werde demselben stattgegeben, so könnten sich auch dann noch die Umbro. Arbeiter, eben so gut wie jeder Arbeiter, der aus einem ver- sicherungßpflichttgcn Betriebe ausscheide, ihr Recht erhalten. DaS Centrum sei jedenfalls nicht gewillt, auf den Weg der Regierungsvorlage einzugehen. Man könne doch nicht ohne Weiteres die Koste» für die ländlichen Arbeiter den gewerblichen Arbeitern aufbütben. In der Frage der Staatsausstcht sei der Standpunkt seiner Freunde derselbe wie der de« Herrn v. Leoetzow. Abg o. Manteuffel (coni.) characterisilt den CentrumSvorschlag als arbeitet; und landwirthschaftefetndlich (Rufe: „Oho!") und rügt dann an der Vorlage besonders, daß sie nicht die geringste V'.reinsachung bringe, dagegen die Ausfichtsrechte der Regierung über Gebühr verschärfe auf Kosten her Selbstverwaltung. Auch der Antrag Ploetz sei undurchführbar. Man möge zunächst noch warten und dann ganze Arbeit machen. Abg. Kühn (Soc.) spricht gegen eine Beschränkung der Versicherungspflicht. Abg. Liebermann von Sonnenberg (Ref.-P.) erklärt fich für die Tendenz des Ploetz'schen Antrags. Hierauf schließt die Debatte. Die Vorlage sowie die dazu gestellten Anträge werden nicht, wie beantragt, an eine Commisfio» verwiesen. Montag 1 Uhr: Interpellation bett, amerikanische Zollver- hältniffe. Steuerte telesrephische- Lvtcsspondeuz-BmraL Berlin, 30. April. Die Budget-Commission de« Reichstages bewilligte eine Reihe von Gehaltsaufbesserungen, lehnte dagegen fämmtliche vorgeschlagenen Gehaltserhöhungen der Tartik^afle 1 und 2 ab. Damit ist die Berathung der BesolduttgSaufbefferungSvorlage erledigt, Berlin, 30. April Zu dem Anträge Heydebrand und Genoffen, betreffend die Gehaltserhöhung der Geist- lichen, brachten Haacke und Genossen im Abgeordnetenhause einen Unterautrag ein, ab 1. April 1898 den Geistliche« Alterszulagen zu gewähren, den evangelischen bis zu dem Höchstetnkommen von 4800 Mk., den katholischen bis zu eine« angemessenen Höchstetnkommen. Berlin, 30. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Schon früher hatte der Minister der Unterrichts-Angelegenheiten darauf hingewieseu, daß die Auswahl der etnzu- führenden Schulbücher allein nach dem pädagogischen Werthe derselben, ohne Rücksicht auf finanzielle Vortheile, die Verleger oder Verfasser aus ihrem Gewinn für wohl- thätige Zwecke bestimmen, zu treffen ist. Um unzulässigen Agitationen für die Verbreitung von Schulbüchern vorzubeugen, wird der Minister ferner kein Buch für den Unter- richtSgebrauch genehmigen, wenn Verfasser oder Verleger Leitern oder Lehrern von Schulen zu Anträgen auf Einführung des Buche« in ihren Schulen durch Gewährung finanzieller Vortheile an Lehrervereine oder an Stiftungen zu Gunsten von Lehrern oder deren Hinterbliebenen Anregung geben. Ctreßburg, 30. April. Zur Theilnahme an der fünf- undzwanzigjährigeu Jubelfeier der Kaiser- Wilhelm.Universität trafen seit einigen Tagen große Schaaren von Gasten und alten Herren auS allen Theilen des Reiches und des Auslandes hier ein. Die Stadt trägt Flaggenschmuck. Offiziell vertreten find die auswärtigen Studentenschaften von verlin, Bonn, Erlangen, Freiburg, Gießen, Göttingen, Heidelberg, Jena, Marburg, München, Rostock, Tübingen, Basel und Zürich. Die Feierlichkeiten eröffnete heute Abend 8 Uhr bei herrlichem Frühlingswetter ein solenner Fackelzug, der, geleitet von acht MustkcorpS, die Stadt durchzog, dem Rector uod Seuat vor dem Universität»- gebäude und dem Statthalter vor deffeu Palais eine Hul- dtgung darbrachte und schließlich auf dem Schloßplatze unter Abfinguug des »Gaudeamus* die Fackeln zusammenwarf. Hieran schloffen fich verschiedene kleinere Lommerse. Die Hauptfeier wird morgen stattfiudeu. j Petersburg. 30. April. Der Kaiser von Oesterreich spendete für die Armen von Petersburg 3000 Rubel, für den Petersburger österreichisch-ungarischen Htlfsvereiu 1500 Rubel, für den Odrffaer Hilfsverein 500 Rubel, für katholische Sircheuzwecke an den Erzbischof in Petersburg 1000 Rubel und für die Dienerschaft des WtnterpalaiS 2000 Rubel. Athen, 30. April. Meldung der »Agence HavaS". Der Kampf, welcher gestern bei Belesttno begonnen, dauert »och fort. Die Brigade SmoleuSki schlägt fich tapfer. Die Cavallerie griff wiederholt ein, die türkische Cavallerte wurde zurückgeworfen. Depeschen deS Bureau ?,Herold."L Berlin, 30. April. Der anarchistische Schriftsteller Dempwolf, welcher in der letzten Woche io Haft genommen wurde, wird der Anstiftung zum Hochverrath beschuldigt. Dempwolf trat als Redner in den fünf Versammlungen aus, welche von den Anarchisten anläßlich der Lenteuarfeier ab- gehalten, von der Polizei aber aufgelöst wurden. In diesen Reden soll Dempwolf die Strafthaten begangen haben. Berlin, 30. April. Der „Nordd. Allgem. Ztg." wird auS Wien telegraphirt: In den hiesigen diplomatischen Kreisen, einschließlich der türkischen, wird angenommen, daß die Beendigung bei Krieges nicht mehr fern ist. Die Griechen würden eS nicht wagen, die Türken auf Athen kommen zu laffen. Kiel, 30. April. In Marinekretseu wird versichert, daß von größeren Herbst-Mauövern, bezw. einer Uebung der Geschwader mit kriegsmäßigen Ausrüstungen, wie die- in früheren Jahren der Fall war, in diesem Herbste abgesehen werden soll. Wien, 30. April. AuS Athen berichtet die »Neue Fr. Pr.": Heute während deS Gottesdienstes in einer Kirche, als die Gebete für den König gesprochen wurden, brach die Menge in beleidigende Ausrufe aus gegen das Königshaus. Mehrere Frauen fielen in Ohnmacht. Mailand, 30. April. Hier wurden aus Anlaß des Attentats auf König Humbert zahlreiche Haussuchungen und acht Verhaftungen von Anarchisten vorgenommen. Paris, 30. April. Minister Hanotaux ersuchte in einer Unterredung mit dem türkischen Borschaster, dem Sultan zu empfehlen, Griechenland den Frieden anzubieten, da die Folgen unabsehbar seien, falls die Türket weiter rüste. Frankreich sei verpflichtet, die christliche Sache, welche die Sache der Civilisation sei, zu vertheidigen. Ein Zusammenbruch der griechischen Dynastie würde ernste Folgen nach fich ziehen. Konstantinopel, 30. April. Wie verlautet, refüfirte der Sultan den BermittelungSvorschlag mehrerer Botschafter und verweigerte jede Loncesfiou, so lange Kreta von den Griechen besetzt gehalten werde. WB. Athen, 30. April. HavaSmeldung. Die Nachricht von dem Rückzüge der Griechen im EpiruS ist bestätigt, fie wichen gegen die Grenze zurück und gaben ihetlweise besetzte- Gebiet auf. Die Türken widersetzten fich bei Phtlipptada den Griechen und behaupten Salagura. Die spätere Aufgabe PhilippiadaS wird bezweifelt. Der gestrige Kampf bei Belesttno war bedeutend. Die Brigade SurS- buSki schlug 8000 Türken unter großen Verlusten zurück. Der Krieg-Minister TramadoS setzte die Ersetzung des GeneralstabSchefS SapunSdzakt durch den Oberstlteutenaut Rattt durch. Cocales «rrd provinzielles Sieben, den 1. Mai 1897. * • Ernennung. Zum Provtuzial-Rabiner für Oberheffen wurde durch Allerhöchste Entschließung Sr. Kgl. Hoheit deS GroßherzogS Herr Dr. Leo Hirschfeld hier, mit Wirkung vom 1. April d. I. an, ernannt. Silberne HochzeitSfeieru. Da» Fest derSilbernen Hochzeit feierte gestern Herr Lithograph und KreiSfeuer- wehrtnspector Martiu LooS und deffen Ehefrau in aller Stille. Wir wünschen, daß es dem Jubelpaare vergönnt fein möge, auch dereinst in voller Rüstigkeit die goldene .Hochzeit feiern zu können. — Heute begehen Herr Mustk- director Krauße nebst Gemahlin die gleiche Feier. Da» MusikcorpS brachte dem Jubelpaar gestern Abend ein Ständchen. Auch ihnen wünschen wir von Herzen tu wetteren 25 Jahren eine frohe goldene Hochzeitsfeier, inzwischen aber erfreuliches Wohlergehen! Gefauglwettstreit. Der Bauer'sche Gesangverein, welcher unter Leitung deS Musiklehrers Polster steht, der im vergangenen Jahre beim Lahmhal-Sänger-BundeSfest zu Ltch die Palme des Ruhme» erntete, wird fich in diesem Jahre an einem zu Bock en heim veranstalteten Gesangs- Wettstreit betheiligen. Der Verein, welcher vor Jahre»- ' frist noch 25 sangesfrohe Mitglieder zählte, ist inzwischen auf 35 Sänger angewachsen. Philosopheuwald. Die Stadtverordneten befürworteten in der letzten nichtöffentlichen Sitzung die Pläne zur Erbauung einer ReftaurattonShalle im Philosopheuwald. Dieselbe soll Raum für 1000 bi» 1200 Personen bieten. Die Halle kommt in der Hauptfront durch einen Zwischenbau mit dem alten RestaurationSsälcheu in Verbindung, nach der Stadt zu gerichtet. Sie ist vollständig geschloffen gedacht und erhält Heizeinrichtung. Der Bau nimmt fich sehr schön, wie eine Art Festhalle, aus. • • Sportfest. Da» Recht, bei dem Ende Mai gleichzeitig mit dem Sportfest auf der Hardt abzuhaltenden großen Volksfest auf dem Juxplatz Baden rc. aufstellen zu dürfen, ist an einen Unternehmer von außerhalb vergeben worden. F. Da» Training. Auf Einladung der Gießener Ruder- Gesellschaft hatten sich am Donnerstag Abend im Saale des Hotel Einhorn eine große Anzahl Jntereffenten eingefunden, um die Kolb'scheu Theorien über »Da» Training" kennen zu lernen. Besonders zahlreich waren die Herren Offiziere und Militärärzte erschienen, ein Beweis, mit welchem Interesse man in militärischen Kreisen den neuen Untersuchungen über die Vorbereitung de» Körper» zu maximaler Muskelarbeit folgt. Gegen 9 Uhr ergriff der Vortragende, Herr Dr. Gg. Kolb, das Wort und führte in etwa etnftündtger, Jedermann verständlicher Rede ungefähr folgende» au»: Der menschliche Körper ist mit einer Maschine zu vergleichen, bei welcher immerwährend durch angestrengte Thätigkeit Stoffe verbraucht werden und wieder durch neue ersetzt werden müssen. Früher hat man nun geglaubt, daß durch maximale Muskelarbeit hauptsächlich während des Trainings besonder- viel Etweisstoffe verbraucht würden und empfahl daher den Training» Mannschaften den reichlichen Genuß von eiweißhaltigen Speisen, wie Fletsch usw. Nach den Untersuchungen nun, welche Dr. Kolb bereit- im Jahre 1884 bi- 1887 an den TratuingS-Mannschafteu des Berliner Raderclubs anstellte, stellte er unwiderleglich fest, daß der Mehrverbrauch an Et- weis während des Tratuing» nur ganz verschwindend sei, während aber ganz bedeutende Mengen der Kohlehydrate (also Zucker und Fett) verbraucht würden. Weitere Untersuchungen zeigten nun, daß besonders der Zucker den Trainings- Mannschaften am zuträglichsten ist und daS sogenannte Ueber- trainirtsein fast, wenn nicht ganz verhindert. Dr. Kolb empfahl allen Denen, welche angestrengte Muskelarbeit leisten müffen, besonders Ruderern, Radfahrern, Touristen und nicht zum wenigsten dem Militär reichlichen Zuckergenuß und im übrigen kräftige, aber nicht Übermäßige Lebensweise. Einem Wunsche deS Vortragenden gemäß entspann sich nach Schluß deS Vortrags eine hochinteressante Discussion, an der fich neben den Vertretern der Sportvereine auch die Herren vom Militär in ausgiebigster Weise betheiltgten. Nachdem die Discussion geschloffen, dankte Herr E. Balser als derzeitiger Borfitzender der Rudergesellschast den Gästen für daS Interesse, welches fie durch ihr Erscheinen der Sache entgegen« gebracht und gab der Hoffnung Raum, daß der Rudergesellschaft die Sympathien immer in gleichem Maße erhalten bleiben möchten. Herrn Dr. Kolb zollte er Worte des Dankes für seine hochinteressanten Ausführungen, ihn als eine Autorität auf dem Gebiete des Trainings hinstellend, sowohl in theoretisch-wissenschaftlicher Beziehung, als auch in seiner Eigenschaft als langjähriger und bewährter Rennruderer. Ein auf Herrn Dr. Kolb ausgebrachtes Hipp Hipp Hurrah! wurde von den Ruderern jubelnd ausgenommen. Die Erschienenen blieben noch lange Zeit zusammen, in regem MeinungSauS- tausch das Thema deS Abends besprechend. • • MoatagS-Eoncert ans der Schone« Aussicht. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, werden die Bier-Loncerte auf der Schönen Aussicht für die diesjährige Saison am nächsten Montag den 3. Mai eröffnet. Dieselben werden wiederum von der RegimentSmufik deS Jnf.-RegtS. »Kaiser Wilhelm" ausgeführt. * * Eine hervorragende Sehenswürdigkeit dürfte Neumann» anatomisches Museum sein, da» auf OSwaldS Garten ausgestellt ist. Es belehrt den Menschen über fich selbst, d. h. über seine irdischen Theile, die einmal in Staub zerfallen werden. Zu dem Zwecke werden die inneren Theile des menschlichen Körpers in gesundem und krankem Zustande dargestellt. Das Neumann'sche Museum beschränkt fich aber nicht auf die Anatomie des Menschen, eS erstreckt sich auch auf die Anthropologie und Ethnographie und stellt einige Menschenrassen und alte Culturvölker dar. Endlich greift eS auch noch in die Specialität des Panoptikums hinüber und stellt berühmte Personen und Genrescenen plastisch in Lebensgröße dar. Auch eine Reihe der mittelalterlichen Folterwerkzeuge ist dort zu sehen. Wir machen noch auf daS Inserat in heutiger Nummer aufmerksam. * * Interessante Funde. Bei Anlage einer Straße bei dem rhemhesfischen Dorse Niedersanlhei« ist ein große» fränkisches Grabfeld entdeckt worden. Die im Beisein deS EnstoS des Darmstädter Museums, Pros. Adamy vorgenommenen Ausgrabungen ergaben eine größere Anzahl Gräber mit gut erhaltenen Sceletten. Waffen und Schmuck fachen fanden sich nicht vor, dagegen mehrere Gefäße. * * Oberhefsifchrr Katholikentag. Wie das »Mainzer Journal" mittheilt, findet am 9. Mai, Nachmittag» 3 Uhr im »Saalbau" zu Friedberg ein Katholikentag statt. Als Redner werden bezeichnet: Herr JostitntSvorsteher Dr. Kübel au» Gießen, Herr Landtagsabgeordneter Dr. Fre nay, sowie der DiöcesenpräseS der katholischen Männer- und Arbeitervereine deS BiSthumS Mainz, Herr Pfarrer F o r s ch n e r au» Mainz. • • Wetterbericht. Die Depression im Nordwesten breitet fich weiter auS und entsendet bereits über die Nordsee einen AnSläufer nach dem Festlande herein und steht dabei noch unter der Herrschaft deS barometrischen Mox rnumS mit ieinem Sern im Süden, doch hat dasselbe auch an Jntenfivität verloren. Der niedere Druck scheint fich weiter auSzubehueu und dürften zunächst die nördlichen Theile unseres Gebiete» ‘ von ihm beeinflußt werden. — Voraussichtliche Witterung: Im Norden Eintritt von trübem Wetter und spät« Niederschläge, im Süden zunächst heiter, dann gleichsall» Zunahme der Bewölkung. - Schlitz, 30. April. Se. Majestät der Kaiser unternahm heute Vormittag 10 Uhr in Begleitung des Grafen Görtz einen längeren Spaziergang in die Umgebung des Parkes und begab fich alsdann nach der »Weißen Birke", einem AuSfichtßpunkt in der Nähe der Stadt. Heute Nachmittag 3t/z Uhr machten die Herrschaften eine Ausfahrt nach dem im Fuldathale gelegenen Richthof, dem Sornmnanf- enthalt des Grafen. 4- Romrod, 30. April. Seit gestern Nachmittag find bereits fünf Gewitter mit sehr heftigen elektrischen Entladungen Über die hiefige Gegend gezogen und dennoch ist ein Sinken der Temperatur noch nicht zu bemerken. Der Regen war meist stark, und theilweise mit Hagel untermischt. Die Blitzschläge dürften hie und da Schaden angerichtet habe«, unter Anderem soll ein Alsfelder Mann heute Nachmittag auf dem Felde durch den elektrischen Strahl getödtet worden sei«. Infolge der vielen Niederschläge hat die Feldarbeit wieder unterbrochen werden müssen. Daß fich jetzt schon Hagelschlag einstellt, mag jedem noch nicht verficherten Landwirth etee ernste Mahnung fein, sich bald zu verfichern. §§ Bom öderen Vogelsberg. 28. April. Seit einigen Jahren lichten sich unsere Fichtenwalduvgea, indem ganze sogenannte Waldköppchen verkanst werden und zwar meistens zur Holzstoff Fabrikation. Nicht allein in den fiskalischen Waldungen wird alljährlich eine bestimmte Quantität verkauft, sondern auch in den privaten, bet letzteren gehen die Bestände so ziemlich zur Neige, wofür als Beweis wohl gelten mag, daß seither der Festmeter mit 10, 11 und 12 Mk. verkauft wurde und in diesem Winter zu 13 bi» 15 Mk. DaS meiste Fichtenholz wird in unserer Gegend aufgekauft von der Firma Zellstoff-Fabrik Waldhof in Waldhof bei Mannheim. Allgemein vermuthet man, daß in den nächsten Jahren kein Fichtenholz mehr verkauft werden kann. Unsere Vogelsberger Landwirthe begreifen die Rentablität der Waldavlageu uod werden nun auch jedes Jahr ziemliche Flächen von Privaten und Gemeinden aufgeforstet, viele Gemeinden bekommen Staatsbeiträge dazu, mitunter 60 bi» 80 Mk. Kürzlich kamen wieder 633000 Stück junge Fichten- pflanzen auf der Station Gedern für die Oberförfteret Grebenhain an. Sie waren gemeinsam bezogen von Gemeinden, Privaten und FiScuS. Auf diese Weise kamen die Fichten- pflanzen billig zu stehen. Holzverfteigerungen in Buchen- usw. Brenn- und Werkholz haben in der Oberförsterei Grebenhain für diese» Jahr bis jetzt noch nicht stattgefunden, währenddem in angrenzenden Bezirken dieselben schon meisten» beendet find. Die Friedrichshütte bei Laubach erhielt auch in diesem Jahr wieder 5000 Raummeter Buchenholz zur Essigfabrikation au» der Oberförsterei Grebenhain. Die Fabrik läßt da» Holz von Holzhauern au» Eichelsachsen, Ruppert»- bürg und Gonterskirchen spalten, den Meter zu 17 Pf»., gewiß ein kärglicher Verdienst, aber dennoch ein annehmbarer Taglohn, da ein Holzhauer täglich durchschnittlich 24 Meter klein hackt. X. Darmstadt. 30. April. Wie au» guter Quelle verlautet. wird die Zweite Kammer nach der jetzigen kurze« Tagung erst im Herbst wieder zusammentreten. — Die Immatrikulation an der Technischen Hochschule für da» Sommersemester ist beendet; wie man hört, soll der Zuwach» gegen da» letzte Semester an 100 sein, also die Gesammt- Hörerzahl dann' ca. 1200 betragen. Eine solche Frequenz hätte man vor einigen Jahren noch nicht für möglich gehalten. Biege«, 29. April. Heute fand hier die au» alle« Theilen des Großherzogthum» gut besuchte vierte Haupt- Versammlung de» katholischen Lehrerverein» für da» Groß- Herzogtum Hessen statt. Einer Versammlung im »Mainzer Hof" mit Berichterstattung, Vorstandswahl rc. folgte ein Festgottesdienft in der alten Pfarrkirche, bei welcher der Kirchenchor PalestrinaS großartige Messe zum Vortrag brachte. In der nun folgenden Hauptversammlung im »Mainzer Hof" sprach Herr Semioarlehrer Borig au» Alzey üb« »katholischen Kirchengesang". Nack dem Festessen im „Engl. Hof" beschloß ein gemeinsamer Spaziergang auf den Rochu»b«g den in schönster Weile verlaufenen Lehrertag. • Prag, 26. April. Gestern Abend hat sich nächst dem Tunnel der Wodraner Localbahn in der Nähe von Prag daS 13 Jahre alte Schulmädchen Rosalia Ko ei na vor dem Heranvahen eines Eisenbahnzuges auf die Schienen gelegt. Der Zug trennte ihr den Kopf vom Rumpfe. Al» Ursache des Selbstmordes gab die Mutter de» Mädchen» an, daß ihre Tochter fich wiederholt geäußert habe, daß fie fich wegen Abneigung gegen den Schulbesuch da» Leben nehmen werde.__ Sd?iffsttad>rid>teii Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten dnrrd di« Agenten Earl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 30. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampser H. H. Meier. Eapt. F. Menh, vom Norddeutsch« Äoyd in Bremen, ist heute 9 Uhr Vormittags wohlbehalten tn Newyork angekommen. Brodpreise vom 2. Mai bi» 16. Mai 1897. D« hidtte» BM«. 1 Ä0. (2 Pfd.) Tafelbrod .....27 Pfg 2 Äß. (4 Pfd.) Taselbrod ...... 54 , 1 Jt0. (2 Pfd.) Weißbrot» ..... 25 , 2 Ä0. (4 Pfd.) Weißbrot»......50 , 1 Rg. (2 Pfd.) Schwarzbrot»......23 , 2 Jt0. (4 Pfd.) Schwarzbrod 46' » 3 jtg. (6 Pfd.) Schwarzbrod......69 , Der auSwärtiaen Bäht aHtln tn den 1 riuk beftivvtk bri lrtztttk« »ofür aU «eweie r mit 10,11 unb Mvtrr zu 13 618 “ unfer« ®egtnt Daldhos In Wald« man, ba& in bin !anft werben kann, die Stntablitat ber ■6 Jahr zirMe usgesvchet. viele mitunter 60 btt fid junge Kttrn- »erförstttti Treben- > von Sewetndrn, kamen bie Fichten- rogen in Vutzrv- erförsterri Greben- id)t stattgejunbrn, Ibm jchon meiftent ibach erhielt auch r Buchenholz zur mhain. Die Fabrik schien, Ruppertg« Mr zu 17 Piß., ein annehmbarer Mich 24 «Itut guter öutUt ver« h ber jetzigen kurze« neuttetrn. — Die ochschule für bat t, soll der Zuwach» also bie Tesamv" ne solche Freq°e°i nicht für ichlich zier bie che Mi W* wi für bai M* dnng im Iaiuzer iaM re. folgte ein bei welcher ber u« Vortrag brachte- im Mainzer Ho IW * n im h6d0l 6°2. lU| bin Rochu-beri 21W 54 . 25 . 60 , 23 . 43'. öS ' 42 . t 1897- hat «*2? er RSHe von P üxKL 8«'»1 ', H st- bi* ^gtiibfli 42 . 42 r G. Jacoby v. Alten-Buseck 44 Aug. Deibel von Wteseck 50 W2H. Fabel von Wteseck 50 2 Äg. (4 Pfd.) Schwarzbrod bet L. Schmidt, Gr.-Ltnden 40 L. Stetnmüller, Gr.-Ltnden 40 Joh. Kd. Belte o. Kirch-Göns 40 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bet Ernst Christ von Wteseck 66 W. Fabel von Wteseck 66 Der BrodverkLufer. Dieselben Preise wie bet den hiesigen Bäckern. Gießen, den 1. Mai 1897. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Pfg. n ■ • w w Auszug an» den bet Stadt •iefgau 0tif8tb0u. April: 26. Erhard Dürr, Küfer dahier, mit Johanna Sauerteig von Fischbach. 27. Franz Leopold Rudolph Buffe, Secondelteutenant dahier, mit Hedwig Bertha Adolphine Detring hterselbst. 27. Friedrich Reitz, Sergeant dahier, mit Susanne Fink hterselbst 28. Heinrich August Karl Emil Best, Dreher dahier, mit Rosine Groh hterselbst. 28. Heinrich Högy, Metzger zu Ruppertsburg, mit Sophie Magdalene Jochem zu Laubach. 30. Friedrich Feldmann, Kaufmann zu Wiesbaden, mit Katharine Margarethe Elise Sophie Philippi hterselbst. 30. Georg Albrecht Glanz, Sergeant dahier, mit Marte Philtpptne Marie zu Ltch. April: 24. Otto Rühl, Postschaffner dahier, mit Margarethe Co vinus hterselbst. 24. Karl Wilhelm Schumann, Schlosser dahier, mtt Marie HSnig Hierselbst. 24. Heinrich Ludwig Gebauer, Restaurateur dahier, mit Elise Hansel hterselbst. Gaboißno April: 21. Dem Hausburschen Jacob Koch ein Sohn, Dietrich Wilhelm. 22. Dem Brandoersicherungs-Assistrnt Heinrich Philipp Nicolaus etn Sohn, Heinrich Ludwig Christian. 23. Dem Schutzmann Johannes Schädel etn Sohn. 24. Dem Schlaffer Karl Gerlacb eine Tochter, Elisabeth Wilhelmine. 24. Dem Schreiner Wilhelm Walter eine Tochter, Minna Katharine Johannette. 25. Dem Kaufmann Otto Schaaf eine Tochter. 25. Dem Arbeiter Heinrich Benner etn Sohn, Friedrich Eduard. 26. Dem Schuhmachermetster Ignatz Fleischmann ein todtgeboreneS Kind weiblichen Geschlechts. 28. Dem Bahnarbeiter Ludwig Luh eine Tochter, Katharine Luise. »etknibem. April: 24. Heinrich Mosbach, 2 Jahre alt, Sobn von Tag- löhner Heinrich Mosbach dahier. 24. Philipp Sack II., 60 Jahre alt, Lanbwirth von Heuchelheim. 24 Karl Sack, 5 Jahre alt, Sohn von Fabrikarbeiter Karl Sack von Heuchelheim. 25. Carl Friedrich Stimme!, 27 Jahre alt, Student dahier. 25. Marie Hartmann, 81 Jahre all, ledig dahier. 26. Martin Amatus Abermann, 58 Jahre alt, Bauunternehmer dahier. 26. Wilhelmine Jacob, 3 Jahre alt, Tochter von Omnibusschaffner Jakob Jacob dahier. 27. Katharine Schneider, geb. Hilgardt, 79 Jahre alt, Wtttwe von Schneidermeister Philipp Schneider dahier. 27. Elisabeth LtNdenstruth, geb. Bastian, 71 Jahre alt, Wtttwe von Oeconom Wilhelm Lindenstruth II. dahier. 28. Ludwig Becker, 15 Jahre alt, HauSbursche von Alten-Buseck. 28. Marie Pfeiffer, 1 Jahr alt, Tochter von Schlosser Engelbert Pfeiffer zu Wallmenroth. 28. Georg Dietz, 44 Jahre alt, Maurer dahier. 29. Konrad Döpser, 47 Jahre alt, Weißbinder dahier. Arrszrrg aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getränte. Lukasgemeinde. Den 25. April. Otto Rühl, Postschaffner, und Margarethe CorvinuS, Tochter des verstorbenen KüserS Friedrich Peter CorvtnuS zu Gießen. Johannesgemeinde. Den 24. Avril. Heinrich Ludwig Gebauer, Restaurateur 'zu Gießen, und Elise Hansel, Tochter des Schreiners Christoph Hansel zu Gießen. Denselben. Carl Wilhelm Schumann, Schlaffer zu] Gießen, ein Wittwer, und Marie Hönig, Tochter des verstorbenen Leinwebers Philipp Hönig zu Merlau. UeKmWe. MatthäuSgemeinde. Den 24. April. Dem Kaufmann Karl Gerbode ein Sohn, Hans Karl Wilhelm Ludwig August Heinrich, geboren den 24. Febr. MarkuSgemeinde. Den 25. April. Dem Schuhmacher Johann Georg Karl Bottner ein Sohn, Heinrich Wilhelm, geboren den 13. Februar. Denselben. Dem Taglöhner Philipp Werner eine Tochter, Lina Margarethe, geboren den 14. September. Denselben. Dem Friseur Otto Rottmann ein Sohn, Christian Franz Otto, geboren den 16. März. Johannesgemeinde. Den 25. April. Dem Taglöhner Franz Schadrowskt ein Sohn, Wilhelm, geboren den 19. März. Mtlitärgemeinde. Den 25. April. Dem Feldwebel Johannes Ritz ein Sohn, Wilhelm Valentin Heinrich, geboren den 22. März. Den 29. April. Dem Hoboist Werner Sinning eine Tochter, Sophie Susann« Johanna, geboren den 25. März. Butbiau. MatthäuSgemeinde. Den 27. April. Marie Hartmann, Tochter deS verstorbenen Strumpfwebers Bernhard Hartmann, 81 Jahre alt, starb de» 25. April. Den 29. April. Katharine Schneider, geb. Hilgard, Wittwe deS verstorbenen Schneiders Philipp Schneider, 79 Jahre alt, starb den 27. Avril. MarkuSgemeinde. Den 29. April. Elisabeth- Lindenstruth, geb. Bastian, Wittwe des verstorbenen Oeconomen Wilhelm Lindenftruth, 71 Jahre alt, starb den 27. April. LukaSgemeinde. Den 27. AprU. Karl Stimme!, ßtud. forest auS Plauen i. V.» 27 Jahre alt, starb den 25. April. -------- Ein neues Nährmittel. Dargestellt von den'HÖChster Farbwerken in Höchst am Main. 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