18»« Mittwoch den 29 Juli Erstes Blatt Kr. 176 Aintr- und Anzeigeblatt für den Aveir Gieren. Hratisöeikage: Gießener Iamilienblätter triebskraft, tferlivien nach 'M ustralienJJ uerei, BW® 3631 Unaohm« von Anzeigen zu der Nachmittag- für de, f»lgmden Lag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. ' Mühlen. le 5 bis 8 Pfennig. Zahlungsbedingungen. te c E L 6 8 ® < 0 8 0 e* 0 ® B N- E te iesten •sah otoren ÄI-r-Del unö »len 18 - ohne Geruch >sellschaf/Wlj rD,ß. statistik beantragen. Coburg, 27. Juli. Der Fürst von Bulgarien ist gestern früh hier eingetroffen. Vormittags legte er Kränze am Sarge seines Vaters, des Prinzen August, nieder und wohnte dem Gottesdienste in der katholischen Kirche bet. München, 27. Juli. Die „Allg. Ztg." meldet: Zu den Kats erm anöoern in Schlesien hat auch Prinz Ruprecht von Bayern eine Einladung erhalten. Mit Rücksicht hierauf wird sich der Prinz am 3. September von den Manöver» des 1. bayerischen CorpS bet Unterthingau nach Görlitz Kekulv von Stradonttz. — Zu gleicher Zett fand das Leichen- begängntß des OberturnwartS Profesior Dr. Angerstein unter zahlreicher Bethetltgung statt. Berlin, 27. Jult. Die Abteilung Berlin der deutschen treibenden zu weit eingreifende Maßregel. Die Kammer ersuchte daS Ministerium, es wolle tm BundeSrathe die Ab« lehnung dieser Anträge der RetchScommission für Arbeiter. Verfügung der Direction verboten worden. Ebenso wurde auch das Ausrufen bestimmter Spirituosen, Liqueure u. s. w. seitens der Bediensteten der Bahnhofsrestaurateure lassen. r Dem Gewerbe und der Landwirthschaft, welche fortdauernd der besonderen Hülfe und Unterstützung durch den Staat bedürftig find, haben Sie dieselben durch Bereitstellung reicherer Geldmittel, durch wettere Bewilligungen für ein der Lentralstelle für die Gewerbe gewidmetes neues Gebäude, durch Ihre Mitwirkung zur Gründung neuer landwirthschaft. licher Schulen, sowie in mehrfachen anderen Richtungen in daukenSwerther Weise gewährt. In nicht geringerem Grade war Ihre Thätigkeit der Tatwickelung deS Verkehrswesens durch höchst bedeutende Ver- willigungen für Straßenbauten, Nebenbahnen und die Brücken- , bauten über den Rhein bei WormS förderlich. Die Annahme des Ihnen durch Meine Regierung vorgelegten Gesetzentwurfs über die Kunststraßeu ist geeignet, durch die Vereinigung der Verwaltung in einer Hand der rascheren Entwickelung des Straßenwesens zu dienen. Noch in letzter Stunde hatte Sie die wiederholt in beiden Kammern verhandelte Frage der Verstaatlichung der »adwigSbahn beschäftigt. Ueber die Nothwendigkeit dieses Schrittes, wie über die Nothwendigkeit einer vorauSgängtgen Verständigung mit der Königlich Preußischen Regierung in Betreff des Erwerbs und Betriebs jener Bahn bestand zwischen Ihnen und Meiner Regierung schon seit längerer Zett volles Ttnverständniß. Die von der letzteren zu diesem Zwecke ge- führten Verhandlungen begründeten mehr und mehr die Einficht, daß bei der Gestaltung der Eisenbahnverhältuiffe in dem Großherzogthum eine den VerkehrSbedürfniffen voll ent* sprechende Ausnutzung der Bahnen des Landes, sowie eine stchere Grundlage für die ErtragSfähigkeit der in denselben angelegten hohen Werthe nur in einer engen VerwaltungS- uab Finanzgemeinschaft mit Preußen zu finden sei. Erfordert diese letztere nach einigen Richtungen hin auch ein gewiffes Maß von Selbstbeschränkung, so habe Ich Mich derselben dennoch gerne unterzogen, weil Ich die Ueberzeugung gewonnen habe, daß Ich damit meinem geliebten Lande und Volke und, wie Ich glaube, auch höheren Zwecken einen großen und b-leibenden Dienst erweise. Gott segne unser liebes Heimathland! untersagt. , BreSlau, 27. Juli. Unter der Spitzmarke „Heraus- forderung zum Zweikampf" bringt der „Breöl. Gen.» Anz." folgende Gerichts-Berhandlung. Vor der ersten Straf, kammer des Landgerichts BreSlau hatte sich heute wegen Herausforderung zum Zweikampf der Student der Philosophie Hermann Kaltsch aus Danzig zu verantworten. Derselbe hatte in einer Nacht mit dem Studenten Michaelitsch auf der Albrechtstraße zu BreSlau ein Rencontre gehabt. Kaltsch forderte Michaelitsch auf krumme Säbel. Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen ersteren einen Monat Festung, das Gericht verurtheilte ihn jedoch nur zu einer Woche ^Rünberg, 27. Juli. Der erbliche RrichSrath Freiherr Lothar von Faber, der Besitzer der weltberühmten Blei- sttftfabrik, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Brüffel, 27. Juli. Nach den bis jetzt bekannten Er- gebniffen wurden in Brüffel sämmtliche liberalen Ean- didaten bet den gestrigen Wahlen für den Provinzialrath mit 20,608 Stimmen gewählt. Die Soctalisten erhielten 15,103 Stimmen. Paris, 27. Jult. Die Schuld an den Unruhen in Lille wird tm Besonderen dem Präfecten des Nord. departementS zugeschrteben und steht deßhalb deffen Abberufung bevor. . „ r, Paris, 27. Juli. Die Blätter beglückwünschen den j Minister Hanotaux, daß er den TrauSvaal-Präfidenten Krüger und den Viceprafidenten Joubert zu Groß Offizieren der Ehrenlegion ernannt hat. Paris, 27. Juli. Dem „Figaro" zufolge würde es fich wohl in Darmstadt entscheiden, ob der derzeitige Zustand der Czartn eine Ausdehnung der Reise deS CzarenpaareS nach Parts und London gestattet. Möglicherweise werde der Czar allein nach Paris kommen. Keinesfalls würde das Czarenpaar die Pariser Reise bis zur Weltausstellung tm Jahre 1900 aufschieben. Sicher sei aber, daß der Czar nicht nach Berlin gehen werde, wenn ihm dadurch unmöglich würde, Paris zu besuchen. Lyon. 27. Juli. Ein 14jähriger italienischer Lehrling erstach seinen Lehrmeister wegen eines von letzterem I erhaltenen Backenstreiches. Loudon, 27. Jult. Der internationale Socia- I listen-Congretz wurde gestern Mittag durch eine Friedens- Demonstration eingeleitet. Von den deutschen Abgeordneten sind Bebel, Liebknecht, Singer, Molkenbnhr, Wurm, Grillen- I berger und andere erschienen. Der Aufzug dauerte über eine Stunde. Loudon, 27. Juli. Bei der gestrigen soctalistischen Demonllrattou erklärte Aveling, nur die Eapitalisten wollten den Krieg, JaureS und Liebknecht seien gekommen, • um den Arbeitern zu verkünden, daß die Arbeiter der ganzen vierteljähriger >6o**- -n , < o xl v_. girtAoftofl t-pn • her 'TMrvrtinti hPTfinttH morden. Ebenso wurde Erlaß eines Gesetzes, welches zum Schutze be> Angesteuten I eine allgemeine Ladeuschlußstunde vorschreibt, für eine in daS Welt den Frieden «ollen. Aveling kam dann auch auf den Einfall Dr. JamesonS in Transvaal zu sprechen und führte aus, Iameson würde fretgesprochen werden, weil die Capi- ralisten dabei interesfirt seien. Die Namen Iameson und RhodeS wurden vom Publikum auSgezischt. Konstantinopel, 27. Juli. Amtliche Berichte aus Salo nicht bestätigen, baß das Auf tauchen bewaff« neter Bauden in Macedonieu in der Zunahme begriffen sei. Dieselben werden von Griechenland mit Waffen und Munition versehen und finden seitens der christlichen Bevölkerung Unterstützung. Berlin, 28. Juli. Der im ReichS-Justizawt auSge« arbeitete Entwurf eines neuen Handels-Gesetzbuches bezieht sich, wie die „StaatSb.-Ztg." erfährt, fast nur auf die RechtSverhältniffe der Kaufleute und berührt in weit größerem Maße als das in Geltung bestehende Handelsrecht die Berhältntffe anderer Berufsstände. Darum sei auch in dem Entwurf der Begriff eines Kaufmanns in anderer, dem gegenwärtigen Bedürfniß entsprechender Weise festgestellt worden. Der Entwurf zähle die Geschäfte auf, welche als kaufmännisch zu gelten haben und bestimmt dann noch, daß ein gewerbliches Unternehmen, das nach seinem Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordere, als Handelsgewerbe im Sinne des Gesetzbuches gelte, wenn die Firma des Unternehmers in das Handelsregister eingetragen sei. Das gelte aber nicht für den Betrieb der Land- und Forftwirthschaft. Berlin, 28. Juli. Dem Gouverneur Wißmann nahestehende Kreise nehmen an, daß derselbe noch den Monat August im Harz zubrtngen werde. Berlin, 28. Juli. Zur Reise des Zarenpaares erfährt das „Berl. Tagebl.", Paris solle vermieden werden, weil der Zar die dort zu erwartenden allzu großen Ovationen verhindern möchte. Der Zar dürfte die offtctelle Begrüßung Frankreichs in Toulon oder Marseille entgegenuehmen. Kiel, 28. Juli. Der BerbandStag der schleswig-holsteinischen JnnungS-Ausschüffe nahm gestern eine energische Resolution gegen den Acht-Uhr-Ladenschluß an. Lemberg, 28. Juli. Einige Polenblätter melden, der Zar werde von Kiew zu kurzem Aufenthalt in Congreß-Polen eintreffen. London, 28. Juli. In der gestrigen Sitzung des Sozialisten-Congresses wurde bet der Debatte über den Ausschluß der Anarchisten nur mühsam eine Prügelei verhindert. Wegen andauernden Tumultes wurde die Sitzung geschlossen. CoceUs «nd prwhtjküefe Gießen, den 28. Juli. ** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädtgst geruht, am 28. Juni dem Fölstec Georg Heinrich Karpf zu EinartShausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für 50jährige treue Dienste" zu verleihen. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag, den 30. Juli 189 6, nöthigenfalls mit Fortsetzung Freitag, den 31. Juli, Nachmittags 3^/z Uhr, pünktlich: 1. Errichtung einer Minna Keil-Vogt Stiftung zu Gunsten hiesiger bedürftiger Handwerker und Handwerkerwittwen. 2. Baugesuch der Firma Heyltgenstaebl u. Cie. für die verlängerte Ltebtgstraße. 3. DeSgl. der Gail'schen Dampfziegelei, Erweiterung det Ringofens betr. 4. DeSgl. des Wilhelm Seipp I. um Erlaubntß zur Errichtung einer Feldscheuer am alten Feldweg. 5. Erneuerung der Ueberführung der BewäfferungSanlage von der Wieseck über den Oberlachgraben an der Plockbrücke. 6. Ausbau der Ebelstraße- hier: Credit- Erweiterung. 7. Ordnung deS städtischen Archivs- hier: Ereditrrtheilung. 8. Voranschlag deS GaS- und WafferwerkS für 1896/97- hier: Bauliche Arbeiten für die neue GaSbehälter- und Dampfkesselanlage. 9. Unterhaltung deS TchlachthofeS- hier: Vergrößerung der Waffermefferanlage. 10. Ventilbrunnen an der Einmündung der Bergstraße in den Schtffenbergerweg. 11. Fortsetzung der GaS- und Wasserleitung zwischen der Pumpstation und dem Bahndamm in der Westanlage. 12. Fortsetzung der Wafferletrung auf der Rodheimerstratze. 13. Desgleichen auf dem Schiffenbergerweg. 14. Verstärkung der alten Wasserleitung für die Matgaffe. 15. Bau einer Bahn von Gießen nach Bieber- hier: Anlage eines besonderen Personen-Bahnhofes. 16. Vergrößerung des bestehenden bezw. Anlage eines zweiten Friedhofes. 17. Erweiterung des Friedhofes; hier: Anlage einer weiteren Zapfstelle. 18. Die Benutzung deS WafferS im FriedhofSbaffin für gärtnerische Zwecke. 19. Gesuch deS Friedhofsaufsehers Löber um Anschluß deS Leichenhauses an die Quellwasserleitung, 20. Gesuch des Karl Kinkel zu Gießen um Ertheilung der Erlaubntß zum WirthschastSbetrieb im Hause Rtegelpfad. ** Konten zum Besten des Jnvalidendank. Wir machen auch an dieser Stelle aufmerksam auf daS heute (Dienstag) Abend 7 Uhr im „Gießener Festsaal", bezw. dem dortigen Garten stattfindende Extraconcerr der Regime ntS- Capelle zum Besten des Jnvalidendank- der Einwohnerschaft Gießens ist damit Gelegenheit geboten, in Förderung der edlen Zwecke des „Jnvalidendank" zugleich ihre Erkenntlichkeit zu beweisen für die vielfältigen, mustergültigen Darbietungen unserer RegimentScapelle, wie insbesondere für die von derselben gegebenen Promenade-Concerte. •• Montags. Concert auf bet Schonen Aussicht. DaS gestern stattgehabte achte MontagS-Concert war wiederum recht gut besucht. Obwohl wegen des zu kleinen Orchester- podiumS nicht die ganze Militär-Capelle spielen konnte, wurde alles Mögliche gethan, um das Concert zu einem wohl- gelungenen zu machen. Besonders erwähnen wollen wir daS Quartett der Herren Helwing, Reinhardt, TrinkS und Gorr, welche als Einlagen „DaS einsame Röslein", „Waldandacht", „Schäfers SountagSlied" und „Die Kapelle" recht schön zum Vortrag brachten. •* Der heutige Wochenmarkt war der letzte, welcher nach der alten Marktordnung ftattfand. Am SamSlag den 1. August tritt die neue Marktordnung in Kraft. Von da ab werden wöchentlich drei Märkte (Dienstag, Donnerstag und SamStag) gehalten und den einzelnen Gegenständen des MarktverkehrS besondere Derkaussplätze angewiesen. Wünschen wir, daß die neuen Verhältniffe allen Betheiligten zum Segen gereichen und den Marktverkehr bei den gegenwärtigen höheren Bedürfniffen fördern mögen. Bom hessische« Feldartillerie Regiment Rr. 11, welches auf dem Rückmärsche nach seiner Garnison Cassel begriffen ist, passirteu heute früh mehrere Batterien unsere Stadt. ** Erinnerung au 1866. Die am vorigen Sonntag von den 1866r Kriegskameraden Gießens unternommene Reise zum Besuch der Gefechtsfelder und Gräber bet Laufach und Frohnhofen verlief in schönster Weise. Ca. 20 Gießener Kameraden, denen sich noch einige Herren von hier und auswärts angeschloffen hatten, fuhren per Bahn bis Laufach und besuchten den dortigen Friedhof, auf welchem unter Anderem auch Oberst Schenk vom 4. Regiment, ein Gießener, begraben liegt- derselbe erlag seiner am 13. Juli erhaltenen Verwundung, ebenso befinden sich daselbst Massengräber, welche theilS mit Namen der Gefallenen, theils auch nur mit der Zahl derselben bezeichnet waren, z. B.: „Hier liegen begraben 13 Hessen und 5 Preußen." Nach dem ging es zurück nach Frohnhofen- gleich am Dorfeingang, unter einem Baume, ist ein Doppelgrab und mit Holzkreuz und der Inschrift: „Hier ruhen zwei tapfere preußische Husaren." Beinahe am Ende des Dorfes befindet sich die Wirthschaft Hornung, mit der geschichtlichen Kegelbahn, in welcher Major Kröll und Hauptmann König er den Heldentod fanden- beide fielen durch Schüsse auS einem der Kegelbahn gegenüberliegenden Hause. Zeichen deS daselbst stattgefundeuen heftigen Infanterie-Kampfes findet man heute noch an den eichenen Balken und Bohlen der Kegelbahn, welche stark von Fltnten- kugeln durchlöchert und zersplittert sind. Vor Frohnhofen, in der Richtung nach Hösbach steht rechts der Straße daS Hessendenkmal, und wurde daselbst von den Gießener Kameraden ein Lorbeerkranz mit Schleife in den Landesfarben und der Widmung: „Die Veteranen von Gießen ihren 1866 gefallenen Kameraden" niedergelegt. Hinter dem Denkmal gelangt man, eine hohe Treppe emporsteigend, an daS Grab des Haupt- mannS König er und mehrerer anderer Offiziere, etwas weiter zurück liegt daS Grab deS Oberstlieutenant Diefenbach mit noch 30 Soldaten, ganz nahe dabei befindet fich ein weiteres Massengrab- auf der Tafel ist zwar nicht angegeben, wie viel Gefallene daselbst liegen, jedoch nach Angabe des Führers find es ca. 60. Auf der Höhe der genannten Gräber links der Straße liegt die Grabstätte des Hauptmanns Kolb. Die Gräber find alle recht gut gehalten, und wurden in Laufach sowohl als auch in Aschaffenburg die alten Leute, welche zur Unterhaltung der Gräber bestimmt find, mit einer kleinen Geldspende bedacht. DaS letzte Grab liegt links an der Straße nach Hösbach unter einem Obstbaum. Großes Interesse bot auch daS Terrain, da bet der Gesellschaft fast alle Waffengattungen von 1866 vertreten waren, und die gegenseitigen Belehrungen und Aufklärungen fast einem Jeden auf dem deinen Gesichtsfelde die Situation klar vor Augen führten. Die Reisegesellschaft fuhr von Hösbach per Bahn nach Aschaffenburg zurück, theils dort übernachtend, theils nach Gießen zurückkehrend. ** Die hessischen Sifenbahnbeamten haben, verbunden mit dem Etsenbahnbeamlenverein Darmstadt, die Gründung eines hejstschen Landesvereins beschlossen, in dieser Beziehung dem Beispiele ihrer Berussgenosien der Nachbarstaaten folgend. Der Statutenentwurf wurde am Samstag von Delegirten der Interessenten im „Friedberger Hof" zu Darmstadt einer Vorberathung unterzogen. In einer weiteren, auf den 15. August d. I. anberaumten Versammlung der beiden Gesammtvorstände soll zur Wahl deS Hauptvorstandes für den LandeSoerein geschritten werden. Die neue Verbindung bezweckt lt. „Drmft. Ztg." die Hebung der Collegialität, die Förderung der geistigen und materiellen Interessen, die Hebung des StandeSbewußtsetnS der Verkehrsbeamten u.s.w. Dieser Zweck soll angestrebt werden durch Gewährung pecuntärer Beihilfen, Schaffung vortheilbafter Einrichtungen auf wtrthschaftlichem Gebiete, Gewährung einer Rechtshilfe in allen aus dem VerkehrSdtenste hervorgehenden Straf- und Procetzfachen, Veranstaltung von fachlichen und wissenschaftlichen Vorträgen und durch Abhaltung geselliger Zusammenkünfte. ** Eisenbahnwesen. In der Eisenbahnverwaltung ist die Controle der Fahrkarten während der Fahrt von außen nunmehr durchweg verboten. Die bezüglichen Bestimmungen der Dienstanweisung der Zugführer und Schaffner haben eine dementsprechende Aenderung erfahren. + Hattenrod, 28. Juli. Heute Morgen früh entstand Feuer lärm. Die Scheune eines Schmiedmeisters ging in Flammen auf. Da hier Wassermangel herrscht, so besteht bet den meisten Familien die Einrichtung, den Wasserbedarf für den nächsten Tag Abends vorher mit großen Fässern in der Nähe des Ortes zu holen. Durch rasches Herbeischaffen der gefüllten Wafferfäffer konnten die Spritzen in erfolgreiche Thätigkeit gesetzt und das Feuer auf feinen Herd beschränkt werden. Die herbeigeetlten Nachbarfeuerwehren brauchten nicht mehr einzugreifen. Der Schaden wird durch Verfiche- rung gedeckt werden. O Linbenstrnth, 27. Juli. Um Mitternacht zündete ein Blitzstrahl vor dem Dorfe einen Kornhaufen an. Herbeieilende löschten die brennenden Stoppeln aus, sonst wären wahrscheinlich sämmtliche Kornhaufen deS Ackers dem Feuer zum Opfer gefallen. Zur Lehre diene: Man suche während eines Gewitters nie Schutz unter Fruchthaufen! Dermifd?tes< • Krofdorf, 26. Juli. Dem „Wetzl. Anz." wirdWvou hier geschrieben: Bon einer Einbrechergesellschaft werden seit einiger Zeit die Orte Krofdorf und Lollar Henn, gesucht. Nachdem schon vorher mehrere Einwohner beider Orte Morgens die unliebsame Entdeckung gemacht hatten, daß ihnen während der Nachtzeit unerwünschter Besuch za Theil geworden war, ist am letzten Freitag wiederum an zwei Stellen eingebrochen worden. In dem einen Falle war. das Schloß der Thür vollständig herauSgesägt. Wie eS den Anschein hat, lenken die Einbrecher ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf solche Orte, an denen Geld ausbewahrt zu werden Pflegt, während sie Gegenstände, die leicht zu Bei. räthern werden könnten, ruhig stehen laffen. — Darum auf- gepaßt! * Frankfurt t. M, 27. Juli. Laut „Franks. Ztg/ wurde heute Nachmittag 3 Uhr von der Gutleutstraße 123 Großfeuer gemeldet. In einem daselbst befindlichen Spezereiwaarengeschäft war im Keller Feuer auSgebrochev, das fich sofort aus daS StiegenhauS ausdehnte und diese» zerstörte, aufregende Scenen wie s. Zt. bei dem Brande des Britannia-HotelS spielten fich ab, da sich Niemand von den Hausbewohnern über die Stiege retten konnte. ES wurden sofort 70 bis 80 Monn Militär rrquirirt, die sogleich au» der gegenüberliegenden Kaserne mit ihren Kletterstangen und Leitern kamen, daS HauS bestiegen und in die Wohnungen drangen, die in kürzester Zeit mit Rauch gefüllt waren. Inzwischen war die Feuerwehr eingetroffen, die dann fämmt- liche im Hause befindlichen Personen, namentlich Frauen und Kinder rettete. In großer Gefahr schwebte eine Frau, die mit ihrem Kinde vom Dach durch einen Feuerwehrmann au» ihrer gefährlichen Lage befreit wurde. Die Kinder wurden theilweise nackt auS den Betten hervorgeholt. Niemand wurde verletzt. DaS Feuer ist durch eine Benzin-Explofion im Keller entstanden. ES verdient hervorgehoben zu werden, daß sich auch noch eine Anzahl Offiziere an dem RettungS- werk beteiligten. Die Staatsanwaltschaft begab fich sofort an Ort und Stelle. * Der Beruf eine» Redakteurs. Was Alles von einem Redacteur verlangt wird, zeigt folgende Bekanntmachung, die soeben in einer in Berlin erscheinenden Vereinszeitung veröffentlicht wird- sie lautet wörtlich: „Redacteur für den „Landsmann" gesucht! Da unser bisheriger Redacteur wegen Arbeitsüberhäufung seinen Posten niedergelegt hat, und auch der Herausgeber nicht die nöthige Zeit zum Besuchen der Vereine rc. besitzt, so wird für den „Landsmann" ein tüchtiger, gewiegter, in allen Sätteln fester und erfahrener Redac teur gesucht. Derselbe muß mit dem gesammten Vereins- und Versammlungswesen vollständig vertraut sein, neue Vereine gründen, Statuten entwerfen und Reden zu allen festlichen Gelegenheiten halten können. Alle DereinSfitzungen, Kaffeekränzchen, Ausflüge, Landparthieen rc. muß er mitmachen und über Alles einen gelungenen, packenden Bericht schreiben können. Der Mann muß redtgiren können, sich zanken, duelliren, prügeln- er muß eS auS dem „FF" verstehen, schlechten Zahlern aufs Dach zu steigen und der Damenwelt gegenüber auf den Bällen, Concerten und Abend- Unterhaltungen den liebenswürdigen Schwereuvöther za spielen. Mit den Müttern muß er sich überaus stets gut halten und mit ihnen von den Vorzügen ihrer Töchter plaudern. Er muß bet Schützen, Turnern, Gesangvereinleru, Liedertaflern, Christen und Heiden und vor Allem bei den Landsleuten Hahn im Korbe fein. Er muß eine Zeitung zu Stande bringen, die nie auf der Post verloren geht, welche die Mucken und Schrullen von 10,000 Lesern derart zu befriedigen im Stande ist, daß jeder den „Landsmann" im Voraus bezahlt. Wir brauchen Einen, der heiß und kalt zu gleicher Zeit blasen kann, der den Rock auf beiden Schulter« zu tragen versteht, der mit Hunden bellen, mit den Hasen um die Wette laufen kann, und daS GraS wachsen hört. Er muß Abonnenten und Inserate sammeln und zu gleicher Zeit Gelder kassieren. Alles was im Vereinsleben Passiert, muß er im Voraus bestimmen können, kurz — er muß ein „DereinSmensch" comme il faut, ein „AllerweltSmensch" fein. — Offerten find nur schriftlich bei unS einzureichen". — Armes Menschenkind! * Idyll vom Schöffengericht. Der Berliner „Vorwärts" veröffentlicht nachstehende» Idyll vom Schöffengericht: Präs, (zum Angeklagten): Sie haben mit der Bestohlenen zusammen gelebt. Sie waren doch nicht verheirathet? — Angekl.: Um JotteSwillen, lieber sterbe ick. — Präs.: Sie lebten also im Concubinat? — Angekl.: Nee, in der Müllerstraße. — Präs.: Werden Sie hier nicht etwa dreist, sonst könnten Sie Unannehmlichkeiten haben. — Angekl.: Nischt vor unjut, Herr Jerichtshof, ick bin aber bloS bei Pfeiffer« in de Schule jejangen und kenne den feinen Zimmt nid}. Aber ins Conjiomerat habe ick nie jewohnt. — Präs.: Weshalb haben Sie sich von der Zeugin getrennt? — Angekl.: Weil se zu v'lle jesoffen hat. — Präs.: Ich fordere Sie nochmal» nachdrücklichst auf, fich hier anständig zu benehmen. Vor Gericht spricht man nicht vom „Saufen", sondern vom „Trinken". Mit Rücksicht auf Ihre Ungebildetheit will ich diesmal die Sache noch so hingehen laffen. — Angekl.: Ick kann doch bloS fo reden, wie ick et jelernt habe. — Präs.: Sie sollen der Zeugin bei Ihrem Weggänge eine Summe Geldes weggenommen haben. Wie kommen Sie dazu? — Angekl.: Ick wollte Ihr det Jeld sichern, weil se zu ville soff.! — Präs, (vorwurfsvoll): Angeklagter, jetzt ist e» genug. Ich habe nicht Luft, mir Ihre Rohheiten hier weiter gefallen zu laffen. — Angekl. (ganz erstaunt): Ja, wie soll ick mir denn ausdrücken. Wenn 'ne Frauensperson vier Schnäpse hinter einander fich runter ekelt, denn nennt man bet saufen und nich drinken. So habe ick'S jelernt. — Auf Antrag deS StaatSanwaltS wird der unverbefferliche Dialektiker wegen Ungebühr vor Gericht zur einer eintägigen Haftstrafe verurtheilt und zur Verbüßung der letzteren trotz lebhaften I Protestes abgeführt. 97. 3^' 360« 25. 3«' Ulltt ? 21 Jüli. 1 (1nt * ® |4I II«“ 31 N°» 1 Td« 91 I» 'S, *■ « • Ar llohltllitn Mito b/, etriraudit M al,r irt, M IW« W i”‘ F-brlkd-iri-bi z«». «’* >" $‘1'" $aWrtn mit i^amn Mkn mit Dampf tt 10 'IR H onen Dampfs arbeiten; davon entfall auf siedende Dampf«- stündiger Arbeitszeit Motiven - zwölf bis - der Rest auf Schis »erben. Durchschnitt in jeder Stunde burd dir Pserdekraft ersor Kohlen - bei kleiner - mithin beziffert fich Itannnnng auf fiflnill w Bon dem Getr Heinrich Wagner über das Vermögen d nuar 1806 zu Gie seit den 50er Jahren abwesenden Koural Antrag gestellt w sür tobt zu erkläre an den Äonra m Alle, die von de rod Kunde haben, hie liche Aufforderung, i gmchr Gießen Nac spätestens bis i vember l. I., 9 Uhr« zu geben, » Termin der qei für tobt erklär 'Men, den 25. Amts n-_^Aeuenhac b*6 ""“Widme! b0In 4. Jul J^oib Detter! SV* UN «8 » ein 1 b Awaren. L^teg ^°chdkn29 »■«« ■/.! ‘HÄ4»«2 »it ftp cer. “in« 8ol«i ’^tiuaj ’j’" titln Ä btn ,| *‘>«81 in Ibt,1»,®' Ul, lenen to-a’M °n lassen. »u * 1 D°lUU tgj ' .^Qut »Franks, o*. ittet a.!,, beflndltch, .M M JL’ da n* mi. ^rflnoe d« rL-r ärS- r’Äs Frauen R ch»°bte eine Frau, di, r?en ^ewehrvana an! * e< Die Kinder wnrdn geholt. Niemand mmb ?ne Benzin.Expl°fion b hervorgehoben zu Werber ^tr'ere an dem Rettiml valtschaft begab sich fofon 8. War Aller bon einen Ifltnbt Bekanntmachung, bl, inenben VereinSzeitung bei »Redacteur sür bei bisheriger Redacteur wegic utedergelegt hat, und anj ge Zeit zum Besuchen du m ^Landsmann" ein tüt sefter und ersahrener Rck- t dem gesummten Bereir^ !ig bertraut sein, neue $ip i und Reden zu allen sch en. Alle BeretnSfitzunge- ^atthieen re. mutz cr r üingtntn, packenden Des.'. u§ rebiginn tonnet!, s>d & es aus Uta „%%" Dai) ^t\yn und bn Len, konterten und Abend digen Tchwerenoöther er sich übnauS stetö gut iorzügen ihrer Töchter pfau> Turnern, Gesansvereinlerri en und dar Allem bei bn i. Er muß eine Zeitung p Post verloren geht, weit! :0,000 Lesern derart zu bi jeder den „LandSmim" k Einen, der heiß und kalt | o Rock aus beiden Schulter- tbtn 6* «« d» W» ,b dai ®ra6 »#“ itt lammil« “"b ,6 i„ SBtrdnlliW W® ein MtttidW* “' 6tl u«l tini»«* ' - -t »Ltab«*'' flt »'”.f lT &il-: ®,!1 nie je»«»“- .,L W": w«t0 « fort«*6,1 - J be»*! : bleunfi«"“«t(r Jglli ;"'i» V!t jeltmt h°b . g,,r Sil W* -i\\ \t i« * 8,1b W1”' k Ist!-«-» , der lc«‘ • Brellaa, 27. Juli. Der 30 Jahre In Grunwalds tzpritfabrtkthätige Kassirer gestand Unterschlagungen im tz>esamwtbetrage von 360000 Mk. seit 1876 zu. ♦ Würzburg. 25. Juli. Der Kassirer deS CredltvereinS Landau Namens Btermeisel unterschlug 18 000 Mk. Er iiellte sich selbst dem Gericht. • Mctz. 27. Juli. Zwei Herren, die bei Fort Zastrow photographische Aufnahmen machten, wurden von einem Vsstzier dabei abgefaßt und verhaftet. * Uuliebfame Verwechselung Im Walde von Valle, dolmo auf Sicilien wurde ein Flurhüter von einer Fran. Mn erschossen. Der Beamte hatte die Dame, die mit ihrem Gatten den Wald durchstreifte, nach den Legitimation-, papieren gefragt. Der Ehegatte, der nicht italienisch verstand, hielt den Wächter für einen Briganten und die Frau iSvtete ihn durch mehrere Revolverschüfse. Die beiden Gitten, welche ihren Jrrthum tief bedauerten, wurden io Terranova verhaftet. ' • Selbstmord einer Sängerin. Die 18]ahrige Sängerin Bruneau, eine Belgierin, die im Theater Aumont in der rulsisben Handelsstadt Nsschni-Nowgorod unter dem Namen Lüy Dartaux gastirte, unterhielt ein Verhältniß mit einem geivtffen Zeest, besten Gattin ihn zwang, daS Verhältniß ab- zubrechen. Bruneau beschwor ben Geliebten, zurückzukehren unb drohte andernfalls, einen Selbstmord zu verüben. Da ave Bitten wirkungslos blieben, erschoß sich die Sängerin In ihrem Hotel. Ihre Dienerin versuchte vergeblich, ihr den Revolver vor der That zu entreißen. Der Vorfall ver- ursacht die größte Sensation. • Der Kohleuverbrauch der Erde. Wie viel Centner Kahlen verbraucht die Menschheit tn jeder Stunde? Diese Krage ist, wenn auch nicht ganz genau, so doch mit verhält* rutzmäßtg unbedeutendem Fehler zu beantworten. Kohlen werde" verbraucht zur Keffelhetzung von Dampfmaschinen aller Art, zur Gaserzeugung, zur Gewinnung der Metalle auß ihren Erzen, zur Verarbeitung von Metallen, in ver. schledenen Fabrlkbetrieben und als Brennmaterial für häusliche Zwecke. Annähernd waren im Jahre 1888 800 000 Dampikeffel im Betrieb, die ungefähr dieselbe Zahl von Maschinen mit zusammen weit über 9 Millionen Pferde« träftrn mit Dampf versahen. Zur Zeit mögen also wohl 10 Millionen Dampfpserde für die Zwecke der Menschheit arbeiten; davon entfällt die eine Hälfte — oder weniger — auf stehende Dampfmaschinen mit zumeist zehn- bis zwölf- stSndiger Arbeitszeit täglich, ein Viertel kommt auf Loco- motiven — zwölf bis sechzehn Stunden täglich im Betrieb — der Rest auf Schistsmaschinen, die unregelmäßig betrieben werden. Durchschnittlich mögen sechs Millionen Pferbekräfte in jeder Stunde durch Kohlenverbrennung gewonnen werden- di- Pferdekraft erfordert im Mittel stündlich vier Pfund — bei kleinen Maschinen mehr, bei großen weniger, _ mithin beziffert sich der Gesammtkohlenverbrauch für Kraft- ge «Innung auf stündlich 240 000 Centner. Die Gasanstalten liefern Leuchtgas, zur Zeit ungefähr eineinhalb Milliarden Gasflammen, die im Mittel pro Stunde fünf Millionen Cubikmeter Gas verbrauchen (alle zusammen gleichzeitig brennend, würden das Fünfzehn- bis Zwanzigfache bean- spruchen). Ein Cubikmeter Gas erfordert je nach der Güte der Anlage und der verwendeten Kohlen 1 bis 4, im Mittel 2 Kilogramm Kohlen. Danach ergibt sich für Herstellung de» LeuchtgaseS ein stündlicher Kohleuverbrauch von 200 000 Ctrn. Die Gasanstalten liefern ferner KraftgaS, zur Zeit in Deutschland für 33 000 Gasmaschinen von inSgesammt 120 000 Pferdekräften; durchschnittlich verbraucht eine Maschine pro Pserdekraft und Stunde 1,2 Cubikmeter GaS. Danach werden in Deutschland allein stündlich 150 000 Cubikmeter KraftgaS verbraucht, zu deren Gewinnung 6000 Centner Kohlen gehören. Alle Gasmaschinen der ganzen Erde zusammengerechnet, werden wohl stündlich 70000 Centner erfordern. Hebet den Verbrauch für HeizgaS liegen Angaben nicht vor- er ist bei uns nicht bedeutend, dagegen in Amerika stellenweise so ansehnlich, daß man dafür durchschnittlich 20 000 Centner wohl wird annehmen dürfen. Die Ge- winnung der Metalle aus ihren Erzen erfordert eine große Kohlenmenge, eS werden durchschnittlich in jeder Stunde 100 000 Centner Eisen erzeugt. (Deutschland lieferte in den letzten Jahren täglich 180 000 bis 240 000 Centner). Darnach erfordert die Roheisengewinuung stündlich etwa 100 000 Centner Kohlen- da von der ganzen Metallausbeute das Eisen alle anderen Metalle zusammen an Menge über- trifft, so werden zur Gewinnung der übrigen Metalle etwa 80 000 Centner in jeder Stunde nöthig sein. Gewerbliche und Fabrikbetriebe verbrauchen stündlich 100 000 Centner. Der häusliche Bedarf an Heizkohlen für Herd und Oefen kann mit ziemlicher Sicherheit nach dem Verhältnisse geschätzt werden, welches ein Kohlengroßhändler angibt- derselbe ver- kauft drei Viertel seines GesammtumsatzeS an Industrielle, also für Zwecke, deren Bedarf wir eben berechneten, ein Viertel an Privatleute. Danach würde der häusliche Bedarf an Kohlen mit 200000 Centner gedeckt sein. Die Gesammt- summe stellt sich also auf 1 Million Centner, daS heißt, eS werden stündlich über 1 Million, täglich 25 Millionen Centner Kohlen verbrannt. Daß diese Zahl eher zu klein, als zu groß angenommen ist, dafür bietet die Berechnung des Verbrauchs auf einem anderen Wege einen Beweis. Die jährlich geförderte Kohlenmenge in Deutschland betrug in den letzten Jahren über V/a Milliarden Centner, in England nahezu 3000 Millionen, so daß die Kohlenförderung auS sämmtlichen Bergwerken der Erde auf 11—12 Milliarden Centner jährlich geschätzt werden darf, daS macht pro Tag 30 bis 33, pro Stunde l1/* bis 1V8 Millionen Centner. Die Vollendung jedes neuen transatlantischen Dampfers von der üblicken Größe erhöht den täglichen Kohlenverbrauch um mehrrhe Tausend Centner. Die Panzerkolosse der italienischen und englischen Marine bedürfen bei voller Kohlenbelastung täglich biS zu 15 000 Centner Brennmaterial. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Mütterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt fofort ju Xagc. Aechte, rem gefärbte Seide kräuselt sofort ziffammen, verloscht bald unb hinter» läftt wenig Asche von ganz hellbrauulicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, nament- lick alimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern klimmt. Zerdrücktman die Asche der ächten Seide, so'zerstäubt sie, die der veMlschten nickt Die Seidenkadrike« G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei in die Wohnanfl_________ __________________ -----etfle ist da» Billigste. Dies kann mit Rec^ von Macks Doppel-Stärke gesagt werden, welche alle nothigen GUmz- zusätze enthält und das Plätten ungemein erleichtert. Macks Doppel- Stärke ist datz vollkommenste aller Stärke-Präparate und ermöglicht, Kragen, Manschetten, Hemden rc. ohne viel Mühe so schön. Wie «e« zu plätten. Ueberatt vorräthig zu 25 Pf. per Carton von V» Klg. 5667 verkehr, Cau». unö volk»rr>i.tkjchaft. •Uten, 28. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,10, Hühnnrier pr.St. 0* 2 St. 12—13A, Enteneier 6 H, 2 St. 0 A, der pr. St. 00-00 H, Käse pr. St. 5-10 A. Käfematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Ltter 28 A. Tauben pr. X 0,60 biS 0,90, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,20, Hahnen Pr-Stück X 0,60-0,90, Enten pr. Stück X 1,60-2,00, Gänse pr. Pfund x 0,00—0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh« und Rindfldsch pr. Pfd. 64-68 A, Schweinefleisch pr. Psd. 50 biö 66 A, Schweine- fleisch, gesalzen, pr. Psd. 70 Ä, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-00 A. Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 Ml 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 A. Zwiebeln pr. Cartner X 5,00—0,00, Milch pr. Liter 16 A, Kirschen pr. Pfund 15—25 H. ttniverfitats > Nachrichten. Marburg, 27. Juli. Zum Rector der Uaiversttät für 1896/97 wurde der Geologe Kayser gewählt. München, 27. Juli. Zum Rector der Universität München wurde der ordentliche Professor der Anatomie Dr. Carl Rupffer gewählt. Witterungsbericht vom 27. Juli. Die nordwestliche Depresfion entfernt fich auf nordöstlicher Bahn, doch hat ein Theilminimum, das derselben gestern über Westeuropa vorgelagert war, unser Gebiet gestreift und ist daher vorübergebend Trübung und zeitweiser leichter Regenfall ein getreten. Heute steht Central- fowie Süd-Europa wieder unter dem Einfluß hohen Druckes. Einzelne kleine Unregelmäßigkeiten, die sich innerhalb del hoben Druckes vorfinden, geben jedoch noch Anlaß zu wolkigem Wetter. DaS Haupl-Maximum behauptet seine Lage im Nordosten Europas, während ein zweiter kleiner Kern hohen Druckes über Süddeutschland liegt. Die Temperaturen sind in Deutschland gegen gestern etwa« gesunken und find im Allgemeinen gleichmäßig vertheilt. Bei wechselnder Bewölkung zu Gewittern geneigtes Wetter. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 28. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr! Wasser 18, Luft 18°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Jährliche Production der Nestle’schen Milchfabriken: 30,000,000 Büchsen. Täglicher Milchverbrauch: 100,000 Liter. 21 goldene Medaillen. * 15 Ebrendiplome. Nestle'8 Kindermehl tu. IERMEI Jängs (Milchpulver) wird seit 30 Jahren von den ersten Autoritäten der ganzen Welt empfohlen und ist das beliebteste und weitverbreitetste Nahrungsmittel für kleine Kinder und Kranke. Nestle8 Kindernahrung enthält die reinste Schweizermilch. Nestle8 Kindernahrung ist altbewährt und stets zuverlässig. ® Nestle8 Kindernahrung ist sehr leicht verdaulich, verhütet Erbrechen und Diarrhoe, erleichtert das Entwöhnen. Nestle8 Kindernahrung wird von Kindern gern genommen, ist schnell und einfach zu bereiten. Nestle’s Kindermehl ist während der heissen Jahreszeit, in der jede Milch bald in Gährung übergeht, ein „keimfreies“ Nährmittel für kleine Kinder. IN ALLEN APOTHEKEN UND DROGUEN-HANDLUNGEN. MAGGI5 und diejenigen L Mk. 1.10 zu Suppenwürze ist frisch eingetroffen bei: Gustav Walter, MäuSburg 18. Die Original-Fläschchen sson 65 Pfg. werden zu^M- 70 Pfg. mit Maggi's Suppenwürze nachgefüD. 2g71 Antrag im flrmcureglstcr des unterzeichneten Gerichts vom 4. Juli 1896. David Wetterhahn zu Utphe betreibt daselbst unter der Firma seines Namens ein Handelsgeschäft mit Rindvieh, sowie mit Specerer- unb Kurzwaaren. 6852 Großh Amtsgericht Hungen. ^^Tmpfthlungen^J Bienenhonig, Mesjährigen hiesigen, empfiehlt 2284 Frledr. Leo, Seltersweg. Aufgebot. Bon dem Gewerbebankrechner Heinrich Wagner, als Curator über das Vermögen des am 11. Januar 1806 zu Gießen geborenen, seit den 50er Jahren unbekannt wo, abwesenden Konrad Debus ist der Antrag gestellt worden, letzteren für tobt zu erklären. Es ergeht daher an den Konrad Debus sowie au Alle, die von dessen Leben ober Tod Kunde haben, hiermit die öffentliche Aufforderung, dem Gr. Amts^ gericht Gießen Nachricht hiervon spätestens bis zum 7. November l. I«, Bormittags S Uhr, zu geben, andernfalls in jenem Termin der genannte Konrad Debus für tobt erklärt werben wirb. Gießen, ben 25. Juli 1896. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Neuen Hagen. 6846 5720] Der mittlere Stock, Südanlage 4, 8 Zimmer mit Zubehör, Gartenantheil rc., ist per 1. October zu vermtethen- Auf Wunsch auch Pferdestall mit Burschen- zimmer- Näheres Südanlage 8. 5848] Ein kleines LogtS zu vermtethen an eine einzelne Person. Asterweg 47. 6133] Belle-Etage, SelterSthor 68, 7 Zimmer mit Zubehör, per 1- October event. auch früher, zu vermtethen. Daselbst auch ein hübsches Mansarden- logts, 4 Zimmer mit Zubehör, sofort zu vermtethen- Näheres . _ Arankfnrterstratze 5, I. Zwiebeln halte stets auf Lager, beste Waare, 50 Kilo mit Sack ab Friedberg 3 Mark 50 Pfg. gegen Nachnahme Jacob Stern-Simon, 6850 Ariedberg, Hessen. Senfsaal einige Centner abzugeben bei 6847 Otto Schaaf, Seltersweg. Stöbt. WchthM. Freibank. [6828 Heute und morgen: Stiersteisch aicht ladenrein, per Pfd. 50 P^g. Einmachfässer, weingrüne, i. a. Gr., bei 6856 L. Kohlermann, Bleichstraße 12. 6851) Ein FamiltenlogiS per 1. Nov. zu vermtethen. Wallthorsteatze 13. 6858] Parterrewohnung, 8 Zimmer mtt Zubehör, per 1. October zu vermiethen- Frau A. Kann Wwe., _______________Frankfurterftraße 31. 6089] Schöne Wohnung, 4 Zimmer mit Zubehör, za vermtethen. rtzrantfnrteestratze 43. 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Aachmittags 2 Aßr: Aufstellung des Festzuges in der Ostanlage. Aachmittags 2*/, Aßr: Abmarsch desselben durch die Stadt nach de» Philofopheuwald, dorts elbst: großes Volksfest, Hürnen und Kinderspiele. für Mitglieder nebst 2 Beikarten „ (giltig für sämmtliche Festlichkeiten) sind zu haben: in der Cigarrenhandlung von R. Buchacker, Dteuen* bäue 11; in der Bürstenhandlung von F. E. Winter (Althoff), Wallthorstraße 16; in der Schreibmaterialienhandlung von H. Kühn, Seltersweg 36; in der Cigarrenhandlung von Phil. Mootz, Neustadt 30. Sonntag, -en 2. August. Morgens 6 Ahr: Weckruf. Aormittags: Empfang der Gäste. Aormittags 11 Ahr: Frühconcert in Röhrles Bierhalle. Aachmittags 2 Ahr: Aufstellung des Festzuges in Oswalds Garten. Aachmittags 2*/zAhr: Abmarsch desselben durch die Stadt nach Steins Garten. Nach Ankunft daselbst Begrüßung der Gäste, Festrede, Weiheact, Musik- und Gesangsvorträge, großes Schauturnen, Turnspiele. Abends 8 Ahr: Pyramiden, lebende Bilder, Marmorgruppen, Concert und Tanz. Iilbelftikl des Tummins Gießen Samstag, den 1. August, Abends 8V3 Ahr: Festact mit Musik und Gesangsoorträg«, Festspiel, lebende Bilder im Gießener Festsaal (Cafs Leib). Eintritt an der Kasse (Sonntag, den 2. August) ä Person Mk. I — im Vorverkauf bei obigen Verkaufsstellen 75 Pfg. Eintritt beim Volksfeste (Sonntag, den 9. August) A Person 20 Psg. 6662 1846 n, Son bet Ml ritten in der Ernte, Mtrnmg rasche Forts woglich, einen Theil § etgangtntn Stöittmeg rtift von btt alten Me 1 fctttdbt Schnitten ist vmniM bU Büste man In bin letzten guter Branngerste zev st einmal beregnet ist Ertrags vom Hectar Heizen und Roggen 8 Hafer 7 Fuder. Die str den Handdrnsch be da das Dreschen mit i finbern fuderweise der täöu ausgebildet; nur Mehlthan laut werden ltTn sich wegen des llaate, scheint glücklich tteideschnitt geschieht h 5 Allerlei üb, $ot «m b'" Mittun m r «ch, P, *618 Si.g.1, bin » wrlirjn, inn iU 35 i «"'M Dm fite1 t6, mit «ft? 4 « < n,t« 5Keftot Hochschulen nnt nöufy htf ri”»e2taui« % *8- H-ü? J D« , „ Ä*1 ^,22 des Reichs-' 2323.) 8ii fcer Verordnung vm l xer-rdnW vom du. J Hießen, den 27. Grußherzog w der Gemeinde jsi die Maul- und Klc oab Gemarkungssperre Hießen, den2l Grohherzo Tapeten-Reste in reichhaltigster Auswahl für jede Zimmergröße, fast nur neuere Muster und durchweg gute Qualitäten empfiehlt , zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen Heinrich Hoch statt er, 6848 Schloßgasse 19. Schillerstraße 18. 6861 früher Löwengasse 30. 6853 6812] Gewandter, gut empfohlener, jüngerer Barsche gesucht. Otto Schaas, Seltersweg 39. Großh. Universitätsbibliothek. Alle von Nichtstudirenden entliehenen Bücher sind spätestens bis zum 10. August zur Revision einzuliefern. In der Zeit vom 17. August bis 24. October ist die Universitätsbibliothek täglich von 9—1 Uhr geöffnet, Nachmittags geschloffen. Gießen, den 27. Juli 1896. 6845 Der Großh. Gberbibliothekar.^vr. Haupt. 6766] Junge Leute von 14 bis 16 Jahren finden dauernde Beschäftigung bei Fr. Habeuicht, Lampenfabrik. 6822] Ein in allen Hausarbeiten erf. Dienstmädchen zum Sept-nach auswärts gesucht. Näh. Wetzfteirrgafte 88, Hl- 6711] Ein solides, zuverlässiges, in Küche u. Hausarbeit erfahrenes Mädchen zu zwei Damen gesucht. Frau Georg Edel, Göthestraße 40, H. 6603] Zum 1. August wird ein gewandtes, gut empfohlenes Hausmädchen gesucht Wo? sagt die Exped. d. Bl. Gießener Ruder Gesellschaft. Regatta. Alle auf die Regatta Bezug habenden Rechnungen bitten wir bis spätestens Donnerstag bei unserem Cassirer, Herrn J. J. Sauer, Marktplatz 17, einzureichen. __________________________________6855 Wohnungs-Veränderung. Wohne von heute ab in meinem neuerbauten Hause 26 Bisrnarckstrafte 26 Georg Wagner III., Weißbinder und kaikirer, 6809] Schreinergeselle gesucht- _______H Gack, Große Mühlgaffe 5. Steins Garten. 6862] Aushülfskelluer für Sonntag gesucht.__________ Jüngere Arbeiter gesucht Turnverein Gießen. Im bereits veröffentlichten Programm unserer 50jährigen Jubelfeier ist für den 9. August eingestellt: Volksfest, verbuudeu mit Turnen und Jugeudspieleu im Philosophenwald und ist bestimmt, daß sich hieran Knaben wie Mädchen im schulpflichtigen Alter, also vom 6. bis 14. Lebensjahre, betheiligen sollen. Wir fordern daher alle Mitglieder und Freunde unseres Verein», welche die Betheiligung ihrer Kinder an diesem Feste beabsichtigen, hierdurch auf, die Namen und das Alter derselben bis längstens Samstag den 1. August in den in nachstehenden Geschäften aufgelegten Listen eintragen und dabei für jede» Kind zur Beschaffung eines geeigneten Geschenkes einen Betrag von 20 Pfg. entrichten zu lasten. Die Listen liegen auf in der Cigarrenhandlung von R. Buchacker, Neuenbäue 11, in dem Bürstengeschäst von F. E. Winter (Althoff), Wallthorstraße 16. Gießen, den 24. Juli 1896. 6752 Der Vorstand. Giessener Festsaal (Cafö Leib). Dienstag, den 28. Juli: Großes Extra-Concert zum Besten des Jnvalidendank auSgeführt von der 6791 «Milk dks 2. GrM. H- M.-Kkgimits Ur. 116, Kliser Wilhelm unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn C. Krauße. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pfg. Das Concert findet im Garten, bei ungünstiger Witterung im Saale statt. 6698 Dubüction: K. Schevda. — Druck und Verlag dec Brübl 'chen Nntversiracs-Buch. imb ©tanbnnlern Pietsch & 6