Gratisbeilage: Gießener Kamitienökätter. Bet der E.offnungSrede brachte der Vorsitzende des AuffichtS- rathS der Berliner Mehpalaft-Bau Gesellschaft, Ingenieur Naruhn, ein Hoch auf den Kaiser aus, worauf Baumeister Schreiber daS Gebäude dem Verkehr übergab. Namens der 1893er Vereinigung für internationale M ff-n in Berlin be> grüßte sodann der Vorsitzende, Moritz Rosenow, die axv wesenden Ehrengäste und sprach den staatlichen und städtischen Behörden, welche daS Unternehmen sördern halfen, den Dank der Gesellschaft auS. Oberbürgermeister Zelle, Stadtverord« ueten-Vorsteher Stellvertreter Mtchelet und Geheime Com- miifionSrath Herz beglückwünschten die Gesellschaft zu dem Unternehmen, dem sie daS beste Gedeihen wünschten. An die Feierlichkeit schloß sich ein Rundgang durch die Räume deS zahlreich beschtckken Meßpalastes. Berlin, 26. Februar. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht die Bedingungen, welche bei der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen im Bereiche der allge« meinen Bauverwaltung, der SlaatSeiseubahnen und der Berg- Verwaltung zur Anwendung kommen. Berlin, 26. Februar. Die Commission für das bürgerliche Gesetzbuch erledigte heute den 14. Titel deS 7. Abschnittes über die „Gesellschaft" ohne Abänderung und ging sodann zur Berathung deS VereinSrechtS über. Dortmund, 26. Februar. Durch einen Sturz in den Schacht-find auf Zeche „Tremouta" drei Mann getödtet worden. Weimar, 26. Februar. Bei der heutigen Berathung des Wahlgesetzes nahm der Landtag die Bestimmung an, daß die Höchttbesteuerten aus dem Grund- und Capitalgewinn auch an den Wahlmänner-Wahlen für die allgemeinen Wahlen th-ilnehmen. Die Einführung deS direclen Wahlverfahrens bet den allgemeinen Wahlen wurde abgelehnt. Wien, 26. Februar. In untecrichteten Kreisen wird versichert, die Regierung werde anläßlich der Regelung der Beamtevgehälter zur Frage der Collegiengelder, wie dies der UnterrichtSmintster bereits gestern in der Sitzung deS Abgeordnetenhauses erklärte, Stellung nehmen. Ein Beschluß, die Collegiengelder aufzuheben, liegt noch nicht vor. Budapest, 26. Februar. Franz Cofsuth brachte einen Antrag ein, nach welchem die Parlamente sämmtltcher, mit Ungarn in freundschaftlichem Verhältniß stehenden Staaten zur Mtlleniumsfeier eingeladen werden sollen. Der Antrag wurde auf die Tagesordnung der Sitzung am nächsten SamStag gestellt. London, 26. Februar. Wie die „Times" auS Capstadt meldet, werden Cap-Züge noch täglich sechs Stunden an der Grenze von Transvaal aufgehalten, weil diese dorr nach Waffen durchsucht werden. Loudon, 26. Februar. In der Gerichtsverhandlung gegen Or. Jameson und Genossen verlangte Anwalt Matthews als Vertreter der K.one die Vertagung, damit der General Staatsanwalt und der Kronanwalt in dieser wichtigen Sache selbst entscheiden könnten. Der R chter stimmte der Vertagung auf 14 Tage zu und wies aus die besondere Schwere des Falles hin. Bei Entgegennahme der Bürgschaft schärfte der R chter den Angeklagten gehörig ein, sich alles deffeu zu enthalten, was Demonstrationen im Publikum Hervorrufen könnte. Der Beifall, den man den Angeklagten spende, könne dem englischen Namen Schande dringen. Loudon, 26. Februar. Nach einem Telegramm deS Reuter'scven BureauS auS Lagos brach letzte Nacht in dem inneren Viertel der Stadt Feuer aus, welches 400 Häuser der Eingeborenen in Asche legte. Die europäischen Einwohner erlitten keinen Schaden. Loodou, 26. Februar. Der von Sulina nach Bremen bestimmte Dampfer „Viribus UnitiS" ist mit 2000 Tonnen Getreide im Schwarz-n Meere unter gegangen. Alle Personen wurden gerettet. Koustautiuopkl, 26. Februar, lieber die Herkünfte aus Alexandrien wurde eine fünftägige Quarantäne, über diejenigen auS den übrigen Küstengebieten Egyptens eine solche von zwei Tagen verhängt. Drprichen oef «urten .Herold". Berlin, 26. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Berathung des Eisenbahn-Etats fortgesetzt. Nach längerer Debatte wurde O'dinarium und Extra-Ordi- oarium erledigt. Morgen CultuSetat. Berlin, 26. Februar. Im „Reichsanzeiger" wird die Ernennung des bisherigen Gesandten in Buenos - AyreS, LegationSrathS Grafen von der Goltz, zum preußischen Gesandten am hesfijchen Hofe amtlich publicirt. Berlin, 26. Februar, lieber die Angelegenheit der vierten Bataillone bringen verschiedene in- und auS« Freitag den 28. Februar Mr. 50 Erstes Blatt Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger «nd Anzeigeblatt für den Nreis Gissten. Amtlichem Theil ei Sieben. III: -c-prt. Tinen vom Abgeordneten Richter eingebrachten Antrag, Mtt- threr Be- lätare und über die etwa neben Ivnah m t Bob Anzeigen zu der Nachmittag- für de» ftlgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Die Gießener ■cbtti dem Anzeiger Ntchmtlich dreimal bägelrgt. lchmittags i/z3 tyi üben. Die Zusimmlu b-ttnffenb Die Mftuug Der Gitte«r Anzeiger erscheint täglich, »1 Su-nahme de- MontagS. ländische Blätter Nachrichten, die mehr oder weniger auf Combinationen beruhen. Nach den Informationen der „Post" find die Vorbereitungen für die Neuorganisation der vierte» Bata'llone noch keineswegs abgeschlossen, so daß eS noch gar nicht abzufehen ist, wann eine diese betreffende Vorlage an den Reichstag wird gelangen können. Allerdings dürste an dem mehrfach besprochenen Plane festgehalten werden, je zwei Halbbataillone zu einem Vollbataillon zusammenzuziehe» und dann aus den Compagnicn der drei andern Bata llone zu ergänzen. Wenn in den Blättern bereits die Summe genannt wird (Mk. 350 000), die erforderlich sei, um die Neuorganisation durchzuführen, so müsse, schreibt die „Post" weiter, darauf hingew esen werden, daß eine Berechnung der Kosten sich vorläufig noch gar nicht aufstellen laffe. Straßburg i. E., 26. Februar. Der LandeSauS- fchuß von E'iaß Lothringen faßte heute bei der zweiten Berathung des Etat der Forstverwaltung einen Beschluß, der in Regierungs- und parlamentarischen Kreisen lebhaft erörtert wird. Der Kaiser hatte bei seinem letzten Besuche im Elsaß einen Ausflug in die Oberförsterei Mutzig gewacht, wo er ein Jagdrevier besuchte und bei dieser Gelegenheit eine unverhohlene Bewunderung für diesen romantischen Theil der Vogesen auSgedrückt. Die Regierung glaubte daher einen unausgesprochenen Wunsch deS Kaisers zu erfüllen, wenn sie in dem genannten Renter ein Jagdschloß für den Kaiser errichten liefe. Sie stellte infolge dessen in den nächstjährigen Etat der Forstverwaltung eine Position von Mk. 180,000 zur Erbauung dieses Schlosses ein. Heute nun lehnte der AuSscbuß in geheimer Abstimmung mit 28 gegen 26 Stimmen und einem weißen Zettel den geforderten Ccedtt ab. Die demokratische Presse hatte in den letzten Tagen die schärfste Kritik an diesem Plan geübt. Rom, 26. Februar. Die osficiöse „Fanfulla" meldet, die R gierung habe beschlossen, die afrikanische Armee auf 65 000 Mann zu bringen. Wien, 26. Februar. AuS Liverpool wird dem „Extrablatt" telegraphirt, daß im dortigen Hospital für Augen- und Ohrenkranke Feuer auSbrach, weiches sich schnellstens auf die Treppen ausdehnte. Die Jnsaffen des Hauses mußten deßhalb durch die Fenster in Sicherheit gebracht werden. Eine Krankenpflegerin sprang aus dem Fenster der oberen Etage und verletzte fich tödtlich. Paris, 16. Fcbruar. Der Ministerrath stellte gestern daS Reise-Programm des Präsidenten Faure nach dem Süden Frankreichs fest. Die Abreise wird SamStag in Begleitung Bourgeois' und LockrohS erfolgen. Um den Juftizmintster Ricard nicht der Gefahr auSzusetzen, einer Niederlage entgegenzugehen, werden die Freunde der Regierung am nächsten Donnerstag die Vertagung der Kammer auf 14 Tage beantragen. Washington, 26 Februar. Präfident Cleveland wirb in einem Schreiben an die demokratische Nationalpartei bestimmt eine Wiederwahl ablehnen. im $egterung6gebäuoe zu Gießen statt, wozu die verehrlichen Utitglieber der Stiftung ergebenft eingeladen werden. Tagesordnung: 1) Prüfung der Rechnung für 1895. 2) Vertheilung des UeberschuffeS aus 1895 zur Unterstützung gemeinnütziger Anstalten, 3) Feststellung des Voranschlags für 1896. 4) Ergänzungswahl deS Vorstandes. Gießen, den 24. Februar 1896. Der Vorstand der Mathildensttstang für die Provinz Oberheffen. v. Gaqern, Provinzialdirector. i !hutmh,u, tm fr» e i Irlich, mit in 1 Uhr, am Mittwoch t • dihrov» btl Btto '» - ttnirttiipuli | . an Sonntagen 20 Pi, Neueste Nachrichten. Wolff» telegrewhischeS Correipondenz-BurrRU. Beilin, 26. Februar. Die Eröffnung der diesjährigen fviAfjahrSmesfe im neuerbauten Meßpalast hat heute kmniiteg in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste stattgefunden. Bekanntmachung, fciilrtfftnb: LehrcursuS für Anlage und Prüfung von Blitz- aiMtliern an der Electrotechnischen Lehr- und Untersuchungs- Anstalt deS Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. Wir machen darauf aufmerksam, daß auch in diesem Jfiihre an der Elektrotechnischen L hr- und Untersuchungsanstalt d'G Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. ein CursuS Klier Anlage und Prüfung von Blitzableitern statifindet. Der Uhterridit findet in der Woche vom 16. bis 21. März l. I. tlöglich Vormittags von 10 dis 12 Uhr und Nachmittags von Si bis 5 Uhr statt. DaS Honorar beträgt 30 Mark. Gießen, den 26. Februar 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, die Mathildenfttstung für die Provinz Oberheffen. diesjährige Hauptversammlung der Mathilden- für die Provinz Oberheffen findet Gamstag de» 14. März d. I., Nachmittags 8 Uhr er-Einlage onb ^rucklage sicher Capital tn i deckende Unfoften )inn a«g. lamme und eine Parts Aischm Anlagen, vor V , in der Ostanlage, 6t Deutsches Reich. Berlin, 26. Februar. Der Kaiser ertheilte am D'itnötag den neuernannten hohen Beamten im Reichsamte Innern, UmerstaatSsecretär Rothe und Dlrector Lloedtke, eine Audienz. Später arbeitete er mit dem L.lief ^eS MilltärcabinetS und empfing hierauf den Prinzen Kiriedrich von Hoh enzollern, bisherigen commandiren« dm General des 3. Armeecorps. Dann nahm Se. Majestät eine Reihe militärischer Meldungen entgegen. — Die Vereinigung deutscher Steuer- und LRilths chaf tSref ormer hielt am Montag in Berlin ihpe 21. Generalversammlung ab. Die angenommenen Rbjelutienen sprechen sich u. A für den neuen Antrag Kanitz, füh die Durchführung der Währungsreform im Sinne der BÄeallisten und für Uebernahme der Reichsbank durch das auS. — Im preußischen Abgeordnetenhause zieht fich die bereits vorige Woche begonnene Debatte über den LiffMahnetat erheblich tn die Länge. So wurde fast die gelammte MmiigSsitzung durch eine Erörterung der Frage der (Staffel« :achk auSgefüllt, und in der DtensragSsitzung gab der AuS- gatbi'Titel „Beamtenbesoldungen" Anlaß zu einer langen D^dme über die unzulänglichen Gehälter der Eisenbahn- be-Micn, nicht nur der (Subalternbeamten, sondern auch der höijrnen Beamten. Von den verschiedensten Setten deS HES auS wurde eine allgemeine Besoldungsverblfferung füik He verschiedenen Leamtencategorien der Eisenbahn- «TEHiltung gewünscht, im Allgemeinen verhielt fich Eisenbahn- miWcr Thielen den geäußerten Wünschen gegenüber nicht 4bi'-tinenb. Daneben spielten auch wieder tie Fragen der L-mi agSruhe, der Perronsperre u. f. w. eine Rolle, außerdem zeüWgten wieder verschiedene specielle Ei enbahawünsche aufS vlertrklähriger AvonllemeatsprelZr 2 Mark 20 Pfg„ a* Bringerloha. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, Epxdittse und Druckerei: Ferusprecher 5L Der Krieg von 187O|71, zeschtldert durch Ausschnitte auS ZettungS - Nummern jener Zett. (Nachdruck verboten.) 28. Februar. Nach allen neuen Nachrichtin hat die Abtretung von Metz einen furchtbaren diplomatischen Kamps gekostet. Ueber BiSmarck hinüber appellirte ThierS an den Kaiser und Kronprinzen, aber auch diese zeigten fich unerbittlich. BiSmarck, ziemlich unwohl, wurde ungeduldig und erklärte: Entweder — Oder! Entweder unterzeichnen Sie oder der Krieg beginnt von Neuem! Auch dem Einzug in Paris widersetzte fich ThierS aus allen Kräften, er soll sogar BiSmarck 100 Millionen FrcS. geboten haben, wenn die Deutschen auf den Einzug verzichteten. Die Verhandlungen dauerten am Freitag 81/,, am SamStag 5*/,, am Sonntag 5 Stunden. ThierS, Favre und Picard beschworen die Pariser in einer Proklamation, ruhig zu bleiben. Verfallt nicht in den Fehler Derer, welche uns vor acht Monaten nicht glaubten, als wir sie beschworen, von diesem verderblichen Kriege abzulaffen." 43 Pariser Zeitungen Haden sich dieser Mahnung angeschloffen- während der Besetzung erscheint keine Zeitung und die Theater werden geschloffen. Heute eröffnete ThierS der französischen Nationalversammlung in Bordeaux inmitten tiefen Stillschweigens Folgendes: „Wir übernahmen eine schmerzliche Mission, machten alle möglichen A> ftrengungen und mit tiefem Bedauern müssen wir Ihnen folgenden Gesetzentwurf unterbreiten, wofür wir die Dringlichkeit verlangen: Die Nationalversammlung, der Nothwendigkeit weichend und die Verantwortltchkeit zurück- fhll (stnen vom Avgeoroneten michter etngevrachten ? ’<4i *s'lchr die Eisenbahnoerwaltung zu ausführlichen I $ _Lr ele| thffiüiiigen über die Dienstdauer und UrlaubSzett ihr F Jüber die Löhne der D " ..... * der fifitzlichen sonst noch vorhandenen Wohlfahrtseinrichtungen fütfc iit Beamten und Arbeiter auffordert, verwies das HauS m o3k Budgetcommisfion. * M. 4 (Summa 5N ibe 1894 52 3 TT 3 50 ein, 1 ä' 6«’*' Lagerhalter^, DOn 30 ßr M 'rtn. lQCeo,tnt b! t?1 •otberdiuna Lalben- k, »««-» 1 ZW L«L-tt ein blofea\2 Dnbani1 l «'Hjult in btm 6|e VÄn ’c* * .an. ' $6er°Pl< cinotfb Mim D-rgistung non » elsenihümliche, biaphnch [{iam Macht rooiben r e i5 e f* io<& blüffendc Aechtheit, die packende Wahrheit ihres Spiel-, mit diese Bauern künstlerische Wirkung erzielten. Sie gaben wie tm Lcbcu, Alle« Art, wie die Burschen man sehen, daß man Salon-Tyroler vor dem sich war die hier sich von Wabl'schen Resolution verzichtet. Da- Schlußwort erhält Stöcker. Derselbe relümirt seiue Ansicht über beu letzten Punkt der Wahl'schrn Resolution dahin, von einer Ablage sei keine Rede, sondern nur von der Unmöglichkeit, zu einer Parteirichtuvg Stellung zu nehmen, die noch gar kein Pro gramm habe. Da- müffe Jedem genügen. Er bitte dringend, jede Zweideutigkeit zu vermeiden. Hierauf wird über die beiden Resolutiouen abgesttmmt. Die erste, von Stöcker verlesene Resolutiou wird einstimmig angenommen, die Wahi'sche Resolution wird nach Ablehnung einiger Abändc- ruogsvorschläge mit großer Majorität angenommen. AlSdaon referirt Dr. Bogel Laubach über die Organisation der Partei und empfiehlt Agitation sür dieselbe. Um 3 Uhr schließt der Vorsitzende den Parteitag, an dem etwa 200 Delegirte und 15 Gäste theilgenommen hatten. Den Verbondlunoen schloß sich ein oeme'nichattl'chtS Diner NN. auf der Büdne genau so, naiü l'ch! Schon an der Dirndln anpacken, konnte ächte Bauern und kttne toceUs nnö ^rovinzieUes. Gießen, 27. Februar 1896. ** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 26. Februar den Secondl«eutenant Graf von Büdingen vom Leibgarde-Regiment Nr. 115, I den Justizrath Dr. Reatz von Gießen, den Seminarlehrer Lenhart von Bensheim, den Hofschauspieleri. P. Butter- weck, Ehrenmitglied deS Großh. HoftheaterS. ** Lchuldieustuachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 22. Februar den Lehrer an der Realschule zu Darmstadt Georg Heil I zum Lehrer an dem Realghmnafium daselbst, den Lehrer an der Realschule zu Bingen Dr. Christian LaugStroff zum Lehrer an dem Gymnafium zu Bensheim, den Lehrer an der Höheren Mädchenschule zu Mainz Bernhard Lade zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt und den Lehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Ludwig Hassel- bäum zum Lehrer an der Realschule zu Bingen, sämmtlich mit Wirkung vom 1. April d. I. an, zu ernennen. ♦♦ Aus dem GerichtSdieust. Durch Entschließung Großh. Ministeriums deS Innern und der Justiz wurden beauftragt der Gerlchisaffeffor Zimmermann von Friedberg mir den I Dtenstverrichtungen eine- Amtsrichter- bei dem Großh. Amts- I gerichr Michelstadt, der GerichtSaffeffor Seibert zu Darmstadt mit den Dtenstverrichtungen eines AmtsanwaltS bet den Großh. Amtsgerichten Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach und Vilbel, der GerichtSassesior Rummel zu Darmstadt mit I den Dienstverrichtungen eine- HilfSgerichtSschreiberS au dem Großh. Oberlandesgericht, der GerichtSc-fftsior Wachtel zu Darmstadt mit den Dtenstverrichtungen eines HilfSgecichtS- fchreiberS an dem Großh. Landgericht zu Darmstadt. *•* Parlamentarisches. Die Erste Kammer der Stände tritt, tote bereit- gemeldet, am 24. März zusammen. Etwa zu Anfang April wird auch die Zweite Kammer noch zu einer kurzen Tagung berufen, wonach der Schluß de- 29. Landtags etntreten wird. *♦ Allgemeine Kirchensteuer. Zur Bestreitung der Be- dürfutfle der Gesammlheit der evangelischen Kirche de- Großherzogthum- im EtatSjahre 1896/97 wird I nach den Bestimmungen des Art. 5 deS Gesetze- vom 23. April 1875, da- Besteuerung-recht der Kirchen- und Religionsgemeinschaften betreffend, auf da- Communalsteuer- Capital, der Angehörigen der evangelischen Kirche ein Beitrag von Einem und sieben Zehntel Pfennig auf die Mark ©teuer» Capital ausgeschlagen und mit den Communalfteuern der politischen Gemeinden erhoben werden. ** bchliersee'r Bauerntheater in Gießen. Der große Erfolg, den da- Bauerntheater in Amertka gehabt hat, ist bereits aller Orten bekannt und ist auch die dortige Preffe des Lobes voll. Nicht unerwünscht wird es unseren Lesern sein, wenn wir heute einen Bericht auS New-Aork zum I Abdruck gelangen lassen. „New Yorker Morgen-Journal" vom 1. October 1895: „Juchhu!" — Bombenerfolg der „Schliersee'r" im Metropolitan Opera House. — Ein volles HauS begrüßt sie bet ihrem hiesigen Debüt — jubelnder SelfaH folgte jedem einzelnen Actschluß. — | Nau sind sie zu nichte, alle jene Befürchtungen, die ängstliche Gemüther für den Erfolg der Schliersee'r hegten. DaS Haus hat sich nicht als zu groß, das Organ der Darsteller nicht als zu schwach erwiesen. Die gestrige Aufführung des „Herrgott schnitzerS" bezeichnet einen Sieg des Schliersee'r Bauerntheaters auf der ganzen Linie. Dem Theater - Habitus, der im M-ttopolitan Opera House bekannt ist, mußte es gestern auffallen, daß das Publikum, welches gestern das Theater füllte, ein wesentlich anderes war, tote dasjenige, das die große Oper besucht. Der elegante Frack, der während der Opernsaison nahezu oblt- I gatorisch ist, trat nur sehr sporadisch auf, die Damen in den | I Logen waren ebenfalls in einfacher Abendtoilette, nicht in großer Gala erschienen. Mit einem Worte, daS ultra- fashtouable Amerikanerthum war gestern zurückgedrängt, dagegen war die gute deutsche Gesellschaft in ganz bedeutendem I Matze vertreten. Eine Kuhglocke gab daS Zeichen zum D ginn der Vorstellung. Der Vorhang ging auf, die Scene zwischen der Traut!, Pauli und dem Pechlerlehnl spielt sich ab. I Im Publikum begann schon nach den ersten Minuten hier I und dort ein derbe-, humorvolles Wort zu zünden, und older alte Pechlerlehnl bei seinem ersten Abgang von stürmischem Beisall gefolgt war, wußte jeder Renner der Theater- Sthmosphäre, daß der Erfolg gesichert war. Nach dem I Schuhplattler, mit dem der erste Act schloß mußte der Vor- I hang viermal wieder in die Höhe gehen. Und dieser rauschende Ersolg hielt auch im Laufe der Vorstellung an, ja im Laufe deS dritten ActeS erfuhr er nach der Tanz- I fccne sogar noch eine Steigerung, die ihn zu Riesen Dimen- I fionen anwachsen ließ. Im Uebrigen waren eS nicht nur I die heiteren ©eenen, in denen die Darsteller ihre Wirkung I erzielten. Die hochtragische ©cene im zweiten Act, in I welcher der Pechlerlehnl der Loni seine Geschichte erzählt, I macht einen tiefen Eindruck in Folge der packenden Realistik, mit der sie gespielt wurde. Ueberhaupt war eS die ver- Namen zu geben. Hosprediger a. D. Stöcker (mit Beifall begrüßt) verliest zunächst folgende Resolution: „Die in Frankfurt a. M. versammelten Delegirten, Vertrauensmänner und Mitglieder der christlich-socialen Partei erklären: Wir billigen den nach den letzten Vorgängen unvermeidlichen Austritt SiöckerS aus der conservativen Partei. Wir conftitulren unS hiermit zu einer selbstständigen socialen Partei. Wir bekämpfen nach wie vor jede conservative Richtung, die der Politik der Mittelparteien Concesfionen wacht. Wir erstreben auch in I Zukunft eine größere öconomische Gleichstellung zwischen j Reich und Arm. Wir bekämpfen die Machtentfallung der übergroßen Vermögen, welche die Wohlfahrt deS Volkes ge- I fährdet." Hierauf bespricht ©löckcr in längerer Rede seinen I Austritt ans der conservativen Partei. Ich fühle mich, führt Redner aus, sehr wohl und frei und empfinde den gethanen Schritt als eine Lösung von manchen Schwierigkeiten. Wie in Berlin, habe er schon 18.7 damit begonnen, eine selbstständige Partei zu organifinn, damals ließ sich das aber nicht machen. Jcd ahnte gleich, als ich von der Sommerfrische nach Berlin zurückkehrte, und diese fortgesetzte Hetze gegen mich vorfand, daß die» darauf ausging, mich in polt- I tische Schwierigkeiten zu verwickeln. Der damals veröffent- I lichte Brief aus dem Jahre 1888 bot ja für Leute, die politisch nicht denken und sehen wollen, ein sehr bequeme- Material, man stützte fich auf mich und sagte, ich hätte den Kaiser von Bismarck losmachen wollen. Wenn ich daS gewollt hatte, wäre das eine sehr falsche Politik gewesen, ich habe daS nicht gewollt, sondern nur die Fehler B'SmarckS klar in- Licht stellen wollen, 'damit sich nicht der Kaiser von diesen Fehlern inS Schlepptau nehmen laffe. Stöcker geht sodann auf die Stellung der Panel gegenüoer den Soclal- demokraten über. Man mache den großen Fehler, der socm- ' lchischen Bewegung zu große Beachtung zu schenken. Redner schließt: Wir müffen auS dem Klaffcnkampf heran- und versuchen, jedem zu geben, waS ihm recht ist, da- ist für »,ch christlich social, eine andere Auffassung ist mir unmöglich. Hieraus verlieft der Vorsitzende einige eingelaufene Be- grüßungStelegramme. Pfarrer Wahl-Langen verla- hierauf oben erwähnte, von ihm vorgefchlagene Resolution: „Die heute versammelten Mitglieder der christlich socialen Partei erklären, daß ihnen ein politische- Zu'ammengehen mit der sogenannten jüngeren Richtung, wie sie Naumann vertritt, trotz einiger Berührung-- punkte nicht mögl ch ist. Die Versammlung spr'cht cen Wunsch auS, Naumann möge für sich und seine Richtung auf den Namen „christlich-social" verzichten." In der hierauf folgenden D'Scusfion gehen die Meinungen bezüglich deS Schlußsatzes der Wahl über die Resolution stark auseinander. An der Debatte betheiligen sich u. A. P> ofkffor Hüpeden, Dr. Durckhardt-Barmen, Pfarrer Groß, Pfarrer Wahl, Stöcker, Dr. Kranzburg, Pfarrer Hoffmann. Schließlich wird auf den Schlußsatz der hatte. Selbst die Ohrfeige im brüten 8et war überraschender Natürlichkeit.--D>e Ausstattung bei Stücke- war ein» in jeder Beziehung glänzende. Die Stärke de- Bauerntdeater- liegt in btm vollendeten Zusammenspiel aller Mitwiikenden. Man möchte das minutiöse Jneio- andergreisen der einzelnen Theile de- Ensemble» mit der R?gelmaß'gkelt eine- Uhrwerke- vergleichen, koch, da» Uhr- werk beftebt au» leblosen Theüen, hier aber schlägt in jedem Theil pulsirendes L ben. ♦* Religiöse Borttäge. „Wer war Jesu- voi Nazareth", io lautete das Thema, über welche- am letzt» Freitag Herr Dr. Joh. Müller au- Leipzig sprach. Die sehr zahlreiche Zuhörerschaft — der ganze Lerb'sche Festsaal war besetzt — folgte mit höchster Spannung den etw, anderthalbstündigen Ausführungen de- geschätzten Hern Redners, der in vollständig freier Weife und getragen voa großer religiöser Wärme, etwa Folgende- anSsührte: »Der war Jesus von Nazareth?" Da» ist die große, gewaltig ernste Frage, die durch die Zeiten, durch die Jahrhunderte geht, und eS scheint saft, all ob die Menschheit nicht zur Ruhe kommen könnte, ehe sie eine einhellige Antwort aus diese Frage gefunden habe. Wenn eS auch zuweilen war, als ob diese Frage in Vergessenheit gerathen sollte und der Strom der Zeitanschauungen über sie hinwegging — die Fluthen haben sich verlausen, auch der Materialismus ist im Niedergang, die Spitzen der Berge ragen bereit- wieder aal der Flut empor, und diese Frage ist geblieben wie ein uv- erschütterlicher Fel-, der hinaulragt in die weiteste Zukunft. In unserer Zeit ist diese Frage die actuellste. Sie springt un-, wie wir da- letzte Mal gesehen haben, auS den große, socialen Problemen in letzter Linie entgegen. Jahrhunderte hat die Menschheit vergebens nach einer Antwort gesucht, die der Wirklichkeit entspricht. Wenn wir die Lösung der Frage in Angriff nehmen wollen, müffen wir vor alle, Dingen darauf sehen, daß wir voraussetzungSloS a, die Frage herantreten. Die Menschen nämlich haben gewöhn!,ch schon eine Antwort in der Hand und suchen diese bei der Prüfung wiebe-zufinden. Wir wollen dem Weg nachgehen, ben man in der heutigen Zeit überhaupt einschlägt, da- haben wir gelernt in der heutigen Zeit, in der naturwissenschaftlichen Zeit, daß wir unß die Wirklichkeit, wie sie außerhalb von unS ist, nicht zusammen reflecnre, können von unS aus- wir können nicht die Wahrheit schaffen, die außer unS ihren Bestand hat. ES ist wohl aOgemehe zugestanben, daß der Weg zur Erkenniniß der Wahrheit der Weg der Erfahrung ist. Alle- Activc, Festsetzenbe geht dann nicht von unß und unserem subjektiven Meinen an», sondern von der Wirklichkeit außer unß; und wenn wir uns vorauSsetzung-lo- unter diese Wirklichkeit stellen, sodaß wir ganz pasfiv dabei sind, bann haben wir eine Garantie dafür, daß wir nicht die Wahrheit geschaffen Haden, sondern baß sie die Wirklichkeit hervorgebracht hat. Wenn eß fich nm bic Persönlichkeit Jesu handelt und wir unß unter ben Eindruck dieser Persönlichkeit stellen unb unß von ihr überwältigen laffen, bann beruht unsere Erkenntniß von ihr nicht aus unserer oberflächlichen Meinung, sondern auf Erfahrung. Nun ist unß ja eigentlich bie Möglichkeit genommen, mit Christus persönlich zu verkehren wie mit unseren Zeitgenosser Aber trotzdem können wir seine Persönlichkeit auf un3 ronltti laffen, denn wir haben ben geschichtlichen Christus, bie Uifunbeo über ihn. Die Kritik hat diese Urkunden untersucht und Vieles al- unhiftortsch herauSgefunden, aber die drei erst» Evangelien find al- geschichtlich anerkannt. So bleibt uns also als der einzige Weg, Christus auf un« wirken zu laffen, daß wir baß Evangelium lesen, aber so, baß wir wirklich I einen Einbruch von JesuS erhalten, b. h. in ernster Sammlung unb im Zusammenhang, nicht hier ei» Stückchen unb dort eins. Der erste Überwältigenbe ölnbiud, den man bekommt, ist der, daß man hier eine ganz vollkommene unb volleubete Persönlichkeit vor Augen hat. Aber wer garantirt unß denn, daß Jesuß wirklich ein solche» Idealbild war? Vielleicht hat die Urgemeinde, um eia Zül für ibealeß Streben zu haben, die« Idealbild nur erfunden. Aber Niemand, auch nicht der größte Dichter, kann eine voll- kommene Persönlichkeit schildern, weil ihm bic allgemeine Erfahrung fehlt; wenn er eine schilbern wollte, müßte er selber eine vollkommene Persönlichkeit fein oder eine solche vor fich haben. Wir erhalten durch die Darstellung der drei Synoptiker, die keineßweg» in die Tiefen der Persönlichkeit Jesu eingedrungen find, den Eindruck, daß wir eß hier mit Menschen zu thun haben, bic einen elementaren wuchtigen Eindruck von der Persönlichkeit Christi erhalten haben, und die diesen Eindruck Wiedergaben, I" tendenzlo- unb ursprünglich, wie eß ihnen eben gerade m den Sinn kam. Diese Thatsache ist ber beste Beweiß dafür, wie treu bleie Urkunden find, unb daß ist wiederum ei» Beweiß dafür, daß wir es hier thatsächlich mit der ©tu» lichkeit der vollkommenen Persönlichkeit Christi zu thun haben. ES ist unverständlich, wie solch eine Persönlichkeit entsteh» konnte, und wie sie ein Product ihrer Vergangenheit uv» Derhältviffe fein konnte. Auch von der Wiffenschast ist iu’ gestanden, daß Jesu« von Nazareth nicht au- fetaer Vergangenheit und Gegenwart begreiflich ist, nicht einmal feint Worte sind begreiflich, so unerfindbar sind sie. Die gr-V Wirkung, die von der Persönlichkeit Jesu außgegangen ist- bleibt unß ein Wunder, ein Geheimniß. Will man trotzdem ettoaß Über sie anderß sagen, so bleibt nichts anders übrig, \ sich an die Auswirkungen der Persönlichkeit zu halten, I» sind unmittelbare Acußerungen beß Leben«. Die erste w* Wirkung, die von ihm auSging, ist, daß wir in ibn t Offenbarung Gotte« haben. JesuS hat den Menschen da 1 Berständniß für den lebendigen Gott, da« sie verloren hatte», L, 8t 6a ' i°d>' * 4> 1 ii:«e nothwrndig W' Ä Lhoos bet Mtnsch ;(Wi eben unb haben bi (kufattl bie MSglichli ’irtiojen bleibt bie < abedafit: . i4*n unb zwar sv, bt M sie ihm plaftlfä) 6 ,ti hier nur in seht xmbgen, hinlerließ el ja irtriNt. Der S hl'.'ß fich in den Jes Nrienlen, «eil mit i Icflon unser zeitliches Ich kam aus einem wo i*i tiefem Einst getra mf bie B-Handlung '.eßenden Frage Leiter a»:a bleibenden Eindt iniiern aut eine Fülle xhtnm Skachbenken i "Planung btm hochintr Dr.lRüttcr entgegen, bei i Mb scheu F'siiaal" 1 ts Hin Leben nach 1 lii mit btm morgen f|i in Herrn Dr. Müll- Ikhinden Bonräge für „8ibi ei ein kn?« will Herr Dr. Wen Bortrag bie A welche seither i ' "kl Foüresse gefolgt c f®r skinen Sd)Iu§öo: Mancher, ber Her fitt hot, nimmt öleDtid die Frage, ob tS e U Dt ■ IllnUtiiltbtnj. j| um |g “1« Ma j »‘H 8g« i(t tll '>• ititn, Ofc„ 2* *‘Vtl 8iHn B1S * Süd), j Bl.»1?' »mW S SLfT ,b"« ff1',l! «’Dhna «o* btm r,«, >*>■!!> "ll iim * '<■ h 1,eln|f>« weisend, nimmt folgende zu BersailleS, 26. Februar, unterzeichneten Friedenspräliminarien an." — H er verließen Thier« feine Kräfte und er war genöthigr, den Saal zu ver- laffcn; Barthöttmy St. H'laire fetzte die Vorlesung der bekannten Frietiensbedingungen fort. Parteitag der Christlich-Sociale«. H. Frankfurt u « , 26. Februar. Die Verhandlungen wurden nach dem Gesang eines Choral« und nachdem fich da« Bureau gebildet, durch den Grafen Solms-Laub ach, welcher den Vorsitz übernommen hat, in der „Rosenau" mit einem Hoch auf ben Kaiser eröffnet. Sodann forderte der Vorsitzende die Anwesenden, welche fich zu dem Programm der Christlich-Socialen nicht bekennen, auf, sich gesondert zu setzen. Der Borfitzende referirte Über die Stellung der Christlich-Socialen zu den Conservativen. In dem Referat, welche« Redner verliest, recapitulirt er im Wesentlichen die bekannten Vorgänge der Scheidung in der conservativen Partei. Dieselbe characterifire sich al« eine Auseinandersetzung zweier conservativer R-ch tungen. Eine selbstständige chrlstlich-sociale Partei müffe bestehen. Redner führt einige Punkte an al« maßgebend für die zukünftige Haltung der Partei. Seine Freunde würden fich nie auf die Cartellpolitik einlassen, sie würden dre durch da« Parteiprogramm von 1895 vorgezeichnete Richtung einhalten. Pfarrer Wa.hl° Langen spricht über die Stellung- nähme der christlich socialen Partei zu der jüngeren christlich socialen, Pfarrer Naumann'schen Richtung. Redner führt au«, daß man von dem heutigen Parteitag allgemein eine genaue Erklärung erwarte, wie sich die Partei zu der Naumann scheu Richtung stelle. Wir müffen, nachdem wir den Entschluß gefaßt haben, al« selbstständige Partei auf- zutreien, unbedingt den größten Werth daraus legen, daß wir den Grundsätzen und Zielen, die wir im Eisenacher Programm sestgelegt haben, unbedingt treu bleiben. Redner betont äuSdrückiich, um Mißverständnissen vvrzubeugen, daß fich seine Aeußerungen nicht gegen die Person NaumannS richten, er sei sest Überzeugt, Naumann meine e« ehrlich. ES frage fich nun, gibt eß derartige Gegensätze zwischen beiden Richtungen, die ein Zusammengehen in politischer Richtung unmöglich machten und daraus müffe er mit Ja antworten. 6r glaube, seine Freunde dürften sich nicht darauf einlaffen, mit der Naumann'ichen Richtung, wie sie zur Zeit bestehe, irgendwie politisch zusammenzugehen. Je klarer und fester wir %te Grenzlinien ziehen, um so gewisser verbürgen wir uns die Selbstständigkeit als chrlstlich-sociale Partei. Redner krltifirt alsdann in längeren Ausführungen die Ansichten Naumanns. Wenn dieser von Blättern, wie die „Frankfurter Zeitung" und Henn Sonnemann verhätschelt werde, bann müsse er fich doch fragen: Wa« habe ich da für eine Dummheit gemacht? Naumann hat gar keine richtige Er- kenntniß für die Judenfrage. Redner bringt eine Refolution ein, dahingehend, daß ihnen ein politische« Zusammengehen mit der Naumann'ichen Richtung unmöglich sei und worin Naumann aufgeforbert wird, seiner Partei einen anderen ‘Meft tat c .V» '• tole m. ' Uo a.fe»h -?Ä* ?n614?Ä'*IN "wÄT? «> v ein gier S'6,1 li ÄKi« ‘V’“*. ift :t Will, S^11" t« ''rt ,?&S MeviM nicht "' ' °h-°^- »ntwott! " “ “* Muk 11 S'rali=6 foütt mll fit taegting - 1 btt MatertMmus itz I* «0« bereit- wieder, 'n grbiiebel, wie ein t £ ngbiLtolllefle M beatW Sie spw [9«> haben, aus deumi te entßtßen. Jchh^ ld) einer Antwort 8tjt: Denn wir die LSsuvz: en, müfftn wir vor voraussetzungSlor -enschen uämiich habti, der Hand und such»! >- Wir wollen de« tz gen Zelt überhaupt eiG ntigen Zeit, in der nak & wir uns die Wirklij! i nicht zusammen nflioi:. n nicht dir Wahrheit!^ t. ES ist wohl chm> ftkenvtniß der Wak.!.:, ieS Äctlüc, FeftseML. M fubjectlbtn Meime ti r flny; unb wenn will klichkeit stellen, fobai » -v tvo*xwx\\t tf o^tn \*n' hat. Wenn ei sich wir uuS unter den ll । unS van ihr übew: kenutuiß von ihr vii g, sondern ans W Möglichkeit gtnoinmtr, wie mit unseren Mw Persönlichkeit auf un$r htlichen Christus, dieM ese Urkunden unlersch'. isundeu, ab» die drei -7- anerkannt. To bleli ' ftuS aus unS wirken zn^ , aber so, d°h »• ri-ü-, »• »■ *• S wmelthaog, «W # etfte überwältigendes ä «an hier eine M Uichkeit vor Angeo ha- ; W wirklich ein i» \ie Urgemeinde, W - Pealbtld nur ech .■•Ä'S li**?, M** lie Tt to Ürl« °'"'Ä ie« ®*!'. !«-» Ht li* von der V j ch eine cn^aavgea^ ”«ct 1» 4«M( -»°°°? 7..' 1* WtetKft nli‘ eateif^ fie. ®:(! ®lbllÄ6anhlrf5' so bleibt n ® . f lt }I1R derPer'ö 7 - tN 0°*' »hergebracht. Er hat zum ersten Mal der Menschheit „sfenbart, daß jeder Mensch den Keim zu einer Persönllch- lltti in sich tilgt, und daß seine eigentliche Bestimmung ist, llteli Persönlichkeit vollkommen zur Entfaltung zu bringen, «ad daß auch für den verkommensten und verachtesten Men- Mr« diese Bestimmung gilt. Eine weitere Auswirkung der «deisönltchkelt Jesu ist die, daß er den Menschen offenbart Hat, Gott als den Gott der Liebe, als Vater anzus hen. rDmlt sührte er den Menschen zu einer höheren Art. — Er ‘iftyltc sich alS die Ewhe't zwischen Gott und den Menschen mb alS boß Herz der Menschen- deshalb nannte er sich Glitte» unb Menschen,Sohn. Wir können ihn nur verstehen ftü wirklichen Sohn Gottes, er selbst hat eS deutlich aus* «esprochen, daß er GotteS Sohn ist, zu dieser Anerken* rmg werden wir mit Nothwendigkeit gedrängt, aber wie Hai möglich ist, können wir nicht ergründen, daS läßt *4 niemals durch eine Formel auödrücken. Sagt er tted) selbst: „Niemand kennt den Sohn denn nur der Vater, und Niemand kennt den Vater, denn nur der Bohn, und wem es der Sohn will offenbaren." — Der Herr Referent betont noch ausdrücklich: „Daß ist mtlne Ueberzeugung, unb als nichts anbereS habe ich eS auisprechen wollen- eS liegt mir vollkommen fern, irgenb ^tmanb biese Ueberzeugung aufzubrängen, ich habe viel zu tettl Achtung vor jeher einzelnen Person als Persönlichkeit, crl- daß ich eS wagen würde, einem Menschen etwas fremdes crufzuzwingen, weil daS Fremde immer schadet." Es nützt fltinem Menschen etwa-, biese Lösung der großen Frage nachzusprechen, irgend ein Bckenntniß von Jesu auf- Zusagen. Es hilft ihm nur daS, was er erkannt und »erfahren hat, nur (die) bas Bekenntniß, baS auf Er- »hruvg beruht, hat Werth. Das, waS aus dem Wesen Uftsu nothwendig folgt, ist: Wir find berauSgekommen aus See Chaos der Menschheit, find eine höhere Art Menschen geworden unb haben bie Bestimmung bcs Menschen erreicht, ItbrnfallS die Möglichkeit dazu. In allen anderen Beziehungen bleibt die Frage „Wer war JesuS" ? jedem riejtlntn überlaffen. Jeder einzelne muß selbst die Antwort suchen und zwar so, daß er sich versenkt in die Person Jesu, :kl sie ihm plastisch vor Augen tritt. Der Vortrag, den n»| hier nur in sehr unvollkommener Kürze wiederzugeben verwögen, hinterließ einen sichtlich tiefen Eindruck bei der Zuhörerschaft. Der Appell, mit dem der Herr Referent schloß: sich in den JesnS an der Hand der Evangelien zu «senken, weil mit unserer Stellung zu seiner göttlichen Person unser zeitliches unb ewiges wahres Glück abhängig s'iß, kam auS einem warmen, von Begeisterung unb zugleich wen tiefem Ernst getragenen Hrrzen. Wir find überzeugt, c.'ifc die Behandlung dieser im Brennpunkt aller Fragen ftrhendrn Frage Seitens des Herrn Dr Müller nicht nur ciitn bleibenden Eindruck bei den Zuhörern hervorgerufen, fiiebtrit auch eine Fülle von Anregungen, reichen Stoff zu meiterkm Nachdenken geboten hat. Wir sehen nun mit Spannung dem hochinteressanten letzten Vortrag des Herrn Dr.^ätler entgegen, den er morgen Freitag den 28. d. M. »c«,Leib'schen Fgstiaal" halten rohb über die Frage. „Gibt e k ein Leben nach dem Tod?* Zu bedauern ist nur, dich mit dem morgen ftattfindenden Vortrag der CycluS der biie Herrn Dr. Müller gehaltenen, außergewöhnlich an- zinhenden Vorträge für diesen Winter sein Ende finden muß. ♦ * „Gibt eS ein Leben nach de» Tode?" Auf diese Mage wtll Herr Dr. Johannes Müller in seinem niil^ett Vortrag die Antwort zu geben unternehmen. Die- ietilgtn, welche seither den Reden des genannten Herrn mit so: bitt Interesse gefolgt sind, werden sich gewiß freuen, daß eti für seinen Schlußvortrag gerade dieses Thema gewählt hcch. Mancher, der Herrn Dr. Müller früher noch nicht ge« hc-irl hat, nimmt vielleicht gern bte Gelegenheit wahr, ihn Üfciet bte Frage, ob es ein Leben nach dem Tode gebe, reden zm hören. Der Tod steht wie eine Hieroglyphe am Ende des Menschenlebens. ES ist unser L00S, daß wir, je länger leben, um so mehr Menschen, die unS theuer sind, mtfftn scheiden sehen. Das geschieht so lange, bis wir selber Meiden. WaS ist daS Sterben nun? Ist der Tod daS EÄlt deS Lebens, ober ist er die Thür, durch welche wir zr,« Dohren Leben eingehen? Jedermann sehnt sich nach ei int Gewißheit darüber. Und doch läßt unS hier alle Be- otiistiuig im Stich. Was jenseits des Grabes liegt, daS ifti ,iaS unentdeckte Land, von deS Bezirk kein Wandrer wtieiktkehrt." Aber es haben unzweifelhaft Menlchen genug gqil'iit, bie vollkommen sicher darüber waren, daß es ein nach dem Tode gebe. Ist eine solche Sicherheit über da» Leben nach dem Tod auch für bie Kinder deS 19. Jahr- huti:ltrts vorhanden, unb wie gelangt man zu ihr? • • Beteranen Unterstutznng. Etwa 15000 hilfsbedürftigen Seltrianen beS Deutschen Reiches wirb, wie auswärtige 3eiiamgen melden, in diesen Tagen eine angenehme Ueber- relr'liing dadurch zu Theil, daß nun die durch ReichSgesetz ?e |e22. Mai 1885 bewilligten Unterstützungen angewiesen memtin. Da daS Gesetz rückwirkende Kraft besitzt, so werden «ei irreitS fälligen Raten im Betrage von 10 Mark pro Mkm°i vom 1. April v. I. ab nachgezahlt, sodaß die glück- Wi AnSerwahlten jetzt 110 Mark haar ausgezahlt erhalten. * ** Echlosserei-Avsstellung. Für die am 13 bis 21. Juni ie 1 Anbindung mit dem Verbandstage deutscher Schloffer- JrlWiügen geplante deutsche Schlosserei-Ausstellung zm Nvinz hat der Großherzog das Protektorat Äinnotnmen und It. „Köln. Ztg." einen Ehrenpreis gestiftet. ” 8am Militärdienst der Bolksfchnllehrer schreibt die .PSrrußösche Lehrer-Zeitung" : Dem „Reichs Anzeiger" zufolge jirigm bie Erklärungen deS Kriegsministers in der Budget- iaxinili^on des Reichstages zur Frage deS Militärdienstes btiü kslksschullehrer dahin, daß der Re'chSkanzler beschlossen unai itn KriegSwinister zu der Mittheilung aukorifirt habe, bofij ter erfolgreiche Besuch eines Lehrerseminars die Berech- rigfl.i!g zum einjährig-freiwilligen Dienst künftig gewähren solile. Sßir fügen auf Grund besonderer Erkundigung hinzu, das-i dieße Lehrer alSdanu selbstverständlich auch die Schnüre erhalten und ganz so wie die übrigen Einjährigen behandelt und mit dem Ziele der Verwendung als Reserve-Offizier ausgebildet werden. Die Maßregel kann, wie dir Erläuterung weiter klarlegte, nicht sofort in Kraft treten, die Bedürfnisse der Unterrichtrverwaltung machen vielmehr ein Uebergangsstadium nöthig. Spätestens vom Jahre 1900 ad soll aber die Aeuderung in ihrem ganzen Umsange durchgeführt werden. Auf die Frage deS Abgeordneten Dr. Pach- nicke, inwieweit den Lehrern etwa eine gewisse Erleichterung bei der Erfüllung ihrer Milttärdienstpflicht gewährt werden solle, wünschte die Verwaltung nachstehende Antwort dem Protokoll einverleibt zu sehen: Wer die Mittel zum Einjährig« Freiwilligendienst nicht nachweisen kann, erwirbt die Berech fguug als Einjahrig-Freiwilliger nicht. Auch seine Dienst zeit beträgt allerdings ein Jahr. Er wird dabei auf Staatskosten bekleidet, beköstigt und untergebracht- doch die Stellung als Einjährig Freiwilliger (also auch die Schwüre) erhält er nicht. Soweit möglich, sollen aber diese Lehrer besonders untergebracht werden. Der Sinn dieser Erklärungen ist also: Die Berechtigung, als Einjährig-Freiwilliger zu dienen, hängt von zwei Voraussetzungen ab, erstens dem Nachwe s der wissenschaftlichen Befähigung, zweitens vom DermögenS- nachweis. Werden beide Nachweise geliefert, so tritt bte volle Gleichberechtigung ber Lehrer mit den Übrigen Einjährig- Freiwilligen ein. Wird dagegen der VermögenSnachweiS nicht erbracht, so dient der Lehrer zwar auch nur ein Jahr, doch ohne die Sonderstellung der Freiwilligen. Mehr hat die Lehrerschaft billigerweise nicht verlangt. Eine Begünstigung vor andern Ständen fordert sie nicht, wohl aber Gleichstellung. Alles andere muß man der Entw.ckelung überlassen. ♦* Die hessische Staatsschuld. Nach der kürzlich im Regierungsblatt erfolgten Veröffentlichung über den Stand der Staats'chuld am 31. Marz 1894 betrugen die Aktiven 6 369 895 Mk. 12 Pf., die Passiven 41 317 027 Mk. 5 Pf., daher reine Schuld am genannten Tage 34 947 131 Mk. 93 Pf. Von der Schuld war nur ein ganz geringer Betrag riHt 3 Procent, 6 026 828 Wit. 59 Pf. mit 3V2 Pr°cent, 35 030 594 Mk. 35 Pf. — also der weitaus größte Theil — dagegen mit 4 Procent zu verzinsen. Bor 20 Jahren noch war baß Großherzogthum Hrssen in der glücklichen Lage, keine eigentliche Staatsschuld zu besitzen, denn die Rechnung für das Jahr 1875 schloß noch mit Aclivcapitalien, d. h. mit einem Vermögen von 6 690 101 Mk. 42 Pf. ab. Im Jahre 1876 veränderte sich dies Bild, denn in diesem Jahre ging das durch Uebemahme der Oberhessischen Eisenbahnen erforderliche Anlehen von nahezu 39 Millionen Mark zu unb Ende 1876 verblieb eine Passivschuld von 32 829 621 Mk. 88 Pf., maß gegen baß Vorjahr eine Verschlechterung von etwa 39V2 Millionen Mark bebrütete. Die Vermehrung der Schulb von da an bis Ende März 1894 ist keine besonders erhebliche. In den Rechnungsabschlüsien ber folgenden Jahre wirb durch die Ausnahme der zur Erbauung der Nebenbahnen erforbert chen Capitalien die Staatsschuld allerdings in beschleunigtem Tempo zunehmen. Im Großen und Ganzen kann aber — so schreibt daS „Darmst. Tgbl." — unsere Staatsschuld doch immer noch als eine mäßige bezeichnet werden, die durch denEtaatSbesitz vollständig gedeckt ist. ________________ W. AuS bet Wetterau, 26. Februar. Noch einmal die „Worzelberscht." Kürzlich brachte ber „Gießener Anzeiger" die Nachricht, daß die 87 er im Jahre 1871 unter den Klängen des GaffcnhauerS : „Hol mir e mol die Worzel- berscht" in Paris eingezogen seien unb dadurch eine Prämie von 100 Thaler ----- 300 Mark erblasen hätten. Diesem Mainzer Gassenhauer ist aber noch eine andere Ehre widerfahren und zwar durch Herrn Professor Hermann Müller, jetzt Director der LaudeSbaugewerkschule in Darmstadt. Herr Professor Müller gab 1870/71 ein Witzblatt „Die Zünd nabel" heraus, worin oft wahrhaft klassische Illustrationen erschienen. Eine bavon war nach bem Gassenhauer: „Hol mir e mol bie Worzelberscht" gearbeitet. Eiliche Wäscherinnen standen an einem Brunnen- jede hatte einen Turco, Zuaven, Zephir unter den Fingern. Mit Worzelberscht, Schmiersäs und engem Kamm arbeiteten bie robusten Waschweiber an den Franzosen herum, aber gänzlich erfolglos. Lange hatte ich die „Zününadel" aufgehoben, biß sie ein guter Freund gelegentlich unvermerkt m'tgehen hieß. Geitz-Nidba, 23. Februar. Am verflossenen Donnerstag wurde bei überfülltem GotteSbause unsere schön renovirte Kirche durch Herrn Prälat Dr. Habicht feierlich ein* geweiht, wozu der ganze Oct festlich geschmückt hatte. Nach der kirchlichen Feier fand in dem Lehmer'ichen Saale ein solennes Festmahl statt, wobei Toaste auf Kaiser und Großherzog, Kirchenbehörde unb bie bet ber Renovation unb ber erhabenen Feier mitgewirkt habenben Personen aus- gebrackt wurden. Burg-Gemüllde«, 26. Februar. Zwei größere Fest* lichkeiten sollen in unserer Gemeinde im Laufe dieses JahreS gefeiert werden: Die Einweihung deS neuerbauten Schulhauses unb bte Einweihung ber Fahne beß hiesigen Gesangvereins, womit sich die Abhaltung des BundeSfeftes beß Ohm Lumbathal-Sängerbundes verdinbet. DaS neuerbaute SchulhauS gebt seiner Vollendung entgegen, der schöne Bau ist für zwei Klassen eingerichtet. A A»S dem Ohmthal, 26. Februar. Verschiedene Trupps von Zigeunern scheinen sich bie Okmgegend zum Winter- Qufentbalt erwählt zn Haden. Fast in jeber Woche bemerkt man sie in ben Orten beß OhmthaleS. Ziehen sie in der einen Woche thalauswärtS, so kommen sie sicher in der anderen thalabwärtS. Daß diese Strichvögel bet ihrem Hin- unb Herwanbern die Ortschaften abklopfen, ist selbstverständlich. H. AuS dem Horloffthale, 26. Februar. Justinct ober Ueberlegung. Mit welcher Schlauheit viele HauS- thiere zuweilen ihre Zwecke zu erreichen suchen, zeigt folgendes Beispiel: Unser HauSkater saß vor einem kleinen Milchkännchen, das sich nach oben verengte, so daß Murr mit seinem dicken Kopfe nicht an den in der Kanne bifindlichen Milchrest gelangen konnte. WaS that nun Murr? Er tauchte die Pfote ganz behutsam in die Kanne hinab bis in । bie Milch unb hefte bie Flüssigkeit von ber Pfote ab. Dieses Spiel dauerte mindestens zehn Minuten biß ber letzte Tropfen Milch herauSaeholt war. Soll man hier Justinct ober Ueberlegung annebmen! A Mainz, 26. Februar, t&n ber heutigen Sitzung der hiesigen Sradtoerorbneteu wurde auch die lang geplante Neuordnung beß städtifchen Armenwefenß durchgeführt. Hiernach wird für die Folge die Zahl der städn- scheu Brmenpfleger von 56 auf 198 erhöht, sodaß jeder Armenpfleger nur 4 Unterstützte zu übernehmen bat. Ferner wird die Stadt in 19 Armenbezirke statt seither 14 ein* getheilt, und die ganze Verwaltung centralisirt sich in dem Arbeitsamt. A Mainz, 26. Februar. Die Voruntersuchung gegen die in oiiletunterschleise verwickelten Beamten der hessischen LudwigSbahn ist jetzt geschloffen. Schwer belastet sind nur zwei Schoffner, bte geständig sind, gemeinschaftliche Sache bei den Unterschleifen gemacht zu haben. Dem größten Theil ber Übrigen in bie Untersuchung verwickelten Beamten werben leichte Vergehen zur Last gelegt, theilweise sogar nur die Unterlassung von Anzeigen ihnen bekannt gewordener Unterirbletfe Dritter. Citeratur tinO ICnnft — „Neueste Erfindungen und Erfahrungen^ auf de» Gebieten der practifchni £ungergekannt und Technikern wie Industriellen werden alle wi klich p Zischen Neubeiien dargeboten. Zahlreiche consti uctive Abbildunger. Utigen überall die praciischen Anwendungen aller Neuerungen. Alle^oitschrilte im gcwerblichen Leben werden mitgetheilt. Diese Zeitschrift gibt immer neue Wege zu verschiedenen, noch nicht existirenden E>werbungsarten bekannt, unterrichtet die Leser von allen practischen Verbesserungen in Arbeiiseinrichtungen und Werkzeugen und beantwortet bunbeitc von Fragen in durchaus fachmännischer Weise. Die Zeilfchrtft bringt nur praktische Mit- theilungen auS eigener Erfahrung und ist unentbehrlich für Jeden, welcher in der Concurrenz bestehen und seine Leistungen auf dem heutigen modernen Stande erhalten will. Schiffsnachvichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agentm Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 23. Februar. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Weimar, Capitän C. Steencken, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. ____________ Der Postdampfer „Illinois" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 24. Februar wohlbehalten in Philadelphia angekommen. sonesotmtz in der Synagoge. SamStag den 29. Februar: Vorabend 580 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, SabbathauSgang 6" Uhr.______ Gottesdienst der israelitischen ReligionSgesellschast. Freitag Abend b" Uhr, SamStag Vormittag 8to Uhr, Nachmittag 3M Üb', SabbathauSgang 6^ Uhr- Wochengottesdienst Morgens 6<8 Ubr. Abends 6 Uhr Verkehr, Land- nnd VoU»wirthschäft» Lt«b«rO, 26. Februar. Fruchtmarkt. Rother Wetzen JL 14,2), weißer Weizen X 00.00, Korn X 10.00, Gerste X 8.00, Hafer X 6.10. — Teaionia in Leipzig. Die Glschästsergebnisie sind auch im veiflofstnen Jahre werdet recht zufriedenstellende gewesen. — In der Lebetiso--rsicherungs' Abtheilung gingen ein 5062 Anträge über 17 507^98 Mk. Ve'sicherungscapital und 37 143 Mk. Jahresrente, während 4102 Dei sicherungsicheine über 14^996 437 Mk. Capital und 35 715 Mk. Jahresrente ausgefertigt wurden. Der Reinzuwachs belief sich aus 1332 Versicherungen über 7 258 344 Mk. Capital und 30 928 Mk. J'hresrente, der Gesammtversicherungs- bestand Ende des Jahres 1895 auf 60 759 Policen über 146 315 595 Mk. Ve> siche,ungscop'ial und 153 528 Mk Jahresrente. Die Sterblichkeit war zwar gegen das Jahr 1894 eine etw^"rerhöhie, blieb aber wieder bedeutend hinter der e,wartungsmäßigen zurück. — Trotzdem bie Teutonia eine Acttengesellschast ist, gewährt sie ihren mit Dividende Anspruch Versicherten auch die Vortheile einer Gegrn- seiligkeitsgesilllchaft. Die Gew'nnquell-n, welche die Bank neben und außer dem Geschäft der divtdend nberechtigten Versicherungen besitzt (Zinsen aus dem eingezahlten Actiencapltal und dem Capital- R'serorfonds, Gewinn aus Renten-, Aussteuer-, Unfallversicherung u. s. w., decken schon für sich allein reichlich den Gewinn- antbeil, den die Actionäre erhalten, sodaß durch denselben die Dividende der Ve, sicherten in keiner Weise geschmälert wird. — In der Unfal lverfickerungs-Abtheilung hat sich die Prämieneinnabme von 250 753 Mk. im Jahre 1894 auf 294 303 Mk. im Jahre 1895 gehoben. Es wurden 1389 Scvadenfalle angemeldet (worunter 6 Todesfälle und 7 Fälle dauernder Invalidität). An En'schädigungen wurden bis z»m Schlüsse des Jahres bezahlt 95 ‘ 00 Mk. oaoDDaoaoaoooaooocQQoaoQODaDoa o Nur die ganz vorzüglichen Eigenschaften q D des echten Dr. Thompsons Seifenpnlvers q 8 hoben dasselbe so schnell überall zu einem unentbehr- ö lichen Wasch und Bleichmittel gemacht- Jeder D Bersvch überzeugt. 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Februar, Abends 8 Uhr, Concursverfahren. In dem Concursverfahren über das Vermögen des Levi Löwe«' stein in (Siesten ist zur Abnahme der Lch Umrechnung des Vertonter», zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußoerzeichmß und zur Beschluß affung der Gläubiger üer die nicht verwerthbaren Vermögens stücke der Sckluß ermm auf Montag den Ä*. März 1896, Vormittags 9 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hierselbst bestimmt. 1OA_ Gießen, den 26. Februar 1896^ Ortb, 1930 Gericktsscbreiber d.s Gr Amtsaericbls. Bekanntmachung »ur Bergebuna der für ba8 3P&* lH9h/97 >ur Unferbiltung der Wlelle er» fo de lich n 1IH0 cbm tft fffentl dier Te- in out D enetag den 10. VtLrz 1896 Vormt'taaS U Uh', in dem Aa.tSttmmer d r Dicn'tft ue an beraumt Porto- und bTrc e 3rgeböte st d unter Beifügung uon rtetn- probe-' biS dabin an die unterz? chncte Dienststelle drpifenben, wofel ft auch di. Li'f.rungtzb.dingungen in den Dienst, stunden etigefeben und ÄngedotS'ormuIare Jun Pleise von bO gekauft werden können. u Auschlagsfrist drei Wochen. 1918 Marburg, bn 25. Februar 189h. Keniat »ifenbabn Betrieb« In pectton Lehrmädchen ß gesucht für Putz« u. «odewaari« per O ein. «. Werner. Ma kmraßc e9. 1751] ««sucht jum 1. oder 15. 'Ulärj eine tüchtige Köchin, die etwas Hausarbeit übernimmt. fttau Dr. Reinhart, Asterweg 34. I8b7j 3 Hotel» sowie 2 Herrschaft»« »Schinnen gesucht. PlacirungSbuieau von tt. Stiasny Asterweg v. 1899) B'aoes, jüngere» Dienst« m L d ch e n g. sucht. Ä „ Friedrich Georg Kunst- u. HandelS- gartaer, Seltersweg 41- ^1754] Kleine Familie s >cht auf Mitte Mär, tüchtiges, moerlässtges Dienstmädchen, welch s schon in feinerer Haushaltung Stelle hatte. Anm ldungen vleichstratze 24, 1 Treppe doch. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem so schweren Verluste, für die zahlreichen Blum-nsp-nden in«bel°nder Herrn Pfarrer Schlosser für die trostreiche Rede am Grabe sagt innigsten Dank ' ö Die tieftrauernde Duhbalhcr Loose Ziehung am 18. März 1896. Loose ä 1 Mk. bei Richard Buchacker, 1593 Neuendäuen 11. ______ 1208' Eine wenig gebrauchte Decimal- w°... zu Scheuertücher, gute Qualität, 90 cm groß, 18 Pfg. extra schwer.....28 „ lese C. Röhr & Co Hftinrich. Arnold. ÜcbersctteteMnolin-Scisc (eigenes Fabrikat) macht die Haut geschmeidig und zart, p. Jos. Mobs, Mäusburg. -- Südanlage.__ ScheÜfischu. Cablian, parantirt frisch, tm .«cdNock«. )3b^ Fst. Backfisch! Ein braver Junge, der die Buchbinderei erlernen will, wird auf Pfingsten g sucht- tüld WUdetm Dietz. Sich. Lehrstelle offen in einem diesigen Material-, Farb- Unb Colouia>waarei> Geschrft. Setb"geschr. Offert.n unter Nr. 1570 an die Exp d d. Bl erbeten. 1->?0 1öo4J Etn, ordentlicher Junge in die Lehre gesucht. Schreiner meister «euzkr, Asterweg^6. Ein Lehrling gesucht. 16 -*6 I «lingelhSstete, Backer. 1811] (Sin Lehrling gesucht. Herman« Vogt. Bäckermeister Lackierlehrling gesucht. 1889 Georg Bellos, Tiefenweg 13- Lehrmädchen | in ein hiesiges feines Putzgeschäft gesucht. Zu erfrag, in der Exped. d Bl. Vermischte Anzeigen. Zu micthen gesucht «tn Laden (Marktplatz, Marktstraße. K euw'atz oder unterer S lter»wea>. Offenen mit Preisangabe unter ajbbte Exp-d. d 8t.______________M> HyplilhrktN-Capillil m i. Stelle, nied. Zinsfuß (Com- u.unaloorl. zu 37/8°/o) durch Emil Hcft, Frankfurt a. M., Mer oeil'nenftr 64. Telephon 2570. 1623 Frankfurter Transport-, Unfall- und Glas-Versichernngs-Actien-Gesellschaft in Frankfurt a. M. Gegr. 1865. Grundcapital Mk. 5 000 000. Haftpflicht-Versicherung ür industrielle und gewerbliche Betriebe. 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