'^«liebte, , ’ ®avei “*• ®d Kinder, start. m bie trauri. " ^^unahme erfaßt ^i6^e3a§!OwSI, &eren ^V>ge Verwandten, bie Rurige Mltheilung, ^en &Qt- unseren innigstg^ ' ^^der, Lchwager und LL PP Lenz I it großer Geduld eitragroti 45 Jahren ju sich in eh) lhme bittet )«Nmkli der frantmhiis Wittwe Marie Sen , den 25. Juni 1896. it Camitag den 27.Jovi,fofc 4 llhr statt. oononaSoSHo® Geburt eines prächtigen Ik n Apotheker Fr. Spies und Fran. en 24. Juni 1896. [tplmilt W markt«* und den rilitriti)**1 149 ®rr ►linier «änjeiger rdwint täglich, r LuSnahme bdl Montag«. D t flhebener ||iHlirteeer»(fer IKkii brm Anzeiger W^rnlich dreimal ►eigelegt. Zweites Blatt. Samstag den 27. Zuni 1896 Gießener Anzeiger Keneral-Anzeiger. Biertetfäliriget jLlaeeemexlaFtete i 2 Mark 20 Psg. mit Brmgerlohn. Durch bie Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. •Ubadion, Expebitio» und Druckerei: Zch.kstr-tzeZlr.,. Fernsprecher 61. Aints- und Anzeigeblutt für den Tireis Gietzen. Hratisöeikage: Kießener Iamitienökätter Alle Annoncm-Bureaux be» In» und AuSlanbe» nehmen Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. Iiitwhme von Anzeigen zu der Nachmittags für be» Pgrtl'ben Lag erscheinenden Nummer bi» Sonn. 10 Uhr. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend: Maul' und Klauenseuche zu Sich. flöte Maul- und Klauenseuche zu Sich ist erloschen i Ml btt Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden. Gießen, den 25. Juni 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Die Lage des deutschen Arbeitsmarktes. H er Aufschwung, den die deutsche ErwerbSthatigkeit auf b istibniellem und commerziellem Gebiete seit etwa zwei Jahren i tllnet längeren Periode wirthschastlichen Niedergänge« egoojunen hat, hält erfreulicher Weise noch immer an, und i »ch üage der Derhältntffe steht zu hoffen, daß unser wirth» f^Wlttche« Lebea diese steigende Tendenz auch noch weiterhin tioMdlten wird. Gewiß kann man noch lange nicht von r muh (fetten Jahren für eie vaterländische Industrie sprechen, i oob !li agen über mangelnden Absatz erklingen immer wieder, c dkt trn Großen und Ganzen beffern sich die geschäftlichen flSnMntffe doch zusehends, mögen sie auch im Einzelnen IHM da noch ntederliegen. Selbst auf dem so wichtigen t Bild! der Textilindustrie, auf welchem bislang die geschäft- L litt ihngunft früherer Zeiten mit am meisten zu spüren war, tÜM :im Allgemeinen eine fortschreitende Gesuudung ver- ll^neit werden. Nur in einzelnen Zweigen der Spinnerei i mb fltlrferet macht sich gegenwärtig eine Zurückhaltung der Sfflafti bemerklich, ein Umstand, der auf den Rohstoffmarkt i mb tamn auch auf die für manche Textilgewerbe eingetreteue s M Mit zurückzusühreo ist. Die Webereien find meist voll tlitHählgt und besonders erfreulich ist e«, daß auch in der HAnkvied^rei der etngetretene beffere Geschäftsgang anhält. 5M Loge der Strumpfwirkerei nimmt sich unter Berück» f üitiiqting der für sie gekommenen stillen Jahreszeit ebenfalls I lchitb'tgeod au» und in der Haodschuhivdustrie herrscht sogar e::-richt flotter Geschäftsgang. Die Verhältnisse in der ^v'k Industrie find dem äußeren Anscheine nach zwar gleicher» twift befriedigende, da viele Jute - Etabliffewents starke LSmMSerweiteruogen vorgenowmen haben, tndeffen dürfte ett dettenkiicher Rückschlag wohl nicht auSbleiben, wenn nur e bitt eingestellten ca. 20,000 neuen Spindeln sämmtlich i alhStigkeit sein werden. Vortrefflich befindet fich der deutsche Maschinenbau bei» r'ch imf der gesammten Linie, ebenso die Eisenindustrie, Feuilleton. Der hfete Act drs Ishrrs 1871. Von Fred Vincent. (Nachdruck verboten.) „Na, lieber Cohausen, was bringen Sie uns denn ? Sie machen ja so ein colossal vergnügteß Gesicht, c Sthättten Sie den Befehl zum Hnmmarsch schon in der Tasche," r nir iimfer Major von Santen dem vom Befehlsempfang kom- retiben Regiments-Adjutanten entgegen. „Wenn auch dos nicht, Herr Major, so doch sichere An- äjim dafür, daß derselbe nicht mehr zu lange auf sich war- t massen wird," entgegnete der Angeredete fröhlich. „Se. 5 flrltit der Kaiser ist bereits gestern Morgen wieder auf tzßvichem Boden in Saarbrücken eingetroffen und hat von d Ion «us ebenso wie der Kronprinz, Abschied von den Trup» pstcrn: einem Armeebefehl genommen, der heute zu Parole tiHhicn wird. Da wir nicht zur Occupationsarmee gehören, f lelinfen wir doch wohl schon in den nächsten Tagen den 5Whli zum Rückmarsch erwarten." „Na, na, Sie haben es ja gewaltig eilig, lieber Co- l fciL-rr. Daran ist doch vor der Hand noch nicht zu denken, f (oilimge der Frieden noch nicht endgültig abgeschloffen und r firciirt ist." Es war am 16. März 1871 und wir saßen gemüthlich beim , Msihoppen im „Agneau noir“ („Schwarzes Lamm") zu ' Qfcxnartin, einem kleinen ungefähr 35 Kilometer nordöstlich I roe Varis gelegenen Landstädtchcn, welches dem Regiments- f toi', unserem Bataillon und einer Fcldbatterie als Cantonne- i nplSihuartier zugctheilt war. Nachdem die Ratification der r Hsibnmspräliminarien am 3. März in Versailles ausgetauscht t rlt demzufolge die dreitägige Besetzung von Paris aufgcho- t ic iviorden war, hatten wir am 9. die von uns gegen die f Mliröhe Hauptstadt umgebauten Forts der Südsront an die dort wie hier können die vorhandenen Aufträge manchmal selbst unter Vermehrung der Arbeitskräfte nicht in der au«- bedungenen Frist auSgeführt werden. Ebenso ist in den deutschen Stahlwerken noch auf Monate hinaus die reichlichste Beschäftigung vorhanden. Mit der günstigen Lage der größeren Industriezweige hängt eS zusammen, daß auch im Kohlenbergbau ungeachtet der wärmeren Jahreszeit fortgesetzt rege Thätigkeit herrscht, der Kohlenversandt bewegt fich durchgängig auf einer bedeutenden Höhe. Im Bau» gewerbe ist ebenfalls der belebende Einfluß der sich hebenden übrigen wirthschaftlichen Berhältniffe zu spüren, desgleichen iu der deutschen Glasindustrie, in der Schiffsbau-Industrie, in der chemischen Industrie u. s. w. Dieser im Allgemeinen kräftig fortschreitenden gewerblichen Thätigkeit auf industriellem Gebiete entspricht e« auch nur, wenn der deutsche AuSsuhrhandel nach fast allen größeren Absatzgebieten während der letzten Monate eine fernere Steigerung aufzuweiseu vermochte. Gerade aber auf einem der wichtigsten Absatzgebiete für Deutschland, in Nordamerika, hat fich für manche unserer Exportwaaren eine Minderung der Aufnahmefähigkeit bemerklich gemacht, so namentlich für Webewaaren, Wtrkanikel, Posamenten und noch andere Er- zeugniffe deS deutschen Textilgewerbe». Jedenfalls werden unsere Ausfuhrkaufleute, soweit fie hauptsächlich mit der nord- amerikanischen Union Verbindungen unterhalten, gut thun, die sich dort für fie zeigenden Schwierigkeiten scharf im Auge zu behalten. Sollte vollend» Mac Kinley, der republikanische PräfidentschaftScandidat, bei der Wahl im November siegen, so würde 6er deutsche Ausfuhrhandel noch mehr Anlaß er- halten, mit Besorgniß auf Nordamerika zu blicken, eß wäre wenigsten» nicht verwunderlich, wenn Mac Kinley als Staats- oberhaupt eine neue Aera des rücksichtslosesten Schutzzollsystem» für die Union ins Leben rufen würde. ♦ Sine Mahnung, die fönst in der Regel nur zum WtihnachtSfeste laut wird, erscheint in diesem Jahre doch auch im Sommer angebracht, nämlich daS freundliche Ersuchen, bei Fomilieveinkäufen, namentlich solchen umfangreicheren EharacterS, wie zu Ausstattungen, zu Geschenken usw. doch die heimische Geschäftswelt nicht zu übersehen. Der Grund, weshalb gegenwärtig diese Erinnerung angebracht erscheint, ist darin zu suchen, daß die durch die verschiedenen großen Ausstellungen im Deutschen Reiche (Berlin, Nürnberg, Kiel, Stuttgart) angefachte Reiselust jetzt schon in rechter Blüthe steht. Wenn auch die ermäßigten Fahrpreise eS minder Be- französischen Truppen übergeben, das linke Seineufer geräumt und seit zwei Tagen hinter den Ostforts Quartiere bezogen. Obgleich noch in Feindesland, hatte doch für uns die Friedensarbeit schon wieder begonnen , und es wurde täglich fleißig exerziert, und zwar um so fleißiger, als wir in wenigen Tagen den höchsten militärischen Feiertag, den Geburtstag Sr. Majestät, zum ersten Male „Kaisers Geburtstag" feiern, und weil auf französischem Boden besonders würdig begehen wollten. Zu einer Vorbesprechung der zu veranstaltenden Festlichkeiten hatten wir uns heute int „Agneau noir- zusammengefunden. „Ja, ter Wunsch ist der Vater des Gadankens," bemerkte unser Oberstabsarzt Kochler zu der letzten Aeußerung des Majors. „Herr von Cohausen ist glücklicher Bräutigam, und seine Sehnsucht nach der Garnison daher sehr begreiflich. Ich fürchte jedoch, daß er noch ziemlich viel Geduld wird haben müssen, bevor er uns den so sehr erwünschten Befehl vorlesen kann. Es braut sich da eben tn Paris etwas zusammen, was sicherlich der neuen französischen Regierung noch recht viel Kopfzerbrechen verursachen, uns jedoch noch längere Zeit daran verhindern dürfte, dem schönen Frankreich den Rücken zu kehren. Wenigstens lauten die Berichte in den Pariser Zeitungen meines Quartierwirthes nichts weniger als beruhigend." „Ja," meinte der Major, „man hört so allerlei merkwürdige Geschichten, aber, Doctor, wenn Sie etwas Genaueres wissen, bann, bitte, schießen Sie los. „Natürlich darf man nicht alles, was die Pariser Boulevard- oder besser Lügenblätter erzählen, für haare Münze nehmen," begann der Arzt seine Erklärung, „allem das, was man cum grano salis aus dem Wust von widersprechenden Meldungen als Wahrheit extrahiren kann, ist gerade schon bedrohlich genug. Daß auch die neue Regierung es dafür ansieht, geht wohl daraus hervor, daß fie es durchgesetzt hat, daß die Nationalversammlung in Bordeaux ihren Sitz nach Versailles und nicht nach Paris selbst verlegt hat mittelten sehr wohl gestatten, eine solche Spritztour bei nich zu großer Entfernung zu unternehmen, so find eS doch zumeist die wohlhabenderen Kreise, welche in die Ferne ziehen, dort recht viel sehen und dadurch zum Kausen animtrt werden. Mancher für den Sommer ober Herbst geplante Kauf, manche» Geschenk wird gleich mit erworben, wenn etwas Paffende« unter die Augen kommt und sogar zum Abschluß von ganzen Ausstattungskäufen läßt man fich bewegen. Zum Schluß heißt eß dann wichtig: „Doch ganz anders, wie zu Hause!" Mit Verlaub, daß ist nun doch nicht so ganz und gar richtig. Selbstverständlich ist ja, daß man beim Besuch einer Ausstellung viel Neues findet- wäre dem nicht so, würde .ja Niemand kommen und daß ganze Unternehmen wäre zwecklos. Aber alle diese Neuheiten find entweder schon im Handel oder kommen gleich in den Handel und find also Überall zu beziehen, und Wiederverkäufer erhalten vom Fabrikanten allenthalben die entsprechenden Preise. Dann ist man aber auf einer Reise, namentlich im Anfang, wenn das Amüsement noch groß ist, und die Strapazen noch gering find, weit mehr zur Nachficht aufgelegt und leichter zum flotten Einkauf geneigt, wie zu Hause, wo man vor bekannten Geschäftsleuten kein Blatt vor den Mund nimmt. Alles da« fällt in der Fremde zumeist fort, dazu auch da« leidige Feilschen, da« für viele Deutsche mit dem Einkäufen zu Hause untrennbar verbunden ist. Zuletzt ist aber noch im Auge zu behalten, daß man zu Hause fich gar nicht die Mühe gab, so recht nachzusehen, wa» eigentlich Alles da ist. So bewundert man vielfach auswärts das Neueste und hat keine Ahnung, daß man dasselbe auch daheim, nicht theurer, haben kann. ES ist eine liebe Gewohnheit, Familienangehörigen und guten Freunden von einer Reise eine Kleinigkeit mitzubringen und fern sei eS, diesem netten Gebrauch ein Ende machen zu wollen; denn das Schönste von einer Reise ist doch immer die Rückkehr nach Hause und eine frohe Ueberraschuug für liebe Angehörige. Dagegen also kein Wort, nut gegen daS umfangreiche Einkäufen, das man zu Hause viel besonnener nach reiflicher Ueberlegung besorgt, sollen diese Zeilen fich richten. Man kauft tn der That doch so Manches, was schließlich dem Zwecke nicht so ganz entspricht, und die schein» baren Bortheile eines solchen Reise-Einkaufe», vorausgesetzt daß fie Überhaupt vorhanden waren, gehen damit wieder verloren. Der Ruhm aber, außwärtß gekauft zu haben und nicht daheim, kann kein solches Hochgefühl erwecken, daß man darüber die heimathliche Geschäftswelt vernachläsfigt. Mögen diese Zeilen vom verehrten Publikum so freundlich ausgenommen werden, wie fie geboten werden. — sie wagt sich eben nicht in die Höhle des Löwen. Wie Sie wissen, existirt in Paris eine revolutionäre Partei, die Rothen, die sich selbst die Commune nennen und während der Belagerung wiederholt vergebliche Versuche gemacht haben, die „Regierung der nationalen Vertheidigung" zu stürzen. Den ersten Erfolg haben sie am 26. Februar erzielt, indem die revolutionären Nationalgarden 27 Kanonen, angeblich um sie nicht in die Hände der Preußen fallen zu lassen, kaltlächelnd in den Artilleriedepots mit Beschlag belegten und nach der Arbeiteivorstadt St. Antoine brachten. Das Beispiel wirkte und so haben sich denn am 6. März die Bataillone vom Montmartre gleichfalls 40 Kanonen und 6 Mitrailleusen geholt und heute stehen bereits 417 Kanonen hinter starken Barikaden und gut bewacht in den Straßen der hochgelegenen östlichen Arbeitervorstädte. Unter Führung von Flourens hat sich ein „Centralcomite der Nationalgarde" gebildet, welches das Heft derart in der Hand hat, daß es unter jubelnder Zustimmung der Bevölkerung der revolutionären Stadtviertel die Regierung in Versailles erklären konnte, jedem Versuch der Entwaffnung oder der Reorganisation der Nationalgarde mit den Waffen in der Hand entgegen zu treten. Das kann sich die Regierung natürlich nicht gefallen lassen und so wird es ohne Zweifel zum Kampf, zum Bürgerkrieg kommen, was sicherlich nicht dazu beitragen wird, den definitiven Friedensschluß zu beschleunigen. Sie sehen also, mein verehrter Herr von Cohausen, Sie werden Ihrer Sehnsucht nach dem goldenen Mainz und ihrer holden Braut noch eine Zeit lang Fesseln anlegen müssen." „Das wäre aber zu niederträchtig, wenn Sie Recht hätten, Herr Oberstabsarzt, und wir uns wegen der rothen Gesellschaft noch Wochen- vielleicht monatelang hier herum drücken müßten," brummte ärgerlich der Regimentsadjutant. „Na," meinte der Major, „wenn efl wirklich zwischen der Regierung und den Rothen zum Klappen kommt, dann wollen wir nur hoffen, daß die letzteren uns Grund geben, auch ein Wörtchen mit hinein zu reden. Wir wollten schon schleunigst Frieden stiften." „Sie können sich aber darauf verlassen, Herr Major, daß die Herren vom CentralcomitL auf das Sorgfältigste Alles vermeiden werden, was uns auch nur die allergeringste Veranlassung zu einem Einschreiten geben könnte. Sie wissen sehr genau, daß wir von den von uns besetzten Forts der Ostfront aus dem ganzen tollen Spuk ein furchtbar rasches Gnbe bereiten können und sie werden sich daher peinlich hüten, mit uns in Differenzen zu gerathen. Nein, nein, wir werden uns über ihre Friedensliebe und über ihr Entgegenkommen nicht zu beklagen haben. Der Versailler Regierung werden sie allerdings eine harte Nuß zu knacken aufgeben und ich neige mich entschieden der Ansicht zu, daß sie einen Angriff öon dieser Seite gar nicht abwarten, sondern vielmehr ihrerseits einen solchen unternehmen werden, um die National - Versammlung entweder zu sprengen, oder in ihre Hände zu bekommen. Hoffentlich gelingt ihnen das nicht, denn sonst wäre es um unsere Aussichten auf baldigen Frieden und Rückmarsch noch schlechter bestellt, als ohne dies." „An einen Angriff auf Versailles glaube ich nicht," warf der Major dazwischen. „Dabei könnte sich die rothe Gesellschaft doch recht blutige Köpfe holen, denn die Regierung ist im Besitz der Forts und unserer Schanzen und Erdwerke, an denen noch am 19. Januar der große Ausfall gescheitert ist." „Die Erdwerke haben die Versailler allerdings, aber keine Geschütze und keine Leute, um sie zu besetzen und zu halten. Jndeß — wir wollen im eigenen Interesse das Beste hoffen!" „Allerdings, und außerdem haben wir Wichtigeres zu thun, als uns über derartige Möglichkeiten die Köpfe zu zerbrechen." Das Wichtigste waren augenblicklich die Vorbereitungen für den 22., und da bei dieser Gelegenheit bei uns, am Sitz des Regimentscommandeurs, ein großes Festmahl das gesammte Offizierscorps des Regiments vereinigen sollte, so wurde am 20. W. Hvrissier, der Wirth des „Agneau noir“, von uns nach Paris entsandt, um dort die nöthigen Einkäufe zu machen. Leider aber machten uns die Ereigniffe einen unangenehmen Strich durch die Rechnung, denn am 18. war der vom Doctor prophezeite Bürgerkrieg tatsächlich zum Ausbruch gekommen. Die Revolutionäre hatten an diesem Tage die Regierungstruppen gänzlich aus der Hauptstadt verdrängt und zwei ge- fangen genommene Generäle Lecomte und Thomas erschossen. Die ganze Stadt befand sich nun in ihren Händen, und an sämmtlichcn Thoren wurde sofort die strengste Controlle über alle Ein- und Auspassierenden eingerichtet, unter welcher denn auch unser W. Herissier zu leiden hatte. Als derselbe nämlich am Morgen des 21. mit seinem Wagen voll guter Sachen Paris wieder verlassen wollte, hatte ihn die Thorwache nicht passieren lassen, ungeachtet aller Protestationen. Erst gegen Abend war der Wirth auf den Gedanken gekommen, zu erklären, daß die Vorräthe für preußische Officiere bestimmt seien, und nun hatte sich herausgestellt, wie richtig der Oberstabsarzt die Rothen beurtheilt hatte. Von dem Wachthabenden wurde der Vorfall nach dem Hotel de ville, dem Hauptquartier der Commune berichtet, und noch in der Nacht war der Hotelier im Besitz eines von Flourens*) eigenhändig unter» *) Flourens, einer der hervorragendsten Führer der rothen Revolutwn der am 31. October 1870 im belagerten Paris den ersten vergeblichen Versuch zur Einsetzung der Commune gemacht, hatte bis zum 22. Januar 1871 im Gesängniß Mazas gesessen und wurde an diesem Tage bei einem zweiten blutig niedergeschlagenen Versuch von seinen Anhängern wieder befreit. Während der Herrschaft der Commune beobachtete er den deutschen Militärbehörden gegenüber das größte Zuvorkommen und verstand es, die Revolutionäre von jedem Uebergriff gegen die Deutschen abzuhalten. Daß er gelegentlich der Einweihung deS Kaiser WUhelm-Kanals einer der Hauptschreier in der franzöfiischen Kammer gegen Deutschland und die Betheiligung der französischen Flotte an den Kieler Festlichkeiten war, wirft em characteriftisches Licht auf die Vaterlandsliebe dieses „Patrioten". zeichneten Passierscheines, so daß er mit dem - nadjftcn Morgen ungehindert mit seiner Dammartin abfahren konnte. Uns allerdings nutzte das nichts mehr, den« - langte erst spät am Nachmittag wieder bei uns . 97 unier aus Büchsenfleisch u. s. w. improvisierte?-'^ langst vorüber war. Am nächsten Morgen aber n 7' Eder nach dem Fortrahon ab, da eine engere der Truppen befohlen war, weil die Reoolutio^.^ 20. mittelst eines Handstreiches in den Besin her - "" Südfront gesetzt hatten. Die enge (Soncentrano^ ‘ inbefj nicht lange, denn die Commune hatte die Präliminarien mit Deutschland anerkannt, und 2. und 3. April ihre beiden Angriffe auf Vers«Li ' geschlagen wurden, und der Aufstand auf diese w localtfirt war, konnten wir wieder bequemere llaw ' in der Gegend von Lagny beziehen. Und hier q-TT1 Eber flott an's Exercieren im Detail, in (Somali * inv Bataillon, bie «ompagnievorstellungen wurden X Feldbtenst würbe grübt u. s. w. Sechs Wochen iZ*4 wir uns der friedlichen Garnisonthätigkeit hin mh , dumpfe Rollen deS Geschützdonners vorn rocft'lnbni herüber erinnerte unS daran, daß die Zeil bei - obgleich derselbe am 10. Mai zu Frankfurt a abgeschlossen worden, für unS doch noch nicht beran,/^ war, sondern daß sich auf jener Seite der froniöfiiZ^ stadl der letzte Act eines blutigen Bürgerkriegs ad -' auch uns in Mitleidenschaft zu ziehen drohte. (^OTiirgunQ folgt.) Ohne Bleiche Wettermanns r 8Mfd>e 8aOgt«.e$lr sucht. Näheres bei liedr. Scheel, Giessen 5807] Ein tüchtiger, t»»«' lässiger, verheiratheter fre kutscher, welcher bereits Stellung bekleidet unb gm Zeugnisse aufzuweifen hu (tzieffen und weiterer Uurßtge« bekannt ist, wird zum sofort,ze> Eintritt gesucht. Wo. M r Expedition diese» Blattes. Kaffavorrath und rück« ständige Forderungen 105033.05 Mk. 582309 81 Mitgliederbestand Ende Zugang in 1895 . . Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die der Wilhelm Ztzillmann «ittwe in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 1 Nr. 1108 - 69 qm bei der Kirche öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 12. Juni 1896 Großh Ortsgericht Gießen. I. A.. Vogt. Hungen, den 24. Juni 1896. Der Vorstand der Spar- und Leihkaffe Hungen Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. - ionr? Klös. Rr. Schmidt. «ast. 5874 Hängen, bcn 25‘ 3uni 1896- ---Großh. Amtsgericht. 5880 Nicht nur im Winter, sondern ebensowohl “ZT7 t :------ ju 3®tmmür lf* ‘8 n6t6*6' f£ln Schuhm-rk non Seit Mklhksßschk Elsklldahnell. r., M WS toqdtit Ml'1" TUu Msts ecttii, 27. Im LUftrüllUß na^n lotifteittn ”n eerltii 26- jv MiW derlO.o taj ftan. Äl» Ehl , v-etticher, Seheii inner waren an® Id Betwer Mag'st Arbeiter ui». ®01 niinet. sie S'tzur gab datiUtberblicf gcnofjcni^aftenieitbe ttnt* *” Utlb bei"«,