Rr. 255 Erstes Blatt Donnerstag den 29 Oktober 1896 Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. Aints- unb Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen Rkdaction, Expedition und Druckerei: Schutstratz-Ar.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger Rbonncmentsprets: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrloha. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Di« Gießener KamttiendtLtter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal »«gelegt. Der WUfctutr Anzeiger »scheint täglich, Wtt Ausnahme des MontagS. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« feüjtnbtn Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Hratisöeitage; Kießener Kamikienölätter. Alle Lnnoncen-Bureaux deS In« und Au-landeS nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Neueste Wolff» trlegriPhtsche« ColreiponLenr»B«re«^ Schießplatz Meppen, 27. October. Der Kaiser und Prinz Heinrich find mit Gefolge heute früh kurz vor 9 Uhr in Meppen eingetroffen. Geh. Rath Krupp, Admiral von Knorr und StaatSsecretär Hollmann geleiteten den Kaiser «ach dem Krupp'schen 'Schießplatz. Der Kaiser wohnte hier Schteßversuchen der Marine bet mit Geschützen, die zur Ausrüstung der neuesten Panzerschiffe in Aussicht genommen find. Heute Nachmittag gegen 4 Uhr wird der Kaiser und Prinz Heinrich nach der Krupp'schen „Billa Hügel" bet Essen «breisen. Seit 10 Uhr Vormittags herrscht Regenwetter. Leipzig, 27. October. Dem „Leipziger Tageblatt" zu- folge tritt das Schiedsgericht zur Entscheidung der Ltppe'schen Erbfolgefrage unter dem Vorsitz des König» Albert von Sachsen zwecks Bestellung der Referenten und Festsetzung der Geschäftsordnung am 30. October in Dresden zusammen. Rom, 27. October. Heute Vormittag fand eine große Truppenrevue auf dec Piazza Barbertnt und der Piazza Zndependenza statt, welcher König Humbert, Fürst Nikita, der Prinz von Neapel und andere Fürstlichkeiten zu Pferde beiwohnten. In der glänzenden Suite befanden sich die sämmtlichen fremdherrltchen Militärattaches. Fürst Nikita gab seiner Bewunderung über die ausgezeichnete Haltung -er Truppen, besonders während des Vorbeimarsches, wiederholt Ausdruck. Die Königin Margherita, die Prinzessin von Neapel, die Königin Maria Pta von Portugal wohnten der Parade zu Wagen bet. Der außerordentlich gut gelungene Vorbeimarsch der Truppen wurde durch die anwesende Menschenmenge lebhaft begrüßt. Die Bevölkerung brachte den Fürstlichkeiten auf dem Rückweg in den Quirtnal bc> geisterte Ovationen dar. Rew-Nork, 27. October. Eine Massenversammlung nahm gestern eine Resolution an, in welcher die Hoffnung ausgedrückt wird, daß die armenischen Flüchtlinge nicht als gewöhnliche Auswanderer behandelt werden und worin ferner die Regierung aufgefordert wird, alle ihr zu Gebote stehenden friedlichen Mittel anzuwendrn, um eine Ueberetnftimmung der Mächte zur Beendigung der Greuel in Armenien herbeizuführen. Chicago, 26. October. Zwei Getreidespeicher der Pacific-Spetchergesellschaft, enthaltend 1,100,000 Bushel Weizen, find niedergebrannt. Der Schaden wird auf 1,050,000 Dollar geschätzt. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 27. October. Der „Retchsanzetger" schreibt 4n seinem nichtamtlichen Theil wörtlich: Bet der öffentlichen Besprechung der jüngsten „Enthüllungen" der „Hamb. Nachr." über deutsch-russische Beziehungen bis zum Jahre 1890 ist vielfach der Wunsch hervorgetrelen, die Regierung möge auch ihrerseits das Wort zur Sache ergreifen. Wir find zu der Erklärung ermächtigt, daß dies «tcht geschehen wird. Diplomatische Vorgänge der von den „Hamb. Nachr." erwähnten Art gehören ihrer Natur nach zu den strengsten Staatsgeheimniffen; fie gewissenhaft zu wahren, beruht auf einer internationalen Pflicht, deren Verletzung eine Schädigung wichtiger StaatStntereffen bedingen würde. Die kaiserliche Regierung muß daher auf jede Klarstellung verzichten. Sie wird jenen Auslassungen gegenüber weder falsche berichtigen, noch unvollständige ergänzen in der Ueberzeugung, daß die Zuverficht in die Aufrichtigkeit und die Vertragstreue der deutschen Politik bei den anderen Mächten zu fest begründet ist, als daß fie durch derartige „Enthüll- ungeu" erschüttert werden könnten. Berlin, 27. October. Die Ernennung d'eS bisherigen Direktors in der Colonial-Abthetlung, Dr. Kayser, zum Senatspräfidenten deS Reichsgerichts steht der „Rordd. Allg. Ztg." zufolge unmittelbar bevor. Berit«, 27. Oktober. Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat gestern, wie die „Rordd. Allg. Ztg." meldet, den Direktor der Eolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts, Freiherrn v. Rtchth ofen, und den Gouverneur von Deutsch- Ostafrtka, Major v. Wtßmann, gemeinschaftlich empfangen. Berlin, 27. Oktober. Der Rector der Berliner Unt- tzerfität, Profeffor Dr. Brunner hat einen im Social- wissenschaftlichen Studeuten-Berein in Berlin in Aussicht genommenen Vortrag des Fräulein Helene Lange über kttellectuelle Grenzlinien zwischen Mann und Frau verboten. Diese Verwaltungs-Maßregel der ReetorS erregt i« studentischen Kreisen großes Aufsehen. Berlin, 27. October. Am 10. November, Morgens 10 Uhr, findet, wie das „Volk" «ittheilt, zu Frankfurt a. M. in der Rosenau eine Berathung der christlich-socialen Vertrauensmänner statt. Auf der Tagesordnung steht die Besprechung der Partei-Organisation und Agitation, sowie die Stellungnahme zu den Ereignissen der letzten Monate. Am Abend ist im Saale des Gasthauses „Zum Storch" eine öffentliche Volksversammlung in Aussicht genommen, in welcher Hofprediger a. D. Stöcker sprechen wird. Berlin, 27. October. Wie aus Budapest gemeldet wird, sind die Verhandlungen wegen einer direkten Telephonverbindung zwischen Budapest und Berlin zum Abschluffe gelangt. Die Telephonverbindung wird am 1. September 1897 iuS Leben treten. Die Baukosten betragen 290000 Gulden, wovon 130 000 Gulden auf Ungarn entfallen. Berlin, 27. Oktober. Die Unterschlagungen des verhafteten Buchhalters Rehre von der DiSconto-Gefellfchaft belaufen sich auf etwa 50 000 Mark. Berlin, 27. Oktober. Die StaatSregieruug gestattete für Meppen die Riederlaffung der katholischen Ordensschwestern von Unserer lieben Frau. Schweidnitz i. Schl., 27. October. Anläßlich des gestrigen Geburtstages des General-Feldmarschalls Grafen Moltke war deffen Gruft in Creisau herrlich geschmückt. Der Kaiser sandte ein prächtiges Blumen-Arrangement. Frankfurt a. M., 27. Oktober. Die „Franks. Ztg." erfährt aus Stuttgart: Der Bterbrauereibesitzer Bräuchle in Aalen hat die ihm von der Volkspartei angebotene Reichstag Scan di datur für den 13. Wahlkreis angenommen. Freiburg i. v., 27. October. Die Beisetzung des verstorbenen Erzbischofs RooS hat heute Vormittag unter großer Betheiligung stattgefunden. Derselben wohnte auch als Vertreter des Großherzogs von Baden der Erbgroßherzog Friedrich bei. München, 27. October. Heute Nacht fand zwischen einigen Gendarmen und mehreren jungen Burschen ein blutiges Rencontre statt. Die Burschen griffen die Gendarmen mit Messern und Steinwürfen an. Ein Gendarm zog seinen Revolver und verletzte einen der Burschen durch einen Schuß in den Unterleib tödtlich. Preßburg. 27. Oktober. Im hiesigen Comitat kam eS hi der vergangenen Nacht an verschiedenen Orten zwischen dem Militär und Anhängern der Volkspartei zu blutigen Zusammenstößen, welchen mehrere Menschenleben zum Opfer fielen. Paris, 27. October. Die Kaiserin-Mutter von Rußland und der russische Thronfolger werden am 15. November in Nizza eintreffen. Paris, 27. October. Der Gemeinderath tadelte gestern den socialtstischen Abgeordneten Lau drin, weil er ein revolutionäres Plakat gegen den Zaren unterzeichnet hatte und verweigerte ihm die Erneuerung seines Mandats als Viceprästdeut. Paris, 27. October. Die Pariser Blätter reproductren die Angriffe der englischen Blätter gegen Deutschland und betonen, England sei deshalb so erbittert, weil Deutschland der russtsch-franzöfischeu Allianz näher komme. Die Politik BtSmarckS sei die gewesen, Oesterreich über Bord zu werfen und mit Rußland vereint gegen England zu gehen. Paris, 27. Octoker. Heute Nachmittag hielten der Senat und die Kammer Sitzungen ab. Im Senat verlas Präfident Loubet ein Decret des Präsidenten Faure, worin dieser die beiden Kammern auf heute zu einer außerordentlichen Tagung einberuft. In einem Briefe FaureS war das AbschiedStelegramm niedergeschrteben, welches der Zar beim Verlaffen des franzöfischen Bodens an Faure gerichtet hatte. DaS Telegramm wurde sehr beifällig ausgenommen. In einer Ansprache sagte der Präsident deS Senats: Der Besuch deS Zarenpaares in Frankreich habe Gelegenheit gegeben, die alten Sympathien für Rußland, welche aus der Gemeinschaft, den Bestrebungen und Jnte- reffen beruhen, kund zu geben. Die Freundschaft beider Länder habe sich bereits beim Empfang der franzöfischen und rusfischeu Flotte in Kronstadt und Toulon kund gegeben. Die einmüthige Acclamation, welche die Gäste begrüßt habe und die allgemeinen Sympathien bestätigten die Worte, welche in Paris und Eherbourg gewechselt worden seien, die den Banden, welche beide Staaten verbinden, die definitive Weihe gegeben habe. Auch der Senat habe sich durch seine Mitglieder den großen Kundgebungen angeschloffen und er richte an den Zaren die Wünsche, welche Frankreich zum Ruhme der Regierung des Zaren, zum Glück seiner Familie und zum Gedeihen Rußlands hege. In der Kammer hielt Briffon eine patriotische Ansprache, in welcher er fich fast derselben Redewendungen bediente, wie der Präfident des Senats. Loudon, 27. Oetober. Die hiesigen Blätter besprechen die Enthüllungen der „Hamb. Nachr." und stellen die deutsche Politik, insbesondere diejenige BtSmarckS, als wortbrüchig hin. Die Blätter erhoffen, daß die Berliner officiöse Presse recht bald dem BtSmarck'schen Treiben entgegentreten wird. „Daily Mall" erhebt gegen Deutschland die unglaublichsten Angriffe und sagt, von einer Annäherung Englands an Deutschland könne keine Rede sein. London, 27. October. Eine Depesche deS „Daily Graphic" aus Konstantinopel meldet, die Armenier hätten beschlossen, sofort zu handeln, ohne länger die Einmischung der Mächte abzuwarten. Es soll sich hierbei um nichts weniger handeln, als Konstantinopel an allen vier Ecken in Brand zu stecken. Berlin, 28. October. Dem „Localanzeiger" zufolge ist der Gesundheitszustand des Fürsten Bismarck insofern kein ganz befriedigender, als die GefichtSfchmerze« zunehmen. Berlin, 28. October. Unter dem Vorsitz des Prinzen Friedrich Leopold fand gestern Abend als am Gedenktage der Capitulation von Metz das dem alljährlichen Andenken an den Prinzen Friedrich Karl gewidmete Gedächtniß - mahl der Vereinigung Prinz Friedrich Karl statt. Genna, 28. October. Die italienische Regierung hob das Verbot der Einschiffung von Auswanderern nach Brasilien tm hiesigen Hafen auf. Wirballeu, 28. October. Gestern traf hier eine .A b - theilung deS russischen EisenbahnregtmentS ein, welche bei der Durchreise deS Za re «paar es Anfangs November die Bahnstrecke besetzen und den Bahnhos absperren sollen. Konstantinopel, 28. October. Gerüchtweise verlautet, Nihik Effendt sei in Folge der Aufregungen im Ge- fängniß gestorben. Cocates unb prwtnjkllw, Gießen, den 28. October. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten - Versammlung Donnerstag, den 29. Oktober 1896, Nachmittags 34/2 Uhr pünktlich: 1. Gesuch deS Friedr. Habenicht um Erlaubntß zur Wasserabsührung auS seinem Fabrikgebäude an der Wiesenstraße. 2. Desgleichen deS W. Steinbach zur Aufstellung einer Bretterhalle in seiner Sandgrube am Nahrungsberg. 3. Decretur von Kostenrechnungen. 4. Die Ausführung der Eulturarbeiteu im Gießener Stadtwald. 5. Die Derwerthung des Eichenstamm- Holzes im Gießener Stadtwald pro 1897/98. 6. Gesuch des SchützeuvereinS Gießen um pachtweise Ueberlaffung eines städtischen TrtebviertelS. 7. Gesuch des Gießener EtSvereinS um Ueberlassung der Wiesen hinter den Eichen für den Winter 1896/97 unter den seitherigen Bedingungen. 8. Vergebung der Wilson-Stiftung. 9. Die Gewährung von warme« Frühstück an bedürftige Schulkinder. 10. Das Thurmhaus, hier: Ueberdachung des LichtgangeS am ThurmhauS am Brand und Vertiefung deS Pumpenschachtes daselbst. 11. Ausbau der Liebtgstraße. 12. Erhöhung städtischer Trottoirs, hier: den Pflasterftreifeu auf der Nordanlage vom Ncu- städter Thor ab. 13. Den Weg vom Wallthor über die GänSäcker und die Burgwiesen nach dem Phtlosophenwaid, hier: Baumpflanzung entlang desselben. ** Die Hauptversammlung des landwirthschaftltchen Vereins für die Provinz Oberheffen fand am Montag Vormittag tm „Prinz Carl" dahier statt. In Verhinderung deS zur Hoftafel nach Darmstadt geladenen Herrn Grafen Friedrich zu SolmS-Laubach, des Präsidenten deS Provinzial- Vereins, führte Herr Sch lenke hier den Vorsitz. Derselbe begrüßte zunächst die als Gäste erschienenen Herren Oeco- nomierath Müller, Profeffor Dr. Wagner von der landwirth- schaftlichen Versuchsanstalt Darmstadt und Dr. Müller, Generalsekretär der landwirthschaftltchen Vereine deS Großherzog- thumS. Die Versammlung erklärte fich damit einverstanden, daß für die künftigen Generalversammlungen deS Provinzial- Vereins ein größeres Local benutzt wird und soll dem Prä- fidium die Wahl eines solchen überlassen werden. — Hierauf hielt Herr Professor Dr. Wagner den angekündigten Vortrag über die „Anwendung künstlicher Düngemittel nach dem neuesten Stand der Wissenschaft, ins- besondere zur Erhöhung der Futtererträge auf Wiesen und Weiden". ES giebt, so führte Redner auS, viele Wiesen, die nach Nährstoffen hungern, auf denen fich aber die Erträge verdoppeln ließen. Was den Wiesen nützt und ihren Ertrag steigert, ist PhoSphorsäure, Kalk, Kali, Stickstoff, sonstige Stoffe bekommen fie nebenbei. Was zunächst die Frage betreffe, ob man alle Wiesen mit Phosphor- säure,'enthaltend im Thomasmehl, düngen solle, so sei dieselbe zu bejahen, da die meisten Wiesen arm an PhoSphorsäure seien. Die Annahme, daß 1 Ctr. Thomasmehl und 5 Ltr. Kainit der Normaldüngung eines Morgens entsprechen, hat sich nicht bewährt, ein Centner Thomasmehl habe gar keinen Erfolg ge- habt, denn Versuche dam't auf armen Wiesen haben ergeben, trotzdem alle Borbedmgungen günstig waren, daß die ausgehungerten Pflanzen die Phosphorsäure nicht aufzunehmen vermochten, indeß konnten sich die Pflanzen für den nächst« jährigen Sommer kräftigen- es wurden auf einer Versuchswiese, die vorher 15 Ltr. Heu ergeben, in dem der Düngung folgenden Jahre 45 Ctr. geerntet, allerdings bet Anwendung von drei Centnern PhoSphorsäure. Wenn der Ertrag einer Wieie aufS höchste durch reiche Düngung mit PhoSphorsäure gesteigert sei, so genüge in der Folge eine geringere Dünger- meoge. Die Ersahruog lehrte, daß nach dem ersten Jahre der Erfolg nicht beurtheilt werden kann. Versuche haben ergeben, daß eine reichliche PhoSphorsäuredüngung (16 Ctr. Thomasmehl) sechs Jahre vorhält, in welchem Zeitraum sich der Mehrertrag auf 227 Ctr. pro Hectar berechnete- es sei sonach eine Ueberschußdüngung für sehr arme Wiesen rationell. Nehme man den Ertrag eines Hectars Wiese mit durchschnittlich 100 Centner Heu an, so wird durch dasselbe dem Boden ca. 70 Pfd. PhoSphorsäure entzogen. Diese müßten wieder ersetzt werden, und zwar durch 4 Ctr. Thomasmehl, welche die 70 Psd. PhoSphorsäure enthielten. Die Wiese mit Super- phoSphat zu düngen, empfehle sich nicht, dasselbe sei zu theuer, es sei dasselbe nur zu empfehlen, wenn die PhoSphorsäure rasch wirken soll, etwa im Frühjahr- auch die Düngung mit Knochenmehl sei nicht rationell, nöthigensalls zulässig bet humusreichem Boden, Thomasmehl sei leichter löslich. — Herr Prof. Wagner ging hierauf auf die Kali frage über. Kalt set ein unentbehrlicher Stoff für den Pflanzenwuchs, aber kaltreiche Böden seien selten, besonders set der Wtesenboden relativ arm au Kali. 100 Pfd. von den Pflanzen aufgenommene PhoSphorsäure machten den Ersatz durch 340 Pfd. Kali nöthig, Lehm- und Thonbödeu seien kainithaltiger, deshalb sei ein Ersatz in gleichem Maße nicht nöthig. Wenn man von einer einen Morgen großen Wiese 25 Centner Heu ernte, so wüste der dadurch dem Boden entzogene Stoff ersetzt werden durch 1 Ctr. Thomasmehl und 5 Ctr. Kainit, set der Heuertrag größer, so mllste auch mehr Thomasmehl und Kainit verwendet werden. — WaS die Kalkdüngung betreffe, so sei Kalk nicht nur als Pflanzennährstoff, sondern auch als physikalischer Bestendthetl guten Bodens zu betrachten - kalkarmer Boden set unfruchtbar, selbst wenn er sonst noch so gut gedüngt werde, der Boden müffe mehr Kalk erhalten, als dte Pflanzen aufnehmen können. Man solle daher, bevor man an eine rationellere Düngung mit anderen Stoffen denke, den Boden auf Kalkgehalt prüfen- die Probe laste sich leicht anstellen, indem man einen Theelöffel Erde in einem Wasterglase mit verdünnter Salzsäure übergieße. Ist die Erde kalkhaltig, so erfolgt ein Aufbrausen der Mischung. 10 Ctr. gebrannter Kalk oder 20 Centner Kalkmergel pro Morgen werden nach einigen Jahren aufgezehrt fein, denn in 100 Ctr. Heu sei 1 Ctr. Kalk enthalten. Wenn man nun berücksichtige, daß mit 4 Ctr. Thomasmehl dem Boden 1 Ctr. Kalk zuzesührt werde, so sollte man meinen, daß ein besonderer Ersatz an Kalk nicht nöthig sei. Dies set aber irrig, denn der im Thomasmehl enthaltene Kalk verwandle sich in Kainit und werde unlöslich. Gehr arme Wiesen an Phosphorsäure, Kali und Kalk find zu düngen mit gebranntem Kalk (etwa 10 Ctr. pro Morgen), 3 bis 4 Ctr. Thomasmehl, 5 Ctr. Kalt. Dann soll auf je 100 Ltr. geerntetes Heu tm Herbst gedüngt werden mit 4 Ltr. Thomasmehl, 20 Ctr. Katntt, 4 Ctr. Kalk. Die Versuche über die Wirkung der Düngung find e nsach. Von einem in 12 Parcellen getheilten Stück Wiese dünge man 3 Parcellen gar nicht, 3 Parzellen mit Thomasmehl (3 Ctr. auf den Morgen gerechnet) und Kainit (5 Ctr. pro Morgen), ferner 3 Parcellen nur mit Kainit und 3 Parcellen nur mit Thomasmehl. Man solle dann diese verschiedenen Düngungsversuche auf ihre Wirkung prüfen und ihm mittheilen, wonach er dann Anweisung zur Düngung geben könne. — Herr Prof. Wagner behandelte schließlich noch dte Frage der Stickstoffdüngung. Das Bedürsntß der Pflanzen nach Stickstoff sei ein ziemlich große-, denn in 100 Ctr. Heu fänden sich 187 Pfund Stickstoff. In der Regel sei für dte Wiesen eine besondere Stickstoffdüngung nicht nöthig, denn die Pflanzen ziehen den Stickstoff aus der Lust, auch Zersetzungsstoffe, Abfälle usw. liefern Stickstoff. Doch gebe es auch Ausnahmen. Wenn auf Wiesen einige Jahre hintereinander die kleeartigen Gewächse kräftig gedeihen, so werde schließlich die Wiese kleemüde, dann sei eS ein Bortheil, mit Jauche zu düngen, dadurch würden die Gräser erhalten, welche dte Kleemüdtgkeit der Wiese verhinderten. — Redner legte am Schluffe seines Vortrag- den Anwesenden dte rationelle Düuguug der Wiesen ans Herz, dte dadurch erztelten höheren Erträge geben dem Landmanu die Mittel zur Verbesserung seines Biehstandes und damit zur Verbesserung des für den Ackerbau nöthigen Stalldüngers. — In der folgenden, von Herrn Sch lenke eingeleiteten Dt-cusfion wurden besonder- hervorgehoben die Schwierigkeiten, welche fich dem Bezug von Düngemitteln durch kleine Landwirthe entgegenstellten, eS wurde für nöthig erachtet, daß dte Gemeinden den Bezug im Großen übernehmen und daß besonders auch auf Gemetndewiesen die angedeuteten Versuche auSgeführt werden möchten. Dte Gemeinden müßten mit gutem Beispiele oerangehen, sonst bleibe Alle- beim Alten- weiter wurde aber auch darauf hin- gewtesen, daß die landwirthschaftlicheu Vereine den Bezug der Düngemittel bereit- in dte Hand genommen und daß namentlich Seiten- de- landwirthschaftlicheu Bezirk-Verein- Gießen Bestellungen auch im Kleinen besorgt würden. — Auch über die bereits unternommenen Düngeversuche einzelner Landwirthe und Gemeinden wurden dte Meinungen ausgetauscht. Ueber die Errichtung von Herdbüchern nach den Beschlüffen des AuSschuffeS referirte Herr LandwirthschastS- lrhrer Leithiger von Alsfeld. Don deu Beschlüffen, welche bereits die letzte Generalversammlung der drei landwirth- schaftlichen Provtnzialveretne in Sachen der Hebung und Förderung der Viehzucht nach rationellen Zuchtmethoden, ferner der landwirthschaftliche Bezirksverein Gießen gefaßt, find nach den Darlegungen des Herrn Leithiger diejenigen zunächst ausführbar, welche geringe Mittel beanspruchen, da über größere Mittel, besonders staatliche Zuwendungen, noch nicht verfügt werden kann. Als Grundlage, auf welcher die Entwickelung der Zuchtfrage weiter behandelt werden soll, hat der Provinzialverein die Aufstellung von Herdbüchern bezeichnet und hat danach der Ausschuß Vorlage über die bezüglichen Bestimmungen und dte Eiurtchtung solcher Herdbücher gemacht. Herr Leithiger gab Kenntniß von diesen Bestimmungen. Danach find für jede der in Oberhessen in Betracht kommenden Vieh- raffen, daS Vogelsberger und das Simmenthaler Rind, Herdbücher einzurichten. Der Zweck, die Viehzucht zu verbessern, soll erreicht werden durch Körung geeigneter Zuchtthiere, Führung von Herdbüchern, Veröffentlichung der Herdbücher, Heranziehung der Zuchtvereine zu den Arbeiten und Zielen, welche die Herdbücher erstreben. DaS Ziel der Viehzucht ist Dollblutzucht beider Raffen. Dte Führung der Herdbücher besorgt der Vorstand deS ProvtnzialvereinS, dte Körung erfolgt durch KreiScommtsfionen. ES folgen Bestimmungen über Eintragungen und Kennzeichen der Thiere, sowie die Controle. Dte Herdbücher werden veröffentlicht, sobald 200 Thiere einer Raffe eingetragen find. — Eine Discuffion über diese Bestimmungen fand der vorgerückten Zeit w-gcn nicht statt. — Vor Schluß der Versammlung theilte Herr Sch lenke mit, daß der Ausschuß schon früher beschloffen, den Herrn Kammerrath Weber in Laubach, welcher von 1862 bis 1895, also über 30 Jahre, die Geschäfte beß ProvtnzialvereinS als Secretär geführt, in Anbetracht seiner Verdienste, zum Ehren- mitgliede deS Oberhessischen landwirthschaftlicheu Provinzialvereins zu ernennen. Die Versammlung schloß fich einstimmig dem Beschluß deS AuSschuffeS an. • • Verlegung deS BiehmarkleS. Folgende, von 332 Viehhändlern aus 68 Orten unterzeichnete Petition ist heute an die Stadtverordneten-Versammlnng eingereicht worden: Nachdem in den Kreisen der unterzeichneten Händler daß Project der Verlegung des MarkieS hinter die Bahnhöfe in feinen Einzelheiten bekannt geworden ist, haben wir die Ueberzeugung gewonnen, daß dte geplante Verlegung weder zu unserem Vortheil, noch zur Frequenz des Marktes selbst beitragen kann. Wenn eS auch im Jntereffe der raschen Abwickelung der Geschäfte nur von Vorttzeil sein kann, wenn der Marktplatz mit einem Bahnanschlußgeleise versehen ist, so ist die- doch kein unabweisbares Bedürfniß und wird nach unserer Anficht bei deffen Nichtvorhandeusein der Markt mit nicht weniger Vieh befahren werden. Dagegen müffen wir entschieden Front gegen die beab- fichtigte Errichtung eine- BirhhofS machen, da abgesehen davon, daß ein solcher bei einem Zuchtviehmarkt, wie der hiefige, nicht nöthig ist, würde, wenn in einer Stallung desselben nur ein Stück Vieh für seuchenverdächttg gehalten würde, sofort der ganze Stall gesperrt werden und der hiervon betroffene Händler müßte unberechenbaren Schaden erleiden, so daß hierdurch unter Umständen die ganze Existenz beß Marktes in Frage tarne, denn welcher Händler wird eß rtsktren wollen, daß ihm fein Bteh unter Umständen wochenlang gesperrt wird, er wird alsdann sicher den hiesigen Markt zu vermeiden suchen und auf nichthessischen Concurrenzmärkten, wo die sanitären Vorschriften weniger rigoros find, seine Geschäfte abschließen. Hierzu kommt noch, daß die Kosten für unS wesentlich höhere würden, da doch die Zinsen und Amortisation deS bedeutenden AnlagecapitalS, sowie die hohen Verwaltung-- kosten aus den Stall- und Futtergeldern gedeckt werden müßten, während wir jetzt an Niemanden gebunden find. Glauben wir von unserem Stallwirth übervortheilt zu werden, so können wir jederzeit andere Unterkunft bekommen. DaS, was dem hiesigen Markt fehlt und um was wir ergebenst bitten, ist: „Die Beschaffung eineß geräumigen Platze- zur Abhaltung de-Markte-, mit genügendem Raum zum Zu- und Abtrieb, einem Musterplatz, der von allen Theilen leicht zu erreichen ist, Hallen zum Schutze der Menschen und Thiere bei ungünstigem Wetter und anständige Behandlung Seiten- de- AusfichtS- und Beamtenpersonals. Indem wir bemerken, daß heute nur ein verschwindend kleiner Theil der 53 Petenten, welche zur Zeit für die Verlegung beß Markte- eintraten, den gleichen Standpunkt wie damals einnimmr, um so mehr, da der nun vorgesehene Platz kaum näher an dem eigentlichen Bahnhof fich befindet, wie der seitherige Marktplatz, so hoffen wir, daß verehr- ltcher Stadlvorstand die geplante Verlegung hinter die Bahnhöfe, sowie die Errichtung, bezw. Erbauung von Viehhöfen, als den Handel und Verkehr schädigend unterlaffen möge." * * Die Veranstaltungen der „Wanderer", Gießener Rad- fahrergefellschaft, am letzten Sonntag, den 25. MtS., verliefen in der schönsten und zufr edenstellendsten Weise. An den Rennen am Vormittag auf der Landstraße nach Lollar beteiligten fich zehn Fahrer und e» errangen die auS- gesetzten Preise: a. beim Erstfahren über 5000 Meter: l.PH.RicolauS in 14i/, Min., 2.W.Bergin 14»/. M>n., 3. A. Schwab in 15*/, Min., b. beim Hauptfahren über 5000 Meter: 1. Carl Duill in 10 Min. 42 ©ec., 2. Wilh. Hamel in 10 Min. 50 ©ec., 3. PH. Nicolaus in 11 Min. 14 See. Hierbei entspann fich ein sehr intet» effanter und spannender Endkampf zwischen dem dritten und dem folgenden Fahrer, Ad. Noll, welcher kurz vor dem Band überspurtet wurde. — An der am Nachmittag stat^» gehabten Schnitzeljagd waren etwa 35 Mitglieder beteiligt,, welchen diese in Gießener Radfadrerkreisen bisher noch nicht bekannte Veranstaltung besondere- Vergnügen gewahrte. Die als Füchse mit zwei Stunden Vorsprung fungirenden Fahrer hatten ihre Aufgabe, die Jäger irrezuführen, so gut gelöst, daß ein großer Theil derselben erst nach mehrstündigen Irrfahrten den Endpunkt erreichte. Die ausgesetzten Preise wurden in folgender Reihenfolge gewonnen: 1. Wilh. Hamel, 2. PH. Nicolaus, 3 Aug. Schwab, 4. I. Wirth- mann. Abends fand ein sehr gut besuchter Commerß auf TextorS Terrasse statt. Nach den Begrüßung-worten beß ersten Vorsitzenben, Herrn Wilh. Hornberger, folgten in angenehmer Abwechselung gemeinschaftliche Gesänge, komische Vorträge, Mufikpiecen unb eine große Reihe von Toasten. Bei der PreiSoertheilung, welche der erste Vorfitzenbe mit entsprechenben Worten einleitete, konnte er die erfreuliche Mittheilung machen, daß der 1. Preis bei der Schnitzeljagb, ein prachtvoller Regulator, von dem Gewinner, Herrn Wilh. Hamel, den „Wanderern" für das Vereinszimmer bedicirt worben ist. Ein kräftiges „All Heil" war bie Antwort. Allen Anwesenben, insbesondere auch den Damen unb den als Gästen zahlreich erschienenen Freunden der „Wanderer" wird diese Veranstaltung noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Spiritistische Soiree. DaS Künstlerpaar Flh unb ©labe, Spiritisten unb Gedankenleser, daS zuletzt in Berlin in Krolls Theater sowie vor kurzer Zeit auch in Hannover im Tivoli Concertsaale mit außerordentlichem Erfolge auf» trat, beabsichtigt am Sonntag, den 1. November in Stein- Saalbau eine Vorstellung zu geben, worauf wir schon heute Hinweisen wollen. Wie Kaffeler Zeitungen bereit- anzeigen, treten die Künstler am 28. d. MtS. im Hanusch- Saale auf. * * Ueber bie Leipziger Sanger, welche Freitag unb Sam-tag in Steins Saalbau wiederum auftreten,, schreibt die „Gvtt. Ztg.": „Wer die gegenwärtig hier int Colosseum auftretenden „Leipziger Sänger" gesehen hat, wird gern zugeben, daß fie ihrem Domicil, den Ciystallpalast in Leipzig, alle Ehre machen. Was auf den Zuschauer einen besonder- anheimelnden Eindruck macht, ist neben der äußeren Eleganz die gediegene und gut vollendete Vortragsweise. Auch bas Programm be- gestrigen Abend- war sehr abwechslungsreich unb becent gehalten. Reichen Beifall ernteten bie Einzelvorträge wie auch bie Quartettvorträge, in welchen neben Präcifität ein prachtvolle- Stimmmaterial unb große Innigkeit Au-bruck fanden, wahrend der aus den übrigen Nummern hervorsprudelnde ungezwungene Humor in seiner Originalität nicht- zu wünschen übrig ließ unb oft nicht enben wollenden Jubel hervorrief. Al- einzig in ihrer Art dürften da die Herren Belzer al- „tanzender Zwergs Rafaeli als „Damenimitator" und Hanke als „Ein Erleuchteter" zu nennen fein. Die wiederholten Beifalls- dezeugungen nöthigten die Vortragenden zu stets neuen Einlagen. Man darf wohl sagen, daß der den Leipzigern biß jetzt zu Theil gewordene gute Besuch wohlverdient ist unb daß auch die noch stattfindenden zwei letzten Vorstellungen fich eineß solchen erfreuen werden." * *H. Stadttheater. Auch die gestrige Vorstellung des Schliersce'r Bauern-Ensembles „Dte Z'wtderwurzen" war wiederum von schönstem Erfolg für die Gäste begleitet Da- Stück selbst hätte jedoch entschieden Schiffbruch gelitten durch daß Schleppende der Handlung, welche der Verfasser nach seinem gleichnamigen Roman breit in 5 Acten aufgebaut hat. Nur bie Kunst bet Darsteller vermochte über bie Klippe ber Langweile im brüten unb vierten Acte hinwegzuhelfen. — Die heutige Schlußvorftellung ber Schlierfee'r bringt baß ewig zugkräftige Stück „Der Herrgottfchnitzer von Ammergau", mit welchem fich bie BauernkÜnstler von unß verabschieden. * * Stadltheater. Die längst in Vorbereitung befindliche Schwank-Novität „Die Dragoner" geht am nächsten Freitag in Scene, worauf wir schon heute aufmerksam machen wollen. Mit dieser Aufführung beginnen wieder btt Abonnements- Vorstellungen ber hiesigen Bühne. Befitzwechsel. Die Katz en stet n'sche Besitzung am alten Riegelpsab ging für den Preis von 57,500 Mk. in den Besitz ber Stadt über; hiermit wäre baß letzte Hinderniß zur Eröffnung der Liebigstraße biß zur Frankfurterstraßt gefallen. • • Für treue Arbeit. Aus hiesigem Rretßamte wurde gestern Nachmittag durch Herrn Regierungßrath Mellor dem Küfer Heinrich Robenhausen II. auß Wieseck, welcher seit 45 Jahren ununterbrochen bei ber Firma 9g. Heinrich Schirmer hier beschäftigt ist, baß von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog gestiftete allgemeine Ehrenzeichen „Für treue Arbeit" am Banbe zu tragen überreicht. Bom derzeitigen Inhaber der Firma Herrn Heinrich Schirmer wurde- derselbe für seine langjährige treue Arbeit mit einem ansehnlichen Geldgeschenk bedacht. Vorstehendes ist gewiß ein Beweis von den guten Beziehungen, welche zwischen Arbeitgeber und Arbeitern der Firma Gg. Heinr. Schirmer bestehen- ♦ * Fahrpreisermäßigung auf Eisenbahnen. Vom erstem November ab tritt, wie bie „Offenb. Ztg." meldet, in Bezug auf die Fahrpreisermäßigungen für Gefell- fchaftsfahrten eine Aenderung beß bisherigen Verfahren» in ber Weise ein, baß bieieiben nicht mehr ausschließlich von den königlichen Eisenbahnbirectionen, sondern In den meisten Fällen von den Vorständen der Reiseantrittsstationen bewilligt werden. Letztere find zuständig, wenn eS sich nm die Benutzung von Personen- unb gemischten Zügen unb um Reisen nach Stationen deS eigenen DireciionSbezirkS handelt und die Gesellschaft nicht über 100 Personen zählt. In allen anderen Fällen erfolgt die Entscheidung durch bie königliche Eisenbahndirection. Auch bie Fahrpreisermäßigungen für lanbwirthschaftliche Arbeiter zur Benutzung ber vierten Wagenk affe werben nach wie vor nur von den königlichen Sisenbahndtreetionen bewilligt. *8 Külk. *6V nidjt Mm mhrrr t grlöft, '» Irr. Preise Dilh. Dirth, "'S auf -tru dr- 'ltzteu 1Q komisch, Toasten, "de mit freuiiche tzrljag-, n Wilh. Abtritt u°b bm ionbitu- mtr 6r, Fly unb in Rktlio Honnvder olgt auf« Steiur ®lr schau ereilö au« Hanu'ch. itng unb I i)i« im ti)tn hat, »stallpalasi Zuschauer neben der LoittagS» ' war sehr n Beifall tlvortrSge, imwaterial r auS de» « Humor eß und oft ig in ihrer r Zwerg', „Ein Er- SflfaOf* tuen Sin- ^txn b\t t \\t Md »Münzen stelluug der cwurzeu' le begleitet, ach gelitten :r Verfasser i ausgebaut : die Klippe oegzuhchll. bringt dal itzer von er von un» »befindliche i« nWß« folll oiaibea vteder Ml je. isrtzuvg a« )OO Mk. ta ehte hiodtt- ffurterstraßt amte wurde Melior de« H «* 51. V” schell #u”r As« der- inner warbt einem °n' t «wife k>a chea Arbeit' $0« ‘^ a ,t, l«Wi '« B Telegraphenkabel in Bad-Nauheim, sowie die Lieferung von etwa 4000 hartgebrannten Ziegelsteinen zum Bedecken des Kabels sollen un Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Bedingungen rönnen von dem Kaiserlichen Postamt in Bad-Nauheim gegen Erleguna von 50 Pfg. Schrerbgebühr bezogen werden. Angebote find schriftlich, versiegelt und mit der Aufschrift „Kabel- legung m Bad Nauheim" portofrei bis zum 4. November, Vor- mittag II Uhr, an die hiesige Kaiserliche Ober-Postdirection einzu reichen, wo sie zur angegebenen Zeit in Gegenwart etwa erschienener An« bleter eröffnet werden. Die Kaiserliche Ober-Postdirection behält fich die Auswahl unter den drei Mindestfordernden vor. Darmstadt, 26. October 1896. Dec Kaiserliche Ober-Postdirector, Geheimer Ober-Postrath. ___________________________Clavel. 9587 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Obbornhofen für IlC0t Dom 2- November d. Js. acht Tage lang zur Einsicht der Bethellrgten auf dem Bürgermeisterei-Büreau offen. Obbornhofen, den 27. October 1896. Riesen-Rollmöpse mit Gurken Einlage per Stück S Fig. empfiehlt Rh. Herrmann, 9596 LetterSweg 83. ^^ersteigerungenj Versteigerung von altem Bauholz Donnerstag den LS. Oktober 1896, Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Hofe des Kreisamtes dahier kleinere Partieen alten Bauholzes, von der Zehntscheuer her- rührend, unter den dort bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich versteigert werden. Gießen, den 28. October 1896. Großherzogl. Hochbauamt Gießen. Neuling. 9592 Rollmöpse per Stück 6 Pfg. empfiehlt 9594 W. M. Noll, Ederstraße 1. Anthracitkohlen, Nußkohlen, Melirle Kohlen, Vriquetts und kleines Brennholz, fuhren- u. ceninerweise, empfiehlt billigst H. Hof, 9577 88. Bahnhofstraße 83. 22 Marktplatz 22 drosse Auswahl in Capes Pellerinen, Muffs, Kragen, Barels, Herren- und Knaben-Mützen neueste Formen, elegante Ausstattung. 9085 Reparaturen und Umänderungen in eigener Werkstätte. Mainzer Nampf-Merei unl> chemlsche WWerei (Fr. Beltz) 7251 Ein Kleid zu waschen Mk. 2.— Herren-Hose zu waschen . Mk. —.70 Herren-Anzug zu waschen 9586 Wieseuftraße 1. Tadellose Ausführung. — Schnellste Lieferung. Annahmestelle für Gießen und Umgegend: Marktstr. 14, im Laben. Füllofen, wenig gebraucht, zu verkaufen. 947a Bahnhofstrasse 51, 1. St. A. Kilbinger, Seltersweg 19. Luxus-Wagen und Geschirre. 2681 2.50 Weste zu waschen Gardinen ä Blatt „ -.50 „ -.60 0000000000000000000000000 8 Römischer Kaiser, Wehlar. 0 0° Von heute ab führe ich, um vielseitigen Wünschen nachzu- Q kommen, nur die mehrfach prämiirten und zuletzt bei der Inter- ü O nationalen Bierconeurrenz in München 1895 mit der O O goldenen Medaille und Ehrendiplom ausgezeichneten Q o Biere der Actien-Brauerei Gießen § o in Gießen. Q O 9320 Hochachtungsvoll O g Heinr. Kuhn, Ium Römische« Kaiser, g aOOOOOOOOOOGO 0006300000000 9689J Eine schöne Wohnung mit Wasserleitung alsbald an ruhige Leute zu ver- miethen._______Leihgesterrrerweg 8. 9572] Eine kleine Wohnung für zwei bis drei Personen zu vermtethen. 3. Ruckstuhl, Steinstraße 63. । ■! ■■■ t in jeder beliebigen Schriftart und Kartonierte werden If löi 1 If ö ea mässigen Preisen aagefertigt in der s iUlindl lull Brühl’schen Univ.-Druckerei (Pietsch & Scheyda) Sohulstrawe 7. r^iMferkaüftn^^ Haus Berkans. Ein Haus im Mittelpunkt der Stadt ist Verhältnisse halber für den billigen Preis von 9000 Mk. unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei S. Katz, 9411 Gießen, Asterweg Nr. 10. Bauplatz, in guter Lage, ca. 1500 Quadrat- Meter groß, zu verkaufen. Näheres bei S. Katz, 9412 Gießen, Asterweg Nr. 10. O> in schönster Lage Z unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. K. Klees, Agent, Südanlage 18. 9216] Zwei Stück Land tn meinem Garten am Nahrungsberg zu verkaufen Näheres «aplaneigafse 11. Irischer Ofen, fast neu, zu verkaufen Zwiebeln SÄ’u 9o81 Brandplatz. toZ-ClMlC Seletzlich geschützt, aus ber Brennerei 2. H. Magerfleisch, Wismar a. d. Ostsee, ist bas gesundeste, feinste deutsche Tafelgetränk und ganz besonders wohlschmeckend, pr.Originalkrug »*160; aus derselben Fabrik 9578 fthr alter Kornbranntmm in altbekannter hochfeiner Qualität, pr. Liter JL 1.80 bet Emil Fischbach. Vermiethungen. Die Wäsche-Fabrik = Fritz Nowack, Giessen, empfiehlt ihr stets neu assortirtea Lager in fertiger Wäsche für Damen, Herren und Kinder. Anfertigung aller Wäsche-Artikel in einfacher und eleganter Ausführung. mpfehlungen. MAGGI5 Richard Loewenthal & Co. Bahnhofstraße Nr. 1. Gieren. Bahnhofstraße Nr. 1. = Melseitigstes und einzig in seiner Art am Matze eriprendes Sortimmls-Keschäst, == welches vermöge seiner Reichhaltigkeit der Artikel den geehrten Kunden die Annehmlichkeit bietet, den Bedarf an einer Stelle decken zu könne«. Als besonders empfehlenswerth heben DameN'CorsetS, vorzügliche Qualität . . von 65 Pfg. an Gestrickte Damm-Strümpfe.....,, 33 „ n Herren-Socken......... 17 „ „ Normal-Hemden........„ 65 „ „ Reinwollene Kinder-Strümpfe .... „ 24 „ „ Dawen-Tricot-Handschuhe..... 24 „ „ Damm-Röcke......... 85 „ n Gestrickte Kinder-Anzüge......„ 25 „ „ Mädchen-Fancy-Hosen......„ 28 „ „ wir nachstehende Artikel hervor: Vorgezeichnete Kragen-Kasten.....von 8 Pfg. an Körbe mit vorgezeichneten Deckchen ... n 15 „ „ Vorgezeichnete Tablet-Deckchen .... „ 3 „ „ Gestickte Parade-Handtücher.....„72 „ „ Britauia-Eßlöffel, Vs Dutzend ... 50 „ Große Bast Handtaschen . ... mm 19 „ „ Blechschüsseln, jetzt.......15 Emaillirte Schüsseln......50 „ Zweideckelkörbe.......von 1V Pfg. an Bekurb. Bürstentaschen . . . Federkasten........ Bälle........... Britania-Leuchter....... Emaille-Taffen........ Gewürz-Schränke....... Kaffee- und Zuckerbüchsen . . . . Gekleidete Gelenkpuppen, jetzt .. . . . 29 . von 8 . „ 6 Stück 50 ’ 24 . von 10 Pfg- Pfg. an H * ■ w w Pfg. an 9581 M A _ ■ jxl-r-rrwT 1 Ä 1 Pfund, gleich 60 Gebünd, Mk. 1.90, Doppellage, gleich 10 Gebünd, 35 Pfg. tSl&lCAh 1 Pfund, prima QsUalität, gleich 60 Gebünd, Mk. 2.10, DoppeNage, gleich 10 Gebünd, 40 Pfg. bto. 4 Selbf ortens Partei bei 20 Frankeu-St. 6nfll. SovereignS Dollars in Gold Der Gesammtauflage der heutigen Nummer liegt ein Flugblatt der Nationalliberale» 9598 Redaktion: s Echeyd a. — Druck und Vkrlaq her Briibl'scheu Uni»erfrirt4-Vuch. und Stelnbrvderei (Pietsch k bchetzda) ta letzen. Die öevtige Tmnmer umfaßt 6 Setten. Der Gesammtauflage der heutigen Nummer ’jr liegt ein Flugblatt des Freisinnige« Wahl' Vereins bei.2588 Fr’tre Kr’ <' ' '•^ctirAR''e 'c efi« in allen BudihandlüDcen ••••••••••eeoeeeeeoeeeeee Oie Dragoner. 3t 47, Oesterr. Stlberrente 86.0) 98 40 4 Ung. Gold-Rente 103 1 102 70 3 Portugiesen 26 30 6 Mexicaner 102.50 4 Monopol-Griechen von 1887 31 U ermischte Anzeigen. 95751 Student sucht einem jüngeren Schüler Rachhtttefiunden zu erlbeihn. Honorar 1 A Offerten unter O. an die Expedition bL Bl.___