reinen^ Ustralien ’hlkn MrA “ nach sen, » 'ilhelm Acker, Bem i- und Pati iiegelmarkt rilligen Preisen die ei (Pietsch & Sc-' tobst"» - ccd WeturtuUüear, U** tS 4000 Metern mit Untiefen gegen Spitzbergen. XUudjte Rcreh^rchte«» SolffS telegrewhifcheS Korrespondenz» Bure«L, Berlin, 24. August. Zu der Verfügung des Staats» fefinnars deS MartueamteS, wonach bei der Einstellung v it: Cade tten Abiturienten nicht mehr vor allen anderen rcimziren, hört die „Nordd. Allg. Ztg.", daß die bisherige AÄuiduung zu dem steigenden Audrange von Abiturienten beiilttidg, während die Marine es vorziehr, Aspiranten so jung znp tri)alten, als die nothwendige Vorbildung und die Reife füsinLriima nur irgend zuläßt. Es kann daher nur abgerathen tontnlin, den Eintritt in die Marine als Cadett bis nach Er- laiiijmk des Retfezeugntffes aufzuschieben. Berlin, 24. August. Das heute zur Ausgabe gelangte MeÄSgesetzblatt enthält daS bürgerliche Gesetzbuch vom l!L8...Luigust 1896 nebst Einführungsgesetz. 8 erltn, 24. August. Der „Reichsanzeiger" schreibt: TLei Saatenstand deS Deutschen Reichs von Mitte August ist! nie folgt: Winterweizen 2,4, Sommerweizen 2,6, Winter- fptflj 2ti8, Sowmerspelz 2,3, Winterroggen 2,5, Sommer» ra'Mn 2,8, Sommergerste 2,8, Hafer 2,7, Kartoffeln 2,6, KIÄ auch Luzerne 2,8, Wiesen 2,3, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 $ nutet bedeutet. Machen, 24. August. SaatenstandSbericht für da«Königreich Bayern pro Mitte August: Winterweizen 2,16, SÄMerrweizen 2,15, Winterroggen 2,22, Sommerroggen 2,57, SÄ'vmergerste 2,50, Hafer 2,28, Kartoffeln 2,24, Klee 1,97, Wiesen 1,89, Hopfen 2,25. 1 bedeutet sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering. Karlsruhe, 24. August. Der Kaiser kommt, wie daS „Badener Tageblatt" aus zuverlässiger Quelle erfährt, zu der Geburtstagsfeier deS Großherzogs nicht nach Karlsruhe, dagegen wird der Kaiser, wenn möglich, einem Manövertage deS badischen Armeecorps beiwohnen und diese Gelegenheit benützen, seine Glückwünsche dem Großherzog persönlich auszusprechen. Ebensowenig wie die Gegenwart des Kaisers ist die Anwesenheit anderer BundeSsürsten oder von Prinzen anS souveränen Häusern bet den Karlsruher Festen zu erwarten. Der Großherzog wird den für ihn und sein Land so bedeutungsvollen Festtag lediglich in Gemeinschaft mit seinem badischen Volke feiern. Straßburg, 24. August. In Hönheim bei Straßburg kam eS gestern Abend zu einer schweren Schlägerei zwischen Soldaten und Civiltsten, wobei die Soldaten von dem Seitengewehr Gebrauch machten. Bier Civiltsten wurden schwer, eine Anzahl weiterer Civiltsten leicht verletzt- auch ein Soldat trug schwere Verwundungen davon. Erft nachdem die Feuerwehr requirirt worden war, gelang eS, die Ruhe wieder herzuftellen. Ischl, 24. August. Der österreichische Kaiser ist AbendS nach Wien abgereist. Rom, 24. August. Der „Jtalie" zufolge wurde heute im Vatikan die Ankunft einer Depesche auS Djtbuti mit- getheilt, wonach Meneltk aus Ehrerbietung gegen den Papst eine bestimmte Zahl der Gefangenen freilasse. Madrid, 23. August. In ganz Spanien find VorsichtS- maßregeln getroffen worden, um die Verbreitung anarchistischer Maueranschläge zu verhindern. In Barcelona nahm die Polizei in einer anarchistischen Druckerei eine Haussuchung vor und verhaftete zwei Personen. In Valencia versuchten Gruppen von Frauen gestern gegen die Truppeusendungen nach Cuba eine Kundgebung zu veranstalten. Die Gendarmerie und Cavallerie zerstreute die Menge und verhaftete fünf Personen. Andere Personen folgten den Festgenommenen und bewarfen die Polizeimannschaften mit Steinen. — In Bunol wurden 14 Republikaner verhaftet. Loudon, 24. August. Prinz Max von Sachsen hielt gestern die erste Predigt in der deutschen BonifaciuS- kirche, welche überfüllt war. Er empfing Nachmittags eine Deputation deutscher Vertreter, zu denen er sich ausließ, er sei nicht als Prinz sondern als einfacher Priester nach.London gekommen. Zum Schluß brachte er ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus. Petersburg, 24. August. In Kraßnoje Szelo fand heute in Gegenwart des KaiserpaarS, sämmtlicher Großfürsten und Großfürstinnen eine große Truppenschau statt. In Linie standen 64 Bataillone, 41 EscadronS, 13 Sotnten Cosaken und 5 Bataillone Artillerie mit 200 Kanonen. Der Kaiser war zu Pferde und die Kaiserin saß mit der Großfürstin Maria Pawlowna im Wagen. Nach der Truppenschau beglückwünschte der Kaiser die FähndrichS-Cadetten, die zu Offizieren befördert wurden. Darauf nahm das Kaiser- paar ein Frühstück ein und begab sich alsdann nach Peterhof. Konstautiuopel, 22. August. (Reutermeldung.) Gestern traten fämmtliche Botschafter, nachdem fie Instructionen ihrer Regierungen erhalten hatten, in der deutschen Botschaft zusammen. Der deutsche Botschafter, Freiherr von Saurma-Jeltsch, machte den übrigen Botschaftern Mittheilung von dem Inhalt der Bemerkungen, die der Sultan in der ihm am Freitag gewährten Audienz geäußert hatte, insbesondere von Lessen persönlichen Haltung in Bezug auf Creta. In türkischen Kreisen wird befürchtet, die Cretenser könnten die neuen Reformpläne wegen mangelnder Garantien für deren Durchführung ablehnen. Heute Vormittag versammelten sich die Botschafter abermals in der österreichisch- ungarischen Botschaft. Man glaubt, daß ein neuer Schritt bei der Pforte bevorftehe. Lwttch«« fort „Hersw" Berlin, 24. August. Gegenüber den in der Preffe in letzter Zett wiederholt geäußerten Zweifeln über die Durchführung der tu Aussicht gestellten Reform deS Militär- strafprozesfes ist der „Reichsanzeiger" zu der Mit» thetlung ermächtigt, daß eS die Willensmeinung deS Kaisers ist, dem BundeSrathe wegen der Militär-Strafprozeßordnung im Herbst dieses Jahres eine zu entwerfende Vorlage zu» gehen zu laffen, welche der von dem Reichskanzler am 18. Mai dsS. IS. im Reichstage abgegebenen Erklärung entspricht. Berlin, 24. August. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht I Berlin die Posener Polizeibehörde aufgefordert, daS bekannte polnische Lied „Noch ist Polen nicht verloren" zu beschlagnahmen, weil das- selbe die Aufforderung an die polnische Bevölkerung zur Anwendung von Waffen behufs Wiederherstellung eines selbstständigen polnischen Reiches enthält. Berlin, 24. August. Bei der heutigen Vormittags- Ziehung der Berliner Gewerbe-AuSstellungS- Lotterie fiel der erste Hauptgewinn im Werthe von 25 000 Mk. auf die Nummer 115 037. Weitere Hauptgewinne fielen auf die Nummern 95 590 (10. Gewinn im Wertbe von 1000 Mk.) und 179 317 (5. Gewinn im Werthe von 2000 Mk.). Vorsichtshalber hatte mau dieses Mal die ziehenden Waisenknaben mit feftgeschlossenen sogenannten Schreibärmeln bekleidet, so daß jedes Verirren einer Nummer- rolle in ihre Rockaufschläge absolut auSgeschloffen sein dürfte. Frankfurt a. M., 24. August. Die „Frankfurter Ztg." meldet aus St. Gallen: DaS Kranken-Versiche- rungS-Gesetz ist vom Volke mit 25,820 gegen 9466 Stimmen verworfen worden. Dortmund, 24. August. Die 4 3. General-Versammlung der Katholkeu Deutschlands wurde heute durch feierliches Ponttficalamt in der Propstkirche eröffnet. Großes Aufsehen erregte die Zahl der farbentragenden Studenten Verbindungen in Zweispännern. Der Andrang ist ein gewaltiger, so daß sich die Säle zu klein erwiesen. Zu der Versammlung sind viele.tausend Theilnehmer, darunter fast alle Ceutrumsab^eordueten, eingetroffen. Heute Abend spricht unter Anderen Abgeordneter Dr. Bachem über die Paritätsfrage. Dortmund, 24. August. Gleichzeitig mit der gestern stattgehabten offiziellen Begrüßungsfeier des diesjährigen deutschen Katholikentages tagte eine von etwa tausend Personen besuchte polnische Versammlung, in welcher ein Thetl der Versammelten versuchte, politisch-religiöse Streitigkeiten auszutauschen. Diese gingen dabei so weit, einen FranziSkaner-Pater, welcher zum Frieden mahnte, zu verhöhnen, so daß dieser, um weiteren unliebsamen Sceneu vorzubeugen, die Rednertribüne verlassen mußte. ES entstand ein großer Lärm, worauf der die Versammlung überwachende Polizeibeamte mit der Auflösung der Versammlung drohte. Der Polentag, welcher eigentlich für Rheinland und Westfalen berufen war, schloß mit der Annahme einer Ergeben- heitSadresse an den Bischof von Paderborn und mit einer Resolution an den deutschen Katholikentag, worin um Wahrnehmung und Förderung der Interessen der Polen in Deutschland gebeten wird. Gleichzeitig wurde ganz entschieden der Unterricht in polnischer Sprache gefordert. Die Versammlung war von langer Hand vorbereitet. Aus Posen waren Redner eigens zu dieser Versammlung nach Dortmund gereist, während in der breiten Oeffentlichkeit von der beab- fichtigten polnischen Tagung in Dortmund nichts bekannt war. Heidelberg, 24. August. Der heute Hierselbst statt» gefundene zahlreich besuchte südwestdeutsche Handwerkertag nahm mit allen gegen 6 Stimmen eine Resolution an, welche besagt, der VerbandStag stimmt prtnctptell dem preußischen Handwerks - Gesetzentwurf unter Dank- auSdruck als Zeichen wohlwollender Abficht und ernstlichen Willens, das Handwerk zu schützen, zu. Klagenfurt, 24. August. Seit gestern geht auf den Karawanken im Kaisergebirge heftiger Schneefall nieder. Brünn, 24. August. Bei Sokolnitz ist ein Güterzug in die Tiefe gestürzt und zwar infolge Dammrutschung. Sechs Waggons wurden zertrümmert- ein Bremser erlitt schwere Verletzungen. Jassy, 24. August. Der rumänische Schlepper „Elisabeth" wurde bei Clarasch vom österreichischen Dampfer „Ferdinand Max" in den Grund gebohrt. Der Eigen- thümer der „Elisabeth" und einige Zollbeamte haben dabei ihr Leben verloren. Berlin, 25. August. Die gestrige Erklärung im „Reichsanzeiger" über die Militär-Strafproeeß-Reform wird in den Blättern mit großer Befriedigung ausgenommen. Berlin, 25. August. DaS übliche Adler-Schieße» de- Offiziercorps des 1. Garde-RegimentS fand gestern in Anwesenheit deS Kaiserpaares bei Potsdam statt. Berlin, 25. August. Nach einer Blättermeldung hat fich ReichStagSabgeordneter Dr. Barth nach den Vereinigten Staaten begeben, um daselbst die Entwickelung des Kampfes um die freie Silberprägung an Ort und Stelle zu verfolgen. Berlin, 25. August. Den preußischen Landtag wird voraussichtlich in der nächsten Tagung auch eine Novelle zum Handelskammergesetz beschäftigen. Dortmund, 25. August. (Katholikentag.) Reichs- -tagSabgeordveter Gröber leitete die öffentliche General- Versammlung mit einer längeren Rede über den Geist und die Zwecke der Katholiken-Bersammlungeu ein und betonte nachhaltig den Patriotismus der Katholiken Deutschlands. Nachdem Wethbischof Sim ar auS Paderborn den Segen gespendet, sprach als erster Redner Kapuzinerpater Cyprian aus München über christliche Charitas. Athen, 25. August. Die „Akropolis" meldet aus Triccala, das Corps Brouphas, des Hauptführers der Aufständischen in Makedonien, wurde von türkischen Truppen bis auf den letzten Mann niedergemacht. WB München, 25. August. Der Profeffor der Ana> tomie an der hiesigen Universität, Dr. Rüding er, ist in der letzten Nacht in Tutzing gestorben. Cocotes nnd pirwinstetUs» Gießen, den 25. August. Großh. Gymnasium. Se. Kgl. Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigft geruht, am 22. August dem Lehrer an dem Gymnasium zu Gießen, Ernst Kutsch, den Character als „Profeffor" zu ertheilen. * * Auszeichnung. Seine Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, zum 24. August dem Bürgermeister Christoph Schiffmann LEI. in Hohen-Sülzen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen. * * Kirchliche Dienstnachrichteu. Seine Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, den Pfarrcuraten Johann Peter AmboS in Butzbach mit Wirkung vom 1. October 1896 an zum katholischen Anstaltsgeistlichen an der Zellenstrafanstalt Butzbach zu ernennen. * * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Queckborn, KreiS Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten« und Lectorcndienft verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde« schule zu Landenhausen, Kreis Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle kann Organiften- dtenft verbunden werden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Heimertshausen, Kreis Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Ober-Mörlen, Kr Friedberg, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1500 Mk. Mit der Stelle kann Organisten« dienst verbunden werden. Desgleichen eine mit einer kathol. Lehrerin zu besetzende Lehrerianenftelle an derselben Schule mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Die betreffende Lehrerin hat auch den Unterricht in den weiblichen Handarbeiten zu Übernehmen. • • Vefitzwechsel. Herr Ökonom Heinrich Einhäuser verkaufte an den Landwirth Adam Uhl sein an der Ebelstraße belegenes Befitzthum, bestehend aus einer Hofraithe mit Stallungen und einem im vergangenen Jahre erbauten Wohnhaus nebst 12 Morgen Ackerland, sowie alles lebende und tobte Inventar, zur Oeconomte gehörig, für den Gesammt- preis von 44,000 Mark. Hierbei find die Gebäulichkeiten resp. das bebaute Gelände mit 32,000 Mark in Rechnung gezogen. Das noch übrige Baugelände an der Ebelstraße hat Heinrich Einhäuser an den Dachdeckermeister Heinrich Carle mit 7 Mark pro Quadrat-Meter veräußert, während er für Bauland cm der Liebigftraße pro Quadrat-Meter 8 Mark zahlte und solches dort kaufte, um für sich ein Wohn« hauS zu errichten. * * Unter dem Verdacht, seinem ehemaligen Dienstherrn, dem Fuhrmann GregoriuS, innerhalb 14 Tagen zwei Pferde vergiftet zu haben, ist gestern der Dienstknecht Weigel festgenommen worden. Als dem GregoriuS gestern das zweite Pferd innerhalb 14 Tagen fiel, welches am Sonntag Abend schon traurig den Kopf hing, schöpfte der Mann Verdacht, daß dem Thiere von ruchloser Hand etwas angethan und ließ daS Pferd secieren. Der Befund ergab Tod durch Vergiftung. Da Weigel, der im Unfrieden s. Zt. auS dem Dienst geschieden war, gedroht hatte, sein Dienstherr werde eines Morgens seine Pferde verreckt im Stalle finden und da weiter Weigel am letzen Sonntag Nachmittag in Abwesenheit des GregoriuS im Stalle gewesen, lenkte fich sofort der Verdacht der Thäterschaft auf diesen, dem man auch allgemein eine solche That zutraut. * ♦ Der Mittelrheiu TurukreiS umfaßt nach dem jetzt erschienenen Jahresbericht 17 Gaue, 566 Vereine in 492 Orten und 53,985 Mitglieder, darunter saft 33,000 Turner und Zöglinge. * * Eröffnung der Hühnerjagd. Mit dem gestrigen Tage ist für die Provinz Oberheffeu die Hühnerjagd offen, und so knallte eS denn schon in aller Frühe in den Jagd« gefilden unserer Umgebung. DaS Ergebniß soll über Erwarten ein sehr gutes sein. * • Wichtig für Vierverleger. Es ist vielfach üblich, daß die Bierverleger beim Abziehen und Absetzen deS Bieres keine Rücksicht nehmen auf Herkunft der Flaschen, in welchen sie das Bier feilbieten. Wenn nun in die Flaschen die Marke einer bestimmten Brauerei gepreßt ist, und anderes Bier in der Flasche verkauft wird, so liegt darin eine Zuwiderhandlung gegen daS Gesetz zum Schutz der Maaren- bezetchnungen vom 12. Mai 1894. Bei dem Altonaer Landgericht ist zur Zeit auf Antrag der geschädigten Brauereien ein Strafverfahren gegen verschiedene Bierverlcger anhängig. Der erste Fall dieser Art kam dieser Tage vor der Ferienkammer zur Verhandlung und endigte mit einer Verurtheilung des angeklagten Flaschenbierhändlers zu einer Geldstrafe von 150 Mk. und zur Publikation des UrtheilS in drei Blättern. *♦ Was hat mau mit unbestellte« Maaren zu thun? Für alle Diejenigen, welche durch unerbetene Zusendung von Maaren belästigt werden, ist folgender Fall von Interesse: Ein Kaufmann machte einem Geschäft in einer anderen Stadt ein Angebot von Maaren mit dem Bemerken, daß die Waare abgeschickt würde, wenn nicht in acht Tagen eine ablehnende Antwort etngiug. Der Adreffat ließ die Postkarte unbeantwortet und erhielt dann wirklich daS Packet unter Nachnahme. Als die Einlösung verweigert wurde, drohte der Absender mit seinem Rechtsanwalt und bemerkte, daß erhebliche Kosten entstehen würden. Diese Mahnung wurde der Staatsanwaltschaft angezeigt und diese erhob Klage wegen Erpressung. DaS Gericht verurtheilte den Kaufmann zu 10 Tagen Gefängntß. Das Reichsgericht hat die Revision deS Verurtheilten verworfen. △ Ruppertenrod, 24. August. In nicht geringe Angst und großen Schrecken wurde in voriger Woche ein hiesiger junger Bursche versetzt, der im Morgengrauen zur nahen Eisenfteinwäsche bei Ilsdorf wollte. Sein Weg führte ihn an dem in nächster Nähe gelegenen Walde „Buchscheer" vorbei. AuS einer dichten Schonung dieses Waldes vernahm der Bursche ein auffallendes Geräusch; er warf mit einem Stein nach der Stelle. Da, o Schrecken, kommt ein ihm völlig unbekanntes Thier heraus mit krummem Rücken, borstev- arrigen Haaren, spitzem, weißem Kopfe, von HundSgröße. Boll Grausen flieht der Bursche querfeldein durch daS Getreide und kommt erschöpft und leichenblaß auf seiner Arbeitsstätte an. Nach seiner Ansicht hat daS fremde Thier das Aussehen einer — Hyäne gehabt. Die Fama hat schnell das Vorkommen einer Hyäne int genannten Walde weiter gesponnen- sie soll einer Menagerie entflohen, von anderen Leuten, wie Weidehirten, auch bereits bemerkt worden sein u. a. Nach unserer Ansicht ist das Thier, welches dem Burschen so großen Schrecken einjagte, nichts anders gewesen, als ein Dachs. n. Stade«, 23. August. Eine in allen Theilen wohlgelungene, erhebende Feier wurde heute hier abgehalten. Die von der Gemeinde in hochherziger Weise zum Andenken an die Theilnehmer des letzten Krieges gestiftete Tafel wurde nämlich eingeweiht. Dieselbe besteht aus polirtem Granit, mißt 110 : 90 Ctm. und wurde im Glockenthurm der hiesigen Kirche über der EingangSthür zum Schiff befestigt. Sie trägt die Widmung: Gedenktafel von der Gemeinde Staden ihren am deutsch-französischen Krieg 1870/71 betheiligten Söhnen in dankbarer Erinnerung gewidmet. Unter derselben stehen links unter einem Eichenzweig die sieben Namen der glücklich Wiedergekehrten und rechts unter einem Palmzweig die der drei Gefallenen. Darunter stehen die Worte: „Gestiftet im Jahre 1896." Die weitere Feier bestand in Kirchenparade des Kriegervereins, Festpredigt, Festzug der Schulkinder, Krieger, Orts- und Ktrchenvorstand und Nachfeier in der Curth'schen Wirthschaft. n. Staden, 24. August. Von hier ist schon wieder ein durch einen Sturz verursachter Unglücksfall zu melden. Eine Frau war auf dem Boden über dem Stall beschäftigt, als plötzlich unter ihren Füßen ein Bodengefach brach, wodurch sie in die Tiefe stürzte. Sie konnte sich noch bis ins Zimmer schleppen, wo sie aber die Kräfte verließen. Wenn auch nicht für daß Leben zu fürchten ist, wird die Frau immerhin an den Folgen des Sturzes längere Zeit zu leiden haben, denn sie klagt fortwährend Über die heftigsten Schmerzen im Rücken. — Es ist daS nicht der erste Unfall, der auf diese Weise entstand. Man denkt beim Stallbau zu wenig daran, wie rasch ote Stickhölzer zwischen den Balken in Folge des Schwammes verfaulen müffen. Man sollte einen so her- geftellren Siallboden immer bleien. Bester freilich ist eS, wenn man statt der Balken eiserne Schienen legt und den Raum zwischen diesen mit guten Backsteinen auswölbt. Darmstadt, 24. August. Dem Vernehmen nach wird daS Großherzogliche Hoflager während der im nächsten Monat in Rheinhessen stattfindenden Mavöoer der Großh. Division auf etwa 10 Tage nach Mainz verlegt. Offenbach, 24 August. Im heutigen amtlich festgeftellten Termin für die Versteigerung der Kaiser Friedrich- Quelle gab Baron von Kramm in London ein Gebot von 400,000 Mark ab. Taxirt war die ganze Liegenschaft auf 431,000 Mark. Zu dem Kaufpreis ist noch die Zustimmung des GläubigerauSfchuffes erforderlich. Worms, 22. August. Ein Bauersmann aus dem benachbarten Lampertheim scheint ein großer Gegner deS Telephons zu sein. Vor seinem Hause befindet sich eine Leitungsstange für daS Telephon einer Cigarrenfabrik in Lampertheim; diese Stange hieb der Bauersmann wiederholt um, so daß die Leitung natürlich stets gestört war. In der letzten Sitzung des Schöffengerichts wurde unser Bäuerlein wegen dieser Thaten zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt. Budenheim, 20. August. Kürzlich ereignete fich in der Röder'schen Oelfabrik ein schwerer Unglücksfall, bei dem der Arbeiter Jacob Röhrig von hier sein Leben einbüßte. Ein aufgestapelter Stoß Palmkuchen, in Säcken verpackt, stürzte zusammen und begrub den Armen. Röhrig konnte nur noch als Leiche hervorgeholt werden. Mainz, 24. August. Wie das „Mainzer Journal" meldet, brannte am SamStag Abend in Gundheim bei Worms die katholische Kirche nieder. ES stehen nur noch die UmfaffungSmauern und auch diese find stark beschädigt. Dieser Kirchenbrand war durch ein in der Nähe der Kirche entstandenes Feuer verursacht. Der heftige Nordweftwind trieb die Funken in die Räume deS KirchthurmeS und in wenigen Minuten stand auch die Kirche in Flammen. DaS Sanctifflmum und die Caramente konnten gerettet werden. Ans Rheinheffen. 24. August. In Framersheim hat ein ungeübter Fuhrmann ein schreckliches Unglück angerichtet- der 16jährige Roffeleuker fuhr in einen Haufen Kinder hinein, wodurch einem kleinen Mädchen der Kopf zerquetscht wurde und das Kind alsbald verstarb. Ein anderes Kind erlitt innere Verletzungen und Schenkelbruch und ein Bibritm bt @trk kn Mtn« Ri KNAavsro s| !- »tuen lassen 11 prsktzwäßigtr sie nicht drittes erhielt eine schwere Verletzung des einen Fuße«. _J In Gundheim brach bei einem Landwirth Feuer oü? DaS Feuer sprang aus die Kirche über und zerstörte die,/ Alzey, 20. August. Gestern Morgen war baß Leibrmer in der Nähe der Albiger Chauffee mir Dem machen von Frucht beschäftigt, als gegen Mittag die von einem Schuß getroffen plötzlich niederfi-l. Frau wurde durch Schrotkörner an Schulter, Arm und verletzt. Sofort wurde ärztliche Hülfe requirirr die Verunglückte nach Hause verbracht, wo eß dem s handelnden Arzt gelang, ca. 17 Schrotkörner aus Körper zu entfernen. Daß Unglück soll, wie erzählt dadurch entstanden sein, daß in nnmittelbarer Nähe fcj Arbeitsplatzes eine Kette Hühner ausflog und der jedenfalls im vollen Jagdeifer den unvorsichtigen 6M abgab. Der Schütze ist von RüdeSheim und hat ietlr Beistand geleistet. vermischtes. • Frankfurt a. M., 24. August. Der Commis Lohrum fuhr gestern Nachmittag mit einem fogenanm: Grönländer-Boot auf dem Main. In der Nähe der Brücke fuhr er gegen ein Fahrwafferzeichen und fiel Waffer. Dem Schiffer Jacob WürgtS gelang cß nach kar^ Zeit, den Körper auS dem Fluß zu ziehen, der Tod mr aber bereits eingetreten und die angeftellten Wiederbelebung versuche blieben ohne Erfolg. * Frankfurt a. M., 24. August. In der Klagesach; deS Hoteliers Stern gegen die Stadt ist bem 8c nehmen nach Termin auf bett 27. October anbeioim worben. Die eingeklagte Summe von 12,000 Mark schlich bie ganze Forberung des Hoteliers in fich ein und bilte nicht etwa nur einen Theil. Die Stadt soll nur gtneu: gewesen sein, die Hälfte der beanspruchten Summe a zahlen. Von der Forberung entfallen 2000 Mk. auf 8«. köftigung für das kaiserliche Gefolge u. s. w., die t* lichen 10,000 Mark auf Miethe und Miethentschädtzue, Diese beansprucht der Kläger auf Grund einer & einbarung, nach der ihm eine Schadloshaltung für jetzt: Tag der Inanspruchnahme des ersten Stockwerkes Id I Hotels wegen vorzunehmender baulicher und sonstiger Ht* rungen zugefichert worden sein soll. Die Stadt habe ta 24. März ab über die Räume verfügt, und es sei daher- da an eine andere Verwendung des betreffenden Stockwnl unmöglich gewesen. * Dortmund, 22. August. In vergangener Nacht,t hier wieder ein Mord pasfirt. Der Bergmann Müllrr rannte dem Bergmann Rudolf, mit dem er beim ©4n:n in Streit gerathen war, ein Messer in den Hals, so Rudolf an Verblutung starb. • Berlin, 24. August, lieber den Verkehr nach u- von der Berliner Gewerbe-Ausstellung in derZe r vorn 15. bis 21. August einschließlich ist Folgendes za te- richten: Es benutzten bie Eisenbahn nach Treptow 182000. zurück 215 000 Personen, bie Straßenbahnen, Cmmbui- Fuhrwerke rc. nach Treptow 124958, zurück 125218Persomv, bie Schiffe nach Treptow 8939, zurück 4677 Personen. 3» Hotels, Gasthöfen rc. wurden 21858 Personen beherbr«:. ♦ Gegen de« preußischen btaatsbahnfisknS wird bcmnäit vor bem Amtsgericht Erfurt eine Forderungsklage pf AuStrag kommen, bereu Object fünf Pfennige betdr- Die Zeitung „Deutschlanb" berichtet darüber: ES bchfi bie Tarifbestimmung, wonach biejenigen Personenfahrpnpt, die bei der Multiplikation der Einheitssätze mit den Hit- fernungSkilornetern einen Betrag zwischen 10 und 16 20 und 25 Pfg. und 30 und 35 Pfg. ergeben, nur auf b t nächste Fünferstelle, also auf resp. 1, 25 und 35 ffg- ab- gerundet werden sollen. Trotzdem werden für ein B'llrt vierter Klasse der Strecke Apolda«Weimar, ungeachtet aller Vorstellungen, nach roie vor 40 Pfg. erhoben, obwohl brr eigentliche Fahrpreis nur 2 x 152/5 — 30^ Pfg. betriy. Jrn Interesse der ärmeren Bevölkerung hat fich jetzt Einwohner Weimars die Bezahlung von 40 Pfg. beschei- lasten und wird die Klage durchführen. • Bom Harz. 22. August. In Thüringen und ganzen Harz haben die meisten Hotels so gut wie ft Besuch zu verzeichnen. Der Brocken liegt zeitweise» Schnee. In den höher belegenen Harzlandschaften mifiu die Hotels bereits heizen. Seit Wochen Regen und ßil“ und nur selten ein Sonnenblick. Die Witterung ist abosr» und bringt bem Lanbe großen Schaben. • Ein kleiner Roman, lieber ein Erlebniß, wie e- iook eigentlich nur in Büchern vorzukommen pflegt, wird Leipzig Mittheilung gemacht. Vor einiger Zeit entfernte fich ein Zögling einer bärtigen Unterrichtsanstalt, ohne vsa seinen Angehörigen vorher Abschieb genommen zu Haden, urt langte nach mancherlei Fährlichkeiten in der Schwerz a», wovon bie Familie Kenntniß erhielt. Die Schwester o jungen Mannes machte fich nunmehr auf den Weg, und zwrl nach Zürich, in welcher Stabt fich ihr Bruder ausholl^ sollte, um denselben wieder nach Hause zu bringen, e* logirte sich in einem dortigen Gasthause ein, von wo auf • die erforderlichen Schritte unternahm, um den Gesuchten t finden. Den Bruder fand fie nicht, wohl aber einen Cri» tigam. Der Besitzer des Gasthauses nämlich, ein 3^’ geselle, hatte Gefallen an der jungen Dame gefunden 0* trug ihr Herz und Hand an. Sie hatte nichts gegen einzuwenden nnd das Brautpaar war fertig. Als baß lein fich anschickte, wieder in die Heimath abzureisen, lie8 den HauSburschen rufen, um ihm ein Trinkgeld zu Wie erstaunte fie, als der junge Mensch sich als ihr lew* lieber Bruder entpuppte, der kürzlich in diesem Haust ' Stellung getreten war. Auch der Bräutigam war eintgt maßen verwundert darüber, in seinem HauSburschen den w' künftigen Schwager zu sehen, aber schließlich löste fm Situation in Wohlgefallen auf und — nächsten« f°n Hochzeit sein. Nillaa •itfl« SteQ JF »oeck, l'hfc »ö d-, 10 k» 4ieo,ti 1WW unnntttÜK •**Wkjere ich «r?6heiif 18 h SWv1 null 611 M*’1'’fi Jjöliattn * frien beiiE ’»*SÄ eto' «toK au f* £ (i ui *ü® toJ’ • Soltatk 0 >«| tqig zu vW 1 ttRl Wl kMtM Hsov dtvstibkll w fittttttt. 115, lieber Fried «aj« bin ich doch l h 00D $0U'. Ldiich widdrr k bt S<8 0i! R-ordpol Sxbeditiou odder Zeh han fe’o — de Nausen. (Aus dem „Darmst. Tgl. Anzeiger") ?H litber Friedhof Nansen, 3Bis bim ich doch so froh, 3fraf| bt vom Nordpolbummel ^!)s? endlich wtdder do! Hj«» bc de Weg gefunne, LSir damals dem MatroS Stwi' ahl, schlächt, weggeschmiffe, Mislllern UnnerhoS'i — iiit HoS die kam gefchwumme Ll vkr ri iower twwern Pol, UM rief de Nansen staunend: „ ni ach ich aach emol l (Siflil mein Wintermantel, iiiStt’ Bslzkapp UN mein Muff rö» nlsthgeschmierte Scktiwwel, :2jd) nm’ de Nordpol uff!" - - Ralah werd de „Fram" gezimmert, Ulfa innr dick wattirt, W uni! er ja da owe Mai der« Kält net friert; iMalie for finf Jährcher TAnn reichlich ei'gesackt, Eiwvpätz. un Jnstrumenter Ulm Frrnrohrn warm verpackt. ALschch dann, Fraa un Kinner! litn nordwärts geht die Reis', Utn gor ne» lang, so stickt er b ickelfest im Eis; Tro- rnhtg läßt er treiwe -SliiSU sei' wacker Schiff. lUhHäürr werd'S un kälter Mäntel, Belz und Miff; TAeZti bärn brumme kläglich, TR« Seehund gauze laut, Ule Idbrt die Walfisch krteje BÄl Frost e Gänsehaut. — Ulüw w’iriol macht die Strömung MMUamt dem „Fram" linksum, Maiil no rdwärts geht's nach Weste, Dk i waa dann doch zu dumm. „Zum Dunnerwetter, bremse!" Ruft drum de Nansen aus, „Des is de rechte Weg net, Da steih ich ltewer aus!" Un nor mit aam Begleiter Hippt er enaus uff'S Eis, Uff Schusters Rappe mache Die Zwaa fich uff die Reis'. Un nördlich, immer nördlich Geht's fort bei Nordlichtsschei', Die Kält werd immer ärjer, Sie schrumple fermltch ei'. Da iwwerlegt mein Nansen Am nächste Brettegrad: „Wann nur zu bot uns friere, So wär's doch merklich schad! Drum denk ich, nur kehr'n um jetz, 's werd doch e bisje frisch! — Was Hot dann for e Nummer Der Breitegrade-Strich? Was, Nummer sechsenachzig?! Des is for Helt genug! Kehrt! Alleh haam, nach Siede Geht wtdder unser Zug!" — Un im August ktmmt glickltch Dehaam de Nansen a', Un schnatternd ruft er: „Fraache, Ach, steck doch's Feijer a'! Des nennt nur dies Jahr Hundsdäg?! Im ew'ge Eisbereich War'S ja wahaftig wärmer, Als alleweil bet eich! Sobald mein „Fram" zurick is, Hock ich mich wtdder druff Un fahr so rasch wie möglich Reduhr zum Nordpol nuff!" — Ach, ltewer Friedhof Nansen, Ach, geh' doch un bleib do, Was dhust de dann am Nordpol? Hier frierst de grad efo! Fraa Hannebambel. * Nausen. Ein Brief, den der belgische Marineoffizier AK-tian de Gerlache aus Sandsfjord an die „Jndsp. Beige" ülS« Nansens Rückkehr gerichtet hat, enthält die Mittheilung, dc^ßNansen sich jetzt neuerdings mit seiner Frau tirnmeit lassen wird. Vor seiner Abreise ließ sich Nansen iai zdetzmäßiger Weise von seiner Frau scheiden, denn er roaolie sie nicht im Falle eines Unglücks in unbestimmter Weise an sein Schicksal binden. Als längste Dauer seiner Abwesenheit glaubte Nansen die Zeit von fünf Jahren annehmen zu müssen. Nach deren Verlauf hätte man ihn für immer aufgeben dürfen, und da man in diesem Falle kein gesetzlich glltigeS Zeugntß seines Todes hätte haben können, so wollte er seiner Frau die Freiheit, fich wieder zu der« heirathen, sichern, ohne daß sie verpflichtet wäre, ihre Wittwenschaft zu beweisen. DaS Ehepaar Nansen ist nicht reich : während der Abwesenheit ihres Gatten erwarb sich Frau Nansen, die Sängerin ist, mit Concerten, die sie gab, den Lebensunterhalt. — Andree soll gegenüber den Führern des „Fram" geäußert haben, es sei nun zu spät zum Aufsteigen, er wolle Spitzbergen am 20. August verlassen. • Unter der Spitzmarke „WaS die Mullerliebe vermag" meldet der „Mainz. Anz.": Eine 1814 geborene, also 82 Jahre alte Frau aus Memel, die ihre in Mannheim wohnende Tochter besuchen wollte, hatte den weiten Weg von Memel 618 hierher zu Fuß zurückgelegt und zwar ohne jegliche Geldmittel. Gestern hier eintreffend, konnte die Aermste nicht mehr weiter. In der Rechengasse fiel fie ermattet um und wurde durch die Polizei ins Spital gefahren. Außer ihren Kleidern hatte sie nur einen Regenschirm, ein Taschentuch und ein Säckchen mit Brodstücken, die ihr mild- thätige Menschen verabreicht hatten, bei fich. Der Zustand der Frau ist derart, daß wenig Hoffnung vorhanden ist, daß fie den weiten Weg nach Mannheim wird unternehmen können. Citaratur un6 Kauft — Nachdem Nansen und sein „Fram" glücklich zurückgekehrt find, stellt fich des kühnen Norwegers Polarfahrt als eine staunenerregende Leistung bar, beren Umfang unb Bedeutung am klarsten illustrtrt wirb burch die soeben bet Carl Flemming in Glogau erschienene „Neueste Handkarte der Gebiete «m den Nordpol" mit Nansens Route und den übrigen wichtigsten Nordpolar-Expedt- tionen, nach den zuverlässigsten ÖtieQen im Breiten-Maaßstabe von 1:20000000 bearbeitet von A. Herrich." Das bekannte Glogauer kartographische Institut, welches stets den actuellen Ereignissen auf dem Fuße zu folgen versteht, wird durch seine neueste Spende sich gewiß den wärmsten Dank aller Gebildeten erwerben. Die schöne, fünffarbig ausgestattete Karte, welche sich neben rühmenswerther Uebersichttichkeit durch eine reiche Fülle von Einzelheiten auszetchnet und außer Nansens Route und dem Cours seines „Fram" die be- deutendsten früheren Nordpolar-Retsen veranschaulicht, und die auch wegen ihres billigen Preises von 50 Pfg. für das einzelne Exemplar bestens zu empfehlen »st, kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden. Technische Fortschritte. — Neue Zündvorrichtung für Gasflammen; nach einem Patente von Stockwell. An Orten, wo ber Gebrauch von Zünb- hölzchen lästig ober feuergefährlich, ober wo ber Brenner in unbequemer Höhe angebracht ist, empfiehlt sich btefe neue Zünbvor- richtung wegen ihrer Einfachheit unb Billigkeit. An betn Brenner ist dem Hahn gegenüber eine Kapsel angebracht, in welcher eine in regelmäßigen Zwischenräumen mit Zündsatz betupfte Papierrolle ein- gefchlossen ist. Oeffnet man den Hahn, so wird die Papierrolle mechanisch vorwärts geschoben, die dem Brenner zunächst liegende Zündpille durch eine eigene Schlagfeder entzündet unb bas aus- ftromenbe Gas so zum Brennen gebracht. Beim völligen Zurück- brehen des Hahnes wird die Flamme gelöscht und die Zündvorrichtung für daS nächste Anzünden zurecht gestellt. Derartige selbstzündende Brenner führt nach dem „Schweizerischen Gewerbeblatte" die Handlung von Theodor Pfitzmann in Leipzig und Dresden, unb zwar zum Preise von 6 Mk. bas Stück mit 360 Zünbungen. Zünbrollen für je 120 Zündungen kosten einzeln 30 Pfg. — IN Eisenberg hat ein Herr Kaufmann ein Licht erfunden, bas er Sonnenglanzltcht nennt. Seine Erfinbung beruht auf einem Bewunberung erregenben unb boch einfachen Mechanismus, welcher bte benkbar geringste Bebienung erforbert. Durch einen Fingerbruck wirb ber Apparat in beliebig lange anbauernbe unb selbtrhälige Bewegung gesetzt. Eine burch einen sinnreichen Mechanismus betriebene Pumpe füllt, so oft es nöthig, ben Gaserzeugungsapparat mit neuer Luft, unb in Verbinbung mit biefer wird nun aus der Gasstofffüllung ein billiges, geruchloses, jede Explosionsgefahr ausschließen- bes, zu Beleuchtungs-, Koch-, Heiz- und vielen anderen Zwecken verwendbares Gas erzeugt. Das mit diesem Gas erzeugte Licht steht dem electrischen Lichte nicht nach und bietet nicht nur diesem, sondern auch allen anderen Beleuchtungsapparaten gegenüber nicht geringe Vortheile sowohl in sanitärer, als auch in pecuniärer Hinsicht. Da ber Apparat nur einen geringen Raum (ca. IVe Quabratmeter) beansprucht unb an jedem beliebigen Orte aufgestellt werden kann, so — DaS »efie ist das Billigste. Dies kann mit Recht von Macks Doppel-Stärke gesagt werden, welche alle nöthigen Glanzzusätze enthält und daS Plätten ungemein erleichtert. Macks Doppel- Stärke ist das vollkommenste aller Stärke-Präparate unb ermöglicht, Kragen, Manschetten, Hemben rc. ohne viel Mühe so schön. Wie «e« zu plätten. UebereH vorräthig zu 25 Pf. per Carton von >/« Klg. 5667 ist eS möglich, baß jeder größere Haushalt, ob in Dors oder Stabt, jede Villa, jedes Gut ober Schloß, jede Fabrik, jede öffentliche Anstalt ihre eigene billige Gasanstalt unb ein hellstrahlendes Licht erhalten kenn. Splchlw »er ftahfirta Statotjrdtr. Opernhaus. Mittwoch ben 26. August: Rheingolb. Donnerstag ben 27. August: Tannhäuser. Freitag ben 28. August: Hänsel unb Gretel. Samstag den 29. August: Evangelimann. Sonntag den 30. August: Joseph in Egypten. Montag ben 31. August: Der arme Jonathan. SchanspielhanS. Mittwoch ben 26. August: Der Roman eines armen jungen ManneS. Donnerstag ben 27. August: Jphigenia auf Tauris. Freitag ben 28. August: Faust. SamStag ben 29 August: Feenhänbe. Sonntag ben 30 August: Feenhänbe. Montag ben 31. August: Glück im Winkel. Verkehr, uttö VsUrwirthschaft. , 25. August. Marktbericht. Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfb. JL 0,90—1,05, Hühnereier pr. St. 0 -A, 2 St. 12—13 H, Enteneier 0 H, 2 St. 0 H, Gänse» eier pr. St. CO—00 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 A» Erbsen pr. Liter 15 H, Linsen pr. Liter 26 H, Tauben pr. Pa« M 0,60 bis 1,00, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück JL 0,50—1,10, Enten pr. Stück JL 1,60—2,(0, Gänse pr. Pfund X 0,00—0,00, Ochfenfleifch pr. Pfb. 70-74 H, Kuh- unb Rinbfleisch pr. Pfb. 64—68 H, Schweinefleisch pr. Pfb. 56 bis 66 H, Schweine- fleifch, gesalzen, pr. Pfb. 70 Kalbfleisch pr. Vfb. 60—00 4u Hammelfleisch pr. Pfb. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 M8 8,00 JL, Weißkraut pr. Stück 0—00 H, Zwiebeln pr. Centn« JL 4,50-0,00, Milch pr. Liter 16 — Ein Mittel, Schweinen Arzneien «inzugeven^ Es ist sehr schwer, Schweinen Arzneien einzugeben. Man hat bazu bei Fällen von Bräune unb Rothlauf folgenbes Mittel angewanbt: Man läßt das Schwein durch einige Leute niederlegen, steckt ihm einen Leberschuh mit ber Spitze, in welche ein kleines Loch geschnitten ist, nach unten ins Maul unb gibt bahinein bte Arznei. Das Schwein kaut auf bem Schuh unb saugt baburch allmählich ben Inhalt, von bem jetzt nichts verloren gehen kann, heraus. Seiden-Damaste Mk. 1.35 bis 18.65 p. Met. — sowie schwarze, weiße und farbige Henne- bers-Seibe von 60 Pf. bis Mk. 18.65 v. Met. — glatt, gestresst, carrtrt, gemustert, Damaste rc- (ca. 240 oersch. Qual, unb 2000 versch. Farben, Dessins rc>), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. 24 Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k. k. Hoti.), Zürich, Schiffers Vogelfutter, Canartenvogel unb alle in- und ö ’ ausländischen Vögel, ä Packet 35 Pfg., ist nur ächt zu haben bei U. * G. WallenselS, Marktplatz 21. — Man achte darauf, daß jedes Packet bte volle Firma „Schiffer & Co.", Versanbt auslänbifcher Vögel, Canarienvögel, Vogelkäfige rc. Köln am Rhein unb bie Schutzmarke (ein Vogelnest) trägt. 75d Witterrrrrgsbericht vom 24. August. Lieber Schottlanb unb nörblicb bavon liegt eine Depression, währenb eine zweite den Norbosten Europas bebeckt. Relativ hoher Druck ragt von Sübwesten ber über baS Alpengebiet herein unb ist innerhalb beffelben bie Vertheilung nicht gleichmäßig. Die Jntensttät bes Maximums hat im Allgemeinen gegen gestern etwas abgenommen. In Sübbeutschlanb ist bas Wetter anhaltenb kühl unb zumal im Alpengebiet noch vielenorts regnerisch, wenn auch bte Heftigkeit ber Ntederfchläge erheblich nachgelassen hat. Auch über Oesterreich- Ungarn ist starke Abkühlung eingetreten. BorauSAHUtHe »itternng r Zunächst noch unbestänbig._______________________________ Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 25. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr 1 Wasser 13, Luft 12'/»°. Rübsamen'sche Babeanstalt. ^ersteigerimgen^ Vrnmmetgras Doonbtt August Helsenbein'schen unmittelbar an der Besitzung deA. Herrn Fabrikanten Ed. Hanau am bei Marburgerftraße gelegen, vewigere ich cft(itag, den 28. August, Mittags 1 Uhr, an-:Ort und Stelle. 7594 LlBoeck, Eolllursoerwalter AllenDktstelgkluug. Kertag, den 28. d. Mts., $intittagd 10 Uhr, soll auf dernNrgermeisterbüreau ein sehr gut gewWer Gemeindebnlle ver- stettigkt! werden. Qouiei, den 24. August 1896. GMherzogl. Bürgermeisterei Lauter. Feldmann.7593 Empfehlungen. Schellfische per? Pfund 18 Pfg. in schönster Waare 757lT im »tRePftetf*. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. 7558 Heute und morgen: Rindfleisch, nicht ladenrein, per Psd. 50 Pfg. Schweinefleisch Nicht ladenrein, pr. Psd. 40 Pfg. NWU" Die Freibank bleibt bis 10 Uhr Abends geöffnet. Mer-Guleilkieg offeriren 6720 Jean Denn fit Cie., BaurnateriaUenhandlung. Gasglühlicht. Schutzapparate für Strümpfchen LlMk, Gliwmercylinder Unzerbrechlich a 1 Mk., Strümpfchen ä 1 Mk. 20 Pfg., sowie Spiritusglühlichtapparate empfiehlt A. Gretscher, 7573_________Neustadt 78.________ Kuchen- und Tauuenschkithoh empfiehlt billigst die Holzhandlung von Wilhelm Jung 1., «lein Lind«« 407 (seither Ä. Jung IV.) Im Verlag von Emil Roth hier ist soeben erschienen: Die Entscheidungen des Reichsoberhandelsgerichts und des Reichsgerichts von Otto Fuchsberger, König!, bayr. OberlandeSgerichtsrath. Achter Theilr Concurs-Ordnung. Enthält die Entschndungen v. 1880—1895. 30 Bogen. Preis broch. 7.5l'; geb. in Orig -Halbfzbd. JL 9.—. Das ausgezeichnete Werk, das von Fachmännern und praktischen Juristen längst lebhaft erwartet wurde, enthält in ausführlicher, klarer Darstellung, geordnet nach dem System der Concursordnung, sämmtliche aus den Jahren 1880—1895 ergangenen Entscheidungen des Reichsgerichts, des obersten bayerischen Landgerichts unb sämmtlicher deutscher Obers landesgerichte auf dem Gebiete der Concursordnung. Jurist««, Richt««« in HandelSsach««, «austeuten und ««w«rvtr«ibend«n aller Branchen ist die Fuchs der ger'sche Arbeit ausdrücklich zu empfehlen- Außer dem vollständigen Text der Concursordnung enthält das Werk auch noch ein ausführliches Sachregister, das seine praktische Brauch- barkeit wesenUich erhöht-_________________ Paradiesapfel zum Einmachen sind in größeren und kleineren Partieen abzugeben bei Ara« Balßer, 7580 Wieseckerweg 24. STL^allthorstratz« 8t Logis im mittl. Stock zu oermietben 6212 6024 Schulstrasse 6, II. 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Schmid, nach langem, schweren Leiden sanft in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Lich, den 24. August 1896. Die Beerdigung findet Mittwoch den 26. August, Nach- 7587] Ein schön möbl. Zimmer Wird per Herbst von einem Studenten gesucht. Offerten mit Preisangabe unt G. an die Exped. d. Bl. erbeten. «r. Tag «sch" Nachricht iw 6 am blt bi n a 6 Km Gkschästsmimi, in mittleren Jahren, alleinstehender Junggeselle mit Vermögen, eigenem Haus und Länderei, nicht unangenehme Erscheinung, wünscht zwecks Heirath in Verbindung zu treten. Wittwe oder besseres Mädchen in Stellung nicht aus geschlossen. Vermögen erwünscht, jedoch nicht erforderlich. Strengste Verschwiegenheit. Offerten unter L. 8.20 7528] Im Unfertigen von GaS-, Wasser- und Dampf-Arniatnrerr, sowie im Anlegen von Wasserleitungen und im Repariren derselben empfiehlt sich billigst Job. Adam, Neustadt 2. Die empfindliche und zarte Haut der Tratten und Kinder verlangt zu ihrer Pflege eine absolut reine, milde und fettreiche Seife. Keine eignet sich hierzu besser, als die in Qualität unübertroffene altrenommirte Doering's Seife mit der Eule, ganz besonders auch ihrer Preiswürdigkeit wegen. Ueberzeuge man sich doch gefälligst durch eine Probe. Doering's Seife mit der «nle ist überall i» 40 Pfg. erhältlich 3139 Marioth s verb. Mahkassee hat in Folge feiner vorzüglichen Qualität in gtäbun wie auf dem Laude die beste Ausnahme gefunden und ist mit Zu gäbe eines feinen Eßlöffels oder einer feinen Eßgabel oder zwet feinen Theelöffeln zu jedem zweiten Pfundpacket zu haben bei den Herren: Fr. Leo; H. Wallach; A. & G. 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August 1896. 7585 fr®1’ K««im r8611«» iilicg °°° 'choa siit' We», ■ °"' o«etkr j tt. Komeuea welch Qwlt’cha. f. Stailen l skov. Lberhtl U . Ailbbnz U! . i'autnbatb 13 , schott,n OrMch'chn. f. Cberbi lc . „ "yr.-'in"4' r Ainitgt- —•—- wie «BUtr iU® Ql ** w.,a® 1 d«> *. gLJ Ifai» t 7»^!chteg --1 T—' ■XiWVJK'- U "* -1' X-w" ---- Freunden und Bekannten die schmerzliche: Mitthetlung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigstgeliebte Frau und Mutter Dorothea Grau, 11 Sängerkranz. . Die ungünstige Witterung veranlaßt uns, statt des vorgesehen» für einen taugen Manu, iSommerfestes Samstag den 29. August, Abends 8 Uhr, n Steins Taalban" eine 17 Jahre alt. welcher eine auswärtige höhere Lehranstalt besucht hat und zwei Jahre in einem Fabrikgeschäft thätig ge wesen, wird Beschäftigung auf dem Bureau einer Behörde oder eines Rechtsanwalts, ,,, gesucht. Näheres in der Exped. b. Bl- avzuhalten. Tadellose Ausführung. — Schnellste Lieferung. 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