1896 Sonntag den 27. September Aints» und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gieren. Hratisöeitage: Hießener Kamilienblätter. nicht un.uid.ieun ftnd, da si°,'mmerhm ^ch nUhwend^n I M« welche- wie hier d« Mr'- w°°'° n-ben,d-» je 100 Gestellung«- 6,85 untauglich 0,29 U - 97 028 — 19,97 tl-U ff 20387 = 4.17 I Aus dem Kunstleben, | rasch emporgeblüht ist, gibt V CKvltrhoÄ Qofi• n Ift In hPT CS\ptTt( H J 1 |eaa|mt von Anzeigen >u der Nachmittag« für bei filflcttbffl Lag erscheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. 81 549 = 16,66 227 212= 46,43 19110= 3,90 ff tf 1895 54,50 16,66 21,10 7,47 0,26 I « im Jahre 1894 1395 = 0,29 » H. 33 303 = 6,85 „ „ Alle Annoncen-Bureaux de« In« und Lu«lande« nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ? It k 9 i» ssen 1896: !frr gilbtrttult den er n [len he Mlc Aufgaben des HeeeeS unmittelbar dienstbar werden. Bon | diesem Durchschnittssatze für daS ganze Reich weichen zwar die sich für die einzelnen LandeStheile ergebenden Proceutsätze der Tauglichen vielfach ab, doch find die Unterschiede nicht sehr erheblich. Unter dem Durchschnittssatze von 54,50 pCt. blieben die folgenden LandeStheile: Regierungsbezirke BreSlau und Oppeln (6. CorpS) 46,25 pCt., Provinz Sachsen und Theile von Thüringen (4. CorpS) 49,53 pCt., Brandenburg- Berlin 51,67 pCt., Königreich Sachsen 52,28 pCt., Hannover, Oldenburg, Braunschweig (10. Corps) 52,60 PCt., Groß- herzogthum Hessen 52,67 pCt., nördliches Bayern und Pfalz 53,93 pCt., Hessen-Nassau und die übrigen Theile de« 11, Armeecorps 53,94 pCt., Baden und Ober-Elsaß 54 pCt., Südbahern 64,44 pCt. Hebet dem Durchschnitt standen folgende Bezirke: Rheinprovtvz (8. CorpS) 55,12, Westfalen, Düsseldorf (7. CorpS) 55,30, Schleswig-Holstein, Mecklenburg (9. CorpS) 55,47, Württemberg 56,98, Pommern, Westpreußen (2. CorpS) 57,42, Posea und Ltegnitz (5. CorpS) 60,08, Unter-Elsaß 60,87, Lothringen 61,83, Westpreußen und die übrigen Theile deS 17. CorpS 62,45, Ostpreußen 68,16 pCt. Jene EinstellungSztffer erschöpft nun aber keineswegs die ganze militärische Brauchbarkeit des deutschen Volkes. Auch unter den der Ersatzreserve und dem Landsturm ersten Aufgebots überwiesenen Wehrpflichtigen, die zufammen 36,65, bezw. 37,76 vom Hundert der Gesammtzahl ausmachten, find noch viele vollkommen Taugliche, die nur mit Rücksicht auf besondere häusliche Berhältnifie vom Wehrdienst im Frieden befreit bleiben. Abgesehen hiervon, werden bekanntlich dem -Landsturm I" hauptsächlich Mannschaften überwiesen, welche zwar nicht für jeden Wehrdienst, wohl aber für die An- forderungen deS Felddienstes ungeeignet find, demnächst auch noch Mannschaften von befserer Körperbeschaffenheit, welche die Ersatzreferve nach Deckung ihres Bedarfs nicht mehr braucht. Die Hauptmasse der Ersatzreferve wiederum besteht aus Leuten, die zwar im dritten Gestellungsjahre noch nicht tauglich waren, sich jedoch hinreichend zu kräftigen versprachen, um später im Mobtlmachungsfalle der Feldarmee brauchbaren Nachersatz zu liefern. ES ist dies im Allgemeinen also ein nur in seiner körperlichen Entwickelung etwas verspätetes Serien E. He, und L. $- Eintritt bei >er Borstavd. Z. Darmstadt, 25. September. Dr. Devrient« „Luther". - «nB dem Kuufilebeu. - Die Orpheumsfrage. — Verschiedenes. Nach dem Erscheinen unserer letzten Mtttheilungen über »ieVorbereitungen zum Lutherseftspiel ist nun auch der naaue Sptelplan mit Angabe der einzelnen Spieltage er- Dienen, und serner brachten die hiesigen Blätter intereffante vivtheilungen über daS Festspiel selbst, seinen Inhalt und He Geschichte seiner Aufführungen. Was davon auch für teilte« Kreise, namentlich für auswärtige Spielbesucher von Jrtterefse ist, wäre etwa daS Folgende. Die erste Auf- Ehrung war für gestern Abend angesetzt, doch müffen wir uns Bericht darüber bis zum nächsten Male Vorbehalten. 83 sind nun die vorläufig bestimmten Spieltage der 26., 27. und 30, September, der 2., 4. und 5. October. Auswärtige gejucher erhalten auf den Eisenbahnen Fahrpreisermäßigungen, nenn sich je 30 Personen zur gemeinschaftlichen Reife zu- I.mmenfinden. Die Preise der Plätze betragen je nach der Meinung von der Bühne 4, 3, 2 und 1 Mark, Vorsaal iO Pfg. Der Ueberschuß ist einem edlen Zwecke, der Unter- Mung einiger hessischer Diasporagemeinden geweiht. Ueber die Geschichte deS Festspiels belehrt folgender kurze Ueberblick. Im Jahre 1883 kam eS zum ersten Male jin vterhundertjährigen Geburtstagsfeier Martin Luthers .in Jena zur ersten Aufführung. Innerhalb eines Zeitraumes mm vier Jahren wurde das Werk in Jena nicht weniger tll 35 Mal aufgeführt. Im Jahre 1888 begannen dann die Vorstellungen tu anderen Städten, so in Chemnitz 1 Mal, tu Burg 6 Mal, in Hermannstadt 1! Mal, Götti« zen 8 Mal, 1889 tn Oldenburg 8 Mal, Frankfurt a. M. ß 'Mal, BreSlau 12 Mal u. s.w. Die letzten Aufführungen mver deS Dichters Mitwirkung und Leitung fanden wieder tu Jena statt. Ueber Inhalt und Darstellung deS Werke- jtl da- nächste Mal berichtet, wenn der ersten Aufführung, die: al- Feuerprobe für die folgenden gelten kann, andere gtffolgt find. Begründung. . , , , _ .. „ Zur Zeit ist wieder einmal die liebe „Herbstmesse bet uns etngezogen mit all ihrem Trubel und mit ben un- erhörtesten Sehenswürdigkeiten. Daß da keine Aussicht auf beffereS Wetter vorhanden ist, erscheint dem Refidenzbewohner ganz natürlich, denn sobald die Meffe kommt, pflegt sich meistens auch Regenwetter einzustellen, diesmal brauchten wir auf sein Eintreffen freilich nicht erst zu warten. DaS Großherzogliche Paar weilte seither in Mainz, ist jetzt rach Schluß der Manöver von dort au- noch einmal für kurze Zeit nach Wolfsgarten übergesiedelt und wird erst kurz vor dem Eintreffen des russischen Kaiser- paareS hier ankommeo. Großfürst SergiuS mit Gemahlin wird auch im Anfang Oktober hier erwartet, sodaß dann also fast alle Mitglieder der Großherzoglichen Familie hier versammelt sein werden. Der Darmstädter Journalisten- und Schrift- stellervereiu nimmt feine Winterarbeit am SamStag wieder auf. ES find für den ersten VereinSabend zwei Vorträge auf das Programm gefetzt, und daun wird Herr Hofopernfänger Riechmann einige Lieder fingen. Voraus- sichtlich wird sich auch dieser Winter für den jungen, aber rasch zu schöner Entwickelung gediehenen Verein in jeder Hinsicht förderlich erweisen. imrirkt, daß -L aU unwürdig «uS- zeiihlossen wurden V als dauernd un- t«rgl. auSgemustert «. Landsturm l.Aufg. überwiesen i dar Ersatzreserve vier Marine-Er« M,. 228 Zweites Blatt. merschen Armeeco^pS. Der zumeist mtuderwerthige, wenn auch nicht ganz unbrauchbare Ersatz, welcher dem „Landsturm I" überwiesen wurde, betrug in beiden Jahren im ganzen Reiche rund ein Fünftel der Gesammtzahl. Am zahlreichsten war er mit 31,12, bezw. 30,54 vom Hundert beim 12. (königl. sächsischen) Vierteljähriger >lew*e*c*b|itrti> 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pf«. Rebaction, Lxpebtti« nnb Druckerei: Sch»rstr«tzeAr.1. Fernsprecher 51. Eine Angelegenheit, die viel besprochen wurde, wenn ihr auch an sich keine große Bedeutung zukommt, wurde am letzten SamStag vor dem hiesigen KreiSauSschuß verhandelt. Der seitherige Director deS „Orpheums* hatte um Concesfion von Darists Vorstellungen im Scatiug-Ringk nachgesucht, und der seitherige Restaurateur deS „Orpheums um daS gleiche Recht für den in der Grafenstraße entstehenden großen Saalbau. Die Entscheidung fiel zu Gunsten deS erftgerannten Bewerbers, und da der letztgenannte mit diesem Resultate nicht zufrieden ist, so wird die Angelegenheit auch noch einmal den ProvinzialauSschuß beschäftigen, voraussichtlich, um zu demselben Resultat zu gelangen. Daß Darmstadt nicht Bedürfniß nach zwei großen Variststheatern hat, bedarf wohl keiner besonderen Versicherung und serloh: Mn. Jli di^ er, Mailst •1118 Frisches Leben ist in der Gemäldegalerie erwacht, wo man im Kupferstichcabinet die alten Meister durch neue ersetzt hat. DaS lobenSwerthe Streben des neuen Museums - JnspectorS scheint daraus auSzugehen, dem Publikum seither noch nicht ausgestellte Werke aus dem Besitz des Kupferstichcabinet- zugänglich zu machen. ES find zur Zeit Namen wie Halm, Jacoby, Klinger, Köpping, Menzel vertreten, dazu kommen Zeichnungen von Schwind, Veit, R. Hofmann und Scholl, endlich Rötelskizzen de- unvergeßlichen Heinz Heim und Zeichnungen des verstorbenen Galerie-Jnfpector- Hofmann- Zeitz. Im Hoftheater muß die Aufführung von DonizettiS „Lucia von Lammermoor" besonders erwähnt werden, desgleichen die von LoubeS „KarlSschülern" und Lortzings „Undine". Von den neugewonnenen Kräften hatten dabei die Herren Bucor und Heine, sowie die Damen Frank und Walther Gelegenheit, in größeren Rollen den Beweis ihrer Künftlerschaft von Neuem zu erbringen, und am Dienstag fand eine Aufführung von Schillers „Jungfrau von Orleans" mtt Frl. EichelSheim in der Titelrolle statt. Die zün- dende Wirkung deS klaffifchen Werkes, daS musterhaft infcenirt aufgeführt wurde, stellte sich auch diesmal ein und enthufias- mitte das Publikum, zu dem die Heranwachsende Jugend ein ansehnliches Contingent gestellt hatte. Auf dem Spielplan steht für den Monat October auch Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende" verzeichnet, außerdem soll auch der „Faust"-CycluS wieder zur Aufführung gelangen. Das Programm für die Symphonie -Concerte der Hofmufik ift nun auch erschienen. ES bringt von Orchesterwerken größeren Umfangs von Beethoven „Eroika" (Nr. 3) und C-moll (Nr. 5), Mozart Es-dur, Schubert C-dur und H-moll, BrahmS C-moll (Nr. 1), Goldmark „Ländliche Hochzeit", R. Strauß „Till Eulenspiegel", Griegk Peter Gynt Suite, Saint SasnS „Le rouet d’Omphale", Lißzt „Mephistowalzer". Solisten sind verpflichtet: Frau Ellen Gulbranson (die Bay- reuther Brünnhilde), Hofeoucertmeister Ludwig Zimmermann (Violine), Herr Bussoni (Klavier), Herr Bur- mester (Violine), Frau Eckstein-Rouge und Herr van zur Mühlen, Frau Walter-Choiauus, Herr David Topper (Violoncell). Die Concerte finden nach Aller« dttN M aie Leit). Wahl, Weg, hrm V hulstraht i 80 v Der Borstav! 8 Uhr- m« wenigsten- in seiner Hauptmaste „mindertauglichen" Land- sturm I und den „tauglichen" AuSgehobenen oder Freiwilligen als „künftig tauglich" bezeichnen wollen. ES waren dann nach den endgiltigen Entscheidungen über die Taug- lichkeit im Jahre 1894, bezw. 1895 von j .....*' sotzreserve ... 81068 = 16,68 „ «. in Sgehoben wurden 235 649 = 48,49 „ l freiwillig ein traten 18161 = 3,74 „ t. de »gl. vor Beainn de» militärpflich- tisen Alters ein- tmten . . . 19 345 = 3,98 „ Giesse und fleorbnetent) Reiche 9 t, etbt" di- Lm- Aonie. r et.: Feuilleton. Wochendriesk ans der Residrn). (Originalbericht deS „Gießener Anzeigers"). Pie Tauglichkeit des deutschen Heeres- I Ersatzes in den Jahren 1894 und 1895♦ I Seit dem Inkrafttreten der beiden Militärgefetze von 1893 gibt daS jährliche Erfatzgefchäft einen befferen Anhalt »ar Beurthrilung der allgemeinen und landschaftlichen Kriegs- Saugitchkeit in Deutschland als früher, da nunmehr alle Laaxlichen allmällg auch zur Einstellung gelangen und die MSlkerungSziffer nicht mehr in der Weife wie früher die ßraadlage der Erfatzvertheilung auf Bundesstaaten und Aus- stbungSbezirke bildet, auch keine Anrechnung der freiwillig lirigktretenen für baß auf jener Gruublage berechnete Con- tiozent bet ^einzelnen Bezirke mehr stattfindet. Betrachtet Ma nun das dem Reichstag vorgelegte Ergebntß der end- ttitleen Entscheidungen über die Gestellungspflichtigen der Ich- 1894 und 1895, so zeigt fich, wie die „Stat. Corr." im Jahre 1895 1285 = 0,26 v. H. 36 574= 7,47 „ „ 103271= 21,10 „ „ Der feilet Aazeiger irscheint täglich, ptt Ausnahme beS MontagS. Die Gießener ßemitienStälter taten dem Anzeiger Htchmtlich dreimal beigelegi. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. n, 3WN* zusammen 485 949 = 100 v. H. 489 388 = 100 v. H. Ueberzähllg und für spätere Einstellung verfügbar Nicken außerdem noch im Jahre 1894 11 439, 1895 4997 20jährige und 2583 (4876) 21jährige GestellungS- sslihtige. k . Einschließlich der sreiwtllig Eingetretenen wurde also im J-h-re 1894, bezw. 1895 die größere Hälfte der endgiltlg I6ß*ferttgten, nämlich 56,21, bezw. 54,50 vom Hundert, zur tinstellung in daS Heer oder die Marine süs tauglich be- funken. Zum Dienst ohne Waffe wurden darunter nur 4499, iezw. 4594 bestimmt, die hier von den Übrigen AuSgehobenen unwürdig . Da die Anforderungen au die körperliche Tauglichkeit in der deutschen Armee unstreitig recht bedeutende find, andererseits erfahrungsgemäß nur sehr wenige AuSgehobene nachträglich als unbrauchbar eutlaffen werden müffen, so zeigen diese Ziffern die durchschnittliche Wehrhaftigkeit des deutschen Nachwuchses noch immer in recht günstigem Licht. Bon großem Jntereffe find die Ergebniffe in den ein- «Inen CorpSbezirken und ihre Unterschiede. ES war hier- nach, abgesehen von der überall sehr kleinen Ziffer der AuS- geschloffenen, auch die Ziffer der für dauernd untauglich Erklärten durchweg gering. Bon den beiden CorpSbezirken, in welchen die industrielle Bevölkerung am meisten überwog, erhob fich der 7. (niederrheinisch-westfälische) in beiden Jahren mit 6,93, bezw. 7,54 vom Hundert nur wenig über den Durchschnitt; der 12. (königlich sächsische) blieb mtt 6,38, bezw. 6,88 sogar noch etwas darunter. Die höchsten Ziffern (9,57 bezw. 10,10) zeigte beide Male Württemberg/ nur Heffen stand im Jahre 1895 mit 10,75 vom Hundert noch etwas höher. Sonst war tu beiden Jahren in keinem ein- zigen CorpSbezirk auch nur der zehnte Mann dauernd un- tauglich. Die wenigsten Untauglichen hatte mit nur 4,81, bezw. 5,58 vom Hundert beide Male der Bezirk des pom- pflichtigen militärisch 1894 tauglich . . . 56,21 künftig tauglich . 16,68 mindertauglich . 19,97 idiibank IV D- :bü . 0ar. Lk. ri titlwccr tonal das nun mit Herbstbeginn | höchster Genehmigung auch in diesem Winter im Hof- es mancherlei zu berichten, theater statt. Orin» 91 Eorp», »Lchstde« mit 26,81, bezw. 27,10 vom Hundert beim 3., mit 24,85, bezw. 24,38 beim 9., mit 23,91 (24,09) bei» 7. Lorp», also in den Bezirken mit besonder» zahl- reicher Industrie« und Großftadt-Bevölkerung. I« Jahre 1895 stand auch noch der Bezirk de» 6. Lorp» mit 29,52 vom Hundert besonder» hoch. Beim 1. Lorp» dagegen waren nur je 10,41, bezw. 12,59 vom Hundert, also nur halb oder ein Drittel so viel Leute wie in jenen Bezirken de« „Landsturm I" zu überweisen. Auch die Bezirke de» 17. und 16. Eorp» erscheinen beide Male mit kleinen Ziffern. Die zumeist zeitig untauglichen, aber „künftig tauglichen" Ersatzreservisten vertheilten sich sehr ungleich. Am seltensten waren sie aber mit 10,70 (10,04) vom Hundert beim 12., mit 18,10 (13,07) vom Hundert beim 3., mit 12,87 (13,41) beim 9. und mit 13,90 (12,89) vom Hundert beim 7. Lorp», also in denselben gewerbereichen Bezirken, in denen um« gekehrt die Ueberwetsuogeu zum Landsturm besonder» häufig waren. Der „taugliche" Ersatz (AuSgehobeue einschließlich der früher Ueberzähligeu und der Freiwilligen) war im Jahre 1894 am zahlreichsten beim 1., 17., 2. und 15. Lorp» mit 69,10, bezw. 64,50, 61,10 und 60,43 vom Hundert, also in Ostpreußen, Bestpreußen und Pommern nebst Bromberg, nächftdem tu dem kleinen Bezirke de» Ünter-Elsaffe». Das 1. und 17. Lorp» stehen auch im Jahre 1895 mit 68,16 bezw. 62,45 vom Hundert an der Spitze- e» folgen dann die kleinen Gebiete Lothringen» und de» Uuter-Elsaffe» mit 61,83, bezw. 60,87 vom Hundert, demnächst da» 5. und 2.^ Corps mit 60,08, bezw. 57,42 vom Hundert. Am niedrigsten steht im Jahre 1895 der Bezirk de» 6. Lorp», sonst in beiden Jahren die Bezirke de» 12. Corps, der hessischen Division und deS 4., sowie de» 3. Lorp». Jndeß auch hier gelangt überall noch etwas über die Hälfte der Abgefertigteu zur Einstellung- nur daß 4. und 6. Corps bleibt im Jahre 1895 dahinter etwas zurück. Zieht man die „taugliche" und die der Hauptmaste nach wenigsten- „künftig taugliche" Ersatzbevölkerung, also AuS« gehobene, Freiwillige und Ersatzreserve zusammen, so treten 1894 (1895) vor eine« Reichsdurchschnitt von 72,89 (71,16) vom Hundert daS 1. Eorp» ett 83,47 (80,68), da» 17. mit 82,16 (80,18) und da» kleine lothringische Gebiet mit 80,05 (81,47), sämwtlich also mit mehr al» vier Fünfteln ihre» männlichen Nachwuchses, besonder» Vortheilhaft hervor. Im Jahre 1894 überschritt auch da» 2. Corp» mit 81,81 jenen Satz, blieb aber 1895 etwa» darunter. Am weitesten standen da» 12. und 3., im Jahre 1895 daneben auch da» 6. Eorp» zurück - aber auch fie vermochten noch fast zwei Drittel ihrer Ersatzbevölkerung für jene Klaffen auf« zubieteu. Hingewiesen sei schließlich noch auf den großen Unterschied in der Ziffer der schon vor Beginn de» wilitärpflich« tigen Alter» freiwillig Ttugetreteueu, unter denen sich besonder» viele zukünftige Berufssoldaten finden werden. Sie waren am zahlreichsten beim 4., L, 2. und 3. Lorp», also immer noch im altpreuhischen Osten. Au» ihm kamen etwa zwei« bi» fünfmal so viel Freiwillige dieser Art al» au» den süd« und mitteldeutschen Bundesstaaten. Berhältoißmäßig zahlreich waren fie 1895 auch im lothringischen Bezirk. Literatur un» Knnft — lieber die Lootsen des Kaisers auf dessen Nordlandfahrten gibt Christian Krohg in drm soeben erschienenen, prächtig ausgestatteten und inhaltsreichen ersten Heft des 11. Jahrgangs der „Moderne« ft«nfl* (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57) sehr interessante Auskunft. Von den Detail» dieser Reisen hat man in Folge der Abgeschlossenheit de» SchistSledens bisher nur ivenig erfahren. Um so willkommener müssen für viele Leser die trefflichen SchUderungen sein, welche die „Moderne Kunst", unser beste» und schönste« illustrirte» Blatt, enthält. Auch an anderen ausgezeichneten Gaben ist da» erste Heft deS 11. Jahrganges der „Modernen Kunst" ungemein reich. Generallieutenant z. D. von Dincklage beginnt unter dem Titel: „Momentbilder aus der Marine" eine packende, trefflich illustrirte Schilderung von dem Leben an Bord eines Kriegsschiffe». Friedrich Stein berichtet in einem illustrirten Artikel über „Intime» von der Kgl. Hochschule für Musik in Berlin." Anton von Perfall beginnt mit seinem ungemein spannend und mit psychologischer Feinheit ge« f dirieben en Roman „Faiful." Ein chinesisches Ruderlied gibt eine Vorstellung von bet Eigenart chinesischer Musik. I. Landau gewährt einen tiefen Einblick in die „Bühnenkunst als Erwerbsquelle". Im Zlck-Zack reiht sich eine tntereflante Mitthelluna an die andere - da» Genre ein Prickelnde», lebendige», frische» Bild modernen gebe»* an dem Georg Buß, Eugen v. Jagow, Han» Kraemer und namhafte Autoren milgewirkt haben. Wahrhast entzückend find v. Bilder und Kunstbeilagen. Eine ausgezeichnete Leistung hn facsimlledruck ist die Extrakunsibellagk nach E. ». Blaa»' orirtr' - Gemälde „Ersehnte» Glück." Wir wüßten keine moderne Zesti^ zu nennen welche gleich vollkommene Leistungm aufzuweisen Eine wahre Ptachlleiftung ist der doppelseitige HolzichniU M R. Eichstädt's trefflichem Bllde „Victoria!" (Heimführun, £ 1807 von den Franzosen geraubten Victoria im Jahre 1814), wUch« die diesjährige Internationale Kunstausstellung in Berlin fch,^ Zahlreiche andere ausgezeichnete schwarze und farbige Holzig, schließen sich an. Man kann nur sagen, daß für den mäßigen t-<. von 60 Pfennig in diesem ersten Hrfl de» 11. Jahrgangs u »Modern en Kunst" Außerordentliche» geboten wkv. Eine M intereffanter Publikationen werden für die folgenden Hefte in ficht gestellt. Friedrich Haase, befien Schauspiel er leben ein eir^ Triumpbzug gewesen ist, schreibt eigen» für die „Moderne ta* seine inhaltsreichen Memoiren. Und endlich sei nicht vergeffen, t, allen Abonnenten de» neuen Jahrgänge» al» Ertragabe zwei ausgestattete große Kunstblätter in meisterlich auSgesührtem Äuj*, druck nach Gemälden von R. Eichstädt zu äußerst billigem 8oti.* preise dargeboten werden. Mtt berechtigtem Stolz läßt sich btr:r, heben, daß die „Moderne Kunst" die deutsche Journallechnik > über Deutschlands Grenzen in vornehmster Weise vertritt und t<-, Ruhm vermehrt hat. — Immer mit Arerrde« begrüßt wird in der 8m. da» Lieblingsblatt der Mütter und Kinder, „Kmdergaroaüe namentlich jetzt, wo die längeren Herbstabende naturgemäß zu et*? mehr innerhäuSlichen Leben und zu engerem Zusammenschluß t Familien tisch führen. „Kindergarderode", tUuftr. MonatSschrin : Zuschneibcdogen zur Selbstanfertigung der Kinderbekleidung sti Zeitschrift zur Handarbeit!. Beschäftigung und Unter baltuna k „Kleinen", mit der Beilage „Für die Jugend", ist soeben, 10 verstärk, in der interessanten Octobernummer erschienen. 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Klasse: Hand- und Maschinennähen, Flicken, Stopfen, Weißsticken, Fach- und Freihandzeichnen; 10 Wochen; 15 Mk. Ausführliche Einzeleurse: 5monatliche Curse für Lehrerinnen (40 Mk.), im Weißnähen oder Kleidermachen (30 Mk.), im Sticken (12 Mk.). 2r/zmonatliche Curfe im Bügeln oder Kunstwaschen (12 Mk.), in französischer und englischer Conversation (je 20 Mk.), Kochcursus (50, Vormittage 36 Mk.). Gedruckte Programme sind durch den Vorstand oder di. Oberlehrerin, Fräulein Möser, erhältlich. 789b Grossh. Technische Hochschule zu Darmstadt. Abteilungen für Architektur, Ingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie (einschliesslich Elektrochemie und Pharmacie), Allgemeine Abtheilung (insbesondere für Mathematik und Naturwissenschaften), Curaus für Geometer I. Klasse, Winter-Curaus für Consolidations-Geometer und Cultur-Teohniker. Staatsprüfungen vor dem Groash. Prüfungsamte zu Darmstadt, Reichsprüfung für Phar- maceuton, Diplomprüfung, Prüfung für Nahrungsmittel-Chemiker, besondere Prüfungen für Ausländer. Zulassung der Studirendon zu den Staatsprüfungen für Hochbau-, Ingenieur- und Maschinenwesen in Baden, Bayern, Braunschweig, liessen, Preussen, Sachsen, Württemberg. Anmeldungen für das Winter-Semester thunliohst bis 17. October. Beginn der Vorlesungen und Rectorataübergabe 20. October. Programme unentgeltlich und portofrei vom Secretariat gegen Einsendung von 20 Pfg. in Briefmarken. [8276] Das Kectorat. Gießen Einladung der Vertreter zu der Montag de« 5. October, Abends 8Va Uhr, im Lenz'scheu Felfeukeller staltfindenden Außerordeatlichen Generalversammlung. Tageü«Ordnung: Freie ärztliche Behandlung für Familien der Kaffenmitglieder. 8522 Der Vorstand. Ortsgewerbeverein. Geueral-Bersammlung Montag, 28. September, Abends 81/, Uhr, im Cafs Balzer. Tages-Ordnung: Organisation des Handwerks. a) Berichterstattung über die General Versammlung de» Verbands deutscher Gemerbevereine in Stuttgart. d) Berathung über den Antrag des Gewerbeoerein» Darmstadt: «Die Reorganisation der Centralstelle für die Gewerbe". o) Berathung und Befchlußfaffung über die seitens der Großh. Centralstelle den Gewerbevereinen gestellten Fragen. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist eine lebhafte Betheiligung aller Gewerbetreibenden sehr erwünscht. 8506 Der Vorstand. Willi* Bier aus der Brauerei P. Overbeck, wieder stets ftisch in Zapf. ?kLair>tioi Jqawii«, 7536 Wallthorftr. 5. BehördlicheAnzeigen 8rchh. Hksßschk Staafstiftabüljntn Verdingung der ««»führnug der eiserne« Brücke« -Ueberbaute« für die Reuba«li«ie Veie«hetm-Xidda. Die Lieferung und Aufstellung der eisernen Ueberbauten für 1) bie Horloffbrücke bei Gettenau von 12,8 m Stützweite mit rb. 13700 kg Flußeisen, „ 460 „ Gußstahl, 2) bie Horloffbrücke bei Echzell von 8,49 m Stützweite mit rb. 6300 kg Flußeisen, „ 240 „ Gußstahl, 3) bie Straßenunterführung bei Nibba von 8,75 m Stützweite mit rb. 4300 kg Flußeisen, „ 180 Gußstahl, soll im Ganzen ober nach oorstehenben OrbnungSnumwern getrennt öffentlich verbringen werben. Die Zeichnungen, Gewichtsberechnungen uvb Bedingungen sinb im Bureauzimmer Rr. 3 ber unterzeichneten Behörbe in Gießen (Frankfurterstraße 64) einzusehen, woselbst die VerbingungSanschlag-Formu- lare unb auf Wunsch bie Bebingungen ober Thetle betfelben, auch bie Gewickts- beredmungen gegen Enttichtung von 10 A für jeden Actenbogen, bezw. für jedes Actenblatt, sowie die Eisenconstructions- zeichnungen gegen Bezahlung von 1 JL für jeden einfachen ZeiLnungsbogen, bezw. 2 für jeden doppelten ZetchnungSbogen abgegeben werden. 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Nidda, im September 1896. Kapelle Heft, (tzrüuioge». T anzunterricht. Theile ergebenst mit, daß am 5. October mein Cursu« wieder beginnt. Ersuche höflichst, Anmeldungen in meiner Wohnung, Wetzsteii gaffe Nr. 31, 2. St., abgeben zu wollen Honorar 12 Mack Privatunterricht zu jeder Tageszeit. Hochachtend 8i4s Ferd. Schmidt T anz-Unterricht. Mein Tanz Unterricht beginnt wieder SW Montag, den 19. Oktober. H Gefällige Anmeldungen erbitte ich vorher in meiner Wohlmi" Weiden gas se Nr. 7. 8300 Hiesige Zitherspieler, welche gesonnen sind, an wöchentlichen Uebungsabenden zur Pflege des Ensemblespiels theilzunehmen, wollen ihre Adresse gefl. bald an den Unterzeichneten gelangen lassen. Namens mehrerer hiesiger Zitherspieler: Adolf Arnold, Zitherlehrer und Dirigent des Lahnthal-Zither-Bundes. 8377 Neuen Bäue 16. Roese, Univ.-Danz» und Fechtlehrer^ empfiehlt die J. Ricker’sche Buchhandlung, Nttdanlage b Günther 4 Noltemeyer, Zur Lust „. Hamern — Fabrik und Waarenversandhaus. 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