Ultz ®ern»e ertlich. ^schkttW ‘8 unb Tam & ö9' at)enb6 8 Uhr kahalle. *' E^Kraße 16, ^8 vchkrA. TV. 110,4 f *orstand. ds 8 Uhr: Alhisseitt an bt^dbtn toat m des W Leib' 4 an demselben Tag, iür unsere Mitgl^ ö Pfg- zu haben. roiBtani I. n 2. Feiertag, M Oratorium fN » 1115! Schlosser. mittags 5 Uhr, idrte. ebß CchluW. M.. 2. Patz l>0 K.. , Seltnimg 20, uni __UW rschast die ergebene I ftsführung im eHliK Bestreben sein, ik ck vorzüglichen SpW *” eichen Zuspruch. vollst LsrwsvL at. Stamv'Me^ f Itutnwtj 5, .alteoe Vei«e- t -srjügkiche M KÄS' ichtungivoll 8orger' ue 2lmtlid?cr Ltzeit. Bekanntmachung, betreffend: die Maul« und Klauenseuche zu Hungen. Nachdem in mehreren Gehöften zu Hungen die Maul« und Klauenseuche amtlich festgestellt worden, wird die- mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnih gebracht, daß Gemarkungssperre angeordnet worden ist. Gießen, am 28. December 1896. Großherzogltches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Altenstadt, Kreis Büdingen, eine größere ^Verbreitung erfahren hat, ist über Ort und Gemarkung Altenstadt Orts- und Ge- markangssperre verhängt worden. Gleichzeitig ist in Altenstadt bei einem Schweine die Rothlaufseuche festgestellt worden. Gießen, den 24. December 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Deutscher Reich. Darmstadt, 24. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gestern dem Herrn Wirkl. Geheimrath Hallwachs Exc. zu deffen 70. Geburtstag Aller« Höchtsein Bild (Photographie) mit eigenhändiger Unterschrift und in Goldrahmen durch Herrn CabtnetSrath Römheld überreichen lassen. Berlin, 24. December. Die Angelegenheit der Kopen« Hagener Sparmarken-Fälschuug nimmt immer größere Dimensionen an. Neuerdings sind verhaftet worden: der Schriftsteller Gustav Landauer, die Redactrice des „Soctalist", Rosa Bareiß, der Vergolder Hermann Leimert und mehrere Steindruckereibefitzer. Die Anklage lautet auf schwere Urkundenfälschung. Mehrere Haussuchungen haben bei Anarchisten stattgefunden. Berlin, 24. December. Die Geretteten der Iltis- Mannschaft werden am 8. Februar vom Kaiser empfangen. Berlin, 24. December. In der Familie des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe steht zu Anfang des kommenden Jahres eine seltene Feier bevor, nämlich daö goldene Ehejubiläum des Reichskanzlers und seiner Gemahlin. Das Paar wurde am 16. Februar 1847 zu Frankfurt a. M. getraut. Berlin, 24. December. Im Interesse der Garantie- fondSzeichner soll die Genehmigung zur Veranstaltung einer Geldlotterie zur Deckung des DeficttS der Berliner Gewerbeausftelluug durch Immediateingabe beim Kaiser nachgesucht werden. Berlin, 24. December. Während das „Berl. Tagebl." berichtet, daß die Untersuchung gegen den früheren Polizei- Commissar v. Tausch auch auf Majestätsbeleidigung ausgedehnt werde, welche v. Tausch durch seine falschen Berichte über den Gesundheitszustand des Kaisers verübt habe und sich die Anklage wegen Meineid auf vier Fälle erstrecken werde, wird dem „Localanzeiger" von angeblich zuverlässiger Sette mitgetheilt, daß obige Angaben nicht zutreffend seien. DaS Verhör gegen Tausch bewege sich bisher lediglich in der bekannten Richtung: Widerspruch mit der Aussage deS Dr. Levysohn und Verleitung zur Urkundenfälschung. ES bleibe abzuwarten, ob die Voruntersuchung, welche über diese beiden Punkte als nahezu abgeschlossen gelten kann, weiter ausgedehnt werde. Frankfurt a. M.,» 23. December. Die „Frkfr. Ztg." meldet aus Rom: Heute nach 12 Uhr empfing der Japst das Cardiualcollegium, das demselben seine Weihnachtswünsche darbrachte. Der Papst hielt eine längere Ansprache, in der er der Armenier gedachte und ferner sich bitterlich beklagte, daß seine gute Absicht, als geistlicher Baler Italiens tausenden tapferen Gefangenen in der Ferne Hilfe zu bringen, falsch verstanden, ja dem Hohne preisgegeben sei. Hamburg, 24. December. In der gestrigen Versamm- lung der Getreidearbeiter bot der Getreidehändler Philipp Winter seine Vermittelung zwischen den beiden Parteien bk. Seitens der Versammlung wurde eine Commission er- nennt, welche die Verhandlungen führen soll. In der Ver- [cnmmlung der Ewerführer wurde mitgetheilt, daß viele Er- satzarbeiter, vom Petersen-Quai allein 400, abgereist seien,- nur ein Ewerführer sei strikebrüchig. unb Anzeigeblatt für bett Kreis (Biegen Gratisbeilage: Gießener Jamikienblätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutssraße Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Avonnemeutspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamikienötätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt^ Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. . Gießener Anzeig er General-Anzeiger. Ausland. Budapest, 23. December. Auch „Peftt naplo" meldet, daß Kaiser Wilhelm im Frühjahr 1897 nach Ungarn kommen und den Mavövern in Kaschau beiwohnen werde. Nach Abschluß der Manöver werde der Kaiser sodann den Erzherzog Friedrich besuchen und auf dessen Gütern jagen. St. Gallen, 24. December. Der Reichsbankagent Hegele ist von seinem Vergiftungsversuch wiederhergestellt und in das hiesige Gefängniß gebracht worden. Seine Auslieferung erfolgt wahrscheinlich Anfang nächster Woche. Bern, 23. December. In den Schweizer (Santonen find bisher zu Gunsten der Armenier über 400 000 Protest- Unterschriften und fast eine Millionen Francs Unter- stützungSgelder gesammelt worden. Turin, 24. December. Auf die Aufforderung der hiesigen Univerfitätshörer an sämmtliche Studenten Italiens wurde eine Adresse an den Zaren gerichtet mit der Bitte, die neuerlich verhafteten russischen Studenten zu begnadigen. Amsterdam, 24. December. Die Polizei nahm jenes Individuum, welches nach Art des englischen BauchaufschlitzerS drei Flauen ermordet hat, fest. Brüssel, 24. December. Die erste Kammersection lehnte den Gesetzentwurf betreffend die Reorganisation der Bürgergarde mit 5 gegen 4 Stimmen und 2 Enthaltungen ab. Pari», 24. December. Bet Besprechung der vierten Bataillone behauptet daS „Echo de Paris", daß die Creditsorderungen für 1897 die Formirung von 30 Bataillonen in Aussicht nimmt. Loudon, 26. December. Oberst Grey und Oberst H. White, welche gemeinsam mit Dr. Jameson verurtheilt word-n waren, sind heute nach Verbüßung ihrer Strafe auS dem Gefängniß entlassen worden. Sofia, 24. December. Proceß Stambulow. Das Zeugenverhör wird fortgesetzt. Dr. Hakanow, der Arzt Stambulows, sagte aus, daß er im Verein mit einem Collegen Stambulow die erste Hilfe leistete, welchem sie die Hände amputirten. In den Zwischenräumen stieß Stambulow verschiedene Worte auS, so: „Man hat mich getödtet. Halju, Tüfeklschtew, Beltschew, Fürst", letzteres Wort in französischer Sprache. Der Präsident stellte an den Zeugen die Frage, ob Stambulow bei Bewußtsein gewesen sei, als die Operation unternommen wurde. Der Zeuge erklärte, die Frage sei schwer zu beantworten. Zeuge habe Stambulow gefragt, ob er wahr spreche, was dieser mit „Nein" beantwortet habe. Stambulow, sagte der Zeuge, hatte das Augenlicht verloren. Einige Zeugen sahen Halju fliehen und sich seines AataganS entledigen. Nach den Aussagen des Zeugen habe die Frau des Halju diesen, als er Abends nach dem Attentat nach Hause gekommen war, gefragt, ob er erfahren habe, daß Stambulow ermordet worden sei. Halju hätte geantwortet, dies sei keine Angelegenheit für arme Leute. Halju sei erst zwei Tage nach dem Attentat verschwunden. Zwei Gendarmen sagten aus, daß sie zwei Individuen versolgten, von denen sie eins verhafteten, ohne zu wissen, daß eS der Diener Stambulows war. Der frühere Gendarm Dimitrow gibt an, daß der Kutscher Agow im Gefängniß ausgesagt habe, Halju und Bone Georgiew hatten Stambulow beim Magazin Preslaw überfallen. Die beiden Untersuchungsrichter Georgiew und Petrow, welche als Zeugen vernommen wurden, sagten aus, daß Tüfektschiew in zwei Angelegenheiten sie in unverschämter Weise in ihrem Bureau belästigt habe. Sofia, 26. December. Im Proceß Stambulow wurde heute daS Zeugenverhör fortgesetzt. Sabina Emanuelo- witsch, bei welcher Bone Georgiew wohnte, sagte aus, daß derselbe einen Zimmercollegen unter dem Namen Mielkistew ausgenommen habe, welcher aber Haliu war. Der Lütticher Waffenhändler Simont bestätigte, daß der auf dem Thatorte gefundene Revolver von Tüfektschiew bestellt worden ist. Hierauf wurden die drei Aerzte Dr. Serafimow, Dr. Stirlin und Dr. Mihmihalow vernommen. Serafimow sagte au-, daß Stambulow am ersten Tage bet vollem Bewußtsein gewesen sei und als Frau Stambulow ihren Gatten fragte, ob er der Amputation der Hände zustimme, bejahend geantwortet habe. Dr. Stirlin bekundete, Stambulow habe ihn Dienstag Nacht an der Stimme erkannt. Nach der Aussage Dr. Serafimows war der Tod unvermeidlich, weil durch die Schläge der Schädelknochen gespalten wurde- am folgenden Tage sei durch Blutaustritt ins Gehirn eine akute Gehirnentzündung herbeigeführt worden, welche den Tod zur Folge hatte. Nachdem der Gerichtshof noch den Augenschein auf dem Thatorte eingenommen hatte, wurde das Zeugenverhör beendet. Am Montag werden die PlaidoyerS beginnen. Athen, 24. December. AuS verschiedenen Landestheileu werden Ueberschwemmungen gemeldet, die ungeheure« Schaden anrichteten. Auch find Menschenleben zu beklagen. Newyork, 24. December. Ein großer Postdampfer, den man für „Le mobile" hält, ist gegenüber Fire Island gestrandet. jBei dem furchtbaren Sturm ist es unmöglich, dem Schiffe Hilfe zu bringen. Pratoria, 24. December. Die Regierung der Südafrikanischen Republik sendet große Mengen Lebensmittel nach den von den Eingeborenen bewohnten Gebieten, in welchen HungerSnoth herrscht. Der inzwischen eingetretene Regen läßt auf eine günstige Ernte hoffen. KslffS telegraphische« Lorrespondem-Bnrca». Potsdam, 27. December. Auf dem alten Kirchhofe hat heute Mittag eine Gedenkfeier anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Geburtstages der General-FeldmarschallS v. Steinmetz stattgefunden, an welcher u. A. der Stadt- Commandant und der Bürgermeister von Potsdam, militärische Abordnungen und Vereine, zahlreiche Offiziere und mehrere Verwandte des Verstorbenen theilnahmen. Paris, 27. December. General Menedith Read, der frühere Generalconsul der Bereinigten Staaten in Paris, ist heute früh hier gestorben. Konstantinopel, 27. December. Meldung des „Wiener K. K. Telegraphen-Correspondenz-BureauS". Die Freilassung der amnestirteu Armenier hat begonnen - heute finden auS diesem Anlaß auf Anordnung deS armenischen Patriarchats im ganzen Reiche Dankmessen statt. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 27. December. DaS Kaiserpaar wohnte am ersten WeihuachtSfeiertage dem Gottesdienste bei und verlebte die Festtage im engeren Kreise der Familie mit seinen Gästen, dem Prinzen und der Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe. Berlin, 27. December. Wie in BundeSrathSkretsen verlautet, wird der Commandeur der 3. bayerischen Division, Generallieutenant Ritter von Haag, welcher bis zum vorigen Jahre bayerischer Bundesbevollmächtigter war, demnächst zum GeneralftabSchef der bayerischen Armee ernannt werden. Berlin, 27. December. Der berühmte Physiologe Professor Emil du BoiS-Reymond ist gestern früh 71/2 Uhr im Alter von 78 Jahren gestorben. Berlin, 27. December. Wie ein Telegramm auö Lorenzo Marquez meldet, hat der Zwischenfall daselbst seine Erledigung in der vereinbarten Form gefunden: Der General-Gouverneur und DistrictS-Gonverneur der Delagoa- Bay statteten mit zwei Adjutanten dem dortigen deutschen Consul einen Besuch ab. Am ersten Feiertage, Mittags 12 Uhr, wuröe die deutsche Flagge vom portugiesischen Com« mandoschiff salutirt, welchen Salut der „Condor" erwiderte. Hierauf stattete der deutsche Consul den Gouverneuren Gegenbesuche ab. Berlin, 27. December. Wie der „Localanzeiger" au8 Glatz meldet, erlitt der dort internirte Herr v. Kotze am ersten Feiertage durch einen Fall eineIerstauchung deS einen Beines. Er wurde nach dem dortigen Hotel de Rom gebracht, wo er, ohne daß er nach der Citadelle überführt werden könnte, darniederliegt. Frankfurt a. M., 27. December. Vom 1. Januar 1897 ab wird im Telephonverkehr mit Biebrich, Eltville, Hanau, Höchst, Homburg, Castel, Königstein, Langenschwal- bach, Mainz, Offenbach, Wiesbaden, Bad Nauheim, Darmstadt und Friedberg ein 3-Minuten-Gespräch mit 25 Pfg. berechnet, im Verkehr mit Bingen und RüdeSheim beträgt die Gebühr 50 Pfg., nach allen übrigen Orten 1 Mk. für je 3 Minuten. Stettin, 27. December. Die Eisverhältnisse auf der Oder haben sich sehr ungünstig gestaltet. ES ist auS dem oberen Revier eine solche Eismasse eingetroffen, daß der Fluß einem EiSfelde gleicht. Einzelne Eisschollen haben einen Durchmesser von 20 Fuß. Die Schifffahrt im oberen Revier mußte gänzlich eingestellt werden, ebenso ruht die Kahnschifffahrt vollständig. Stargard, 27. December. Am ersten Weihnachtsfeiertage, Vormittags halb 9 Uhr, find bei Glietzig zwei Personen- züge zusammengefahren. Die Maschinen und mehrere Wagea wurden zertrümmert. Mehrere Personen erlitte« Verletzungen. Der Materialschaden ist noch nicht zu Übersehen. Wien, 27. December. In dem Befinden des Herzogs von Cumberland ist in den letzten Tagen eine bedeutende Verschlimmerung eingetreteu. Mau befürchtet, daß zu den bisherigen Leiden noch eine Nierenentzündung hiozutreteu werde. Warschau, 27. December. In den letzten Tagen hat fich daS Befinden des bisherigen Geueral-GouverneurS von Warschau, Grafen Schuwalow, derart verschlimmert, daß die Katastrophe jeden Augenblick zu befürchten ist. Graf Schuwalow hat seine Entlastung als General Gouverneur von Warschau erbeten und erhalten. Rewyork, 27. December. Zwischen den großen Seen und Philadelphia herrscht enormer Schneefall. DaS Thermometer ist auf 26 Grad unter Null gefallen. Biele Personen sollen erfroren sein. Wien, 28. December. Wie daS „Neue Wiener Tgbl." von einer dem KrtegSmintfterium nahestehenden Seite erfährt, wird auch Oesterreich mit Rücksicht auf die neuen Herstell- vngen von Kanonen in Frankreich, Deutschland nicht zu- rückfteheu können. Budapest, 28. December. Die ihrem Manne durch- gebrannte Herzogin LH in ah verbrachte die WeihnachtS- feiertage in der Hütte der Eltern ihres Geliebten, des Zigeunerprimas Jauefi. Pari», 28. December. Der Biceprästdent der Kammer, Dechanei, widerlegte gestern in einer Volksversammlung zu Carmaux die collectivistischen Ideen des Abgeordneten Faures. Er suchte zu beweisen, daß der SocialismuS keine Lösung für die sociale Frage sei und führte schließlich aus, daß der SocialiSmus zur nothwendigen Folge den Internationalismus habe. FaureS, welcher von soctaltstischen Arbeitern ersucht worden war, nach Carmaux zu kommen, um die Rede DechanelS zu widerlegen, telegraphirte aus Paris, er sei wegen Unwohlseins an der Reise verhindert. Diese Entschuldigung machte bet den Arbeitern einen schlechten Eindruck. Roubaix, 28. December. Ein Mitglied deS collectivistischen Gemeiuderaths sandte au den Präfecten deS Norddepartements seine Demission mit der Begründung, er habe von den Eollecttvisteu keine Credite für arme kranke Kinder und bejahrte Arbeiter erhalten können. Belgrad, 28. December. Wie verlautet, macht sich in Folge der von der Partei Karageorgiewttsch seit geraumer Zeit in Serbien betriebenen Agitation namentlich unter der Landbevölkerung eine starke Strömung gegen die Dynastie Obrenowitsch zu Gunsten von Karageorgiewitsch bemerkbar. Zur CabinetSkrisis wird gemeldet, wahrscheinlich komme ein ventrales Eabinet Christtce-Simice oder mit dem General Mtlowan und Pawlowice an der Spitze, zu Stande. WB. Atlanta, Georgia, 28. December. Reutermeldung. Ein Etsenbahnzug stürzte von einer Brücke in der Nähe von Birmingham (Alabama) ab. Wie verlautet, wurden 177 Personen g etödtet. Bietzen, den 28. December. • » Auszeichnung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Arbeiter in der chemischen Fabrik der Firma E. Merck zu Darmstadt Georg Fried« rtch Weygandt daselbst das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" zu verleihen. • * Militärisches. Im deutschen Offizterscorps wird die Ausbildung in fremden Sprachen, namentlich in der französischen und russischen, schon seit längerer Zett syste- mattsch betrieben. Es werden alljährlich sogar besondere Stipendien an Offiziere vertheilt, um diesen die Gelegenheit zu geben, fich in dem betreffenden Lande während eines längeren Aufenthaltes eine vollständige Sprachfertigkeit zu erwerben. Neuerdings werden auch hierzu besonders veran tagte und strebsame Frontunterosfiziere zur Ausbildung in fremden Sprachen herangezogen, die fich naturgemäß auf die AufangSgründe und die Gewinnung eines auf das Noth- wendigste für den gewöhnlichen Verkehr beschränkten Wortschatzes bezieht. Diese Kenntnisse werden den betreffenden Unteroffizieren auch bet gewissen Militäranwärter-Stellen von großem Nutzen sein. * • „Licht vom Lichte", ein biblisches Weihnachtsspiel, wurde am ersten WeihnachtSfeiertage, Nachmittags 5 Uhr, in „Steins Garten" aufgeführt. Die Zuschauer, welche die weiten Räume bis zum letzten Platze füllten, folgten zwei und eine halbe Stunde lang mit gespanntester Aufmerksamkeit dem wahrhaft erhebenden Schauspiel, baß fich vor ihnen absptelte. Die Allen wohlbekannten biblischen Er- etgniffe traten ihnen mit ergreifender Lebendigkeit vor die Seele. Wir wollen hier nicht den Inhalt des Stückes wiederholen: das muß man selbst gesehen haben- dann wird man leicht die Thräne der Rührung begreifen, die in manchem Auge glänzte, namentlich als 5 jährige Kinder vor die Krippe htnknieten und dem göttlichen Kinde ihre kindlichen Geschenke unter herzigen Worten zu Füßen legten. Die Leistungen der etwa 70 Mitspielenden, die alles Lob verdienen, im Einzelnen aufzuzählen, können wir uns sparen. DaS Stück, in wechselndem VerSmaß geschrieben, ging nach einem prächtig declamirten Prolog flott über die Bretter. DaS Publikum zeigte fich für das Gebotene dankbar durch oftmals rauschenden Beifall. Zu dem Erfolg trugen nicht wenig bei die zahl« reichen stimmigen Lieder, welche unter bewährter Leitung von dem gemischten Chore musterhaft vorgetragen wurden. Die farbenprächtigen, stilgerechten Costüme, welche besonders in dem gelungenen Maffenbilde des Schluffes zur Geltung kamen, bekunden die große Sorgfalt, die auf die Aufführung verwendet worden ist. — Wie wir aus zuverläsfiger Quelle vernehmen, wird auf vielseitiges Verlangen „Licht vom Lichte" nächsten Sonntag, den 3. Januar, nochmals in „Steins Garten", zum Besten der hiesigen barmherzigen Schwestern, aufgeführt. Eintrittskarten find von Neujahr an im Vorverkauf in den Geschäfte» vo« Holterh off und Teipel zu erhalten. •• Nach dem uns von dem Vertreter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Herrn Jean Kirch in Gießen, vorgelegten QuartalSbertcht sind in der Zeit von Ende August bis Ende November d. I. 73 Personen durch Rettungsstationen der Gesellschaft gerettet worden. — An außerordentlichen Zuwendungen find eingegangev: Vermacht- »iß von Herrn Laurenz, gen. Louis Braun, in Mainz 10,000 Mk., deSgl. von Fräulein Emma Paulus, Stuttgart, 1500 Mk., vom Berliner Regatta-Verein (als Letter des WaffercorsoS auf dem Deutschen Allgemeinen Sportfeste in der Berliner Gewerbe-AuSstellung 1896) 1000 Mk. — Herrn Arthur Fitger in Bremen wurde in dankbarer Anerkennung seines wiederholt für die Gesellschaft bethätigten JntereffeS die goldene Medaille verliehen. Diebstahl. Ja einem Hause am Asterweg wurde am ersten Feiertage eine Taschenuhr gestohlen. AlS Thäter wurde heute Morgen ein junger Mensch verhaftet, der zur kritischen Zeit zu Besuch bei dem Bestohlenen fich befand. Derselbe gestand den Diebstahl ein und gab an, die Uhr in die Lahn geworfen zu haben. •* Zimmerbrand. In einer Wirthschaft in der Neustadt fiel gestern Abend plötzlich eine Petroleum-Hängelampe sammt dem Haken von der Decke herunter. Kurz nachher bemerkten die Gäste Feuer an der Decke. Der Balken, in dem der Haken war, hatte fich von der Lampe entzündet und war bereits ganz verkohlt. *♦ Aeuderuugen im gewerblichen Leben. Mit dem 1. Januar 1897 wird die neueste Novelle zur Gewerbeordnung in Kraft treten. In erster Reihe werden dann die neuen Bestimmungen über den Gewerbebetrieb im Umherziehen zu beachten sein, nach denen u. A., abgesehen von den jüngst vom BundeSrathe beschloffenen Ausnahmen für den Wein«, den Leinen-, Wäsche- und den Nähmaschinen- handel, daS Aufsuchen von Bestellungen bei anderen Personen als bei Kaufleuten oder bet solchen Personen, in deren Geschäftsbetriebe Maaren der angebotenen Art Verwendung finden, ohne vorgängige ausdrückliche Aufforderung nicht statt- finden darf. ES^kommt aber noch eine ganze Anzahl anderer Vorschriften in Betracht. Die Concesfiontrung von Privat- Kranken-, Privat-EntbindungS« und Privat-Jrrenanstalten ist erschwert. Schauspielunternehmern wird die Erlaubuiß zum Betriebe ihres Gewerbes versagt werden, wenn fie nicht den Besitz der zum Unternehmen nöthigen Mittel nachzuwetsen vermögen. Die ihnen zum Betriebe ihres Gewerbes bisher ertheilte Erlaubniß gilt nur für daS bis 1. Januar 1897 betriebene Unternehmen. Auf Eonsumvereine werden die Bestimmungen der Gewerbeordnung über den Betrieb der Gast- und Schankwirthschaft auch dann Anwendung finden, wenn ihr Betrieb auf den KreiS der Mitglieder beschränkt ist. Der Handel mit Loosen von Lotterten und Ausspielungen oder mit Bezugs- und Antheilscheinen auf solche Loose wird versagt werden, wenn Thatsachen vorliegen, welche die Unzuver- läsfigkeit des Gewerbetreibenden in Bezug auf dessen Gewerbebetrieb darthnn. Der Handel mit Droguen und chemischen, zu Heilzwecken dienenden Präparaten wird untersagt werden, wenn die Handhabung des Gewerbebetriebes Leben und Gesundheit von Menschen gefährdet. Der Kleinhandel mit Bier desgleichen, wenn der Gewerbetreibende wiederholt wegen Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen über den Betrieb von Gast- und Schankwirthschaften bestraft ist. Auf Consum- und andere Vereine werden die Bestimmungen über die Sonntagsruhe dieselbe Anwendung finden, wie auf einzelne Gewerbetreibende. Auch können die Vereine ihre Angestellten zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht verpflichten. *♦ Der Betrag der für die Raturalverpflegnug zu gewährenden Vergütung ist für daS Jahr 1897 dahin fest- gestellt worden, daß an Vergütung für Mann und Tag zu gewähren ist: für die volle Tageskost mit Brod 80 (ohne Brod 65) Pfg., für die MitragSkoft 40 (35), Abendkost 25 (20), Morgenkost 15 (10) Pfg. ** Zu Amerika verstorbene Hessen. Denver, Col., Carl Ballin, 66 Jahre alt, aus Gießen. New-Uork John Bremmer, 66 Jahre alt, auß Wendelsheim. Milwaukee, Wis., Frau Maria Bickelhaupt, geb. Metzger, 81 Jahre alt, auß Heffen Darmstadt. Blue Island, Jll., Jost Graf, 82 Jahre alt, aus Nonnenroih. Clarence, N. U., Frau Maria Magdalena Herzog, geb. Maus, auß Wallertheim. N. Nidda. 27. December. Sie haben kürzlich eine kleine Nachricht über einen Hundsproceß gebracht, der zwischen zwei Einwohnern von Echzell geführt wird. Man hat geglaubt, er ginge zu Ende, aber eß scheint noch nicht der Fall zu sein. Der Proceß zeigt, wie man es im Leben nicht machen soll, daher wollen wir Folgendes bemerken: Seit etwa anderthalb Jahren procesfiren die Leute. Von allen Seiten wurden Zeugen und Sachverständige vernommen - die Kosten belaufen sich bereits jetzt, da auch Jeder einen Rechtsanwalt hat, auf ca. 1000 bis 1200 Mk. Derjenige, der dem Anschein nach Sieger bleibt, kann wahrscheinlich hintennach auSrufen: „O weh, gewonnen!" denn er bekommt zuletzt doch eine gewaltige Zeche ans Bein. Der Proceß erinnert an einen anderen, der vor sechs Jahren in Mittel« Gründau geführt wurde und in dieser Zeitung ebenfalls als warnendes Beispiel dargestellt wurde. Ein deutsches Sprichwort sagt: „Kurze Proceffe, aber lange Bratwürste!" DaS möge sich Jeder gesagt sein taffen, der um einer Kleinigkeit willen Lust hat, zu processiren. 4- Nidda, 27. December. Die am zweiten Feiertag eingetretene helle Witterung mußte heute früh einer naßkalten Temperatur weichen, wozu fich noch Glatteis einstellte, das mancherlei Unfälle auf den Straßen verursachte, bis heute Mittag durch eingetretene« Schneefall eine weiße, leichte Decke die Fluren und Wege überzog. — In der hiesigen Gegend findet sich ein eigenthümlicher Brauch: Am Tage vor Neujahr binden viele Landwirthe während des Sylvefter- geläutes Strohseilchen um ihre Obstbaume, wa» nach dem traditionellen Aberglauben dieser Leute bewirken soll, daß die 6ehr. Bäume im nächfien Jahre viel Obst tragen. — Nach dem im größten Theil unserer Provinz geltenden gemeinen Rechte find die für HeirathSvermittelung eine Belohnung znsichernden Verträge rechtswirksam und klagbar, sofern nur im Uebrigen keine verwerflichen Mittel angewendet wurden. F. Nieder-Florstadt, 27. December. Bei unß wurden gestern sechs Hochzeiten gefeiert, eine große Anzahl für einen kleinen Marktflecken, zugleich aber auch ein Beweis dafür, daß die Neigung zum EheftandSleben auf dem Lande noch nicht erloschen ist. -n- Gettenau, 27. December. Die Weihnachtsfeier t a g e haben Ruhe auf der neuen Eisenbahnlinie gebracht. Voraussichtlich wird die Unterbrechung bis nach Neujahr dauern. Heute haben wir Glatteis in der Umgegend, wodurch schon Mancher den Boden küffen mußte. — Don Funden im sogen. „Büdrtch" ist ein Stein erwähvenSwerth, der ein Stück von einem ehemaligen Denkmal gewesen zu sein scheint. Man erblickt auf einer Kugel zwei nackte menschliche Beine, die in der Gegend der Waden abgebrochen find. Hoffentlich gelingt el, die Übrigen Stücke des Bildwerks oder doch einige Theile zu finden und dadurch das ganze Bildwerk annähernd zu ergänzen. — Die GrundtranSportarbeiten haben seither tüchtig gefördert, fodaß baß große Loch am neuen StationSgebäube in der Nähe der Horloffbrücke schon gut verfüllt ist. Die WitterungSverhältniffe in dem zu Ende gehenden Monate waren dem Bahnbau nicht ungünstig. 4- Romrod, 27. December. Die Praxis für eine« Arzt in Romrod erscheint nunmehr dauernd gesichert. Der hiesige Ortßvorstand hatte, unterstützt von sammtliche« Beamten um Subventionirung der Arztstelle nachgesucht, und hat die hohe Staatsregierung in anerkenuenßwerther Fürsorge und mit Rücksicht auf baß nachgewiesene Bebürfniß ihre Geneigtheit zur Bewilligung von 500 Mk. pro Jahr kund- gethan. Dieser Beschluß der Regierung wird hier mit ein- müthigem Dank ausgenommen. ES fehlt unß jetzt noch die Apotheke, früher war eine hier; die auf Wiedererlangung einer solchen hinzielenben Bestrebungen werben jetzt mehr in Fluß kommen. — Die Zinsen der „Frau Oberförster Bücking-Stiftung" kamen auf Weihnachten zum ersten Male zur Vertheilung an die Armen. Die Hochherzige Geb'.rin war bei Arm und Reich gleichbeliebt, ihr Andenken wird in hohen Ehren gehalten. △ Mainz, 27. December. Wie in vielen Städten, haben sich in den letzten Jahren hier die Wirthschaften mit Damenbebienung — sogenannte Animirkneipen — sehr stark vermehrt unb wurden diese Etablissements zum Theil in einer Weise geführt, daß die Polizeiorgane zum häufigen Einschreiten genöthigt find. Mehrere Strasproceffe, welche in der letzten Zeit vor den hiesigen Gerichten zur Verhandlung kamen, haben einen Einblick in baß unsaubere Treiben in solchen Wirthschaften gewährt. Selbstverständlich wurden die reellen WirthSgeschäste, die auf solide weibliche Bedienung nicht verzichten können, durch die Eoncurrenz solcher Animirkneipen stark geschädigt, indem in den letzteren mit den verwerflichsten Mitteln Geschäfte gemacht werden. Diesem Unfug entgegenzuarbeiten hat jetzt der hiesige Gast- wirthverein in die Hand genommen, deffen Vorsitzender bei der letzten Zusammenkunft diese unhaltbaren Zustände beleuchtet und darauf hingewiesen hat, daß die Herbeiführung geordneter Verhältnisse nicht lange hinauSgeschobrn werden dürfe. Man beschloß, die Behörden zum energischen Ein- schreiten zu veranlaffen und darauf hinzuwirken, daß ein Kellnerinnen« Statut erlaffen und gewiffen Stellenvermittlung»« gefchäfte, bei welchen solche zweifelhafte Kellnerinnenexistenzen Unterschlupf finden, das Handwerk gelegt werde. Mainz, 24. December. Heute Abend hat sich hier ein schrecklicher Unglückßsall ereignet. An einem Neubau am Zollhafen wollten heute nach Feierabend noch drei Arbeiter einige Kleinigkeiten vom Gerüst herabholen. Kaum waren die Arbeiter oben angekommen, als fie infolge eines schwankenden Brettes in die Tiefe stürzten. Einer der Un- glücklichen war sofort tobt, bte beide« anderen sind sehr schwer verletzt. Mainz, 24. December. Der Stadtverordnetenversammlung wurde heute eine Vorlage zur Verwilltgung von 5000 Mk. zur Vornahme von Nothst and -arbeit en unterbreitet. Am nächsten Mittwoch wird darüber beschlossen werden. • „Unser Geschäft hält 20 Baten", so erzählte der Bureauchef einer großen Actien-Gesellschaft seinem Freunde, „und keiner von ihnen trinkt Spirituosen, selbst im strengsten Winter nicht." — „Wie haben Sie daß möglich gemacht?* — „Ja, baß bewirkt eine unserer Wohlfahrts-Einrichtungen. Bei sehr schlechtem ober sehr kaltem Wetter erhalten die Angestellten bei der Rückkehr von der Tour in ber Frühstück« und in ber Deßperpause je eine Taffe Bouillon. Wir halten zu bleiern Zweck ffetß baß echte Liebigß Fleisch-Extract vorräthlg, baß ist baß beste unb von unerreichter Ausgiebigkeit, baher auch daß billigste. Warmes Wasser ist stets da, eß wird rasch zum Kochen gebracht, eine Kleinigkeit Fleisch' Extract hinetngethan (etwa auf die Taffe eine Messerspitze voll gerechnet), entsprechend Salz dazu, einmal durchgekocht, und die Erquickung ist fertig! Sie schmeckt den Leuten vortrefflich und bekommt ausgezeichnet- eß flicht nicht» Besseres zur Stärkung in der rauhen Jahreszeit." CUeratnr srnd Knnft« — Katechismus bet SlectrotechnU. Sin Lehrbuch f* Practiker, Chemiker und Industrielle von Ingenieur Tbeov" Schwartze. Sechste, vollständig umgearbeiteie Auflage mit 2öt> bildungen. In Original-Leinenband 4.50 Mark. Verlag von Weber in Leipzig. Die rasch nölhig gewordene sechste Auflage 0«' vortreff taten Buches legte dem Verfasser die Verpflichtung auf, Ebenso raschen Fortschritten der Electrotechnik Rechnung zu tragen nnd wiederum eine gründliche Ueberarbeitung deS Inhalt« seine« Buche« vorzunehmen, welche sich fast über alle Capttel erstreckt. Insbesondere sind aber der Wechselstrom an sich, sowie seine Anwendung zur Erzeugung von Mehrphasenströmen, die Electromotoren, oa« electrtsche Eisenbahnwesen und die Electrochemte durch Erwette- rung der betreffenden Capttel berückfichttgt worden. Wir zweifeln nicht, daß diese neue Auflage eine ebenso freundliche Aufnahme find« wird wie die f'üheren. Schiff-nachrichte«. Der Postdampfer „Kensington" der „Red Star Line' in Antwerpen ist laut Telegramm am 22. December wohlbehalten in New-York angekommen. Januar. Brodpreife vom 27. December 1896 bi« 10. Der hiesige« Bäcker 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod .... 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod .... 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod .... 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod .... 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod t 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod 2 Kg. (4 Pfd.) Kornbrod bei Gg. Keil 2 Kg. (4 Pfd) Roggen-Schwarzbrod bei Ernst Muth und W. Amend 8 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod 27 Pfg 54 25 , 50 , 23 , 46 w 42 , 44 , 69 , 40 44 44 66 69 Der Brodverküufer. Dieselben Preise wie bei den hiesigen Böckern. Gießen, den 28. December 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Ä x Der auswärtigen Bäcker. 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei W. Weitzel von Lang-Gön« 46 .. Wilh. Fabel von Wteseck 50 2 Kg. (4 Pfd.) SchwarzbrodbeiJoh. Kd. Belte v. Ktrch-GSn« 42 L Schmidt von Gr.-Linden 42 W.Steinmüller v. Lang-Gön« 40 L. Stetnmüller, Gr.-Linden W. Fabel von Wteseck „ G. Jacoby v. Allen-Buseck 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei G. Jacoby o. Alten-Buseck W. Fabel von Wteseck Zurückgesetzte Stoffe im Ausverkauf. Damentuch, doppelbr., halbwollen, modernste Farben ä 55 Pf. p. Mtr. Cheviots Belfort ä 40 Pfg. per Meter. 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Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Utphe für 1897/98 liegt vom 29. d. Mts. an acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht aller Jntereffenten offen. Utphe, den 28. December 1896. Grobherzogliche Bürgermeisterei Utphe. __________Schneider._________________ 11239 Älice-Schule. &MF* Beginn: Montag, den 4. Januar 1897. Anmeldungen nimmt entgegen 11222 ______________frfiulrig L. Möser, Gartenstraße 30. Enthebung von Gratuiatioustiksulhen und non Zu- sevdvng von Gratvlntionskarten;n Neujahr 1897. Wie in den vergangenen Jahren, so bitten wir auch angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels zur Enthebung von Gratulationsbesuchen und von Zusendung von Gratulationskarten für die hiesige Kleinkinder-Bewahranstalt eine Gabe spenden und einem der Unterzeichneten übermitteln zu wollen. Durch diese Einrichtung wird.der genannten Wohlthätigkeits-Anstalt eine beträchtliche wünschensmerthe Unterstützung zu Theil und durch Ver» öffentlichung der Namen der Geber noch vor Jahresschluß in diesem Blatte möge es allgemein anerkannt werden, daß Alle, die mit einer solchen Gabe ihren Namen nennen lassen, von Abstattung der Neujahrs- befuche, sowie von Zusendung der Neujahrskarten befreit find und ihrerfeits Beides nicht beanspruchen. Gießen, am 28. December 1896. Pfarrer Dingeldey. Rendant Doering. Pfarrer Dr. Naumann. Fabrikant Emil Schm all. BehördlicheAnzeigen Gr.OberheMrEiftnbahllrn Eine Partie abgängiger Materialien, als Schmiede- und Gußeisen, Drehspäne m. s. w. ist zu verkaufen. Die Bedingungen nebst Derzeichniß sind durch unser Secretariat zu beziehen, Angebote bi« zum 4. Januar 1897 hier einzureichen. Gießen, den 23. December 1896. 11221 Gr. Dtrection. Versteigerungen. Mittwoch den30.Decbr.l.I.- Nachmittag« 2 Uhr, werden im Bteker'schen Saale — Neustadt 55 — versteigert: Möbel aller Arten, 2 Hobelbänke, 1 Partie Werkholz u. v. a. 11232 «eltzter, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Dienstag den 5. Januar, Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen auf Hof Sorge bei Burg-Gemünden gegen Baar zur Versteigerung: 1 Pferd, Rappstute, 43/* jährig, trächtig, 1 Fohlen, Rappwallach, lb/4 jährig, 15 Kühe und Rinder, Holland. Schlag (März—April kalbend), 1 Paar Zugochsen, ein Bulle, 19 Stück Jungvieh, circa 200 Centner Kartoffeln, 1 Gras- und 1 Getreidemähmaschine, eine Häckselmaschine, 1 Pferderechen, 1 Ringelwalze, mehrere Wagen, Pflüge und Eggen, sowie verschiedene Wirthschafts- und Haus- geräthe. ti2i4 Jakob Klein, Pächter zu Hof Sorge bei Burg-Gemünden (Oberhessen). Oberförstern Strupbach. Montag den 11. Januar 1897, Mittags 12 Uhr, werden in der Dörr'scheu Wirthschaft zu Erda aus dem District Thalberg, Schutzbezirk Wilsbach, versteigert: Eicheu: 63 Stämme mit 73 fm und 60 rm Klafter-Nutzholz, 1. und 2. Klasse. 11213 Kaufliebhaber wollen das Holz vor Beginn des Termins besichtigen. SliiN. Schlachthaus. Freibank. 11243 Heute und morgen: Oehfensteifch licht ladenretn, pr. Pfd. 54 Ma. Feuerwerk für die Neujahrsuacht, als Frösche, Schwärmer, Silberregen, Handschlangen, Leuchtkugeln u. s. w. empfiehlt Rich. Vuchacker, 11242 Neuen Baue 11. Kaisers | Pfeffermiinz-Caramellen| sicherstes gegen Appetitlosig-W keit,Magenweh und schlech-W tem, verdorbene« Magen» ächt in Packeten a 25 Pfg. bei» A. & 6. Wallenfels und Heinr.n Wallach in Gießen. 10764W Feuerwerkskörper und beug. Alkuchtimgsariikel empfiehlt Louis Lind, 11229 Kirchenplatz 10. MÄGGT Suppenwürze ebenso HJaggt's vouifionKapsel« sind frisch etngetroffen bei 8747 Ang. Roll II., MhnhMraße. Punsch-Effen^en aller Art, Arac, Rum, Cognac empfiehlt C. G. Kleinhenn, Delicatessen-, Fisch-u. Geflügel-Handl. Mache besonders aufmerksam, daß ich neben anderen Marken auch fst. echt franz. Cognac (Marke Boyveau & Co.) Original Abfüllung mit Korkbrand und Schleife führe, pr. Flasche 2,30 u. 5 Mk. (11223 Vermiethungen. 10527) Ludwigstratze 26, vis-ä-vis der Aula, Parterrestock, 6 Zimmer mit behör, per 16 März zu vermietben. Ciu ^amilteulogis sofort zu vermiethen. 11218______Kaplansgasse 19. 112451 Lttdwtgftratze 6: zweiter Siock mit 7 Zimmern nebst Küche und Zubehör alsbald zu vermiethen, sowie Riegel- Pfad 86 «. 87 ist eine Wohnung mit 3 Zimmern und Küche, sowie zwei Wohnungen mit 3 Zimmern, Cabinet und Küche zu vermiethen. Näheres bei 8. Pfaff, Wehsteinstraße 46. Mieth-Gesuche. 11230] Dame mit Kind sucht möblirtes Zimmer sogleich zu mietben, wo möglich mit Küche oder sonstiger Gelegenheit zum Kochen. Anerbieten mit Preisangabe unter A. B. an die Expedition d. Bl. Der Hufbeschlag von 15 Pferden wird von der Gießener Omnibus-Gesellschaft für das erste Quartal 1897 vergeben. Offerten rnd bis zum 31. December auf dem Depot abzugeben. 11246 MNiehhiiMerWarktleiltk 30 Stück Rindvieh oder Pferde können zu jeder Zeit eingestellt werden. Fritz Schreiner, Bäckermeister, Lindenplatz 4. Daselbst große Scheuer und Boden, zu Lagerraum, zu vermiethen. 10353 An- u. Verkauf von getragene« Kleidern, Weißzeug, Möbeln, Betten, Gold» und Silber- fachen, Büchern, Zeitungen, Acten, Papier, Kupfer, Mesfing, Zinn Blei und Eisen. 4265 Ebenso werden Lumpen und Knoche« auf Verlangen jederzeit abgeholt durch Louis Rothenberger Wwe. Hßr* Wer schnell und billigst Stellung finde« will, verlange per Postkarte die «Deutsche Vacanzen-Poft" in Eßlingen. tädtReal- und Handelsschule (Pensionat) in Marktbreit am Main Die Reifezeugnisse berechtigen zum einjährig - freiwilligen Dienste (seit 1879). Gute Verpflegung und strenge Aufsicht in meinem mit der Schule verbundenen Pensionate. 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Noma» von Krust Leubach. „Caligulau.Ti1o."Äovellev.K.Kosenthat-Z;onin. „Unsere Krischane." Erzählung v. ßharlotte Wese. „Unter der Uinde." Äovelle von Wilhelm Jensen. „AufdemKynast." ErzählungV.A.V.Gottschassu.a. Popnlär-wissenschaftl.Beiträge hervorragender Selehrlen und Schriftsteller. Lüustlerlsche Illustrationen.— (Ein- und mehrfarbige flunilbeilagen. ■B* Die..Gartenlaube" iS lleliel>telle nrrb üerbreitrtfte Inntilicnblatt. Sir dringt wett über Deutschland iunaiio überall Inn, wo ^entMie wolinen, Man abonniert aus die „Gartenlaube" in Wodjeii-ttiimmtrn bei allen Suchhaudlungen und Postämtern für 1 Mark 75 Pfennig vierteljährlich. Durch die Buchhandlungen auch in Heften (jährlich 14) ä 50 Pfennig "der in Halbheften (jährlich 28) ä 2» Pfennig zu beziehen. probeuummern der „Cartenlaube" sendet auf verlangen gratis und franko Die Verlagshandlung: Ernst Leil's Nachfolgerin Leipzig. Aligemeine Rentenanstalt m Stuttgart. Versicherungs-Gesellschaft auf volle Gegenseitigkeit. Die mit Ablauf des 31. December l. I fällig werdenden Renten können von da an »egen Uebergabe der mit Lebensbestättgung des Mitglied« und mit Quittung versehenen Coupons ohne jeglichen Abzug bei den unterzeichneten Vertretern der Anstalt erhoben werden. Soweit ein Dioidendenanspruch besteht, entfallen auf je eine volle Mark Rente 2 Pfennig Dividende. 11215 Beitrittserklärungen nimmt jederzeit entgegen in Gietze« die Haupt» agerttur Gebrüder Zülch, Altcestraße 22, in Darmfiadt die Serieralagentrrr Ang. Berbenich, Waldstroße 20, 1. St- Lipsia Fahrräder haben sich in letzter Saison großartig bewährt und bieten viele Vortheile- 1897er Modelle find einzig schön, allen erstklassigen Rädern gleich. Ma-Mlmufactur, Kruuo Ziergiebel, z.-Lruduib. Alleinverkauf unter günstigsten Bedingungen. Wo nicht vertreten, liefere direct. 11217 Bon Morgen« 6 Uhr nmnihnÄ-VArhinrinnn 10 Pfg. bi« Abend« 10 Uhr. UuJUllullö Vt/lUlllUUUy (Aborm^nt billiger) Linie A Marburgerstraße—Babnhof und zurück. Bfvrie B Grüubergerstvaße- Bahnhof und zurück. Linie D Von und nach Meseck nach besonderem Fahrplan. 11212 Gießen, den 28. December 1896. 11249 Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag um 3 Uhr vom Sterbehaus, Schloßgasie, aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fanny Moser, geb- Hebstreit. Sigmund Moser. Georg und Theodor Hebstreit Statt lebet besonderen Anzeige. Heute Morgen entschlief sanft in dem Herrn nach langem, schweren Leiden unser lieber Gatte, Barer, Sohn, Bruder und Schwager Thomas Moser im 32. Lebensjahre. Friseuse empfiehlt sich in den neueste» Frisuren. Auch werden noch Damen angenommen. EL Schneko, 11116 Wolkengafse 7. Zu verkaufen. Villa (für eine Familie) neu gebaut und mit Centralheizung versehen, zu verkaufen oder zu vermiethen. 11236 ________Näheres bet Architect Stein. Bauplätze! 3 Bauplätze an der Ebelstraße, 16 x 25 Meter, 1 Bauplatz, Ecke Liebig- u. Ebelstraße, 22 x 25 Mtr., zu verkaufen. 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Em. . 92.50 92 65 4 bo. neue 102.— 102.- Heff.Lubwigsb. 118 30 117.90 Meininger fl. 7 22.75 <1/ Port. St.-Anl. 38.— 38.20 4 Worms.... 104.20 102.2 3 bo. r. 1885 . . 91.60 91.55 37, bo...... —.— —- - . —— Csae.-Agram . 219.»/, —.— Pappenh. „ 7 24.05 do....... 25.70 25.75 37, WormS .... 101.90 102.30 3 I bo. Erg.-Netz . 93.70 93.65 37t 1 do. unk. 1907 101.— 101.— Oest. Staatsb. 303.8/, 300.8/4 Benediger L. 30 23.55 Amt beigtlegk- Der , Montags. E Bett.: J°hr--bD- Das Großherz tu die Großh.. gemei Vir erinnern die grkbignng M Amtöb spätestens Ende l. M- Vartdviru. G Betr.: Die AuSsüh Versicherung- W Großhnz W die GrM. I Unter Lezugnahmi l. I. benachrichtigen W und AlteMerficherungi 1) Christian I Ersatzmann bi der Arbeitueh ebenda 2) Georg App mann deS Bei Arbeitnehmer ebenda 3) Adam Wer BertrauenSma an Stelle des ernannt worben ist. Bel dttreffend die Beförder reisenden auf öfterrei Mit Bezug auf 11 3* — Gießener A "achstehendrn neuen Bi Kletzen, den 23 Großherzc 4 Di. 1 Coi 2 De! 1 kck 21* tu”9 tai fiä** Von a lche abars?^ndung WitÄ »erden, @tü«S ei»e« 5 ® «4. l. K "bet Ben' atu 8 $ie $itet H Vo njj*“* «'W 7 rchwrizer. 1 JOfl^ner. !_^Miskellner. Nr. 305 Zweites Blatt. Dienstag tat 29. Derember 18»« Der Hkßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Jamitienvfäller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerak-Mnzeiger. Vierteljähriger Abonnemcntspreir: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chutkraße aSr.T. Fernsprecher 51. 21 mts* und ÜsijeiacWatt für den IJreb Giefzen chratisbeikage: Gießener Aamitienökätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Töeit. Gießen, den 24. December 1896. Betr.: Jahresberichte der Fabrikinfpectoren für 1896. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir erinnern die Rückständigen von Ihnen an unfehlbare Erledigung deS Amtsblatts vom 25. September l. I. bis spätestens Ende l. M. bet Meldung der Zusendung von Wartboten. v. Gagern. Gießen, den 23. December 1896. Betr.: Die Ausführung deS JnvalidttätS- und AlierS« verficherungSgesetzes. DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen fr* die Grstzh. Bürgermeistereien de» Kreises. Unter Bezugnahme auf unser AuSschretben vom 9. Januar l. I. benachrichtigen wir Sie, daß Seitens derZJnvalidttätS« und AlterSverficherungsanstalt ^Großherzogthum Hessen" 1) Christian Reitz, Schreiner zu Gießen, zum Ersatzmann deS BertrauensmanneS aus dem Kreise der Arbeitnehmer au Stelle des Heinrich Sauer ebenda 2) Georg Appel, Kutscher zu Gießen, zum Ersatzmann des Vertrauensmannes aus dem Kreise der Arbeitnehmer an Stelle deS Moritz EuderS ebenda 3) Adam Werner, Werkführer zu Gießen, zum Vertrauensmann aus dem Kreise der Arbeitnehmer an Stelle des Wtlh. Junker ebenda ernannt worden ist. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Beförderung der Musterkoffer von HandlungS- reifenden auf österreichischen Eisenbahnen zu ermäßigten Preisen. Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 9. Juli d. I. — Gießener Anzeiger Nr. 162 — bringen wir die nachstehenden neuen Bestimmungen zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 23. December 1896. Großherzogliches KceiSamt Gießen. v. Gagern. Ermäßigter Gepäcks'Taris für Musterkoffer von Handlungsreisendeu aus österreichischen Eisenbahnen. Für die Musterkoffer jener Handlungsreisenden, welche sich als dieser BerufSklaffe angehöreud, mit einer, den Namen deS Reisenden und dessen Firma, Anzahl und Inhalt der milgeführten Koffer, der Unterschrift deS Inhabers und die Bestätigung der competenten Behörde enthaltenden Legt- timationSkarte auSwetfen, find auf den nachstehenden österreichischen Eisenbahnen für je 10 Kilogramm und für jedes Kilometer 0.1 tr. zu entrichten: K K. österreichische Ctaatsbahueu, und zwar bezüglich jener Strecken, auf welche die „Reglementarijchen Bestimmungen und Tarife für die Beförderung von Personen, Reisegepäck, Expreßgut und Hunden im Localverkehr", gtltig vom 1. August 1896, Anwendung finden, K K. priv. Kaiser Ferdinands Nordbahu. „ „ „ Oesterr. Nordwestbahn und Südnorddeutsche Verbindungsbahn (auSnahmltch aller im Betriebe der k. k. priv. Oesterr. Nordwestbahn und Südnorddeutschen Verbindungsbahn stehenden Localbahnen und der Retchenberg-Gablonz-Tonnwalder Eisenbahn), Priv. österr.-nngar. StaatsStseubahu-Gesellfchaft, K. K. priv. Graz-Köflacher Eisenbahn- nud vergban-Sesellfchast, „ „ „ Eisenbahn Wien Aspaug, „ „ „ Böhmische Nordbahu, „ „ n AuffigTeplitzer Eisenbahn, A. priv. Boschtehrader Eifenbahn, K. K. priv. vöhmifche Commercialbahueu, K. u. k. Militärbah« Vaujaluka-Doberli». Auf den Linien der k. k. priv. Südbahu-Sefellschast (aus- nahmlich der Strecke ZapreSie Sissek), der k. k. priv. Wien- Pottenborf Wiener Neustädter Bahn, der Localbahueu Liesing- Kaltenleutgeben und Spielfeld-RadkerSburg, werden Musterkoffer von Handlungsreifenden zum Tarife für gewöhnliches Eilgut, und zwar für ungarische Strecken unter Zurechnung der 18procentigen Transportsteuer befördert. Die LegitimationSkarten find von den zur Ausfertigung derselben berufenen Behörden nach dem am Fuße gegebenen Muster aufzulegen. Diese Behörden werden dringend ein» geladen, um eine mißbräuchliche Benützung der Legitimationen hintanzuhalten, bei Ausfertigung derselben mit größter Rigorosität vorzugehen und über deren Ausgabe ein Der- zeichniß zu führen. Die Legitimationskarten dürfen auS- gegeben werden: 1. an die Inhaber protocollirter Geschäfte und deren eigene Angestellten, 2. an die Inhaber nicht protocollirter Geschäfte und deren eigene Angestellten, 3. an Handels-Agenten, welche ihre Geschäfte persönlich besorgen, insofern der Sitz der betreffenden Firma sich im Amtsbezirke der zur Ausfertigung der Legitimationen befugten Behörde befindet. Dagegen dürfen LegitimationSkarten nicht ausgegebeu werden an die Gehilfen der Handelsagenten. In Berlustfallen können als solche zu bezeichnende Duplikate der Legitimationen mit gleichen OrdnungSnummeru wie die Originale ausgegeben werden. Die LegitimationSkarten haben Giltigkeit für die Dauer eines Kalenderjahres und find bei Aufgabe von Reisegepäck am Schalter mit der Fahrlegitimation vorzuweisen. Zur Constatirung der Identität deS Besitzers hat derselbe Über Verlangen die NamenSsertiguug zn leisten. Die Bahnanstalteu behalten sich das Recht vor, in zweifelhaft erscheinenden Fällen den Inhalt der Musterkoffer zu prüfen. Die Muster müssen als solche erkennbar sein. Colli, welche VerkausSobjecte ober sonstige Gepäckstücke enthalten, find von der Anwendung der ermäßigten Gepäcklaxen ausgeschlossen. Diese, sowie eigentliche Reise-Effecten find daher bei der Ausgabe besonder- zu declartren und werden mit eigenen Gepäckscheinen abgefertigt. Auf der Außenseite jede- Musterkoffers muß der volle Name der Firma, in deren Auftrag die Reise unternommen wird, dauerhaft kenntlich gemacht sein. Die Aufschrift ein* zelner Buchstaben ober eine- SiguumS, sowie baS Aufkleben von Vtfit-, Abreßkarteu unb sonstigen ben Namen tragenden Papierstücken genügt nicht unb werben Musterkoffer, welche biesen Forderungen nicht entsprechen, von der Beförderung zum ermäßigten Gepäcktarife ausgeschlossen. ES ist jedoch gestattet, den Namen der Firma mit einem leicht abhebbaren Schuber ober Lappen oder durch eine mittelst Federdruck festgelegte Platte zu bedecken. Für Musterkoffer mit absperrbaren Schildern kann der ermäßigte Gepäcktarif nur dann Anwendung finden, wenn die Schilder bet der Aufgabe unversperrt sind und während deS Transportes in diesem Zustande verbleiben. Der Reisende ist verpflichtet, den Zug zu benutzen, für welchen die Musterkoffer aufgegeben wurden. Innerhalb einer Stunde nach Ankunft des Zuges in der BesttmmungS- sta ton ist die LegitimationSkarte vorzuweisen, um das Gepäck ausgefolgt zu erhalten oder das GepäckS-Recepisse mit dem Vermerke des erfolgten Vorweises versehen zu lassen, widrigenfalls die Gebührendifferenz zwischen dem normalen und dcr ermäßigten Tarifsätze im NachzahluugSwege eingehoben to'.rb. Jeder Mißbrauch dieser Begünstigung Hal für den Betreffenden d'.e dauernde Entziehung derselben unnachsichtltch zur Folge. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Angebot der 1 Bäcker. 1 Tapezier. 5 HauSburschen. 1 Schweizer. 7 Taglöhner. 1 Aushilfskellner- Gartenstraste 2. Vom 21. bis 23. December: Arbeitnehmer. 2 Weißbinder. 1 Schreiner. 1 Fahrbursche. 1 Pferdeknecht. 4 Dienstmädchen. 1 Comptorist. Nachfrage der Arbeitgeber. 1 Schlosser. 1 Schreiner. 1 Laufkran- 14 Lehrlinge. 10 Dienstmädchen für Haus und Küche. 2 tüchtige Pferdeknechte. 1 ältere Person zur Beaufsichtigung der Kinder. 3 Kindermädchen. Spar- und Leihkaffe Gießen. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der Interessenten, daß uns auch in diesem Jahre eine Summe zur Prämiirung von Dienstboten des Sparkassenbezirks zur Verfügung gestellt wurde. Prämien können von fünf zu fünf Jahren nur solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen können. Von Vollendung der fünf Jahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaurtritt durck Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushaltes der Herrschaft, oder durch Gründung eines eigenen Haushalts erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach vorstehenden Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs bei unserer Kasse oder der Großh. Bürgermeisterei des Wohnorts bis 3um 24. I. M. zu melden. . Gießen, am 8. December 1896. Die Direction des Spar» und Leihkassevereins. I. E.: Wiener. Spar- und Leihkaffe Gießen. Im Monat December l. I. werden bei der unterzeichneten Kasse jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag Zahltage abgehalten. Die Einleger werden ersucht, an diesen Tagen unter Vorlage der Einlagebücher ihre Zinsen in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Zinsen, welche bis zum 1. Januar n. I. nicht erhoben oder beigeschrieben sind, werden in den Büchern der Kasse ohne Weiteres zugeschrieben und von diesem Tage an verzinst. Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger im December nicht zn erscheinen, welche nur Zinsen beischreiben lasten wollen, dies kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres geschehen. Gießen, den 28. November 1896. Spar- «nd Leihkasse Gießen. 10564 Doering. Gießener Rindvieh - Affecnranz. General - Versammlung Mittwoch, den 30. December 1896, Abends 8 Uhr, bei Wirth Sauer (vormals Spies). Tages-Ordnung: Rechnungsabhör und Vorstandswahl. Hl30 Der Vorstand. &ZantzseLW^ KaiglM Bonn^erlu^Hainbu^ Alleinverkauf für Giessen bei J. Neuester Ernte ä Mk. 2,50, 3,—, 3,60, 4,—, 6— pr. r/z Kilo vorzüglichster Qualität. M. Schulhof. 9796 BehördlicheAnzeigenl Wir machen hiermit bekannt, daß der Consnm-Berein der Main- Weser-Hütte, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, mit dem 31. December l. I. kraft Generaloersammlungsbeschlüsse vom 11. und 20. November auf- gelöst ist. Gleichzeitig fordern wir die Gläubiger unserer Gesellschaft auf, sich bei der Genossenschaft zu melden. Lollar, den 21. December 1896. Der Vorstand des Consum - Vereins der Main-Weser-Hütte eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. G. Knörr. Heinr. Rain II. Ehr. Ullmann. 11iss Empfehlungen. • Preißelsbeeren, Gurken, Mix-Picles, Perlzwiebeln mss empfiehlt J. M. Schulhof. Gebe. Röhr le, Exportbierbrauerei, Giessen Qualitäten empfiehlt empfehlen ihre mehrfach prämiirten feinen Flaschen-Exportbiere: 10821 J. M. Schulhof offerirt zu billigen Preisen 10t>70 Pet. Leppla, Mrnflnbt 79. Die Flaschen werden mittelst automatischen Zinnschrotspülers durch Wasserdruck gereinigt, nicht mit Bleischrot. Berger's 197 Germania Cacao 11041 11142- in u 370 .1 E E ""^ Amt! Beko Wir bringen hierdl unter dem Viehstand d der Mhlgaffe die Ma unb das Gehöfte unter Gießen, den 28. Großherzogb Aertest 8-lffr telegrry Berlin, 28. Decem Im EentralauSfchu Koch darauf hin, daß di verkehr ungewöhnlich ho deS Vorjahres um 60 habe aber nur wenig a aus dem AuSlande feit Wechselkursen beinahe 1 Daß der Metallvorrath fei eine Folge der gr steigenden Jnanfpruchua der gewaltigen Differe der metallisch nicht gt der Anlagen zeige. 3 5 pCt. nicht besonders wiederum eine trfeblii ^oUx^xvc^t E aE Höhung des DiSconts t zunächst abzuwarten, Jahresschluß erheblich n Die Versammlung war sttzende sprach sodann n Konstanz entdeckten Ma luugen in dieser Angel, Depesche, verltv, 28. Decem. 'st der Fürst von Pl ordens ernannt worden, «c. dtkli», 28. Deren Jf heute ftüh aus Kiel j 3® Laufe dcs Bormutc k°' erüchen Kindern die Palais. 2 Mitt« Eine Ski rFrr' iuö, wie er ea «°° boxt fl|6* [J1? 'h Kein mitl1*1"- f’1Iln "°d imti **! 8m Tilck, - e »d6em fi» '« Schooß, 0"b Mil °°r Dich gewöh & S« „ bM.? A«. 306 Der Hl-tzener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamitienvlLtler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Erstes Blatt Mittwoch den 30. December 1896 Vierteljähriger Abonnementspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion. Expedition und Druckerei: Kch»tstr«ße Ar.7. Fernsprecher 51. ichener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Hratisöeitage; Hießener Aamikienökätterl Alle Annoncen-Bureaux deS In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeg«. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. AnMirher Theil. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß dem Vlehstand des Landwirths Heinrich Noll in der Mühlgasse die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und das Gehöfte unter Sperre gestellt worden ist. Gießen, den 28. Decemder 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. WslffS telegrrphifcher ^orrrwonde»r-B«rra». Berlin, 28. December. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Im CevtralauSschuß der RetchSbank wies der Präsident Koch darauf hin, daß die Anlage im Wechsel- und Lombard, verkehr ungewöhnlich hoch gewesen sei und selbst diejenige deS Vorjahres um 60 Millionen übersteige. Das Metall habe aber nur wenig abgenommen. Die RetchSbank habe aus dem AuSlande seit Anfang des Jahres bet günstigen Wechselcurseu beinahe 100 Millionen Gold erwerben können. Daß der Metallvorrath sich seitdem fast nicht vermehrt habe, sei eine Folge der großen, alle bisherigen Zahlen übersteigenden Inanspruchnahme der RetchSbank, welche sich tn der gewaltigen Differenz des Minimums und Maximums der metallisch nicht gedeckten Noten wie in der Zunahme der Anlagen zeige. Demgegenüber fei der Zinsfuß von 5 pCt. nicht besonders hoch. Obwohl beim Jahresabschluß wiederum eine erhebliche Ueberschreitung der steuerfreien Notengrenze nicht ausbleiben werde, werde eine wettere Erhöhung des DiSconts vielleicht vermieden werden. ES sei zunächst abzuwarten, ob die Spannung nicht bald nach Jahresschluss erheblich nachlassen werde, wie im Anfang 1896. Die Versammlung war hiermit einverstanden. Der Vor- sitzende sprach sodann noch von dem in der letzten Woche in Konstanz entdeckten Manco und bemerkte, daß die Erwitte- lungen in dieser Angelegercheit noch nicht adgeschloffen feien. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 28. December. Wie der „Retchsanzeiger" meldet, ist der Fürst von Pleß zum Kanzler des schwarzen Adler- ordenS ernannt worden. Berlin, 28. December. Die Kaiserin Friedrich ist heute früh auS Kiel zum W.nteraufenthalt hier eingetroffen. Im Laufe des Vormittags besuchte das Kaiserpaar mit den kaiserlichen Kindern die Kaiserin Friedrich tn ihrem hiesigen PalatS. Berlin, 28. December. Dem „Reichsanzeiger" zufolge ist dem Ftnanzminister vr. Miquel das Großkreuz deS luxemburgischen Ordens der eichenen Krone verliehen worden. Berlin, 28. December. Die AuSführungSbestimm- ungeu des Börsengesetzes find beim Aeltesten-Collegium der Berliner Kaufmannschaft eingetroffen. Berlin, 28. December. Nach Vereinbarungen mit der ungarischen Post- und Telegraphen-Verwaltung ist die Herstellung einer unmittelbaren Sprechverbindungzwischen Berlin undBudapest beschloffen worden. Die Jnbetrteb- nähme der Anlage wird zum 1. September 1897 erfolgen können. Berlin, 28. December. Dem „Local-Anzeiger" zufolge gilt es nunmehr als feststehend, daß die nächstjährigen Katfer-Manöver in Lothringen und zwar östlich von Metz stattfinden werden. Der Kaiser wird während der Manövertage auf Schloß Urville refidtren. Zahlreiche deutsche Bundesfürsten, an deren Spitze der König von Sachsen und der Großherzog von Baden werden den großen Manövern beiwohnen, btc zwischen dem 8. und 16. Armeecorps einerseits und dem 14. und 15. Armeecorps andererseits ftattfinden werden. Berlin, 28. December. Wie der „Post" aus Capstadt gemeldet wird, ist der Bacillus der Rinderpest von der bacteriologischen Station tn GrahamStown in der Cap- Colonie entdeckt worden. Professor Koch hat sich bereit erklärt, die Entdeckung einer näheren Prüfung zu unterziehen. Nach den neuesten Berichten scheint die Ausbreitung der Rinderpest zum Stillstand gekommen zu sein. Wien, 28. December. In der heutigen ersten Sitzung deS ntederösterreichtschen Landtages, welche ein vollständig antisemitisches Gepräge hatte, brachten mehrere liberale Abgeordnete Anträge auf Erweiterung des Wahlrechts ein, darunter einen solchen, wonach jeder Wahlberechtigte unter 45 Jahren eine Stimme und jeder Wahlberechtigte über 45 Jahre zwei Stimmen haben soll. Prag, 28. December. Der heutigen Eröffnung des Landtages sieht man mit großer Spannung entgegen. Die Deutschen sind entschlossen, falls die Tschechen neuerdings auf Einführung des böhmischen Staatsrechts bestehen sollten, auS dem Landtage auszutreten. Rom, 28. December. Der Vorsitzende des anti-türkischen Central-Comites, Murotti Garibaldi, ist davon benachrichtigt worden, daß in Makedonien ein neuer Auf st and bevorstehe. Auch in Creta droht ein neuer Aufstand. Beuedig, 28. December. Hier ist daS Kriegsschiff Christoph Columbus eingetroffen, an dessen Bord Prinz Ludwig von Savoyen, ein Neffe des Königs, als Osfizier eine Reise um die Erde zurückgelegt hat. DaS Schiff war 26 Monate unterwegs. König Humbert gratulirte seinem Neffen telegraphisch. Venedig, 28. December Wie auS BreScia gemeldet wird, hat die spanische Regierung in der dortigen Waffen- fabrtk 15 Millionen Patronen und 19000 Gewehre bestellt, welche bis Ende Januar geliefert werden müssen. Ferner hat Spanien für den Bau der vier in italienischen Arsenalen bestellten Dampferkreuzer solche Eile befohlen, daß bet Nacht gearbeitet werden muß. Brüssel, 28. December. Gestern traten hier zweihundert socialisttsche GemeinderathSmitglieder zu einem Congreß zusammen. Sie beschlossen, einen soctaltstischeu Verein zu gründen, welcher sich tn jedem Jahre während der Pfingsttage versammeln soll. Die katholischen Blätter befürchten, daß die Organisation der soctaltstischeu GemeinderathS-Mitglieder ebenso wie vor der französischen Revolution der Jacobiner-Club eine Schreckensherrschaft organtfiren könnten und fordern die Regierung auf, die geplanten Versammlungen zu verbieten. Brüssel, 28. December. Infolge der tuwultuarischen Auftritte während der letzten Kammersitzung anläßlich der Berathung der Civtlltste deS Königs fordern die gemäßigten Blätter eine bedeutende Verschärfung deS Kammer- Reglements. DaS „20. Siöcle" erklärt, dem Präsidenten müßten Mittel und Wege gegeben werden, um eine Wiederholung solcher gehässigen Auslassungen gegen die Königliche Familie zu verhindern. Paris, 28. December. Der frühere Ftnanzminister Doumer nahm den Posten deS General-Gouverneurs von Jndochtna an. Paris, 28. December. Einem Berichterstatter des „Temps" zufolge gab die Wittwe StambulowS folgende Erklärung ab: Mein Gemahl wußte, daß er ermordet werden sollte. OesterS hat er mir von seinen Ahnungen gesprochen. Alsdann schilderte Frau Stambulow die Einzelheiten der Ermordung ihres Mannes und klagte bitter über die Ungerechtigkeiten, welche sie von Setten der Behörden zu erdulden habe. Löudon, 28. December. Nach dem „Obferver" soll ein sensationeller Proceß wegen Verrath von Staatsgeheimnissen bevorftehen. ES sei erwiesen, daß eine fremde Regierung alle Einzelheiten über Pläne einer englischen Vertheidigung besäße, eine andere verfüge nicht nur über einen vollständigen JnvafionSplan, sondern führe auch eine Liste über alle hervorragenden englischen Kunstschätze. Konstantinopel, 28. December. Am zweiten Weihnacht-- Feuilleton. Mutter und Sohn. Eine Skizze von Hugo Klein. (Nachdruck verboten.) Es war ein kalter Herbstabend mit frostigen Sonnenstrahlen, die um die Dächer der Häuser spielten. In dem großen, etwas nüchtern auSgeftatteten Arbeitszimmer deS Raths Flemming war eS noch unfreundlicher als sonst. Der Herr Rath war eben aus dem Amte heimgekommen und saß, tote er eS gerne that, in seinem Lehnstuhl am Fenster. Bon dort ließ sich der Park vor dem Hause Überblicken mit Bäumen und Büschen, die fich gelb und roth färbten. Der Mann mit dem stillen, verschlossenen Gesicht blickte da wieder hinüber und sah zu, tote die welken Blatter von den Bäumen fielen und im Winde spielten. Am Tische inmitten der Stube saß eine alte Frau mit weißem Haar und bleichem Gesicht. Ihre Hände ruhten im Schooße. „Ja, ich werde alt und müde," sagte sie. „Indessen — Arbeit bin ich gewöhnt von früher Zeit. Gern säbe ich nur Dich versorgt, eine Frau und liebe Kinder an der Seite, die Dir das Leben schön machen könnten —" „Laß daS," sagte der Sohn mit einer abwehrenden Bewegung der Hand. „Warum?" fragte die Mutter beharrlich. „Warum soll ich daS lassen? Wenn Du wüßtest, welche Freude Du mir damit machen würbest!" Der Mann lachte bitter. „Freude?" wiederholte er. „Besonders, wenn ich eine vornehme Dame nähme, mit deren Adel Du Dich brüsten könntest, Staat machen vor den Basen und Ge- vateriunen, wie?" „Nimm, welche Du willst. Mir ist schon alles rech/," sagte die Alte. „Wenn ich Dich nur wieder einmal froh sähe nach so langer, langer Zeit." „So sprichst Du?!" klang eS mit leisem Spott zurück. Die Alte schwieg dieses Mal. „Ich verstehe," fuhr der Mann fort. „Du empfindest auch etwa- wie Reue, — Du wärest keine Mutter, wenn Du nicht versuchen wolltest, gutzumachen, wenn Dir mein Glück nicht über alleSj ginge. Leider erweist fich aber dieses mütterliche Gefühl zu spät als da- sieghafte. Und daß ich Dir'- nun einmal sage, da Du doch immer wieder dieselbe Leier spielst: ich werde niemals heirathen, niemals Frau und liebe Kinder um mich sehen, die mir „das Leben schön machen" könnten. Warum? Auch da- will ich Dir sagen. Weil ich nicht vergessen, daS Vergangene nicht begraben kann. Auch mich quält die Reue unausgesetzt, Tag und Nacht, und sie wird niemals von meiner Seite weichen. Reue — über meine kindliche Schwäche in jenen längst- vergangeneu Tagen, Reue, daß ich Deinem Hochmuth, Deiner Prahlsucht ein Wesen opfern konnte, schön und edel und jedes Glückes werth. O, wie ich sie liebte! Wie ich sie noch liebe! Wie ich sie immer lieben werde, lieben, bis zu meinem letzten Athemzuge! Und diese stieß ich hinweg, hinaus in Nacht und Unglück — Deines Dünkel- wegen. Sie ist verdorben und gestorben und ist in ihrem Elend ins Wasser gegangen. Erscheint Dir niemals ihr Rachegespenst, schrecklich und furchtbar?" „Hans," bat die Frau leise und weinerlich, „sei nicht grausam!" „Nun, mir erscheint er, mir," sagte der Mann, indem er schwer aufathmete. „Und mit Recht. Denn nur ich bin der allein Schuldige, nur ich! WaS bist Du ihr gewesen? WaS erwartete sie von Dir? Nur Feindschaft. Hat sie Dir vertraut, ihr Glück in Deine Hände gelegt? Gewiß nicht. Ich war Derjenige, der sie schützen und vertheidigen sollte, von dem sie alle- erhoffte, welchem sie ihr ganzes Herz geschenkt. O, über diese unselige Stunde, da ich mich von Dir überreden ließ, nur auS Dummheit und Schwäche, weiß Gott, nicht aus Schlechtigkeit — denn keinen Bortheil wollte ich daraus ziehen, daß ich sie von mir stieß, Deine Argumente übten keine Wirkung auf mich! ... Ein reiches, adeliges Mädchen sollte ich nach Deinem Wunsche heirathen, daS meine Carriäre fördern, mir zu Pracht und Wohlleben verhelfen könnte! Pracht und Wohlleben! WaS liegt mir daran, was lag mir daran! Meine Carriöre. ES ist zum Lachen! Ein RuhmeSzug durch verstaubte Alleen, kaum gut genug zum Broderwerb, daS soll den Ehrgeiz eines ManneS ausmachen, ein Menschenleben ausfüllen! ES wäre verächtlich, wenn eß nicht so lächerlich wäre." „Ich habe eß gut gemeint," sagte die Alte schüchtern. „Ich wußte nicht —" „Alles wußtest Du," unterbrach sie der Sohn. „Ja, Du wußtest, wie sie mir ins Herz hineingewachsen war, und doch rissest Du sie heraus. Doch wozu in den alten Wunden wühlen? Sie bluten noch, ob auch zehn Jahre fett jenem Abend verflossen find . . . Noch sehe ich die Aermste vor mir, tn ihrer ganzen Schönheit und Hilflosigkeit, mit den blonden Locken, die ich so liebte, mit den süßen Augen, die in Thränen schwammen, mit den Händen, die sie in ihrer Verzweiflung ineinander geschlungen hatte . . . Sie war so sanft und schüchtern, daß sie keinen Widerstand wagte, keine Bitte, nur ihr Blick, fragend und entsetzt, war auf mich gerichtet . . . Und ich ließ sie hinau-weisen tote eine Magd, weil sie arm war und hilflos! Und die arme Lehrerin ging, — als ich fie suchte, fand ich sie nicht mehr, fie verbarg fich vor mir, und nie mehr hörte ich etwas von ihr, Feiertage hatten die Botschafter eine längere Coufereoz über die gegenwärtige Lage. Berlin, 29. December. Der Geheime Juftizrath von WilmowSky, ein hervorragender Jurist, ist gestern g e- storben. Er hat neben andern kleinen Arbeiten im Verein mit dem ermordeten Juftizrath Levy den großen Commentar zur deutschen Ctvilproceß Ordnung herausgegeben. Berlin, 29. December. Wie ein Berichterstatter zu melden weiß, sind Schritte eingeleitet worden, den Urheber zweier Artikel in der „Zukunft", welche bei Besprechung des ProcesseS Leckert-Lützow den Gang der Verhandlungen scharf kritisieren und das Verfahren des v. Tausch zu rechtfertigen versuchten, zu ermitteln. Berlin, 29. December. Wie der „Börsen-Courier" hört, soll Herr Emil Drach, zur Zeit Mitglied deS Theaters des Westens, zum Letter des deutschen Theaters tu München be» rufen sein. Berlin, 29. December. Als Nachfolger des verstorbenen Professors DubotS-Reymond werden die Professoren Pflueger in Bonn, Herrmann in Breslau und Kaehne in Heidelberg als in Aussicht genommen genannt. Berlin, 29. December. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Hamburg: Im Hafen befinden sich 197 Dampfer und 80 Segelschiffe. Eine solche hohe Zahl von Schiffen war bisher nicht versammelt. ES werden verschiedevtliche Anstrengungen gemacht, daß das Gewerbegericht das SchiedS- amt Übernehme. Berlin, 29. December. Der „Localanz." meldet aus Kopenhagen: Der von der deutschen Polizei gesuchte Anarchist Gnoldemann, welcher in die Sparwarken-An- gelegenheit verwickelt ist, wurde in Kopenhagen verhaftet. Berlin, 29. December. Der bekannte Anarchist John Neve in Kiel, welcher zu langjähriger Zuchthausstrafe ver- urtheilt ist, ist irrsinnig geworden und, wie der „VolkS- Ztg." gemeldet wird, kürzlich gestorben. Altona, 29. December. Der Schlosser Peter, der Haupturheber des Tumults bet der jüngst abgehaltenen Frauen-Versammlung, wurde zu 15 Monaten Gefäug- ntß verurthetlt. Hamburg, 29. December. Der „Börsenhalle" zu Folge läuft das Schulschiff „Gneisenau" in einigen Wochen Tanger an. _ CocaUs unb Gießen, den 29. December 1896. ** Allerhöchster Erlaß. Nach einer Bekanntmachung im Großh. Regierungsblatt haben Se. Königliche Hoheit der Großherzog sich bewogen gefunden, die bisher unter die Categorie des Allgemeinen Ehrenzeichens entfallende Medaille für Rettung von Menschenleben von dieser Abtheilung zu trennen und fernerhin mit dem Namen „Rettungs- medaille" als ein besonderes Ehrenzeichen nach Maßgabe nachfolgender Bestimmungen zu verleihen: 1) Die Rettungsmedaille soll als eine ehrende Auszeichnung und Anerkennung für mit Muth und eigener Lebensgefahr ausgeführte Rettung von Menschenleben verliehen werden. 2) Die in Silber geprägte Medaille trägt auf der Vorderseite das Brustbild des GroßherzogS, auf der Kehrseite eine die Veranlaffung der Verleihung ausdrückende Inschrift und wird an einem durch einen blauen Streifen geschiedenen doppelt roth-weiß blauen Bande auf der linken Brustseite getragen. 3) Mit der Rettungsmedaille erhält der Empfänger ein Verleihungs- decret und einen Abdruck dieser Statuten durch Unsere Ordens« kanzlet. 4) Die.Verleihung geschieht frei von Taxen und Gebühren. 5) Gesuche um Verleihung der Medaille werden nicht angenommen. — Weiter haben Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Sich bewogen gefunden, zu dem § 2 der Statuten des Allgemeinen Ehrenzeichens folgenden ergänzenden Nachtrag zu erlassen: Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für langjährige treue Dienste oder für fünfzigjährige treue Dienste kann auch ausnahmsweise, wenn besondere Veranlassung hierzu vorliegt, am Bande des Philipps« ordenS verliehen werden. Im Falle das Allgemeine Ehrenzeichen an Arbeiter oder Dienstboten, welche eine lange Reihe von Jahren in demselben Betriebe, bezw. bei demselben Arbeitgeber oder Dienftherrn in Arbeit oder Diensten gestanden haben, verliehen wird, so enthält dasselbe die In« schrtft: „Für treue Arbeit". • * * Zur Neujahrsbrief Beförderung. Die Absender von NeujahrSdriefen werden darauf aufmerksam gemacht, daß eS zur Beschleunigung bei der poftdieuftltcben Behandlung und zur Sicherstellung einer pünktlichen Bestellung der Briefe wesentlich beiträgt, wenn dieselben mit einer deutlichen und genauen Aufschrift versehen werden. Hierzu gehört außer der Angabe deS Bestimmungsortes tu großer leicht lesbarer Schrift besonders auch die Angabe der Straße und Wohnung des Empfängers (Hausnummer). * • Befihwechsel. Das HauS Ostanlage 15, bisher Herrn Weißbindermetfter Louis Helmold gehörig, ging für den Preis von 35000 Mark au Herrn Jean Reiß aus Ltch über. • • 3m Panorama erfreut sich die „Berliner Gewerbe-Ausstellung" eines starken Besuchs. Die Bilder find von herrlicher Plastik, Schärfe und Farbeubeleuchtung. Namentlich fesseln die Ansichten von Alt«Berliu, der Verkehr am Spandauerthurm, das RathhauS mit Gerichtölaube, ferner daS Alpenpanorama, Riesenfernrohr, die Jndustrichalle mit dem Alluminiumdach, die electrische Fontaine rc., kurzum versäume Niemand einen Besuch zu dieser reichhaltigen, ab« wechselungSvollen Serie. * * Besteuerung der Zündhölzer. Die Vereinigung deutscher Feuerversicherungs-Gesellschaften hat in einer Eingabe an den BundeSrath eine Besteuerung der Zündhölzer in Anregung gebracht, hauptsächlich „um eine vorsichtigere Aufbewahrung und Benutzung der kleinen feuergefährlichen Hölzchen herbeizuführen." * • Zur Abwehr der Biehfeuchen-Eiuschleppuug aus dem AuSlande hat der „B u n d der Landwirthe" eine Petition an den Reichskanzler gerichtet. Nach dem unter dem 9. December d. IS. publizirten Nachweis des Kaiserlichen ReichS- GesundheitsamteS sind zur Zeit in 3054 deutschen Gemeinden 12098 Viehbestände verseucht. Diese noch nie zuvor beobachtete Seuchenausbreitung herrscht vorzugsweise in denjenigen Landestheilen, nach denen zur Zeit noch die Vieheinfuhr aus den überaus stark verseuchten Nachbarländern gestattet ist. Der Bund petitiouirt deßhalb, „der Herr Reichskanzler wolle auf Grund des § 4 Absatz 2 deS ReichS-ViehseuchengesetzeS vom voll- 1. Mal 1OU4 ständige Sperrung der Grenzen, insbesondere: 1. gegen die Schlachtvieheinfuhr aus Dänemark und gegen die Rindvieh« und Schweineetnfuhr aus Schweden und Norwegen, — 2. gegen die Schweine- und Geflügel-Einfuhr aus Rußland, — b) eine sofortige zeitweilige Sperre gegen die Rindvieh- Einfuhr aus Oesterreich-Ungarn, — bei den beteiligten Bundesstaaten anordnen." ** Wärmemesser im Eisenbahnwagen. Um den häufigen Beschwerden der Fahrgäste über die Heizung der Eisenbahnzüge abzuhelfen, sind jetzt die Zugbegleitbeamten der preußischen StaatSbahneu mit Thermometern ausgerüstet worden. Sie haben die Wärmegrade in den Schnell- und Personenzügen festzustellen und nöthigenfalls zu regeln. ** Zn Amerika verstorbene Hessen. New-York, Albert Eduard S eif ert, 51 Jahre alt, aus Mainz. Mascoutah, Jll., Johann Heberer, 63 Jahre alt, aus Groß-Umstadt. Springfield Township, O, Frau Agathe Fink, 60 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Waterloo, Jll., Wilhelm Erd, 68 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Seymour, WiS., Johann Georg Straub, 78 Jahre alt, aus Guntersblum. -1- Großen Linden, 28. December. Das Gießener Braunsteinbergwerk, vertreten durch Herrn Director PaScoe, schenkte auch in diesem Jahre zu Weihnachten den Betrag von 200 Mark der hiesigen Kleinkinderschule. n. Staden, 27. December. Am heiligen Abend, der in hiesiger Gegend der allgemeine Bescheerabend ist, wurden unsre Witt wen, wie alljährlich, nach der Christmette aus einer alten Stiftung durch den OrtSgetstlichen mit je 1 Pfund Kaffee, Reis, Gerste und einer Mark beschenkt. — Die Bohrung an unserem Sauerbrunnen ist noch nicht zu Ende gekommen. Das Bohrloch hat bereits eine Tiefe von 30 Metern, hat aber die tiefe Sandschicht, auf die man wider Erwarten gestoßen, noch nicht durchbrochen. Da man nur auf diese Tiefe anfänglich rechnete, und darnach die Kosten von den beteiligten Gemeinden (Stammheim, Ober- Florstadt, Nreder-Florstadt und Staden) bewilligt waren, sind für die Gewährung eines weiteren CreditS Verhand« als bis zu dem Tage, wo die Zeitungen von Elend, Unglück und Selbstmord berichteten. O!" Der Mann bedeckte mit den Händen das Gesicht und schien förmlich zusammenzubrechen. Die alte Frau schluchzte leise und wagte kein Wort des Trostes, kein Wort der Widerrede. „ES ist merkwürdig," fuhr dann der Mann nach einer Weile wieder fort, „daß ich sie mir in der SchreckenSgestalt nicht vorstellen kann, kalt und tobt, mit nassen Kleidern und feuchten Haaren, wie man sie aus dem Fluß gezogen haben mochte. Ich sehe sie nur immer vor mir, wie sie an jenem Abend war, ein Wunder von Schönheit, Schmerz und Leid in den Zügen, Frage und Vorwurf in dem Blicke. . . . Ach, es ist Rachegespenst genug! . - . Und keines Gefühls bin ich mehr fähig, nicht einmal mehr der Kindesliebe, so sehr bin ich verkommen — nur der Rene, die mit eisernen Griffen daS Herz umklammert und es zusammenpreßt, daß man aufschreten möchte. ES ist Wahnsinn, denn das Vergangene ist nicht zn ändern, ob man auch mit den Nägeln die Gräber aufscharren möchte! . . . Wahnsinn, aber man kann sich davon nicht befreien. . . . Empfindest Du auch Reue, Mutter? Nun, so trage sie, wie Du kannst. . . . Dein Thetl der Schuld ist nicht groß . . . Mußte ich thun, waS Du sagtest? Nein, nur ich, ich bin anzuklagen!" „Mein armes, armes Kind!" Die alte Frau schleppte sich zu dem Manne, schlang die Arme um ihn und weinte bitterlich. Er ließ sie eine Zeitlang gewähren. „Thräuen find ja gut, Mutter," sagte er bann, „wenn man überhaupt weinen kann. Doch gräme Dich nicht zu sehr, nicht Dein war die Schuld, auf mir lastet sie und ich trage den Gram für Zwei." Er begriff nicht, baß sie nur um ihn weinte. „Und künftig sprich nicht mehr von Dingen wie vorhin. Sie rütteln alles auf, was in mir verschlossen ruht, sie erregen mich und machen tobte Pein lebendig. Laß alles ruhen, laß versteinern . . . Nur das versprich mir, Mutter. Willst Du?" „Ich will, mein Sohn. Ich werde nicht mehr davon reden." „Gut. ... So wollen wir denn schweigen und unseren Gedanken nachgehen. . . . Schweigen ist das Beste, Mutter!'' ES war ziemlich dunkel geworden in dem Zimmer. Die Frau ging zu ihrem Großmutterftuhl zurück, manchmal hörte man von dort noch ein leises Schluchzen. . . . Der Sohn blickte wieder still zum Fenster hinaus, hinüber in den Park, auf den sich die dämmergrauen Schleier niedersenkten, und sah zu, wie der Herbstwind mit den welken Blättern spielte. lungen eingeleitet, die hoffentlich bald zum gewünschten Ab- schluß kommen. ES ist unmöglich, die Arbeiten jetzt schon einzustellen und in der Sandschicht baß Brunnenrohr beginnen zu laffen, weil eS mit bem Sand, ber durch die mit großer Gewalt auffteigenbe Kohlensäure aufgewühlt und in die Höhe getrieben wird, zu rasch verstopft würde. Die jährllcheu Reparatur- und Reinigungskosten würden die Zinsen deS noch aufzubringenden Geldes bei weitem Übersteigen. Darum hofft man hier, wo die Trinkwafferverhältnisse sehr ungünstig find, daß eS möglich werden wird, die Arbeiten zum guten Ende zu führen. Daß die Bohrung übrigens ein vollständig günstiges Resultat liefern wird, darf eben schon mit Be- stimm,heit angenommen werden, da der Kohleusäuregehalt deS Wassers mit der Tiefe beständig zunimmt und eben schon so stark ist, daß bereit» am Brunnen fest verkorkte Krüge platzten. n. Bon der Nidda, 27. December. Die heutigen ersten Morgenstunden brachten unS so vieles Glatteis, daß der Verkehr von Ort zu Ort auf daS Allernothwendigfte beschränkt bleiben mußte. Heute Mittag machte gelinde Luft und fein rieselnder Regen daS EiS glücklicherweise rasch wieder mürbe und die Wege passirbar. Auf diesen sah man Mittags dann die aus dem Dienst gehenden Knechte und Mägde, deren Dienstjahr hier noch vielfach mit dem dritten Feiertag beginnt und endigt und der daher den bezeichnenden Namen „Bündels Geburtstag" hat, mit ihrem Gepäck auS dem alten in den neuen Dienst ziehen. Das Dienstjahr geht hier an manchen Orten indessen auch von Petritag zu Petritag. -h- Aus dem Nidderthale, 28. December. Einer Familie in Höchst a. d. Nidder, Fischer mit Namen, ist die Freude am herrlichen Weihnachtsfeste dadurch sehr getrübt worden, daß dieselbe unmittelbar vor den Festtagen einen bedauerlichen Un glücksfall erleiden mußte. Der Ernährer der Familie war im nahen Walde mit Holzfällen beschäftigt, als plötzlich ein zum Umreißen vorbereiteter Baum fiel und den nichts ahnenden Arbeiter, welcher sich in der Nähe befand, zu Boden warf. Der Unglückliche wurde von her nieder- stürzenden Last mit solcher Wucht getroffen, daß er außer einem erlittenen Beinbruch und schweren Verwundungen am Kopf und den verschiedensten anderen Theilen deS Körpers, jedenfalls auch innere Verletzungen davongetragen hat. Er wurde sofort auf einem Wagen nach Hause gebracht, wo auch bald der Arzt zur Stelle war. Der Verunglückte liegt schwer krank darnieder. n. Friedberg. 27. December. Die Actievzu cker- fabrik „Wetterau" konnte die diesjährige Campagne bereits vor Weihnachten beenden, weil da» übernommene Rübcn- quantum da schon verarbeitet war. Friedberg. 28. December. Heute Mittag zwischen zwölf und 1 Uhr gerietst der Locomotivheizer Schuch unter seinen abfahrenden Güterzug. Dem Unglücklichen, welcher Frau und Kinder hinterläßt, gingen die Räder über die Brust und trat der Tod sofort ein. • Frankfurt a. M., 27. December. Die glücklichen Gewinner bet der Weseler Lotterie sind in große Aufregung versetzt. Die Collectenre haben die Gewinne, falls ihnen ein entsprechender Nachlaß gewährt wurde, sofort auS- bezahlt, als die Ziehung erfolgt war. Nun ist diese für ungiltig erklärt worden, und die Collecteure verlangen ihr Geld zurück. Die Gewinner, meist arme Leute, besitzen es vielfach nicht mehr, sondern haben eß nützlich im Haushalt und zur Bezahlung der Schulden verwendet. Emer der hiesigen Collecteure verliert auf diese Weise Mk. 15000, ein anderer Mk. 3000. * Eine unverhoffte Weihnachttfreude hat der Kaiser den Zöglingen des Waisenhauses in Vörde (Westfalen) bereitet. Zwei Zöglinge dieser Anstalt hatten nämlich vor Kurzem an den Kaiser ein Bittgesuch mit folgendem Wortlaut abgesandt: „Lieber Kaiser! Die meisten Jungens in unserem Waisenhause möchten gern das Blasen lernen, aber unser guter Hausvater Multhaupt hat kein Geld, uns Instrumente zu kaufen. Daher bitten wir Dich, die abgelegten Hörner einer RegimentScapelle zu schenken, so viel zu dem Chor nöthig sind. Wir grüßen Dich herzlich. Zwei Jungens aus dem Waisenhause." Dieses sonderbare Schreiben wurde vom Civilcabinet dem General-Commando in Münster zugestellt, welches dasselbe dem Inspektor der dortigen Waisenanstalt, Pfarrer Topp, zur Begutachtung vorlegen ließ. Nach eingehendem Bericht durch den Letzteren und Befürwortung deS Gesuchs hat der Kaiser jetzt die Bitte der Zöglinge erhört,- denn seit einigen Tagen laufen zur großen Freude der Zöglinge von allen nur möglichen Regimentern Blasinstrumente und Noten im Waisenhause zu Dörde ein. * Für heirathslustige Damen eröffnet die nachfolgende, einem Localblatte zugegangene Zuschrift deS Unteroffizier- CorpS der 3. Schwadron deS in Gleiwitz garnifonirenden Ulanen-Regiments angenehme Aussichten: Auf den Artikel „Ledige Schwadron" erlaubt sich da» Unteroffiziercorps der geehrten Redaction Folgendes mitzutheileu: ES ist richtig, daß kein Offizier oder Unteroffizier verheirathet ist, wohl aber ein in diesem Herbste eingestellter Rekrut, welcher Frau und zwei Kinder besitzt. Auch find in dem Corps Unter- offiziere, die schon eine ansehnliche Reihe Dienstjahre vorüber haben und welche gesonnen sind, sobald als angängig dem Hafen der Ehe znzufteuern, was ihnen aber nicht möglich ist, da eS an der dazu nötigen Damenbekanntschaft fehlt. Vielleicht gelingt eS auf diese Weise, dieselbe zu gewinnen, und empfangen wir ernstgemeinte Anerbietungen von Damen mit Freuden, damit wir nicht mehr mit „ledige Schwadron" genarrt werden. * Leipzig. 24. December. Ein schwerer Unglück»« all ereignete sich heute Nachmittag im benachbarten Zwei- naunSdorf. In der Eisengießerei der Gebrüder Sternkopf daselbst waren Former und Gießer nebst dem Besitzer Der Vorausch! liegt vom 30. d. M auf unserem Büreau Saubringen Großh! Die Einlagen Ttaufenberg, E. 3*/i pCt. verzinst. Staufenberc Der D 11266 Geil •öS? uod eiucn » ffä* tia? wirb d-r ,-srS'S ff bit I«;ble ® j M« ®«klt fii hin um ei"""' btt @"b »(träge Im Am'ibl» Bfo |o fiel Seberm auf, btt Pt mi* ", dn «Hielte betheiil gtatiftilen jemäS be 3000 weibliche Perl« oberSßittoen. Efe »o pMen 3 Mi«!™ tlnen ganj Wonbete Alii nÄ* Beginn Anmeldunge h Gießener Gene: Mittwoch, bet bei ! Tages-Ordn 11130 •Wri. ",C- d°P EWilvg M stcktzWGi gehende» nnboon gufenbung Ol Kleinkij ‘ine ®a6e fpenben un der |K hrtwx /fotnen net ihrerseits "ßen, Qm 2ß »in-elde; -—— ( 11251 Bice-Schule Mäuse und Ratten Versteigerungen SWT Beginn: Montag, den 4. Januar 1897. Anmeldungen nimmt entgegen 11222 Fränkin L. 41öser, Cartcnstraße 30, Holzversteigerung der Aromatische | Empfehlungen. R. Scheel 10430 Qualität, empfiehlt 10154 Emil Fischbach. Probire „Maisflocke!“ in bekannter vorzüglicher Qualität empfehlen billigst 10345 Enthebung nun Gratulationsbesuchen und nm Zn- sevdung von Gratnlatiousbarten;n Uenjahr 1897. Der Rechner. Benzler. rm // // // // Möbel-Transport Job. Kessler Sonnenstr. 5, Giessen. Eigenes Fuhrwerk. 1897, Vormittags 9*/, beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, im District Neuhege, versteigert werden: 147 Kiefern - und Fichtenstämme mit 62,85 fm, 54 Fichtenstangen mit 6,33 fm, Großherzogliche Bürgermeisterei Daubringen. ___ Walter. Seltersmg 87 6 Zimmer, Bad, Mansarde, Veranda, Gartenantheil re., wegen Wegzug des Herrn )r. Knoblauch per 1 April event. früher zu vermiethen. Gießener Rindvieh -Affecnranz. im Gießener Stadtwald. General-Versammlung L *“ ° 3"*“' Mittwoch, den 30. Deeember 1896, Abends 8 Uhr, bei Wirth Sauer (vormals Spies). Hoihftmn Kochkäse mit Kümmel L Pfd. 40 Pfg. io366 PH.8ahr,D.Mpsmolkerei 10780] Trockenes Buchen und Tannen-Breuuholz empfiehlt Jakob Rinn XV., Heuchelheim. ^BehördHcheAnzeigeng Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß unsere Gerichtsschreibereien für die Rechtsuchenden täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von Vormittags 10—12 Uhr geöffnet stnd. Wer dagegen, ohne vorgeladen zu sein, einen Richter sprechen will, hat sich hierzu Mittwochs — Vor- mittags — einzufinden. Gießen, den 24. December 1896. Großherzogliches Amtsgericht. Lan germann. Gießen, am 28. December 1896. Pfarrer Dingeldey. Rendant Doering. Pfarrer Dr. Naumann. Fabrikant Emil Schm all. Caviaa*, grobkörnig, mild gesalzen, Extra- E. Seuling, mech. Strickerei, Wetzsteinstraße 45. empfiehlt in den neuesten Formen 11063 Wilh. Herbert. la. Flaschenbier aus der Brauerei Bichler, per >/, Flasche 18 Pfg. und 4 " dto. 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Das von C. von Franken herauS- gegebene Handbuch über die Kunst des Briefschreibens hat eine so wohlwollende Aufnahme in allen Gesellschaftskreisen gefunden, daß. sich die Verlagsbuchhandlung genöthtgt sah, in schon verhältnißmäßig kurzer Zeit nach dem Erscheinen eine neue Auflage dieses ebenso praktischen wie anmuthig und elegant geschriebenen Buches zu veranstalten, und wir sind gewiß, daß auch diese neue, wesenlltch erweiterte und verbesserte Auflage vielen ein Helfer in der Noth werden wird. „Wie schreibe ich meine Briefe?" ist nämlich keineswegs ein Briefsteller im üblichen Sinne des Wortes; die Hauptbedeutung des Werkes liegt in den jedem Capttel beigegebenen Anleitungen und Anweisungen für correcte und gewandte Abfassung aller Correspondenzen, die der gesellschaftliche, familiäre, geschäftliche und amtliche Verkehr mit sich bringt. Die zahlreichen (mehr alS 200) Musterbriefe, die dm verschtedmsten Personen, Anläsfm und Vorkommnissm angepaßt sind, dimm hauptsächlich dazu, die gegebmen Rathschläge zu tllu- striren, und sind so geschickt abgefaßt, daß an ihrer Hand Jeder seine eigenen Briefe für den speciellm Fall leicht nachbilden und sich selbst zum guten Stllisten und flotten Briefschreiber heranbilden kann. — Der Anhang von mehr oI6 hundert sorgfältig gewählt«, vielfach ganz neuen Album- und Stammbuchversen wird dem Buche für Viele etnm besonderen Reiz verleihm. Wir können das seitens der Verleger prächtig ausgestattete Buch als eines der practtschestm und nützlichsten Geschenkbücher aufö Wärmste empsehlm. LMpla In *rrrtd|tn Jaudfcta LtMItzttin. Opernha«». Mittwoch dm 30. December, Nachmittags 3»/,Uhr: Schön- cl ärch en. Donnerstag dm 31. December, Nachmittags 31/, Uhr: Schönclärchen. Abmd» 7 Uhr: Hochzeit des Figaro. Freitag dm 1. Januar, Nachmittags 3Vi Uhr: Schönclärchen. Abends 7 Uhr: Tannhäuser. Samstag dm 2. Januar, Nachmittag« 3Vi Uhr: Schönclärchen. Abend» 7 Uhr: Martha. Sonntag den 3. Januar, Nachmittag» 3Vt Uhr: lSchönclärche«. Abmds 7 Uhr: Heimchen am Herd. Montag dm 4. Januar, Nachmittags 3«/, Uhr: Schönclärchen. Schauspielh««». Mittwoch dm 30. December: Der Pfarrer von Ktrch- seld. Donnerstag dm 31. December: Alt-Frankfurt. Freitag dm 1. Januar, Nachmittags 3*/i Uhr: RosmerSholm. »bmdS 7 Uhr: Die Ehre. SamStag dm 2. Januar: Renaissance. Sonntag dm 3. Januar, N.chmtttags 3«/, Uhr: Bürgerlich und romantisch. AbmdS 7 Uhr Renaissance. Montag dm 4. Januar: Die Ränder. an, ‘gen. Amts- ttnb Anzeigeblirtt für den Ttveis Gieren. 11256 Die Gießener Aamitiengtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Bierteljähriger Avounemeutspreiar 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. ( Redaktion, Expedition und Druckerei: , -chukstrahe Nr.7. Fernsprecher 61. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. «mehr. Abends 8 Uhr ^eib: 11234 Vorstand. 107.- ism. 30 fen t Rente „knoten dto. 88.50 96,60 126.50 171.- 179.- 169- 132.— telweer onal . Silberrevte en ritbank s.D. itt fuettto imane ltbank 114.- 143.— 317- 222.— 104.50 S3bS 86.- 26.- 87.- 99.60 91.50 59.60 100.- & Ttlberreote jotd-Rente feien p** dyvu luerei Essighans, im Abonnement. Da» oöblirt, zu vermiethen, tchtungSvoll ». Stahl. , P««, oerjttati'Srauentlinil 8öS 101.55 2610 93.60 1887 30j3 „ 10150 Anitenb. Obl. «SZZ ZSSS- cht 1896- estraße). 10608 HFliT chratisöeikage: Gießener Aamilienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Abonnements^Einladrmg. Zum Bezug des „Gießener Anzeiger" für das 1. Vierteljahr 1897 laden wir hiermit ergebens! ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Werse zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrich- ten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem Laufenden. Unterstütztdurch an allenOrtender Provinz O b e r h e ss en ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so fÄhzeittg wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar- tikün ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familierrblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärttge Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Januar den Anzeiger kostenfrei zu- gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie setther, den Anzeiger Wettersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). Amtlicher Theil. Gießen, den 24, December 1896. Betreffend: Die Zeitschrift: DieJnvaliditätS-und Altersversicherung im Deutschen Reich. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen sm die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Die im Verlag von I. Diemer in Mainz erscheinende Zeitschrift „Die Invalidität-- und Altersversicherung im Deutschen Reich" hat mit dem 1. November d. I. ihren 7. Jahrgang begonnen. Ursprünglich aus das Gebiet der JnvaliditätS- und Altersversicherung beschrankt, hat die Zeit- schrift seit dem 3. Jahrgang ihre- Erscheinen- ihr Programm auf die Besprechung wichtiger Fragen de- Krankeuversiche- rungsgesetze- ausgedehnt und ist dieselbe der ihr gestellten Aufgabe, auf eine richtige und gleichmäßige Durchführung Md Weiterbildung der Gesetzgebung auf dem Gebiete der Invalidität-- und Alter-- und Krankenfürsorge hiuzuwirken, t« vollem Maße gerecht geworden. Dabei hat diktRedaction t- sich angelegen sein lassen, namentlich auch den Gemeindebehörden und Rechnern von Krankenkassen auf Anfrage unentgeltlich Rath [nnb Belehrung zu ertheilen. Um da- Jntereffe an dem fraglichen Unternehmen bei den mit der Ausführung der gedachten Gesetze befaßten Organen wach- zuhalren, weisen wir die Bürgermeistereien der größeren Landgemeinden, sowie die örtlichen Organe der Invalidität-- und Altersversicherung auf das Abonnement der Zeitschrift hin. Die letztere erscheint monatlich zweimal 'und kostet bei Franeozuseudung 8 Mark jährlich. __v. Gageru. teeelee ptookyfe«*». > Gieße», den 29. December. **V.A. Wesen und Bedeutung der sog. Wartezeit in der Invalidität-- und Altersversicherung wird noch vielfach verkannt. Sie ist von größter Wichtigkeit für die Invaliden- und AlterSrentenansprüche, sowie für die Er- stattuugsansprüche. Da- Gesetz gibt Anspruch auf Rente nicht jedem Versicherten, der invalid wird oder der 70 Jahre alt wird, sondern eS verlangt, daß der Betreffende auch eine zeitlaug versichert war und Beiträge gezahlt, somit einigermaßen einen Gegenwerth geleistet hat. j)iese Zett ist für Jnvalidenrentenansprüche allgemein 235 Wochen- für Altersreutenansprüche ist sie vorläufig und bi- 1921 veränderlich und richtet sich nach dem Geburtstag des Versicherten- je mehr Jahre ihm am 1. Januar 1891 an 70 Jahren fehlten, desto größer ist die Wartezeit. Erst von 1921 ab ist die UebergangSzeit des Gesetze- in dieser Beziehung vorbei und die Wartezeit beträgt gleichmäßig 1410 Wochen. Die Wartezeit für die Invalidenrente muß nicht in einem bestimmten Zeitraum zurückgelegt werden- nur müffen innerhalb vier Kalenderjahre stets mindesten- 47 Wochen erbracht werden. Für die Regel wird die Wartezeit zurückgelegt durch Bei- tragSleistung und Markenverweudung auf Grund von ver- ficheruugspfltchtiger Beschäftigung. Solcher werden aber gleichgeachtet volle Krankheit-Wochen, wenn die Krankheit mit Erwerbsunfähigkeit verbunden war und der Betreffende an Fortsetzung seiner Arbeit durch sie verhindert wurde - desgleichen die Wochen, während derer der Betreffende seine Wehrpflicht in Heer oder Marine erfüllt. Ebenso gelten Marken, welche zur freiwilligen Fortsetzung des Verfiche- rungSverhältuiffeS verwendet find. Wer vorübergehend oder dauernd aus dem BeschäftigungSverhältutß auSscheidet, kann nämlich die Versicherung durch Verwendung von Marken fortsetzen. ES besteht vielfach die Meinung, Zeiten, während derer infolge von Wetterverhältniffen oder dergleichen die Arbeit ausgesetzt werden müßte, könnten ohne Weitere- angerechnet werden- da- ist irrig- ob die Arbeitslosigkeit und Unterbrechung mit oder ohne Schuld des Arbeiters eiutritt, ist einerlei - nur die freiwillige Markenverweadung kann solche Zeiten anrechnungsfähig machen. Dieselbe muß aber rechtzeitig geschehen. Ein Maurer z. B., der im November die Arbeit etnstellt, muß diese Markenverwendung spätesten- bei Ausnahme der Arbeit im nächsten Frühjahr vornehmen - find erst wieder auf Grund der Beschäftigung Marken verklebt, so ist die Lücke nie mehr auszufüllen. DieS ist bet vielen Rentenanträgen von entscheidender Bedeutung zum Nachtheil des Gesuchstellers gewesen. Ferner kann nach Eintritt der Invalidität und deS 70. Geburtstag- für die frühere Zeit keine freiwillige Versicherung mehr stattfinden. Ein Invalider scheidet aus jedem VerficherungSverhältniß au-, sodaß er weder in einer versicherung-pflichtigen Beschäftigung stehen, noch sich freiwillig weiter versichern kann. Wer also bei Eintritt der Invalidität die Wartezeit von 235 Wochen noch nicht erfüllt hat, kann sie in Zukunft nicht mehr erfüllen, es sei denn, daß er wieder erwerbsfähig wird. Kann er aber Nachweise», daß er in früherer Zeit in einem bestimmten, Versicherungs- Pflichtigen Berhältniß gestanden hat, für welches die Markenverwendung unterblieben ist, so kann ausnahmsweise eine nachträgliche Markeuklebung stattfiuden. — Die Invalidenrente wird gegeben 1. vom Eintritt der dauernden Erwerbsunfähigkeit ab oder 2. bei vorübergehender Erwerbsunfähig- leit vom Ablauf der 52. Woche ab. Jener Zeitpunkt ist daun gegeben, wenn die Hoffnung schwindet, daß der Betreffende noch zu Vb des ortsüblichen Tagelohnes erwerbS- fähig werde. Schwindet erst im Verlauf einer Krankheit diese Hoffnung, dann wird der vorher liegende Theil der Krankheit in die Wartezeit eingerechnet. Im 2. Fall werden die 52 Wochen KrankheitSzeit angerechuet. Bet der Altersrente waltet bezüglich der Wartezeit ein Unterschied ob. Wer am 70. Geburtstag die gesetzliche Wartezeit noch nicht erfüllt hat, kann, wenn er noch nicht invalid ist, durch Beitrags- letstung auf Grund von Beschäftigung oder freiwilliger Versicherung die Wartezeit noch in Zukunft allmählich erfüllen - er bekommt dann die Altersrente von dem Tage ab, an welchem die erforderliche Markenzahl vorhanden ist. — TS ist nun noch die sog. Selbstverficheruug zu erwähnen, dazu sind berechtigt Betriebsunternehmer, die nicht regelmäßig mindesten- einen Lohnarbeiter beschäftigen und Hausgewerbetreibende, jedoch nur dann, wenn sie noch nicht 40 Jahre und noch erwerbsfähig find. Die Hausgewerbetreibenden der Tabaks- und Textilindustrie find versicherungspflichtig und kommen also hier nicht in Betracht. Wer e- mit seiner Versicherung ernst meint, muß sich bemühen, die Wartezeit rasch zu erfüllen. △ Rieder Ohmen, 28. December. Die mechanische Schlofferwerkstätte deS Herrn Walther dahier hat elektrischen Betrieb mit elektrischem Lichte eingeführt. Bereit- auf da- Weihnacht-fest konnte die Lichtstation in Thätigkeit treten. Eine weitere elektrische BeleuchtuugSaulage wird demnächst, wie schon gemeldet, da- Mühlwerk des Herrn Neeb hier erhalten. Nachdem so da- elektrische Licht seinen Einzug im Ohmthal gehalten, steht seine weitere Anwendung in sicherer Aussicht. Namentlich find e- die mit starker Wasserkraft versehenen Mühleu, die mit verhältnißmäßig geringen Kosten sich in den Besitz der wunderbaren Lichtquelle zu setzen verwögen. -§- Sellnrod (Kr. Schotten)', 28. December. Eine schlimme Weihnachtsbotschaft erhielt der hiesige Geflügelhändler Frei. Sein erwachsener Sohn, welcher in Schalke aus der dortigen Zeche „Wilhelmine Victoria II und HL* als Tagesarbeiter beschäftigt war, gerteth so unglücklich zwischen einen Waggon und die Schiebebühne, daß ihm der Brustkorb eingedrückt ward und der Tod auf kbcr Stelle eiutrat. § «uS dem Kreise Alsfeld, 28. December. Zu den früher gemeldeten, theilweise mit dem Tode verbundenen Unfällen, die sich beim Holzmachen im Walde zngetragen, ist ein abermaliger Unfall zu reihen. Derselbe betraf den Holzmacher A. Müller aus Ratnrod. Eine Birke, mit deren Fällen dieser beschäftigt, fiel auf ihn, zerschmetterte ihm da- Schlüsselbein und verletzte die Wirbelsäule. Der Verunglückte wurde in die Klinik zu Gießen gebracht. pehördncheAnzeigen Wir machen hiermit bekannt, daß der Coufum-Vereiu derMaiu- Wefer-Hütte, eingetragene Ge nossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, mit dem 31. December I. I. kraft Generalversammlungsbeschlüsie । vom 11. und 20. November aufgelöst ist. Gleichzeitig fordern wir die Gläu« biger unserer Gesellschaft auf, sich bei der Genosienschaft zu melden. Lollar, den 21. December 1896. Der Vorstand des Cousum - Vereins der Maiu'Weser-Hütte eingetragene Genosienschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. G. Knörr. Heinr. Rain II. Chr. Ullmann. hiss Mittwoch den 30 Derbr.I.I, Nachmittag? 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale — Neustadt 56 — versteigert: Möbel aller Arten, 2 Hobelbänke, 1 Partie Werkholz u. v. a. 11232 «eitzter, Gerichtsvollzieher. Empfehlungen. Feuerwerkskörper und beug. Kklenchtungsartikel gänzlich gefahrlos, empfiehlt Louis Lind, 11229 Kirchenplatz 10. A. Li. Mohr ’sche FF-Margarine im toefätnaä nnb »ährwerth gleich guter Butter empfiehlt per Pfund 70 Pfennig uns W. M. Noll, Ederstraße. Cognac, Arrae, Rum, Punfchessenzen, Bowleufrüchte, Apfelsinen empfiehlt 11139 J- IW, Schulhof- Ä Bücklinge 6 Stück 25 Pfennig. =■■■ 1 11140 I. M. Schulhof. Gemüse. Erbsen Erbsen mit Earotten Stangen »Spargel Krech-Spargel. Obst. 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Ferner ziehen die „W- M." in den Kreis ihrer Besprechungen: Die Pflege der Obstbäume, Blumenzucht, Vieh-, Geflügel- und Singvögelzucht, Haus- wirthschast, Fischerei, Bienenzucht, Gesundheitspflege. Gewinnen werden Sie an Erfahrung und bedeutenden Nutzen wird Ihnen die geringe Ausgabe des Abonnementspreises von 60 Pfg. im Quartal bringen. So lesen Sie doch bitte die „W. M." und Sie werden das Vorgesagte bestätigt finden. Jeder Landwirth, Gärtner, Viehzüchter, wer nur immer ein paarObstbäume besitzt, ein Gärtchen bebaut, ja wer nur einige Blumenstöcke oder Blattpflanzen im Zimmer oder auf dem Balkon treibt, wer Hühner, Tauben, Kaninchen oder dergl. hält; die Hausfrau rc. rc. sie alle sollten die in Mannheim erscheinende Fachzeitschrift „Wirth- schastliche Mittheilungen" lesen. Auch dem Unterhaltungs- bedürfniffe tragen Die Wirtschaftlichen Mittheilungen in umfassender Weise Rechnung. In dem beigegebenen Unterhal- tungSblatt der „Erzähler" erscheinen die neuesten Werke der hervor, ragendsten zeitgenössischen Autoren- Abonnements für das 1. Quartal 1897 nehmen schon jetzt alle Postanstalten und Briefträger zum Preise von 50 Pfg. entgegen. Gn- getragen in der PostzettungspreiS» liste Nr. 7570. Man verlange Probe-Nummern. Wirksamstes Znfertious Organ für Anzeigen aller Art infolge der allgemeinen Verbreitung über ganz Deuttchland. Ärztlich empfohlen. In allen Preislagen . Flasche von Mk. 1.80 an empfiehlt Ad. Geisse, Giessen, am Kreuz. 1823 Zahnbürsten, Nagelbürste«, al# eitl hl E°°S mb .ff °l>h« n JtaB Hm 9 ®lb' leine n. ‘ ”• Är oiibitorei, ,(F Per'/, M «ALSO ,, ", Miü'/.M W ZMsk«, Ron ood Cognac. 1414 Kalkhof, West- Zhnmennane, iei M, Ferres, i > brauche man AM'- ?m EmalyptvS «'M. tenlbotil, »tWW* l für Erwachsene mb W» Muggrobartiz.-Borschr. SNSNK TÄÄ u.« «>* ei.'"' 1 “ ' ich empfohlen' allen Preislage" - e Von Mk. 1.80 ’» empfiehl ieisse.G'«88» ,m Kren». 1823 ^rb683/ Wt?. 307 EEes Blatt« Donnerstag den 3! December 1896 ichener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger Rkdaction, Txprditiaa und Druckrrei: SchukstratzeAr.7. Fcrnsprkcher 51. Diertkljährigev Abonncmcntsprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AamikienVkäkler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hießener Kamikienötätter. Alle Annonccn-Bureaux dcS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgrge«. Lhril. Bekanntmachung. In der Gemeinde Kombach, Kreis Biedenkopf, ist die Maul« und Klauenseuche auSgebrochen und Gehöft« und Ge« markungSsperre angeordnet worden. Gießen, den 29. December 1896. GroßherzogltckeS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Die Maul« und Klauenseuche zu Niedercleen (Kreis Wetzlar) ist erloschen. Die angeordneten Schutzmaßregeln find wieder aufgehoben worden. Gießen, den 29. December 1896. GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Die s. Zt. zu Dorn-Asseuhetm, Ober-Eschbach und Nieder-RoSbach ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist wieder erloschen und find die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben worden. Gießen, den 29. December 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutsches Reich. Darmstadt, 29. December. Gestern Nachmittag fand eine von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin im Alten PalaiS veranstaltete Weihnachtsbescheerung für 12 arme Familien, welche zum Theil mit zahlreicher Kinderschaar erschienen waren, statt. Ihre Königliche Hoheit, in deren Begleitung sich die Hofdame Freitn v. Rotsmann und Kammerherr v. Frankenberg befand, geruhten Sich an der Bertheilung der Gaben zu bethetligen und aufs leutseligste mit den Beschenkten zu unterhalten, welche nach beendeter Feier dankersüllt mit ihren reichen Gaben die vom Christbaum bestrahlte Stätte des Wohlthuns und Segens verließen. — Heute fand in Gegenwart Seiner Königlichen Hoheit des GroßherzogS Hofjagd auf Sauen, sowie weibliches Rot- und Damwild im Kranichstetner Wildpark statt, zu welcher u. A. geladen waren: Se. Durchlaucht der Fürst zu Ysenburg-Büdingen, Se. Durchlaucht der Fürst zu SolmS« Lich, Se. Durchlaucht der Fürst zu Jsenburg-Btrstein, Se. Erl. der Graf Georg Albrecht zu Erbach-Erbach, Se. Erl. der Graf Adalderr zu Erbach-Fürstenau, Se. Erl. der Erd« graf zu Aftnburg Meerholz, Se. Erl. der Erbgraf zu SolmS« Laubach, Se. Erl. der Graf Arthur zu Erbach-Erbach, Se. Erl. der Graf EltaS zu Erbach-Fürstenau, Se. Erl. der Erbgraf Alexander zu Erbach-Schönberg. Nach Beendigung der Jagd wurde im Kranichstetner Schloß das Frühstück eingenommen, an welchem auch Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin theilnahm. Darmst. Ztg. Steuerte AiretzrßehchsMo Wslffv telegraphisches Corresponbenz-rvaresL. Hamburg, 29. December. lieber den Verkehr im Hamburger Hafen gibt ein von der „geit" mitgetheilteS geschäftliches Rundschreiben Auskunft, das von einem Speditionsgeschäft in Hamburg eben versandt wird. ES finden fich darin folgende Stellen: „Im großen Ganzen ist es möglich, nach England alles mit ziemlicher Sicherheit wegzuschaffen. Bet allen Süden über See ist mit kleineren Verzögerungen zu rechnen, bet einigen Linien mit größeren Verspätungen. Nach Brafilien, Argentinien finden die Abfahrten mit Verspätungen von einigen Tagen statt, Chili und Westküste ebenfalls mit einigen Tagen Verspätung. Der Verkehr mit Englisch-Indien läßt zu wünschen übrig und gehen die Dampfer mit größeren Verspätungen ab, dagegen ist via London stets prompte Gel^enheit auf directem Connoffement. Die neuen angestellten Arbeiter find zumeist ungeübt und können den Verkehr nicht in derselben Zeit bewältigen, als die alten Schauerleute, daher entstehen die vielen Verzögerungen. Segelschiffs Verkehr ruht fast ganz, da es infolge des EwerführerstrtkeS nicht möglich ist, Güter Längsseite der Segler zu liefern, und werden alle Segler große Verspätungen haben. Infolge der Güteranhäufungen, Ueberfüllung der Katschuppen, ferner infolge des starken Andranges auf der Kaibahn und des oft knapp werdenden Fuhrwerkes find in vielen Fällen Mehraufwendungen und Extrakosten nicht zu vermeiden. Paris, 29. December. DaS „Journal" meldet: Im Hinblick auf die eingreifenden Modificationen, welchen das Artillerie-Material binnen Kurzem unterzogen werden soll, behält der General Deloye die Dtrection der Artillerie« Bau-Abtheilung im Kriegsministerium bet. London, 29. December. Nach einer Meldung des „Daily Chrontcle" aus Newyork soll der allgemeine englisch-amerikanische SchiedSvertrag vor einigen Tagen abgeschloffen und Lord Salisbury telegraphisch mit« gethetlt worden sein. London, 29. December. Wie der Correspondent deS „Daily Chronicle" in Rom erfährt, soll die spanische Re« gterung bet den Cabinetten in London, Paris und Rom angesragt hab^n, welche Haltung sie tm Falle eines Krieges zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten etwa einzunehmen gedächten. Darnach hätten Frankreich und England erklärt, daß fie außer Stande seien, eine end- giltige Antwort zu ertheilen- Italien habe das Anerbieten gemacht, zur Herbeiführung eines freundschaftlichen Uebereiu- kommens behilflich zu sein, ohne jedoch Spanien Unterstützung gegen die Vereinigten Staaten zu versprechen. Der Corre- spondent erfährt ferner, daß auch mit anderen europäischen Cabineten fortdauernd Unterhandlungen schweben. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 29. December. Wie die „Kreuzztg." erfährt, ist in unterrichteten Kreisen nichts davon bekannt, daß der Kaiser beabsichtige, im nächsten Frühjahr nach Palästina zu reisen und auf der Rückreise über Odessa fich nach Petersburg zu begeben. Berlin, 29. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betreffend die Kündigung und Umwandlung der 4procentigen consolidirten Staatsanleiheferner das Gesetz wegen Aenderung des Gesetzes vom 3. Juli 1876 betreffend die Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen, sowie eine Bekanntmachung des Finanz- Ministers betreffend die Umwandlung der Schuldverschreibung der 4procentigen consolidirten Staatsanleihe in eine 371* procentigc. Berlin, 29. Decmber. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ist die Nachricht, der jetzt auf der ostasiatischen Station befindliche Kreuzer „Prinzeß Wilhelm" werde im Frühjahr Ostafien verlaffen, um den Schutz der deutschen Jntereffen in Südamerika zu übernehmen, sei verfrüht - vorerst sei der Etat noch nicht bewilligt, eS stehe also noch nicht fest, ob die Absicht, die südamerikauische Station zu besetzen, ausgeführt werden kann und ferner sei noch nicht zu übersehen, ob nach dem Abgang der Iltis ein Schiff im Falle der Etatsbewilligung disponibel sein wird. Berlin, 29. December. Heute Nachmittag 21/, Uhr hat unter zahlreicher Betheiligung die Beerdigung des verstorbenen Professors Dr. Dubois-Rehmond stattgefunden. Die Trauerfeier wurde im Hörsaale des physiologischen Instituts, wo der Sarg aufgebahrt war, abgehalten, zu derselben waren u. A. erschienen : CultnSminister vr. Bosse, der Rector der Berliner Universität, die Professoren Virchow, Mommsen, v. Leyden, ferner Abordnungen von Studenten mit ihren Fahnen. Nach Beendigung der Trauerseier wurde der Verstorbene nach dem Kirchhofe der französischen Gemeinde überführt. Ungemein zahlreiche und werthvolle Blumenspenden wurden am Sarge niedergelegt. Berlin,29. December. Die deutsch-russische Zoll- Feuilleton. Die Sylvester-Polonaise. Humoreske von Arno Schnütgen. (Nachdruck verboten.) Sylvester war. Im Geschwindschritt machte fich das alte Jahr auf die Strümpfe, nachdem tß dem Erdeuvolke noch einmal, zum letzten Male, die Lichter angezüadet und zur Zubereitung deS AbschtedStrunkes ihm die Herdfeuer ge- scbürt hatte. ES hatte damir feine Schuldigkeit grthan und konnte gehen. Und die wackeren Söhne und Töchter der Mutter Erde thaten ihm Bescheid. Lachend und scherzend gruppirten sie fich um die dampfenden Punschbowlen, ließen ihre Gläser erklingen und sangen dem Scheidenden frohe Lieder nach. Aber sie hatten die lachenden und leuchtenden Blicke mit weit größerem Interesse dem herantänzelnden neuen Jahre zugewandt, als dem daooneilenden, und ihr Singen und Klingen war mehr ein hoffnungsfrohes „Willkommen" an dieses, als ein dankensfreudiges Lebewohl an jenes. Einer jedoch nahm nicht Theil an diesem Sylvester- Sang und «Klang: Herr Johann Jacob Pistel nämlich, der Inhaber der Firma Gebrüder Pistel, Großhandlung m Bodenerzeugnissen und Düngesalzen. Mutterseelenallein unb in fich versunken stampfte er auf dem weichen Smhrnateppich seines dunklen Wohnzimmers hin und her. Ihm hatte das scheidende Jahr keine Lampe mehr angezündet, selbst daS Feuer auf seinem Herde hatte eS zu schüren vergessen- und doch galt fein Denken nicht dem neuen Jahre, sondern ihm, dem alten, und — den achtunddreißig Vorgängern, welche eS während seiner Lebenszeit gehabt. Mit dem Kalenderjahre zugleich schloß nämlich Johann Jacobs Lebensjahr. Für andere Menschenkinder würde solches Zusammentreffen deS Geburtstages mit dem Neujahrs- tage ein Anlaß zu doppelter Ausgelassenheit gewesen sein. Aber Johann Jacob war eben kein anderer Mensch Schon die Thatsache seiner Ankunft hatte etwas Sonderliches im Gefolge gehabt. „Durch die Geburt eines kräftigen Jungen wurden hocherfreut Gebrüder Pistel," so wörtlich hatte fie Oheim Jacob, der Bruder unb GeschästStheilhaber seines VaterS, in Vertretung des letzteren der staunenden Welt mit- getheilt, zum Gaudium der halben Stadt, welche diese Art der Anzeige natürlich mehr dem Sylvefterpunsch, als der Freude über seine glückliche Ankunft aufs Conto geschrieben hatte. Das Zeitungsblatt mit dieser Ankündigung lag noch in Johann Jacobs Schreibtischschublade, wohlverwahrt, und der junge Großhändler in Bodenerzengniffen unb Düngesalzen fühlte sich versucht, bieS kostbare Anbeuten an ben ersten Sylvester seines Erdendaseins einmal wieder aus seinem Versteck hervorzuholen. Aber er hatte ja kein Licht unb seinen Dienstboten hatte er erlaubt, ihren Sylvester- Vergnügungen nachzugehen, ba mußte eS unterbleiben. „Hahahaha, Du lieber, guter, alter Ohm!" Herr Johann Jacob nahm seine Teppichstampferei wieder auf. Bei CommerzteurathS über ihm wurde eS laut. Tische und Stühle wurden gerückt, Füße trappelten, Gläser klangen, Lachen, Lieder, Hochrufe drangen in feine Einsamkeit. Es war eine zahlreiche Familie ba oben, Kaufleute, Gelehrte, Militärs, Söhne unb Töchter, Schwiegersöhne unb Schwiegertöchter und KiudeSkinber. Aber fie störten ben Einsamen nicht. Er schaute dem Flackerscheine zu, ben bie Straßenlaternen auf seine reichbemalte Zimmerdecke Hinspielen ließen, unb obwohl er wußte, baß über ihm Maienschöue unb LenzeSfrische in herrlichster weiblicher Verkörperung lachten unb scherzten, sandte er feine Gedanken in bie neununddreißig Jahre feines Lebens spazieren, einsam, traumverloren. Wie seine Geburt der Welt einst durch die Firma angezeigt worden war, so war er auch später als „Sohn der Firma" vom Onkel Jacob erzogen worden unb zwar als einziger Sohn, denn seine Eltern waren bald nach seiner Geburt gestorben und der Ohm unvermählt geblieben. Herr Johann Jacob weinte den Entschlafenen eine WehmulhSthräne nach- auch dem alten Ohm widmete er eine solche, denn dieser hatte gleichfalls bereits feit einigen Jahren die dunkle Pforte ins Jenseits überschritten. „Hoch! Hoch! Hoch!" jubelte es wieder von oben her in des Großhändlers einsam-ernste Todtenfeier hinein. Helles Silberlachen mischte fich darein und Stühlrücken nebst Fuß« getrappel gab ben Baß bazu. „Sylvefterpunsch!" Aus Johann Jacobs Stirn erschienen ein paar Runzeln der Verdrossenheit, Er kannte die meisten der Herrschaften, welche über ihm beisammen waren, mit einigen verband ihn sogar geschäftliche Freundschaft, und von allen durfte er fich geehrt und geschätzt wissen. Er wußte auch, von welch reizvollen Lippen das helle Silberlachen kam, das zu ihm her- nieberbrang, fie hatten ihn schon oft bei ben zufälligen Begegnungen auf der Treppe das lieblichste Lächeln sehen und einen melodischen Gruß hören lassen. Dennoch flüsterte er in fich hinein: „Unsinniger Radau!" zündete sich zugleich eine Cigarre an und trat an daS Fenster. Draußen war eß weiß geworden. DaS scheidende Jahr streute seinem Nachfolger flimmernde Demantflocken. Fröhliche Menschen eilten nach rechts und links. Ein paar Knaben schn-eballten sich untereinander nnd die Vorübergehenden lachten laut auf, wenn einer getroffen war. Auch daS verdroß den einsamen Beobachter am Fenster. Er trat wieder inS Zimmer zurück und nahm die Teppich- stampferei von Neuem auf. Er war durchaus kein „Philister", der Herr Johann Jacob Pistel- er konnte im Gegentheil sogar recht heiter Confer enz hat, wie verlautet, ihre Arbeiten nahezu beendet. In der morgigen Sitzung soll da- Schluß Protokoll zur Verhandlung kommen. Die russischen Delegieren gedenken bereits am 3. Januar nach Petersburg zurückkehren zu können. Berlin, 29. December. Die Berat Hungen des BundeSrathS sollen in der nächsten Woche wieder auf« genommen werden. Wie die „Post" vernimmt^ ist dem Buudesrath jetzt durch den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe der Entwurf eines Gesetzes über daS AuSwanderungSweseu zur Beschlußfassung zugegangeu. Bonn, 29. December. Georg von Bunsen wurde gestern in der hiesigen Familiengruft bei gesetzt. Oberpräsident Raffe wohnte der Trauerfeier bet. Der Kaiser und der Großherzog von Baden hatten kostbare Kränze gewidmet. München, 29. December. Im zweiten großen H a b e r e r - vrozeß, der gestern vor der Strafkammer des Königlichen Landgerichts München II begann und in dem 59 Burschen angeklagt find, in der Nacht vom- 22. September 1895 in der Gegend zwischen Aptng und Peisch ein Haberfeldtreibeu abgehalten zu haben, wurde heute Nachmittag 4 Uhr das Urth eil gefällt. Die Angeklagten wurden zu Gefängniß- strafen von 2 Monaten bis zu 2 Jahren 9 Monaten ver- urtheilt. 22 Berurtheilteu wurde die Untersuchungshaft angerechnet. St. Gallen, 29. December. Der Constanzer Reichsbank- Agent Hegele ist heute Vormittag den badischen Polizei- beamten übergeben worden. Rom, 29. December. Der Papst soll, wie „Voce della verita" erfahren haben will, zu den Offizieren des ehemaligen päpstlichen Heeres, die ihm ihre Glückwünsche anläßlich des bevorstehenden Jahreswechsels darbrachteu, die Aeußerung gethan haben, er hege die Hoffnung, Alle bald wieder in ihrer alten Stellung zu sehen. Loudon, 29. December. Der „Globe" führt bei Besprechung der Lage in Südafrika aus, Deutschlandmüffe fich darüber klar werden, daß der geringste Versuch seinerseits, England aus seiner vorherrschenden Stellung in Südafrika zu verdrängen, sofort zum Kriege führen werde, dem England ruhig entgegeusehe. Wenn Deutschland den Krieg vermeiden wolle, müffe eß seine feindliche Politik und Haltung gegenüber der colonialen Ausdehnung Englands aufgeben. Oran, 29. December. Der Gemeinderath beschloß, alle israelitischen Gemetndebeamten ihres Postens zu entheben. ____________ Berlin, 30. December. Das „Berl. Tagebl." meldet aus London: In der vorletzten Nacht fielen vor dem Palast des irischen Vtcekönigs zwei Schüffe. Die Wache trat sofort unter Gewehr und constatirte, daß sich die Soldaten des Doppelpostens vor dem Thore duellirt hatten. Die Duellanten blieben unverletzt. Hamburg, 30. December. Gestern wurden 165000 Mk. Strikeg elder auSgezahlt. Viele Arbeiter verzichteten freiwillig auf die Unterstützung. Auch das Altonaer Amtsgericht ordnete die Auslieferung der eingezogenen Strike- gelber an. Daß Schöffengericht verurtheilte einen Schauermann wegen Belästigung zu zwei Monaten Gesängntß. Hamburg, 30. December. In Folge deß Nebels wurde gestern ein Schlepper mit Ersatzleuten durch einen Dampfer überrannt. Ein Stauer ertrank. Die Situation im Hafen ist unverändert. Hamburg, 30. December. Mehrere Berichterstatter wurden gestern bet ihrer Hafenrundfahrt angehalteu und zur Hafenwache gebracht, wo sie nach Aufnahme der Personalien wieder entlasten wurden. München, 30. December. Daß „Mtlitär-Verordnungß- blatt" meldet die Ernennung deß bisherigen Commandeurs der 3. Infanterie-Brigade, General-Major Ritter von Lobenhoffer, zum Chef des Generalstabs der Armee. fein. Aber — er war allein, vereinsamt. Als „Sohn der Firma" ohne Mutter und ohne Schwester, kurz, ohne liebende weibliche Sorgsamkeit aufgewachsen, hatte er nur ihr gelebt bisher, just wie sein Oheim eS auch gethan hatte. Uud obwohl ihm dieser ost gerathen: „Junge, laß die Gebrüder Ptstel nicht auSsterben!" hatte er nichts gethan, diesen Wunsch zu erfüllen. Kein liebendes Weib waltete zarten Sinnes um ihn her, kein Kind schmückte sein Heim- er war vereinsamt. Vereinsamt, und morgen sollte er sein vierzigstes Lebensjahr beginnen. Ein leiser Zug wehmüthiger Resignation legte sich um seine Lippen. Er war reich, sein Name hatte guten Klang, die geschäftliche Verbindung mit seiner Firma galt sogar als Vorzug und Empfehlung. Er war auch ein ganz leidlicher Mann, groß, stattlich, gesund und „gebildet" — bet diesem Gedanken lächelte er spöttisch auf — man sah ihn gern in den Gesellschaften und die Damen feierten ihn geradezu. Sein Heim hatte er mit vornehmer Gediegenheit auögestattet, er war in der Lage, eine größere Anzahl Gäste in demselben zu empfangen, als über ihm jetzt beisammen war, uud doch befand er sich allein darin, allein, trotz seiner vierzig Jahre. „Hm---1" Der Großhändler warf sich in einen Lehnstuhl an dem Kamin uud schloß die Augen. „Hm---!" „Bim, bim, bim---" fing sein Regulator zu schlagen an. „Nun?!" Johann Jacob wollte zählen. Da fielen die Glocken von dem nahen Kirchthurme mit dröhnenden Accorden ein: „Birnbaum! Btmbauml Btmbum — bambaum!" Und in demselben Augenblicke entwickelte fich auf der Straße ein ohrenzerretßender Lärm. „Profit Neujahr! Profit Neujahr l" - «ms pssMsiOMss. Sießen, den 30. December. •• Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 28. December der Präsidentin des Alice-VereinS für Fraueubtldung uud Erwerb, Frau Marie v. Hombergk zu Vach zu Darmstadt, das Ritterkreuz 1. Klasse des LudewtgS-OrdenS zu verleihen. ** Der BerwaltuugSbericht der Großh. Bürgermeisterei Sieben für daß Rechnungsjahr 1895/96 ist erschienen und wird demnächst unsere Stadroerordneten-Dersammlung beschäftigen. Erweitert ist diesmal der stattliche Baud durch einen Verwaltungsbericht über die Armenpflege Gießens. Der Bericht erwähnt einleitend die in der Zusammensetzung der Stadtverordneteu-Versammlung durch Ausscheiden von Mitgliedern und Neuwahl solcher eingetretenen Veräode- rungen; die Stadtverordneten - Versammlung bestand am Schluffe deß Berichtßjahrß außer dem Oberbürgermeister, und den drei Beigeordneten, aus 30 Stadtverordneten; fie hat in 24 Sitzungen 612 Gegenstände verhandelt - au den Sitzungen nahmen im Durchschnitt 22 Stadtverordnete und jeder Stadtverordnete an 17 Sitzungen Theil. Wie immer, so waren auch im Berichtsjahre die Deputationen und Commissionen, in deren Berarhungen eigentlich der Schwerpunkt der für die Stadt wichtigen BeschlÜffe liegt, stark beschäftigt. Es verhandelte die Baudeputatton, die Commission für Feuerlöschwesen uud die Friedhosscommisfion in 29 Sitzungen über 647 Gegenstände, die Finanzdeputation in 18 Sitzungen über 62 Gegenstände, die Deputation für daß Gaß- und Wafferwerk in 10 Sitzungen über 87 Gegenstände, die juristische Commission in 7 Sitzungen über 32 Gegenstände, die laudwirthschaftlicheCommisfion in 9Sitzungen über 33Gegen- stände, die Schuldeputation in 4 Sitzungen über 11 Gegenstände, die Deputation für die Märkte tu 1 Sitzung über 1 Gegenstand, die EtnquartierungScommisfion in 1 Sitzung über 3 Gegenstände, die Commission zur Prüfung von Gesuchen um Concession zum Branntwein Außschank in 17 Sitzungen über 54 Gegenstände, die Vorschlags Commission in 5 Sitzungen über 10 Gegenstände, die Armendeputation in 23 Sitzungen über 1618 Gegenstände, der Schulvorstand in 6 Sitzungen über 32 Gegenstände, daß Curatorium der höheren und erweiterten Mädchenschule in 5 Sitzungen über 22 Gegenstände. Der P ersonen- Verke hr auf den einzelnen Bureaus der Bürgermeisterei betrug nach den an monatlich zwei Tagen vorgenommenen Zählungen im Durchschnitt täglich auf der Bürgermeisterei 55, auf dem Standesamt 22, dem ArmenAnt 24, dem Bureau für JnvaltdttätS- uud Altersversicherung 40, dem Gewerbegertcht 2 Personen. — Das Gew erb egerich t hatte fich mit 100 Fällen zu beschäftigen; von diesen erledigten sich 38 durch Vergleich, 31 durch Erlaß eines Versäumntßurtheils, 7 durch Klagezurücknahme, die übrigen auf andere Weise. 87 Procent aller Klagen wurden ohne Heranziehung von Beisitzern er- ledigt. ES wurden 105 Termine abgehalten und zwar durch den Vorsitzenden an 45 SitzungStagen 88, durch denselben mit Beisitzern an 8 SitzungStagen 17; von den Arbeitgebern wurden erhoben 12, von den Arbeitnehmern 88 Klagen; von den Arbeitgebern gingen 9 auf Wiederaufnahme der Arbeit, 3 auf Entschädigung, die 88 Klagen der Arbeitnehmer lauteten in 3 Fällen auf Herausgabe des Arbeitsbuches, in 5 Fällen auf ZeugnißauSstellung, in den übrigen Fällen auf Ent schädigung in der Gesammthöhe von 2116 Mk. 05 Pfg., wovon ihnen 1417 Mk. 56 Pfg. zugesprochen wurden. — An GerichtSkosten sind erwachsen 68 Mk. 95 Pfg., an Vergütungen für die Beisitzer 32 Mk. — Sühne- versuche auf Grund § 420 der Strafproceßorduung wurden in 106 Beleidigungssachen abgehalten; in 27 Fällen gelang eine Einigung der Parteien, in 7 Fällen wurdr der Antrag zurückgezogen. — Die von der Bürgermeisterei besorgten Geschäfte der Jnvaliditäts- und Altersversicherung bezogen fich auf 2290 bei 1150 Arbeitgebern beschäftigte Personen; an Marken wurde der Betrag von 18,902 Mk. 94 Pf. verwendet. Im Genuß der Alters- heulre, kreischte, brüllte eß Überall. Daß alte Jahr war hinüber, ein neues hatte seinen Lauf angetreten und der Janhagel beglückwünschte fich zu diesem Ereigniß in seiner Weise. — Der Lärm beleidigte Johann Jacobs Empfinden. Er sprang von seinem Seffel empor, um ihm durch erneutes Teppichftampfen zu entrinnen. Da ging es über ihm los. Stühle wurden gerückt, Gläser klangen, „Profit Neujahr!" jubelte es hell und laut zu ihm hernieder. Und nun gingen gar die Thüren oben; man kam die Treppen herab, und aus voller Brust ertönte eß: „Wir winden dir den Jungfernkranz mit veilchenblauer Seide!" Das war denn doch ein bißchen allzu — fröhliche Shlvesterfeier! Herr Johann Jacob Ptstel trat hinaus, um fich den Unfug zu verbitten. Eine ganze Reihe lachender und fivgender Paare kam, die dampfenden Punschgläser in den Händen, Arm in Arm, die Treppen herab, Alter und Ehrbarkeit, Schönheit und Jugend, alles von Sylvesterfreude und — Shlvesterpunsch durchglüht, und er stand als Philister in seiner Thür, um zu schelten. Doch nein! In duftigem weißen Kleide huschte es plötzlich aus der Reihe her an ihn heran, ein zarter Mädchenarm schob sich in den seinigen, und während er fich so mit unwiderstehlicher Gewalt in die Reihe der Paare hinein, die Treppe mit hinabgezogen fühlte, hörte er die übermüthigen Worte an sein Ohr klingen: „Aetsch, nun habe ich doch noch einen Herrn, uud einen viel feineren, als ihr alle miteinander!" Dem Großhändler in Bodenerzeugoiffev und Düngesalzen wurde ci plötzlich gar sonderbar zu Muthe und wonnig umß Herz. Dasselbe rofige Lippeopaar, daS ihm schon so manches Mal auf den Treppen zugelächelt hatte, lachte jetzt reute waren 23 Verficherte, Invalidenrente beziehen 17 Personen. — An Baugesuchen wurden erledigt: 32 Gesuche für Wohnhaus Neubauten, 12 für Neubau von Nebengebäuden, 14 für Bauveränderungen. Hessisch-Preußische Eisend ahnbetriebßgemeinschafl. DaS Büreaupersonal der Oberhesfischen Eisenbahnen wird ab 1. April 1897 wie folgt verwendet: 1. Bei der Betriebs- inspection I die Herren: Wilker, Rullmann, Deibel und Mathes; 2. bei der Betriebstnspectiou II die Herren: Schmidt, Zöckler und Dörner; 3. bei der Maschineninspection die Herren: Grönivger, Franz, Kasting und Mohrhardt. Versetzt werden die Herren: Kreuder, Gerch, Günther, Zivßer, Schäffer, Neumann und Pfeiffer. Wie wir vernehmen, sind bei der Stationirung der Beamten fast ohne Ausnahme die Wünsche derselben berücksichtigt worden. •• Ermäßigung der Depeschengebuhren. Neuerdings find wesentlich: Tarifermäßigungen für Telegramme nach außereuropäischen Ländern eingetreten. Hauptsächlich find dabei betheiligt: Weftindien, Niederländisch- und Britisch- Guyana, Venezuela, die Inseln Mauritius und Seychellen in Afrika. Die ermäßigten Gebühren find zum Theil am 22. December in Kraft getreten, zum Theil werden fie vom 1. Januar 1897 ab gültig fein. Beispielsweise ist die Worttaxe für Mauritius von 8,70 auf 5,15 Mk., also um 3,55 Mk., für Venezuela von 11,20 auf 8,25 Mk., also um 2,95 Mk. und für Republik San Domingo in W st- indien von 9,15 auf 6,65 Mk., also um 2,50 Mk. ermäßigt worden. Das Nähere ist bei den Telegrapheo-Anstalten zu erfahren oder aus der bereits erschienenen Nr. 1 für 1897 des käuflichen Tarifs für Telegramme in Plakatform zu ersehen. ♦* Beamte muffen schuldenfrei sein. Die osficielle „Berl. Corresp." schreibt: In der Disc'pliuaruntersuchungssache gegen einen im Reichsdtenft angestellt gewesenen Büreau- beamten enthalten die in der ersten und in der Berufungsinstanz ergangenen Entscheidungen grundsätzliche Ausführungen, deren Mittheilung von Interesse sein dürfte. Dem betreffenden Beamten war zur Last gelegt worden, die vor seiner etatsmäßigen Anstellung amtlich erforderte Versicherung, daß er schuldenfrei sei, wissentlich falsch abgegeben zu haben. Die erstinstanzliche Entscheidung äußert sich hierüber dahin: „Schon die Thatsache, daß der Angeschuldigte die von seiner vorgesetzten Dienstbehörde erforderte amtliche Erklärung der Schuldenfreiheit wiffentlich falsch abgegeben hat, stellt ein schweres Dienstvergehen dar, welches die Dienstentlaffung um so mehr rechtfertigt, als von der Abgabe dieser Erklärung die etatßmäßige Anstellung abhängig war, letztere fich also nunmehr als unter unrichtigen Voraussetzungen erfolgt kennzrichnet." Dieser Auffaffung hat sich daß Urtheil des Kaiserlichen DiSciplinarhofeß zu Leipzig angeschloffen. Dort heißt es: „Mit Recht hat auch die DiSciplinarkammer angenommen, daß schon diese wiffentlich falsche Verficherung die erkannte Strafe der Dienstentlaffung zur Folge haben müffe. Die damit bekundete Nichtachtung vornehmster Pflichten deß Beamten, alß Treue, Gewiffenhafttgkeit, Wahrhaftigkeit, inßbesondere gegen die vorgesetzte Behörde, enthält eine so grobe Verletzung der Dienstpflicht, daß von einem Vertrauen auf fernere pflichtgemäße Verwaltung eineß Amtes ihm gegenüber nicht mehr die Rede sein kann." *• Für Absender von Neujahrskarten. Bezüglich der jetzt so maffenhaft in den Verkehr gebrachten Ansicht- Postkarten zu Zwecken von Neujahrs Gratulationen sei auf die bezügliche postalische Bestimmung hingrwiesen, wonach Postkarten mit dem Aufdruck „Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre" und dem handschriftlichen Datum und Namen alß Drucksache gehen. Bei weiteren Zusätzen jedoch alß Postkarte. Im ersteren Falle ist auf die Vorderseite „Drucksache", im letzteren Falle „Postkarte" zu schreiben. Man achte daher beim Einkauf dieser Karten darauf, daß auf deren Vorderseite die betreffende Stelle frei ist, dann kann man daß Formular zu beiden Zwecken benutzen. — Neujahrßkarten, Postkarten oder Drucksachen, welche nn- fläthige Zeichnungen oder beleidigenden In- halt haben und von den Poftanstalten als solche erkannt in Heller Schelmenlust zu ihm empor, uud zwei wunderbare Augensterne strahlten ihm soviel Lebenßlust und Lebensfreude in die eigenen Augen hinein, daß aller Unmnth darauß verschwand. Und alß daß liebliche Wesen ihm nun gar noch ihr Punschglaß credenzte und ihm zuflüsterte: „Gelt daß habe ich recht gemacht, Herr Ptstel?!" da preßte er ihren Arm in heiß aufwallendem Empfinden an seine Brust und flüsterte ihr zu: „Guädigeß Fräulein find mir als schöner Stern zum neuen Jahre aufgegangen." Singend und trinkend schritten die fröhlichen Paare die Treppen deß Vorderhauseß hinab, und Johann Jacob lachte, sang und trank am Arme seiner schönen Partnerin mit. Dann ging eß über den Hof und die Treppen deß Hinterhauses hinan, alles unter Lachen und Scherzen, biß man endlich wieder in dem vorhin verlassenen Gesellschaftszimmer über Johann Jacobs Wohnung landete. ES war eine kleine Sylvesterpolonatse extempore. Der Philister Johann Jacob war plötzlich seiner Einsamkeit entriffen und in den Jubel einer „zahlreichen Familie" versetzt, in der er gerade gefehlt hatte, um die Paare voll zu machen. DaS hatte er denn auch gethan, und zwar nicht bloß für die Sylvefternacht, sondern bald darauf fürs ganze Leben. Hanna Moritz war zwar nur halb so alt als er; doch that das der Liebe keinen Abbruch. Was ihr an Alter fehlte, daß ersetzte er durch Verstand. Und wenige Wochen später waren Hanna Moritz und Johann Jacob Piste! in Firma Gebrüder Pistel ein glücklicheß Brautpaar. Onkel Jacobß Wunsch wurde erfüllt. Die Gebrüder Ptstel starben nicht auß. flirrben stiegen (die Zahl der Studirenden betragt fast 1200), daß die Regierung genöthigt ist, an den Landtag mit neuen Anforderungen heranzutreten. D Darmstadt, 29. December. Einer größeren Anzahl von Beamten der Hessischen Ludwigsbahn ist mit Rücksicht auf die Aenderung ihres WohnungSverhältniffeS durch Zuschrift angekündigt worden, daß sie ihre Versetzung zu gewärtigen haben. — Der vor einigen Tagen hier verstorbene BetriebScontroleur Römer, eia geborener Darmstädter, wollte am 1. April 1897 in den Ruhestand treten. — Mit dem neuen Jahre wird wieder ein früher mehrere Jahre mit viel Erfolg durchgeführtes Unternehmen, die Ver- anstaltung von Vorträgen aus Wissenschaft, Kunst und Technik durch Docenten der Technischen Hochschule, auf. genommen und finden dieselben nun in der geräumigen Aula, bezw. den großen Experimentirsälen der Anstalt statt. Wir werden nicht verfehlen, Ihre Leser durch jeweilige kurze Be^ richte über diese, baß geistige Leben unserer Stadt gewiß bereichernde Vorträge auf dem Laufenden zu erhalten. A Mainz, 29. December. Die auf heute vor dem hiesigen Schöffengericht anberaumte Verhandlung der Klagen deS Margartnefabrikanten Mohr-Bahrenfeld gegen die Mainzer Zeitungen ist auf Antrag der Verthetdigung der beklagten Redacteure auf den 6. März kommenden JahreS vertagt worben. — Die von ber „Wormser Zeitung" gegen bas von bem bortigen Schöffengericht in Sachen Mohrs ergangene Urtheil eingelegte Beruf ung kommt Ende Januar vor der Strafkammer beS hiesigen Landgerichts zur Verhandlung. — Wie jetzt bekannt wird, wird eine sehr große Anzahl Beamte der Ludwigsbahn, sowohl hier wie auswärts stationirte, an dem 1. April nächsten JahreS von ihren seitherigen Wohnorten nach anderwärts versetzt. Da unter diesen Beamten viele sind, die sich in ihrem bisherigen Wohnsitz Grundeigenthum erworben haben, so ist diese Anordnung der neuen Verwaltung für die Betreffenden eine sehr unangenehme Ueberraschung. Als die Verhandlungen über die Verstaatlichung der Bahn noch im Gange waren, war der Verwaltungsrath bemüht, Concesfionen bezüglich der Nichtversetzung älterer Beamten zu erzielen, welche Bemühung, wie sich jetzt zeigt, erfolglos war. — In einer hiesigen Privatheilanstalt stürzte sich heute Morgen ein der Genesung naher Patient, der 22jährige Landwirth Preß auS Raueoheim vom 4. Stockwerk in den Hof und blieb auf der Stelle tobt. Gewissensbisse unb die Furcht vor Strafe haben den jungen Mann zu dem verzweiflung-vollen Schritt ge^ trieben, indem er sich vorher gegen mehrere Perioncn geäußert, daß er sein Gewiffen durch einen Mtineid b schw-rt fühle, Slädt Real- und Handelsschule (Pensionat) in Marktbreit am Main. Die Reifezeugnisse berechtigen zum einjährig - freiwilligen Dienste (seit 1879). Gute Verpflegung und strenge Aufsicht in meinem mit der Schule verbundenen Pensionate. Mässiges Honorar. Aufnahmsalter 10—16 Jahre. Näheres durch den Prospekt. J. D a m m, Rektor. Kinder tot vom .Lebensjahr: 2.—Ib.Jahr. 5 * * « « * i r V ■*( * * * * 3 r * * von W. Heimburg Reu-Ulrichstein, 28. December. In unserer Arbeiter- colonie wurde- das heilige WeihnachtSfeft auch in diesem Jahre in erhebender Weise begangen. Die gemeinsame Feier, die am 23. December in dem mit zwei prächtigen Christbäumen geschmückten großen Saale abgehalten wurde, ward mit zu Herzen gehenden Ansprachen des evangelischen und katholischen Geistlichen eröffnet und geschloffen- dazwischen trug der gut geschulte Sängerchor schöne Weihnachtslieder vor. Hierauf erfolgte die Vertheilung der auf den Tischen bereit liegenden Gaben. Sämmtliche 92 Colonisteu wurden theilS mit Hemden, theils mit Unterhosen, Socken, Taschen- Summ«: 13 (9) ö (6) 2 (1) 3 (2) _2nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben en, wie viele Der Todesfälle ta der betreffenden Krankheit auf von auswärt» nach Gretze« gebrachte Kranke kommen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Garbenteich für 1897/98 liegt vom 31. d. Mts. ab acht Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten Victoria - Augusta - Töchterpenfionat Gießen, Löberstraße 24. Unterricht für Schülerinnen jeden Alters vom 8. Jahre an und Damen aus Stadt und Umgegend in Sprachen, Musik, Malen (besonders auch die berühmte Dresdener und Meißener Porzellanmalerei), Brandmalerei, Kerbschnitt, Handarbeiten rc. Prospecte durch die Vorsteherin 9079 Frau Hermine Schneider. R- Reichelsheim, 29. December. Die Generalver- sammlung unserer Molkereigenossenschaft hat keine wesentlichen Veränderungen hinsichtlich der Dtrection und der Aussicht vorgenommen. DaS Geschäft wurde seither gut geleitet, hat befriedigend rentirt und verspricht auch für die Zukunft einen annehmbaren Reinertrag. Da in der Umgegend die Maul- und Klauenseuche umherschleicht, werden in sorgfältigster Weise Vorsichtsmaßregeln getroffen, daß allenfalls eingefchleppt werdende Mikroben vernichtet werden, alle hinauSgehenden Erzeugniffe durchaus frei und rein sind. Den Viehbefitzern ist dringend anzurathen, jeden fremden Menschen, besonders aber Viehhändler unter allen Umständen von ihren Ställen fernzuhalten. Das ist eine Vorsichtsmaßregeln, die wirklichen Werth haben und doch nichts kosten, man mache daher Gebrauch davon. wald, Kornstück, Steinbusch und Kopf, im Gde.-Wald von Krofdorf Gleiberg. Krofdorf, den 29. Decbr. 1896. Der Bürgermeister: Kleine. 11284 »erben, find von der Postbesörderung auSgeschloffen. Diese allgemeine Bestimmung gilt insbesondere auch für Neujahrskarten, welche für den Empfänger beleidigende Dinge enthalten. H. Aus dem Horloffthale, 29. December. Während anderwärts die Gänse kaum anfangen zu legen, sind sie bei uns schon am Vrutgeschäft. — Die in unserer Mit- thetlnng vom 14. d. MtS. (Nr. 296 erstes Blatt) erwähnte Witterungsregel hat fich auch dieses Jahr wieder bewährt. Wir möchten daher hier auf eine andere Witterungs regel aufmerksam machen, nämlich: Wenn November und December mild und regnerisch vorübergingen, wie es 1896 Fall war und in den sogenannten „zwölf dunklen Nächten vom 25. December bis 6. Januar ein mäßiger Frost, der bald wieder verschwindet, auftritt, so kann man dieses als Zeichen für einen milden oder weichen Winter ansehen. — Da zwischen Gettenau und Reichelsheim auf ber neuen Bahnlinie noch einige taufenb Cubikmeter Grunb bewegt werben müffen, bie Arbeitskräfte zur Hanb unb die Witterung für beraxtige Arbeiten annehmbar ist, haben die Unternehmer für bieseS LooS mit ben Arbeiten toteber begonnen. Die Arbeiter finb sehr befriedigt davon, denn sic können ihre Z'it zwischen den Jahren nützlich anwendeu. 4- Echzell, 29. December. Im Anschluß zu Ihrer vorgestrigen Notiz betreffs der kostspieligen Klagesache wegen eines Hundes wollen wir unter Bezugnahme auf die Nachricht in Nr. 286 d. Bl. erwähnen, daß der ProceßauSgang nun von der demnächstigen Leistung resp. Weigerung eines dem Beklagten auferlegten Eides abhängig gemacht ist, wozu allerdings die nächste Voraussetzung wäre, daß der Rechtsstreit dieserhalb nicht in die Berufungsinstanz gebracht wird. — Nächsten Montag beginnt die Landw. Haushaltungsfchule zu Ltndheim ihren ersten 1897er Lehrcursus unter bewährter Leitung einer Vorsteherin und einer Jndustrielehrerin- außerdem ertheilen noch zwei andere Lehrer FortbildungSunterricht bezw. Unterweisungen. Versteigerungen. | Holzverkauf m der König!. Oberförstern Krofdorf. Dienstag den 5. Januar 1897, Vormittags 10 Uhr, im Freund'schen Gasthause zu Krofdorf. Schutzbez. Waldhaus, Distr. 30a Bäuerstädt: Eiche — 2 St. — 0,40 fm, Buche — 32 rm Scheit und Knüppel, 8 rm Stockh., 71 rm Rsr., Fichte — 217 St. u. Stangen — 27,23 fm, 9 rm Stockh., 145 rm Rsr., Distr. 38 c Junkernstrauch: Eiche — 2 rm Scheit u. Knüppel, 14 rm Rsr., Buche — 213 rm Scheit u. Knüppel, 873 rm Rsr. Distr. 31 Aßmanns- heiliger Wald: Eiche — 4 rm Scheit u. Knüppel, 18 rm Rsr., Buche = 138 rm Scheit u.Knüppel, 25 rm Stockh., 239 rm Rsr. Distr. 42 Ober den schwarzen Gründen: Eiche — 7 rm Scheit u. Knüppel, 25 rm Rsr., Buche — 373rrnScheit u.Knüppel, 557rrnRsr. Krofdorf, den 28. Decbr. 1896. Der Königliche Oberförster: (gen.) Busold. 11281 Dieser neueste Roman der beliebten Erzählerin eröffnet den Jahrgang 1897 der M Gartenlaube. U- Aöonnemenlspreis viertekjäßrkich 1 Mark 75 Pfennig. Zu deriehen durch die Suchhandlungen und Postämter. kirchliche Anzeigen -er Stafct Gietzen. ttvsagelifche Gemeinde. Gottesdienst. Donnerstag den 31. December. Sylvester. _ t „ 3n der Stadtttrche. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Grein In der JohanneSttrche. Abends 8 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Freitag den 1. Januar 1897. Nevjjahr. 3» der Stsdttrrche. Vormittags 9‘/e Uhr: Pfarrer Schlosser. Abends 5 Uhr: siehe Johannesktrche. Collecte für die Armen. 3» der JohanneSttrche. Vormittags 91/1 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Collecte für die Armen. Sonntag den 3. Januar. Sonntag nach Neujahr- In der Stadtttrche. Vormittags 9‘/i Uhr: Pfarrer Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Abends 61/« Uhr findet die Weihnachtsfeier der Confirmanden- Vereinigung der Matlhäusgemeinde in der Herberge statr. Donnerstag den7.Januar, Abends8Uhr, lm Eor.fi rmanden- saal der Neustadt 61: MisstonSstunde. Pfarrer Schlosser. In der JohanneSttrche. Vormittags 9>/a Uhr: Pfarrer Dr. Nauma nn. Abends 5 Uhr: siehe Stadlktrche. Montag, den 4. Januar, Abends 8 Uhr: Btbelstnnde im Confirmandensaal der Johannesktrche. Bergpredigt, Matth. Eap. 5, Vers 33 u. ff Pfarrer Dingeldey Am Sonntag, den 1''. Januar, erster nach Epiphanias, als am Landesmisstonsfest, wird eine Collecte für die Heldenmisston erhoben. Frische IcheUche! 3422 J. M. Schulhof. Ks*eppel und Keriiii. WmKiicheu sowie feinste Düsseldorfer Punsch-Essenzen. ♦ Ed. Eind, Hofconditor. Motoren aller Art, Wasser- versorgungeanlagen für Private, Gärtnereien, ofdorf. Preuh. Eonsols Gr. Hessische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 11288] Gesucht zum 1. März oder früher zwei oder drei freundliche Zimmer, un» möblirt, event. auch möblirt, womöglich im Seltersbergviertel, für einen ruhigen Herrn. Anerbieten unter J. E. Ä8303 an D. Frenx in Mainz. 11304] NumSbl. Zimmer v. Student gesucht, ev. geg. Unterr. Gefl Offerten unter X. Y. an die Exped. d. Bl. erb wö Bestellungen auf die ^Arbeitsstube^ nehmen alle Buchhandlungen und Postämter, sowie die Verlagsbuchhandlung von L>. de. Liagre i« Leipzig entgegen. 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Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen Zlmtlid^r Tvrii Vetr.: Ausführung der Gewerbeordnung; hier G schästs- betrieb der Handlungsreis.nden und Gewerbebetrieb der Ausländer im Umherziehen. Bekanntmachung. Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 27. November 1896, betr. AuSführungS Be» stimmungen zur Gewerbeordnung, bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 24. December 1896. Großherzogliches Kreis amt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Ausführungsbestimmungen zur Gewerbeordnung. Vom 27. November 1896. Aus Grund der §§ 44, Absatz 2 und 3, 56d und 60 Absatz 4 der Gewerbeordnung hat der Bundesrsth nachstehende Ausführuugsbeftimmunge« zur Gewerbeordnung für das Deutsche Reich beschlossen. 1. Heschäftsvetrieö der Kandlungsreiserrden. 1) Gold- und Silberwaaren- Fabrikanten und »Großhändler sind befugt, auf Grund der nach § 44a ertheilten Legitimationskarte auch außerhalb des.Gemeindebezirks ihrer gewerblichen Niederlassung, sofern diese im Jnlande liegt, persönlich oder durch in ihrem Dienste stehende Reisende Gold- und Silberwaaren an Personen, die damit Handel treiben, feilzubieten und zu diesem Zweck mit sich zu führen, vorausgesetzt, daß die Maaren, welche sie feilbieten, übungsgemäß an die Wiederverkäufer im Stück abgesetzt werden. Dasselbe gilt von Taschenuhren-, Bijouterie» und Schildpatt- waaren-Fabrikanten und -Großhändlern, sowie von Gewerbetreibenden, welche mit Edelsteinen, Perlen, Kameen und Korallen Großhandel treiben 2) Meinhändler sind befugt, auf Grund der nach § 44a ertheilten Legitimationskarte auch außerhalb de^ Gemeinde bezirks ihrer gewerMchen Niederlassung, sofern diese im Jnlande liegt, persönlich oder durch in ihrem Dienste stehende Reisende ohne vorgängige ausdrückliche Aufforderung Be» stellungen auf Wein (Traubenw in einschließlich Schaumwein) bei anderen Personen zu suchen, als bei Kaufleuten oder solchen Personen, in deren Geichäftsb.triebe Maaren der angeborenen Art Verwendung finden, sowie bei Kausteuten an anderen Orte", als in bertn Geschäftsräumen Das Gleiche gilt für den Handel mit Erzeugnissen der Leinen- und Mäiche- fabrikation und mit Nähmaschinen. II. Hewerveöetrieb der Anständer im Amherziehen. A. Im Allgemeinen. 1) Ausländer, welche ein Gewerbe im Umberziehen betreiben wollen, bedürfen eines Wandergewerbefcheines. 2) Ausgenommen von der Vorschcift in Ziffer 1 sind solche Ausländer, welche ausschließlich den Verkauf roher Er» ze- gnisse der Land- und Forstwirthschafi, des Garten» und Oostboues, der Geflügel» und B enenzucht im gewöhnlichen Grenzverkehr betreiben wollen; der Gewerbebetrieb kann je» doch untersagt werden, wenn eine der Voraussetzungen der 57 Ziffer 1 bis 4, 57 a oder 57 b Ziffer 2 bis 4 der Gewerbeordnung vorliegt. 3) Auf die Ausübung des Gewerbebetriebes im Umherziehen,' ferner auf die Enheilung. Versagung und Zurück» nähme des Wandergewerbescheincs finden die Bestimmungen des Titels III der Gew rbeordnung Anwenduna, soweit nachstehend nicht etwas Anderes bestimmt ist. 4) Die Ecthe.lung eines Wa dergewerbescheines ist zu versagen, wenn ein B dürfmß zur Ausstellung von Wandergewerbescheinen für Ausübung des betreffenden Gewerbes im Bezirke der Behörde nicht besteht, oder sobald für das Gewerbe. für welches der Schein nachgesucht wird, die den Verhältnissen des Verwaltungsbezirks der Behörde entsprechende Anzahl von Wandergewerbescheinen ertheilt oder ausgedehnt worden ist ivergl. Ziffer 6). Für das Gewerbe der Topsbinder, der Kesselflecker, der Händler mit Blech» und Drahtwaaren und ähnlichen Gegen ständen, der Drehorgellpreler unb Dudelsackpfeifer darf ein Wandergewerbeschein außerdem nur wichen Personen ertheilt werden, welche nachweislich in dem nächst oorangegangenen Kalenderjahre einen Wandergewerbeschein für dasselbe Gewerbe erhalten haben. Zigeunern ist der Waudergewerbeschein stets zu versagen. 5) Ausländer, welche entweder das sünsundzwanzigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben, oder durch ihre Persönlichkeit zu erheblichen polizeilichen Bedenken Anlaß geben, sind zum Gewerbebetriebe im Umherziehen nicht zuzulassen. Von dem Erforderniß der Vollendung des fünfund- zwanzigften Lebensjahres darf ausnahmsweise gegenüber solchen Ausländern abgesehen werden, welche nachweislich in dem nächst oorangegangenen Kalenderjahre einen Wandergewerbeschein für dasselbe Gewerbe erhalten haben. Der ertheilte War dergewcrbeschein kann zurückgenommen werden, wenn erhebliche polizeiliche Bedenken gegen die Persönlichkeit nachträglich sich ergeben. 6) Der Wandergewerbeschein berechtigt den Inhaber, nach Entrichtung der Lnndessteuern sein Gewerbe im Umherziehen in dem Bezirke derjenigen Behörde zu betreiben, welche den Wandergewerbeschein ertheilt hat. Zu dem Gewerbebetriebe in einem anderen Bezirke ist die Ausdehnung des Wandergewerbescheines durch die zuständige Behörde dieses Bezirks erforderlich. Die Ausdehnung wird versagt, roenn ein Bedürfnis zur Ausübung des betreffenden Gewerbes in dem Beziike der Behörde nicht beste't, oder sobald für die den Verhältnissen d s Bezirks entsprechende Anzahl von Personen Wandergewerbeschkine bereits ertheilt oder auf den betreffenden Bezirk ausgedehnt sind. Auf die Zurücknahme der Ausdehnung findet der § 58 der Gewerbeordnung, sowie vorstehende Ziffer 5 Absatz 3 entsprechende Anwendung. Das Recht, einen Ausländer aus dem Reichsgebiete auszuweisen, wird durch diese Bestimmungen nicht berührt. 7) Der Mangel eines festen Wohnsitzes im Jnlande (§ 57b Ziffer 1 der Gewerbeordnung) ist Ausländern gegenüber als ein Grund zur Versagung des Wandergewerbe» scheines ober zur Versagung der Ausdehnung desselben nicht anzusehen. 8) Sowohl die Ausstellung als auch die Ausdehnung eines Wandergewerbescheines kann für eine kürzere Dauer, als das Kalenderjahr, ober für bestimmte Tage während des Kalenderjahres erfolgen. 9) Die Wandergewerbescheine werden nach den unter III nachstehend bezeichneten Formularen ausgestellt Wenn einer der in Ziffer 4 Absatz 2 oder Ziffer 5 Absatz 2 bezeichneten Personen ein Wandergewerbeschein er- theüt wird, so ist entweder der bisherige Schein zurückzu fordern und zu vernichten, ober in demselben zu vermerken, daß für das neue Kalenderjahr ein neuer Schein ausgefertigt worden ist. IO) M r beim Gewerbebetriebe im Umherziehen andere Petsonen von Ort zu Ort mit sich führen will, bedarf der Erlaubniß derjenigen Behörde, welche den Wandergewerbe- schein ertheilt ober ausgedehnt hat. Die Erlaubn ß wird m dem Mandergewerbescbeine unter näherer Bezeichnung der Personen vermerk.'. Personen, welche den an die selbstständigen Gewerbetreibenden zu stellenden Anforderungen nicht entsprechen, hülfen nicht mitgeführt werden. Diese Bestimmung findet auch auf die Mitführung eines Inländers durch einen ausländischen Gewerbetreibenden und eines Ausländers durch einen inländischen Gewerbetreibenden Anwendung. Die Erlaubniß zur Mitsührung von Personen anderen Gesch echts, mit Ausnahme der Ehegatten und der über 21 Jahre alten eigenen Kinder und Enkel, kann auch dann versagt werden, wenn keiner der aus Ziffer 3 bis 5 sich ergebenden Versagungsgründe vorliegt. 11) Die auf Grund der vorstehenden Bestimmungen ge» troffenen Verfügungen einschließlich der Versagung der Ge nehmigung des Druckschristenoerzeichnisses (§ 56 Absatz 4 der Gewerbeoidnung) können nur im Wege der Beschwerde an die unmittelbar vorgesetzte Ausfichtsbehörde angefochten werden. B. Der Geschäftsbetrieb der ausländischen Handlungsreis enden i^n Besonderen. 1) Auf Handlungsreisende, welche durch die in den Staatsoerträgen vorgesehene Gewerbelegitimationsla'.te legi timirt sind, 'finden die Bestimmungen der Staatsverträge Anwendung. Insoweit diese Haridlungsreisenden Maaren feilbieten oder Maaren bei anderen Personen, als bet Kauf teuren oder solchen Personen, welche die Maaren pro uciren, , oder an anderen Orten als in offenen Verkaufsstellen auf ! kaufen finden die vorstehenden Bestimmungen unter A auf sie Anwendung Das Gleiche gilt, wenn die Handlungsreisenden Bestellungen uuf Maaren ohne vorgängige aur- drückliche Aufforderung bei anderen Personen als bei Kaufleuten in deren Geschäftsräumen oder solchen Prrsonen, m deren Geschäftsbetriebe Maaren der angebotenen Art Verwendung find.n, aufsuchen wollen, soweit es sich nicht um das Aufsuchen von Bestellungen auf Druckschriften, andere Schriften und Bildwerke oder auf die unter I 2 bezeichneten Maaren handelt. 2) Handlungsreisende, welche Staaten angehören, mit denen ein Abkommen wegen der Geweibelegitimationskarten zwar nicht abgeschlossen, denen jedoch das Recht der Meist' begünstigung hinsichtlich de« Gewerbebetriebes eingeräumt ist, bedürfen zum Geschäftsbetriebe im Jnlande einer Gewerbe- legitimationskarte nach dem unter I anliegenden Muster Die Gewerbelegitimationskarte berechtigt den Inhaber in dem ganzen Gebiete des Reichs, nach Entrichtung der Landessteuern, sofern in letz'erer Hinsicht nicht ein Anderes im Wege des Vertrages festgesetzt ist, zum Geschäftsbetriebe in demselb n Umfange, wie die unter Ziffer 1 genannten Handlungsreisenden Aus die Ertheilung, Versagung und Zurücknahme der Ge Werbelegitimationskarte finden die Bestimmungen des Titels III der Gewerbeordnung mit der Maßgabe entsprechende Anwendung, daß der Mangel eines festen Wohnsitzes im Inlands (§ 57 b der Gewerbeordnung) einen Grund zur Versagung der Gewerbelegitimaiionskarte nicht bildet, und daß die auf Grund dieser Bestimmung g troffenen Verfügungen nur im Wege der Beschwerde an die unmittelbar vorgesetzte Aufsichtsbehörde angefochten werden können. 3) Die aufgekauften Maaren dürfen nur behufs deren Beförderung nach dem Bestimmungsorte mitgeführt werden; von den Maaren, auf welche Bestellungen gesucht werden, dürfen nur Proben und Muster mitgeführt werden. 4) Auf die Ausübung des Geschäftsbetriebes der ausländischen Handlungsreisenden (Ziffer 1 und 2) finden die Bestimmungen des Titels III der Gewerbeordnung ent- sprechende Anwendung. III. Zsormutare für Waudergeweröefcheiue Die Wandergewerbescheine sind noch d^-n unter II anliegenden Formularen auszustellen, von welchen Formular A für Inländer und Ausländer in den Fällen des § 55 Ziffer 4 der Gewerbeordnung, und Formular B für Inländer, Formular C für Ausländer in den übrigen Fällen des Gewerbebetriebes im Umherziehen bestimmt sind. IV. Schtußbestimmung. Vorstehende Bestimmungen treten mit dem 1.Januar 1897 in Kraft und an St lle der durch bi’ Bekanntmachungen vom 31. October 1883 und 8. November 1889 (Central-Bl. für das Deutsche Reich 1883 S. 305 und 1889 S. 559 j ver» kündeten B stimmungen. Berlin, den 27. November 1896 Der Reichskanzler I» önttdunfl: (gez.) von Boe11icher. ['Bot bet fdte.] Anlagt I. Unterschrift: B. überlassen. [Seite 1 deS Formulars.] Nr— Nur für dad Jabr 1 der umstehend bezeichneten Personen, bis Rur für die Zeit vom Nur für folgende Tage: 1__ [Seite 2 ] Skschrkidunß irr $krfon des Isfiders. Haar: Augen: der umstehend bezeichneten Personen, Zur Wilführnng find folgeide Kerssnen wgtlofltn: 1— — Haar: aus - Haai: Augen:— Ktschreibüllg der Persoll des Moders. ---Haar:— Augen: Zur Milfnhrnng find folgtudt Perl,sei jugrlaffen: Gestalt: Alter: Alter: Haar: Gestalt:- Alter Gestalt:----------— Besondere Kennzeichen: wohnhaft zu— in 3 Gestalt; Alter: Besondere Keu.-zetchen: Unterschrift:---- 2 Gestalt: Alter: 1. Gestalt: Alter:— 2-- G statt: Atter: staatsangehörig , ist befugt, unter Mitführung B.sondere Kennzeichen: Unterschrift: — Besondere Kennzeichen:— Unterschrift: Bemerkung. Die Formulare A, B, C werden in Buchform auSge- fertigt, Formular A auf gelbem, B auf grauem, C auf roihem Papier. Der Abdruck dieser Formulare ist nur für den Wortlaut maßgebend [Seite 2 ] [Rückseite]. Seseichnllllg der Perso« des Zühsders. , staatSangehörtg , ist befugt, unter Mitführung MnndergmeMchkin . gültig, vorbehaltlich der Entrichtung der Landessteuern, für das ganze Reichsgebiet. Mmdkrgkwtrdkschki» gültig, vorbehaltlich der Entrichtung der Landessteuern, zunächst nur für den Bezirk----------- für andere Bezirke er ft, wenn er darauf ausgedehnt ist. den ten- wohnhaft zu--- in-------7— Nur für das Jabr 1 — Nr [Seite 3 bis 14 leere« Papier.] [Seite 15.] Bescheinigung über die Entrichtung der Laudessteuern, soweit tzieserhalb nicht eine besondere Bescheinigung ertheitt wird. [Sette 16 leere« Papier.] [Auf der Innenseite des Umschlag«.] Der Inhaber diese« Scheines hat bei dem Gewerbetriebe die reich«- und landeSgesehlichen Vorschriften zu beobachten. JnS- besondtte Schein während der Ausübung deS Gewerbebetriebe« stets bei sich zu führen, auf Erfordern der zuständigen Behörden ober Beamten vorzuzeigen und, sofern er hierzu nicht im Stande ist, auf deren Geheiß den Betrieb bi« zur Herbeischaffung deS Scheines einzustellen. Er darf den Schein Anderen nicht überlassen. , den ten veachtun-. Der Inhaber dieser Karte ist ausschließlich für Rechnung der vorgedachten Firm - berechtigt, Maaren aufzukaufen und Bestllungm aufzusuchen. DaS Aufkäufen von Maaren darf in Deutschland nur bei Kaufleuten oder solchen Personen, welche die Maaren probucken, ober in offenen Verkaufsstellen erfolgen. De« Auf suchen von Bestellungen auf Maaren, mit Ausnahme von Druckschriften, anberen Schriften unb Bildwerken, sowie bet sonst vom BunbeSrath zu- gelasienen Maaren, barf ohne vorgängige ausdrückliche Aufforderung nur bei Kaufleuten in deren Geschäftsräumen oder bei solchen Personen geschehen, in deren Geschäftsbetriebe Maaren der angebotenen Art Verwendung finden. , , . Die aufgekauften Maaren dürfen nur behufs deren Beförderung nach dem Bestimmungsorte mitgeführt werden: von den Maaren, auf welche Bestellungen gesucht werden, dürfen nur Proben unb Muster mitgeführt werben. wr v Der Inhaber ist verpflichtet, bie Karte währenb der Ausübung deS Gewerbebetriebes bei sich zu führen, auf Erfordern ber zuständigen Brhördm ober Beamten oorzuzeigen unb, sofern er hierzu nicht im Stande ist, auf deren Geheiß ben Betrieb bi« zur Herbei- schaffung ber Karte einzustellen. Et darf biefelbe Anderm nicht 1_____________________au5— Gestalt:-------------Augen:- Alter:-----------------Besondere Kennzeichen: — Unterschrift:--- 2) Er barf bei dem Gewerbebetriebe keine Person mit sich führen, die in dem Scheine nicht genannt ist. 3) Mit anderen als den auf der ersten Seite des Scheine« bezeichneten Leistungm darf das Gewerbe nicht betrieben werden. 4) In einem anderen, al« dem auf ber ersten Seite beS Scheine« genannten Bezirke darf der Inhaber das Gewerbe nicht betreiben, bevor ihm durch einen Vermerk der zuständigen Behörde in dem Scheine solche« gestattet ist. 5) Bevor der Inhaber den Gewerbebetrieb an einem Orte von HauS zu Hau? oder auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anben öffentlichen Orten (z. B. öffentlich in WkthS- häusern) beginnt, Hal er die Erlanbniß der Ortspolizeibehörde einzuholen. „ , 6) Zum Zweck deS Gewerbebetriebes ist ohne vorgängige Er- laubniß der Eintritt in fremde Wohnungen, sowie zur Nachtzeit daS Betreten fremder Häuser unb Gehöfte nicht gestattet. T) In iebetn Bunbesstaate muß der Inhaber bieses Scheines, bevor er ben Gewerbebetrieb beginnt, dm für den Staat geltenden Steuervorschriften genügt haben. Insbesondere Hai er die Landessteuern (Steuern, Gebührm und sonstige Ab' gaben) zu mtrichtm. ----au«--------- Augen:---------- Haar: ----Besondere Kennzeichen: Unterschrift: [Seite 3 bis 6 leeres Papier ] [Seite 7.) Bescheinigung über die Entrichtung der Lavdessteuern, soweit dieserhalb nicht eine besondere Bescheinigung ertheitt wird. [Sette 8 leere« Papier ] [Auf der Jnnenfeite de« Umschlags. I 8«r »sacht««-. Der Inhaber dieses Scheines hat bei dem Gewerbebetriebe die reichs- unb lanbeSgesetzUchm Vorschriften zu beobachtm. JnSbesonbere: 1) Er hat ben Schein während der Ausübung deS Gewerbebetriebes stets bei sich zu führen, auf Erfordern der zuständigen Behörden ober Beamten vorzuzeigen unb, sofern er hierzu nicht im Staube ist, auf deren.Geheiß ben Betrieb dis zur Herbeischaffung beS Scheines einzustellen. Er barf ben Schein Anderen nicht überlassen. 2) Er darf bet dem Gewerbebetriebe keine Prrson mit sich führen, die in dem Scheine nicht genannt ist. 3) Ec darf mit anderen als ben auf ber ersten Seite beS Scheines bezeichneten Waaren unb Leistungen daS Gewerbe nicht de- Ausgrschlosfen vom Ankauf ober Feilbieten im Umher- »iehen sind: geistige Getränke, soweit nicht baS Feilbteten derselben von der Ortspolizeibehörde tm Falle besonderen Bedürfnisses vorübergehmd gestattet ist; gebrauchte Kleider, gebrauchte Wäsche, gebrauchte Betten unb gebrauchte Bettstücke, infibefonbere Bettfebern, Menschenhaare, Garnabfälle, Enbcn unb Dräumen von Selbe, Wolle, Seinen ober Baumwolle; Golb- unb Sildcrwaaren, Bruchgolb unb Bruchsilber, sowie Taschenuhren: Spielkarten; Staats- unb sonstige Werth- papierc, Sotterieloofe, Bezugs- unb Anthellscheine auf Werthpapiere unb Lotterieloose; erplostve Stoffe, inöbefonbere Feuer- werkSkörper, Schießpulver unb Dynamit; solche mineralische unb enbere Oele, welche leicht entzünblich sind, insbesondere Petroleum, sowie Spiritus; Stoß-, Hieb- unb Schußwaffen; Gifte unb gifthaltige Maaren, Arznei- unb Geheimmittel; Bäume aller Art, S'räucher, Schnitt-, Wurzel-Rebm, Futtermittel unb Sämereien (mit Ausnahme von Gemüse- unb --au«--------- Augen:----------- Haar: Besonbere Kennzeichen: Untei schrift:------------------------ 3, ;--------— aus Gestalt:------------Augen:--Haar: Alter:-----------------Besondere Kennzeichen: -----Unterschrift:------- Anlage II. Formular A für Inländer unb Ausländer in den Fällen des $ 55 Ziffer 4 der Gewerbeordnung. ----aus--------- — Augen:--Haar: — Besondere Kennzeichen :--- Formular B. für Inländer. [Seite 1 deS Formulars.) Blumensamen): Schmucksachen, Bijouterien, Brillen unb optische Instrumente; soweit nicht gemäß § 56b Absatz 1 ber Gewerbeordnung einzelne bieser Waaren zugelaffen finb. Ausgeschlofsm vom Feilbietm unb Aufsuchen von Bestellungen im Umherziehcv finb ferner: Druckschriften, andere Schriften und Blldwerke, sofern fie in sittlicher oder religiöser Begehung Aergerniß zu geben geeignet sind, oder mittelst Zusicherung von Prämien ober Gewinnen vertrieben werden, oder in Lieferungen erscheinen, wenn nicht der GesammtprciS auf jeder einzelnen Lieferung an einer in die Augen fallenden Stelle bestimmt verzeichnet ist. Endlich find von dem Gewerbebetriebe im Umherziehen ausgeschlossen: die Ausübung der Heilkunde, insoweit der Ausübende für dieselbe nicht approbirt ist; daS Aufsuchen, sowie die Vermittelung von Darlehensgeschäften unb von RückkaufSaefchäftm ohne vorgängige Bestellung, ferner ba« Aufsuchen von Bestellungen auf Staats- unb sonstige Werlh- pap'ere, fiottcdfloofe unb Bezugs- unb Anthellscheine auf Werthpapiere unb Lotterieloose: das Aufsuchen von Bestellungen auf Branntwein und Spiritus bei Personen, in deren Gewerbebetriebe dieselben keine Verwendung finden; daS Feilbieten von Waaren, sowie daS Aufsuchen von Bestellungen auf Waaren, wenn solche gegen Thellzahlmrgen unter dem Vorbehalt veräußert werden, daß der Veräußerer wegen Nichterfüllung der dem Erwerber obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage zurücktreten kann (SS 1 und 6 de« Gesetze«, betreffend die Abzahlungsgeschäste, vom 16. Mai 1894). 4) Im Zollgrenzbezirk ist für den Handel im Umherziehen noch besondere Erlaubniß nöthig; in der Erlanbniß werden da« Gebiet und die Waaren, für welche sie gilt, ausdrücklich be« zeichnet. 5) Zum Zweck des Gewerbebetriebes ist ohne vorgängige Er- taubniß der Eintritt in fremde Wohnungen, sowie zur Nachtzeit das Betreten fremder Häuser und Gehöfte nicht gestattet. 6) In jedem Bundesstaate muß der Inhaber dieses Scheines, bevor er den Gewerbebetrieb beginnt, den für ben Staat geltcnben Steuervorschriften genügt haben. JnSbesonbere bat er bk Landessteuern (Steuern, Gebührm und sonstige Abgaben) zu entrichten. 7) Wer Druckschriften, andere Schriften ober Bilbwerke im Umherziehen feilbteten will, hat ein Verzeichniß berfelbtn der zustänbigm Verwaltungsbehörde seines Wohnortes zur Genehmigung vorzulegen. Der Gewerbetreibende barf nur die in dem genehmigten Verzeichnisse enthaltenen Druckschristm, anderen Schriften ober Bilbwerke bei sich führen, unb ist verpflichtet, bas Verzeichniß währmb bet Ausübung beS Gewerbebetriebes bet sich zu führen, auf Srforbcrn ber zu- stänbigen Behörden ober Beamten vorzuzeigen unb, sofern er hierzu nicht im Stande ist, auf deren Geheiß ben Betrieb bis zur Herbeischaffung deS Verzeichnisses einzustellm. Formular C. für Ausländer. [Seite 1 deS Formular«.] C. * Rur für bas Jabr 1---— Nr. Nur für bie Zett vom ■— - - bis------ — Nur für folgende Tage: Wondtrgtnitrbtlifjtin gültig, vorbehaltlich der Entrichtung der Landessteuern, zunächst nur für den Bezirk-----------------------» für andere Bezirke erst, wenn er darauf ausgedehnt ist wohnhaft zu------------------—--, staatSangehörtg in _____, ist befugt unter Mitführung der umstehend bezeichneten Personen,-----------------------— ---ben-----ten---- — 1-----• [Seite 2.] Beschreibung der Person des Mater*. Gestalt:------------ Augen: - Haar: Alter: Besondere Kennzeichen: - Unterschrift: M MWhrnng find folgende Personen ingeloffen: 1, --------aus--— Gestalt:------------Augen: H"r Alter: --------------Besondere Kennzeichen. Unterschrift:- 2. ___________________________au« ® eftalt:----Augen:-------------Haar: 2Uhr: Besondere Kennzeichen: -—--Unterschrift:------ 3._-__«u«----- Gestalt:-----------Augen:---fci«:— Alter: Besondere Kennzeichen: Unterschrift: —-- [Sette 3 biS 14 leeres Papier.] [Seite 15.] Bescheinigung über die Entrichtung der Landessteuern, soweit dieserhalb nicht eine besondere Bescheinigung ertheilt wir*. [Seite 16 leere« Papier.] [8uf der Innenseite deS Umschlags.) 3«r Beachtung. Der Inhaber dieses Scheines hat bei dem Gewerbebetriebe die -reiche- und landesgesetzlichen Vorschriften zu beobachten. Insbesondere: I) Er hat den Schein während der Ausübung des Gewerbe, betriebes stets bet sich zu führen, auf Erfordern der zuständigen Behörden oder Beamten vorz-zriaen und, sofern er hierzu nicht im Stande ist, auf deren Geheiß den Betrieb bis jar Herbetschaffung des Scheines etnzustellen. Er darf den Schein Anderen nicht überlassen. 2) Er darf bet dem G-werbebetrtebe keine Person mit sich führen, die in dem Scheine nicht genannt ist. 3) Er darf mit anderen als den auf der ersten Seite des Scheines bezeichneten Maaren und Leistungen das Gewerbe nicht be treiben. Ausgeschlossen vom Ankauf oder Feilbteten im Umherziehen find: geistige Getränke, soweit nicht das Feilbteten derselben von der OrtSpoltzetbehörde tm Falle besonderen Bedürfnisses vorübergehend gestattet ist; gebrauchte Kleider, gebrauchte Wäsche, gebrauchte Betten und gebrauchte Bettstückc, insbesondere Bettfedern, Menschenhaare, Garnabfälle, Enden und Dräumen von Seide, Wolle, Leinen oder Baumwolle; Gold- unb Stlberwaaren, Bruchgold und Bruchsilber, sowie Taschenuhren; Spielkarten; Staats- und sonstige Werthpapiere, Lotterteloose, Bezugs- und Antheilscheine auf Werthpaptere und Lotterieloose; explosive Stoffe, insbesondere Feuerwerkskörper, Schießpulver und Dynamit; solche mineralische und andere Oele, welche leicht entzündlich sind, insbesondere Petroleum, sowie Spiritus; Stoß-, Hieb- und Schußwaffen; Gifte und gifthaltige Waaren, Arznei- und Gehetmmiltel; Bäume aller Art, Sträucher, Schnitt-, Wurzel-Reben, Futtermittel und Sämereien, mit Ausnahme von Gemüse- und Blumensamen; Schmucksachen; Bijouterien, Brillen und optische Instrumente; soweit nicht gemäß S 56b, Absatz 1 der Gewerbeordnung einzelne dieser Waaren zuaelassen sind. Ausgeschlossen vom FeUbieten und Aufsuchen von Bestellun gen im Umherziehen find ferner: Druckschriften, andere Schriften urch Bildwerke, insofern sie in sittlicher oder religiöser Beziehung Aergerntß zu geben geeignet find, oder mittelst Zusicherung von Prämien oder Gewinnen vertrieben werden, oder in Lieferungen erscheinen, wenn nicht der Ge- sammtpreiS auf jeder einzelnen Lieferung an einer in die Augen fallenden Stelle bestimmt verzeichnet ist. Endlich find von dem Gewerbebetriebe tm Umherziehen ausgeschlossen ; die Ausübung der Heilkunde, insoweit der Ausübende für dieselbe nicht approbirt ist; daS Aufsuchen, sowie die Bermittelung von DarlehnSgeschäften und von Rückkaufs- geschästen ohne vorgängige Bestellung, ferner d»S Aufsuchen »on Bestellungen auf Staats- und sonstige Werthpapiere, Lotterteloose und Bezug»- und Anthetlscheine auf Werthpaptere und Lotterieloose; das Aussuchen von Bestellungen auf Branntwein und Spiritus bet Personen, in deren Gewerbebetriebe dieselben keine Verwendung finden; das Feilbieten von Waaren, sowie da» Aufsuchen von Bestellungen auf Waaren, wmn solche gegen Theilzahlungcn unter dem Vorbehalt veräußert werden, daß der Veräußerer wegen Nichterfüllung der dem Erwerber obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage zurücktreten kann (SS 1 und 6 des Gesetzes, betreffend die Abzahlungsgeschäfte, vom 16. Mai 1894). 4) In einem anderen, als dem auf der ersten Seite de8 Scheines genannten Bezirke darf der Inhaber das Gewerbe nicht be- treibm, bevor ihm durch einen Vermerk der zuständigen Behörde in dem Scheine solches gestattet ist. 5) Im Zollgrenzbezirk ist für den Handel im Umhcrziehm noch besondere Erlaubniß nöthig; in der Erlaubniß werden das Gebiet und die Waaren, für welche fle gilt, ausdrücklich bezeichnet. 6) Zum Zweck des Gewerbebetriebes ist ohne vorgängige Erlaubniß der Eintritt tn fremde Wohnungen, sowie zur Nachtzeit das Betreten sremder Häuser und Gehöste nicht gestattet. 7) In jedem Bundesstaate muß der Inhaber dieses Scheines, bevor er den Gewerbetrteb beginnt, den für den Staat geltenden Steuervorschriften genügt haben. Insbesondere hat er die Landessteuern (Steuern, Gebühren und sonstige Abgaben) zu entrichten. 8) Wer Druckschriften, andere Schriften oder Bildwerke im Umberziehen feilbteten will, hat etn Verzetchntß derselben der zuständigen Verwaltungsbehörde seines Wohnortes zur Genehmi- gung vorzulegen. Der Gewerbetreibende hat nur die in dem genehmigten Verzeichnisse enthaltenen Druckschriften, anderen Schriften oder Bildwerke bet fich zu führen, auf Erfordern der Mständigen Behörden oder Beamten vorzuzetgen und, sofern er hierzu nicht im Stande ist, auf deren Geheih den Betrieb bis zur Herbetschaffung des Verzeichnisses etnzustellen. Gieße« vor fünfuudfünfzig Jahren. Welchen Aufschwung unsere Stadt Gießen seit füufund« fünfzig Jahren erfahren hat, dürften die nachstehenden Mittheilungen zeigen, die einem Adreßbuche der Stadt Gießen vom Jahre 1841 entnommen und denen Vergleiche über unsere heutigen Verhältnisse beigefügt find. Da» Adreßbuch, das kaum etwa» über Westentaschenformat hat, bietet vieles Jntereffante, es ist fast so eingerichtet, wie unsere heutigen Adreßbücher. Die Stadt Gießen hatte im Jahre 1841 eine Einwohnerzahl von 8669, fie zählte 33 öffentliche und 780 Privatgebäude, jetzt hat sie 23,000 Einwohner und 1780 Gebäude. Unter den Einwohnern finden wir: 151 Staatsdiener, 412 Gewerbsleute, 37 Ackerleute, 62 Acker« und Gewerbsleute, 30 Taglöhner, 538 Dienstboten, 335 Fabrik arbeiter, 101 Handwerksgesellen und 38 Lehrlinge. ES bestanden damals 13 Zünfte- au sogen, unzünftigen Gewerben sehen wir: Apotheken: 3, die fich bis jetzt erhalten haben- Barbiere: 7 (jetzt 23)- Buchbinder 11 (14)- Buchdruckereien: 4 (6)- Cigarrenfabriken: 2 (20)- Ellen« waarenhandlungen: 19- Gasthäuser: 8 (37), NB. nur Wtrth- schaften mit Logiren- Goldschmied: 1 (8)- Häfner: 1 (5)- Kaffeehäuser: 2 (7)- Knopfmacher: 2- Lederhandlungen: 3 (5); Leiuenweber: 7- Liqueurfabrikanten: 2 (13)- Materialisten: 2 (13); Mechaniker: 2 (7)- Müller: 3 (2) mit 3 Mühlen - Perrückenmacher: 3- Posamentier 2 (2)- Seifensieder: 3 (2 Fabriken) - Seiler: 6 (2)- Schornsteinfeger: 3 (2)- Specereihandlungen: 27 (83): Steindruckereien: 3 (4)-Tabak- fabrikeu: 3 (4)- Tapezirer: 5 (29)- Uhrmacher 4 (13). Die Stadt, die damals nur wenige Häuser außerhalb unserer jetzigen Anlagen (früher Schoor genannt) aufwns, hatte 44 Straßen, die mit wenigen Ausnahmen ihre jetzige Benennung führten. Nur die damalige Judengaffe ist in Rittergasie, die Htntergaffe in Wetzsteiugaffe, der Reicheusand in Bahnhofstraße, die Flügelögaffe in Damm» straße umgetauft. Das Kaltenloch zählt jetzt zur Neustadt. Die jetzige ZozelSgaffe hieß früher Schulhof, weil darin die .Judenschule stand. Die unter diesem Namen nicht mehr exiftirende neue Stadtanlage umfaßte 21 vor dem Selter-- thor gelegene Häuser, welche tn der nunmehrigen Wrstanlage, Fraukfurterftraße, Liebtgstraße und Südanlage standen bezw. noch stehen. Jetzt hat Gießen 102 Straßen. Die Universität war damals ziemlich gut besucht. Sie weift 407 Studenten, darunter 331 Hessen und 76 Ausländer auf. Außer diesen Studenten besuchten da» chemische Laboratorium, dem der berühmte Liebig Vorstand, 2 auswärtige Professoren und 2 auswärtige Doctoren. Die Uni» verfität war reich an bedeutenden Lehrkräften. ES gehörten au: Der evangel. theol. Facultät: Dr. Sühnöl, Dr. Diesten« buch, Dr. C. S. Credner, Dr. Meter, Dr. Koobel und Dr. Zimmermann. Dcr kathol. theol. Facultät: Dr. LöhniS, Dr. Riffel, Dr. Schmtd und Cbr. Kmdhäußer. Der juri« stischen Facultät: Dr. v. Löhr, Dr. Birnbaum, Dr. v. Grol- man, Dr. Müller, Dr. StnrentS, Dr. Weiß, und die Privat« docenten: Dr. Schmidt, Dr. Seitz und Dr. Heinrich. Der medtctutscheu Facultät: Dr. Nebel, Dr. Balser, Dr. I. B. Milbrand, Dr. v. Ritgen, Dr. Plagge, Dr. A. Wernher, Dr. Dix, Dr. Jul. Milbrand, Dr. Wetter, Dr. Stammler. Der philosophischen Facultät: Dr. Joseph Hillebrand, Dr. Adrian, Dr. Umpfenbach, Dr. Osann, Dr. JustnS Liebig, Dr. Schmttthenner, Dr. Schäfer, Dr. Heyer, Dr. Bullers, Dr. o. Kltpstetn, Dr. Buff, Dr. Klein, Dr. Ammer, Dr. von Rttgen, Dr. Knapp, Dr. W. Mettenheimer, Dr. Zimmermann und Dr. Gustav Schilling. Lehrer der freien Künste waren: Im Reiten: Stallmeister Frankenfeld und Bereiter Bansa- in der Mufik: Musikdirector Hoffmann- im Zeichnen: Franz DtkorL- im Tanzen und Fechten: P. B. Bartholomah. UniverfitatSrichter war Dr. TrygophoruS, die Univ.-Polizei wurde geübt von Pedell Krämer, Pedell Gerbode und einem unvermeidlichen Carcerdtener (Schmidt). DaS Pädagog (Gymnasium) war bestellt mit 1 Director (Dr. Geist), 5 ordentlichen und 4 Hilfslehrern (jetzt 18). Die Realschule mit 1 Director (Braubach), 6 ordentl. und 2 Hilfslehrern (jetzt 31). Die Namen Weigand, Ettling, Hanstein, Stein, Dikors und Cantor Schwabe werden noch in Vieler Erinnerung fein. An Stadtschulen existirten: Die Knabenschule mit 2 Lehrern: LipS und Braun (jetzt 16)- die Mädchenschule mit 2 Lehrern (jetzt 20)- die Elementarschule mit 1 Lehrer - die Freischule mit 1 Lehrer (dem noch lebenden I. Römer), die israelitische Elemeutarschnle mit 1 Lehrer. Die Geistlichkeit bestand aus: 1 Superintendenten (Simon), 2 Pfarrern (Kirchenrath Dr. Engel und Bonhard), 1 Freiprediger (LipS), 1 kathol. Pfarrer (Hartnagel). Als Gemeindevertretung finden wir: 1 Bürger« meister (Schneider), 2 Beigeordnete und 13 Gemeinderäthe (jetzt 1 Oberbürgermeister, 3 Beigeordnete und 30 Stadtverordnete). Dann existtrte eine Arm,'en « Commission und eine Pfand-Leihanstalt, die unter der Direction des Polizei- rarhs Zulehner stand. Kassier war der im hohen Alter verstorbene Rendant Bieler- Controleur: Hospitalverwalter Pfeil- Taxator: Aron Heichelheim- Kassendiener: Schnecko. An Verwaltungsbehörden existirten: 1) daS Provinzial-Commissariat (jetzt Prov.-Direction)- 2) die Kreis» Verwaltung (jetzt Kreisamt)- KretSrarh: Geh.«Rath Knorr. Der Polizeiverwaltung stand vor: Polizeirath Zulehner- 6 Polizeiofficianten besorgten den Sicherheitsdienst (jetzt 22): Polizeiwachtmeister Bierau, Polizeisergeaut Keßler, Schweizer, Reinig, Bärrn, Schirmer. Die Justiz wurde geübt: 1) von einem Hofgericht der Provinz Oberheffen (Präsident: C. v. Preuschen- Director: Dietz- Räthe: 11- Assessoren: 5- Secretäre: 6, Accefisten: 40). 2) von 1 Criminalgericht (Crimioalrichter: Dauz und Röllner). 3) von eine» Stadtgeriät (Stadt« richter: Müller, 3 Assessoren, 1 Actuar). 4) von 1 Landgericht (Landrichter: Ploch, 2 Assessoren, 1 Actuar). An Rechtsvertretern existirten 37 Hofgerichts- Advocaten, während jetzt nur 18 Rechtsanwälte practiciren, ein Beweis, daß früher der Rechtsbeistand nicht gut zu entbehren war. Unter den HofgerichtSadvocaten finden wir einige, die nach Einführung der neuen Juftizgesetze noch als Rechtsanwälte thätig waren (Briel, Dornseiff, Kohlermann, Thorwart). Dann bestanden in Gießen noch folgende Behörden: 1 Obereinnehmerei (Steuerrath: Hoffmann)-1 Steuer« commissariat (Steuercommissär: Schüler)- 2 Steuer« einnehmereien: (Mändl, Bertram)- 1 Rentamt (Reut« amtmanu: Schneider)- 1 Hauptzollamt (Oberinspector: Dietz- Rendant: Martin)- 1 Forstinspector: (Professor Dr. Heyer) und 1 Revierförster: (Prof. Dr. Zimmer). Das damalige Postamt hatte nur 9 Beamte: 1 Post« meister, 1 Posthalter, 1 Postsecretär, 3 Postasfistenten, 1 Packer und 2 Briefträger, während heute circa 130 Beamte kaum die Arbeiten bewältigen können. Au Fahrposten gingen von Gießen täglich ab nach: Frankfurt und Darmstadt, Cassel über Wabern und Fritzlar, Fulda über Grünberg, Alsfeld, Lauterbach, nach ArnSberg über Gladenbach, Biedenkopf, Battenberg, nach Lich, Hungen, Nidda, nach Siegen über Herborn und Dillenburg. Familienwagen (Privatuuter- nehmen) nach Friedberg, Marburg und Gladenbach. Fracht« fuhren wurden besorgt: bis Mainz von Fuhrmann Leng (Vorgänger von A. Lyncker)- bis Darmstadt von Fuhrmann Velten in Langgöns u. v. A. Dann kamen noch Boten von: Biedenkopf, Butzbach, Gladenbach, Homberg a. O-, Hungen, Lich und Wetzlar. Ein Einblick in den Personengeldtarif der Post zeigt uns, daß daS Reisen zu damaliger Zeit neben der Unbequemlichkeit auch noch recht kostspielig war. So kostete eine Poftfahrt nach Alsfeld 3 fl. 9 kr., ArnSberg 9 fl. 55 kr., Battenberg 4 fl. 38 kr., Butzbach 1 fl. 23 kr., Cassel 7 fl. 38 kr., Darmstadt 5 fl. 5 kr., Frankfurt 4 fl. 5 kr., Friedberg 2 fl. 16 kr., Fulda 5 fl. 36 kr., Reiskirchen 42 kr., Wetzlar 1 fl. 8 kr. Eine Garnison hatte Gießen damals nicht. von den im Adreßbuch aufgeführten Einwohnern erfreuen sich nur noch zwei des Daseins und geistiger Frische: die Herren Rabbiner Dr. Levy und Lehrer JohS. Römer, denen wir bei dieser Gelegenbett wünschen wollen, daß ihre Namen noch recht lange im Adreßbuche zu finden sein möchten. Emil Geißler. • Der Dichter bei weltbekannten Soldatenliedes „König Wilhelm saß ganz heiter re.", Geh. SanitatSrath Dr.KreuSler, ein geborener Waldecker, der in Brandenburg lebt, wurde anläßlich seines 80. Geburtstages von der Stadt Branden« bürg zum Ehrenbürger ernannt. * Der berühmte Wiener Kliniker Hofrath Nothnagel hat kürzlich in einer Vorlesung sehr bemerkenSwerthe Aeuße« rungen über die großen Gefahren von bchnap», Wein, vier ». s. w. für Kinder gethan. Er sagt u. A.: E» ist eine schwere Sünde, wenn man Kindern SchvapS, Bier oder Wein zu trinken gibt. Bis zum 14. Lebensjahre sollte kein Kind Wein, Bier, Thee oder Kaffee zu trinken bekommen. All' dies find Erregungsmittel, die für daS Kind gänzlich entbehrlich find. ES ist ein Verbrechen, zu behaupten, der Wein nähre, und geradezu kindisch ist eS, wenn ein Arzt noch sagt, der rothe Wein stärke mehr als der weiße. Kinder bedürfen nicht dieser Erregungsmittel, fie sind für dieselben ungemein schädlich, und ich bitte, daraus in Ihrer ärztlichen Praxis besonders zu sehen, Kindern keine geistigen Getränke zu geben- denn die geradezu furchtbare Nervosität unserer Zeit beruht gerade auf diesem frühzeitigen Alkoholgenuß. WaS den Alkoholgenuß beim Erwachsenen betrifft, so ist nichts dagegen einzuwenden, wenn dieses in geringer Quantität geschieht, doch daS Maß des Erlaubten schwankt tn weiten Grenzen. Maß und Besonnenheit sind hier vor Allem am Platze, und ich bitte Sie, nicht zu vergessen, daß die Bei« spiele, wo manche Leute ganz ungemein viel Alkohol ohne sichtbaren Schaden vertragen, seltene Ausnahmen find. Der Alkohol ist zuweilen etn angenehmes Genußmittel- aber etn Gift ist er doch unter allen Umständen und vollkommen Recht haben jene, welche sagen, daß der Mensch den Alkohol nicht braucht- denn wir sehen ja die ganze Thierwelt um uns ohne Alkohol leben, nur der Mensch hat daS Vorrecht, das Alkoholgift zu genießen. Alkohol regt eine Welle an, später macht sich aber die Abspannung nm so mehr fühlbar, waS Sie bei energischer geistiger Thätigkett besonders beobachten werden, um so mehr, wenn sie den Alkohol deS Morgen» genießen. Der sogenannte Frühschoppen ist eine gefährliche Einrichtung. Citcratur und Kanft — Soeben erschien: Dr. jar. Albrecht, ,3» welche« Asrmerr errichtet man ein Testamentr* Preis 1,50 Mk. Verleg von Eurt Staegltch, Leipzig. Die Errichtung eines Testaments gehört zu den wichtigsten Rechtshandlungen im menschlichen Leben. Man darf wohl sagen: neben der Eheschließung stellt fich die Testamentserrichtung als der tn seinen rechtlichen Folgen belangreichste Act dar. — In knapper, aber leicht faßlicher Weise schildert der Verfasser die Formen der Testamentserrichtung nach gemeinem, preußischem, französischem, sächsischem und zukünftigm deutschem Recht. Alle Vorzüge, welche die Broschüre bietet, hervor« zuhebm, ist unmöglich, doch wollen wir einige der bedeutendsten Abschnitte wie z. B.: „Das Militär- und Marinclestamentt in Anbetracht der allgemeinen Wehrpflicht nicht unterlassen zu erwähnen, ferner das Schtffstestamenl, Dorftestament rc. — Sehr eingehend berichtet der Verfasser über die Bestimmungen deS neuen bürgerlichen Gesetzbuches für Deutschland betreffs Abfassung von Testamenten. Das Interesse an dem Buch wird noch dadurch erhöht, daß die auf Testamentserrichlung bezüglichen Vorschriften des österreichischen Rechts demselben beigegeben sind. Mit einem Worte Wir können unteren geehrten Abonnenten die Anschaffung obiger Broschüre bestens empfehlen. — Ein stattlicher Band — das soeben vollendete 4. Quartal 1896 der ,Vleggati»atfet Bl&ttet* — liegt UN« vor. In unserer so ernsthaften Zeit sucht alle Welt Erholung, Zerstreuung, Erfrischung in Scherz und Humor und die Litteratur kommt dieser Neigung eifrigst entgegen. Es ist aber schwer, In jetziger Zeit, in der die gesammte Kunst stürmisch nach Naturwahrheit drängt, sich von der krassen Wiedergabe unschöner Wirklichkeit fernzuhalten, namenllich auf dem Gebiete der humoristischen Kunstleistungen — und schätzen wir die Meggendorfer Blätter ganz besonders hoch, well es ihnen gelingt, stets die goldene Mitte zu fassen und in Bild wie in Text Wirklichkeit mit künstlerisch Schönem zu verbinden. Da ist nichts, was den feineren Sinn zurückstößt, den guten Geschmack beleidigt. Die herrlichen, zum großen Theile farbigen Illustrationen, sind dem Leben unserer Tage entnommen, die große Zahl komischer Erzählungen, Witze, Scherze, Gedankensplitter ist mit gesundem, frischem, fröhlichem Geist ausgewäblt. Diese Borthelle sind auch die Ursache, daß die Meggendorfer Blätter nicht allein tn jedem einigermaßen bedeutenden öffentlichen Locale gehalten werden, auch in Familien sind sie ein wöchentlich — ober bei Bezug in Heften 14 tägig — jederzeit gerne gesehener Gast, der jedoch, wenn einmal Hausfreund geworden, nicht mehr entbehrt werden mag. Wir machen unsere Leser aufmerksam, daß bei beabsichtigtem Abonnement von der Geschäftsstelle der Meggendorfer Blätter München, Schubertstraße 6 auf Verlangen Gratis-Probenummer erhältlich ist. Ein vornehmes 1/1/eihnachts-Geschenk: * Meyers Historisch-Geographischer Kalender auf das Jahr 1897. Als Abreisskalender eingerichtet. Mit Uber 600 Landschafts- und Städteansichten, Architekturbildern, historischen Porträts, Autographen und Wappenbildern. Preis: 1 Mark 50 Pfennig. Ausführlicher Prospekt gratis in allen Buchhandlungen. Bibliographisches Institut in Leipzig und Wien. J. W. DiefEeab ichs Alice-Schule. u-ck-mpEm Beginn: Montag, den 4. 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Wer dagegen, ohne oorgelad n zu fein, cüi.n Richter sprechen will, hat sich hi rza Mittwochs — Vor. mittags — ein zu finden Gießen, den 74. Decernder 1896. Großherzogliches Amtsgericht. Lannermann. Korned Pcek empftcblt in besten OualitSten Emil Fischbach roh, in ollen pmskigen, Verkaufsstelle in Giesson: yefopanntj DOH Jin. 1.4v HU. I ß^r Bieker, Philipp Herrmann, Robert Die Qualitäten sind reinfd>me SWT Den befien deutschen *96 Wie in den vergangenen Jahren, so bitten wir auch angesichts des COGNAC bevorstehenden Jahreswechsels zur Enthebung von Gratulat onrbesuchen Mark«, sowie alten Bum und von Zusendung von Gratulation? karten für die hiesige effertrt zu billigen Preisen 10 -70 Samos Auslese, Süsser Pajarete, „ Priorate, Wermuth wein, Malaga, Madeira, Sherry, Portwein, Lacrima Christi, Muscatel, i WWW A'iild, v' liIs : en< Tokayer, direct bezogen u ter Garantie für reinen Rebensaft, empfiehlt zu äußersten Pr.ifcn F. 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