Iilmirti D , 1C. ly Äcrtttir« M 34' WiWtiiti W llmm korti. ItWtt ^wint fionit Miittit Wv Wtiti 6Wti WiUni' IM rsen-, -ans« Sp*^ »IW trauch 12 r @tr$arbt) W chMMA WM. nf Tuch, Mch «• ung. Bn jeder Art. »Wk«,rWB^ ivckartikelv.__1W* on! allen erdenklichen Sorten [ -aaren ‘®cf in feinsten. » on 50 Pfg a«. V in bittigen unb elegani" ftochuhe"iMU । . »Wch ’J JOOOOOOO? ——zxxn'ntöblü*^ §8 s&r.* ■a ___--—"itf ftlotfffj K°K. »'ÄÄS' Nr. ««« Der E^öener Anjeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme d«S Montags. Die Gießener Vamikienörüller Werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal brigelegl. Erstes Statt. Freitag dm 27. November 1800 Gießener Anzeig er Kenerak-Anzeiger. Dicrtelj.ähriger .Aüoiiitcuu'iitsprete: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedition und Druckerei: Kchukstraße ^lr.7. Fernsprecher 51. Anrts- und AnZeigeblatt friv derr Avers Gieszerr. Annahme von Anze,gen zu der Nachmittags für den frtrtO. ff I «“e Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. *UllX>VvllUyv« ^[UUUlllUviUUll( I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Datsche* Aeichstag. 132. Pleuarfitzuvg. Mittwoch, den 25. November 1896. Vor sehr leerem Hause wird die Berathungder Justi-nooelle bet $ 244, die Beweisaufnahme betr., fortgesetzt. Die Commission hat die Bestimmung eingefügt: In der Haupl- »erhandlung vor der Strafkammer in erster Instanz kann das Gericht die Erhebung eines einzelnen Beweises ablehnen, falls es die Tbat- sache, die dadurch bewiesen werden soll, einstimmig für unerh,blich «achtet. Die Gründe, aus welchen die Tha'.sache für unerheblich «achtet wird, find in dem Beschluß anzugehen. Ein Antrag Munckel (frs. Vp.) will diese Bestimmung wieder streichen. Ein Antrag Manteuffel-Buchka (cons) will die Bestimmung auch auf die Verhandlungen vor den OberlandeSgetichten «nsdehnen. Ein Antrag v. Strombeck (Ctr.) will dem Gerichte den Verzicht auf Erhebung eines einzelnen Beweises auch in dem Falle Gestalten, daß es die betreffende Thatsache für bereits zu Gunstm beS Angeklagten erwiesen erachtet. Abg. v. Buchka (cons.): Schon nach der gegenwärtigen Rechtsprechung seien ja Land- und Oberlandesgerichte unter den ange- gebenen Voraussetzungen zur Ablehnung einer bestimmten BewetS- rrhebung bcrechtigt. Es liege kein Anlaß vor, den Oberlandesgertchten dieses Recht zu nehmen. Abg. Stadthagen (Soc.) bestreitet, daß die Gerichte dieses Recht schon besäßen, indem er die bezügliche R-chtsprechung deS Reichsgerichts unter Berufung aus Stenglein bemängelt. Jedenfalls würde durch dessetbe das Jntereffe deS Angeklagten stark geschädigt. Auch falle ja dadurch der bezügliche Revtstonsgrund — unzulässige Beschränkung der Vertbetdigung — fort. Abg. Schmidt-Warburg (Ctr.) stellt -in Abrede, daß eS sich «m eine unzulässige Beschränkung der 'Vertheidigung und um Beseitigung eines ReotfionSgrundes handle. DtrseS Bedenken treffe JöchstenS auf den Antrag v. Buchka zu, drn er deshalb abzulehnrn Ute. Abg. Munckel (frs. Vp.): Die Verpflichtung zur Erhebung eines angebotenen Beweises sei ein zu weithoolleS Recht des Angeklagter, bezw. der Vertheidigung. Der Zusatz der Commission entziehe dem Angeklagten einen Schutz, den er nicht missen könne. Geh. Statt) Lucas: Die Regierung habe in der Vorlage den Umfang der Beweisaufnahme ganz in daS Ermessen des Gerichts gestellt; dieses Er messen bade schon die Commtsston auf ein Minimum eingeschränkt. In et fier Linie empfehle er die Vorlage der Regierung, aber wenn das Haus sich für die Commtsfionkvorschläge entscheide, fo halte er bereit Annahme seitens der Regierungen wenigstens für möglich. Falle aber mit Annahme des Antrages Munckel jeneS Minimum des Ermessens der Gerichte über den Umfang der Be- »eisaufnahme fort, ,o halte er «S für durchaus unwahrscheinlich, daß die Regierungen dem zustimmen. Munckel bestehe freilich auf allen vorhandenen Garantien für die erste Instanz, aber dadurch entstehe eine zu große Verzögerung deS Verfahrens und außerdem hätten ja die Garantien zu Gunsten des Angeklagten sich durch Einführung der Berufung hinreichend verstärkt. Der Anliag o. Strombeck wird angenommen und mit dieftr Aenderurg die von der Commission vorgtschlagene Bestimmung. S 270, wo die Commission das bestehende Gesetz abgeändert hat, wird in der Fassung der Commission angenommen, nachdem Geh. Rath v. Lenthe vergeblich um Wiederherstellung des bestehenden Gesetze« ersucht hatte. Der Paragraph betrifft den Fall, daß ein Gericht sich für unzuständig für eine Straisache erklärt. Bei S 275 wird ein Antrag Schmidt-Warburg, daß ein Urthetl nebn Gründen „baldmöglichst" (statt „binnen drei Tagen") nach der Verkündung zu den Acten zu bringen sei, abgelehnt, ebenso ein Antrag Broekmann: „binnen 4 Tagen." S 293, betr. die Hauptoerhandlung vor den Schwurgerichlen, handelt sp ctell von den tun Geschworenen vorzulegenden Fragen. Die Commisfion hat daS bestehende Gesetz dahin abgeändert, daß die Haupts,age alle Thatsachen enthalten müsse, welche die wesentlichen Merkmale der den Angeklagten zur Last gelegten strafbaren Handlung bilden. Abg. v. Buchka (cons.) beantragt Wiederherstellung des bestehenden Gesetzes, in welch-m die Angabe aller bezüglichen Thatsachen nicht vor geschrieben ist. Redner bekennt sich, seinen Antrag empfehlend, als Gegner der Schwurgerichte. Daß, wie man behaupte, die Schwurgerichte ein Palladium seien, sei nichts als Phrase. Geh.-Rath Lucas empfiehlt gleichfalls die Wiederherstellung deS bestehenden Gesetzes. Abg. Munckel (frs. Dp.): Ob wir dies thun oder nicht, jedenfalls hoffe ich, daß die Geschworenen-Gertchte trotz der Gegnerschaft v. Buchkas bestehen bleiben. Der Antrag v. Buchka wird sodann einstimmig angenommen. Bet S 344, Verzicht auf Einlegung eines Rechtsmittels, beantragt Abg. Stephan-Beuthen (Ctr.), daß bis Ablauf der gesetzlichen Frist der Verzicht auf das Rechtsmittel widerruflich bleiben solle. Der Antrag, der durch den Antragsteller und die Abgeordneten Haußmann, Lenzmann, Schmidt-Warburg vertheidigt wird, namentlich unter Hinweis auf die mancherlei Einflüsse, die auf einen Verurth Uten einwirken, um ihm den Verzicht auf das Rechtsmittel vortheilhaft erscheinen zu lassen, wird mit großer Dichtheit angenommen, nachdem Seitens des Ministers Schönstedt und deS Abg. Günther nur formale, die Strafvollstreckung betreffende Bedenken gegen ihn erhoben worden waien. Auf Antrag v Strombeck wird ferner $ 352, von der Beschwerde handelnd, dahin erweitert, daß Beschlüsse des Landgerichts als Beschwerdeinstanz auch bann, wenn sie die Unterbringung in eine Jr enanftalt betreffen, durch weitere Beschwerde angefochten werden können. Mu 8 354 beginnen die Bestimmungen über die Berufung. Em Antrag Beckh, Munckel, der von dem Abg. Munckel befürwortet wird, will als wetteren Absatz hinzufügen: Die zum Nachtheile des Angeklagten eingelegte Berufung gegen ein Straf; kammerurtheil kann nur auf neue Thatsachen ober 93 wetsmitiel ober darauf gestützt werden, daß daS Urthetl auf einer Gesetzesverletzung beruhe. Abg. Beckh beantragt für den Fall der Ablehnung dieses Antrages die Berufung auszuschließen, falls ein Angeklagter einstimmig freigcsprvchen ist. Geh.-Rath v. Benthe eiflärt sich gegen beide Anträge. Die Regierung habe mit der Berufung nicht ein einfeitigtö Ben fict^m fü den Ang klagten schaffen, sondern nur einer Forderung der Gerechtigkeit entsprech n wollen. Beide Antiäge werden abgelehnt und die Bestimmungen über die Berufung angenommen. Morgen 1 Uhr: Socialdemokratische Interpellation betreffend Besteuerung der Consumvereine in Sachsen. Justiznov-lle. Schluß 57t Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 25. November. Der Arbeitsausschuß der Berliner Gewerbe AuSst'.llung von 1896 versendet an die Zeichner deö Garantiefonds ein Rundschreiben, durch das fie zur Zahlung von zunächst 30 pCl. der gezeichneten Beträge aufgefordert Werken j die Schlußrechnung werde sich erst, in geraumer Zeit fcststellen laffen, da sich die Höhe der Kosten der sehr beträchtlichen Abbrucharbeiten und der W eher» Herstellung des Parkes zur Zeit noch nicht genügend übersehen läßt. Wolfis telegraphisches Correlvondeni-Bnrea» Berlin, 25. November. Ein Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." führt auS: Der Verzicht der Bankierskreise auf die Eintragung in daS Termin re gi ster schwäche nicht ab, sondern verschärfe die Wirkung deS Gesetzes, das Börsen- spiel Unberufener einzuschränken- da die Eintragung die RechtSwirksamkeit begründe, werde eS alsdann klagbare Termingeschäfte überhaupt nicht geben. Die Berufung auf Treu und Glaub.-u mag für die internen Kreise des Börsen» Handels Geltung haben, jedenfalls mache die Nichteinnagurg eS ungleich gewagter, mit dem spielenden Prtvaipudl.kum, insbesondere dem mittellosen, sich in Termingeschäfte einzu- laffen. Die Gesetzgebung habe keinen Grund, mit der Wendung der Dinge unzufrieden zu fein. Hamburg, 25. November. 1 80 englische Arbeiter trafen aus Grimsby ein, um Arbeit anzunehmen. Weitere Arbeiter werden erwartet. Die Ewerführer stellten den Baasen heute Forderungen zu, dte eine Lohnerhöhung von 60pCt. betragen sollen. Da die Baasen dies ablehnten, schließen sich die Ewerführer morgen dem AuSstande an. Feuilleton. Frankfurter Dries. (Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) RoSmerSholm im Cchaufpielhanse. — Wilhelm Trübuer- und Hermine von Prenscheu'AuSftelluog bei Bangel. — Chrysanthemum- Ausstellung im Paimeugarteu. Dr. M. Ein ernster Gast, der am SawStag im Schau- spielhause zu Frankfurt a. M. seinen Einzug hielt und dort auch mit allen Ehren und mit fast andächtigen Gefühlen empfangen wurde, ist dieses vieractige RosmerSholm, welches die Reihe der gedankenschweren, mit Mysticismu» versetzten Dramen JbsenS einleitet. Bel der Besprechung eines solchen Werkes weiß mau füglich nicht, wo man anfangen, Ms man aufhören soll, ob man zuerst von den Menschen, die -sich da vor unS entwickeln, reden soll, oder von den Gedanken, die fie bewegen und die der Dichter durch fie zum Ausdruck kommet? läßt. Es ist keine abgezogene L:bensweiSheit, keine Philosophie im landläufigen Sinne, was wir aus „RoSmerS» Lolm" schöpfen, sondern dte Kenntniß eines Stück Menschenlebens, durch welches allerdings all die den ernsten Sinn bewegenden Gedanken, ja, was noch mehr heißen will, die Jnstincte, die Ahnungen einer neuen Zelt hindurch geleitet sind. Da ist die vornehme, innerlich vornehme Gestalt deS Pastor Johannes RoSmer, der von den zukünftigen AdelSmenscheu träumt, von einem Glück, erschaffen für Alle :i*b durch Alle. DaS ist daS starkgeistige Weib, die 'Rebekka West, die Frau, die keine Borurtheile, aber auch Keine Rücksichten mehr kennt, halb Heroine, halb Verbrecherin, »allerdings ein Geschöpf auS btm Bollen. Zu diesen Haupt» siguren treten ergänzend: der Rector Kroll, der starre Der- ssechter deS Herkommens und Ueberlieferten, sein Gegensatz ß» Allem der geniale Lump Ulrich Brendel, der mit «tuen Ideen und Idealen in seiner Jugendzeit wie ein König verschwenderisch umgegaogen ist, um dann beim herein- -rechenden Alter bettelarm dazustehen, vom Wintersturm der k-iusamkeit umtost, ein Jdsen'fcher König Lear, auch wie dieser mit Men untrüglichen Kennzeichen deS Wahnsinns. Was Brendel nicht hatte, besitzt der Redacieur des „Leuchtfeuer", der radikale Politiker MortenSgard, in hohem Grade: Selbstbeschränkung, kluge- Abwägen der Für und Wider. Die Figur ist nur Episode, aber fie bringt einen Typus, den Typus der Menschen, die fich bet einer Partei duichzusetzen und zu behaupten wissen, well sie zwar keine Ideale, aber dafür Taktik besitzen. Und zum Schluß noch die schlichte Figur der alten Haushälterin, die mit der Art auf RosmerSholm Bescheid weiß- fie sagt und denkt nie etwas, was über ihre BildungS» und Anschauungssphäre hinauSginge, aber mit ihrem ganzen Wesen vertritt fie gleichsam daS Durchschnitis- urtheil der glatten, gutmütigen Weitklnder. Und zwischen diesen Gestalten gehen nun die Geister deS Alten, Todten und die des neuen, anbrechenden Tage- hin und her und weben ihr geheimnißvolleS Schicksalsnetz. Nur unter nordischem Himmel konnten diese Gestalten reifen! Hat man lange unter ihnen gesessen, dann fühlt man sich in seinem Denken auch eine Zeit lang über die gewöhnliche All tägllchkeit hinauSgehoben, aber das Herz krampft fich eigen- thümlich zusammen, fast will eS Einem Ibsen gegenüber gehen wie der Rebekka West, als sie den Ausspruch thut: „Die Lebensanschauung der RoSmer adelt, aber sie bricht das Glück." Die Frankfurter Bühne hat Künstler, die fich auf die Darstellung der Jbsen'schen Men'chen verstehen und niemals die schweren, tief bohrenden Gedanken dieses Dichters in Theaterfeuer verpuffen laffen. Frl. Doch (Rebekka), Herr Bauer (RoSmer), Herr Diegelwann (Rector Kcoll), Herr Hermann (Ulrich Brendel), Herr Bolz (Redacteur MortenSgard), und Frau Freund (Haushälterin), fie Alle hielten die gedämpfte Tonart, in welcher selbst die Affecte gebrochen klingen, von Anfang bis zu Ende mit schönem, sicheren Berständniß für den Geist deS Drama- fest. Die gegenwärtige Ausstellung im Bangel'schen Kunst s alou bringt unS mit Werken erster Künstler in Berührung, solcher Maler, die die Natur auS erster Hand lieben und dabei durch den Zug zum Großen vor dem Haften- bleiben im Kleinen nnd Kleinlichen geschützt sind. Heber die Werke Wilh. TrübnerS ließe sich gar viel schreiben, denn fie wirken schon durch den Stoff. Sine Lady Macbeth, ein Gigantenkampf, eine Amazoneuschlacht geben dem Berichterstatter eine Fülle von Gesichtspunkten und Vergleichen an die Hand. Die Hauptsache jedoch ist, daßTiübner sich in allen seinen großen monumentalen Entwürfen vom malerischen Standpunkt beherrscht zeigt und diesen niemals etwa dem poetischen Einfall opfert. Nicht ganz daS Gleiche möchten wir von Frau Hermine von Preuschen Telemann behaupten. Nicht, daß sie Ideen malt, machen wir ihr zum Vorwurf, sondern, daß sie sie nicht immer vollständig malt, daß die Idee über fie hinauSwächst und die technischen Mittel, mit welchen sie zur Elschelnung gebracht werden sollte, vergewaltigt. DaS ist der Fall bei dem großen symbolischen Bilde „ASrasl, der TodeSengel", die Ftgur, die doch dämonisch wirken sollte, thut das eben nicht. Hingegen ist daS Beiwerk höchst stimmungsvoll, daS rothe Mohnfeld, welches das fich ewig erneuernde, üppig wuchernde Leden bedeutet, und der gewitterschwüle Himmel des Hintergrunds — Alles zeigt, bis herab auf den kunstvoll ftlllfhten Rahmen, die reiche Farbenphantafie der Künstlerin. „Leer sind längst die Wälder, gelb die Stoppelfelder ...", wem sagt daS nicht jtber Gang ins Freie! Aber In seinem Palmengarten hat Frankfurt daS kleine Paradies, In welches herbstlicher Laubfall und Winterkälte nicht bringen. Leer wirds In der Blüthengallerle fast niemals im Jahr und gegenwärtig ist es eine herrliche Ehrhsanthemum-Aus- ftellung, so vollständig und so geschmackvoll arrangtrt, wie man fie fich nur denken kann, die daS Auge mit Entzücken füllt. Wenn wir einen Blick werfen auf die neueste photographische Aufnahme deS Prinzen von Wales, die in der Ka-ferstraße auShävgt, so sehen wir, daß Chrysanthemum noch immer die Modeblume der vornehmen Herrenwelt ist. Zu welch reizenden Variationen hat der Fleiß und daS Geschick der Gartenkunst diesen BlumentypuS hrraogebildet. Da sehen wir im Palmengarten Sorten, welche die Form der Federnelken haben, solche, die an die Pracht der stolzen Centifolie gemahnen, daun wieder andere, welche fich dem graziösen Fllederbusch anähneln, und mit diesem Wechsel der Formen hält her der Farben stets gleichen Schritt. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 25. November. Wie aus Kiel gemeldet wird, sagte der Kaiser in seiner im OffizierScafino an die gelammten Oifijiere gerichteten Ansprache: „Wenn wir den heutigen Tag der Weihe würdig begehen, dann möchte ich auch der pfl chttreuen Besatzung deS „Jltiß" gedenken, die tm letzten Augenblicke ihres Kaiser- gedachte. Dieses Verhalten erfüllt mich mit Stolz. Ich setze beim gesummten Oifisiercorp« dieselbe opsersreudige Hingebung voraus." Die anwesenden 127 Offiziere besinnen vor dem Kaiser, einzeln mit ihm anstoßend. Berlin, 25. November. Im Reichstage ist heute der Trat des Reichstages, Anlage I, zum ReickShauShaltketat ein- gegangen. Die Ausgaben find auf 658,190 Mark veranschlagt. Berlin, 25. November. Im preußischen Abgeord- netenhause wurde heute in erster Lesung der Gesetzentwurf über die Tilgung von Staatsschulden und Bildung eines Ausgleichsfonds berathen. Ftnanzmtnister M'quel begründet in längerer Rede den Entwurf. Ao der wetlercu Debatte behelligen fich die Abgeordneten Bachem (Ctr.), Sattler (nl.) u. A. Morgen kommt das LehrerbesoldungSgefrtz in erster Lesung zur Verhandlung. Berlin, 25. November. Am nächsten SamStag Nachmittag tritt iw hiesigen Rathbause der Vorstand deS allgemeinen preußischen StädtetageS unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Zelle behufs Stellungnahme zum LehrerbesoldungSgesktz zusammen. ES handelt fich dabei um eine Berathung und Abänderung der bezüglichen Petition, welche dem preußischen Siädtetag bei seiner ersten Tagung vorlag. Den abgeänderten Entwurf wird Oberbürgermeister Brcker Köln dem Vorstände zur Genehmigung unterbreiten. Berlin, 25. November. In der heutigen Vormittags- Ziehung der Serie C der Berliner Gewerbe-AuS- stellungS-Lotterie fiel auf Nr. 381 593 ein Gewinn tm Werthe von 5000 Mk., auf Nr. 107 967, Ne. 237 278 und Nr. 384 752 Gewinne im Werthe von je 500 Mk. Berlin, 24. November. Bei der Martneverwaltung soll die Abficht bestehen, die Garnison der Insel Helgo- land ganz bedeutend zu verstärken. Frankfurt a. M., 25. November. Der „Franks. Ztg." wird aus Rudolstadt gemeldet: Der Landtag wählte heute den RittergutSbefitzer Lüttich zum Präfidenren, den Rechtsanwalt Hertel zum Stellvertreter desselben. Bei der Wahlprüfung deS mit socialistischer Hilfe gewählten Abge- ordneten Wilhelm wurde vom Abg. Werner festgestellt, daß Wilhelm kein Socialist ist. Wilhelm widersprach dem nicht. Abg. Appel (Soe.) erklärte hierauf, daß die socialdemokratische Partei wie noch nie htntergangen worden sei. Erfurt, 25. November. Der christlich-sociale Eon« greß Naumann'icher Richtung ist heute Vormittag geschloffen worden. Zum Dorfitzenden wurde Pfarrer Naumann gewählt Der nächstjährige Delegirtentag ist Anfang October. Kiel, 25. November- Der Kaiser wird heute Nach- mittag die kaiserlichen Wersten und insbesondere das Panzerschiff „Baden" befichtigen, welches fich jetzt tm Umbau be- findet. Darnach wird der Kaiser an Bord deS Dampfers „König Wilhelm" in See gehen, wo ein Torpedo-Angriff auf das Schiff fiagirt werden soll. Der Aufenthalt des Kaisers wird voraussichtlich bis Freitag dauern. — Graf Waldersee ist heute Vormittag nach Altona zurückgeretst. Hamburg, 25. November. Heute nahmen auch die Kesselreiniger den Strike auf, während die Ewer- führer voraussichtlich noch heute Abend die Arbeit nieder- legen werden. Auf den großen Amerika Dampfern find Wohnungen für italienische Hilfsarbeiter eingerichtet worden. Eö arbeiten 35 Schiffe mit 112 nichtstrikenden L'uten und 150 auswärtigen Arbeitern. Bis jetzt strtken 6800 Mann. Breme«, 25. November. Die fämmtlichen Hafen- arbeiter haben heute Vormittag die Arbeit niedergelegt. Ihre Hauptforderung besteht in der Erhöhung der Durchschnittslöhne von 3 Mk. auf 3.50 Mk. Die Lager haus Gesellichaft bot 3.30 Mk. In Bremerhaven wird ebenfalls ogitirt. Wie», 25. November. Eine Pariser Zuschrift der „Polit. Corr." bestätigt, daß, nachdem die Durchführung der Reformen in der Türkei fortgesetzt auf große Schwierigkeiten stoße und das franzöfische SanirungS-Projrct gescheitert sei, die Botschafter nach der Rückkehr deS russischen Botschafters v. Neltdow in Konstantinopel Berathungen Über ein bescheideneres Arrangement als bisher in Aussicht genommen eröffnen werden. Rom, 25. November. Dem Wagen des Königs näherte sich gestern ein Mann, um in denselben eine Bittschrift zu werfen, wurde aber, noch ehe er sein Vorhaben ausführen konnte, verhaftet. Darauf zerriß er das Papier in Stücke. Der Mann wollte etne^ Unterstützung für in Afrika geleistete Dienste. Rom, 25. November. Wie aus bester Quelle verlautet, soll die Frage der Befreiung der italienischen Gefangenen auf folgende Weise geregelt werden: Die Beschlagnahme deS DampserS „Doelwyk" durch Italien wird von der UntersuchungS Commission gebilligt werden. Der Besitzer des Dompfeis wird sich dafür von der Gesellschaft, welche die Schiffsladung versichert hatte, eine Entschädigung zahlen laffen. Um die Befreiung der Gefangenen zu erlangen, werden MeneUk die beschlagnahmten Gewlhre zum Geschenk angeboten. Paris, 25. November. „Matin" schreibt: Die Vorgänge in Brüssel beweisen, daß die Feinde der Republik jede Gelegenheit benutzen werden, um gegen die Republik Sturm zu lausen. DaS Parlament ist schon ohae Regie- rungSmehrheit. Die Zersplitterung der Republikaner bildet eine große Gefahr für die Republik. Tine Verständigung zwischen den Gemäßigten und Fortschrittlern ist zur Lebensfrage geworden. Madrid, 25. November. AuS Cuba und von den Philippinen kommen pessimistische Nachrichten. ES heißt, die plötzliche Abreise deS General« Wey'er nach Havanna ei erfolgt, weil die Operationen dort vollständig geicheitkrt eien. In der Provinz Pinar haben die Truppen seit vier- undzwanzig Stunden keinerlei Lebensmittel erhalten. Die Zahl der Kranken beträgt ein'ge tausend. Berlin, 26. November. Gegenüber der Meldung de« „Volk", daß die zukünftige Sommerresidenz deS Tais e rp a a reS nach WilhelmShöhe bei Caffel verlegt werden solle, schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.", fie sei in der Lage, zu erklären, daß diese Nachricht auf E'finduug beruhe. An maßgebender Stelle sei von einer solchen Absicht deS Kaisers nichts bekannt. Berlin, 26. November. In dem gestern Nachmittag nach Schluß der Plenarsitzung abgehaltenen Senioren- Convent des Reichstages wurde außer dem Beschluß, die Etatberathung am Montag beginnen zu laffen, noch bestimmt, die Iustiznovelle vor den Wethnach'Sferien unter allen Umständen noch in zweiter und dritter Lesung zu er- ledigen und eoent. noch einige erste Lesungen vom Entwürfe vorzunehmen. Ueber den Anfang und daS Ende der Weih- nachtSserien ist noch nichts entschieden worden. Hamburg, 26. November. Eine von 2500 Arbeitern besuchte Seemann«.Versammlung proclamirte den Ausstand der Seeleute. — In der gestrigen Abendfitzung beschlossen die Ewerführer, heute die Arbeit einzustellen, da ihre Forderung von 4.50 Mk. und zehnstündige Arbeitszeit verweigert wurde. — Voraussichtlich erreicht heute die Zahl der Strikenden 1000. Die Hafenarbrit ruht gänzlich. — Ein Strike der Maschinisten und Krahuführer steht gleichfalls bevor. Auf 35 Schiffen wird gearbeitet- nur 170 Schauer- leute arbeiten. Die ankommenden Ersatzarbeiter werden in Kremsern und Droschken empfangen, um sie dem Einfluß der Strikenden zu entziehen. Die Aussichten auf eine gütliche Beilegung des StrikeS find gering. Anscheinend erklären fich die franzöfischen Schiffsarbeiter mit den Strikenden solidarisch, weil der Packetsahrtdampser „California" in Havre seine Ladung nicht completiren konnte. Bremen, 26. November. Die Krahuführer und die Vorarbeiter haben fich dem Ausstande angeschloffen. ES striken nunmehr 800 Mann. Mit Hilfe fremder Arbeiter wird ein mäßiger Betrieb ermöglicht. In Bremerhaven wird gearbeitet. Brüx, 26. November. In dem ArbeitShause deS hiesigen StrafgerichtsgefängniffeS brach gestern ein großes Feuer aus. Die Sträflinge schlugen ungeheuren Lärm, da der Qualm in die Zellen eindrang. Sie wurden auf den Hof geführt, wo fie von Soldaten bewacht wurden. Der Verdacht, den Brand verursacht zu haben, trifft einen Sträfling, welcher durch Anzünden einer Cigarrette ein Pack Baumwolle in Brand setzte. Sechs Sträflinge erlitten schwere Brandwunden. Nach einer anderen Version ist baß Feuer von Sträflingen gelegt worden, um bei einer allgemeinen Verwirrung ent- springen zu können. w CocttUs rrnd Gieße», den 26. November * • Ehrung. Anläßlich des 100jährigen Geburtstages deS Theologen Prof. Credner, welcher an unserer Hochschule lange Jahre wirkte, und Ende der 40er Jahre dahier verstarb, wird die theologische Facultät am Hause F-anksurterst'-aße 13 eine Gedenktafel anbringen laffen. Der 100 jährige Geburtstag, welcher auf den 6. Januar n. I. fällt, wird von der Universität am 10. Januar k. I. durch einen Fest Act gefeiert werden. • • Auszeichnungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben außer den bereit« erwähnten Auszeichnungen u. A. folgende verliehen: dem Minifterialrath Hermann v. Bechtold zu Darmstadt da« Comthurkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipp« deS Großmüthigen, dem Kreisrath v. Grolman zu Alsfeld, dem RegierungSrath Nover zu Darmstadt daS Ritterkreuz 1. Klaffe deS vorgedachten Orden« - daS Silberne Kreuz deffelben Orden« dem Gemetndeeianehmer Klein zu Wohnbach, daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" dem Gemeindeeinnehmer Wagner in Ze.lhardt und Langftrof in OpperS- Hofen, daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" dem Waldarbeiter Schmidt I. zu Rodhcim v. d. H. und Weil zu Bellersheim. Der Character als Geheimrath wurde verliehen dem Mintsterialrath Dr. Ufinger, der Character als Geh. RegierungSrath dem KretSrath H aa S in Offenbach, der Character als Commerzienrath dem Fabrikanten Wllh. Wenzel in Lauterbach. Dos Ritterkreuz 2. Klaffe de« Verdienstordens Philipps de« Großmüthigen wurde verliehen dem GerichrSschreiber Frick in Friedberg, baß Allgemeine Ehrenzeichen mit ber Inschrift „Für langjährige treue Dienste" bea OrtSgerichismännern Kautz in Lumda und Stier in Ilbeshausen. Den Character alß Geh. Justizrath erhielt Oberamtsrichter Bauer in Bad- Nauheim- daß Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps de« Großmüthigen der Wachtmeister Hölzer tm Gendarmerie- distrtct Oberheffen, dasRitterkreuz 1. Klaffe dksselben Ordens Steuerrath HooS in Büdingen, der Forstmeister Leo in Büdingen, Rendant W. Hunsinger in Nidda, da« Allge- meineEhrenzeichen für treue Dienste SteurrcommiffariatSgrhilfe De eg in Homberg, der Förster Geiß in Burkhards, die Bahnwärter Fleischhauer, Honig, Müller, Weber, Zimmer, sämmtlich bei den Obcrhesfischen Eisenbahnen- da« S'lberne Kreuz deffelben Orden« Pfandmeister Kemmer in Gießen, Stationsvorsteher Müller in Büdingen, Bahnmeister Dickel in Alsfeld, Quirin in Fulda, da« Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste der Steueraufseher Heberer zu Alsfeld, baß Allgemeine Ehrenzeichen für treue Arbeit ber Holzsetzer Hofmann II. tu Ulfa, Gradtrer Fiedler zu Bad Nauheim. — Den Characier al« Rendant erhielt DtstrictSeinnehmer Büttel tu Friedberg, den Character alß Förster Forftwart Büttner zu Eifa. • • Stadttheater. Schönthan und Koppel - Ellfeld» reizendeß Lustspiel „Comtesse Guckerl", welche« bei seiner ersten Aufführung einen vollen Erfolg errang, wird am Freitag zum zweiten Male aufgeführt. • • Wohlthatigkeittcoocert. Für die Besucher de« Concertß am 29. d. Mr«, dürfte e« von Jntereffe sein, einige Einzelheiten au« dem Leben Smetana«, de« geistvollen Com- pouisten der symphonischen Dichtung Ulrava, zu erfahren. Friedrich Smetana, wegen seiner vielseitigen und getst^ vollen mufikalischen Gedanken vielfach der böhmische Mozart genannt, wurde 1824 zu Leitomischl geboren und starb 1884 nach kurzer Geistesstörung in Prag. Sein Leben war ein ziemlich bewegte« - wir finden ihn zunächst als Leiter einer Musikschule in Prag, später alß Dirigent der Philharmonischen Gesellschaft in Gothenburg. Nach mehreren Concertretsen, die seinen Rus alß Pianist begründeten und von denen die nach Schweden und Norwegen (1861) die bedeutendste war^ übernahm er 1866 die Capellmeisterstelle am Nationaltheater in Prag, die er 1874 wegen völligen Verluste« seine« Gehör« ntederlegen muhte. Alß national czechischer Componist nimmt S. eine hervorragende Stellung ein- er war ein glühender Verehrer von Lrßzt, wa« besonder« in der Form seiner symphonischen Werke, den verschiedenen symphonischen Dichtungen seine Erklärung findet. In Deutschland wurde er erst nach seinem Tode bekannt, und eß waren vor allen Dingen seine Opern und einige seiner symphonischen Dichtungen, die ihm den Weg auf die Bühne und in den Concerrsaal bahnten. * • „Daß Christenthnm Christi" oder: „Waß wollte Jesu« von Nazareth?" ist da« hochtnteressante und ungemein zeitgemäße Thema, baß Herr Dr. Iohanneß Müller in einem 5. Vortrage, ber morgen, Freitag Abenb 8 Uhr tm großen Saale von Stein« Garten stattfinbet, behandeln wirb. Seit Lessing in den Ruf ausbrach: „Wer bringt un« endlich ein Christenthum, wie e« Christus selbst lehren würde?" ist die Frage nach dem ursprünglichen, echten Christenthum nicht wieder zur Ruhe gekommen, sondern beschästigt heute die Gemüther mehr denn je. ES handelt fich um da« Wesen des ChristenthumS überhaupt, um den eigentlichen und tiefsten Sinn de« Evangeliums. Heutzutage wird so oberflächlich und schnell über den christlichen Glauben gerurtheilt und zu ihm Stellung genommen, e« herrscht selbst in den gebildeten Kreisen eine solche enorme Unwiffenheit darüber, waS eigent- lich Christenthum ist, daß Niemand die Gelegenheit ver- säumen sollte, fich durch den Besuch beß bevorstehenden Vor- trag« einmal gründlich darüber zu orientiren. Herr Gartner LouiS Becker theilt un« mit, daß die Festtafel in Steins Garten gelegentlich des Festmahle« am vorigen SamStag von ihm und nicht, wie eß in unserem Bericht in Nr. 277 heißt, von dem Gärtner beß psychiatrischen Jnstitutß decorirt würbe. • • Volttthümliche UniverfitatSenrse. Auf Anregung der Comen'uSgeskllschaft in Berlin hat ber Zweigveretn Meier Gesellschaft in Jena volkSthüm liche Universitätß- curie inß Leben gerufen, die sich eine« sehr lebhaften Be- sucheß erfreuen. Verschiedene Docenten ber Universität Jena haben sich bereit erklärt, berartige Vorträge zu hallen, die von Kaufleuten, Lehrern, Lehrerinnen, Arbeitern u. s. w. besucht werben. So zählt Professor Dr. Detmar 150 Zuhörer in seinen Vorträgen über Botanik, Universität«- bibliothekar Dr. Steinhausen 130 in feinen Vorträgen über Kulturgeschichte. Außer btesen Herren sind noch Hosrath Professor Dr. Gärtner und Privatdocent Dr. Sträbel thätig, indem der erstere einen Gutfuß über Hygiene, der letztere einen Cursuß über Experimentalphysik begonnen hat. * • Gegen baß Auffpringeu auf fahrende Zuge haben die Eisenbahnverwaltungen folgende scharfe Verfügung erlassen: „Die Statious- und Fahrbeamten werden ange- wiesen, jeden Versuch Seitenß der Reisenden, auf einen im Fahren begriffenen Zug aufzuspriogen, bei der vorgesetzten Eifenbahn-Betriebß-Jnipection zur Anzeige zu bringen. Diejenigen Beamten, welche daß Aufspringen auf fahrende Züge dulden oder gar unterstützen, werden ohne Nachsicht in hohe Geldstrafen genommen." • »V.A. Welche Bortheile gewahrt daß ZnvalibitStß- »nb Alterßverficherungsgesetz den Versicherten? 1. Invaliden, rente. Dies ist bte Hauptsache beß Gesetze«. Sie wird Jebem gewährt, ber minbeftrn« 235 Wochen Wartezeit er- füllt hat und burch Krankheit außer Staube ist, etwa ein Drittel beß ortsüblichen Tagelohnß beß Beschäftigungsarten zu verbleuen. Die Wartezeit wird erfüllt durch Verwendung von Beitragsmarken auf Grund verficherungSpflichtiger Beschäftigung ober in geeigneten Fällen burch freiwillige Fortsetzung ber Versicherung oder Selbstverficherung, ferner durch Krankheit«, und Militärbienstwochen. Die Erwerbsunfähigkeit muß sein dauernd, d. h. keine Hoffnung auf Wirbel- Herstellung in absehbarer Zeit geben- ober vorübGtzehend unb mlnbeftenß 1 Jahr lang gewährt haben. Die Rente beginnt mit bem Tage, an welchem die Hoffnung geschwunben ist bezw. mit ber 53. Woche nach Eintritt der Erwerb«- Unfähigkeit- fie richtet sich lediglich nach Höhe und Anzahl der geleisteten Beiträge unb beträgt 111 — 415 Mk. jährlich. — 2) Altersrente erhält Derjenige, welcher 70 Jahre alt ist, für 1888—1890 mindrsten« 141 BeschäftigungSwochro nachweist unb bie Wartezeit erfüllt hat. Letztere richtet sich nach bem Geburtstag unb beträgt höchstens 1410 Wocheo = 30 Beitragsjahre. Die Höhe der Altersrente richtet siä nach ber Höhe beß JahreSverbienste« in 1888 — 1890 un> ber Höhe ber Lohnklaffe, in weicher die Versicherung erfolgt ist- beträgt 106,80—191,40 Mk. jährlich. — Invaliden- und Altersrenten werben nie nebeneinander gewährt. Wena ein AiterSrentner invalid wird, so tritt auf Antrag die In' validenrente an Stelle der Altersrente. Dies ist nur bani ein Gewinn, wenn die Invalidenrente höher ist, al« dir Altersrente. — 3) Die W ttwe unb bte unter 15 Jahrr alten vaterlosen Klober erhalten die Hälfte ber für den verstorbenen Ehemann bezw. Vater geleisteten Beiträge zurück, wenn mindestens 235 BeitragSwochen vorliegen und keine "" »iflititd '*b,: »*'1* Seiortn L ^1 Sei L?"b >88« BentbetMü?unfr MrereJß“ to h® 6?h* I) bu h.?on benkv bk LZ?r *S£ ?at:S *■* *• 4 **“ ®ntan“ ■ “k l» 11« 6o»cm|o,; °1«: ,M I«M< «ob ungemein M, ’4«««ej Mill,, |, urtlt°fl Lbmb 8 Uhr In otifinhtt, btljanbtln wird. '* bringt uns tnbllf selbst lehren uüibe?" rchtrn Lhchrchm utchi ■In br^W^r heute tte bev. stch um baft St|» «rtgrutlichen und ttrsjr» °gr wird so vberfläW Hauben germthrilt und d it selbst in den gebilbltri \ ihrlt barüber, waS tigtut. xnb bit Gelegenheit deich beS bedorstehenben Boi- i otkntktn. litt theilt uns mit, bei elegentlich des Festmähler b nicht, mit es in unserem Gärtner beS pshchiattijihtn lenkst. Aos Anregung der it btt ßtDtiflbmin -ieser ylldlt UnlDtrfltätS' eines sehr lebhaften 8t* vtrn btt UnivnsteLt Jena Dvrn^e W- inntn, Wttttru u. \. n>. jm Dl Detmat 150 gu- -r Somit/ Univerfitäii. i in seinen Vorträgen ätn Herren stnb noch hvsllUs tbocent Dr.Eträbel thch über Hhglt»k, btr Gk begonnen hat. ml |i6««l« 3««’ * Itarfe SMttanW »* “T et jReüenben, «f lln‘”' time«, Hl 1«, r aauiß« i« btlnflen* (intime« ««f («£* X'jne MM"“’” »«• Um. yIm «**“. ■ ‘fJeW«“*“' Men W 1 -„«er ,L« ael »* Ä As? »7.7"-«'Ä •Ä «*■!.» 'S elSrtU"' ist, B»'<(e un»* V:!!' or btt f .öli-/ ,gn>och^ Invalidenrente oder Altersrente gewährt war, sowie keine Unsallrente au» Anlaß deS Tode» gegeben wird. — 4) Weib« liche Versicherte, welche heirathen, erhalten die Beitragshälfte zurück, wenn 235 BeitragSwochrn obliegen und der Antrag 3 Monate nach dem Eheschluß gestellt w rd. — 5) Eikiankt ein Versicherter dergestalt, daß zu befürchten ist, er werde invalid werden und Anspruch auf Invalidenrente erlangen, so kann die Versicherungsanstalt da» Heilverfahren übernehmen, wenn der Arzt bezeugt, daß dadurch wahrscheinlich die Invalidität abgewendet und die Erwerbsfähigkeit her- gestellt wird. Das Heilverfahren geschieht durch Entsendung in einen Badeort, Lusicurort, specielle Heilanstalt, Hospital, Klinik, medicamechanische» Institut oder auf sonstige Weise. — Der Versicherte hat dagegen zu leisten: die Halste des Beitrags für jede Woche, in welcher er beschäftigt ist. Die andere Hälfte trägt der Arbeitgeber. In der 2. Lohnklasse 59sz9n zahlt z. B. ein Arbeiter jährlich —-— = 5,20 Mk., für 235x20 285 Wochen:------- ----- 23,50 Mk. Da nun Krankheit», und Militärdienstwochen ebenfalls gleich eine Marke 2. Klaffe gelten, so kann sich der von ihm zu leistende Betrag im ein- zelnen Falle noch mehr vermindern. ES ist also klar, daß die Le-stung deS Versicherten gering ist im Verhältniß zu dem, was er erlangen kann. Gar keinen Vortheil von der Versicherung hat hauptsächlich nur Derjenige, welcher vor Erfüllung der Wartezeit von 235 Wochen stirbt oder invalid wird. ES ist jedem VerficherungSpfl-chtigen dringend an- zurathen, sich rechtzeitig für ordnungsmäßige, vollständige Versicherung zu sorgen und die erforderlichen Nachweise für Beschäftigung und Krankheit zu beschaffen. Für die Ausführung der Versicherung ist zwar der Arbeitgeber verantwortlich, es empfiehlt sich aber für den Arbeiter, dabei mitzuwirken. § Au» Oberhefsea, 25. November. Wie bereits bekannt gegeben, wurden bei der kürzlichstattgefundenen Stichwahl 15000 Stimmen gegen 12131 bei dem ersten Wahlgang abgegeben. Bei der Stichwahl am 24. Juni 1893 zwischen Meiner! und Köhler stimmten 15136 Wähler ab, wovon 7023 für Metnert und 8113 für Kähler. Lei der diesmaligen Stichwahl erhielt Köhler 9733 Stimmen, mithin einen Zuwachs von 1620 Stimmen. Wenn man aber erwägt, daß beim letzten Wahlgang die Nationalliberalen fast geschloffen für Köhler stimmten, so ergiebt sich eine be« merkenswerthe Abnahme der Stimmen für Köhler. — Bei der Wahl am 20. Februar 1890 wurden 16568 Stimmen, bet der Stichwahl am 28. Februar 1890 17537 Stimmen, bei der Nachwahl am 28. März 1890 15715 Stimmen, ibet der Stichwahl am 10. April 1890 16611 Stimmen abgegeben. Lauterbach, 23. November. In Frtschborn spielte ifich am Freitag ein bedauerlicher Vorfall ab, der leicht idte schlimmsten Folgen hätte haben können. Zwei Mädchen von ungefähr zehn und fünf Jahren spielten „Schweine- schlachten^, wobei das ältere, ein geistig zurückgebliebene» Kind, als Metzger dem jüngeren einen Schnitt in den Hals mit dem Taschenmesser beibrachte: auf dos Geschrei des kleineren Kindes stand eS von Weiterem ab. Diesem Umstand sowie der Stumpsheit des MefferS ist eS zu danken, daß das arme Kind sein Spiel nicht mit dem Leben bezahlen mußte. Immerhin ist die Verwundung derart, daß, da eine Flechse durchschnitten ist, die Befürchtung naheliegt, daß der HalS gelähmt, bezw. der Kopf noch der einen Seite geneigt bleiben wird. Unbegreiflicher Weise Haden d e Eltern erst gestern nach einem Arzt gesch ckt. (Drmst. Ztg.) Nieder-Moos, 23. November. Heute Morgen waren zwei Söhne der Wittwe Hofmann und ein Knecht damit beschäftigt Eschen zu fällen. Dabei wollte eS das Mißgeschick, daß der Knecht dem einen Sohn seiner Hrrrtu den Daumen der rechten Hand fast vollständig abhteb. Nieder-Moos, 23. November. Der hiesige Pfarrer Scriba hat am Samstag einen Pflegling aus Armenien erhalten. ES ist dies ein Knabe von etwa zehn bis zwölf Jahren, er macht einen sehr angenehmen Eindruck, versteht aber keine Silbe deutsch, die Hautfarbe ist etwas dunkler, als bet hiesigen SHnbern. 'Sein Name ist Sour Derwoski Ohanjan- Sour ist sein Rusnahme. Sein Vater ist gregorianischer Priester und lebt noch, derselbe hat den Knaben bisher versteckt gehalten. Wenn er erst deutsch verstehen und sprechen kann, kann man wohl Näheres aus seiner Jugendzeit erfahren. ? Schotte», 25. November. In ernster Lebensgefahr schwebte kürzlich ein benachbarter Arzt, der dem hiesigen einen Besuch abstattete. DaS durch die Stadt fließende Waffer hat nur an dem einen Ufer ein Geländer, während das andere frei ist. Ja der Dunkelheit stürzte der Arzt dem über zwei Meter hohen schutzlosen Ufer h nab. Glücklicher Weise blieb er mit einem Fuße hängen und ward so von einem Falle bewahrt, der leicht die schwersten Folgen hätte haben können. Vielleicht erhält durch diesen Fall auch daS freie User des Stadtgrabens ein schützendes Geländer. 4- Von der Nidda, 25. November. Ein 20 jähriges Mädchen aus Fauerbach, welches zu Reichelsheim i. d. W. in Diensten stand und aus Gesundheitsrücksichten heute früh per Wagen noch ihrer Heimath zurückkehrte, genas unterwegs, nicht weit von Fauerbach, eines kräftigen Kindes. Glücklicher Weife befand sich die junge Mutter in Begleitung ihres Vaters. Darmstadt, 25. November. Kürzlich tagte eine vom Verein Hessischer Zahnärzte gewählte Commission von Zahnärzten aus der Provinz Heffen-Naffau, dem Groß- hrrzogthum Hessen, Baden und Bayern in Frankfurt y. M., um für oder gegen die Curirsreiheit Stellung zu nehmen. Herr Landtagsabgeordneter vr. OSwald-Frankfurt a. M. war ebenfalls erschienen. Allgemein wurde anerkannt, daß durch die auch auf die Heilkunde und ihre Specialfächer ausgedehnte Gewerbefreiheit sich unhaltbare Verhältnisse ent- w ckelt haben. AuS b?n Ausführungen aller Redner ging hervor, wie sehr eS im Interesse der Volkswohlfahrt geboten erscheine, ähnlich zu verfahren, wie in England und Frankreich it., deren Gesetzgebung als liberal doch allgemein anerkannt sei: nämlich durch geeignete Gesetze die Curier- freiheit, wie sie jetzt bestehe, aufzuheben. Es wurde beschlossen, die geeigneten Schritte nach dieser R chtung hin zu thun. D. Tgl. Anz. Mainz. 25. November. Durch daS scheugewordene Wagenpferv eines Cavallerie Offiziers wurde heute Mittag der Arbeiter Sieben, gegen den daS Thier in rasender Eile anrannte, auf der Stelle getödtet. »»»»»»«s Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen- 47. Woche. Vom 15. November bis 21. November 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann Militär). SterblichkettSztffer: 15,82, nach Abzug der Ortsfremden 9,040Ar, Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: tm ootr Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwärt» nach Gießen gebrachte Kranke kommen. 1. Lebensjahr: 2 —1k Jahr. Lungentuberkulose 1 (1) 1 (1) — — Gedirntchlagfloß 1 1 — — LungenerweOerung 1 1 — — Maqenoeschwür 1 (1) 1 (1) — — Leberschwund 1 1 — — Nierenleiden 1 (1) 1 (1) _ — Unbekannte Krankh. 1 1 — Summa: 7 (3) 6 (3) 1 — Sottesdieust in der Synagoge. Samstag den 28. November. Vorabend 4W Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, Sabboihausgang 5” Ubr. Verkehr, Land- nnd VoUrwirthschafk •Uftm, 26. November. Marktbericht. Aus dem heutigen WoSenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0.90—1,00, Hühnereier pr. St. 6—8 H, 2 St. 00 H, Enteneier « 2 St 1 ,4b, Gänseeier pr. St. CO—00 H, Käse pr. St. 5—8 H, KLsematte pr. St. 3 X Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 28 ,5b, Tauben pr. Pa« X 0,60 bis 0,75, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X l,60—1,00, Enten pr. Stück X 1,50—1,70, Gänse pr. Pfund X 0,42-0.55, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 X Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 4b, Schweinefleisch pr. Psd. 56 bis 66 4b, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pid. 70 Ä, Kalbfleisch pr. Dfd. 60-54 4b, Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 00 bi» 4,50 X, Weißkraut pr. Stück 0--00 4b, Zwiebeln pr. Centn« X 4,00-0 00, Milch pr. Liter 16 4b ÄtwUtr#, 25. November. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14,25, weißer Weizen X 14.00, Korn X 10 25, Gerste X 7.50, Hafer X 5.60. Seiden-Damaste Mk. 1.35 und färb ge Henneberg Seide von 60 Pf. bis Mk 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste ic- (ca. 240 versch. Quol und 2000 versch. Farben, Dessins rc.), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. — Durchschnitt!. Lager: oa. 2 Millionen Meter. 8694 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Gartenftrafte 2. Vom 23. bis 25. November: ««gebot der Arbeitnehmer. 1 Buchbinder. 1 Maurer. 2 Schubmacher. 1 schreiner. 2 Pferdeknechte. 2 Erdarbeiter- 6 Hausbui schen. L Ciparrenmocher- 1 Friseurgehilfe. 1 Schmied. 1 Schneider. 1 Klstenmach r. 1 Aushilfskellner. 13 Taglöhner. 1 Lauffrau. 5 DienstmädchtN. 1 B 'chbinderlrhrling. i Werkführer oder Büreau-Gehilfe. Nachfrage der Arbeitgeber. 1 Glaser. 1 Gärtner. 3 Hausburschen von 16—18 Jahren. 1 P> tz'i au für jeden Tag- 11 Lehrlinge, je 2 Schlosser-, 1 Schuhmacher-, 1 Schneider-, 1 Bäcker-, 2Buch- binder-, 1 Schreiner-, 1 Schmied-, 1 Setzer- und 1 Buchdruckerlehrling. 2 tüchiige Schweizer für hier und auis Land. 9863 6 tüchtige Pferdeknechte für hier und auis Land. 1 Viebsütterer. 11 Dienstmädchen. 1 Köchin. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Münster für 1897/98 liegt vom 28. November bis zum 5. December 1896 zur Einsicht sämmt licher Betheiltgten in dem Geschäftslocal der Unterzeichneten offen. Münster, am 25. November 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Münster. Gontrum. 10442 Veptun Versicherungs-Gesellschaft zu Frankfurt a M. versichert Gebäude, Waaren, Mobiliar gegen Wasserleitungs-Schäden Prospeote sowie jede Auskunft durch die Vertreter für Giessen, Herren: 9t 31 Adolf Bieler, Westanlage 44. A. v. Jungenfeld, Neuenbäue 41. 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