Donnerstag den 30. April 101 Erstes Blatt 1896 Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen Gratisbeilage: Gießener Jamilimökätter Erhebung der Umlagen in vier Zielen und zwar öffentlichen Kenvtniß gebracht, daß die zur evangelischer Kirchensteuer werden von den Angehörigen der evangelischen Landeskirche * Iiaahmr von Anzeige« zu der Nachmittag- für bei Mlffilm Lag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. n, wie in frityrtt iefem. achst ckculiren laß» einem Comptoir, ; t Interessenten mit; ichen Ärk^ler und fe Deutscher Reichstag. 78. Sitzung. Dienstag, den 28. April 1896. Am BundesrathStische: Staatsfecretär v. Bötticher und RetchSbankyräsident Koch. Ein dem Reichstage zugegangenes Schreiben desAbg. Köhler, «fey» ?.°Ki ;es kJ®' ri btt *n. Ut für das Etatsjahr 1896/97 von Grotzherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfniffe in den Landgemeinden des Kreises Gießen. Alle Lnnouccn-Vureaux be3 In- unb Lu-landet nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. au'irl 1 Mk. Steuercapital 1,7 Pfg. erhobcu. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Publicattou vorstehender Uebersicht im Großh. Regierungsblatt am 24. April 1896 erfolgt ist und daß von diesem Tage an die Frist zum voükÄiaxen von Reclamationen läuft, welche gegen die Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet find. Gießen, den 27. April 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. zMmÜM w A' Md WW ichchiMtzsvoil ich» phou Nr. 83. Justiz 30223 für die Provinzial - Hauptstadt Gießen ver- ordnet: L 1. Es ist untersagt, daß Kinder, welche aus der Volksschule noch nicht entlaffen sind, Backwaaren, Blumen, mit Ausnahme selbstgepflückter Feld« und Waldblumen, Kurz- waaren zum Zwecke des Verkaufs, oder zur Erlangung von Geschenken auf Straßen, öffentlichen Plätzen, in Wirths- Häusern oder Privatwohnungen umhertragen. Auch ist solchen jugendlichen Personen der Besuch von Wirthshäusern und öffentlichen Tanzlocalen ohne Begleitung ihrer Eltern oder derjenigen, welche deren Stelle vertreten, wie Pflegeeltern, Vormünder, erwachsenen Verwandten und Bekannten, welchen die Eltern ihre Kinder anvertraut haben, untersagt. § 2. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, welche im Falle der Uneinbringlichkeit in Haft umgewandelt wird, werden bestraft: 1) Besitzer und Verwalter von Wirthschasten, welche Kindern, von denen sie wissen oder annehmen müssen, daß dieselben noch schulpflichtig sind, den Aufenthalt in ihren Wirthslocalitäten ohne Begleitung Erwachsener oder das Herumtragen und den Verkauf der in § 1 genannten Gegenstände gestatten und die schulpflichtigen Kinder nicht alsbal aus ihren Witthslocalitäten entfernen. 2) Eltern, Vormünder, Pfleger oder sonstige mit der Beaufsichtigung von Kindern betraute Personen, welche Kinder zur Begehung der in § 1 bezeichneten strafbaren Handlung anleiten, ausschicken, oder es unterlassen, dieselben von deren Begehung abzuhalten. 3) Gewerbetreibende, welche den vorstehenden Bestimmungen zuwider Kinder mit dem Vertreiben ihrer Waaren beauftragen. § 3. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung im Gießener Anzeiger in Kraft. Gießen, den 15. December 1892. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Bekamttmachuug. tei in letzter Zeit mehrfach gegen das Verbot der Ver- wc*9 von Kindern zum Feilbieten von Gegenständen in WiiÄLaften, auf öffentlichen Straßen oder von Haus zu HaM! gefehlt worden ist, bringen wir nachstehend die be- treiflnbt! Polizeioerordnung wiederholt zum Abdruck. Sürßen, den 28. April 1896 Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Polizeiverordnung seirin bi»e Verwendung von Kindern zum Feilbieten und Verkälts cm Backwaaren, Blumen und sonstigen Gegenständen, uniDiia Verbot des Besuchs von Wirthshäusern und Tanzlocalen von selten schulpflichtiger Kinder. Luis Grund des Art. 56 der Städteordnung wird hiermit naHÄmhörung der Stadtverordneten-Versammlung mit Ge- rehrn^mg Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und den Witz vom 9. December 1892 zu Nr. M. I. u. d. Der Aazetger -scheint täglich, er. Iu»nahmr bei Montag« Die Gießener rD« der Beitrag 4« Aus- Beitrag — Bezeichnung 3 = uO Gemeinden Aus- ruf 1 JL Normal» CQ auf 1 JL Normal- CQ JD der Art des Ausschlags und der Q schlag Steuer- schlag Steuer- kO Capital Capital § Repartitionsnorm jtc -3. 43 Lindeostruth..... 3340 60,906 4 130 3,539 4 Auf das Grundsteuercavttal. 44 Lollar ....... 10000 23,695 4 100 12,456 4 Auf einen Theil deS Grund- 45 Londorf ...... 9500 34,406 4 steuercapttals. 46 Lumda....... 4420 45,726 4 400 4,159 4 Auf das Steuercapital der 47 Mainzlar...... 1200 8,278 4 tmmersteuerbarm Objecte. 48 Münster...... 4500 45,726 27,999 4 2,758 Desgl. 49 Mufchmheim..... 5660 4 446 4 50 51 Nieder-Besstngen . . . Nonnenroth..... 1800 2000 15,070 22,472 4 4 96 1,452 4 Auf das Grundsteuercapttal. 52 Obbornhofen'..... 6000 25,966 4 53 Ober-Bessingen.... 2820 22,608 4 54 55 Ober-Hörgern .... Ober-Steinberg (Feld- 3600 19,083 4 Keine Umlagen. gemarkung) .... — — — -— — — 56 Odenhausen..... 2400 34,635 4 57 Oppenrod...... 1400 19,278 4 58 Queckborn..... 4300 22,343 4 Auf das Steuercapital der 59 Rabertshausen .... 2850 41,837 4 60 0,909 4 tmmerfieuerbaren Objecte. 60 Retnhardshatn .... 3500 36,128 4 61 Reiskirchen..... 3500 22,015 4 62 Rodheim...... 3800 37,559 4 63 Rödgen...... 5800 43,960 4 64 Röthges...... 2800 37,891 4 65 Rüddingshausen . • . 7300 51,059 4 Keine Umlagen. 66 Ruttershausen .... —— — — — — — 67 Saasm....... 4650 46,576 4 a.170 1,731 4 Aus das Steuercapital der tmmerfteuerbaren Objecte. b. 1550 18,945 4 Auf das Grundsteuercapttal. 68 Stangenrod..... 3150 52,017 4 Keine Umlagen. 69 Staufenberg..... — — — — — — 70 Steinbach...... 5000 20,695 4 71 Steinheim..... 2000 12,501 4 a. 930 5,850 4 Auf das Steuercapital der b. 200 4 immersteuerbaren Objecie. Auf das Steuercapital derKirch- 1,454 72 Stockhausen..... 2450 53,655 4 spielsgemeinde Rodheim. 73 Trais-Horloff .... 4400 24,156 4 74 Treis a. d. Lumda . . 7100 26 084 4 1013 5,077 4 Aus das Steuercapital der eo. 75 Trohe ....... 1700 63,185 4 Ortseinwohner. 76 U'phe ....... 500 2,798 4 1088 6,598 4 Auf das Steuercapital der 77 Vtlltngen...... 4000 18,174 4 tmmersteuerbarm Objecte. 78 Watzenborn mstStetnberg 13000 43,864 4 174 0,615 4 Desgl. 79 Weickartshain .... 2750 40,082 4 80 Weitershain..... 3600 31,802 33 541 4 81 Wteseck....... 18000 4 82 Winnerod...... 800 16,015 4 Namen -2 Gemeinden □Q Umlagen auf daS gelammte Communal- Steuer- Capital der Ortsetnwohner und Forenfen Sonst t g e Ausschläge Ausschlag Beitrag aus 1 «4t Normal- Steuer- Capttal Erheb.-Ztele Ausschlag Beitrag auf 1 JL Normal- Steuer- Capttal Erheb.-Ztele Bezeichnung der Art des Ausschlags und der Repartttionsnorm Jt 4 «X 11 illtmch....... 600 5,973 4 -! Silandorf a. d. Lahn. . 5800 40,382 4 Auf das Steuercapital der ev. ?! Silandorf a. d. Lumda . 5500 15,622 4 100 0,398 4 Ortsetnwohner. Sllartshausen .... 2250 52,029 4 51 Slka,.-Buseck..... 8400 24,910 4 429 1,659 4 Desgl. 6t Snr erod...... 3000 24,406 4 7! Bil^rsheim..... 9000 27,406 4 400 1,978 4 Auf das Steuercapital der Ev. 81 YtkerShain..... 3200 41,122 4 186 2,390 4 Auf daS Steuercapital der immersteuerbaren Objecte. 91 8.r?qheim(Feldgemarkung) — — — — — — Keine Umlagen. IC ( ätFJrob...... — — — — — — Desgl. 111 Slttenhausen..... 3500 22,134 4 865 5,747 4 Auf das Steuercapital der tmmersteuerbarm Objecte. L2J S.wrn....... 4000 15,968 4 13 dltilar....... 5000 28,289 4 744 6,018 4 DrSgl. 14J ZuiIkhardSfelden . . . 5400 41,818 4 IßJ Ätrabach '...... 800 22,570 4 16811 Deribringen..... 3500 37,965 4 ■7'1 Doiii-Gtll..... 5200 49,674 4 i^i kbs stadt...... 5000 21,910 4 19?1 MimgShausen .... 20i Fell heim (Feldgemarkung) 3000 16,838 4 — — — 1500 30,721 4 Auf das Grundstmercapital. gaildentetch..... 4300 34,324 4 100 0,804 4 Auf das Steuercapital der tmmersteuerbarm Objecte. : Bilshausen..... 6300 51,281 4 238 Welnrod..... 2500 42.365 4 215 3,989 4 Desgl. 24Ä g.rsben-Buseck .... 7500 15,404 4 1950 4,381 4 Desgl. 25p gicshen-Ltnden .... 20000 26,370 4 26) giAnberg...... 28900 28.590 4 1400 1,408 4 Desgl. ‘7 ? g.lntngen..... 7200 32,884 4 100 0,471 4 Desgl. 2R hnbach...... 3200 31,092 4 29C hatUenrod...... — — — — — — Keine Umlagen. >01 twifen....... 3600 38.839 4 31 i hiu»chelhetm..... 17000 37,929 4 Auf das Stmercapttal der 328 yohzheim...... 7000 22,390 4 100 0,397 4 33: humgen...... 10000 14,442 4 tmmersteuerbarm Objecte. 344 Zn Heiden...... 5200 39,165 4 25 i tkrssalbach...... 4400 40,117 4 361 «-tm-Linden..... 8550 45,425 4 150 0,814 4 DeSgl. '■71 unjgb....... 4000 19,310 4 604 3,180 4 Desgl. 3811 Lins-GönS..... 11800 20,419 4 2024 3,564 4 DeSgl. 591 l'mgzSdorf...... 3000 7,276 4 40) iiuict....... 4100 35,436 4 411 keih zestern..... 8624 20,016 4 2481 6,428 4 DeSgl. 42 t M........ 16565 14,173 4 1274 1,192 4 Desgl. Wolff« telegraphische« Lorrespoadenz-Burevr. Heinrich v. Trettschke ltch dem politischen Haffe zu. London. 28. April. Die Verhandlung gegen vr. Jam e- son und Genoffen ist heute Vormittag unter großem Andrange des Publikum« vor dem Bowstreet-Gerichte wieder Berlin, 28. April. Die „Poft" schreibt: In parla- mentarischen Kreisen wird nach heutigen Aeußerungen von sonst gut unterrichteten Abgeordneten damit gerechnet, daß der Reichskanzler Fürst Hohenlohe i" Session sich an den ReichStagSverhandluogen nicht mehr per- sönlich betheiltgen wird. Der Reichskanzler dürfte in Anbetracht seines Gesundheitszustandes seinen Sommerurlaub ausgenommen worden. Voposch» öi« Bure-, .©«•»*. der *—,_ nach Heidelberg berufen. Die Heidelberger Professor vertauschte Treitschke 1874 mit derjenigen an der Berliner Universität- nach Ranke« Tod wurde er zum Historiographen de« preußischen Staate« ernannt. 1889 legte er die Leitung der „Preußischen Jahrbücher" nieder, übernahm jedoch im vorigen Jahre die Redaction der von Shbel gegründeten „Historischen Zeitschrift". Dem Reichstage gehörte Treitschke al« Mitglied der uatiovalliberalen Partei und Vertreter de« Wahlkreise« Kreuznach-Simmern von 1871 bi« 1888 an. Neben seinem Hauptwerk „Deutsche Geschichte im 19. Jahr- Berlin, 28. April. Der diesjährige ordentliche BerufSgeno sseuschaftstag tritt am 26.Juni in Berlin zusammen. Verhandelt wird über die Gesetzentwürfe zur Unfallversicherung und über Normal-Uofallvrrhütungs Vorschriften für gewerbliche Betriebe. Berlin, 28. April. Der „Reichsauzetger" schreibt: Die Commission für Ar beit erst atistik trat heute unter dem Vorsitz de« UnterstaatSsecretärS Lohmann zusammen. Die Tagesordnung betrifft die Vornahme mündlicher Vernehmungen von AuSkuuftSpersooen über die Verhältnisse |tn der Wäsche- fabrikation und Coufectioo. Unter den AuSkuoftSpersonen befinden sich Unternehmer, Zwischenmetster, Zwtschenmeifter- innen, Arbeiter und Arbeiterinnen. Geladen find 32 AuS- kunftSpersonen, deren Vernehmung voraussichtlich drei Tage dauert. Die Vernehmung wird stenographisch protocolltrt. LouS le Saunier, 28. April. Ein 28 Jahre alter Anarchist NamenS Colin ermordete inmitten eines Volks- feste« ohne jegliche Beranlaffung den Maire der Gemeinde Nevy durch Meffersttche. Man schreibt da« Verbrechen ledig- ** beeilen werden, in die Nähe de« StaatScowmisiar« zu komm«? Derselbe dars sicher de« Gcgcnlhrils gewärtig sein, denn schon seine Nähe kränkt.^ der Commission, nur mit der »ende- rung angenommen, daß der Staatscommiffar auch den Bcrathungcn der Börsenorgane brizuwohnm berechtigt ist. KC - S 3 bandelt von dem Börsenausschuß. Nach den CommissionS- bcschlüffen soll die Wahl der Hälfte der Mitglieder auf Vortag der «örsenorgane ersolgen. Tre andere Hälfte soll unter angemesimer Berücksichtigung von Landwirthichast und Industrie gewählt werden. Etn Antrag Kanitz will die Wahl nur eine« D^telS aus Vorschlag der Börsmorgane erfolgm lasten, und unter Berücksichtigung von Landwirthschast und Jr.duftrie die beiden anderen DrUtel wählen lasten, und zwar dergestalt, daß die Getammtzahl der Vertreter deS Handel« und der Börsenorgane die Zahl der Vertreter von Landwttthschaft und Industrie nicht übersteigt. Ein Antrag Fischbeck dagegen will !wri Drittel der Mttgliedn auf Vorschlag der Börsmorgane wählm lassen. Such sollm die Wahlm nur auf 3 (statt 5) J-h" erfolgen. Endlich will dnselbe Antrag- steller die Bestimmung in Wegfall bringen, daß der BorsenomSschuß befugt sei, Anträge an dm Reichskanzler zu stellm und Sachverständige iU °Rrich«dankprLsidmt Koch hält dm Antrag Kanitz für zu weit gehend. Dem Börsenausschuß liege wesentlich die Erledigung innerer Pl 1HandriSmÄster°d. Berlepsch verthetdigt dem Abg. Grasen Kanisi aeamüber das Verhallen der Lltefim der Berliner Kaufmannschaft in Sachen der Firma Cohn und Rosenberg. Die Aeltestm hätten in diesem Falle lediglich eine juristische Antwort auf eine iu- rtstische Frage gegebm. Nach längerer Debatte wird die Weiterberathung auf morgm vertagt. Persönlich bemerkt Abg. v. Plötz: Die von Stngn im Laufe der Debatte aufgestellte Behauptung, daß er (Platz) an Borimtpecu- lationm bethetligt gewesm, könne nur auf erlogmm Berichten beruhen. Morgen 1 Uhr: Fortsetzung der 6. Berathung de« Borsmreform- gefttze«. (Schluß 6 '/« Uhr). Berlin, 28. April. Der GeschtcylSscyretver vroicnor sianor oer Heinrich v. Trettschke ist heute im Alter von 61 Jahren fallversicherungSgesetze eine gleiche Einrichtung gestorben. (Profeffor Heinrich v. Treitschke war am 15. Sep- wie sie bei den Versicherungsanstalten besteh^ ® h tember 1834 in Dresden al« Sohn eine« sächsischen Offi- erweiterte Verwendung der verfügbaren Summen zierö geboren. Er ftudirte in Bonn, Leipzig, Tübingen und legung in Grundstücken, Arbeiterhausern .c. zn g ft . Heidelberg und G-Icht»t- und DabUiti.te •* «nfich». M «•««" 8«« w sich nach -in.m °°rüb-rg-h-°d-n Ausenlhall in Göttingen -in- kleine Erinnerung ür die „„ ’ " • • ------«<-- x.. I bte gerQbe um diese Zeit herum recht am Platze m » später noch wehr wird, da« ist die Erinnerung darar * ..»h nrnrn Stnirrfloefabr 1U versichern, y _ sein würde. Abg. Fritzen betont demgegenüber, der Staat müsse unter allen Umständen ein Organ an der Börse haben, welche« sich stet« über alle Vorgänge unterrichten und die Abstellung von Mißbräuchen herbeisühren könne. Zwischen der EommissionSfassung und dem An- trage Kanitz zu 8 2 könne er selbst einen großen Unterschied nicht entdecken, immerhin sei wohl der Antraa Kanitz das Bessere. Minister v. Berlepsch erwidert dem Abg. Träger, daß die Regierungen allerdings die Ueberzeugung hätten, das Aussichtsrecht deS Staate« sei bisher nicht ausreichend gehandhabt worden, und von dieser Ueberzeugung sei eben der Vorschlag beS Staatscommissariat« der Ausdruck. Ob der Staatscommiffar ein idyllisches Lcbm sührm und stet« doch nur auf Informationen angewiesen sein werde, da« werde eben abhängm von der Auswahl der Person. Mit einem geeigneten Commissar werde die Regierung jedenfalls viel intmfiver und klarer die Vorgänge an der Börse übersehen. Die Ucberttetbungen, mit benen der Handelsstand gekämpft, hätten demselben nur geschadet. Mit Unrecht verbitte sich der Handelsstand im Großen und Ganzm jede Einmischung, eS gebe ja auch anständige Elemente genug, welche sich ob der unanständigen geradezu geschüttelt hatten. Den S 2 halte er in der vorliegenden Fassung für ausreichend und die Aenderung, welche Graf Kanitz wolle, für nicht richtig. Abg. Singer (Soz.) tritt entschieden für die Staatsaufsicht über die Börse ein. Der Staatscommiffar sei eine durchaus gebotene sinanzpolitische Gesundheitspolizei, denn von der Gesundheit der Börse hingen gar zu viele volkswirthschaftliche Jntereffen ab. Der Antrag Kanitz gehe jedoch zu weit, namentlich auch deswegen, weil in dem Augenblick, wo der Staatscommiffar birect in bic Geschäfte eingreife, ihm auch die Verantwortlichkeit dafür zufalle. Abg. Graf Oriola (ntl.) tritt sür datz Staatscommiffarlat in der Fassung der Commission ein, die Mehrheit seiner Freunde halte diese Fassung für ausreichend, während er persönlich allerdings geneigt sei, die Kanitz sche Fassung zu acceptiren. Hanseatischer Gesandter Dr. Klügmann spricht gegen den Antrag Kanitz, durch den die Börsenorgane dem Commffsar untergeordnet würden und da sollte man doch nicht vergessen, daß die Börsenorgane hochachtbare, durch da« Vertrauen ihrer Mitbürger in ihr Ehrenamt berufene Personen sind. Wa« würde eine solche den Börsenorganen zugewiesene Unterordnung unter den Staatscommiffar — der ihnen sagen darf, wa« Ihr thut, hatte ich für Mißbrauch — für Mißstimmung erwecken! . , „ U1 _ rr Abg. Hammacher (ntl.) bekämpft gleichfalls die Faffung Kanitz. Staatssccr. v. Bötticher stellt fest, daß Börsenorgane zur Regelung, Ordnung, Leitung der Börse vorhanden seien. Abg. Freese (fts. 8p.): Der Herr Handelsminister meinte, daß ba« jetzige Aussichtvrecht des Staate« nicht genüge. Die Idee aber, den gelammten Börsenverkehr unter amtliche Controlle zu Nellen, ist allzu kränkenb. Mit bieser Idee verkennt man völlig bte Art beS Börsengeschäfts, welche sich jeher amtlichen Bevormunbung entzieht. H« ist ganz unmöglich für ben Staatscommiffar, alle Vorgänge an der Börse zu beobachten. Glauben Sie etwa, baß alle Börsenleute der zum Postagenten ernannt ist, geht an die SeschistSordnmig«-- commisfion behufs Prüfung, ob da» Mandat bcefdbat fortbaucre. Auf der Tagesordnung steht bic »weite de« Börsen- gesetzes. S 1 handelt im Absatz 2 von der Aufsicht über die Borsm. Ein Antrag des Abg. Gras Kanitz wUl dm Landesregierungen auch die B-fugniß zu der Anordnung geben, daß in ben Sotftanben der Produclenbörfen bte Landwirthschaft, beten Nebengewetbe und die Müllerei eine entsprechenbe Bertretmig finden. Der Referent Abg. Gamp weist die scharfe Krttik prüct welche von ben Vorstehern bet Stettiner Kaufmannschaft an ben Beschlüssen bet Commission geübt worben ist. . . Staatssecretär v. Bötticher erklärt, der Antrag be« Grafen Kanitz wiberstrebe nicht ben Intentionen der Regiermrgen. Sollte bas Haus ben Antrag annehmen, so würbe auch wohl auf Zustimmung be« BunbesrathS zu demselbm zu rechnen rin. Abg Graf Oriola (nl.) verwahrt bic Commission ebenfalls gegen bte® Stettiner Kritik unb constatirt dabei mit Genugthuung daß auch viele Handelskammern bte Beschlüße bet Commission gebilligt hät^en.^ Die Herren, die sich so sehr gegen die an chrei?Beschlüffen geübte Kritik, verwahren, habm doch selbn an dem bisherigen Verfahren der Börsen eine noch vttl sch ar se^ Kritik geübt. Die Kaufmannschaften haben sich mit Recht durch die Beschlüsse der Commission und deren Begründungen beleidigt aeföblt. 3e seinsühltaer das kausmänntsche Ehrgefühl ausgebildet ist, desto mehr muß sich dasselbe verletzt fühl«, durch da« ff» in^diesen Beschlüssen ausdrückende Mißtrauen in die kaufmännische Moral. Auch durch den Antrag Kanitz will man nur eine Controlle mehr her bte Börse ausüben, weshalb wir ihn ablehnen. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antts.) ntlart, seine Freunde würben allen auf eine Verschärfung abztrienben Anträgen zustimmen. Vo. Allem also bem Anträge Fuchs (Verbot beS TermtnhanbelS in (Setrribe), in welchem der Kern ber Sanzen Sache zu suchen sei. Auch ber Antrag Kanitz zu $ 1 enthalte eine Verbesserung. Abg. Fritzen (Ctr.): Von bem Antraa Kanitz zu S 1 bi"en wir Abstanb zn nehmen, benn bas in bieser Beziehung Erforderliche steht ja schon in ff 4. RamenS meiner Freunde habe ich zu erklären, daß wir im Allgemeinen die Commissionsbeschlüsfe annehmen. Nur in einem Punkte verlangen wir eine Aenderung, nämlich mtsprechend dem Anträge FuchS, daS Verbot be« Terminhandels in ©elretbr Abg. Graf Arnim (Rp.) befürwortet ben AntragKanitz. Das Mißtrauen gegen bte Börse sei boch nicht so unberechtigt. In einem Lanbe ber Welt seien die Lieferungsbedingungen für Getreide so ungünstig für die Landwirthschaft, wie bei unS. Man hätte 1° vielleicht mit ber Börsenreform bei Berlin anfangen unb dann erst verallgemeinern können, denn, wie er zugeben wolle, feien in Hamburg und Bremen bic Verhältnisse wohl bessere, als in Berlin. Abg. Hahn (b.k.Fr.) tritt für ben Antrag Kanitz ein unb erinnert ben Abg. Barth an Fälle wie Ritter unb Blumenfelb, Cohn unb Rosenberg rc. DaS beweise boch genug für ben moralischen Standpunkt ber Probuctenbörse. Die Kundgebung auch beS ehrbaren Kaufmannes in Hamburg beweise nur, baß auch bort ent- weber die unsoliden Elemente zu großen Einfluß haben ober baß man sich bort von Berlin habe ins Schlepptau nehmen lasten. Rebner roenbet sich bann gegm ben antiagrarischen Schutzverbanb, wobei Präsident v. Buol ihn ersucht, auf S 1 zurückzukommen, und befürwortet dann ben Antrag Kanitz, burch ben Vertreter ber Lanbwirthschaft unb ihrer Nebengewerbe in bic AufstchtSorgane hinringebracht "^^^Staatssecretär v. Bötticher: Der Antrag Kanitz will Vertreter ber Landwirthschaft nicht in bic Hanbelsorgcme hineinbringen, denen die unmittelbare Aufsicht Seitens der Landesregierungen nach S 1 übertragen werden kann, sondern in die Vorstände der Producten- börsen. Wenn ich meine Meinung aussprechen darf, so gehört der Antrag Kanitz eigentlich zu S 4. So aufgefaßt, wie Herr Hahn dies gethan, müßte ich den Antrag doch für bedenklich halten. Abg. Gras Kanitz stellt fest, sein Antrag wolle, was schon im prcußischm Landwirthschastskammer-Gesetz stehe, sür das ganze Reich ermöglichen: Vertretung der Landwtrthe in den Productenbörsen. Redner zieht seinen Antrag zurück, um ihn zu 8 4 zu stellen. 8 1 wird unverändert angenommen. S 2 handelt von ben Staatscommissaren. Abg. Graf Kanitz beantragt, bic StaatScommifsare auch zu berechtigen, „den Berathungen ber Börsenorgane beizuwohnen' unb ben Börsenvorstanb nicht nur auf hcrvorgetretene Mißbräuche aufmerksam zu machen (wie bie Commission beschloßen bat), fonbern sie „zur Beseitigung ber Mißbräuche aufzuforbern". Die Befugnisse deS Staatscommiffars, so führt Rebner au«, müßten weiter gezogen werben, wenn man sich von ihnen eine Wirkung versprechen wolle. Abg. Träger (ftf. Vp.) gibt zu bebcnlen, waS benn geschehen solle, wenn bie Börsenorgane ber „Aufforberung" nicht folgen! Diese von Kanitz gewünschte Aenberung habe somit gar keinen rechten Zweck. Der ganze Staatscommiffar sei eine überflüssige Figur, bte ja boch überall auf Informationen interessirter Personen angewiesen hlmdert" hat Trettschke rine »roße Reihe tage«telittfar Schriften verfaßt, die seiner Antheilnahme an den poUni*u Streitfragen entsprangen.) Berlin, 28. April. Die Budgetcowmissi,, Abgeordnetenhauses hat da« Gesetz über die Erwritern», StaatSbahn-Netze« nnd die Einrichtung von Sornhäusern verändert angenommen. Wiesbaden, 28. April. Der Kaiser hat eine Etz. ladnvg der Prinzessin Louise von Preußen zur | am 11. Mai angenommen. Demnach wird sich der Von der FriedenSsrier in Frankfurt a. M. hierher tqeta Karlsruhe, 28. April. Durch eine 8euet«brilfc wurde der württembergische Ort Kapfenhardt bei Ps^. hei« schwer heimgesucht. 14 Wohnhäuser und eben’» Oeconomiegebäude sind ringeäscheri. , CoceUt «nd Steden, 29. April •• Da» diesjährige Zngendsest findet in Derbiot«,, dem Friedensfest bereit« am Sonntag ben 10. Ra Philosophenwald statt. DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwidi^ wehren wurde ertheilt: durch Allerhöchste Entschlie^i^ König!. Hoheit be« Großherzog« vom 21. V-.ss. > dem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zn T)ar^. Ludwig Dörr. •• IlnterstnhungSkafse der hessischen LandeS-Zrreau^m Die während de« Rechnungsjahre« 1895/96 statatrnzmq veranstaltete, nunmehr abgeschloffene Sammluv, r„ > Beiträgen zur Unterstützunglkaffe der hessischen Lat« Irrenanstalten hat ein recht erfreuliche« Ergebniß gtbde — In dem vorauSgegangenen Jahr 1894/95 wurdn, 24,458 Gebern Beiträge gespendet, dagegen belauft 'ch _• dem Jahr 1895/96 die Zahl der Geber auf 26,922, u auf 2464 mehr. Wie man sieht, hat sich die Regel, hdr der im Jahr 1874 stattgehabten Gründung ber Sasse, malS eine Ausnahme erlitt, die Regel nämlich, daß die der Geber, d. h. die Zahl der opferwilligen Freunde t Helfer der Kaffe und ihrer Bestrebungen, mit jedem folge*: Jahr wächst, von Neuem bestätigt, unb ebenso bat « h Jahr 1895/96 bie stärkste Betheeligung mit Beiträge, efc mal« in bei Provinz Oberheffen stattgefunden. »I i» theiligten sich in der Provinz Starkenburg 7967, in Mv» Hessen 6312 und in Oberheffen 12,631 Geber. ♦* Die Versammlung deS Vereins mittelrheiaischee Sy. findet am PfingftdienStag in Bad Nauheim hau. I» Vorabend werden die fremden Gäste von 8 Uhr at i großen Speifefaale be« Kurhauses begrüßt Dienßta, w 26. Mai, in ben VormittagSftunben Besichtigung ber ii» anhalten, Trinkquellen, Babehäuser, be« mebico-wecham tc Institut« u. f. w., bann Frühschoppen in ber Reftaanr« am Teichhause von 12—1 Uhr. Vorträge werden ii (L: hause von P/2 Uhr ab gehalten. Bi« jetzt Haden in Hofrath Dr. Kehrer von Heidelberg, Professor Dr. 0«lu von Marburg, Dr. PreSgen, Professor Dr. v. Aada srf Dr. Sippe!, diese sämmttich von Franksurt, Vomäzr i> gekündigt. DaS gemeinschaftliche Mittagessen findet,b4.i tm Curhause statt. Bei eintretender Dunkelheit »erben dr große Sprudel und die nächsten Parkanlagen erleuchkn. B..„ *• Für die Seueralverfammlung bei Hess. La»del Leb» im °Lanfe dieser I verein« zu Bad-Nauheim ist folgende« Programm hhgtftti Mittwoch 29. April, Nachmittag« 2‘/j Uhr, im LangSdors: Vertreter-Versammlung - Abend« 8 Uhr M in demselben Local - Donnerstag den 30. April, vomar^ b-d-ul-nd vor d-m Monat JnU -ntr-t-n. IN'/- Ubr, Haupt V°-I°mmlnng.b-n!°ll-btt Laa^ Bttlin, 28. April. Am Freitag wird trotz bet Er. " Der B-rmo,ad der staatlich» «rt«imdi öfinuna d-r G-w-rd-ausft-llung btt R-ich-tag eine Pl-n-t. -uag. E» ist ,-tzt -uigltch, ben 8et»öaen«befionH ' aefüflt Mit dem 31. Juli 1903 treten die Vorschriften im dieser Steigerung kommen vornehmlich die Invalid zweiten und Dritten Theile de« Gesetze« außer Kraft. Von AlterSverficherungSanstalten in Betracht, trotz der »r - j diesem Zeitpunkt an wird die Zuckersteuer auf 18 Mk. und rung der Zahl der Renten. Bei einer sc> - W$ro 2anbtk N 1895/96 1 ^offene gÖIaill Masse der W' !rsleuliches Srgeh- 1 Jahr 1894/95 ,;. tobet, dagegen h; _ der Geber ans 2!. W. hat fich tieS»; bten Gründung tat it Regel nämlit, Li « opstrtvMgen^ strtbungeo, M jit«. tätigt, und ebenis 1. i> i: .cringea Betrag werth. Man kann heute wohl sagen, ö ■; gegen früher zwar BteleS billiger geworden ist, aber f"it> Ist etwas verhältnißwäßig so billig, wie daß Feuer» v nsi trrungSwesen. Der Kostenpunkt kann hier auch für die b«A lensten Verhältnisse nicht in Betracht kommen. Am Mcgsten wird die Mobiltar.Feuerderficherung noch immer s ib die Landbewohner sein, und auch am nothwendigsten. -Lc Sandmann, der im Frühling und Sommer soviel auf d ist Felde zu thun hat, muß HauS und Hof oft genug der LDsul seiner noch nicht erwachsenen Kinder überlassen, und LLLibernack und frevler Uebermuth hat dann schon manches 1DM angerichtet. Auch hier gilt: Besser bewahrt, als Sldligt. _______________ 0. Nidda. 26. April. Auf der Nebenbahn Nidda» Zb>tiitrn ist durch die Wachsamkeit deS LocomotivführerS am Zv'Mtüag Abend ein Bahnunfall verhütet worden, der die schlimmsten Folgen hätte haben können. Bet dem Hsürirelsbach schen Sägewerk bemerkte nämlich derselbe etwa hinter» Schritte von der Curve entfernt, eine dunkle Masse aius bem Schienengeletse, das hier neben auf dem Fußsteig dien BiaatSstraße von Nidda nach Schotten liegt. Der Zug aindc sofort zum Stehen gebracht. Auf dem Geleise lag dieek inir Heu beladene Wagen eines Fuhrmannes aus Bisses b-ei Echzell. Ein Hinterrad der Wagens war gebrochen, rtioiurif) derselbe auf die Schienen gefallen war. Durch so- f Nrtifleö Abladen der Heues wurde der eiserne Weg bald tutfec frei, und der Zug konnte mit einer Verspätung von eiirutt l alben Stunde nach Nidda weiterfabren._______________ DermifdjtcK Marburg, 27. April. Von den bei dem Unglück auf d-Li ig-ahuhofe GunterShausen verletzten Reisenden find n«is jtoei in der Nacht von SamStag auf Sonntag gestorben. Mit Zahl der Tobten ist demnach 3, außerdem sind 6 Per- lÖ'M W)»er, 20 leicht verletzt. Frankfurt a. M., 28. April. Wie gewonnen, , o je i tonnen! Mir diesem theueren Tröste muß fich em NMpIvtzbesucher behelfen, der vorgestern am Totalisator der SW-; scheu Lebensregel, daß der Mann wetten und wagen müsse, mit einem guten Erfolge uachgekommen war, auf dem Heimwege aber den Geldbeutel mit 600 Mk. verlor. * Maauhei«. 28. April. In dem pfälzischen Dorfe Ulmet erhängte fich am SamStag der 11jährige Sohn deS Laudwirths Peter Hetderich, weil er in der Schule nicht in die nächste Klasse batte ausrücken dürfen. Verkehr, £awö» tmfc VoUrwirrhfchaft. Gieße«, 29. April. Der gestrige Viehmarkt hatte etwa? stärkeren Auftrieb als der letzte. ES mochten etwa 600 bis 700 Stück Rindvieh vorhanden gewesen sein. — Die Vtehpretse sind trotz der guten FutterauSsichten stark weichend, was wohl seinen Grund darin hat, daß in Folge der vorjährigen guten Preise die Zucht stärker getrieben wurde. — Unter dem Auftrieb waren ca. 100 bis 150 Kälber und 600 Stück Kühe Vogelsberger und Stmmenthaler Kreuzung, frischmelkend und tragend Fremde Käufer fehlten diesmal gänzlich. DaS Geschäft in Zuchtvieh ging flott. Kühe 1. Qual, kosteten 350 bis 400 Mk., 2. Qual. 280 bis 350 Mk. Maare 3. Qual-, welche überwiegend vorhanden, wurde zu sehr billigen Preisen verkauft. Der Handel in Fettoieh war wie beim letzten Markt sehr flau, trotzdem der Auftrieb hierin sehr klein war. Kühe erzielten 45 btS 50 Mk., Rinder 53 bis 60 Mk., Kälber 50 bis 55 Mk. pro Gentner Schlachtgewicht. Die Einrichtung, daß der Markt erst um 6 Uhr Morgens beginnt und der Platz so lange frei bleiben muß, bewährt sich sehr gut. Der Markt war gleich nach 10 Uhr beendet. Nächste Markttage am 12. und 13. Mai d. I. - Mannheimer Maimarkt. Wir machen die landwirtschaftlichen Leser unseres Blattes daraus aufmerksam, daß das Großh. Badische Ministerium des Innern anläßlich des am 4. und 5 Mat in Mannheim stattfindenden Pferde- und Rtndviehmarktes das Verbot der Zucht- und Nutzviehmärkte für den dortigen Platz aufgehoben hat unter Beobachlung gewisser Schutzmaß'egeln, wie sie in dem betreffenden Erlaß vom 22. April im Mannheimer General-Anzeiger mitgetheilt sind. — Eine Hauptsorge der gesammten Menschheit ist und bleibt die Sorge für das Wohlbefinden des eigenen Körpers, und mit Recht- ist er doch die Wohnung und das Werkzeug des Geistes. Wenn nun heute, wo von Sette des Staates, resp. feiner Organe in so ausgiebiger Weise auf die Hygiene der Wohnungen geachtet und in der strengsten Weise gegen Verfälschung der Nahrungsmittel vorgegangen wird, wenn dennoch in unserer Zett die Krankheiten immer mehr überhand nehmen, so können wir nicht umhin, den bauptsächltchsten Grund hierfür in unserer Kleidung zu suchen. Der Körper muß ausdünsten, er darf nicht verweichlicht werden, aber auch den Unbilden der Witterung nicht zu sehr ausgesetzt sein. Keine dieser Vorschriften wird durch dm Gebrauch unserer Oberkleidung verletzt. Aber die Unterkleidung^!! Findet man nicht fast überall noch die dicken wollenen Unterhemden, welche, besonders nach mehrmaligen Waschm, sich wie ein Panzer um die Brust legen, und nicht nur jegliche Ausdünstung des Körper- unmöglich machen, sondern infolge der Schmiere, der sich bei fchwttzmdem Körper in der Wolle bildet, sogar die Porm noch verstopfen und in den meisten Fällen ein ekelhafte- Jucken und einen noch ekelhafteren Hautausschlag zur Folge haben d Fast dmselben Fehler haben alle au» Wolle und Baumwolle angeserligten Unterkleider, da auch bei diesen die Wolle den Körper berührt. Besser schon sind die rein baumwollenen, haben aber den Nachtheil, daß sie ben Körper zu wmig vor Erkältung schützen. Welch eine Umwälzung in der Frage der Unterkleidung mußte daher durch das von Dr. Dhomalla, dtrtgirendem Arzte des Marieuhospttald in -ü”7^ L«^'chttisch,Waschcom.,Tische.Stüble, hat " Aaßig BüM Spiegel u. sonst, mehr spottbillig, i , Ihlkl^, 4181m Frankfurt a. 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