Nr. 151 Erstes Blatt Donnerstag den 1. Juli Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. Die Gießener Dl«mttien0tälter werden dem Anzeiger LvLchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Vierteljähriger Abonneme ntsprei« r 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expeditioa und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblntt für den Ttveis Gieren. Gratisöeikage: Hießener Kamilienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» ( Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg*. Wolff» tetegrnphtscheS Correfpondmz-Bure«u. Göllersdorf (Nteder-Oefterretch), 29. Juni. Unter leb. Hafter Betheiligung der Bevölkerung fand heute im Beisein des deutschen MilitSr-Attachss, Obersten Grafen Hülsen- Hciseler, die feierliche Enthüllung des Denkmals für die auf btm billigen Friedhöfe im Jahre 1866 besaiteten fünf, zehn preußischen Soldaten statt. Parts, 29. Juni. Der Armee-Jnspkcteur Jamont begab sich gestern Abend zu einer BefichttgungSreise an die Portsmouth, 29. Juni. Der „König Wilhelm" geht heute nach Kiel ab. DaS öfterretchtsch.uugartsche Kriegsschiff „Wien" wird voraussichtlich morgen die Anker ltd)te$oit8montii, 29. Juni. Die comwandirendeu Offt- ziere der fremden, bet Spithead liegenden Kriegsschiffe Amtliche Bekanntmachung, betreffend; Maul« und Klauenseuche. In Hatnbach und Ober Ofleiden, KreiS AlS- leld, Münzenberg, Kreis Friedberg, Niederasphe, KreiS Marburg, und Braunfels, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrocheu und deßhalb Gemarkung-., bezw. Wetdesperre angeordoer worden. Gießen, den 30. Juni 1897. Großhcrzogltches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: die Organisation der HauptsteueramtS-, der Steuercontroleur- und AuffichtSbezirke, sowie der Hebestelleu für Reichssteuern. Wir bringen hierdurch zur Keuntnißnahme der Bethei- ltgten, daß infolge der Neuorganisation der AuffichtSbezirke und Hebestellen für Reichssteuern mit Wirkung vom 1. Juli 1. I. ab die nachstehenden Veränderungen im Kreise Gießen in Kraft treten: Von der seitherigen OrtSeinnehwerei G r ü v b e r g werden dem engeren Hebebezirk des HauptsteueramrS Gießen zu- getheilt die Gemarkungen: Appenborn (Hof), Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Keffelbach, Londorf, Lumda (Groß, und Klein-Lumda), Odenhauien, ReinhardS- hain, RüddingShaufen, Saasen mit Bollnbaöi sowie VeitLbcra und Wirberg, Stangenrod und Weneröhain- der OrtS- rinuehmerei Sich werden zugewiesen die Gemarkungen: Ettingshausen, Harbach, Hattenrod, Lauter, Münster, Oueck- born und Weickartshain. Außerdem wird die Gemarkung Steinheim von dem Bezirk der OrtSeinnehwerei Nidda loSgrtrennt und demjenigen der OrtSeinnehwerei Ltch zugetheilt. Gießen, den 28. Juni 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. _______ Gießen, den 29. Juni 1897. Betr.: Den 1897er FortbildungSeursuS für evangelische Organisten und Kantoren. Die «roßh. Kreis-Schulcommisston Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Von nachstehender Verfügung geben wir Ihnen zur Bedeutung etwaiger Jntereffenten Kenntniß. v. Gagern. Darmstadt, den 23. Juni 1897. Berr.: Wie oben. Das Großh. Ministerium des Innern Abtheilung für Schulangelegenheiten au die Grotzherzoglicheu Kreisschulcommissioue«. Großherzogliches Oberconsistorium beabsichtigt, den dies« jährigen Orgelcursus in der Zeit vom SV. September bis 9. Oktober abzuhalten. Indem rott Ihnen hiervon Kenntniß geben, empfehlen wir Ihnen, denjenigen Lehrern, welche zu diesem CursuS etnberufen werden, die Theilnahme an demselben thunlichst zu erleichtern. v. Knorr. unternahmen heute unter Führung deS Contre Admirals Rice von der hiefigen Werft einen Rundgang zur Bestch« tiguug des Arsenals von PortSmouth. Nach einem offiziellen Empfang besuchten fie das Panzerschiff „Cäsar" und eine Anzahl anderer Anlagen von Jutereffe und nahmen schließ- ltch daS Frühstück unter Borfitz des ersten Lords der Admt. ralität, Goschen, ein. Madrid, 29. Juni. Der Ministerpräsident CanovaS erklärte, wenn Krankheiten im Heere auf den Antillen große Verluste verursachten, würden im Octvber 20,000 Mann nach Cuba geschickt werden, uw die Verluste zu decken und dem Aufstande den Todesstoß zu versetzen. Konstantinopel, 29. Juni. Gestern Nachmittag fand eine Versammlung der Botschafter und sodann die neunte Sitzung in Betreff der FriedenSv erhandlungen statt. Brisbane, 29. Juni. Hier ist die Nachricht eingetroffeo, daß wiederum eine Anzahl Europäer tu Neu-Guinea niedergemetzelt worden. Einzelheiten sehlen. Depeschen deS Bureau .Herolds Berlin, 29. Juni. Das Staat-Ministerium trat heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, handelt es sich um die Stellungnahme der Regierung zu den CommtsfionSbeschlüffen des Herrenhauses über die Novelle zum VeretnSgesetz. Berlin, 29. Juni. Der Reichskanzler Fürst Hohen- lobe wird in den nässten Tag»" «in-n • arteten. Gr begibt sitz zunächst nach Schillingsfürst und später nach Auffee. . Berlin, 29. Juni. Die „Post" schreibt: Ob Freiherr v. Marschall sich in den Ruhestand zurückztehen oder nach Wiederherstellung seiner jetzt in der That sehr angegriffenen Gesundheit seine hervorragenden Fähigkeiten an anderer Stelle dem RetchSdtenst widmen wird, ist noch nicht bekannt. DaS „Volk" hält es für wahrscheinlich, daß Marschall später ein Botschafterposten übertragen werden wird. Berlin, 29. Juni. DaS Herrenhaus dürfte sich morgen nach Annahme de- VeretnSgesetzeS auf drei Wochen vertagen, um alsdann die vorgeschrtebene zweite Abstimmung über die Novelle vorzunehmen. DaS Abgeordnetenhaus wird bereit- etwas früher zusammentreten, da eS sich über das HandelSkammergesetz zu entscheiden hat, an welchem daS Herrenhaus gestern verschiedene Aenderungen beschloffen hat. Berlin, 29. Juni. Die „Nat.-Ztg." hält alle Ver- muthungen über die Fortdauer der Amtsführung des Fürsten Hohenlohe für äußerst unsicher und legt in dieser Hinsicht auch dem Besuch deS Reichskanzlers in Friedrichsruh keine Bedeutung bet. Die persönlichen Beziehungen zwischen dem jetzigen Kanzler und dem Fürsten Bismarck ließen eS als ausgeschlossen erscheinen, daß er etwa an Friedrichsruh vorüberfuhr. Auch dem künftigen StaatS- secretär v. Bülow wird es selbstverständlich erwünscht gewesen sein, sich dem Fürsten Bismarck vorzustellen. Berlin, 29. Juni. Der „Kreuzzeitung" zufolge besteht die Absicht, an den preußischen Universitäten in weiterem Umfange als bisher Schulpädagogik durch Docenten lehren zu lassen, die selbst im practischen Schuldienst gestanden haben. Zunächst soll in Halle eine ordentliche Honorarprofessur dafür errichtet werden. Berlin, 29. Juni. Der Strike der Maurer ist beendet. Eine gestern Abend von ungefähr tausend Per- sonen besuchte Maurer-Versammlung beschloß, die Arbeit überall wieder aufzunehmen und einen geeigneteren Zeitpunkt zur Durchsetzung deS Stundenlohnes von 60 Pfg. abzuwarten. Kiel, 29. Juni. Heute Morgen 8 Uhr begann das Handicap nach Kiel für große Renn-Yachten um den vom Geheimrath Krupp gestifteten Pokal. Der Kaiser nahm an Bord seiner Yacht Meteor an dem Rennen Theil. AlS erste ging der Meteor, die Yacht des Kaiser- durchs Ziel. Die Hohenzollern mit der Kaiserin an Bord, sowie die Yacht deS Königs der Belgier begleiteten die wettsegelnden Fahr- zeuge. Heute Nachmittag fand im Garten des Stationschefs der Marine ein Gartenfest zum Besten deS Marine-Frauen- Vereins statt, welchem auch daS Katserpaar und die übrigen Fürstlichkeiten beiwohnten. Kiel, 29. Juni. Der Kaiser tritt seine Nordlaud- retse auf der „Hohenzollern" von Travemünde aus an, wohin am 2. Juli die Regatta ihn begleitet. Eckernförde, 29. Juni. Der Kaiser besuchte mit dem Erbgroßherzog von Oldenburg und dem König der Belgier den Bierabend, welchen gestern der kaiserliche Yacht-Club hier veranstaltete. Frankfurt a. M., 29. Juni. Die „Franks. Ztg." meldet au- London: Wie die „World" behauptet, soll die Verlobung der Königin von Holland mit demPrinzen Bernhard Heinrich von Sachsen-Wetmar noch in dieser Woche proclamirt werden. Frankfurt a. M., 29. Juni. Einem Londoner Telegramme der „Franks. Ztg." zufolge sind von den Passagieren deS am 9. d. MtS. bei Sokotra untergegangenen Dampfers „Aden" neun gerettet worden- 25 sind ertrunken bezw. werden vermißt. ES befinden fich keine Deutschen darunter. Wien, 29. Juni. AuS Aussig meldet die „Neue freie Presse": Der Besuch deS deutschen Kaisers beim Reichskanzler und der Fürstin Hohenlohe findet auf Schloß Schillingsfürst statt, wohin die in Aussig weilende Fürstin demnächst abreist. Linz, 29. Juni. Gestern Nachmittag ist über ganz Ober- Oesterreich ein furchtbares Unwetter niedergegangen. Durch den Orkan wurden Bäume entwurzelt und in Feldern und Gärten großer Schaden angerichtet. Paris, 29 Juni. Die Kamm er bildete heute die Panama-Unterfuchungscommisfion und zwar ans 33 Kammermitgliedern. Bordeaux, 29. Juni. DaS 18. ArmeecorpS ertheilte dem Besitzer einer Automobilfabrik die Erlaubniß, beim großen Manöver auf der Automobilmaschine demselben zu folgen. ES soll damit ein Versuch gemacht werden, ob die Maschine eventuell bet der Armee brauchbar ist. Juni. Dir „Times" melden aus Petersburg, daß Präsident F aur e vom 22. aus den 23. August in Kronstadt ei'treffen wird. Bonbon, 29. Juni. AuS Paris erfährt „Daily Mast , infolge der Flottenparade bet Spithead habe fich in Paris eine Marineliga gebildet, die dahin wirken soll, daß ot: Reorganisation der französischen Marine ähnlich der englischen möglichst beschleunigt werde. Athen, 29. Juni. Die Türket verstärkte die Armee im EpiruS um 20 000 neu etngezogene Reservisten. Berlin, 30. Juni. Heute findet trn Herrenhause die Verhandlung über die CommisfionSanträge zur Vereins- gesetz-Novelle statt. ES ist anzunehmen, daß die Regierung in der heutigen Sitzung die Erklärung abgibt, fie werde, wenn sie auch eine Regelung auf dem Boden des gemeinen Recht- vorgezogen hätte, doch den Vorschlägen der Commis- sion über daS Dereinsgesetz zustimmen. Berlin, 30. Juni. Dem „Bert Tagebl." wird auS Madrid telegraphirt: Der Aufstand auf Cuba scheint trotz aller amtlichen Versicherungen bedrohlicher als jemals. Man spricht von der bevorstehenden Absendung von 20000 Mann Verstärkung. Die monatlichen Ausgaben würden dadurch um 60 Millionen Pesetas gesteigert werden. Berlin, 30. Juni. Wie auS Fulda gemeldet wird, spendete der Kaiser zu einem Denkmal, welches für den General von der Tann im Rhöngebirge errichtet werden soll, 1000 Mark. Athen, 30. Juni. Die griechische Regierung beabfichtigt, für einige Zeit die Beamtengehälter und Pensionen auf die Hälfte zu reduziren. Gießen, den 30. Juni. • * Die neue Besoldung« Ordnung für die hessischen Staatsbeamten, welche demnächst den Kammern der Stände zugehen wird und der die Aufrückung nach dem Dienstalter zu Grunde liegt, soll bereits mit der neuen Budgetperiode, also vom 1. April 1897, in Wirksamkeit treten. (Darmst. Tgl. Anz.) * ♦ Die Abnahme von Frachtbriefen mit dem Control- stempel der Oberhessischen Staatsbahnen bezw. der Hessischen Ludwigsbahnen ist nach neuester Bestimmung noch bi- zum 31. December d. I. gestattet. * • Ständchen. Gestern Abend brachte der Bauer sche Gesangverein seinem verehrten längjährigen Präsidenten, Herrn Ludwig Friedrich, anläßlich der Wiederkehr seine- Wiegenfestes ein von dem Dirigenten des Vereins, Herrn Paul Polster geleitetes, mit gewohnter Präcifion vorgetragenes Ständchen, das fich des Beifalles aller Zuhörer erfreute. • * Pr. Süddeutsche« Sextett. Da- gestrige in Stein- Garten abgehaltene Concert dessüddeutschenMänner- Sextetts hatte sich eines ziemlich guten Besuchs zu erfreuen. Die ausführenden Künstler, Herren Bleicher u. Genossen, bilden ein wohl disciPlinirteS Ensemble, da- seinen guten Rus mit Recht genießt. Wer gestern auf einen ruhig einem Kusse vorziehen, der weit schlimmer ist. Ihr habt bis jetzt geglaubt, daß man einem Kinde nicht rathen soll, aus einem 20 Meter vom Boden entfernten schmale» StmS spazieren zu gehen. Weir gefehlt! Wenn Ihr Eure Kinder lieb habt, laßt sie lieber auf dem SimS spazieren gehen als küffen und sich küffeu lassen. Wollt Ihr, mit einem Worte, Selbstmord begehen, so laßt Euch von einer schönen Frau küssen und erwartet den Tod, der ftcher kommen wird in der Form von Krebs, DiphtherittS, Lungenschwindsucht. Rückenmarksschwindsucht, kurz einer ganzen Klinik. Wahrhaft furchtbar und trostlos sind die Schlüffe, zu welchen Dr. Balvaffort gelangt: vollständige Abschaffung deS Kaffe« für Große, Kinder, kurz für Alle. Der Gipfel der Hygiene wäre, wenn man der Welle verbieten könnte, den Strand zu küffen. Verar-schtes. * Wiesbaden. 29. Juni. Gelegentlich des gestrigen 60jährigen Jubiläum- der ActiewGefellfchaft vorm. Bucgeff u. Co. ließ, dem „WieSb. Tagebl." zufolge, Frau Burgeff, die Wittwe des Begründers des weltbekannten Hauses, dem langjährigen verdienstvollen Director, Herrn Jos. Hummel, eine persönliche Dotation von 100,000 Mk. | überreichen. • Berlin, 29. Juni. Am Sonntag fiel ein etwa 11 Jahre alter Knabe in den Spandauer SchifffahrtS-Canal I und gerieth in Lebensgefahr. Da keine der am Ufer stehenden erwachsenen Personen eS wagten, dem Knaben Hilfe zu bringen, sprang ein Schüler der 186. Gemeinde- schule, der Sohn der in dürftigen Verhältnissen lebenden Wittwe Rögtie in der Neuen Hochstraße Nr. 3, dem Er- trinkenden nach und rettete ihn mit eigener Lebensgefahr. * Neubauten auf Abbruch find das Neueste in der Berliner Bauspeculatton. Auf dem Grundstück König- grätzerstraße 123 A und L, das bisher als Lagerplatz diente, neben der GeneralftaatSkaffe, erhebt sich ein weißgetünchter Neubau. Mitten unter den stattlichen und vielstöckigen Gebäuden jener Straße zeigt er merkwürdiger Weise nur zwei Geschofle. Nicht etwa Staat oder Stadt leisten sich diesen Luxus, sondern ein Privatmann hat das Grundstück von dem Eigenthümer, dem Fiscus, auf zehn Jahre gepachtet, um | auf ihm für so lange Zett ein Gebäude für ein Hotel mit 30 Zimmern und für zehn Kaufläden zu errichten. Mehr i als zwei Geschosse erlaubt die Bauart des Hauses nicht, aber der Pächter hofft, auch so auf seine Kosten zu kommen. Der i Bau ist verhältnißmäßig solide aus Backsteinen hergestellt j und hat sogar Parkettböden. Sein Garten stößt unmittelbar an den des Ministeriums für Landwirthschaft. Wohlbekannt erscheinen Galerie und Basen, welche das Dach und die Umwährung des Gartens zieren — schmückten sie doch einst da- Gebäude der „Welt-Mufik" in der Gewerbe-Ausstellung, deffen Unternehmer auch der Schöpfer dieser neuen Speculation ist, die gleichzeitig für das Finanzgenie des Herrn v. Miquel spricht. In einem ähnlichen Berhältniß zu dem FtScuS steht der Eigenthümer des Circus Busch beim Bahnhof Börse, cv * 6ht Gesellen beabsichtigt der „Central- Innungs-Verband der Schorn st einfegerwetfrer des ! Deutschen Reiches" einzurichteu. Es ist jedoch nach Darlegung der sich hierfür ergebenden Schwierigkeiten beschloffen worden, die Verbands-Jnnungen zu einer Erklärung darüber zu veranlassen, wie sich dieselben zu diesem Antrag stellen I unb ob bezw. welche Mittel sie hierzu zur Verfügung stellen könnten. I klassischen Kunstgenuß gerechnet hat, wird allerdings ent- täuscht gewesen sein, denn das Programm enthielt fast aus- nahmSloß volkSthümliche Gesänge thetls sentimentalen, theilS humoristischen Inhalt-, und wer auf diesem Gebiete etwas Gutes zu hören hoffte, ist gestern sicher befriedigt heimgekehrt. Sowohl die ernsten wie die heiteren Chöre erfreuten sich durchweg einer vorzüglichen Wiedergabe. Die Stimmen, namentlich der Bariton des Herrn Wankmiller, klangen voll und frisch, die Einsätze waren präciS und sicher und die Textaussprache sehr deutlich. Das Publikum gerieth bald in animirte Stimmung und spendete den Sängern lebhaften Beifall, und diese waren ihrerseits liebenswürdig genug, mit Einlagen nicht zu kargen. Von letzteren nennen wir „Bineta" von Abt und ein Apothekerlied, deffen originelle Textbehandlung im Vortrag besonderen Effect machte und einen wahren Beifallssturm entfeffelte. Bon den Solisten erweckte besonders Herr Wankmiller lebhaftes Interesse. Von seinen Borträgen gefiel uns am besten die Zugabe, „DaS Rattenfängerlied" von Engelhardt, während er mit „Der Uhr" von Löwe, bet deren Vortrag wir namentlich die Erinnerung an Bulß und Hildach nicht los werden konnten, weniger Glück hatte. Im Großen und Ganzen hat dieses gestrige Concert einen recht guten Eindruck gemacht, und die Künstler dürfen versichert sein, daß die Gießener ihnen ein gutes Andenken bewahren. ** 2. Sportplatz au der Hardt. In der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung de- „CuratoriumS der : Rennbahn Gießen 1897" wurde u. A. beschlossen, der vor- i Drückten Saison wegen die seitherigen Preise für das Lawn- TenntS'Sptel um je ein Drittel zu ermäßigen. Die Anmeldungen zur Benutzung der Plätze find bereits recht zahlreich eingelaufen, und steht zu erwarten, daß die schönen Anlagen zur Hebung auch dieses Sports in unserer Stadt beitragen «erden. Findigkeit der Post. In Essen wurde eine Postkarte aufgegeben, welche außer dem richtigen Namen deS I Empfängers als Wohnort den Vermerk Philosoph en- Wald, Hessen-Darmstadt, trug. Prompt traf die Karte beim Adressaten in Gießen ein, ohne daß die Jünger Stephans anscheinend lange in Verlegenheit waren, wo der Wald zu suchen sei. Die Karte wie« nur die beiden Stempel Essen und Gießen auf. I * Der Toiletteuzanber bei deu ZubUäumsfesteu in Loudo» soll großartig sein. Wie der „Conf." mittheilt, Überboten I sich Pariser „Toiletten dicht er" an genialen Ideen- I Einer der ersten Pariser Confectionäre fuhr nach Nizza, als I Königin Bictoria dort weilte, um die Bestellungen entgegen- I zunehmen. Die SensattonS Neuheit find Kurschleppen au« I gesticktem Tüll. Die Modelle erinnern an jene, welche die Rttterfräulein deS Mittelalters trugen. Die junge Herzogin von Marlborough, geb. Banderbilt, ließ die erste Verkäuferin I eines bekannten Pariser Hauses nach London kommen, um mit ihrem Gatten und der sachkundigen Dame einige „sensationelle Roben" auSzuklügeln. Ein Trauerfall in der Herzog- lichen Familie hat aber das Erscheinen der Herzogin bei den Hoffesten in Frage gestellt, und so wird man die letzten GeschmackSäußerungen des Herzogs, der, wie behauptet wird, alle Toiletten seiner jungen Frau selbst wählt, vielleicht gar nicht bewundern können. Einige sparsame Damen der englischen KöutgSfamilie, sowie verschiedene fremde Prinzessinnen ! haben in Paris inkognito Toiletten bestellt, von der traurigen Gewißheit durchdrungen, daß Prinzessinnen nie wohlfeil ein- kaufen. Erst nachdem alle Preise festgesetzt worden, lüfteten sie ihr Jncognito. Eine spanische Prinzessin, die Erfinderin dieser List, bezifferte ihre auf diese Weise gemachten Ersparnisse auf etliche Tausende Franken und zeigte fich so stolz darob, daß sie überall davon erzählte, worauf viele hohe Damen ihr Beispiel befolgten und gleichfalls unter fremden Namen ihre Aufträge gaben. * Weltpost-Eougreß in Washington. Der Congreß, der bekanntlich im vergangenen Monat unter dem Vorsitz de« Amerikaner« Shermann Botscheller in Washington tagte, hat die Plenarberathuugen am 3. Juni beendet und als Sitz des nächsten CongresseS (1903) Rom gewählt- Zuvo7 waren am 19. Mai die Delegirten vom Präsidenten der US’ oNA im „Weißen Hause" begrüßt worden. Ueber daS Ergebntß der im Plenum stattgehabten Berathungen ist bis jetzt noch wenig bekannt geworden. Die Anträge auf: „Ausdehnung des BrtefgewichrS von 15 auf 20 Gr." und „Einführung einer Weltpostmarke" wurden, wie zu erwarten war, abgelehnt. Der Meiftbetrag der Postanweisungen ist von 500 aus 1000 Francs erhöht und das Meistgewicht der Waarenproben auf 350 Gramm festgesetzt worden. Die PoftanweisungSgebühr wurde ermäßigt bezüglich der An- Weisungen mit Beträgen über 100 Francs. Das Mei^- gewicht der Postpackete (oolis postaux) soll zukünftig allgen. « 5 Kgr. betragen. Als Ersatz für ein in Verlust gerathene« I Postpacket werden 25 Francs gezahlt. Auch eine Frage I die so Manchem unnöthige Kopfschmerzen verursachte, hat ihre Erledigung gefunden. Nämlich die Frage, wie die Poft die Jahreszahl 1900 in den Briefstempeln darstellen werde. ES wurde beschloffen, die Jahreszahl 1900 durch 00/ 1901 durch 01 usw. zu bezeichnen. Papierne Fahrräder, d. h. solche mit Rahmengeftellen aus Popierrohren sind dar Neueste der amerikanischen Fahrrad.Jnduftrie, und muß der Gedanke, daS Papier an Stelle des Stahles treten zu lassen, entschieden als ein recht guter bezeichnet werden, da solche Rohre viel leichter, billiger und ebenso widerstandsfähig wie die metallenen flnb. Die- fdben werden aus Papierbogen auf hölzernen Dornen unter Zugabe von Chromleim gewickelt, alsdann in Former, eingeschlossen und von innen einem sehr hohen hydraulischen Druck ausgesetzt, wodurch die Wicklungen verdichtet und die Rohre genau cylindrisch gestaltet werden. Sodann werden die Rohre äußßerlich geglättet, gehärtet und auf einer Drehbank glatt polirt, worauf nach der Zusammenfügung de» Rahmens die einzelnen Rohrtheile meist holzartig, als Ma- hagoni, Rohr, Rosenholz, Eiche z. B. gebeizt und lackirt werden. Die Neuerung dürfte wohl als eine sehr wichtige und ausfichtSvolle erachtet werden, da die Vortheile derselben entschieden ganz augenscheinliche find. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichett, Berlin Citeratar und Kauft besprochen wird in den Kreisen der Mütter und Kinder- der illustrtrten Monat- schrift w-i®?la0 John Henry Schwerin, Berlin »»^Ä^^de Nutzen und Segen für die Familie. Der 0n e doppelseitige Schnittbogen unterrichtet in Selbstanfertigune aller dargestelllen Bekleidungsstücke, und noch viel mehr erleichtert ** Sttafkammerverhandlnng. Ein Schrei der Entrüstung ging Ende November v. I. durch den ganzen Vogelsberg. Ruchlose Hände hatten auf dem Ramsberge bei Laubach die dortige Schutzhütte des Vogelsberger Höhen«Clubs demolirt und vandalisch unter den darin befindlichen Bänken und Tischen gehaust, selbst eine eiserne Ruhebank, die, fest verankert, allen Bemühungen, fie zu entfernen, zu trotzen schien, fiel der ZerstörungSwuth zum Opfer und wurde in einen in der Nähe liegenden Steinbruch gestürzt. Es hat der Staatsbehörde viel Mühe gekostet, die rohen Patrone, I“ m l“ MHVVW-is- on hom b/rn Sckutze d'.s Publikums überlassenen Gegenständen vergriffen, zu er- mltteln und zur Verantwortung zu ziehen. Angeklagt der gemeinsamen Sachbeschädigung saßen gestern vier ehemalige Laubacher Gymnasiasten auf der Anklagebank unserer Straf- kammer, geständig, die fragliche That begangen zu haben/ fie entschuldigten fich mit Trunkenheit, fie hätten einen Geburtstag gefeiert und seien in der Nachi auf den RamSberg gegangen, mit fich führend eine Flasche Rum, die fie noch geleert hätten. Gerichtsassessor Dr. Friedrich, der die Staatsbehörde vertrat, erklärte, es sei fast unbegreiflich, wie 19—21jährige gebildete junge Leute eine solche That begehen konnten. Es gebe für dieselbe keine Milderungsgründe, er sei der Ansicht, daß für den Vandalismus nur auf Ge- I j fängnißftrafe erkannt werden müsse und stellte den Antrag i dahin, zu erkennen, daß der Rädelsführer zu 3 Monaten, zwei der Angeklagten zu V/s Monat und der vierte Angeklagte zu I einer Geldstrafe von 500 Mk. zu verurtheilen seien. Die Vertheidtger, Rechtsanwalt Katz und Justizrath Dr. Rosenberg, plaidirten mit Wärme für die Angeklagten. ES sei die That gemein, aber man möge bedenken, dieselbe sei der Ausfluß des jugendlichen UebermutheS- dazu komme mildernd die Angetrunkenheit der Angeklagten hinzu, dieselben seien auch bisher unbestraft, der Schaden fei ersetzt, man würde i mit einer Freiheitsstrafe die Zukunft der jungen Leute ver- I u^ten. Nach langer Berathung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende, LandgertchtS-Director Jöckel das Ur- »^wonach die Angeklagten je zu 400, 300, 250 und 200JUlf. Geldstrafe verunheilt find. ES fei, so führte der Vorfitzende aus, die Strafe sehr milde bemessen und zwar aus der Erwägung heraus, um den noch jungen Angeklagten die Zukunft nicht zu verderben und weiter in Rückficht auf bie von der Berlhetdigung angeführten sonstigen Milde- rungSgründe. Bad Nauheim, 26. Juni. Die Fremdenfrequenz ist bereits auf 7800 Personen gestiegen. Wenn eS in diesem Tempo forrgeht, so werden wir bis zum Schlüsse der Saison sicher gegen das Vorjahr einen Vorsprung von etwa 2000 Per- fonen gewinnen. Es find zwar alle Culturstaaten vertreten, am stärksten jedoch Rußland. Einen stärkeren Zugang von Engländern erwartet man jetzt nach Abschluß der Jubiläums- seierlichkelten. — Bäder sind bis jetzt nahezu 75 000 bereitet worden, gegen 9300 mehr als bis zur entsprechenden Zeit de- Vorjahres. (H-ff. PolkSbl.) Bad«Nauheim, 29. Juni. Eine hiefige junge Dame hat einen vor fünf Jahren zu 500 Mark käuflich erworbenen Acker zu 13897 Mk. 50 Pfg. wieder verkauft, ein Beweis, in welchem Grade der Werth des GrundeigenthumS in hiesiger Gemarkung gestiegen ist. Schlitz. 29. Juni. Graf Görtz wird im Gefolge des Kaisers an der diesjährigen Nordlandreise Theil nehmen. A Mainz, 28. Juni. Seitens der Militärbehörde ist bezüglich dcs vor einigen Tagen erfolgten Unterganges der hiesigen Militär-Schwimmanstalt eine eingehende Unter- Plon, 26. Juni. Wie im vorigen, so ist auch in diesem Sommer Professor Dr. Ducken aus Gießen hier- herberufen worden, um den kaiserlichen Prinzen GeschichtS- vortrage zu halten. Zweien Vorträgen, die am 23. und 24. im Rittersaale des CadettenhauseS über Friedrich Wilhelm IDE. | im Jahre 1813 gehalten wurden und denen die Officiere und Cadettrn der Anstalt mit beiwohnten, folgte gestern im PalaiS der Prinzen vor engerem Kreise ein Schlußvortrag W*“ bi!®r0ebnfff8 der neuesten Forschungen zur Geschichte Kaiser Wilhelms I. (Hess. VolkSbl.) * Stuttgart. (Deutsche Fach-AuSstellung für das Hotel- und Wirthschaftswesen, Kochkunst und verwandte Gewerbe, vom 15. bis 31. August 1897.) Nach dem Bericht über den jetzigen Stand des Unternehmen» ist die Zahl der AuS- i sieller bis jetzt ca. 300 und der verfügbare Raum in der Halle annähernd besetzt. Da jedoch der ganze freie Raum außerhalb der Gewerbehalle ebenfalls zur Verfügung steht und viele angemeldete Gegenstände sich mehr fürs Freie als den bedsckten Raum eignen, so kann in der Halle noch Platz geschaffen werden. ES wäre aber angezeigt, daß diejenigen ; ginnen, welche die so äußerst günstige Gelegenheit, ihre | Fabrikate einem Interessentenkreis von solch' hervorragender Bedeutung vor Augen zu führen, benützen wollen, umgehend ihre Anmeldung bewerkstelligen würden. Die Eröffnung der 4 bis 6 Tage währenden Kochkunstausstellung soll nicht wie ursprünglich geplant, am Dienstag den 17., sondern gleich mit Eröffnung der Hauptausftellung am SamStag den 14. August erfolgen. Dem guten Gelingen der Vorarbeiten nach zu schließen, wird auf dem Gebiete wirthschaftlichen Fortschrittes Hervorragendes geboten werden und wird diesem zeitgemäßen Unternehmen sicherlich auch die Gunst deS großen Publikums nickt versagt bleiben. r, * Ein Kreuzzug gegen den Kuß. Die römische „Tribuna" schreibt: Die Hygiene ist eine schöne und auch nützliche «ache, aber nur unter der Bedingung, daß man damit nicht Mißbrauch treibt. Dr. V a l v a s s o r i - P e r o n i in Mailand, onst ein geschätzter Arzt und tüchtiger Redner, ist ein solcher Uedertreiber. Jüngst hielt er in Mailand einen Vortrag über das Küssen vom hygienischen Gesichtspunkte aus und zahlte die furchtbaren Leiden auf, die du ch das Küssen ver- ur.acht und gefördert werden. Durch h.s Küffen werden die Krankheiten der Lippe, die Lungenschwindsucht, DiphtherittS, hundert ansteckende Krankheiten der Nase, deS Kehlkopf-, der Lungen rc. übertragen. „Küffen möcht' ich Deine schwarzen Haare , wie eS tm Liede heißt, bedeutet nach Dr. Valvassori- “*e ■ »3* ®*a ">r durchaus (inen anständigen KÄ1 -"i«-h-n." Ihr glaube, daß ein Pistolenschuß ln ben Sill‘f6n ®enl8 hygienisch ist- und doch dürst ihr ihn suchung veranlaßt worden. Wie verlautet, erstreckt fich dieselbe auf die ganze Beschaffenheit der Anstalt, die nach der Ansicht verschiedener Sachverständiger eine sehr mangelhafte ! gewesen sein soll. — Die hiesige evangelische Kirchengemeinde beschloß gestern Abend die Erbauung einer zweiten! evangelischen Kirche hier und zwar nach den Plänen I deS jüngst verstorbenen Oberbauraths Kreßig. Als anS- führender Architrct wurde Herr Geyricksohn bestimmt und demselben ein Bankcredit von einer Million bewilligt. Ge- mäß einem früheren Beschluß wird die neue Kirche, die schon I nahezu 20 Jahre projectirt ist, den Namen „ChristuS-Kirche" erhalten. • Verdienstkreuz. In einem Orte des Großherzogthum« Baden erhielt ein Herr, der mit dem Verdienstkreuz aus- gezeichnet wurde, folgende jedenfalls von Neid dicttrte anonyme Zuschrift: „Wie Christus trug das große Kreuz, So trag auch Du das kleine - Gr trug es ja ganz unverdient, So wie auch Du das Deine." Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten 6eiP LooS und I. M. Schulhof. ™ Bremen, 29. Juni. [33er transatlantischen Telearavh.l Der Postdampfer H. H. Meier, Capitän C. Steencken, vom Norddeutschen Aoyd in Bremen, ist heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommm. wirb diese durch die Lieferung von Gratisschnitten genau nach Körpermaaß (also keine sogen. Normatschnitte) gegen Einsendung von nur 35 Pfg. für jeden Schnitt (die eigenen Selbstkosten). „Kindergarderobe" ist für nur 60 Pfg. vierteljährlich zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postalten. Erstere und der Verlag liefern auch GratiSprobenummern. — Georg Engel, der junge erfolgreiche Verfasser der „Zauberin Eircl", die in zwei Jahren die 7. Auflage erlebte, und dessen „Hexenkessel" über die bekannten Bühnen aller Länder ging, entrollt in der »Last" mit unerbittlichen und stilreinen Zügen ein wahrheitsgetreues und ernstes Gemälde, das Leben eines kernigen norddeutschen Land- manns, der an der Seite einer kranken Frau und einer verlockend schönen Schwägerin zugleich den Kampf gegen die heranschleichende Noth und gegen seine ungestillte Sehnsucht führen muß, seine Sehnsucht, die Hände nach der Gesundheit unli dem Glücke auszustrecken. — Wie ein melodische« Volkslied neben einem Oratorium berührt unS nach dieser grauen norddeutschen Tieflandsdtchtung Maria Janitscheks „Gelandet". Noch nie bat diese feinfühlende Frauenseele ein reineres und sonnigeres Gluck geschildert, als in dem ersten Theile dieses Romans, und selten Hal sie einen harmonischeren Aus- klang aus des Lebens Mühe und Sorge gefunden. Neben diesen beiden, das höchste menschliche Interesse beanspruchenden Erzählungen tritt Rider HaggardS „Das Herz der Welt" als eine seltene und mustergiltige Vereinigung des spannendsten Sensationsromans mit literarisch und künstlerisch durchfeilter Arbeit. Rider Haggard hat in seiner Hetmath nicht ohne Grund Auflagen von 100,000 erlebt. — DaS Feuilleton der »»omanWHi* wird nach wie vor mit besonderer Aufmerksamkeit gepflegt und findet erfreulicher Weise bei Publikum und Autoren gleiche Beachtung. Die besten Namen deutscher und ausländischer Verfasser vereinigen sich darin und haben schon auf lange Zeit im Voraus Beiträge zugesichert. Wir nennen unter Anderen: Ernst v. Wolzogen, Hans o. Hopfen, Rudolf Stratz, I. I. David, Otto v. Leitgeb, Gerhard v. Amyntor, Karl Spitteler, Fritz Skowronnek, Maria Janitschek, Dora Duncker. So erklärt es sich, daß die „Romanwelt", die sich immer mehr al« ein wohl- durchdachtes, organisches Ganze vorstellt, in stets wachsenden Kreisen deS deutschen Volkes gelesen wird. — Für das bekanntlich in den Tagen vom 4. bis 11. Juli in Nürnberg stattfindende 12. Deutsche Bundesschieß en ist soeben die erste Nummer der geftaeiittnfl zugleich amtliches Organ der Festleitung, erschienen. Die erste Nummer bringt an der Spitze „Der Noris Gruß an die deutschen Schützen", ein schwungvolles, formvollendetes Gedicht von Rudolf Geck. Es folgen eine kurze, sehr ansprechende Beschreibung der Feststadt, allgemeine „Schützenweisungen" und ein Aufsatz von Director Hans Bösch-Nürnberg über „die ältesten Handfeuerwaffen im Germanischen Museum". Dazwischen finden sich zerstreut vortreffliche Autotypien nach Originalzeichnungen von F. Trost, Wilhelm Ritter und G. Schmidt, einige der reizvollsten architectonischen Partien von Nürnberg darstellend. Weiter enthält die Nummer das Porträt deS Prinzregenten im Waidmannscostüme nach einer außerordentlich intim wirkenden, wohlgetroffenen Originalzeichnung von Ludwig Kühn und die Abbildung des von dem hohen Protector des 12. deutschen Bundesschießens gestifteten Pokals. In Anbetracht des reichhaltigen Inhalts und der geschmackvollen, künstlerischen Ausstattung der Festzesiung ruft deren billiger Bezugspreis (Mk. 4.— im Abonnement, Mk. 5.50 für das elegant gebundene Exemplar und 40 Pf. für die einzelne Nummer) wirklich Ueberraschung hervor und verspricht, ihr zahlreiche Freunde nicht nur unter den Besuchern deS Festes und der Nürnberger Bürgerschaft, sondern auch auswärts zu verschaffen. Wöchentliche Ueberfichl der Todesfälle in Metze». 26. Woche. Vom 20. Juni bis 26. Juni 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSriffer: 28,52, nach Abzug der Ortsfremden 10,97 o/gy. Kinder <68 starben an; Zusarm»«: Erwach ene: im vo« 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Neubildungen 2 (2) 2 (2) —— — Lungenschwindsucht 2 (1) 2 (1) — - Lungenerweilerung 1 1 — — Herzfehler 1 (1) 1 (1) - — Gehirnschlagfluß 2 2 — — Irrsinn 1 (1) . 1 (1) — — Gallensteinen 1 (1) 1 (1) —- — Altersschwäche 2 (1) LLL 2'(1) — — Verunglückung i (1) 1 (1) — — Summ«: 13 (8) 13 (8) — — Nnm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. _____________________ Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 30. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Master 19°, Luft 21°. Rübfamen'sche Badeanstalt. Bekanntmachung. Das 2. Ziel Gemeindesteuer pro 1897/98 ist innerhalb acht Tagen bei Meldung des Beitreibungsverfahrens zur hiesigen Stadtkaste zu bezahlen. 6275 Zahltage: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Gießen, den 30. Juni 1897. ___________________Der Stadtrechner: Doepfer.__________________ Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteustrahe 2. Angebot btt Arbeitnehmer r 1 Werkführer für Backerei, 1 Buchbinder, 1 Krankenpfleger, 1 Schubmacher, 1 Schreiner, 4 Hausburschen, 1 Fahrbursche, 1 Lauffrau, 1 Barbterlehrling. Nawfrage der Arbeitgeber r 1 Installateur, 1 Glaser, 1 Uhrmacher, 6 Bauschlosser, 3 Schmiede, 1 Schuhmacher auf Werkstatt, 1 Schuhmacher für Arbeit außer dem Hause, 3 Schreiner, 2 Droschkenkutscher, 3 Fuhrkneckte, 1 Kellner, 2 Hausburschen, 14 Dienstmädchen für Küchen- und Hausarbeit, 2 Kindermädchen, 1 Fabrikarbeiterin Bekanntmachung» . Die Gültigkeitsdauer derjenigen Frachtbriefformulare, welche mit dem Stempel der Oberhessischen Staatsbahnen, sowie dem der ehemaligen Hessischen Ludwigs- bahn versehen find, wirb bis zum 31. De- cember 1897 verlängert. Frankfurt a. M., den 24. Juni 1897. __Königliche Eisenbahndirection- 6282 Dillenburg, i Montag den 5. Auti: Vieh- und Krammarkt. Freitag, den 2. Juli l. I., versteigere ich öffentlich gegen Baar- Versteigerungen. zahlung: a. Nachmittags 2 Uhr im Adler r 2 Wagen, 4 Hobelbänke, 3 Sophas, neu, 1 Verticow, 1 Weißzeugschrank, 3 Commoden, 2 Kleiderschränke, 1 Garnitur Polstermöbel, 1 Buffet, 1 Salonspiegel und sonst. Mobilien, 40 Mille Cigarren, vrrsch Faß Wein, eine Anzahl Bilder rc, ^^1' Bettstelle, 2 Nachttische (neue), 1 silb. Remontoir-Uhr- d. Nachmittags »Uhr anOrt «.Steller (Zusammenkunft im Adler) 1 Sägewerk. , Ä c. »achm. 4 Uhr, LvdwigSllratze 6r 1 eleg Schreibtisch 1 Commode, 1 Zimmer c.'oseit, 1 Spiegel, 1 Regulator, 1 Ausziehtisch, 1 Kleiberschrank, 1 eich. Küchenschrank. Alles fast neu. Versteigerungen voraussichtlich bestimmt, die a Abs. 2 bestimmt. 6292 Gr»ael, Gerichtsvollzieher^ Stadt. Schlachthaus. Freibank. 6290 Heute und morgen: 6279] Erne 5- bis 6 Zimmerwohnung mit Zubeh u. Gartenantb- an eine ruhige Familie zu verm.______Neustadt 71. 6284] 3 bis 4 Zimmer, möbl- a. unm, mit Zubehör zu verm. Bleichstr. 8. 6286] Ein möbl. Zimmer mir Pension sofort zu vermiethen. 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Die trauernden Hinterbliebenen 6261 Die Beerdigung findet Donnerstag Morgen 8 Uhr, vom Sterbehause, Kreuzplatz 15, aus statt. Telephon Nr. 87. 6276 Der Vorstand. MrbkMtkil- ^Umin Gieße« Samstag den 3. Juli, im Caf6 Leib: 5146 6289 zur Wohne von heute ab 6288 Heilanstalt Bad Laubbach bei Coblenz a. Rhein. 5752 August Noll, Bahnhofstraße 51 Sltbaction: H. Scheqda. — Druck itrS Verlag brr »rü blichen UniverfttätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. Nie heutige Kummer umfaßt 6 Seiten Anfang 8 Uhr. 6061 2./7. 9 Uhr Ball und Grotzl.-Wahl. 8a7g 1./7. 1 Uhr Joh. Fest und Bnfn. Entree 50 Pfg. Krautze, Großh. Musikdirector. Drittes Stiftungs-Fest, verbunden mit Theater und Tanz. — Anfang Abends 8 Uhr. Eintritt zum Saal 50 Psa., mr (Saflene 20 Pfg Heute Mittag 31? Uhr verschied plötzlich, in Folge Schlaganfalls, unser guter Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel, Herrliche, sehr geschützte Lage in einem bewaldeten Seitenthale des Rheins, an gezeigt bei chronischen Krankheiten der Brustorgane, deS HalseS, der Nase, deS gesummten Stoffwechsels und deS Nervensystems (mildes Wafferhetloerfahren). Dr. med. W. Achtermann, dirig. Arzt und Besitzer, vorher dirig. Arzt der Dr. Brehmer'schen Heilanstalt zu GörberSdorf-Schleffen. Der mittelrheiuische Verband evaug. Arbeitervereine feiert fein 6207 verlegt habe. Für das mir seither geschenkte Wohlwollen und Vertrauen bestens dankend, bitte ich, dasselbe mir auch in meinem neuen Locale bewahren zu wollen. am 4. Juli in Bocke «heim. Wer von unseren Mitgliedern daran theilnehmen will, kann Eintrittskarten beim Hausvater der Herberge zur Heimath erhalten. Dort ist auch das Nähere über die Versammlung zu erfahren. Der Vorstand. Die Beerdigung findet am 1. Juli, Abends 6 Uhr, vom Sterbehause, Weserstraße 3, aus statt. 6274 Liebig'strasse 35. MULK Hermann Thiele, Terrazzo, Cement und Asvhaltgeschäft. Dr. Dietz Wwe., im 72. Lebensjahre, was wir Verwandten und Bekannten Anzeige bringen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Denjenigen, welche uns bei dem schweren Verluste yufreich zur Seite gestanden haben, sowie für die vielen Blumen- spenden, insbesondere den lieben Schwestern für ihre opferwillige Pflege, und Herrn Pfarrer Grein für die trostreichen Worte am Grabe sagen tiefgefühltesten Dank 6281 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Familie Nenzel. Steins Garten. Freitag den 2. Juli: 3. Abonnements - Concert Veteranen-Verein. Samstag den 3 Juli, Abends 8 Uhr: Familienabend in Dhrle's Kierhallk. Heute entschlief sanft nach kurzer Krankheit Frau Oberstaatsanwalt Hochachtungsvoll I. Koch Nachf. Inhaber: F. Laib. Fußbodenanstriche, sowie alle übrigen Farbe», Lacke und Firnisse liefert in bekannten, besten Qualitäten 4613 « GWlk-VnlWH. *? Meiner werthen Kundschaft zur gefl. Kenntniß. daß ich mein Geschäft am 1. Juli von Neuen Baue 19 nach 6268 Mein Bürsten-, Parfümerie- n. Toilette-Artikel-Geschäft befindet sich von heute ab eltcrswcg 2 im Windecker'schen Hause. A. Welz I Gietzen, Grand Oswalds Garte». CIRCUS IMMANS 8* r Uhr Heule Mittwoch Abend 8'/2 Uhr I Große Gala-Eröffnungs-Norkeltllng. Morsen Donnerstag, AbendS 8'/, Ubrt 6190 BIT Gro-se Elite-Vorstellung. *96 |Mineralwasser empWt *n™ immoiaiwaodül Emil Fischbach. |veriorern^eümderL| 6291] Zugelaufen: Im Licher Wald, am vorigen Sonntag, ein junger, weiß und gelb gefleckter Hund. Abzuholen am Grotzh. Polizeiamt. 6277] Ein kleiner gelber Rattenpinscher entlaufen, abzugeben gegen Belohnung «reu,platz 8, im Laden. Suche ein mittelgroßes Gut zu kaufen oder zu pachten- Uebernahme kann auf Wunsch sofort erfolgen. Gefl. Offerten unter F. 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