m des kaufe m M * ^dschuhen b-adin^ Hprttk Domerstag den 1. April 1S9? Nr. 77 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger Aenerak-Wnzeiger. Amts- und Anzsigeblatt für den Ureis Gieren Redaction, Expedition und Druckerei: -chntftratze Hlr.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Abonnemeutspreiir 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener M«mtkie«vtätter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegk. Der Kießeuer Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme deS Montags. Uanahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bcx folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. chratisbeikage: chießener Aamilienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Lheil. Bekanntmachung, betreffend: Maul- und Klauenseuche zu Eberstadt. Nachdem in mehreren Gehöften zu Eberstadt die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Gemarkungssperre angeordnet worden ist. Gießen, den 31. März 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: Die Abhaltung von Körterwiuen zwecks Aufnahme ter Znchtthiere In das Proviuzialherdbuch im 1. Körbezirk. Die Körcommiffiou des 1. KörbezirkS (Vogelsberger dteh) wird am 2. April an nachfolgenden Orten Kör- termine abhalten: In Londorf Mittags 1 Uhr, n Allendorf Nachmittags 2i/i Uhr, n Daubrtngen Nachmittags 4 Uhr. Die Züchter von Vogelsberger Vieh, welche ihre Thiere in daS Herdbuch eintragen lasten wollen und bez. Anmel- täugen schon bet mir gemacht haben, werden ersucht, ihre betreffenden Thiere au einem von der betreffenden Großh. Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Ort aufzustellen, damit tie Arbeiten der Commission ohne Aufschub erledigt werten können. Sollten noch weitere Viehzüchter ihre Thiere köre« lasten wollen, so werden dieselben ersucht, dieselben gleichfalls an ten betreffenden Körterminen vorzuführen, vorher aber dem Vorfitzenden dieser Commiffton, Herrn Oberamtmann Hoffmann zu Hofgüll, oder dem Geschäftsführer, Herrn Ober- Verwalter Beilstein zu Laubach, directe Mtttheilung hiervon zu machen. Laubach, den 27. März 1897. Der Präsident deS landwtrthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen: Friedrich Graf zu SolmS-Laubach. Deutscher Aeichsta-. 201. Sitzung. DieuSlag den 30. März 1897. Am BundeSrathStische: Staatssecretär v. Bötticher. Auf der Tagesordnung steht die Besprechung der Interpellation > EzarlinSkt, betr. die Auflösung von (polnisch sprechenden) Wähler Versammlungen. Abg. Rören (Ctr.): Die Versammlungen in Osche und Linsk feien von den betreffenden Dorsttzenden nur geschlossen worden, weil dieselben sonst mit tödllicher Sicherheit ausgelöst worden wären. Die dritte Versammlung sei, wie der Staatssecretär selbst erklärt, auf- Selöst worden. Der Reichskanzler soll keinen Anlaß zur Einmischung »den, weil schon der preußische Minister deS Innern die Anweisung erlassen habe, es solle fortan nicht mehr lediglich wegen Gebrauchs der polnischen Sprache aufgelöst werden. Aber wie kämen die Be- hirden dieser Anweisung nach? Die Auflösungen widersprächen der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts von 1876. Es entspreche daS ja freilich dem, daß man dem Herrn ManSkt feine Briefe nicht ausgehändtgt habe, weil er Manske heiße, obwohl über die Identität d-S Mannes kein Zweifel bestehe. Das sehe beinahe so aus, als wenn über diese Provinzen der Belagerungszustand verhängt sei. (Beifall.)! Staatssecretär v. Bötticher wiederholt, in jenen zwei Fällen hätte der Gendarm nur eine freundliche Bitte an die Versammlung zertchtet. Nach Schluß der einen Versammlung wäre überdies noch rin Schriftstück des Regierungspräsidenten in deutscher Sprache verleim und von allm Anwefmden verstanden worden. Weshalb sei «an da also dem Wunsche des Gendarmen nicht gefolgt, statt daß wie<£infe des Hauses behilflich fein. Abg. Augst (fübb. Vp.) erkennt an, daß die Vorlage manches Gute enthalte, so die Handwerkskammern und die Bestimmungen über Lehrlingsausbildung. Beides entspreche den Wünschen des ge- sammten Handwerks. Die Herren rechts hätten leider bisher zu sehr mit der Hauptsache gekargt, den Mitteln für einen guten Volksschulunterricht. Dafür, daß die obligatorischen Innungen herausgebracht seien, danke er dem Bunbesrath; auch die facultativen Zwangsinnungen hätten beseitigt werden sollen. Mit solchen Straf- und Zwanzsbestimmungen schaffe man nur eine neue Kategorie strafwürdiger deutscher Staatsbürger unb eine Beschränkung bes Selbst- bestimmungsrechtS in wirthschaftlichen Dingen. Das beutsche Hanb- werk wolle von Zwangsinnrmgen nichts wissen. Hierauf tritt Vertagung ein. Morgen 1 Uhr: Fortsetzung und bann Jnvalibitätsnovelle. (Schluß 5 Uhr.) Deutsche» Reich Berlin, 29. Marz Die Frage, ob der Kaiser am 22. d. Mts. ein Handschreiben an Fürst Bismarck gerichtet hat, ist bisher noch nicht befriedigend beantwortet. Es ging nämlich das Gerücht, daß es geschehen sei und auch wir haben dasselbe verzeichnet,- aber selbst Kreise, die in Verbindung mit Friedrichsruh stehen, haben, wie die „Tägl. R." erfährt, darüber nichts Sicheres feststellen können. Das läßt darauf schließen, daß ein Handschreiben nicht abgegangen ist- denn sonst hätte unmöglich eine Kundgebung der Art dem deutschen Volke vorenthalten werden können. So wird sich daS deutsche Volk an die Vorstellung gewöhnen wüffen, daß an dem Gedenktage des ersten deutschen Kaisers seines große« Staatsmannes, der ihm i« treuem, aufopferndem Dienste bei Errichtung des Kaiserthrones behilflich war, officiell mit keinem Worte gedacht worbe« ist. »eilte, 29. März. Das Arbeitspensum de» Reichstag» nach de« Osterferien ist auch dann kein geringes, wenn es gelingt, den Etat bis zum 1. April zu erledige« unb die Handwerkervorlage «ach der ersten Plenar- berathung an eine Commiffton zu verweisen. Die Haupt- thatigkeit des Reichstages, d. h. die entscheidende über die Mehrzahl der Entwürfe der Seffton, wird in die Zeit nach Ostern fallen. Vor Ostern dürften, abgesehen von den mit dem Etat zusammenhängenden Vorlagen, nur daS Gesetz über die Zwangsvollstreckung, die Hypothekenordnung und das Converfionsgesetz zu Stande gekommen sein. Die größere Anzahl der Entwürfe, und gerade die umfangreichsten unb wichtigsten, harrt noch bet Erledigung. Dahin gehören daS Handelsgesetzbuch, die Unfallverficherungsnovelle, daS In- valtdenverficherungS- und das Auswanderungsgesetz. Biel Zeit wird die CommtffionSberathung des Handwerkergesetzes unb die zweite Plenarlesung desselben beanspruchen. Auch über dos Postdampfer-SubventionS-Gesetz werden noch lange Debatte« erwartet. Ob sich das alles in der für die Reichs- tagSverhandlungen zwischen Ostern unb Pfingsten zur Verfügung stehenden Zeit von vier bis fünf Wochen wird erledigen laffen, erscheint um so zweifelhafter, wenn man bedenkt, daß auch noch die Milttärstrasproceßreform bestimmt in dieser Session an den Reichstag gelangen soll. Trotzdem hält man noch immer an der Absicht fest, die Session vor Pfingsten zu schließen- ursprünglich wollte man freilich schon Ostern aufhören, hat aber schon gehörig zugegeben. Möglicherweise wird die Tagung gar noch bis in den Hochsommer ausgedehnt- eine längere Seffion wäre dann allerdings noch nicht dagewesen, dieselbe hätte vom 3. December 1895 bis in die zweite Hälfte des Jahres 1897 angedauert, einschließlich der BertagungSfrist vom August bis October 1896. Wolff« telegraphische« 6orrefpoabem-8xreex. Berlin, 30. März. Der „Nationalzeitung" zufolge beglückwünschte heute die nationalliberale Fractton deS Abgeordnetenhauses, sowie eine Anzahl ihm aus seiner Amtszeit als Minister nahestehende Abgeordnete telegraphisch den Staatsminifter Falk zu seinem 50jährigen Dienstjubiläum. Berlin, 30. März. In der Budget-Commission deS Reichstages erklärte Staatssecretär v. PosadowSky, vom 1. April d. I. ab sollen sämmtliche Postasfistenten mit 18jähriger Dienstzeit daS Höchstgehalt beziehen. Den Postschaffnern soll die Dienstzeit als Briefträger angerechnet werden. 2000 neue Asfistentenstellen seien geschaffen. Redner erkannte die von den conservativen Mitgliedern erhobenen Forderungen für die Unterbeamten an. Berlin, 30. März. Die Budget-Commission de» Reichstages bewilligte ferner eine Gehaltserhöhung für die Hauptleute 2. Klaffe von 2160 dis 2700 Mk., für Premierlieutenants bei den Jnvalidenhäuser« auf 1500 Mk., für 43 Maschinen-Unteringenieure und 7 Torpedo-Unter- Ingenieure aus 3600 anstatt 3700 Mk.. für 142 Traindepot- Offiziere auf 2400 Mk., für Feuerwerks-Lieutenants der Marine durchschnittlich auf 1980 Mk, für Zeug-Lieutenant» unb FeuerwerkS-LieutenantS des Landheeres durchschnittlich auf 1800 Mk. Weiterberathung morgen. Berlin, 30. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht daS Gesetz vom 24. März d. I. wegen Verwendung der überschüssigen Reichs-Einnahmen zurSchulden- ttlgnng. Berlin, 30. März. DaS „Militärwochenblatt" meldet: v. Ro on, Generallieutenant und Commendenr der 21. Division, ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition gestellt. Pertheö, Generallieutenant, ist zu« Commandeur der 21. Division ernannt worden. Friedrichsruh, 30. März. Obwohl das Befinden des Fürsten Bismarck nunmehr wieder ganz zufriedenstellend ist, bedarf der Fürst dennoch aus Rückficht auf fein hohes Alter sehr der Schonung und wüffen alle Aufregungen vermieden werden. ES werden daher die für den 1. April zu erwartenden Gratulanten gebeten werden, ihre Glückwünsche nicht persönlich, sondern schriftlich darzubringen. Der Geburtstag wird nur im Familienkreise gefeiert werden. ES werden die Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck mit ihren Familien dazu erscheinen. Profeffor Schweninger befindet sich ebenfalls hier und verbleibt hier vorauSfichtlich bis zum 3. April. Kauea, 30. März. Hauptmann Periguan berichtete hierher, daß während der Nacht einige Schüffe abgefeuert wurde«, ohne jedoch ein Ergekwlß zu habe«, unb daß die Aufständischen die Anhöhen gegenüber de« Fort Lmmbascht besetzt halten. Er verlangt die sofortige Entsendung weiterer Mannschaften und bemerkt, daß in die türkischen Soldaten für den Borpostendtenst kein Vertrauen gesetzt werden könne. Depeschen M Bureau .Herold/ Berlin, 30. März. Der Kaiser kehrte gestern Abend gegen 6 Uhr von den Beisetzung--Feierlichkeiten in Weimar hierher zurück und empstng alsbald nach feiner Ankunft den StaatSsecretär bei Auswärtigen Freiherrn v. Marschall zum Vortrage. Heute Vormittag empfing der Kaiser den StaatSsecretär Hollmann und den Minister der öffentlichen Arbeiten, Thielen. Berlin, 30. März. Der Kaiser hatte heute Vormittag auch eine Unterredung mit dem Reich-kanzler Fürsten Hohenlohe. Wie die „Nat.-Ztg." meint, scheint eS, daß die endgiltige Ablehnung der Forderungen für Schiffsbauten und die dadurch bezeichnete politische Lage den Anlaß zu diesen Conferenzen gegeben hat. Berlin, 30. März. DaS Abgeordnetenhaus setzte heute die Berathuug bei Etats in Verbindung mit der Be- foldungSvorlage fort. Eine Reihe von Titeln wurde genehmigt. Morgen 11 Uhr: Fortsetzung der Etatberathung. Berlin, 30. März. In der Budget-Commission de» Reichstage- wurden heute als PremierlieutenantS- Gehalt 1500 Mark festgesetzt. Berlin, 30. März. Den Mimikern der hiesigen Speciali« tätenbühnen wurde polizeilich die mimische Darstellung Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrich» verboten. Berlin, 30. März. Nach einem Telegramm deS„Berl. Tagbl." aus Kauea verlegt die „Kaiserin Augusta" ihren Ankerplatz von der Suda-Bay nach Kanea. Eine Compagnie Oesterreicher ist in Kanea einquartirt. Berlin, 30. März. Die feit dem 1. October v. I. bestehende Zeitung „Berliner Reform" stellt mit dem 1. April ihr Erscheinen ein. Frankfurt a. M-, 30. März. Die „Frankf. Ztg." läßt sich ans London telegraphiren, daß in Brtndtft und Ancona maffenhaft deutsche Maaren liegen, welche Levantiner Griechen nicht abnehmen. Frankfurt a. M., 30. März. Au- London meldet die „Frankf. Ztg.": AlS der Kronprinz von Griechen- land in Volo einfuhr, habe da» Volk gerufen: „Kein Fürsten- thum! Nieder mit Bismarck!" Xvrgan, 30. März. Die ReichStagSstichw ahl findet am 8. April statt. Wien, 30. März. Die „Neue freie Preffe" meldet au» Konstantinopel, daß dem Krieg»-und auch dem Polizei- Minister Befehl ertheilt worden fei, den Patrouillendienft zu verstärken. Rom, 30. März. Durch da» Ergebniß der Stichwahlen wird die confervative und namentlich der Politik EriSpiS feindselig gestimmte Majorität weiter verstärkt. Kanea, 30. März Zur Sicherung der von den inter- nationalen Truppen besetzten Städte haben die Admirale gestern früh um sofortige Zusendung je eines weiteren Bataillons von 600 Mann ihre Regierungen telegraphisch ersucht. Konstantinopel, 30. März. Der hiesige russische Botschafter erhielt von seiner Regierung die Weisung, io Gemeinschaft mit den übrigen Botschaftern die Formulirung der Autonomie Kretas zu beschleunigen. Berlin, 31. März. Zur Unterredung mit Hanotaux meldet der „Localanzeiger" au- Part»: Salisbury soll ein Gutachten der englischen Admiralität über die geplante Blokade der griechischen Häsen vorgelegt haben. Der gewünschte Effect wäre mit geringen Mitteln zu erreichen gewesen, wenn man die Blokade des PhräuS sofort begonnen, al» Deutschland sie vorgeschlagen. Gegenwärtig, wo Griechenland Zett gehabt, seine DiSpofitionen zu treffen, sei selbst von einer Gesammtblokade kein Erfolg zu erwarten. Kanea, 31. März. Heute findet eine Eonserenz der Admirale über den Plan statt, die 400 in der Sudabay gebliebenen Oesterreicher nach dem Fort Jzzedin zu senden, da» am Eingänge der Sudabay liegt und von 500 Türken mit 12 Krupp'schen Kanonen besetzt ist. WB. London, 31. März. Reuters Bureau erfährt, daß beschloffen wurde, daß jede Macht ein weiteres Bataillon von 600 Mann nach Kreta entsende. Nach Malta sind Anweisungen ergangen, Mannschaften bereit zu halten, um »uverzüglich nach Kreta abzugehrn, die Lage ist unverändert. Was das Vorgehen der Mächte anbetreffe, so sei nicht beschloffen, die griechischen und türkischen Truppen von der Grenze zurückzuziehen, ein solche- Vorgehen erscheine derzeit vnthunlich. Locales und Lrovlnziellcs Sieben, den 31. März 1897. ♦♦ Wafferabfperrnng. Wir machen auch an dieser Stelle aus die heutige Bekanntmachung deS städtischen GaS- und WafferwerkS ausmerksam, betr. die Absperrung der Wafferleitung in der Schulstraße und einigen angrenzenden Straßen. •• Verleihung von Diplomen an der Großh. Technischen Hochschule Darmstadt. Bei den im Februar und März d. IS. an der Technischen Hochschule zu Darmstadt abgehaltenen Diplom-Hauptprüfungen wurden folgenden Landidaten Diplome ertheilt und zwar: Da» Diplom als Bau-Ingenieur den Herren Jean Weber und Karl Wüst aus Darmstadt- das Diplom als Mafchinen-Jngenieur den Herren Max Jenem ein aus Offenburg, Fritz Mom- berge r ans Rodheim, August Sandoz aus Arheilgen und Philipp Stauf aus Worms- das Diplom al» Electro-Jn- genteur den Herren Han» El verS aus WandSbeck und Andre Schmidt aus vlteland- daS Diplom al» Ehemiker den Herren Eugen Haueisen aus Jockgrim, Karl Schnitz- spahn und Rudolph Stamm au» Darmstadt. • • Stadttheater. Wir verweisen nochmals auf das heute und morgen, Donnerstag, stattfindende hochintereffante Gastspiel von Frl. Josephine Dora und Herrn George W o r l i tz s ch, welche in den jüngsten Tagen in Frankfurt a. M. so große Triumphe feierten. E» kommen zwei der befferen Poffen zur Aufführung: heute Abend „Blitzmädel", Donnerstag Abend „Die Näherin", zu beiden hat Millöcker, wohlbekannt al» guter Operettencomponift, eine reizende Mufik geschrieben. Möge nnsere strebsame Direction, welche Kosten und Mühe nicht gescheut, diesen Kunstgenuß zu bieten, auch recht viel Entgegenkommen bei unserem theaterliebenden Publikum finden. • • Sein 25jährige» Tienstjabilanm feierte am Sonntag der Bremser Georg Spaar von hier. Seine Freunde und Collegen veranstalteten au» diesem Anlaß eine kleine Feier auf dem Lenz'jchen Felsenkeller, bet welcher dem Jubilar ein von dem Fahrpersonal gestiftete» Geschenk überreicht wurde. Herr Spaar ist seit 25 Jahren in Gießen stationirt. * • Mittelrheinisches Turnfest 1899. Dem „Wiesbadener Tagebl." zufolge haben die Vorstände der dortigen drei Turn- vereine beschloffen, bet dem nächsten Kreislurntag tn Biebrich am 11. April zu beantragen, da» mittelrheinische Kreisturnfest für 1899 in Wiesbaden abzuhalte n. * * Der Verband der BerpflegungSstatioueu für das Groß- herzogthum Hessen und die preuß. Provinz Heffen-Naffau hat eine Ueberficht über den Verkehr mittelloser Wanderer in 1894/95 und 1895/96 herauSgegeben. Nach derselben haben in Oberheffen in 1894/95 20,088 und in 1895/96 15,160 mtttelllose Wanderer Verpflegung erhalten. ES geht daraus hervor, daß im letzten Jahr dieser Verkehr fast um ein Viertel abgenommen hat. AuS derselben Ueberficht ergiebt sich, daß in der Provinz Oberheffen in 1895/96 für die BerpflegungSftattonen 13,350 Mk. auSgegeben wurden. Demnach ist die Einrichtung von BerpflegungSstationen für die Bevölkerung ein bedeutendes Ersparniß, denn wenn die 15,160 mittellosen Wanderer auf Geschenke' von Privatpersonen angewiesen gewesen wären, so würde für sie sicherlich auf dem Wege der Privatwohlthätigkeit eine bedeutend höhere Summe aufgewendet worden sein. Das hat man auch anderwärts sehr deutlich erkannt, und im Herbste 1896 an verschiedenen Orten die Verpflegungsstationen wieder eingerichtet, welche im Frühjahr d. I. aufgehoben wurden, weil infolge der Aufhebung tm Sommer, sowohl für private wie für die öffentliche Armenpflege eine besonders hohe Belastung ein- getreten war. • • Das Programm für den Einzug des 168. Regiments in Butzbach ist nunmehr wie folgt festgesetzt: Die beiden von Gießen und Darmstadt kommenden Halbbataillone vereinigen sich am Bahnhof am 1. dS. Nachmittag- 3^/z Uhr und warschiren dann zusammen in die Stadt durch die Ehrenpforte am Weiselerthor. Dort nehmen der hiesige Krieger- verein und die Vereine der Umgegend Aufstellung und bereiten dem Bataillon einen militärischen Empfang, worauf sie sich den Truppen anschlteßen und mit ihnen auf dem Marktplatz Aufstellung nehmen. Hier bewillkommnet, von einer Tribüne herab, der Gemeinderath die neue Garnison Namen- der Stadt. Abends 7 Uhr findet Speisung der Mannschaften in den Gasthäusern und um 8 Uhr Bankett der Offiziere im „Hessischen Hof" statt. *• ein praktischer Wink, so schreibt man dem „W. A.", kommt in einer Zuschrift aus dem Ruhrkohlengebiet: Mit dem 1. April d. I. treten bekanntlich höhere Kohlenpreise in Kraft und außerdem hat das Kohlensyndikat beschloffen, die Winterpreise für Hausbrandkohlen, welche wesentlich höher sind wie bisher, schon am 1. August d. IS. beginnen zu lassen. — ES dürfte daher tm Interesse der Eonsumenten liegen, ihren Bedarf an Hausbrandkohlen so früh wie irgend möglich zu decken und -war hierzu die Monate April bi- Juni zu wählen, weil in dieser Zeit der Andrang von Bestellungen nicht so groß ist wie später, wodurch die Zechen in der Lage sind, den Kohlenwäschereien erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden zu können. Im Monat Juli dürften die Kohlenhändler wohl kaum in der Lage sein, tn Rücksicht auf die im August eintretenden höheren Winterpretse, alle einlaufenden Aufträge pünktlich, und noch zu Sommerpreisen aussühren zu können, deshalb ergeht an die Kohlenverbraucher die Mahnung: „Deckt Euren Bedarf recht frühzeitig!" *♦ Schulärzte. Auf der demnächst in Eisenach tagenden Sitzung des Deutschen AerztevereinSbundes soll auch die seit Langem erörterte Schulfrage ihre endgültige Erledigung Seitens des Bundes finden. Seit mehr als 30 Jahren wird diese für die Fortentwickelung unsere» Schulwesens so überaus wichtige Frage in ärztlichen Kreisen erörtert. In der neuesten Nummer der „Deutsch. Medictn. Wochenschrift" faßt ein Arzt, Dr. A. Edel, einer der eifrigsten Vorkämpfer auf diesem Gebiete, noch einmal die Grundzüge zusammen, nach denen die schulärztliche Thätigkeit geregelt werden müßte, und schlägt für die Beschlußfassung auf dem Eisenacher Aerztetag als einzige These vor: „Da die Schule einen schädigenden Einfluß auf die Gesundheit der Schüler au-üben kann, muß fie unter ärztliche Fürsorge gestellt werden." ** Hütet Euere Kinder vor de« frühzeitigen Sitzen auf der kalten Erde! Diese» Mahnwort richtet ein Kinderarzt an die Mütter, indem er schreibt: Viele, denen die Wartung und Pflege von Säuglingen oder kaum des Sitzen- und Gehens fähigen Kindern obliegt, glauben den Kleinen eine Freude zu bereiten und sehen eS al- eine Abhärtung des Körper- an, wenn fie die Kinder auf dem an öffentlichen Plätzen angefahrenen Sand oder sonst auf Wiesen und Gärten umherfitzen und kriechen laffen. Die- ist gegenwärtig ein gefährliches Wagntß, da die bis in den Monat Juni hinein währende Feuchtigkeit der sich erst allmählich erwärmenden Erde ungemein schädlich auf den zarten Bau der Kinder wirken muß. Au- den anfänglich gar nicht beachteten Erkältungen entstehen dann allerlei und oft langwierige Erkrankungen. •• Ziegenzucht. Der von Herrn Generalsecretär Dr. Müller in der vorige Woche erschienenen Nummer der „Zeitschrift für die laudw. vereine de» GroßherzogthumS" veröffentlichte Aufsatz „Zur Hebung der Ziegenzucht" bietet für die Gemeindevertretungen auf dem Lande viel BeachtenSwerthe». Herr Dr. Müller sagt am Schluffe seiner trefflichen Ausführungen: „Möchten die Gemeinden bit(e Worte nicht übersehen, sondern sich zu überzeugen suchen, daß eS eine der dankbarsten Ausgaben ist, nach dieser Richtung hin sür die weniger Bemittelten etwa- zu thnn. Möchten sie sich da- Absatzgebiet der bestehenden Zuchtgevoffevschasten ansehen und für ihre Zwecke nutzbar machen. Sie erfüllen hiermit ihre Pflicht ihren Gemeindeangehörtgen gegenüber und tragen zum Gedeihen der bestehenden und zur Entwicklung neuer Ziegenzuchtgenoffenschaften bet." *♦ Wetterbericht. Da» Depresfionscentrum ist mit nahezu unveränderter Tiefe nur wenig oftwärt» bi- nach Südschweden vorgedrungen. In seiner näheren Umgebung sind die ®ra dienten noch sehr beträchtlich und besteht dementsprechend über Scandinavten und dem deutschen Küstengebiet noch unruhige-, stellenweise stürmische- Wetter. In den continentalen Lagen hat der Luftdruck zugenommen uvd find die Druckunterschiede über Central-Europa heute gering, doch bleibt die Verthei- lung der Barometerstände unregelmäßig. Die Temperaturen find allenthalben gesunken. Ein neue- Minimum kündigt sich über dem Nordwesten Frankreichs, sowie im Westen der brüt» scheu Inseln an. — Voraussichtlich eWiNerung: Za» nächst wolkige- und kühle- Wetter. Rixfeld, 27. März. Unser allgemein beliebter Bürger- meister, Herr Konrad Buch Haupt, erhielt gestern Morgen beim Besorgen seiner Pferde von einem Fohlen einen Schlag gegen den Unterleib, an dessen Folgen er heute starb. Da- Bedauern und die Theilnahme ist aufrichtig und groß. n. Gettenau, 28. März. In Nr. 54, erste- Blatt, dieser Zeitung vom 5. d. Mts. machten wir darauf aufmerksam, daß die Grundarbeiten im fogen. „Büdrich" beendigt und Alterthum-funde in dieser Gegend nicht mehr zu erwarten wären. Wiederholt haben wir aber auch schon früher darauf aufmerksam gemacht, daß in Echzell mehrere römische Straßen zusammentrafen und daß dieser Marktflecken bereit- vor 1800 Jahren eine sehr wichtige Rolle bei den Römern gespielt haben müffe. Schon tn den fünfziger Jahren brachte der damalige Pfarrer Hoffmann tn Echzell sehr intenffantt Arbeiten über Echzell und die Fuldtsche Mark. Diese Arbeiten wurden später von seinem Sohne, Herrn Hofgericht-ra j Dr. Emil Hoffmann in Darmstadt, mit Karten herau-geqeben. Seitdem wurde noch Diele- entdeckt, gefunden und hinzu gefügt. Durch die Grundentnahme für den Bau der Nebenbahn Nidda—Friedberg deckte man im sogen. „Büdrich" eine Römerstraße auf und eine hübsche Anzahl römischer Alter- thümer wurden gefunden. Wir haben die freundlichen Leser Ihres Blatte- über die Aufdeckungen und Funde (auch hübsche Steinwerkzeuge, die viele hundert Jahre älter sind al» die römischen Sachen, kamen zum Vorscheine) möglichst auf dem Laufenden zu erhalten gefucht. Nun aber sollen die Untersuchungen zum Abschluffe kommen. Herr Rentner Kofler, der hessische Schliemann, gräbt seit Anfang de- Monat- März in unseren Gärten. ES ist ein schweres Stück Arbeit, dahier geleistet werden muß und e- hatte Anfang- da» Aussehen, als wäre kein richtiges Ziel zu erreichen, weil die Spuren in den Obst und Gra»gärten fast völlig verwischt worden find. Heute ist es anders geworden, wir wollen daher — indem wir auf unsere früheren Mittheilungro zurück verweisen — Einige- zur Ergänzung hterhersetzen. Man kann mit Sicherheit annehmen, daß nicht zwei oder bat, sondern fünf oder sechs römische Straßen von dem One Echzell strahlenförmig nach allen HimmelSrichiungeo aus- gingen oder umgekehrt: conceutrisch, von verschiedenen Rich tungen nach dem gemeinschaftlichen Mittelpunkte Echzell btn- drängten. Hier stand darum auch ein römische- Castell unt zwar nicht weit von dem Platze, wo jetzt die Kirche steht. Darüber waren alle Gelehrten einig. Aber wo- für ein Castell? Diese Frage ist von Herrn Kofler bi- jetzt gelöst worden und die Herren AlterthumSforscher werden sich über die Lösung sreuen und erstaunen, denn die Länge der Br feftigung-anlage beträgt rund 300 Meter, die Breite mhr besten- 250 Meter, folglich der Flächeninhalt 75000 Quadrat- meter. Da ein hessischer Normalmorgen genau 2500 Quadratmeter enthält, so bedeckte die römische Befesttgung-anlage bei Echzell mindesten- 30 Normalmorgen. Dagegen find dir Castelle bei Ober-Florstadt, bet Langenhain, die Caper-bnrg und an anderen Orten nur Zwerge, denn fie find kaum ein Viertel oder ein Drittel so groß wie die Befestigung-anlage bet Echzell. An Funden haben sich btS jetzt außer vrr- schtedenen Werkstücken au- Sand- oder Lungstetnen auch etliche Münzen und ein römischer Krug ergeben. Darauf kommt es aber gar nicht an, da- Castell, seine Lage und seine Dimeo- fionen sind die Hauptsache, für die sich viele freundliche Leier Ihrer Zeitung tnteresfiren. Nächsten- hoffen wir Weiteres mtttheilen zu können. X Darmstadt, 29. März. Den populär wedtcintschrr VortragScycluS tm Altc e-Franenveretn für Kranke»' pflege schloß heute eine Besprechung deS Thema- nung und Kleidung" seitens des Herrn Dr. Maurer. Zunächst die Wohnung, bezüglich deren Anlage stets „Licht not Luft" gerade wie bet Anlage der modernen Städte, dir Losung sein sollte. Dte Nothwendigkeit der Wahl eines gesunden Bauplatzes hebt schon Bitow hervor, bann müssen die Baustoffe neben genügender Festigkeit auch entiprecheode Porosität haben. Dem neuen Bau muß genügende Zett-n« AuStrocknen gelaffen werden, in welcher Beziehung dte Bet- ltuer Vorschrift nachahmenSwerth erscheint, daß ein Neubau erst sechs Wochen nach Herstellung deS Rohbaue» verpatzt und sechs Monate nach Fertigstellung deS ersteren erst de- Httrv (b >8 btT Jrr>0«W n auf ?l8*nW {Q0t mnLhbe 6iel ° dir Ä leint: iUÖbtneu “tDbtn Mtit nach bitÄ?' datz ." iUt Entwicklung S&7SÖ tzL-Lr finh x°nÜltntQlta Laaea Rh .bc ^^lkuuttrichitlt ifl bleibt dir Ä. [rt L ®*e MwötUttl 86 iludiat fi* "***ta%Ä fiewein btlirbtrr Biir«: t# * Sehn M°W ' elnt® F°hlru einer b'Ön8°l«k° tr ole Thrilnahmt ist U| h-54/ erster Blatt, toil darauf aufmerfia.' losen. „Adrich' bl(nii8l end nicht mtzr^eriv-r/eo r auch schau Der-smi mehrere MchrStraseo MarWeo terriis vir ' Sollt bti den Rdwrrv teiger Jahren brachte Schjcll sehr Intruffantt kMarl. Diele Arbeiten Herrn hvizrrichttrv it Karten hrraueMbrv^ Elf gtjunbtn und hinzu, fit den Bau ter Mulm sogen. ,8fliriit* ftrt Sngahi römischer Alter- n die freundlichen Leier .tob ^tobt (auch HLbs-Lr atzte avet N M die tzütu) wb-M auf dir an aber W die Untn- hnt Antnrr Kesler, ta Rnfanß bet Mail Mi chwereS Stück ilrdeit, I hatte Änfanjl hl to Ziel zu erreichen, »eil - jarten fast vSlliz rt- derS geworden, rr kl üherellMittheilnr-^-'' ini'jne 5 bai nW Mi ® ie Straßen von i»w -n himmelsrtchwn^ - 14 t>M («(#«* •;■ „ MittelpMfi! 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Im Weiteren wird gegen die sogen. „Staub'Renaiffance" der möbel- und überhaupt ausstattung- überladenen modernen Wohnungen geeifert, die schädlichen Folgen der Ueberheizung der Zimmer dargelegt und als sanitär bester Ofen, der die behaglichste Wärme verbreitet, der mit Holz geheizte Kachelofen bezeichnet, schließlich unter der Rubrik „Wohnung" gegen die den besten Boden für Scrophulose und Tuberculose bietenden MtethSkasernen pole« mifirt (in englischen größeren Städten kommen durchschnittlich 4—7 Einwohner auf ein Hau», in Berlin 58!) — Zur Kleidung wird bemerkt, daß der Stoff zu derselben porös sein soll, am besten thierische Wolle, ferner daß gegen Erkältung das natürlichste Mittel ein durch Selbsthülfe des Organismus hervorgerufener Schweiß ist, der den Körper entlastet und der richtige Schutz gegen Erkältung in gehöriger Abhärtung, kalten Waschungen und rationeller Kleidung besteht. Kinder bedürfen wärmerer Kleidung, als Erwachsene, nament- ich der unteren Extremitäten- kleine Kinder sollte man daher nicht mit nackten Beinen laufen laffeni Ebenso wie dieses wird das Corsett-Tragen und das Anlegen von Halstüchern verdammt, vor Allem aber auch die modernen spitzen Schuhe, zumeist der Damen, die uns keine Berechtigung geben, uns Iber die verkrüppelten Füßchen der Chinesinnen lustig zu mache«? Mit dieser Apostrophe schloß der in Reichhaltigkeit Md AuSsührungSweise recht bemerkenSwerthe Vortrag. a Vermochte». • München. 30. März. Der Prinzregent hat den s. Z. von dem Münchener Schwurgericht wegen dreifachen Raubmordes in der Karlstraße zum Tode verurtheilteo Maurer Berchtold zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. * DaS kälteste Ostern feierte Nansen vor drei Jahren, als sein Schiff in den Etswüsten des Pols festgebanut lag. Die Temperatur betrug 32* R. unter Null. Er berichtet darüber in der soeben erschienenen 11. Lieferung seines fesselnden Werks „In Nacht und Eis" (Leipzig, F. A. BrockhauS): „Montag 26. März 1893. Wir liegen ohne Bewegung- keine Drift. Wie lange wird das dauern? Wie stolz war ich bei der letzten Tag- und Nachtgleiche, die ganze Welt erschien mir hell- setzt bin ich nicht mehr stolz. Die Sonne steigt empor und taucht die Eisebenen in ihren Glanz. Der Frühling kommt, bringt aber keine Freude mit. Hier ist eS so einsam und kalt wie je. Die Seele erstarrt. Sieben weitere Jahre eines solchen Lebens oder vielleicht nur vier — wie wird die Seele dann sein? Und sie . . .? Wenn ich meinem Sehnen nur freien Spielraum laffen, die Seele aufthauen laffen dürfte. O, ich sehne mich weit mehr, als ich eingestehen darf. Ich habe nicht den Muth, an die Zukunft zu denken .... Und wie wird es zu Hause werden, wenn Jahr auf Jahr vergeht und Niemand kommt?" Aber nur flüchtige Momente sind eS, in denen solche trübe Stimmungen Nansen ergreifen. Rasch ermannt er sich, und die alte Energie und Thatenluft dringt durch: „Noch immer muß ich warten und die Drift beobachten- aber wenn sie die verkehrte Richtung einschlagen sollte, dann werde ich alle Brücken hinter mir abbrechen und Alles auf einem Marsch nach Norden über das Eis wagen. Ich weiß nichts Befferes zu thun. ES wird eine gesährliche Reise sein, eine Frage um Leben ober Tod: aber habe ich eine andere Wahl? ES ist deS Mannes unwürdig, eine Aufgabe zu übernehmen und sie dann aufzugeben, wenn der Höhepunkt der Schlacht bevorsteht. ES giebt nur einen Weg, und der ist Vorwärts!" — Die 11. Lieferung, reich mit Illustrationen auSgestattet, er« hält den Leser in der bisherigen Spannung. ES ist erfreulich, daß die übrigen Lieferungen im Laufe deS April vollständig bezogen werden können. Schiff-nachrichten. — Der Dampfer „Illinois" der „Red Star ßinie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 28. März wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Nniversitäts. Nachrichten. — Tübingen, 30. März. Professor Säxinger, Vorstand der Frauenklinik, ist gestorben. — An der Akademie zu Münster wurde der außerordentliche Professor der Geschichte, vr. Finke, als Oidinarius in die Stelle deg nach Marburg berufenen Profeffors v. Below befördert. In Münster herrscht darob große Befriedigung, weil Herr Finke sich um die Westfalische Geschichtsforschung (er ist u. A. Director bc8 Westfälischen AlterthumsvereinS) sehr veidient gemacht hat.________ -WScheELr^ed-rstcht^er TodkSMe t« Gtetzm 13. Woche. Vom 21. März bis 27. März 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeit-Mer: 17,54, nach Abzug der OrtSsremden 8,77°/«. Kinder ES starb«, en: Zusammen: Erwachsene: tat vom 1. Lebensjahr: 2.—15.J»hr: Zellgewebsentzünd. 1 (1) 1 (1) — — Krebs 1 (1) 1 (1) ~ ~ Lungenschwindsucht 1,1 — — Lungenerweiterung 11 — — Diphtheritis 1 (1) 1 (1) - — Influenza 1 — 1 — Rose 1-1 — Nierenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Summa : 8 (4) 6 (4) 2 — Anm. Die In Rlemman gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todeskälle in der betreffenden rkrankbeit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kunst-Ausstellung, g'eof^n^ täglich, mit Autz^ nähme des SamStags, von 11 Ms 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Sonntag- ununterbrochen von 11 bt» 8 Uhr. — Eintrittspreis für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. Bekanntmachung, betreffend: Absperrung der Wasserleitung. Wegen Auswechslung eines Hydranten auf dem Marktplätze find wir genöthigt, Freitag, deu 2. April, vou Morgens 7 Uhr a» bis gegen 9 Uhr Vormittags, die Wafferleitung in der Tchulstraste, und auf dem angrenzenden Theil des Marktplatzes, in der Kaplaueigaffe und Wettergasse, auf dem Kircheuplatze und dem Lindeuplatze abMsperren, was wir hiermit zur gefl. Kenntnißnahme der betreffenden Anwohner bringen. Gießen, den 31. März 1897. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. __Otto Bergen._________________3208 Gothaer Lebensverficherungsbank. verßchermlgsbestand sm 1. Mar; 1897: 714% Millionen Mark. Dividende im Jahre 1897: 30 bis 134 pCt. der Jahres- Normalprämie — je nach dem Alter der Versicherung. Vertreter in Gießen: 241 Heinrich Hochreuther, Südanlage 5. Nnchslhe Rkntm-NttßchkmiW-MÄ. mb 1888 gegründet, unter besonderer Staatsaufsicht stehend, ■bbdd veemSgeur 95 Millionen Mark. Reutenverficheeung zur Erhöhung des Ein- tonimenS. 1895 gezahlte Rentenr 3,440,000 Mark, «apitalverficherung ßür Aussteuer, Militärdienst, Studium). OesfenUiche Sparkasse. GeschäftSpläne und nähere Auskunft bei Herrn Heinrich Hochrenther in Stegen. Südanlage 5. lö3 Holz-Versteigerung im Freiheit, v. Mttchling'schrn Dbrrsettbachswald. Montag deu 5. April werden versteigert: 8 rm Buchen-Scheiter, 90 rm Luchen- und 5 rm Eichen-Knüppel vnb 200 rm Buchen-Reisig. Zusammenkunft Mittags gegen 1 Uhr im Holzschlag bei Holz- nilmmer 1. Treis a. L., den 26. März 1897. Amendt, Forstmeister. 3182 /rtitag den 2. April l. A, Nachmittags 2 Uhr, bn „Adler* zu Gießen versteigere ich ffitntltd) gegen Baarzahlung: 4 Hobelbänke, 1 Verticow, 2 Sophas, 2 Commoden, 4 Bettstellen und sonstige Mobilien, 1 Partie Wollgarn, Spiegel, Bilder u. s. w.; ftnter 1 Gewehr, 1 Opernglas, 1 Hirschfänger, 1 Revolver, 1 Ueberzieher, 1 goldenen Ring. Versteigerung voraussichtlich bestimmt, iibs lung nach Zürich, nicht mehr persönlich Abschied genommen werden konnte, sogen wir hiermit rin herzliches lkbewohl! Familie A. Lutz. - Beuern. 3204] Geräumige Hofraithe, mit Scheuer und Stallungen, in der Mitte de» Ortes gelegen, in welcher früher Wirthschaft betrieben wurde und zu jedem Geschäft geeignet ist — soll alsbald billigst verkauft oder verpachtet werden. Nähere Auskunft ertheilt die Expedition d. Bl._______ 3189] Es wird ein gebrauchter, noch in gutem Zustande befindlicher Fahrstuhl zu kaufen oder zu leihen gesucht. Von wem? sagt die Expedition d. Bl. Zu verkaufen. 3195] Arüvrosataetoffrln billigst bei Karl Euler, Hammstraße 5. Schöne Erbsenreiser zu verkaufen bei Gg. Hoß, Billa Pietsch, Nahrungsberg 9. 2803 rsteÜe^Angebote^ Für Schneider. 3201] Zwei tüchtige Schneider finden dauernde Beschäftigung bei Sperber, Seltersweg 12. Iiiligkm HlNisdurslhe sofort gesucht. 3210_________Marktplatz 18. Junger, lebiger Arbeiter §sucht°°n 3196 _____________Carl Henfel. oMädnhnn erhalten sofort gute ^mdULireU Stellen beihohemLohn Frau Seybicke, Bahnhofstraße 43. Königlich Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan. General Vertreter: Carl Figge, Biergroßhandlung, Frank- 2916 fort a. M., Mainzer Landstraße 71. Weihenftephan-Bier in Gebinden von 25—125 Liter stets vorräthig. Ausschank: Caf£ Ebel, Inh. C, Balzer Wwe., Gießen. Siechen-Bier aus der G. N. Kurz’schen Brauerei, J. G. Reif in Nürnberg, auf der Berliner Gewerbe-Alu-stellung allgemein bevorzugt und auf der Bayerischen LandeS-AuSstellung zu Nürnberg mit der goldene« LtaatSmevaille aukgezeichnet, empfiehlt stets frisch ab Eiskeller 3193 Otto Fleck, Frankfurt a- M. Georg Koch, Mmchtt dem «a?serhof ® 3*tdlCtttläUCit S -em «aiserhof bringt zur Confirmation sein großes Lager in Uhren zu streng reellen Preisen in empfehlende Erinnerung. IVIehrjährige Garantie! 2543 Onnnrninmn werden prompt und gewisteuhast unter nöpardiureu Garantie ansgeführt! Äug. Ossmann 89 Selter aweg 89 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Fantasie- und Luxusmöbeln, sowie Polstermöbeln aller Art. Aevernahme ganzer Ausstattungen. 2481 Peru-Guano der Anglo - Continentale-Werke. Bester organischer Dung für .Halm- und Hackfrüchte, für Gemüse- und Blumenzucht empfiehlt , A. Kröll, Mermeg 12. 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Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebene». Gießen, New-Dork, den 31. März 1897. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 51/, Uhr vom Sterbehause, Asterweg 48, aus statt. 3216 Hodes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit» theilung, daß unser lieber, unvergeßlicher Gatte, Vater, Bruder, Schwager, Onkel, Schwiegervater und Großvater Johannes Volt, Hilfswagenmeister, nach kurzem Leiden heute sanft dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hiuterbliebeue«. Gießen, 31. März 1897. Die Beerdigung findet Freitag Vormittag 11 Uhr, vorn Trauerhause, Frankfurterstraße 151, au» stall. ____________3205 ferner: Schlackensteine, Verblcndsteine, Ringosenstein! hydr* Stückkalk Marmor-StückKalK in Wagenladungen Alleinverkauf und Lager fabrikatrbcr Sädjf.©ffn=uBb(fljainottfniBarfufaljrii; vormals tzrnst Weichert —= Cölln—Meissen. ==— esr Thon Oefen Fritz Nowack, Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik. s Nahrungsberg 13. 3105 Giessener Rudergesellschaft. Hierdurch laden wir die verehrlichen passtveu Mitglieder zu der morgen, Donnerstag, den 1. April, 8Vi Uhr, im Kaiferhof stattfindenden General-V er Sammlung und Ergäuzuugswahl eines Vertreters der passtveu Mit' glieder im Vorstand, freundlichst ein und bitten, recht zahlreichen Gebrauch von dem Stimm, recht machen zu wollen. 8181 Der Vorstand. Thon- und Cement-Mosaikplatte» Verband reisender Kaufleute Deutsch!., bis zu den reichsten Mustern. Leipzig. 3MK* Vieh- und Schweinetröge Samstag, den 3 April l. I., Abend» 9 Uhr, findet im aus hartgebrannter, gkaftrter ponmagc. Restaurant Weidig, 1. Etage, Sonnenstraße, eine Versammlung reisender Canalisations-Artikel Hag,*, $(diatt obigen Verbandes statt. — Hierzu werden alle Herren Collegen, sowie -e sich dafür interesfirenden Herren Kaufleute höflichst eingeladrn. Eine zahlreiche Betheiligung im Interesse der guten Sache wäre erwün' 3192 Einige Gießener Mitglieder d. B r. K. D. 3 B, © B ~ C - ° ° ~ z e 'S £ = * t» - T Carl Nowack, Specialgescbäftf. Seidenwaaren. py Die Partie ist in meinem Schaufenster ausgestellt. 3088 in vornehmer Ausstattung. Schöne braune Wagen mit Verdeck von 10 Mk. an. Neuheiten feiner und feinster Wagen in prachtvoller Farbenzusammenftellung. Krankenfahrstühle und Gummibettstoffe. Reparaturwerkstätte für Kinderwagen. Lager fertiger Kinderwageuverdecke und Besatzartikel. 2827 A. 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