1S96 Donnerstag den 28. Mai Erstes Blatt 123 Bicrtrfiilürigcr Der Kenerak-Mnzeiger Fernsprecher 5L Aints- unb Anzeigeblatt für den Uveis Gieren chratisbeitage: Gießener Jamilienötätter Bi!üu. Festlichkeiten ist verboten. frei 4. der Q Erhebungsbezirke K lii § a L S E ii!! i i s Prov.Starkenburg Kreitz 1. n 3 3 2. ■2 111,9 2,12 H2,r2,l 2,9 2,5|- 2,1 Durchschn. f. Starkenburg I II II I I I- 3,5 - 3 3 3 5 2 — ffl— 2 2 2.5 2 1- 3 !- 3 3 3,5- k» K <1 rt O D 300000000 5 10 3, ,2 2 2,5 2 2 -.2 2 Iß 1011— 5 -H-in 2 il- >2,83 2,4 2 3 2,9,12.2,— Durchschn. f. Oberhessen 2,3 v. Gagern. 3 1,5 2,52,54 2,1 2,2 3,5 2,4111» —H—I 2,2'1—1|2 >2,31— Durchschn. f. Rheinhessen 3, 3 2 2 2 2 3 2 2 2 8 3 10 11 12 13 2 3 2 2 2 2 2 2 2 2 14 15 16 17 18 19 2i) 21 22 23 24 25 W 3 3 5 3 4 2 3 4 5 6 7 Bensheim. . Darmstadt Dieburg . . Erbach. . . Groß-Gerau. Heppenheim . Offenbach. . 1,5 2 2 |2 3 1 1,5 1,5 I■nehmt von Anzeigen zu der Nachmittag« für de» | dchfdrn Dag erscheinenden Nummer bi« Sonn. 10 Uhr. ec utf dem Anzeiger »»Werlich dreimal d eigelegt. Provinzen und Gießen, den 26. Mat 1896. Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz vom 5. Juni 1869 über die Portofreiheiten. und Seidt 'ßt bei Nowaci 1 Seidenn Händlern aber nur Tage in unverseuchten hessischen Orten in seuche- freiem Zustande zugebracht haben, aufgetrieben werden. Außer der Sontrole der UrsprungSzeugutsie hat selbstverständlich auch die thierärztliche Besichtigung der Thiere vor dem Auftrieb zu erfolgen. Siießen, den 27. Mai 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Stelle zu schaffen. Auf den Markt dürfen nur Thiere auS unverseuchten Orten deS GroßherzogthumS Heffen, Thiere von vringerlohn. Durch bie Post bezogt* 2 Mark 50 Pf,. Rebaction, üpebttte# nnb Drucker«: Wolff» telegraphische» Lorrespondenr-Bllreao. »etlia, 26. Mai. Heute fand daS Begräbniß des am Himmelfahrttage auf dem Wtttwien-See umgekommenen Sohne» deö Minister» von Bötticher auf dem Zwölf- apoftelfriedhofe in Schöneberg bei zahlreicher Betheiligung statt. Aachen, 26. Mai. Auf dem internationalen Bergarbeitercongresse wurde heute durch Prüfung der Mandate die Vertretung von 57 Delegirten für 1,087,000 Bergleute festgestellt. Der österreichische Delegirte Stark verlangte eine über den Achtstundentag weit hinan», gehende Verkürzung der Arbeitszeit und Erkämpfung der Arbeiterforderungen durch Maffenstrike. Der Belgier Cavrot führte auS, wenn durch die Regierungen eine Besser- uvg herbeizuführen sei, solle man deren Hülfe verlangen. Bei der Abstimmung gelangten die Anträge der MinerS- auSschuffeS der landwirthschaftlichen Vereine de» GroßherzogthumS vom 15. und 16. Mai 1896. 2. Vorlage der Rechnung des landwirthschaftlichen 8t* zirkövereinS Gießen pro 1895/96. 3. Vorlage de» Voranschlag» des landwirthschaftlichen Bezirksverein» Gießen pro 1896/97. Gießen, den 23. Mai 1896. Der Director de» landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. L. Jost, RegierungSrath i. P. zuleiteude Strafverfahren nicht berührt. Gießen, den 20. Januar 1882. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. Saatenstand. Note 1— sehr guter, 2 — guter, 3 — mittlerer, 4— geringer,5—sehr geringer Stand 3. zur Nachtzeit auf der Straße § ES ist verboten, Hunde umherlaufen zu lassen. Seite»*’ luxu»-*-;: Alle Annoncen-Burtaux bt« In- unb AuSlanbe« nehmt» Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. 3.53 25 2 Nachrichten über den Saatenstand im Grotzherzogthnm Heffen um die Mitte des Monats Mai 1896. qusammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen landwtrthschast- lichen Behörde. Anlagen vor den Bahnhöfen unbeaufsichtigt umherlaufen, oder die Gebüsche, Grasplätze und Beete in denselben betreten zu lassen. § 2. Das Mitnehmer, von Hunden auf den Friedhof, tn öffentliche Dieustgebäude, in Wirthschafts- locale innerhalb der bewohnten Theile der Stadt, auf den Wocheumarkt, den Jahrmarkt und zu öffentlichen AZ 1,52,5 ! 2 ! 2 Bekanntmachung. Dienstag den 2. Juni 1896, Nachmittags L Uhr, wird auf LonyS Felstukeller (Westanlage) zu Gießen eine Generalversammlung deS landwirthschaftlichen BezirkSvereinS Gießen abgehalten werden. Alle Mitglieder deS landwirthschaftlichen Bezirksvereins und der OrtSvereiue, sowie alle Freunde der Laudwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch freundlichst ein- geladen. Die Herren Bürgermeister werden ergebenft ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern deS Vereins von dieser Einladung Kenntviß zu geben und auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hiuzuwirken. Tagesordnung: 1, Bortrag deS Herrn GeneralsecretärS Dr. Rodewald von Offenbach über die Organisation der Landesrindviehzucht nach den Beschlüssen des Landes- Bekanntmachung, betreffend: Abhaltung von Viehmärkten. Binr bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß GnH. Ministerium des Innern und der Justiz die Ab- hailliuft «der Viehmärkte zu 1. Lang-GönS am 2. Juni l. I., 2. Grünberg am 18. „ * 3. Gießen am 23. und 24. Juni l. I. 2,5- 2 2 2,5- 2 - 3 - 2 2 2 11 2 I 3 2 2,öl] Bekanntmachung, jeMnifitimb die Beaufsichtigung der Hunde in der Provinzial- Hauptstadt Gießen. nachstehend abgedruckte Local-Reglemeut wird viMchtz/ insbesondere bezüglich der |§ 1 und 2, nicht befolgt. Ailr sehen un» daher veranlaßt, zur allgemeinen Kenntniß |tiy Irinnen, daß die Schutzmannschaft zur strengsten Hand- haitSsciiz deS erwähnten Reglements und zur Anzeige der Miiltoxittungen desselben angewiesen worden ist. Scri der Schwierigkeit, frei umherlaufende Hunde von der»SLtreten der Gebüsche, Beete und Grasplätze in den A,!hchzerd abzuhalten, empfehlen wir den Hundebefitzern, ihre H^jui! während des PaffirenS der Anlagen an der Leine zu fWttio. ssLr Beschädigungen der Anlagen durch Hunde können diituhwadebefitzer, abgesehen von der gerichtlichen Bestrafung, . «vus.^ilrechtlich haftbar gemacht werden., Ließen, am 27. Mai 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. uwM legenden Bedingungen gestattet hat: Für den Auf- und Abtrieb ist den Anordnungen des KreiSveterinäramteS gemäß je eine bestimmte Local-Reglement, hvkLioad die Beaufsichtigung der Hunde in der Provinzial- Hauptstadt Gießen. Zirr Verhütung von Beschädigungen und Belästigungen dvoh Hunde, welche frei und ohne genügende Beaufsichtigung ih sm Besitzer herumlaufen, wird — abgesehen von den tz.em» bestehenden gesetzlichen Vorschristen tn Art. 257 deS PMMrafgesetzeS, sowie in § 367, pos. 11 deS Strafgesetz- bitiil,, ouf Grund deS Art. 56 der Städteordnung — nach Uluiirvmg der Stadtverordneten-Versammlung und mst Ge- ai dnainina Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz tzE) Januar 1882 zu Nr. M. I. 27202 für die Protzt nr-l'Hauptstadt Gießen verordnet wie folgt: § 1- ist untersagt, Hunde in dem Botauifcheu EVulexu, in den städtifcheu Anlage», sowie in den i Ire O o s ■ IQ । tf) i il * Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen Mnntn.im« n,n,n y nirrr nnn i diese« Reglements werden, insofern nicht die oben äuge- bann9 wennsie mindestens sieben I führten Bestimmungen des Polizetstrafgefetzeö oder des Straf- bann, wenn fi- minbesttn« sieb-n | anBcnbung Ju pnben hab», mit ©tlbftrafe bi« zu dreißig Mark bestraft. § 7. Hunde, welche in dem Botanischen Garten, tn den städtischen Anlagen, sowie tn den Anlagen vor den Bahnhöfen (§ 1), oder zur Nachtzeit auf der Straße (§ 3) ohne Beaufsichtigung umherlaufen, oder welche auf der Straße rc. nicht die im § 4 vorgeschriebene Blechmarke tragen, oder der Vorschrift zuwider nicht mit einem das Beißen wirksam verhindernden Maulkorb versehen find, bezw. nicht an der Leine geführt werden, sollen eiugesaugeu und dem Waseumeister überliefert werden, sofern der Eigen- thümer nicht zur Stelle ist und den Hund in Gewahrsam nehmen kann. Die Rückgabe des Hundes erfolgt an ihre gehörig legitimirten Eigenthümer oder Besitzer nur innerhalb der nächsten fünf Tage nach dem Einfangen der Hunde und nur gegen Erstattung der von der Polizeibehörde zu bestimmen- den Futterkosten. Die binnen der genannten Frist nicht ein- gelösten Hunde werden zu Gunsten der Gemeindekasse ver- äußert oder getödtet. Durch vorstehende Bestimmung wird daS gegen die Eigenthümer oder Besitzer der Hunde wegen Uebertretung der Vorschriften dieses Reglements, bezw. der Verordnung vom 16. November 1874, die Hundesteuer betreffend, ein- c „. Bau- « s- E e E E 2 « Prov. Rheinhessen. Landw.Ver.-Bez. Alzey „ „ Bingen „ „ Flonheim „ „Ingelheim „ „ Mainz. „ „ Rieder-Olm „ „ Oppenheim - „ Osthofen . „ „ Pseddershetm „ „ Wöllstein . „ „ Wörrstadt. _ „ WormS . teie 7!’% Im 4*'SS Öttiut $ SA LrKrr M h.2. ■ mau Schu|8|fi zabrikatiou: nicht Gement), ante, Verschlußßeinr uf der Drehbank gehr alten, Flur-und M tt GrabeinfaßnW «e, Mief«, W tfejen, baueMl* aui farMß, bM ba ;u6«tittel ft*1*'. !e4** Gießen, W ;tn -aui w § Für jeden Hund, welcher in das nach Vorschrift Verordnung vom 16. November 1874, die Hundesteuer betreffend, von der Bürgermeisterei zu führende Declaration», register eingetragen ist, erhält der Besitzer des Hundes eine Blechmarke mit sortlauseuder Nummer, welche der Huud aus der Strafte rc. stets am Halsbaude oder am Maulkorb zu tragen hat. § 5. Alle bissigen Hunde, ferner alle gröfteren Hunde, ausgenommen Jagdhunde, namentlich Bullenbeißer, Bullooggen, Metzger- und Schäferhunde, Neufundländer, Bernhardiner, Leonberger und Ulmer Hunde, dann alle au einem Fuhrwerke angespanute oder zur Bewachung irgendwie angebundene Hunde, endlich solche Hunde, bezüglich welcher die Polizeibehörde deßfallfige besondere Anordnung getroffen hat, müssen innerhalb der be- wohnten Theile der Stadt auf der Strafte mit einem das Beifteu wirksam verhindernden Maulkorb versehen sein, oder au einer kurzen Leine oder dergleichen gesührt werden. § 6. Prov. Oberhessen. Kreis Alsfeld. . . „ Büdingen. . „ Friedberg. . „ Gießen. . . „ Lauterbach . „ Schotten . . in - - 8,5 - - 3 1-2 2 Durchschnitt f. d. Großh. >12,22 12 12,4^2 ||2,22,2I3,1I2,4||2 —H —II— Bemerkungen: Die Getreidesaaten zeigen im Allgemeinen einen mittleren bis guten Stand; die Frühjahrswttterung war ihrer Entwickelung nicht in dem erwünschten Maße sörderlich. Der Mangel en Feuchtigkeit und Wärme macht sich allenthalben geltend; besonders bei den Frühjahrssaaten und dem Klee welcher im vorigen Jahre schon durch Dürre und Mäusefraß schwer, beschädigt worden war. Es mußten infolge deffen viele Kleefelder umgepflügt werdm, in einzelnen Bezirken, z. B. Rieder-Olm und Alsseld sogar 20 bezw. 25pEt. Die Wiesen ieigen ebenfalls nur einen mittleren bis guten Stand. Die Weinberge dagegen entwickeln sich gut bis sehr gut. 9S ¥ Gießener Anzeig er -- 3 3,5 2,5 3 2 Mt Grotzherzogliche Kreisamt Gieße» «MI die Grofth. Bttrgermeistereieu, Kirchenvor- ftöiüxde, Schulvorstände und die Vorstände der israelitischen Religiousgemeinden. Um er Bezugnahme aus unser Ausschreiben vom 28. De- :evi»icr . 895 (Amtsblatt Nr. 24) benachrichtigen wir Sie, da ß nach stattgefundenem Uebereinkommen der sämmtlichen Ministerien dir unter IV A der AuSführungS- b^ft’taiD.ngen zu dem Gesetze vom 5. Juni 1869 .über die Pc.:'klssrkicheiten vom 24. December 1875 enthaltenen Vor- rtiäiifttit auf das Zusammenpacken von Briefen oder Erlassen »i!» L'.pdüngen von Plänen rc. in Mappen keine Anwendung zur ftdevi haben. v. Gagern. 2 1—12 - Hi2 3 ~ -1-11,52 - r r - 2 |2 - 2,52,53 2 - 2,5-2,53 3 in allen ft, MrtNli; nach neueren r. er Berechumig, en- n. Kinder IOOOOOOOC Federation für Deutschland, Frankreich und Belgien auf Einführung des Achtstundentages für alle unter und über Tage arbeitenden Bergleute mit 960,365 gegen 126,000 Stimmen zur Annahme. Asche», 26. Mai. In der heutigen Nachmittag-fitzung des internationalen BergarbeirercongresseS wurde eine von der MinerS-Federation und den deutschen Delegirten etugebrachte Resolution, nach welcher alle Frauen« arbeit in der Bergbau-Jndustrie gesetzlich zu verbieten sei, einstimmig angenommen. Die Berathung über die Ver- söhnungS«Commission und den Arbeitslohn wurde bis morgen vertagt. hoheuelbe, 26. Mat. Während der Sohn des hiesigen Fabrikbesitzers Loewit mit 2 Beamten und 5 Arbeitern gestern bemüht war, durch Entfernung einiger Hindernisse im Schleusen« stege dem Hochwasser einen schnelleren Abfluß zu verschaffen, wurde die Fabrikbrücke, auf der sie sich befanden, von den Wassermaffen nie der gerissen und fortgeschwemmt. Loewit, die beiden Beamten und ein Arbeiter wurden gerettet, während von den übrigen Arbeitern nur zwei als Leichen geborgen werden konnten. Das Schicksal der beiden anderen ist noch unbekannt. Paris, 26. Mai. Präsident Faure richtete von Tours aus folgendes Telegramm an den Kaiser von Rußland: „ES drängt mich, Ihnen die herzlichen Wünsche auszudrücken, welche ganz Frankreich für das persönliche Glück Euer Majestät sowie für den Ruhm und das Gedeihen Rußlands erfüllen. Ich lege Ihrer Majestät der Kaiserin die ehr« erbietige Versicherung meiner Hochachtung zu Füßen und bitte Sie, an meine tiefe Zuneigung zu glauben. Faure." — Der Commandant deS Nordgeschwaders in Brest, Admiral Regnault, richtete auS Anlaß der Krönung Glückwünsche au den russischen Consul und erließ gleichzeitig einen Tages« befehl an das Geschwader, in welchem er an die Rußland und Frankreich vereinigende Freundschaft sowie an die Wünsche erinnerte, welche ganz Frankreich für das Gedeihen der Herrschaft des Zaren sowie für den Ruhm und die Größe Rußlands erfüllen. ChLlouS für Marne, 26. Mai. Das Kriegsgericht des 6. Armeecorps verurtheilte einstimmig den Sergeant Furier- Boullot vom 153. Infanterie-Regiment in Toul wegen Verbrechens der Spionage zu 20 Jahren Gefängntß und Degradation. Petersburg, 26. Mai. Die Parade der Garnison verlief glänzend. Dichtgedrängte Maffen füllten alle Kirchen und strömten nach dem Gottesdienste zu den zahlreichen für Volksbelustigungen hergerichteten Plätzen, wo unent« geltliche Schauspiele, Concerte, Bewirthungen stattfanden. DaS Publikum bewahrte eine musterhafte Haltung- 10,000 Por« rtonen wurden vertheilt, jede bestehend aus Kohlsuppe, Va Psd. Fleisch, 1 Pfund Brot, 4 Würsten, Eingemachtem und Bier. Der als Erinnerungsgeschenk vertheilte Weißblechbecher trägt in Email die Retchswappen, den NamenSzug des Herrscher« Paares und die Anfangsstrophe der Nationalhymne: Gott schütze den Zaren! Am Abend durchziehen ungezählte Maffen die Straßen in der Erwartung der Illumination. Moskau, 26. Mai. Ein heute veröffentlichtes kaiserliches Manifest lautet: „Wir thun kund und zu wissen allen Unseren getreuen Unterthanen: Nachdem Wir durch den Willen und die Gnade deS Allmächtigen Gottes heute die heilige Krönung vollzogen und die heilige Salbung empfangen haben, knieen Wir am Throne des Herrn der Herrscher mit der inbrünstigen Bitte nieder, die Dauer Unserer Regierung zum Heile des geliebten Vaterlandes zu segnen und in der Erfüllung Unseres heiligen Gelübdes Uns zu bestärken, treu und unentwegt das von den gekrönten Vorfahren übernommene Werk des Ausbaues des russischen Landes und der Befestigung des Glaubens, der guten Gitte und der wahrhaften Erleuchtung fortzusetzen. Indem Wir erkennen, waS allen Unseren getreuen Unterthanen Noth thut und in Sonderheit Unsere Blicke lenken auf die Mühseligen und Beladenen, seien sie die» auch aus eigener Schuld oder Pflichtvergessenheit, folgen Wir dem Drange Unseres Herzens, auch ihnen die möglichsten Erleichterungen zu gewähren, damit sie an diesem denkwürdigen Tage Unserer Krönung, den Pfad eines neuen Lebens beschreitend, freudig an dem allgemeinen Jubel des Volkes theilnehmen können." ES folgen eine Anzahl Strafnachlaffe und Amnesttrungen. Erlassen werden Steuerrückstäude für daö europäische Ruß« land und für Polen, die Grundsteuer wird auf 10 Jahre auf die Hälfte herabgesetzt, Geldstrafen werden erlaffen oder ermäßigt, Forderungen deS Staates verschiedener Art werden niedergeschlagen. Ferner werden erlaffen Verurtheilungen für leichtere Vergehen, welche mit Ermahnung, Verweis, Geldstrafe bis zu 300 Rubel oder mit entsprechender Haft bezw. Gesängniß bedroht sind- ausgenommen find Diebstahl, Unterschlagung, strafbarer Eigennutz, Wucher, Erpreffung, leichtsinniger Bankerott, Vergehen gegen Leben und Gesundheit. Die nach Sibirien Verbannten können nach Ablauf von 12 Jahren nach dem Eintreffen da« selbst, die nach entfernteren außerfibirischen Gou- vernementtS Verbannten nach 10 Jahren einen freien Aufenthaltsort wählen mit Ausnahme der Hauptstädte und hauptstädtischen Gouvernements und ohne Wiederherstellung ihrer Rechte. Verbrecher, welche in Sibirien oder io entfernteren Gouvernements internirt oder an bestimmte Wohnorte gefeffelt sind, erhalten ein Drittel Strafermäßigung. Die zur Ansiedelung Verschickten sollen nicht nach zehn, sondern schon nach vier Jahren Bauern werden. Die zu Zwangsarbeit Verurtheilten erhalten ein Drittel Straferlaß. Die Strafe einer lebenslänglichen Zwangsarbeit wird in zwanzig« jährige herabgemindert. Ferner werden eine große Reihe anderer Strafmilderungen und eine Abkürzung der Verjährung befohlen. Der Minister deS Innern ist ermächtigt, im Einverständniß mir dem Justizminister über die Strafen der Staatsverbrecher, welche nach Art ihrer Schuld oder wegen guten Betragens oder Reue eine Strafmilderung verdienen, die über die allgemeine Amnestie hinauSgeht, besonders zu berichten, ebenso der kaiserlichen Entscheidung Gesuche um Wiederherstellung der Geburtsrechte solcher Verschickten, welche »ach Verbüßung der Verbannung sich durch makelloses und arbeitsames Leben ausgezeichnet haben, zu unterbreiten. Der Minister deS Innern wird ferner ermächtigt, die kaiserliche Entscheidung anzurufen über daS Schicksal der wegen Staatsverbrechen auf administrativem Wege Bestraften, welche durch ihr Betragen, die Art ihrer Vergehen oder durch ihre Reue Nachsicht verdienen. Staatsverbrechen, welche nach dem Gesetz nicht verjähren, werden außer Verfolgung gesetzt, wofern seit der Strafthat 15 Jahre verflossen find. Flüchtlinge auS dem Zarthum Polen und auS den WestgouvernementS, welche keine Todtschläge, Mißhandlungen, Raub oder Brandstiftung zur Unterstützung deS polnischen Ausstandes begangen haben, werden, wenn sie in das Vaterland zurückkehren und den Eid der Treue leisten, von der durch Manifest vom 15. Mai 1883 angeordneten Polizeiaufsicht befreit - denselben wird freie Wahl des Aufenthaltsortes gewährt. Flüchtlinge, welche sich der genannten Verbrechen schuldig gemacht haben, unterliegen einer dreijährigen Polizeiaufsicht au einem vom Minister bestimmten Orte. Depesch« brt Bereo „Herold* Berlin, 26. Mai. Der Kaiser empfing heute Mittag 121/* Uhr den neueruaunten Ministerpräsidenten der Republik Uruguay, vr. LuiS Garabelli, in feierlicher Audienz und nahm aus dessen Händen dessen Beglaubigungsschreiben entgegen. Der Audienz wohnte Freiherr v. Marschall bei. Unmittelbar nach der Audienz wurde der neuernannte Minister« resident von der Kaiserin empfangen. Berlin, 26. Mai. Bei der heutigen Parade, welche anläßlich der Krönung deS Zaren im Lustgarten zu Potsdam ftattfand, hielt der Kaiser an jedes Regiment eine An- spräche und beglückwünschte besonders das Dragoner-Regiment zu seiner NamenSverlethuvg. Schließlich brachte der Kaiser auf das russische Kaiserpaar ein Hurrah aus, in welches die Truppen begeistert einsttmmten. Berlin, 26. Mai. Während der Frühstückstafel, welche anläßlich der Krönung deSZarenpaareS im königlichen Schlosse ftattfand, brachte der Kaiser einen längeren Trink- spruch auf daS Zarenpaar auS. Er betonte, daß dasselbe sich in diesem Augenblicke die Krone aufs Haupt setze und mit heiligem Oel gesalbt werde und daß in daS Jauchzen des russischen Volkes sich der Jubel anderer Völker, welche durch besondere Abordnungen in Moskau heute vertreten seien, mische, nicht zum mindesten der unserige. Der Kaiser gab in erhebenden Worten den innigsten Segenswünschen für daS russische Katserpaar Ausdruck und schloß mit einem dreifachen Hurrah auf dasselbe. Berlin, 26. Mai. Dem Staatssekretär deS Reichsschatz« amtS, dem Grafen v. PosadowSky, ist der Kronenorden erster Klasse verliehen worden. Berlin, 26. Mai. Der „Localanzeiger" meldet auS Bordeaux: Friedmann verläßt Bordeaux mit dem morgigen Frühzuge und trifft Abends in Paris ein. Donnerstag früh wird er die Grenze verlassen. Von dem Zeitpunkt seiner Abreise wird er erst heute Abend benachrichtigt werden. Ein Special-Omnibus wird ihn morgen früh 6 Uhr nach dem Bahnhofe führen. Berlin, 26. Mai. Im nichtamtlichen Theile wendet sich der „ReichSanzetger" gegen einen Artikel der Wochenschrift „Nation", in welchem die Ansicht vertreten wird, daß die in der Nacht vom 3. zum 4. März d. I. auf der der Bergwerksgesellschaft G. von Gtesche's Erben gehörigen KleophaS« grübe bei Kattowitz in Oberschlefien vorgekommene schwere Unglücksfall, dem 114 Bergleute zum Opfer gefallen find, in innerem Zusammenhang stehe mit der Organisation der Bergpolizei innerhalb der Herrschaft MySlowitz« Kattowitz, in der das Bergregal gegenwärtig dem Grafen von Thiele-Winkler zufteht. Zur Vermeidung einer gründ« losen Beunruhigung der betheiligten Kreise berichtigt der „Reichsanzeiger" eine große Anzahl von Unrichtigkeiten und falschen Schlußfolgerungen und constatirt, daß die Steilung der Bergpolizei'AuffichtSbeamten in dem v. Thtele-Winkler'schen Bergregal der Stellung der staatlichen Bergrevierbeamten im Wesentlichen gleichartig ist. Wien, 26. Mai. Der Kaiser empfing heute den österreichischen und ungarischen Minister-Präsidenten Grafen Bad ent und Baron Banffy, sowie den Finanzminister v. Bi l in Ski. Die Conferenz währte längere Zett und betraf die Ausgleichsverhandlungen. Gmunden, 26. Mai. DaS Befinden deS Prinzen Georg von Cumberland ist andauernd unverändert, das Fieber ist anhaltend stark. Krakau, 26. Mai. Anläßlich der heutigen Zaren« krönung ist die russische Grenze für drei Tage gesperrt. Niemand darf dieselbe pasfiren. Hiesige nach Warschau reisende Kaufleute mußten zurückkehren. Auch die Getreide- Zufuhr auS Congreß-Polen zum heutigen Getreidemarkt ist auSgeblteben. Mailand, 26. Mai. Die Gedenktage der Schlachten, welche im Jahre 1859 für die Unabhängigkeit Italiens geschlagen wurden, sollen in diesem Jahre feierlich begangen werden. Ein großer Zug pilgerte am 25. Mai nach dem Schlachtfelde von Montebello und am 31. Mai begibt sich ein solcher nach Palesto und am 4. Juni ein anderer nach Genta. Paris, 26. Mai. In parlamentarischen Kreisen gehen Gerüchte über Krisen innerhalb des Ministeriums um. Nachdem sich der Finanzminister im Prinzip für eine Steuer auf die französische Rente ausgesprochen hat, hat er die Gunst des reformfeindlichen Ministerpräsidenten M^ltue verloren. Auch die Stellung des Marineministers soll stark erschüttert sein. Paris, 26. Mai. Zu dem gespannten Derhältniß zwischen der englischen Regierung und dem Präsidenten Krüger schreibt der „Eclair": Es gehört eine echt britische Keckyeit dazu, um zu behaupten, daß die englische Regierung in dem gegenwärtigen Conflict sich versöhnlich gezeigt HLr,. der Präsident und die Behörden der südasrikamschev auS niedriger Rachsucht gehandelt hatten. Paris, 26. Mai. Ministerpräsident Mölive alle öffentlichen Gebäude heute Abead anläßlich der V" iAf Krönung illuminirt werden. Heute Boronn^n fand ein feierlicher Gottesdienst In der russische . statt, an welchem Msline und Präsident Faure tbnw*'h Paris, 26. Mai. Im Laufe dieser Woche KriegSminister an die GeneralcommaodoS der ArmeecvrpS ein Rundschreiben richten, ttorin brsJu’ genaue Instruction betreffend die radicale Umgrstrlnmi- ' Ausdehnung deS Fahrrad-Dienste- tn der Armee ' Moskau, 26. Mai. Die Krönung de- paareS hat heute Mittag, wie bereit» gemeldet, tz Lz” feierlicher, pompöser Weise stattgefunden. Schm - 7* frühesten Morgenstunden hatten sich Tausende M ■/” tausende in der Nähe deS Kreml eingesuudeu, u» J* cession zur Krönung--Kathedrale in Augenschein ,2 Um 7 Uhr begannen bereit- die Glocken zu lauten ü«, schlisse wurden abgefeuert, die zur Krönung gelabt"; sönlichkeiten versammelten sich in der Uspenski. Die Kaiserin Wittwe nahm auf dem Throne Play. 13 * 10 Uhr da- Czarenpaar den Weg zur Krönung», antrat, läuteten die Glocken sämmtlicher Kirchen die in Reih und Glied ausgestellten Truppen pr: . Eine ungeheure Volksmenge brach tn stürmische Fude r., - Um 10 Uhr verkündete feierliche» Glockengeläutr, tn •, Czar sich und der Czarin die Shont auf- Haupt geiq: Um 12 Uhr 50 Minuten war die feierliche Eereure-.' , endet. Der Donner der Geschütze und da- Glocken gab der Bevölkerung kund, daß sich bit vollzogen habe. Bald darauf erschien da- Lzarrv::- , AuSgange der Kathedrale, von stürmischen empfangen und begab sich zunächst nach der Bnfünt:pk, Kathedrale. Moskau, 26. Mai. Kaiser Franz Joses de^r wünschte in einem eigenhändig geschriebenen Briric, st:3 in den herzlichsten Worten gehalten ist, den Ezarro je Krönung. Auf ausdrücklichen Wunsch Kaiser Frar; mußte der österreichische Botschafter Prinz Liechtmiim!, Brief dem Czaren in einer besonderen Audtrvz librrdrm - Der Czar drückte dem Botschafter gegenüber seinen , Dank auS und betonte seine herzlichsten Gefühle fa fc- Franz Josef. Gleichzeitig sprach er nochmal- fra ■- - Beileid über den Tod deS Erzherzogs Karl Ludwig u. Moskau, 26. Mai. Wegen des fortdauernd rtgK *•< Wetters ist für die Allerhöchsten Herrschaften von Bnr. bi- zur Kathedrale, in welcher heute die Krönu»; «j findet, ein bedeckter Gang hergeftellt worden. Athen, 26. Mai. DaS „Journal Asth" «:?: 1 Canea die Ermordung des HuifsierS de- rujE’ir : i griechischen ConsulatS. Auch der Agent der rnesf-ta SchiffsahrtS-Gesellschaft, John, wurde mit sriitr Kam b getödtet. Die Erhebung auf Creta ist wieder Ein Schiff, das in Rethymnon landen wollt«, iwtt Hafenkanonen beschossen und am Landen verhiotn: i russische- und ein englische- Panzerschiff erhielt« kn WH. unverweilt nach Canea abzugehen. Athen, 26. Mat. In Folge der auf Erera n blutigen Vorgänge ist ein Theil der griechisch» Z.-n unter Dampf gesetzt. Dieselbe geht heute nach ürn: x. ES verlautet, daß auch daS hier befindliche btutiit inch- schiff „Loreley" nach Creta abgehen wird. Die als sehr ernst bezeichnet. Zwischen dem König, der Korfu befindet und dem Ministerpräsidenten sinder n- rtsr Depeschenwechsel statt. Kairo, 26. Mai. In den letzten drei Tages rat 1 Alexandrien 78 und in Kairo 100 Cho lera-Todei'- vorgekommen. Berlin, 27. Mai. In der Wandelhalle de» gebäudcS fand gestern Abend zu Ehren der lhckcehrer ' dem diesjährigen Chirurgen - Congreß, btr =:" 3 ab hier tagt, ein Concert statt, zu welchem e^r V3 Anzahl der bereit- hier eingetroffenen Proslisornr a Chirurgie erschienen waren. Berlin, 27. Mai. Sämmtliche nach Deutsch'8^ Afrika commandirte Offiziere und Aerzte wurden|r£ hierher berufen, um ihre Ausrüstung zu Heute werden die Mannschaften hier etngekletdrr. är. tritt die gesammte Verstärkung die Reise oach Hamb^ß Berlin, 27. Mai. DaS „Tageblatt" meldet aus W Auf der Great-Weftern-Eisenbahn wurde versucht, tcs M nächst Redhurst mit Dynamit in die Lust zu f prti|" Infolge deS geringen Quantums Dynamit wurdeo ur Schienen aufgerissen. Berlin, 27. Mat. Dem Grafen Ätlhelm ' wurde gestern tn Königsberg ein Sohn g ebore»-^ den Fürsten Bismarck ist die- der erste Enkel srmeS Köln a. Rh., 27. Mai. Der Abgeordnete V* v. Lov ist gestorben. Basel, 27. Mai. Ingenieur Krug und Wortmann, Mitglieder de- Baseler Alpenclubs, Rigi abgestürzt. Krug war sofort tobt, w* wurde lebensgefährlich verletzt hierher gesch-"t. Rom, 27. Ma«. Der Proceß gegen v-r- beginm am 5. Juni in Asmara. . Moskau, 27. Mai. An die Krönung schloS MJ ein Fkftmahl bk, öjarenpaatcl. «u* ‘"7 Corp- wurde ein Diner gegeben. Gestern «den artige Illumination statt. . Moskau, 27. Mai. Der Czar har eme gr°S , von Orden, Titeln, Defö r d erungeo schreiben an Großfürsten und Würdenträger sowie Gnadenacte an da- Volk erlassen. fwi»; „w 11 ■ w * ' Lri ®uTit *£ '113 rfl* 1« W-° ™.JC aa, 4"1"' t» “l1 L'ubrvau fo> Die Xarnerei siab wir Cd vererlar rrhaHro t’i ierMstra •• rgr ist ein Theil dein Dieselbe geht heni! - uch daS hier besiM Creta abgehen wird, i net. Zwischen dem t >em Ministrrpräfideiü^ In den letzten in Kairo 100 CH°I-> n. In der MdB n Abend zu Ehrentot hirurgen'Congr!^ oncert M, J* j hier eingettosfenv rs-»ÄS Ä'Ä * 27. M- 7 3^Ä । 8»^ KÄ‘S>' «■* Zeit 1 (1) 1 1 1 8ekl||ig SÜnbenau folgendes Telegramm: Vie Turnerei schirmst Du mit starker Hand, Jtir sind wir treu, und treu dem Vaterland. MSg Gott der Herr, Götz, unseren alten, Verm Vaterland, der Turnerei, noch lange, lange erhalten. Dir herzlichsten Glückwünsche zum 70. Geburtstage sendet: Didn Ne nner-Turnverein Gießen. " °Die Freiwilligen Feuerwehren können in diesem Monat etmi Jubiläum begehen. Im Monat Mai 1846 gründete eir^r Aoumeister Christian Hengst zu Durlach i. B. die erste FchÄeichge Feuerwehr. Deren erfolgreiche Thätigkeit hatte aliÄklt allgemeine Aufmerksamkeit erregt und die AuSbret- tai.n| bdl modernen Systems zur Folge. Heute, nach fünfzig gtitn, bestehen über 10,000 Wehren mit nahezu einer MWtlbn! Mitgliedern. •• Die vierte ordentliche Generalversammlung j der freien Vereinigung der Kraukrukafien im »roßherzogthum Hessen findet Sonntag, den 81. Mai, im Hotel ,8am weißen Roh" zu Bingen statt. Auf der TageSordnungg.stehen zehn Punkte. •• Ueber die Ursache der ungewöhulich kalten Wtttervog im April und Mai d. I. berichtet der Meteorologe Herr Habenicht in Gotha wie folgt: Bezeichnend für den Monat April waren auherordevtlich grohe CiSmasien, welche besonders während der zweiten Hälfte auf den großen Neu. fuodlandsbänken gesehen wurden. Innerhalb deS Sommer. bereichS deS Golfstroms, also südlich vom 45. Parallelkreis, wurden allein während dieses kurzen Zeitraumes 598 Stück größere Eisberge gezählt. DaS sind beinahe so viel, als während neun Monaten des eisreichsten Jahres der Beobach» tuogSreihe im Ganzen beobachtet wurden. Am 29. April telegraphirte der Leuchthurmwächter auf Cap Race, der Süd« ostspttze von Neufundland, nach Washington, daß 15 Meilen im Umkreis der Ocean förmlich mit Eisbergen bedeckt fei. Der April brachte Mitteleuropa echtes Aprilwetter, auch die Trockenperiode während der ersten Hälfte des Mai war durchaus normal. Der Vorstoß deS Treibeises bei Island hatte nach den letzten Nachrichten keinen absonderlich großen Umfang erreicht. Nun steht die Zett der Gewitter und Sommerregen vor der Thür, da die Entwickelung deS con» stanten Sommerminimums über Asien, an Stelle des Winter- maximumS, jetzt seine anziehende Wirkung auf die atlantischen Minima auSzuüben beginnt. Diese Neigungen dürften durch die großen EiSmasien bei Neufundland und deren im Golfstrom nach Osten geführte Schmelzwäsier mit den dadurch erzeugten Temperaturgegensätzen, besonders im Spätsommer und Herbst begünstigt werden. Schift-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch die Agenten Earl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 26. Mai. sPer tran8atlantttäen Xelegr*pt.] Der Schnelldampfer Aller. Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist gestern 1 Uhr Morgms wohlbehalten tn Newyork angekommen. „ Cocek» *nö prooht$ie(k# Sieben, den 27. Mai. " «riegertzeukwal. Sestern waren die Herren Geh. Hochrtz Schäfer aus Darmstadt, Profeffor Schaper aus BeÄV und Baurath Stubben aus Cöln, welche in der Co imrrnz um Ausführung des Kriegerdenkmals daS Preis- übernommen haben, hier, um gemeinsam mit dem DeÄr^S - Ausschüsse die Platzfrage zu lösen. Nach einer RawrAert durch die Stadt kamen die Herren Preisrichter etuüHritg zur Ueberzeugung, daß daS Denkmal auf unserem schiM Marktplatze aufgestellt werden mufft. Den Gründen fürst Al Ansicht konnte sich der Ausschuß nicht verschließen unkten stimmig wurde der Marktplatz als der Platz für daSpikmfmal bestimmt. Die Versammlung einigte sich ferner bQÄrtitr, daß fünf Künstler zum Preisbewerb um Ausführung de» Dm"tnal6 ausgefordert werden sollen. Ein gemeinsame- Ab-ßeMsn, zu Ehren der Gäste veranstaltet, schloß sich an die, dtleilhungen an, deren Ergebniß, wie wir fest überzeugt ffmty ttfl Beifalls unserer gesammten Bevölkerung gewiß seirmkLiin. 'Der Gießener Männer Turnverein sandte am ersten Fetitmgr auS Anlaß seines 70. Geburtstages an den Vorsitz stsstn der deutschen Turuerschaft Dr. Ferd. Goetz. WSchmtNche Ukberstcht dn XeMfUt tt ©teftät 21. Woche. Vom 17. Mai bis 23. Mat 1896. Einwohners!: angenommen »u 23 000 (tncl. 1600 Mann SierblichkettSzister: 20,35, nach Abzug der Ortsfremden 18,08°/*. »luder ES starben a Lusamma: troeOtme: ta »”• 1. Lebensjahr: 2.— Gtrßm gebrachte »ranke kommen.___ WitternngSbericht vom 26. Mai. Während das Maximal-Gebtet über Nord-Europa noch etwas weiter ostwärts sich auSgebrettet hat, ist im Süden> deS Erd^heil» daS Barometer neuerdings gesunken und liegt heute über dem Mittel- meergebtet wieder eine umsangretche Depression. Zugleich zeigt die Luftdruck-Verthetlung tn Central-Europa noch immer zahlreiche Unregelmäßigkeiten, sodaß daS Wetter metstenortS trüb und kühl bleibt und höchstens vorübergehend Aufklärung etntritt. Ueber Suddeutfch- land h-bm gestern wieder vielfach Gewitter stattgefunden, welche stellenweise von leichten Hagelsällen begleitet waren. Die Luftdruck vertheilung war in den conltnentalen Lagen ziemlich gleichmäßig. »oaauSAchUtcha Oittmmei Wolkiges Wetter mit Neigung zu Strichregm und Gewittern. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 27. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr. Wasser 13, Luft 16°. Rübfamen'sche Badeanstalt. Kunst-Ausstellung, nähme deS SamStag«, von II bi, 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 6 Uhr. <•**!*•< W nnuntertzrochen M« II Mi lttlt. -^Eintrittspreis fit Ntchtmttglteder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagm 20 ¥ll KrebS 1 (1) Lungenschwindsucht 1 Lungenentzündung 1 Herzleiden 1 Darmentzündung 1 LebenSfchwäche 1 Gkhtrntuberkulofe 1 Masern 2 _________________________________ Summa: 9 (1) 4 (1) 2 3 »nm. Die tn Klammern gefetzten Ziffern gebe» tn. wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von «uSwärl, nach hsikal. Hausfreund. Mer f. ausgewählte Sdlonmnfih. IX. Jahrgang. lioeitl. 2 Numm. (mit Textbeilage). P:°reis pro Quartal 1 Mk. hbiienummern gratis und franco. J, ÜSengbusch. Verlag, Leipsig. lUatWatz 6. ’.-rsa ich, der 4933 fcfjsWascl'-Ext^ct 4kM sog. und Carl Germann, Wolkengaffe 13. 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Frau Reith nebst Kindmi 49S1 Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei de« ii schweren Verluste unseres inniggeliebten Gatten und Later-, fy die zahlreichen Blumenspenden sowie den barmherzigen cd)Bffan für die überaus liebevolle Pflege sagt den innigsten Tank Mein reich sortirtes Lager in ächten Schweizer Stickereien 3^ ohne Appret *96 halte ich in Stücken von 4,20 Meter zu Fabrikpreisen besten« r-.-'ä • J. Kaan jun., Kreuz 10. >.. ClUllpkusations-Comse für Ultimo Aoi 1896. Mitgetheilt von J. Kurz & Co., Giessen, Pa-aßefilu« 3°/o Deutsche RetchScml. 99.50 6 /o Mextcaner H- 3% Preußische Consols 99.51 47»% Oesterr. SUberrmtr B.- 40/0 Egypltsche unffic. 104.- 3°/0 Portugiesen flJ 40/0 Griechen von 1887 36.50 4°/o Rumänter B.- 50/0 „ „ 1890 33.- 3 T*- “> 20 Sl ankemEt. Lugt, voocrets»- Dollarß le Gald 1623 20.41 4.20 16.20 I Franz. Banknote» 20.37 Oesterr. dto. 4.17 | Amertc. 3^ — Albert Kuhnd. I Deruft " *153*75 * Redactian: I. 8.: Hermann «lle. 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