. 1897 Dienstag den^Februar W 51 T * * r-mwb. Zlints- «10 Anzeigeblatt für den "Kreis Gietzen Hralisöeitage: Hießener Kamilienötätter liener Rothweine Uhr trat die herrliche, un- erschien der Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr, Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehme, j Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. begann,' unter den weiteren Tänzen befand LtebltngSwalzer der Königin Luise. Gegen 11 Souperpause ein. Gegen 1 Uhr schloß da» Diertcljähriger Monnemcvtspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Hlr.7. Fernsprecher 51. Erstes Blatt ’iüzponiade ist von qIz jnn., Leipzig. 2engt den schönsten, Itenden Glanz, i Metall nicht an cht wie Putzpomade laut Gutachten von h vereideten Chemikern bertroffen glichen Eigenschaft^ all in haben.w Rbe>nwenLi, r***2ir *bri*r ***** and Mose'*6'1161 Feii^ gja/lischt । wie »ach zöchen Coflnac Deutsches Reich. Berlin, 27. Februar. Der Costümball im Weißen Saale des königlichen Schlosses bot ein überaus glänzendes, farbenprächtiges Bild. 450 Gäste waren erschienen, die Damen in den Coftümen des Imperial- und Jncroyable- StilS, die ‘Sabotiere in den Uniformen des Jahres 1797. Auch die Mutter Ihrer Majestät der Kaiserin und die Prinzen Adalbert, August Wilhelm und SD Star waren zugegen. Die Pagen und die gesummte Dienerschaft trugen die Costüme auS dem Jahre 1797 mit Zopfperrücken. Unter den Uniformen fielen besonders die rothen Bosniaken (die späteren Ulanen), sowie die Husaren mit Tigerfellen auf. Als Ihre Majestät die Kaiserin in herrlichem, kostbarem Costüm erschien, verneigten fich die Anwesenden huldigend. Da ertönte Trommel- und Pfeifenklang: Seine Majestät der Kaiser in der Uniform des einstigen Stammbataillons, des jetzigen 1. Gard- Regiments z. F., führte Ihrer Majestät der Kaiserin die Schloßgarde-Compagnie und die Leibgarde der Kaiserin vor. Voraus schritt ein Tambour mit einer großen Trommel, daneben ein Pfeifer. Bor dem Throne wurde Halt gemacht. Seine Majestät ließ präsenttren nach dem Reglement de» Jahres 1797, worauf Ihre Majestät die Kaiserin die Front abschritt. Die Flügeladjutanten waren in der Truppe mit eingetreten. Der Kaiser führte bann die Truppe wieder auS dem Saale. Beim Ein- und Abmarsch spielte auch daS MufikcorpS auf der Mufikloge. Als Seine Majestät der Kaiser in den Saal zurückkehrte, sprach Ihre Majestät die Kaiserin Allerhöchstihren Dank auS. Seine König!. Hoheit Prinz Heinrich trug die Uniform des 1793er Regiments Nr. 35. Die Mufik spielte die Fackeltänze, wie fie bei der Hochzeit der Königin Luise im Jahre 1793 gespielt wurden, zu dem nunmehr folgenden Rundgang, an den fich der Taoz anschloß, der mit einer von 16 Paaren getanzten Gavotte 'sich auch ein vergeßliche Fest. Lettin, 27. Februar. Wie alljährlich, Kaiser auch gestern zum Diner, welches der Oberpräsident von Achenbach den Vertretern des Provinzial-LandtageS der Provinz Brandenburg gab. In der Begrüßungsrede wies Staatsminifter Achenbach namentlich auf die Verdienste der Hohenzollern um die Mark, Preußen und das Reich und auf die Bedeutung der Landwirthschaft für die Entwicklung deS ganzen Volkes hin. Der Kaiser nahm hieraus Anlaß zu einer längeren Erwiederung. Er besprach die Entwickelung des deutschen Reiches auS den Zeiten Friedrich Barbaroffas bis auf die allerneuefte Zett und feierte die Gründung deS deutschen Reiches, indem er seines Großvaters Thaten pries. Dann schilderte der Kaiser unsere jetzigen inneren politischen Verhältnifie, wobei er etwa ouSsührte: „Eine Aufgabe, die unS allen aufgebürdet wird, die wir verpflichtet find zu übernehmen, ist der Kampf gegen den Umsturz. Mjt allen Mitteln, die uns zu Gebote stehen, müssen wir diejenige Partei überwinden, die es wagt, die Staatsgrundlagen anzugreifen, die gegen die Religion sich erbebt und selbst nicht vor der Person des allerhöchsten Herrn HZiKacht. Ich werde mich freuen, jedes Mannes Hand in MmJnen zu haben, fei er Arbeiter, Fürst oder Herr, der mir yelsen wird in dieser Gefahr. In der Erinnerung deS Mannes, dem wir daS Deutsche Reich mpson's pulver is beste Gebrauch i bequemste Welt. >Dr Thompgoi" wen“. ms Der ' Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme teS Montags. Die Gießener Aamitienvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. iS*1«. ' 6e*otlen se, S^ort. ‘bsköp^rt. ießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger. -en bis jU ' UD8 u bei »LWn. ÄSE Mgivoll ^dM-tzger. des Großherzogthums Hessen oder einem andern I Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aushalten; b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienst- boten, Haus- oder Wirthschaftsbeamte, Handlungs- I diener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehr- I burschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogthum Hessen, noch in einem andern deutschen Staate Domicil be- I fitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1877 geboren sind; ferner I Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1895 bezw. 1896 zurückgestellt I worden, oder nach ihrer gezogenen Num- I mer disponibel geblieben, d. h. nicht ein- | berufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung finb I Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Be- I rechtigung zum einjährig.freiwilligen I Militärdienst ertheilt worden ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- I oder drittenmale erscheinen, haben ihre Loosungsscheine I mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen I solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter Zurück- I fldhinß in Anspruch genommen wird, so ist. für Vorlage | der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforder- I lichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung anberaumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. Wenn die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehö rige sich selbst persönlich tm Termin vor der Ersatz-Commission ein* zusinden. Noch nicht eingereichte ZurückstelluugSanfpruche sind bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei vorzubringen und die Verhandlungen baldigst — untot allen Um- 1 ständen vor Beginn de- GrfatzgefchäfteS — an die Ersatz-Commission einzusenden. Verspätete Gesuche finden überhaupt keine Berücksichtigung. Frühere Reelamationeu, welche proL8S7 erneuert werden I sollen, find mittelst Berichts sofort eiuzufordern. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dies durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. DaS Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An der Loosziehnng persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Er- I satz-Commission das Loos. 6) Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellnngSpsiichtigeu Militärpflichtige ans Grund der ihnen bereitS Mgegangenen Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Bemerkt wird hierbei, daß Militärpflichtige, welche sich auswärts aufhalten, zur Musterung nicht geladen werden dürfen, da solche nur an ihrem Aufenthaltsort gestellungspflichtig sind. . I Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten I haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Mufte- I rungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu I bemühen, daß die Letzteren i/2 Stunde vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich I gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäftes I ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krank- I heit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und I der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts I vorzulegen. I Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Mittwoch den 10. März in der Restauration „Zum La hust ein" (Nordanlage) zu Gießen, Samstag den IS. März im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg, Dienstag den 13. April im Rathhaus zu Sich, die Clafsisieirung der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebots und der Grfatz-Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältnisse statt. . Es haben daher diejenigen Reservisten und'Landwehrmänner ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 1. März 1897. Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gietzen. Dr. Wallau. iehri^^jgi in Bekanntmachung, da- Grsatzgeschäft pro 1897 betreffend. Die Musterung und Loosziehnng der Militärpflichtigen be» Kreises Gießen für das Jahr 1897 findet an den nach- benannten Tagen statt und zwar: I. Zu Gießen in der Restauration „Zum Lahnstcin", Nordanlage. Samstag den 6. März, Vormittags von 8 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf an der Lahn, Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Großen- Buseck, Hattenrod, Mainzlar, Oppenrod und Reiskirchen; Montag den 8. März, Vormittag von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge ! (1895 und 1896) und der Gemeinde Rödgen; Dienstag den 9. März, Vormittags von 8 Uhr an: [ derjenigen des jüngsten Jahrgangs (1897) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinde Großen-Linden- Mittwoch den 10. März, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Heuchelheim, Klein-Linden, Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck; Donnerstag den 11. März, Vormittags von 9 Uhr an: Loosziehrrng. II. Zu Grimberg im Gasthaus zum Rappen. Freitag den 12. März, Vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allettshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, 'Lauter und Lindenstruth; Samstag den 13. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Londorf, Lumda, Odenhausen, Qneckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Montag den 15. März, Vormittags von 9 Uhr an: LooSziehung III. Zu Sich im Rathhaussaale. Freitag den 9. April, Vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Ebevstadt, Ettingshausen, Garberneich und Grüningen; Samstag den 10. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Lang-Göns und Langsdorf; Montag den 12. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, Münster, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern, Rabertshausen und Rodheim; Dienstag den 13. April, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit Steinberg. . o Mittwoch den 14. April, Vormittags von 9 Uhr an: Loosziehnng Besondere Bestimmungen. 1) Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder einem andern Staate des deutschen Reiches angehörigen Milttar- pflichtiaen, welche r o a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohn- sitz — haben und sich nicht in einem andern Theüe Amtliche* Theil. Gießen, den 1. März 1897. Betr.: Das Ersatzgeschäft pro 1897. Der Civilvorfitzende der Großh. Ersatz-Commission Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Aushebungs-Bezirke Grünberg und Lich. Ich mache Sie auf den nachstehenden abgeänderten Reiseplan für das diesjährige Ersatzgeschäft zur genauen Darnachachtung noch besonders aufmerksam. Dr. Wallau. Mische Weine direct । irztticber Seite » pfobteüi n W* Prei'e' 1982 verdanken, werden wir richtig wirken und de« Kampf nicht Nachlassen, um unser ßan£ von dieser Krankheit zu befreien, die nicht nur unser Volk durchseucht, sondern auch daS Familienleben, vor allen Dingen aber daß heiligste, waS wir Deutsche kennen, die Stellung der Frau, zu erschüttern trachtet. Ich hoffe, meine Märker um mich zu sehen, wenn sich die Flammenzetchen enthüllen und in diesem Sinne rufe ich: Die Mark und Märker Hurrah, hurrah, hurrah? — Auch auf die Gewährleistung des äußeren Friedens, für den durch Deutschland- Großmacht-Stellung bei den andern Mächten genügend gesorgt sei, soll der Kaiser hingewiesen haben. Die Rede machte einen tiefen Eindruck auf die Versammelten. Der Kaiser war guter Laune und verweilte bis 10’/a Uhr auf dem Festmahl. Berlin, 27. Februar. Die Reichstagsbau Commission ist zum 1. März zu einer Sitzung etnberufen worden. Berlin. 27. Februar. Beim Reichskanzler Fürsten Hohenlohe findet am Donnerstag den 4. März ein parlamentarischer Abend statt, zu welchem zahlreiche Mitglieder bei Reichstages und beider Häuser deS Landtages Einladungen erhalten haben. Berlin. 27. Februar. Der Präsident des Reichstages hat auf die Einladung zur Enthüllung des National« deukmals für Kaiser Wilhelm I. an die Mitglieder in einer Verfügung das Ersuchen gerichtet, die Theilnahme an der Feier ihm gefälligst biß zum 4. März auzumeldeu. Für den Fall, daß ihm bis zum 4. März eine zustimmende Erklärung nicht zugehen sollte, nimmt dec Präfident an, daß eine Behinderung bet den betreffenden Herren Eollegen, an der Feier thetlzunehmen, eingetreren ist. Berlin, 27. Februar. Im Herrenhause ist die nächste Plenarsitzung auf den 20. März anberaumt worden. Auf der Tagesordnung sollen stehen Petitionen, Eisenbahnrechen- schaftSberichte und der vom Abgeordnetenhause herüber- gekommene Entwurf, betreffend einige jagdrechrltche Bestimmungen. Sollte sich weiteres Beraihungsmatertal bis dahin ansammeln, so würde bereits am 19. März eine Plenarsitzung angesetzt werden Berlin. 27. Februar. Im Abgeordnetenhause fallen Mittwoch und Donnerstag die Plenarsitzungen aus. Berlin. 27. Februar. Wie die Blätter melden, hat das Staatsministerium die Gleichstellung der Richter und der VerwaltungSbeamten für unannehmbar erklärt. Pole, 27. Februar. Die „Köln. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Die MobilmachungSarbeiten der Armee werden energischer betrieben. In zehn Tagen hofft man ia Macedonien eine Truppenmacht von 150,000 Mann haben zu können, denen 90,000 folgen sollen. Gegen Bulgarien sollen 80,000 und gegen Serbien 30,000 Mann Aufstellung nehmen. Arr-laud. Wien. 27. Februar. Im hiesigen Auswärtigen Amt wird versichert, daß alle Mächte dem bekannten Ultimatum Rußlands zustimmten, auch England. ES wird also in Athen eine Note im Sinne dieses Vorschlages überreicht werden. Verona, 27. Februar. Ein im hiesigen Dom aus- gebrochenes Feuer vernichtete alle darin aufbewahrten unersetzlichen Kunstschätze. Pari«, 27. Februar. Der auS Caudia gemeldete Bruch deS Waffenstillstandes seitens der Türket hat in hiesigen Regierungskreisen sehr verstimmt. Man befürchtet, daß die Unzuverlässigkeit und die Treulosigkeit der Türkei im letzten Moment die Anstrengungen der Großmächte zu Schanden machen werde. Die französische Regierung dürfte daher beantragen, daß nunmehr der Türket gegenüber derselbe volle Ernst gezeigt werde, wie er bisher gegen Griechenland zum Ausdruck gebracht worden ist. Paris, 27. Februar. Die Antwort Griechenlands auf die Eellecttvnote der Mächte gilt noch als ungewiß. Parts, 27. Februar. Der Leiter der türkischen Marine zu Konstantinopel ist ein früherer französischer Präfect, der Pascha-Rang besitzt und ein JahreSgehalt von 35000 FrcS. bezieht. Derselbe besucht öfter seine Familie in Süd- Frankreich. Pari», 27. Februar. Nach einem Telegramm deS „GaulolS" aus London habe sich König Georg zur Annahme der Forderung der Mächte hauptsächlich in Folge der energischen Haltung Rußlands bereit erklärt. Madrid, 27. Februar. Die Meldung von der Absendung von Verstärkung nach den Philippinen ist unrichtig. London. 27. Februar. Die „Times" melden auS Konstantinopel: Der letzte Vorschlag Griechenlands sei der, Kreta durch Griechenland verwalten zu lasten, wie Oesterreich Bosnien verwaltet. London. 27. Februar. „Daily News" melden auS Kanea, die Lage fei äußerst kritisch. Außer türkischen Soldaten befänden sich in Kanea etwa 1000 bewaffnete Muselmänner. DaS europäische Geschwader hat gestern neue Truppen-Abtheilungen an Land gesetzt. London. 27. Februar. Der „Times" zufolge soll der Sultan bereit sein, in die Autonomie, sogar in die vollständige LooSlösung Kreta- von der Türket etnzuwilligen. Athen, 27. Februar. Bisher ist noch keinerlei Collec- tivnote der Mächte hier Überreicht worden. Athen. 27. Februar. Die Gerüchte über eine beab« fichtigte Demission del Königs Georg werden officiöS für unbegründet erklärt. Dagegen bestätigt es sich, daß der König, falls die Türket sich an der theffaltscheu Grenze Ueber- griffe erlauben sollte, der Türket den Krieg erklären werde. Betreffs Kreta werde er sich dem Druck der Mächte fügen. Athen. 27. Februar. In Kanea äscherten die Türken da- RegterungSgebäude deshalb ein, um die von Berowttsch Pascha zurückgclaffenen comproBMtlrenben Schriften zu vernichten. Paobia, 27. Februar. Bewaffnete Türken besetzten strategisch wichtige Stellungen bei K a n d i a. Die europäischen Schiffe protestirten gegen diese Verletzung des Waffenstillstandes. Poustanttuopel, 27. Februar. Nachdem der österreichische Botschafter bereits vor zwei Tagen Namens der Übrigen Botschafter dem Sultan nahegelegt hatte, Kreta freiwillig die Autonomie zu gewähren, bevor die Mächte sie beschließen werden und hierauf bis heute keine Antwort erfolgte, steht zu befürchten, daß zwischen dem Palast und der Botschafter- Conferenz ein Bruch unvermeidlich ist. Neueste Depeschen deS Bureau „Herold/ Wie«, 28. Februar. Graf GoluchowSkh empfing gestern Nachmittag den russischen und den italienischen Botschafter und begab sich später zum Kaiser in Audienz, woselbst er etwa eine Stunde verweilte. Athen, 28. Februar. AuS Kaudia wird gemeldet, daß gestern wiederum die Wasserleitung zerstört worden sei. Die daselbst ausgestellten türkischen Truppen wurden von Insurgenten bedroht. Athen. 28. Februar. Die Eollectiv-Note der Großmächte ist heute noch nicht überreicht worden, wie verlautet, soll dies morgen geschehen, lieber die Absichten deS Königs Georg befindet man sich noch immer völlig im Unklaren. Man glaubt, daß infolge der Depeschen, welche gestern Abend aus London und Parts bei der Regierung eingetroffen find, der König wieder widerstandslustiger geworden fei. Jedenfalls wird derselbe die Note der Mächte nicht sofort beantworten. Athen. 28. Februar. Dem deutschen Kriegsschiffe „Kaiserin Augusta" ist in Syra die Einnahme von Kohlen verweigert worden. Athen. 28. Februar. Die Nachrichten, welche hier von der thessalischen Grenze einlaufen, lauten recht kriegerisch. Man befürchtet einen unmittelbaren Zusammenstoß zwischen den türkischen und griechischen Truppen. vrüffel, 1. März. Ueber die gestrige vlämische Kundgebung im Vororte Schaerbeck wird gemeldet, daß in dem veranstalteten Zuge 100 Fahnen, meistens solche von katholischen Arbeitervereinen Antwerpens, Gent und Löwen getragen wurden. Außerdem wurden in dem Zuge Tafeln getragen mit den Inschriften: „Ohne Sprache keine Freiheit!" „Gleichberechtigung oder Tod!" Die Menge fang daß vlämische Nationallied. Die Studenten der Löwener Uni- verfität und der Genter Hochschule vertheilten Broschüren, worin daß vlämische Volk mit einer Revolution droht, wenn eß nicht zu feinem Rechte komme. Die Ordnung blieb ungestört. Abends fand ein großes Meeting im vlämischen Theater statt. Berlin, 1. März. Eine neue politische Partei „DaS deutsche Cartell", ist gestern hier von den bisherigen Anhängern der beiden conseroattven Parteien, deS Bundes der Landwirthe, Nationalliberalen und der deutsch-socialen Reform- Partei inß Leben gerufen worden. In einer von etwa 600 Personen, darunter etwa 300 Delegirte aus bem Reiche, besuchten Versammlung entwickelte Dr. Friedrich Lange von der „Deutschen Zeitung" daS Programm deS „Deutschen Cartells". Berlin. 1. März. Wie daß „Kleine Journal" zu melden weiß, ist Joseph Kainz vom Deunchen Theater vom Herbst 1899 ab als Nachfolger Mitterwnrzers an daß Wiener Hoflheater engagirt worden. Berlin. 1. März Im Thiergarten erschoß sich gestern ein Soldar in einer Droschke in dem AugendUck, als der Kaiser vorüber fuhr. Pauea. 1. März. Bei Retimo fand am SamStag ein Gefecht zwischen eingeborenen Muselmanen und Christen statt. Auf beiden Seiten gab eß große Verluste. In der Nähe KaneaS entstand gestern ein Kamps zwischen Griechen und Baschi-BozukS. In mehreren Orten find Brände auS- gebrochen. Salonichi, 1. März. Der Zustand der türkischen Flotte ist so schlecht, daß in absehbarer Zeit aus deren Actioossähigkeit nicht zu rechnen ist, daher werden alle Mittel auf die Organisation der Landmacht gegen Griechenland verwendet. WB. Wie«. 1. Marz. Der Kaiser ist heute früh nach Cap Martin abgeretst. #*i8> pOOMWM-Ks»' Gieße«, ben 1. März. **Pr. Eoncertverei«. Daß fünfte diesjährige Concert des Concertvereins, welches gestern im gut besetzten Saal deß Gesellschaft-Vereins stattfand, stand in Bezug auf Güte der einzelnen Darbietungen seinen Vorgängern nicht nach. Herr Musikdirector Trautmann hatte die einzelnen Orchesterwerke wieder mit außerordentlicher Liebe und Hingabe einstudirt, die den Erfolg von vornherein sichern muhten. Cherubinis schwungvolle Ouvertüre zu Anacreon, Mozarts entzückende G-moU Symphonie und Raffß Ouvermre „Eine feste Burg ist unser Gott" erfuhren unter seiner belebenden Leitung eine Wiedergabe, die in der Gesammtwirkung nichts zu wünschen übrig ließ und die es kleinlich erscheinen laffen würde, wollten wir unbedeutende Einzelheiten bemängeln. Für die Tondichtung von Raff, die, wenn wir sie recht verstanden haben, den heftigen Kampf und schließlichen Steg eines unerschütterlichen Gottvertraucuß über feindliche irdische Mächte darftellt und somit dem Gebiet der Programmmufik angehört, wäre eine diesbezügliche texiliche Erläuterung für manchen Zuhörer gewiß wünfchenßwerth gewesen. Den Glanzpunkt deS Abends bildete unstreitig die Symphonie, die sich zu einem Kunstgenuß allerersten Range- gestaltete und dem verdienstvollen Dirigenten ehrende Hervorrufe einbrachte. Die Solistin de- gestrigen ConcertS war die Pianistin Frau Dr. Hillenberg - Voretzfch, die bereits vor mehreren Jahren mit Erfolg hier aufgetreten war und sich auch gestern sowohl nach dem an technischen Schwierigkeiten und musikalischen Feinheiten reichen P - woll - Klavier- Concert von Chopin alS auch nach den Soloftücken von Schumann und Brahms reichlichen Beifalls erfreute, den sie durch eine freundlich gespendete Zugabe nach den Solostücke« lohnte. Die Technik der Künstlerin ist sehr ausgebildet und ihr Anschlag weich und modulation-fähig, dagegen scheint die physische Kraft für die großen Werke moderner Meister nicht auszureichen, ein Schicksal, baß sie mit vielen Colleginne« theilen kann, ohne ihrem künstlerischen Rufe zu schaden, so lange sie in der Wahl ihrer Vorträge vorsichtig ist. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß sich da- Orchester in der Begleitung deS KlavierconcerteS, die bei den großen Freiheiten des Vortrages keine leichte war, sehr wacker hielt, ein Verdienst, daS nicht zum wenigsten auf die energische Direciio« deS Herrn Trautmann zurückzuführen ist. *• Theater Verein. ES ist da- gute Recht eineß jeden Künstlers, zu verlangen, daß der Beurtheiler seiner Leistungen in erster Linie in seine künstlerischen Absichten einzudringen und von ihnen auS das Gebotene zu verstehen sucht- sonst wird baß Unheil leicht ungerecht. Denn je höher die Ziele liegen, desto gefährlicher sind die Pfade, desto leichter ist baß Straucheln. Das Gleiche gilt von künstlerischen Unternehmungen jeder Art, bei denen der Fernstehende nur gar zu leicht und oft gar zu gern da- allein sieht, was der Strebende leider mit in den Kauf zu nehmen gezwungen war. Die Ziele und Absichten des Theater Verein- traten in der Freitags-Vorstellung wieder einmal klar und rein zu Tage: selbst der besten stehenden Provinzial-Bühne wird eß nicht möglich fein zu bieten, maß an diesem Abende geboten wurde, eine vollendete, abgerundete Wiedergabe eineß bedeutenden dramatischen Werkes. — Ueber die tiefsinnigen Inten- tionen der Lesfiag'ichen „Emilia Galotti" haben wir im Feuilleton unserer DonnerStag-Nummer ausführlich gesprochen; nur müssen wir hervorheben, daß über einen Shakespeare'schrn, über einen Lessing'fchen Charakter nie daß letzte Wort gesprochen werden kann, da solche Kunstwerke wie die organischen Wesen sind, in denen man umsomehr entdeckt, je inniger man sich in ihre Betrachtung versenkt. Und deßhalb gerade ist eß von hohem Interesse, die Auffaffungen und die Intentionen hervorragender Künstler derartigen Aufgaben gegenüber kennen zu lernen. Ist Emilia daß reine, unschuldige Mädchen ober gehen ihre geheimen Gedanken sündige Pfade? Lastet auf Appiani nur die Bedeutung deß Tages ober blickt er tiefer, weiß er vom Zusammentreffen deß Prinzen mit feiner Biaut? Rächt sich Orsina als verlassene Geliebte oder alß herabgewürdigteß Weib? Tritt im Marinelli daß passive Element deß gewissenlosen HosmanneS ober daß actio teuflische mehr zu Tage? Je nach der Auffassung dieser oder jener Wendung und Andeutung deß Dichters mag die Antwort verschieden außsallen. — In wahrhaft fürstlichem Tone gab Herr Hacker die Rolle deß seinen, geistreichen, schrankenlosen Prinzen- ganz meisterhaft war daß Gespräch mit Conti, unvergleichlich die kurze Episode mit der Orsina, voll von zurückgedrängter und doch hervorquellender Leidenschaft die Scene mit Emilia. Hier hat der Dramatiker feinen Willen deutlich vorgezeichnet und der Darsteller folgte ihm feinsinnig. Herrn Wagner hatten wir von jener Paraderolle deß Uebermenschen Napoleon her noch im besten Gedenken; neulich zeigte er nnß, baß und wie er Menschen zu spielen im Stande fei! Daß diabolische Element, welcheß die Darsteller deß Marinelli häufig heraus- heben, ließ er — unserer Meinung noch mit bestem Richte — ganz zurücktreten und gab unter sorgfältiger Vermeidung jedes Affecteß und jedeß gewichtigen Tones den moralisch verfaulten, abgeschlissenen Hofmann. Wir wüßten nicht, welcher Scene besonders Erwähnung gethan werden müßte, so vollendet war diese Leistung des Herrn Wagner vom ersten Erscheinen biß zum brillanten letzten Abgänge; hier deckten fich Abficht und Ausführung. In markigen und feinen Zügen zeichnete Herr Heine die rauhe Tugend des Odoardo, die sich am Schluffe ließ Dramaß zu antiker Höhe hebt. Frl. Cramer gab mit geistvoller Abwägung die schwierige Rolle der Orsina; es gehört die ganze Modulationsfähigkeit einer großen Künstlerin dazu, um das ununterbrochene Pathos nicht eintönig werden zu lassen. Interessant war die Milderung des von Lessing vorqeschrie- denen Zuschreienß. Einen äußerst sympathischen Eindruck machte Frl. Eichelß heim als Emilia; ganz besonders gut gelang eß ihr, die halb unbewußten Gefühle anzudeuten, welche in der EingangSscene herrschen, und den Uebergang zum Tragischen der letzten Acte zu finden. — Leider müssen wir eß uns versagen, auch die anderen, im Stücke weniger hervortretenden Rollen zu besprechen, von denen hier nur erwähnt sein mag, daß ste durchaus gut besetzt waren. DaS Zusammenspiel war ganz vorzüglich. Wir sind dem Darmstädter Hoftheater für den gebotenen Genuß von Herzen dankbar. — Noch Ein-! Die Pausen waren trotz deS DecoratiouSwechselS von angenehmer Kürze. Möge dies so bleiben! Aus kleine AuSstattungskunftstückchen verzichten wir gern zu Gunsten einer gleichmäßigen Geistes- stimmung, die durch Zwischenakte von zu langer Dauer unweigerlich gestört wird. Stadttheater. Die Wiedereröffnung unseres Stadttheaters findet, wie wir bereits am Samstag an dieser Stelle mittheilten, am kommenden Mittwoch den 3. März a. c. statt. AlS Eröffnungsvorstellung gelangt daS beliebte fünf» actige Lustspiel „Krieg im Frieden" von Moser und Schönthan, welches, so viel uns erinnerlich, seit Jahren hier nicht gegeben wurde, zur ."ufführung. Ferner steht für die ersten Tage auf dem Spielplan „Der Herr Senator" und „Hasemanns Töchter". Daß Hauptinteresse coucentrirt fich allerdings auf bad bevorstehende Gastspiel deS Herrn Adalbert MatkowSky, Kgl. Schauspieler und Helden« Darsteller am Kgl. Schauspielhause in Berlin. Eß ist doch ein Beweis für die ausgezeichneten Verbindungen, welche und Drogerien ä 85 Ffg. zu haben. 496 Frühjahrs Neuheiten Näheres durch die Prospecte. 1315 2072 Fastnacht Fastnacht Schützenhaus Versteigerungen die Expedition d. Bl. 2066 Jede Iran vermiethen. 2073 229 und Expedition d. Bl. 2060 'Llireau: Markt 25, Frankfurt a. M. Lehre treten. 1852 Alleebäume, 175 ■ Wenges X. In LangSdorf bei: Is. Kahn. In Lick» bei: K. G. Aingmann; G- Keller, Köhler, K. Zimmer VII. Eingesandt. M. H. Gießen, 28. Februar 1897. In den Concerten des Gießener Concer tvereins ist seit mehreren Jehren der Platz des Dirigenten mit einer SLuhwebr umgeben, die für einen großen Thetl des Publikums außerordentlich störend wirkt. Denn, wenn man auch einen musikalischen Genuß vornehmlich durch das Gehör in sich aufnimmt, so wünscht man doch die auftretenden Solisten wenigstens gelegentlich auch zu sehen Das ist aber durch die erwähnte Barriöre für die Mehrzahl der links Sitzenden ausgeschlossen. Warum übrigens dieses Gestell neuerdings während der Coocerte auch noch zum Wäschetrocknen benutzt wird, ist uns nicht recht faßlich! H»r Mon mit, daß bl« j.tzt Aschen H-rrn Mnk-l und lym ein fester Verkauf nicht abgeschlossen worden sei. Quadrat Meterzahl und Preis seien unrichtig und wohl mit Absicht uns falsch angegeben. 2074] Alleinstehende Dame sucht zwei Zimmer mit Küche zu miethen Offerten unter Nr 2074 an die Expedition d Bl. 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MatkowSky, eine allererste Kraft, man kann sagen eine Weltberühmtheit, sür ihr Unternehmen zu interesfiren und zu einem Gastspiele hier in Gießen zu bewegen. — Wie man unS aus dem Theaterburcau mittheilt, findet das Gastspiel des Herrn MatkowSky am 7., 8. und S. d. M. statt und zwar außer Abonnement und bet erhöhten Preisen- denn dieses hat der gaftirende Künstler ausdrücklich zur Bedingung gemacht. •* Der gestrige Sonntag brachte uns ein Frühlings» weiter, wie es um diese Jahreszeit selten zu beobachten ist- In fast sommerlicher Wärme sandte die Sonne ihre Strahlen hernieder und lockte Alles, was Bedürfniß zur Bewegung im Freien hatte, hinaus. Hier und da thaten sich sogar Gartenwirthschasten auf. Daß die milde Witterung ouhält, ist wohl nicht vorauSzusehen, denn der heute beginnende März und sein Nachfolger sind in der Regel recht unbeständig und stehen zuweilen dem Einzuge deS Frühling- sehr frostig gegenüber. *♦ Befiywechfel. Zu der in voriger Nr. mitgetheilten Notiz, betr. den Verkauf eines Herrn Bauunternehmer Wiun gehörigen Bauplatzes an Herrn Kinkel, theilt uns W. Schomöer, Aoö. Stuht. In Großcn'Linderr bei: Conditorei H. Hettler, Ecke Siid-Anlage—Frankfurterstrasse. Hofen re. Preisverzeichnisse kostenfrei. Telephon Nr. 342. 2057 Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof. ai-v Februar. sPer transatlantischen Telegraph.] m^,^Ä^dampfer Trave, Eapt. C. Thalenhorst, vorn Norddeutschen gestern 9 Ubr Morgens wohlbehalten in Newyork angekornmen. während des ganzen Tages stets frische Berliner Pfannkuchen und Kreppei. Kaffee und 2085 frifche Waffeln Nervöse Krankheiten. Vor nunmehr 20 Jahren trat ein, aus SOjähriger ärztlicher P/ax's entwachsenes, Heilverfahren an die Otffentlichkett, das durch e.e Benutzung der Auffaugungssähigkeit der äußeren Haut einen neuen Weg bezeichnete, um den Krankheiten unseres Nervensystems abbiudj zu bringen. Anfänglicher Zweifel und Unglaube stützte Ü4 auf die Einfachheit, Billigkeit und Neuheit des Verfahrens — *ber nach kaum einem Jahre wuchs bereits das ärztliche Interesse >ur die Sache, indem bedeutende Mediciner mit Aeußerungen in m «jiLi'r cn Journalen und schriftlichen Anerkennungen nicht mehr ztrruckhielten. Nunmehr sind zwanzig Jahre verflossen und der vorgedachte Weg, durch täglich einmalige Kopfwaschung ent- fpreajenbe Oubftanjen (kein Geheimmittel!) direct dem Nervensystem, alfo mit Umgehung des Magens und des Blutes, zuzuführen, wurde oon so großen und seltsamen Erfolgen begleitet, daß das Verfahren aI6 unumstößliche physiologische Thatsache, auf dem Gebiete der Nervenkrankheiten, schon fett Jahren anerkannt worden ist. Das 3Befen desselben, die erreichten Erfolge, die Anerkennungen der medicinischen Wissenschaft und Presse, sind in einer in 27. Auflage erschienenen Broschüre niedergelegt, die kostenlos abgegeben wird durch: »dl«*-Apotheke (Dr. Ernst Blohm), Lüde«. 2049 empfehlen Obftvüume A & 6>. Wallenfels, E. Aart, Ad. Heisse, H. Keröordt, Wh. Kerrmann, T. Kohkermann II., Leppka, £6. ZSeHger, Neustadt 8 Frankfurrerstraße 1. Ang. Wall II., W W. Wall, G. Noth II., Zur Besichtigung ladet ergebenst ein Carl Votrarli. Damen-Gonfection und Wodewaaren-Keschäft Specialität: Seidenstoffe 85 Seltersweg- 85. Bekanntmachung. ~ Hofpitalverwalters ist alsbald anderweit zu be- fe6en. Mit derselben ist — der Werth freier Station eingerechnet — ein jährliches nach dem Dienstalter sich bemessendes Einkommen von anfänglich 1200 Mark verbunden, welches von Jahr zu Jahr um 30 Mark bis zum Höchstbetrag von 1800 Mk steigt. Geeignete Bewerber wollen unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes und unter genauer Schilderung ihrer Familienverhältnisse bis 3um 15. März a. c. ihre Gesuche bei uns einreichen. Gießen, den 27. Februar 1897. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________________I- V.: Wolff.___________________2071 imthor’sche höhere Handelsschule zu Gera. --------- Gegründet im Jahre 1849. --------- 1. Lateinlose Lehranstalt. Reifezeugnisse berecht. für den einjähr.- freiwlll. Militärdienst. Vorkurs-Quarta. 2 Handelsakademie. Fremdsprachliche und theoretisch-kaufmännische Ausbildung. Täglicher Eingang an Theile einem verehr!. Publikum ergebens! mit, daß ich nach wie vor Besorgungen bei Beerdigungen über- neljme. Hochachtungsvoll Z Fr. Berg, Kaplmeigche 11, CÄV’s bellte Sodener Mineral-Pastillen I en 1 von medicinischen Autoritäten bei Halaleiden B e ganz besonders empfohlen, sind in allen Apotheken di, J'Ntei »°d 65*5*5 »lt vj.. Dister ald)l 16 Sich ° " '*S I« 1 Orltti,, . Sich ir-rK i ift, 114,1 ««>- Sich . ZIß I- hSh-r ch Ü ■ Un„, Ä1”" °>» 9« Antiar ttcütn t,n™ ''ar unb rein »i,b J »' ßtbott, eines 6,6,,. 8al-l"e teinki, '"««tellilttftnto; •r ttatu Siittefytan'Kn, "l< d°» Iltzll tot:!, »liilirojuln,, r tntbtit, jt Innlgtr man Uno irSstÜ gtrait ift ingtrninH/r^nttniiontn uWtn gegtnübtr ttnvtu WlgC Mäbchrv Obt: V Psadr? fiafttt anj : ■i ober büit er titsn, inzeu mit filnn Staat? siebte ober aU hetab- tüt bas passive Elemur iö actib teuflische wtht ieser ober jener ötnbung >ie Stmvort verschiedev Tone gab Herr Hacket ilenloitu Prinzeu, ganz W »n zmLLzebravgtri not bie Scene mit (Smilio. ütn deutlich vorgezticha« Innig. Henn SBagntt :S Ueberrnenschen Napoleec ich zeigte er un-, toi uni mde sei! DaS diaboW Marinelli hLufi« beraub lloch mit bestem Richte - sorgsältiger Strmeibung ien Toner den moralisch Wir wühlen nicht, welcher werden mühte, so vollendet r vom ersten Erscheinen bi» -eckten am g^lufie ii-D-»-- MN ft , c>rß°°i -- t* * einpü» iw “ dntioig »»H” I« * e tjon L»I W* ft sywpathiichen Eindm miüQ' ganz besonders gut "m Gefühle anzudeuten, Unb den NeberM iSS »Ä mm ,n,! ver kürze. Georg Koch, Uhrmacher. 2051] Mädchen erhalten gute Stellen in befferen Häuiern bet hohem Lohn. Frau Seydicke, Bahnhofstraße 48. Mittwoch drn 3. Msr? I. Nachmittags 2 Ubr, im ,ttbkr* zu Gießen (Marktplatz) versteigere ich öffentlich gegen Baar- zahlung: 4 Hobelbänke, eine Ladeneinrichtung, 2 Faß Portwein, 1 Plüschgarnitur, 1 Berticow, 1 Büffet, 1 Salonfpiegel, 6 SopbaS, 4 Bettstellen und sonstige Mobilien, 1 Gewehr, div.Oelgemälde, Brockhaus Convers e Lexicon, 1 Partie Stöcke, Wollgarn rc. Versteigerung vorauss. theilw bestimmt. 2080 Gugel Grrichtsoollzteber |^Lnpfehiungen*J Mt. FchlliliithMs. Freibank. 2078 Henke und morgen: Ochsensieisch licht ladenrein, pr. Pfd. 54 Wg.! 8chwMMijch tot ladenrein, pr. Pfd. 50 Pfg. Unser neuer Musikdircctor hat sich in seiner Stellung o. n vornherein so erfolgreich und sicher gezeigt, daß wn uberzeugl sind, er wirt) sich darin auch ohne jenes „Schwindelgeländer" zu halten wissen. Dieser Hinweis wird hoffentlich genügen, den Vorstand des Concertvereins zur Abstellung drs Uebelflanbeß zu veranlassen. rttrchttche Anzeigen Ser evang Genreinde. Montag, den 1 März, Abends 8 Uhr: Bidelstuude im Confirmandensaal der Johanneskirche. Bergpredigt, Matth. Cap 7. Pfarrer Dingeldey. Verkehr, CaitO» nnö -Srünberg, 27. Februar. Frachtpreise. Weizen JL 16,50, Korn JL 13,58, Gerste ütL 00.00, Hafer JC 12,40, Erbsen JL 00 00, Lmsm JL 00,00, Wicken JL 00,00, Lein 00,00, Kartoffeln JL 0 00, Samen .« 00,00. — Pommer'sche Hypotheken Aetien Bank. Wie aus dem Jnseralentheil unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 1. April er. sälligen Pfandbrief Coupons bereits vom 15 März er. ab eingelöst. 18 8‘!' S ba6 “mto1"»* kuuiWIk- in Ndkr-ttrskl und .............. pttnffiaftiPilt ^aIIen Formen, Alleebäuw $Nt ^'-rg.hölze, R-d-lhölzer, Ein gutes Pferd i zu verkaufen «chützenstratze 14. r^teHerhAngebote"! Ein tüchtiger, gewandter, junger Mann für Contor und Reise gesucht. Offerten mit Gehalts- ansprüchen unter F. J. G. an die 2047 Hasfia-Geld-Loose. Ziehung: 15. März d. I. 1769 Geld-Gewinne. — Hauptgewinne: JL. 10000, vM 2000, 2 k 1000 u f.ro Loose JC.1. sind noch zu haben bet 2067 Buchacker, Neuen Bäu- 11. rTermiethungen. | Ntein neuhergerichtetes Mansarden Logis ist durch Wegzug per 1. April zu Vermi^toÄnzeigemj Mk.3000p.a.^\mtfÄ^ durch d. Verk. v. Cigarre« für eine la. Hamburger Firma an Private, Wirthe rc- verdienen. Bew. unt. „Neben- erwerb" an Heirrr. «isler, Hamburg. Aus Dankbarkeit und zum Wohle Magenleidender gebe ich Jedermann gern unentgeltliche Aus- tun ft über meine ehemaligen Magen- befchwerden, Schmerzen, Derdauungs- ftörung, Appetit mangel rc. und theile mit, wie ich ungeachtet meines hohem Alters hiervon befreit und gesund geworden bin. 216 F. Koch, König!. Förster a D, PSmbse«, Post Nieheim (Westfalen) 2059] Die am I. April 1897 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. März er. ab an unserer Kasse in Berlin und an den bekannten Zahlstellen eingelöst. Pommersche Hypotheken - Aetien - Bank. Zum Verkauf von garantirt reiner Kornbrauutweiu - Hefe fuche zuverlässige Vertreter ob. Abnehmer. F. Wulf, Werl in Wests., Kornbranntwein - Brennereien und Preßhefe-Fabriken. 20581 Moritz Semmler, Wallthorstr. 15. 2075] Aamilienw ohuung zu vermiethen, im Hinterhaus. _____________Bahrchofftraß« SO. 1834] Wohnung mit 6 Zimmern, Badezimmer, Gartenantheil rc. per 1. 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Februar, Abends 8 Uhr großer Maskenball im Gießener Festsaal (Case Leib). Mach nie dagewesenes Programm. U. 1.: 44HI «otonialwaaren u. rpecerei- »«schüft frequente Lage, auch zu jedem anderen Geschäft geeignet, coent. mit gut geb Hause, in nächster Nähe der Anlagen, ist umständehalber sofort zu verkanten evrnt zu verpachten. Dffetten unt. L.M. an die Expedition b. Bl erbeten. und Harfe. 4) Die schöne Müllerin. Liedercyolus (Am Feierabend , Der Neugierige, Mein, Trockne Blumen, Der Müller und der Bach). 6) a. Entr’act in B-dur aus Rosamunde, b. Ungarischer Marsch für Orchester, von F. Liszt instrumentirt. Eintrittskarten für Nichtmitglieder zn Mk 2.50 (Sperrsitz Mk. 3 50) sind in der Musikalienhandlung von Herrn Erest Challler (Rudolphs Nachfolger), für Studirende, nur im Vorverkauf, auch bei Herrn Hausverwalter Storok zu ermässigtem Preise zu haben. Hauptprobe: (für Chor und Orchester, Sonntag Vormittag 11 Uhr. Eintrittskarten nur Im Vorverkauf für N’iohtmitglieder Mk. 1.—, Schülerkarten Mk. 0.5(i. Ernst Challier (Rndolph’s Nacht.) ----- Glessen. =====— Special-Geschäft fürMusikwaaren aller Art Grosse Auswahl, solide Preise. lllustrirte Preisverzeichnisse gratis und franco. Musikalien-Handlung and Leihanstalt Milchknranftalt zur Rabenau Rittergut Odeuhaufeu bei Londorf liefert vom 1. Februar ab nach Gießen frei in's Haus Kanshaktangs- milch L Liter 14 Pfg., ä Schoppen 7 Pfg., Kur- und Kindermilch a Liter 20 Pfg., in Flaschen. Das Vieh liefcit bei hiesigem gesunden Gebirgssutter (Trockenfütterung) eine fettreiche, im Geschmack sehr angenehme und gesunde Milch. Pie Kühe zur Kur- und Kiudermilch find auf Fuverkel geimpft. Präpariren von Thiereu <\y n. Vögeln empfiehlt sich bestens J. Gelsenleuchter, 963 Neuen Vüu« 2 Wittwe Hassan, Hoflieferant Frankfurt a. 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Eintritts, geld, Portooorlage, VermitteluvgSgebühr oder dergleichen wird nicht erhoben. GeschLftSsielle für Giessen bei Herrn Ernnt Wiegelmann, Schillerstrahe 11 863 Hießener Goncert-D»erein. Unsere Mitglieder machen wir darauf aufmerkiam, daß nach § 4,6 unserer Statuten der Eintritt in die Concerte, sowie in die Hauptproben nur gegen Vorzeigung der Karte gestattet ist. Die Billet-Controleure find angewiesen, streng aus diese Bestimmung zu achten. Zu den im Clubsaale stattfindenden Hauptproben werden für unsere Mitglieder die (Valerien referoirt werden. 845 Zu anderen Proben ist der Zutritt Niemand gestattet. Der Vorstand. farbenprächtige GruppenauMrung gestellt von ca. 60 Personen in den farbenprächtigsten Goftftmen. Nach der Dernaskirung: Lebendes Bild: Die musikalisch-elektrischen Sterne!!! gestellt auf der mit großartigen neuen Decorationen ausgestatteten Bühne. lir Mußk wird von der hirs. KegimellfslapkUe auspsöhrf. Eintrittskarten sind im Vorverkauf zu haben Herrenkarten A 1 Mk. und Damenkarte« A 40 Pig. bei den Herren Fris.uren Stier, Schulstraße; Ttwh, SelterSweg; Rüger, Walltborstraße; Kleuker, Srltere weg; Gerhardt, ltndenplatz; Hand^chuhfabrtkant Wirsig, SelterSweg, und im Cigarrengeschäft von Richard Buch' aeker, Neuenbäue. Rur Damenkarteu A 40 Vfg bet Herrn Kaufmann Salomon (Hamburger EngroS Lager), Schulstraße. Än der Abendkasse: Herrenkarten A Mk 1.20, Damenkarten A 50 Psg., Gallerte 20 Pfg. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 1051 Der Vorstand. 1.15 Mk. 1.20 „ 1.25 „ fiflT. /editorrein Waifrnfrtjulj (Verband (Niesten). Sonntag, den 31. Januar 1897, im Cas6 Leib iGichencr Fcstsaal): Wiener Mllskknbal Demn"S.'1858 Gas-Cokes. Infolge Sfadtverordneten-Beschluffes vorn 29. d. Mts. wurden die Greife unserer Gas-Coke* bis auf Weiteres festgesetzt wie folgt: für den Gentner ab Haswerk. Giessener Concerherein. Zum Andenken an Franz Schubert geb. am 31. Januar 1797. Drittes Concert Sonntag, .31. Januar 1897, Abend* 5 Uhr, im grossen Saale des Gesellschafts- Lehrling mit guten Schul kenn Mrffcn gesucht. Näheres in der Expedition. 865' Küchen-, Zimmer« und Kinoermäd- chen, Mädchen allein Oeeonomie- müdchen u s w. stets ges. unb empfiehlt Ee«tra»«Plactrung» Bureau, KaplanSgafse i4. II. 183 Täglich geäffnet. (Vermittlung nur 1 «*) Lanfmädchen gesucht. 10061 Meldungen Krankfartersir. 62. a*emd Verlag der Brühl schen Univerfi.Lt« Buch, und SteTnbrudcrei (Pietsch & Ccheyda) In Gichm. Für Anfuhr au das Haus, die vom Gaswerk aus bei Abnahme vou 5 Centnern erfolgt, werden 5 Pfg. für den Ceutuer berechnet. Die seitherige Ermäßigung des Cokespreises bei gleichzeitiger Entnahme in Wagenladungen von mindestens 35 Gentner kommt vorläufig in Wegfall. Da wir die Cokes-Bestellungen bei dem stets zunehmenden Verbrauch nicht immer fofork ausführen können, so empfehlen wir, die Aufträge möglichst zeitig vormerken zu lassen. Gießen, den 30. Januar 1897. 1061 Stiidiischrs Gas- and Wasserwerk Gießen. Stellen-Gesuche. pfereinsnachrichten. ■sä» 0, Wir fit btfätti' Eöz. Lieber Motrit über »nm sowie v^Wrube, |pfc 6<®iiitrfldbung, n N. Rath F S'siuns?! itr Somni «rngestcllien 11 Ehlkh, diß fle , 819 Gehalt l Mommiffion bea an Sonn - ”n Dem wellei dvleaubeamfe 2. ß Km Müller «i aow awtj bam! it |6lcomm|irio |tri4ie6|n fc8 ( SäSwÄ1 OxTite