neuen Jö« mit r N 9*4 pDtit ,: fotölt sAu 1896 Freitag den 26. Juni Erstes Blatt 148 m Firrtt(|8Eirigft '»Tip W dadk« «» f LZ iHtw’ 2lmts- und Anzeigeblutt für den ^lreis Gieren Gratisbeilage: Hießener Iamilienbtätter. Nt )U DJai-, n 3 Goldene Am Schmitt UW* v. (Sagern. ■ rfcinlnie ton Änjtigtn zu der Nachmittags für de» Log erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. a§ Neueste in mlisir-Aff ratzt 15. J Sen. Bringrrlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, tptMHa« und Druckerei: >4»ri!te|c Mr.A« Fernsprecher 51. j Deutscher Reichstag. 1113. Sitzung. Mittwoch, den 24. Zuui 1896. K iSundesrathstische: Staatssekretär v Nieberding, Justiz- m in nR'Schönstedt. c . itt zweite Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuchs wird trtibem »wetten Buche erübrigt noch die Berathung des 8 823. giftete! trtgtn Verletzung einer Amtspflicht. „ HL. 1 bet±räntt die Haftung der Beamten auf vorsätzliche« odevL AIlissige« Verschulden; bei Fabrlässtgkeit nur auf den Fall, daß der t!»ch'!e nicht auf andere Weise Recht zu erlangen vermag. Rach gbt.v IMeßt eine vorsätzliche oder fahrlässige Nichlbeschreitung de« Znft"i>c«'i,uge« die Ersatzpflicht aus. Abs. 2 macht die richterlichm Be«nM^ außer bet pflichtwidriger Verweigerung ober Verzögerung der rLMung deS Amtes, nur bann verantwortlich, wenn fit das ReDw^sugt oder eine sonstige gerichtliche strafbare Pflichtverletzung begeixc! t jaden. gmikappm' und patent. T Schmidt, k __5693 st i Dtt: 'bei ESjeSi. «llk «nnonccn-Bureaux deS In- und «uslandrs nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtgegen. Mmnemertts^Einla-ung. jgm Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das u Z, Slierteljahr 1896 laden wir hiermit ergebenst ein.i Vie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Xufi^iriigmfie in kurzer den Thatsachen entsprechender We chzivc Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten NaoiMttn der zuverlässigsten telegraphischen Nachrich- ten-Meaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem eng« M und weiteren Vaterland halten den Leser 'tctsfl 16er die Vorkommnisse in demselben auf dem ? (iu uiilldelil. Unterstütztdurch an allen Orten der P r o v i n z O b ei! s e n ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener An.Wkt' ferner in der Lage, die interessanten Do«qmx in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur: Acvntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen iuitä den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gcbMlcrtde Besprechung im localen Theile des An- zciWv- >zu Theil werden. Der in der Provinz Obetchisin betriebenen Landwirthschäft wird der An.Mi durch Veröffentlichung von allem Wissens- werrchu । aus dem Gebiete derselben besondere Berück- sichilchuiijj zu Theil werden laffen, daneben aber auch die i dcilbachtungen und Erfahrungen in Haus- wi caihsthaft, Handel, Gewerbe und Industrie in ' tai Ütreis seiner Besprechungen ziehen. Ein ge- diegi'Ms Feuilleton wird neben besonderen Ar- tüetin cmsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten UnKchtttungsstoff bieten. Außerdem werden die ,Gl«ichaner Familienblätter", welche dem An- zeiM wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stetdS ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff brmqm, namentlich im Kreise der Familien eine belNÄk! Beigabe bieten. Nir ersuchen nun namentlich auswärüge Leser, ihrer-Mellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu woM. Neuhinzutretcnde erhalten vom Tage der BesWnmg bis 1. Juli den Anzeiger kostenftci zu- gesttisül, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nutzweim nach auswärts postfrei zu versenden. Den ßefiira im hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den" Anzeiger weitersenden und den Abonnements- betMi! durch Quittung erheben lassen, falls nicht aus- drüiLch« Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Umo.'Buch- h. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda). l!kn AnrtUchev Theil. Bekanntmachung, kmtffenb: Maul« und Klauenseuche zu Hattenrod. ?e Maul- und Klauenseuche zu H a r t e n r o d ist erloschen unbu hd hie verfügten Sperrmahregeln aufgehoben worden. Jinfjen, den 25. Juni 1896. Grohherzogliche» Kreisamt Gießen. -W -M W ’M*? Meßmer Anzeiger Kenerat-Wizeiger. fiel»86 Zentrum wie alle Katholiken an der damals von Windhorst zum Ausdruck gebrachten Utbtueugung fest, daß die Ebe ein Sakrament und jeder staatlichen Zuständigkeit entrückt fei. Da« Zentrum bedauere, daß es unmöglich lei, die Anerkennung diese« Standpunkte« hier zur Annahme zu dringen. Aber in der Commisston sei ein einschlägiger Antrag nur noch von dem polnischen 'JJlitgltebe unterstützt worden, sonst von keiner anderen Partei- DaS Erntrum könne auch nickt die fakultative Cioilehe accepttren. denn diese setze doch nur an die Stelle einer kirchlichen Eheschließung die ftaaailidje in kirchlichen Formen. Seine Freunde beschränkten sich daher auf Annahme geeigneter Verbesserungen der Vorlage, lehnten dagegen einen Antrag ab auf Ausscheidung deS gesammten EherechtS auS dem Bürgerlichen G setzduche. Seine endgiltige Stellung zu demselben beha'.te sich da« Zentrum je nach dem Ergebnisse der hierüber gefaßten Beschlüsse bi« zur Schlußabstimmung vor. , . 4 Die Debatte wird zunächst eröffnet über einen Antrag v. Roon-Schall auf Einführung der faculiativen Cioilehe. Abg. Gras v. Roon (cons.) bedauert das zwischen Eentrum und 'Rationalliberalen geschlossene Compromiß. Dasselbe erinnert an ein junge« Ehepaar, welcree Hochzeit gemacht und sich dann auf die Hochzeitsreise hegiebt. (Heiterkeit. Glücklich geht es über Stock und Stein fwachsende Heiterkeit) Da laufen bann erst ein paar Hasen über den Weg und bringen das junge Ehepaar »um Stolpern (Stürmische Heiterkeit). Redner versicht sodann di« fakultative Civ l- ehe, besonders betonend, daß auch Gneist sich früher gegen die obligatorische Cioilehe erklärt habe. Die obligatorische Cioilehe sei nicht deutsche« Recht, noch deutsche Sitte, sondern heidnisches Recht, ein Kind der Revolution. Eventuell solle man den ganzen Abschnitt streichen und dann könne man sich später überlegen, wie das Civil- standSgesetz geändert werden könne. DaS liege namentlich auch tm Interesse der evangelischen Kirche, welche die katholische um ihre Selbständigkeit beneiden müsse. Staatssekretär v. Rteberdtng: Wenn man die Geschichte von Jahrzehnten überblickt, wird man überzeugt fein, daß der Standpuntt deS Vorredners unhaltbar ist. Graf Roon hat selbst zugeben rnüffen, daß unter seinen eigenen Freunden Meinungs- oerschiedenheiten darüber, ob bürgerliche ober kirchliche Trauung, bestehen. Gras Roon hat gemeint, die preußische Regierung sei hierbei nur von SchönheltSrücksichten geleitet gewesen, wenn sie feine Vorschläge abgelehnt Hai. Ich bedauere, daß man der Regierung bei einer so ernsten Sache so oberflächliche Gründe nachsagen konnte. Wir haben seine Anträge abgewiesen, weit wir nicht wollen, daß die Ehe vor dem Standesamt und vor der Kirche in den Augen de« Volkes al« völlig gleichwerihige Dinge erscheinen. Wir wollen das nicht aus Achtung gerade vor der Idee der Kirche. Wir können auch keiner Regelung zustimmen, welche den Keim künftiger Zwistigkeiten in sich schließt. Wir wollen auch keine Auseinandersetzungen zwischen dem Geistlichen und Standesbeamten. Wenn der Eine dem Anderen Urkunden zuschicken soll, wer entscheidet dann, wenn Differenzen zwischen ihnen entstehen?! ES würde auch eine völlige Neuordnung des StandeSamtswesens nölhig sein, die Führung zweier Register, der staatlich und der kirchlich zur Ehe Geschrittenen! Abg. Graf Bernstorfs (Rp.) erklärt, ein Theil seiner Freunde würde allerdings in der sacultat'oen Cioilehe eine Verbesserung der Vorlage erblickt haben, sie hätte aber tn der Commission nicht weiter dahin gewirkt, rodl daS aussichtslos erschien. Obligatorische Ctoil- ehe werde von Vielen als Gewissenszwang empfunden. Abg. Bebel (Soc) gegen den Antrag Roon. Auch nach Luther sei die Ede ein roJtltd) Geschäft. Die socialdemokratische Fraktion sei vollständig mit dem Titel „Bürgerliche Ehe", der auf Antrag des Centrums gewählt sei, einverstanden, denn dadurch komme der Charakter der Ehe alS bürgerliche Einrichtung durchaus zutreffend zum Ausdruck. Redner sucht nachzuweisen, daß der kirchliche Charakter der Ehe keineswegs geschichtlich begründet le». Die Eheschließung habe den Zweck, den Mann zu sichern, daß die von seiner Frau geborenen Kinder von ihm herruhren (Zwischenruf), wenigstens der Glaube muß vorhanden sein. Die Berufung der Conservativen auf daS Cartell mit dem Centrum will nicht viel bedeuten, roenn wir für ben Antrag Kanitz stimmten, ich glaube, die Conseroatioen schlössen auch mit ben Soctalbemokraten ein Cartell (Beifall j. Wenn ro(r auf Metern Gebiete ein Gesetz machen wollten, bas auch bie Zustimmung ber Socialbemokratie fir.be, bann könnten wir sicher fein, daß eS nichts werih wäre. (Heilerkeit links, Zustimmung rechts). Zum ersten Male sei vom BunbeSraihlische auS ausgesprochen worben, baß man Trennung von Staat unb Kirche wünsche. Wolle man dazu wirklich Schritte machen? Gerade daS Zusammengehen von Staat und Kirche sei segensreich. Fürst Bismarck habe dieses Kind, die obligatorische Cioilehe, in seinem Herzen nicht geboren (Große Heiterkeit). Es sei daS vielmehr ein Kind der Revolution. Leider gebe es fa Pastoren, welche die vor dem Standesbeamten Verehelichte al« Frau anreden, zuweilen sogar al6 Frau, geborne so unb lo. (Große »eitertetL) Ein gewissenhafter Geistlicher werbe bie im bräutlichen Schmucke vor ihm Stehende sicherlich Jungfrau anreden. Wollte ich eine solche al« Frau anreben, sie würde mir gewiß die Augen auSkratzen. (Schallende Heiterkeit.) Ich habe darin Erfahrungen. (Stürmische« anhaltendes Lachen.) Ja, Sie können sich nur in bie Seele etaer solchen Jungfrau nicht htnetnversetzen (Ruse linkS: Nein! Stürmische Heiterkeit). Bebel habe von der Bigamie Philipps von Heffm gesprochen, dabei aber verschwiegen, daß derselbe eine kranke Frau gehabt habe. (Stürmische Heiterkeit.) Philipp war eine stark stmr- licbe Natur (Wiederholter Heiterkeits-Ausbruch.) Ja, ich kann doch nicht dafür (Langanhaltende Hetterkeit im ganzen Hause). Luther und Melanchthon haben diese Doppelehe mißbilligt, aber sie ftanben vor einer Thatsache unb da tbaten sie etwa-, was allerdings auch wir nicht tilgen können. Redner läßt es zum Schluffe dahingestellt, ob er unb seine Freunbe nicht boch noch, wenn ber Antrag Roon abgelehnl werbe, das ganze Gesetzbuch verwerfen würbm. Jebenfalls werbe er zur britten Lesung eine «enbetung beß S »3V0 dahin beantragen, ben Eingang mcht zu fallen: -Die Ehe wtrb daburch geschloffen, baß", sonbern: „Die RechtSgMigkeil einer Ehe beginM,^nachbem.^rborff äußert sich Namms ber Mehrhest ber Reichspartei gegen ben konservativen Anttag. .... flx _. n Abg. Lieber wiederholt nochmals als grunbsätzliche Stellung Ein Antrag Haußmann (sübb. Vp.) will bie richterlichen Beamten für jede» vorsätzliche ober grob fahrlässige Verschutben verantwortlich machen. „ Die Socialbemokraten beantragm in erster Linie bie Haltbarkeit ber Beamten, einschließlich ber richterlichen, für jebe Gesetzwidrigkeit auch ohne Verschulben unb baneben eine principale Haftung beS Staates, ber Gemetnbe ober ber öffentlich .rechtlichen Körperschaft, von ber ber Beamte angestellt ist, als Gesammtschulbner. Ein Eventualantrag Auer (Soc.) sieht in einem Zusatz zu S 823 der CornmisstonSbeschlüsse in erster Linie eine subsidiäre Haftung der juristischen Person des Lffmtlichen Rechtes vor, welche den Beamten angestellt hat, eoent. unter Beschränkung, auf die Reichebeamten ober auf bie Fälle, wo eS sich um bie persönliche Freiheit Jemandes handelt. „ , , , , . Von ber Commission ist eine Resolution beantragt, in ber bie Erwartung ausgesprochen wirb, baß die Haftung beö Reiches für ben durch Reichsbeamte in Ausübung ber Amtsbefugnisse verursachten Schaben für ben Fall, baß ber Ersatz bes DchabenS von ben Beamten nicht zu erlangen ist, eintrete. Abg. Frohme (S c) verthelbigt bie subsibiäre Haltbarkeit beS Staates für Beamten-Regrehpflicht. Leiber habe ber ötaal9= secretär in ber Commission keinen Zweifel gelassen, baß eine solche Bestimmung ba« ganze Gesetz zum Scheitern bringen würbe. Dabei bestehe doch biese Substdiarhaft beS Staate« in mehreren beutschen Kleinstaaten, so in Coburg unb auch in Reuß ä. L. Abg. Haußmann (sübd. Vp.) tritt für seinen Antrag ein. Der Beamte müffe für jebe bei einer Rechtssache begangene Pflichtverletzung vorsätzlichen ober grob fahrlässigen Charakter» haftbar sein, gleichviel ob bie Pflichtverletzung strafbar sei ober nicht. Staatssekretär v. Nieberbing: Diese Anträge haben eine große praktische, politische und auch rechtliche Bedeutung. Einmal will man eine Erweiterung der Haftpflicht unb »weiten« eine subsidiäre Haftung de« Staat«. In ersterer Beziehung geht ber Antrag Auer am weitesten, indem er bie Haftung bi« Beamten auch ohne ein Verschulben bt ff eiben eintreten lassen will. Aber bamit mürbe man zweifellos ein privilegium odiosum für bie Beamten schaffen, wie e« in keinem Lande ber Welt besteht. Die Beamten würden bann in der Erfüllung ihrer Amtspflichten so zurückhaltenb werben, daß eine völlige Desorganisation ber Verwaltung unb auch eine Erschütterung der Autorität der Richter die Folge sein müßte, llnb für die Beamten, speciell bie unteren Beamten, bei benen Versehen wohl am öftesten vorkommen, würbe eine Verschlechterung ihrer materiellen Lage unausbleiblich sein. Ich kann Sie daher nur bitten, den Antrag Auer abjulebnen. Der Antrag Haußmann will die Rtchter bet grob fahrlässiger AmtSverletzung unbedingt haften lassen. Es würde aber das zu einer Beeinträchtigung ber Unabhängigkeit ber Richter fuhren unb bie Rechtsprechung in tnbenkllcher Welse erschüttern. Richtiger ist zweifellos ber Beschluß der Commission, ben Richter nur bei criminell strafbarem Verhalten haftbar zu machen. ES entspricht ba« auch unseren bisher geltenben Anschauungen und ben civil- proc ssualischen Bestimmungen. Ich kann Sie also nur bitten, in diesem Punkte auch ben Antrag Haußmann abzulehnen. WaS nun bie Subsibiärhastung bes Staates anlangt, für Werteten, seiner Beamten bei Ausübung ber hobeit«rechtlichen Functionen deS Staates, so erkenne ich an, baß es gewisse Beziehungen gibt, wo biese subsibiäre Haftung eintreten muß. Wir werben auch tn btesem Punkte in ber ReichSgcsetzgebung noch weiter gehen. So bei ber Orunbbucborbnung, bie wir jetzt auSarbeiten. Da soll ber Staat sogar primär haften. Unausführbar ist eS aber unb zu ben größten Härten würde es führen, wollte man diese subsidiäre Haftung deS Staates allgemein durchführen. Diese Frage sei überdies eine solche deS öffentlichen Recht«, weshalb sie nicht in das Bürgerliche Gesetzbuch gehöre, sondern der LandeSgesetzgebuna Vorbehalten bleiben müffe. Abg. Lenz mann (srs. Vp.) stimmt im Großen und Ganzen dem Princip der Vorlage bei, ben Richter nur haftbar zu machen, wenn er ba« Recht beugt Aber mit Recht verlange ber Antrag Haußmann bie Haftbarkeit wie bei dolus, so auch bei grober Fahrlässigkeit, auch ohne die Voraussetzung crimineller Strafbarkeit. Wenn ein Richter, wie er selbst in seiner AnwaltSpraxlS e« erlebt habe, einen Einspruch gegen eine ©dbulMlage nicht einmal durchlese, wenn deshalb Jemand wegen einer Schuld verurthellt werde, die er gar nicht cvntrahirt habe, so müffe boch ber Richter für.bie Fplgen heften Ebenso ein Staatsanwalt für bie Kosten eines Termins, her habe verschoben werden rnüffen, weil der Staatsanwalt vergessen habe, die Z.-ugen »u laben Nicht einverstanden sei er dagegen mit dem Anträge Auer auf Subsidiarhast de« Slaa es in .allen Fällen. Denn alSdann müßte der Staat von seinen vielen Unterbeamten eine ganz andere Qualificatton, sowie eine ganz andere Kaution verlangen und der Nachtheil davon würde nur auf Diejenigen Klassen entfallen, deren Schutz die Antragsteller bezweckten, auf die unteren Rle"C3ibg. Stadthagen (Soc > bezeichnet es dementgegen als eine einfache Forderung der Gerechtigkeit, daß der Beamte, der da« Recht vertreten und wahren soll, für Verschulden, grobe Fahrlässigkeit, ebenso einstehen müsse, wie jeder Kutscher, jeder Schneider für die ®üte ihrer Arbeit aufkommen müssen. Ein ebenso unbedingte« Ersorderniß sei die subsidiäre Hastung de« Staates. Abg Gröber (Ctr.) bedauert die Nlchtaumahme der subsidiären Haftung M Staates in Folge der kategorischen Erklärung deS SiaatssecretärS. Hoffentlich werde die Einführung der subsidiären Haftung deS Staates in späterer Zeit gelingen. Redner erkärt, seine Freunde würden bereit sein, dem (Soentualantrage Auer, wonach die Haftbarkeit der Justizbeamten nur bei Pflichtverletzungen, bei der „Entscheidung" einer Rechtssache von der criminellen Strafbarkeit abhängen, dagegen bei Pflichlerletzungen bei „Leitung" einer Rechtssache nicht an diese Voraussetzung geknüpft sNachdem"Abg. v. Bennigsen (al.) eine gleiche Erklärung abgegeben, wird der Eventualantrag Auer angenommen unb der S 823 mit dieser einen Aenderung (nach Ablehnung der sonstigen anträge Auer und des Antrages Gampmann) in der Fassung ber Commission zum Beschluß erhoben. 'Nunmehr gebt die Berathung über zum vierten Buch. Familienrecht. Erster Abschnitt: Bürgerliche Ehe. Abg. Dr. Lieber verliest eine Erklärung befl Centrums ungefähr nachstehenden Inhalts: Heute wie vor 20 Jahren halte ba« ** ~ 6Nkv.r.. ist ttiiM w * •jäSSS"'' '««".«Äs' hrendiplom u. goldene Met; werden nur von dai- !.WWwPti. M: als alleinig conceasionirtem Fata- n im Sommer als im Wintern ichützt. Dopp limmt keinen Schweiia auf, i» ;ibt der Körper stete trocken. , rkleider, filzen nie und gehen h durch künstliche Mittel. dla’6 Unterkleider in allen Br ,tz, Berlin. Priedr. Teipel iA ü,. 2.— ffi.fi, ... 3« ♦UNhc Z-teig-r er MeuSglich, a>a>i:biiahme de« I etagi. ktzAteßener Pa f»! ««^kälter w>nl*e:-Tn Anzeiger »Achch,,dreimal kjdltgt. seiner Partei, daß dieselbe die Ctoilehe niemals mit ihrem Einver- ständnitz bekleiden könne. Für den Antrag Roon habe das Centrum nicht stimmen können wesen dm Vorschriften, welche dabei der Kirche in Bezug auf deren Eh^ch'ießung gemacht würden. Alle Ihre Bemühungen, so schließt Rcvner zur Rechten gewendet, uns jetzt noch an Ihre Sette zu ziehen, sind vergeblich. Wir gehen den Weg weiter, bett wir beschritten haben. Abg. vr. Kropatschet (c.) verwahrt sich noch ausdrücklich gegen die Andeutungen seiner FractionSgenossen Roon und Schall, als ob Jeder, der gegen den Antrag Roon sei, ungläubig und kein rechter evangelischer Christ sei. Die Ctoilehe habe durchaus ihr Gutes gehabt, indem sie den Geistlichen unabhängig gestellt habe vom Staate, ibn selbstständig gemacht habe. Abg. v. DziembowSki-Pomtan (Pole) erklärt, seine Partei könne in diesem Falle nicht mit ihren lieben Freunden vom Cenlrum zusammengehen, sondern müsse für den Antrug Roon stimmen. Abg. v. Buchka legt noch kurz dar, daß er auf seinem, von dem Schall'schen abweichenden Standpunkte beharre, dabei aber doch, auch als Jurist, ein evangelischer Christ zu sein glaube. Mecklb. Bevollmächtigte Langfeld bestätigt dem Vorredner noch, daß auch die Mecklenburg - schwerintsche Regierung schwere Bedenken gegen die facultatioe Ctoilehe habe. Abg. v. Gotenberg erklärt, die Welfen würden für S 1299a deS Antrages Roon stimmen. Nach einer längeren Geschäftsordnung darüber, ob schriftliche Anträge auf namentliche Abstimmung nur von anwesenden Abgeordneten unterzeichnet werden können, welche Frage zur Prüfung an die c^eschäftSordnungScommission überwiesen wird, wird der Antrag deS Grafen Roon auf Einführung der sacultattven Civtl- Ehe mit 196 gegen 33 Stimmen und 4 Stimmenthaltungen in namentlicher Abstimmung abgelehnt. Weiterbrrathung morgen 11 Uhr. WolffS telegraphisches Lorrefpondenz-Bnre«. Berlin, 24. Juni. Dem Festmahle, welches Frei- Herr v. Stumm gestern Abend im „Kaiserhof" veranstaltete, wohnten bei: Der Reichskanzler, StaatSsecretär v. Bötticher, der Chef deS MilitäreabinetS v. Hahnke, die Reichstags« Abgeordneten v. Bennigsen, v. Manteuffel, v. Kardorff, Spahn n. A. Berlin, 24. Juni. In dem heutigen Reichs.Gesetzblatt wird das Börsengesetz veröffentlicht. Berlin, 24. Juni. Dem Reichstage ging ein Antrag des Freiherrn v. Laugen zu, den Reichskanzler zu ersuchen, baldigst im Reichstage etueu Gesetzentwurf vorzulegeu, wo« durch etu mäßiger Zoll aus ausländische frische Häringe und Sprotten eiogeführt und der Etngangszoll auf gesalzene Häringe und Sprotten erhöht wird. Kiel, 24. Juni. Der Kaiser begab sich heute früh 71/* Uhr von der „Hohenzollern" an Bord des „Meteor", um an dem Handicap theilzunehmen, das um 8 Uhr begann und Eckernförde zum Endziel hat. Die „Hohenzollern", mit der Kaiserin an Bord, dampfte um 8 Uhr nach Eckernförde ab und kehrt gegen Abend mit beiden Majestäten zurück, welche vom Bord der „Hoheuzollern" aus dem Abends 8 Uhr begiuoenden Blumencorfo beiwohnen werden. Hamburg, 24. Juui. Li-Hung-Tschang hat sich gestern erkältet und konnte deßhalb an der geplanteu Fahrt durch den Hafeu nicht theiluehmeu, sondern mußte bis Mittag daS Zimmer hüten. Es ist fraglich, ob er heute überhaupt fein Hotel verlaffeu wird. Morgen gedenkt er sich nach FriedrichSruh zu begeben, um nach einem zweistündigen Aufenthalt beim Fürsten BtSmarck nach Berlin zurückzukehren. Bern, 24. Juni. Der Nationalrath hat den BundeS- rath zum Bericht aufgefordert über Maßregeln, welche den Transport lebender Wachteln durch die Schweiz verhindern könnten. RheimS, 24. Juni. Anläßlich deS 1400jährigen Jubiläums der Taufe des FravkenköntgS Chlodwig stad zahlreiche Pilger aus der Pariser Dtöcese hierher gekommen. Als diese sich im Zuge mit Banuern vom Bahn- Hofe nach der Kathedrale begeben wollten, wurden sie von der Polizei daran gehiudert. ES entstaub ein unbedeutendes Handgemenge, das zu einer Anzahl Verhaftungen führte. Ferrol (Spanien), 24. Juni. Das französische Geschwader wurde im hiesigen Hafen mit Jubel empfangen. Petersburg, 24. Juni. Der kaiserliche Wagenzug ist heute nach Moskau abgegangen. Der Miutster der Verkehrswege reift morgen nach Moskau und inspicirt die Strecke. Ein feierlicher Einzug in Petersburg findet nicht statt. Die Ankunft des kaiserlichen Gefolges wird für den 27. Juni erwartet. fix»«'*« bei Bure« Berlin, 24. Juni. Die wirthfchaftliche Bereinigung des Reichstages berieth heute den vom Bunde der Landwtrthe ausgearbeiteten Gesetzentwurf, bett, die Jn- validitätSverftcherung. GS wurde beschloffeu, daß der Entwurf nur ein Anstoß sein solle, ohne in den einzelnen Punkten zu binden und dem Reichstag, falls er vertagt wird, im Herbst zugehen soll. Berlin, 24. Juni. Die „Nordd. Allgem. Ztg." wendet sich nochmals gegen die falsche Nachricht, daß der Entwurf eines AuSwauderungsgesetzeS auf Widerstand gestoßen sei und vorläufig zurückgelegt werden solle und bemerkt, daß die Arbeiten zu dem AuSwanderungsgesetze soweit gefördert feien, daß die Einbringung deS Entwurfs im Reichstage in der nächsten Session, und zwar zu Beginn derselben, mit Sicherheit zu erwarten sei. Berlin, 24. Juni. Zum Bibliothekar des Abgeordnetenhauses wurde der bisherige Bibliothekar an der UniverfitätS-Bibltothek zu Berlin, Dr. August Wolf- stieg, ernannt. Berlin, 24. Juni. Der Botschafter in Wien, Graf Eulenburg, wird demnächst auf Befehl deS Kaisers sich dem Gefolge an der diesjährigen NordlavdSretse anschlteßen. Berlin, 24. Juni. Dem „Berl. Tagebl." zufolge sind anläßlich der Einweihung des Kyffhäuser-Denkmals besondere Vorsichtsmaßregeln behufs Verhinderung eines etwaigen Attentats getroffen worden. Pioniere hatten die vorhergehenden Tage die Umgebung des Denkmals sorg« , fällig abgesucht. (?) I Berlin, 24. Juni. Die Agitation für die Vermehrung der polnischen Privatschulen in Berlin und Vororten wird jetzt von den hier lebenden Polen mit besonderem Eifer betrieben. Zu Gnusten des Schulsonds werden eine Reihe festliche Veranstaltungen, Ausflüge :e. vorgenommeo. Berlin, 24. Juni. Heute wurde vor der ersten Strafkammer deS hiesigen Landgerichts I der Prozeß gegen den ehemaligen Rechtsanwalt Dr. Fritz Friedmann verhandelt. Derselbe, im 44. Lebensjahre stehend und unbestraft, ist angeklagt, 6011 Mk. 30 Pfg. ihm anvertraute Mündelgelder sich rechtswidrig angeeignet zu haben. Unter allerlei Vorwänden lehnte Friedmann die Rückzahlung deS Geldes ab und verschwand schließlich auS Berlin. Die Verhandlungen begannen erst nach 12 Uhr. Geladen stad sechs Zeugen. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Mammroth- BreSlau, da Friedmann auf die Vertheidigung durch Justizrath Kleinholz und Rechtsanwalt Wronker verzichtet hatte. Friedmann betrat in eleganter Gesellschaftstoilette den Saal. Er sah blaß aus. Die Frage nach seinen Personalien beantwortete er ruhig, aber nach und nach wurde er erregter. Von Seiten deS Vorsitzenden wurde Friedmann mit großer Zuvorkommenheit behandelt. Der Verhandlung wohnte auch Andre Sahon, advocat de la cour d’appel de Paris, bei. AuS dem mit dem Angeklagten vorgenommenen Verhör ist hervorzuheben, daß Friedmann sich der ihm zur Last gelegten Strafthat für nicht schuldig bekannte. Er behauptete, die ihm übergebenen 6000 Mark bis zum 8. November als Depot behandelt zu haben. Nachher habe er es an Herrn Stüber, den Director der Moabiter GenoffenschaftSbank, gegeben und hielt sich dazu für berechtigt, lieber den gegen Empfang des Geldes ausgestellten Schein bemerkte Friedmann, er habe mit demselben keineswegs ausdrücken wollen, daß die 6000 Mark auf der Bank liegen bleiben sollten, bis die gerichtliche Auseinandersetzung beendet sein würde. Er verwahre sich auf das Dringendste dagegen, daß daS ein Schuldschein oder Depotschein sein sollte. Friedmann wies auch darauf hin, daß ihm vielfach höhere Summen anvertraut wurden, ohne daß er sie unterschlagen hätte, lieber seine persönlichen Verhältnisse befragt, gab Angeklagter seine Schuldenlast auf etwa 260000 Mark cm; eS set aber mit seinen Gläubigern zu einer Uebereinkunft gekommen. AuS seiner Vernehmung ist noch hervorzuheben, daß Friedmann auch auf seine unglückliche Ehe und darauf htnwies, daß er schon Schritte zu seiner Ehescheidung gethan habe. — Hierauf begann die Beweisaufnahme. Nach derselben beantragte der StaatSanwalt zwei Jahre Gefängmß und drei Jahre Ehrverlust. Das Urtheil, das nach achtstündiger Verhandlung gefällt wurde, lautere auf Freisprechung. In der Begründung des UrtheilS gegen Dr. Friedmann heißt eS: Das Gericht konnte nicht die volle Ueberzeugung gewinnen, daß im Falle Berger kein Darlehensgeschäft vorlag. Der Gerichtshof habe aus rein tatsächlichem Grunde, daß die einzige Belastung durch Berger nicht auSreicht, auf Freisprechung erkannt. Nach der UttheilSverkÜndigung gab der Vorsitzende dem StaatSanwalre anheim, sich über die Frage zu äußern, daß nach dem Völkerrecht Jemandem, der sich unfreiwillig des AshlrechtS begebe, Frist gegeben werden müffe, um sich ins Asyl zurückzubegeben. Der StaatSanwalt erwiderte, die Berliner Gerichtsbehörde habe an dieser Frage kein Interesse. Das schwebende Verfahren wegen betrügerischen Bankerotts werde auf seinen Antrag eingestellt und andere gegen Friedmann vorliegende Anzeigen würden voraussichtlich zu einem Verfahren nicht führen. Dagegen schwebe in Halberstadt ein Verfahren wegen Bestechung. Der Gerichtshof beschloß, Friedmann auS der Haft zu entlassen und ihm bis zum 27. d. MtS. Frist zu gewähren, Deutschland zu verlassen. Hamburg, 24. Juni. Wie gemeldet wird, constatirte der Leibarzt Li-Hung-TschangS gegenüber einer anderen Nachricht, daß Li-Hunq-Tschang heute Morgen von leichtem Unwohlsein befallen war; heute Abend wird derselbe bet der Galavorstellung im (Streufl Renz anwesend sein. Wien, 24. Juui. DaS „Extrablatt" meldet aus Sau Francisko: Am Montag stürzte hier ein vollbesetztes LogtrhauS ein. Die meisten Insassen wurden unter den Trümmern begraben. Bis jetzt wurden 13 Getödtete und 12 Schwerverletzte anS Tageslicht befördert. Lemberg, 24. Juni. Dem Lemberger „Dziennik Polflke^ wird auS Petersburg gemeldet, daß der feierliche Einzug des gekrönten Zarenpaares wegen der neuerlichen Ueber- handnahme der Arbeiter-Bewegung verschoben worden ist. Die Behörden find durch das plötzliche Austauchen dieser Arbeiter-Bewegung völlig überrascht. ' Mährifch-Ostrau. 24. Junt. Englische Militär- und Marine-Attack»! find hier eingetroffen, um sich über die Fabrik von Panzerplatten und Kriegsmaterial zu informtren. Triest, 24. Juui. Seitens der Sanitätsbehörde wurde dem aus Indien hier angekommeuen englischen Dampfer „Eton" die Einfahrt in den hiesigen Hafen verweigert, weil derselbe verdächtige Kranke an Bord führt. Btnffel, 24. Junt. Auf Grund der Dresdener internationalen Sanitätflconventton wurden laut Ministerialver- fügung alle aus dem choleraverseuchten Nilthale kommenden Producte in den belgischen Häfen einer strengen Quarantäne unterzogen. Brnffel, 24. Juni. Im Laufe der nächsten Woche trifft Btceköuig Li-Hung-Tschang hier ein und wird vom König Leopold tu feierlicher Audienz empfangen werden. Dem Btcekönig zu Ehren wird ein großes Galadtner gegeben, welchem sämmtliche StaatSminister, die Präsidenten deS Senats und der Kammer beiwohnen werden. Li-Hung-Tschang wird während seines Aufenthalts in Belgien die Antwerpener und Lütticher Jadustrtebezitke besuchen. Paris, 24. Juni. Die Boulevard-Blätter protestiren energisch gegen die Fretlaffung des italienischen EapttäoS Ravelli und bemerken, daß diese Leichtfertigkeit der Regierung Frankreich Im Kriegsfälle theuer zu stehen kommen könne. Die Blätter erinnern an die lange a jn welcher die italienische Regierung den Romagut verurtheilt hatte. ' > Loudon, 24. Juni. Der „Daily Teleor-- Präsident Krüger habe ia einem Gespräch^', Englaud feien keine politischen Wirren za befot verlange nur Gerechtigkeit und hoffe, daß dir >!tt erhalte. ’Wj London. 24. Juni. Wie nachträglich betont- der deutsche Militärattache Baron von 1 * * gelegentlich der Ueberreichuug deS Geschenks u! Kaisers an daS Dragonerregiment einen Unfall Jvfolge ScheuwerdenS seines Pferde! wurde er üS? und trug eine unbedeutende Verletzung davon. Eemlin. 24. Juni. Ein Schüler bei Dt.I!n ganges der hiesigen Realschule überfiel den «r.flT Mathematik NameoS Szak wegen ungünstiger Ci mit einem Revolver. Nachdem die Schüsse feb! verwundete der Schüler den Professor mit de» schäft schwer. ___________ Berlin. 25. Joni. Der Rector der UutdnsstLi * bat die Directorialmitglieder der akadewi'chrn zu sich und leitete die Erledigung der Angele,> Säbelforderungen ein. Wilhelmshaven, 25. Juni. Die Mariae beauftragte die Hamburg Nordische ®ergegefc[bi2':‘r:'4 Hebung des To rped obootS 8. 48. $et j * „Möwe" ist hierzu angelangt. Rom, 25. Juni. Die Gebeine bel$rlnifl. Oranten wurden gestern gefunden. Dieselben »mer J nächst über Venedig nach Holland tranSporttn. Turin, 25. Juni. Hier fand gestern em fur*tbt«n Unwetter statt. Nußgroßer Hagel richtete großen echu« Pari!, 25. Juni. Hier trifft heute der io t< haftete Jule! Trul ein, welcher die (irbrifhiaJ , Baronin Valley bewirkt haben soll. Petersburg. 25. Juni. DaS große Dorf Pe,.,. e Oranienburg, ein beliebter Sommeraufenthalt w: - , ! Villen, ist vollständig ntedergebrannt. Lei - ist sehr groß. H. Berlin, 25. Juni. Die beiden Raubmartn 8. und Wohlan, welche vor einigen Monaten nnea Wärter ermordet und beraubt hatten, würben tau H 6 Uhr durch Scharfrichter Reindel bingertdmi Cocetes unb prcwinjülkf. Stehen, bes 25. * AnS dem SerichtSdienst. Se. Kgl. Hoiü .»■., Herzog haben Allergnädigft geruht, den Ersten ettatta bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, üar^ ■ | unter Anerkennung seiner seitherigen treuen bsj .-j Dicnstsührung mit Wirkung vom 1. Juli 189! ir <<■ Nachsuchen seines Dienstes zu entlassen. ** AnS dem Fiuanzdienst. Seine QMgtyfrtoi .<< Grohherzog Hoden Allergnädigft geruht, n U den Rentamtmann deS Rentamts Gießen. Wilhelm Rübe, sowie den DiftrictSeinnehwerIntttdn* | einnehmerei Gießen I, Rendanten Karl Platz, beit >i j ihr Nachsuchen, letzteren mit Wirkung vom 1. jili t an, in den Ruhestand zu versetzen, den fRentaart»:-- M Rentamts Alsfeld Joh anneS Dexheimer Diensteigenschast an dal Rentamt Gießen zu oert;-: < Revifionflcontrolleur bet dem Hauptsteoerawie C.ttbi Adam Ofenloch zum HauptsteueramtScottttültan: » Haupisteuervmte Offenbach zu ernennen. •• AnS der Garnison. Den Mannschaften Id ton Wilhelm Regiment! wurde Befehl gegeben, ihrt nenn Garnitur stet! anzulegen, wenn sie in der Stal'- i- -■ haben; die dritte Garnitur wird Sonntag! getilgte. •• Da! Präsidium der Kriegerkaaeratzschili -8* erließ folgende! AuSschretden: DaS Präsidtuoi ttzou tt verehrten Mitgliedern der „Hassia" ergebenft mit, s® Kamerad Major ä la suite v. Hehl ans feine 8-:< Sr. König!. Hoheit dem Großherzog seine! Ird c zweiter Präsident de! Landesverbandes der Kriegedwem schäft „Hassia" enthoben und demselben in Äneifencsri Verdienste bei Bekleidung dieser Stelle da! 2. Klasse deS Verdienstorden! Philipp! de! Allergnädtgst verliehen wurde. Die Krtegerkamn^ „Hassia" wird ihres seitherigen zweiten Präfidmta, ■■ seines Amtes mehr al! 15 Jahre waltete, stet! in tw barfeit gedenken. • • DaS Keiegerheim. Für da! Kri egerhetr Gründung gelegentlich de! FriedenSjubilSow! in! wurde, find bilher Mk. 40,000 gesammelt »oeta- Vorsitzenden deS Ausschüsse!, Generallieutenant | * ChappuiS, wurde ein im Walde bet Limbuiz *- * gelegenes, 2>/, Morgen große! Gelände gefilen?*f<^ den Bau zur Verfügung gestellt. Man hat ssch nicht schlüssig gemacht, ob der ursprüngliche Plan, >*”' im TaunuS zu errichten, aufgegeben werden foO-^ • • Die Oberförster und Forstmeister del Sroßh"^' Hesse» haben neuerdings bei der Regtttung und d«> kammern um anderweitige Regulirung ihrer haltlverhältuiffe nachgesucht. Insbesondere erst ( genannten Forstbeamten finanzielle Gleichstellung richterlichen Beamten. Dal Maximalgehalt der beträgt jährlich 5500 Mk. und da! der bezeichnttc- r beamten 4800 Mk. mu • • Der Bäcker-BnbaudSlas der Mitreldeut'^ Innungen beschloß, al! Orr der nächsten _ ' Gießen zu bestimmen. Zum Vorort wurde , • • Die Capitalreuleusteuer. Die Steuereap - . Lapstalrentensteuer haben sich pro 1896/97 ur Land auf 2,516,639 Mk. gestellt und B jahr 1895/96, in welchem sie 2,871,281 Mk be- ’ uent , Stele: ernenn ’ .- «iitii ffitteUmi ...i-7-bt, Gießen, " iSktattchimrßrr r t... lt.»Gewannen toabn geleiteter -4 3.96. r:r. allsgefchl° .‘int : --4 ein, mi tfitU CuerW, C „diachten Slfll 19 i.V'tranflen, 1 ^Sailens« Sel Dr. Pasch, ' 4. izftSführrr t KS ", ft* ; , -ti - -ujH «m*f ? J -t« ---1111*, | kN ll r'-nch öalther, ' - Ur -Niletui a Ril m ?et- W® 1 HUHtbai Hessen «ömtliche and bea Ftrtinigten e Bnn t A'.'ifcammfa 81, 3;$ Sc: r.titn 11, nach Pirn 3, nach Shill Zwatm 31, nach As tUnrJtD 87. Der H 8tie mit 21,998, w Ion;tn 7593, über ■alt: , gingen. " Seckthrtzerlkichtet 24. Jini: In Folge j ii r-^T ton gelten Jjfrf; :fc'tautta woxtn Ä. i ünß., ab 6t! au ala Eotm- uni Bitt: 3. ülasst führens Rh::t| adgelassen wir j'ft E-etmtaglbllletl zaa »erden. Dn genannte ehm also Anschluß 'ießen gehenden Zug, h er nach Marburg 67 8 * * l ^miHrug iss el also b frmaalen Lourissen ei «- matilto und sich - -Ldtchrn! und feiner 1 ' ld nun auch von diese ' T^lpreisennähignng ' daß die corläufige vt ''l«l sich bald |n einer • Tie deutsche 8ul 1 «ttU Zunahme ai ■ adtm Zahlen über l i«‘er labelle zusavn öbemf '«SA ^^»oambufiut meiirmndnsteir ^•3'nfcnftTit •*i<'"h mb ®ii4 difecmdu^ . J*'«« «nallindnssrj, "nö ^kstu ‘■■-5ltn unb Qocl «•enntaftae JJ’tTinbnitrtt t,??* °°»H K_C ' t!I ?*" Mithin *°5 * " in »7'M ' ta, (%Ht, ”'6*^ '°7°- i bt»Mt tQb,n M, " »t 25. Juni. Al,chv n?« x'.11""" ®’1"* llß&nbtg ntebetgtbtai'i 25. >1. $|i t«h, Q/ lDe[(it dv! einigen und beraubt Ratten, :- Scharfrichter Reindel bin|1Pt NN- ptottyi 145,* Mk. gewachsen. Da je 8 Mk. Steuer Capital 100 1 steuerpflichtige Capitalzinsen darflellen, so bandelt efl si>i-i .r.:in Mehr von solchen Capitalzinsen von 1,816,975 Mk., wo« j Laders auch Angesichts deö fortwährend fallenden doch ein gute» Zeugniß für die fortschreitende Gap'M. i'bung tn unserem Lande ablegt. ' ch'auS- unb Grundbesitzer Bereis. Im Hotel Victoria versc-MLten sich gestern Abend in größerer Anzahl hiesige vau» efc Grundbesitzer, die sich für daS Zustandekommen «en Verein» tn Gießen — nach dem vorbilde an- d-reimk idte interessirten. Der Referent, Herr OttoPeitz au» ilAinz, erörterte in kurzen Worten Zwecke unb Ziele einetÄ «en Vereins und schilderte die große Wichtigkeit de» > uso«r tischlusse« aller städtischen HauS- und Grundbesitzer, . « iggriinschaftlich alle Jntereffen de» städtischen Grund- elgetar nrr» nach jeder Richtung hin durch gemeinschaftliche« vor,G!ir zu wahren. Er berührte die Thätigkeit de» Central* tieritor-icH der Hau»- und städtischen Grundbesitzer-Bereine Demttts.LTid», der sich lediglich die Aufgabe stellt, die Grundbesitze tu einer gemeinschaftlichen Wahrung all ihrer Interesse in m am men zu schließen. ES wurde einstimmig die Grüiiulu g eines derartigen Vereine» beschlosien. Die zur vor L,'. gebrachten Statuten wurden, vorbehaltlich etwaiger «Ditijac'r Abänderungen, genehmigt, und in den Vorstand die yer-tmn Sfl. Wallenfels, Rechtsanwalt Grünewald, bro'flrjor vr. Pasch, Ph. Euler und A. Katz gewählt. ,uani ^eHchästSsührer wurde, ebenfalls einstimmig, Herr A d lull vieler ernannt. " Patent Ertheiluvg. Brause mit Luftzuführung- Heinr. ädt, Gießen, vom 5. 11. 95 ab. " Gebrauchsmuster Sintragnsgen Schaukelvorrichtung >ur : Etiukelbadewannen aus einer Rolle am Wannenende mit i tauber geleiteter Schnur - Dr. Adolf Drescher, üäi 24. 3.96. — Vorrichtung zum Niederhalten der Bläilltt on aufgeschlagenen Büchern unb Noten, loser liaptikit durch ein, mittels gebogenen BlcchftreifenS federnd if^8Rt^|t» Querstück, Anton Daul, Weinheim und , e lilniig Walther, N'eder Ohmen, 10. 4. 96. " l uöwandernng aul Heffen. Nach überseeischen Ländern flnbti in en Jahren 1876 bis 1895 auS dem Groß- i| ereipgilbum Hessen ausgewandert 39,241 Personen 12 imännliche und 16,448 weibliche). Davon gingen >ad tig ben vereinigten Staaten von Amerika 38,525, nach Sri Mt Nordamerika 81, nach Mexico unb Central-Amerika 12, ' -chistSksNlidien 11, nach Brasilien 234, nach Argentinien 147, t .uttibtrn 3, nach Chile 43, nach anderen südamerikanischen ^tcvdM 131, nach Afrika 62, nach Asten 5 uub nach Sch ben «erichttbiellß. Et. 2(1; tn ÄUergnäbigft geruht, bmfc 'ßtridji bet Provinz RhckM ■Innung seiner seitherigen c g mit Wirkung Dom 1. gt eines Dienstes zu entlassen, bw KtaurMß. Seine ? ig haben AletMM gt. itmann beS Rentamts @ir iubt, sowie ben DistriciSeiv'. Tietzen I, Neubauten Rat tu, letzteren mit Wirkung:n Rabeftanb zu versetzen, blii llsselb Johannes De^sn hast an baS Rentamt Giejei tröQear bei btm HanpiS^' eulod) zum HauplsteueraM» imte Offenbach zu «nennen. I her 8mis». Den -gtmeni» wurde Befehl gep et» anzulegtu, wenn ste i° dritte Garnitur wub Wv i$ Präsidium der W»' M Huilitilhn: toW ritgliedern der »HftJ Doior ä la suite v. . Hoheit dem Sroßheki°i - cL beS Landesverbandes -, sssji: :nlen. w RrhlJ m 40 00» iil«*, 1 b,!hn . „m,®- I« a-"ÄZ- > gntbe ein gdioti $■ -"2» kS Hb(inrt D-» 0”11,1 lnt ifrnen 7593, über andere deutsche Häfen 14 AuS- vanni.inii i gingen. " ji erkehrSerleichlernng. Man schreibt un» auS Laasphe, 2!. I Joni In Folge jahrelanger diesseitiger Bemühungen t r wlMetzr von Seiten der Königlichen Eisenbahndirection viffiitl jii|i|eftQnben worden, daß vom nächsten Sonntag, den 28. U. MS., ab bis auf Weiteres versuchsweise an aller i koinn- unb Festtagen ein Sonderzug (vorläufig nur Captin 3. Klaffe führend) 8" Uhr Abends von hier nach Ulaiiitog abgelaffen wird, sowie, daß von Marburg nach hier, vanüttagibillerS zum einfachen Fahrpreise auSgegeben mertata. Der genannte Zug trifft 1032 Uhr in Marburg ein, i ty also Anschluß an den 1054 Uhr von dort nach tehien gehenden Zug, Bisher ging der letzte Zug von :i tx t iiii Marburg 67 Uhr ab ; durch den neu eingeführten omichiW ist es also den aus der dortigen Gegend hierher ,mr,nnten Touristen ermöglicht, 2f/2 Stunde länger hier zu nitimdllen und sich an den Naturschönheiten unseres StaiWjil« unb seiner Umgebung zu erfreuen. Hoffentlich •.vtrbb'iuit auch von dieser Vergünstigung in Verbindung mit r 5 MlpreiSermäßigung ein ausgedehnter Gebrauch gemacht, d ar di» vorläufige versuchsweise Einführung dieser Maßrege Df- bald zu einer definitiven gestaltet. 11W deutsche Ausfuhr hat im Jahre 1895 eine beute »II Zunahme aufzuweisen. Die jetzt definitiv er- . ittitetiD Zahlen über die eingetretene Steigerung find in ^olgtNti Tabelle zusammengestellt: Werth der deutschen Ausfuhr in Millionen Mark 1895 1894 ©Ikcrmottinbuflrie 200,6 157,5 SIKkliniindustrie 151,2 122,9 «WSmftrie 268,9 229.4 EMliDion und Wäschefabrikation . . 101,1 95,4 Ei iftmLustrie 801,8 256,4 Äilttii; Metallindustrien 114,5 100,2 Mlttiir en unb Instrumente . . . 158,9 133,5 . Siklltrlcihlen und CocS 145,8 139,7 (Ml™die Industrie 299,0 270,9 Le Mmlbustrie . 165,8 132,0 PökSiitildustrie 104,4 91,9 Lstb^-Rsiche und Kunstgegenstände . 107,2 100,4 ttit Zunahme der Ausfuhr ist hiernach in allen Jn- bustt:nb: lwllsehnlich. In den meisten hat die Ausfuhr einen größnac lllmfang erlangt, als je zuvor, unb es bleibt nur zu »M«n, daß es der deutschen Gewerbthätigkeit gelingen awgeeilt neu errungene Stellung auf dem Weltmärkte weiter zu b «irrig|en und auSzudehnen. " vlumenfpenben bei veerbigungen. Die hessische Grutzyff d:eS Süddeutschen Gärtnerverbandes be- 'amMsii- einem uv» zugegangenen Rundschreiben die Be- ftrcb?.«:tnt, die seit einigen Jahren, wie wenigstens die ■virtian: iserfichern, in Süd* und Westdeutschland seitens gdftiHtßii Behörden und religiöser Vereine im Gange find, um .Brauch des Blumenschmuckes bei kirchlichen Feier- lichkeÄm besonders bei Trauerfällen, entgegenzuarbeiten." ^:ueM!7gtzr sei der naffauische Pfarrerverein auf die Seite der iN^emfeindlichen Partei getreten und habe besondere Ablöi'WMn empfohlen, deren Ertrag zur Armenunterstützung verwendet werden solle. Die Gärtner verweisen demgegenüber aus den Widerspruch, der darin liegt, daß man einerseits die Blumenpflege durch Schulkiader al« charac'crver- edelnd fördert, andererselrS aber die Blumenspenden unterdrücken will und z. B. Pflanzendecoratrouen der Kirchen bei Trauungen nur gegen besondere Gebühr duldet. Bon 20,000 deutschen Gärtnereien betreibt die Hälfte auch die Blumenbinderei, und in dieser finden an 40,000 Personen ihren Erwerb, abgesehen von den Händlern, der Draht- Industrie, Töpferei :c. Unter den Bluwenbtndern seien gerade viele arme alte Leute, Wittwen unb Invaliden, die der Armenpflege avheimfallen würden, wenn man ihnen die Beschäftigung nähme. Der Dortheil der Ablö-ekarten hätte sofort sein Gegengewicht. Zum Schluß erklärt daS Rundschreiben, die Gärtner erblickten io der Verminderung be« Blumenschmuckes eine Schädigung des religiösen Gefühl» und die Bedrückung eine» stet» göttlich geflauten, staats- treuen unb arbettlfatnen GewerbestanbeS. 0 Reiskirchen, 24. Joni. Heute feiert ber HanbelS- mann Herr Löb Ebelmuth dahier das seltene Fest der goldenen Hochzeit. DaS Ehepaar, desondtr» der Ehegatte, ist noch recht rüstig. £51 n. Boa ber Ribba, 24. Joni. Unsere Imker machen eben sehr vergnügte Gesichter, da sie bis jetzt einen recht guten Honigertrag hatten. Die Schwärme, die in diesem Jahr früher als man erwartet hatte, fielen, hatten eine recht günstige Zeit zum AuSbauen ihrer Wohnungen. Heute Morgen hatten wir ben ersten starken Honigthau in diesem Jahr. Bekanntlich gehören die Jahre mit viel Honigthau zu den für die Bienenzüchter ertragreichsten. n. AoS Oberheffea, 24. Juni. Schon die ganze Zeit her stieß man im Anoncentheil unserer Kreisblätter auf die Veröffentlichungen der Bilanzen der verschiedenen Sparund Leihkassen, der Vorschuß- unb Crebitvereine vom letzten Jahr. Dabei muß es auffallen, wie hoch oft ber Reingewinn unb bamit zusammenhängenb die Dividenbe war. Wir haben Kaffen, welche einen Gewinn von 8 di» 12 pCt. vertheilen konnten. Wenn nun Meter Gewinn bte Differenz ber Activ- unb Pasfivzinsen repräsentirt, unb erstere nicht zu hoch finb, dann könnte man sich schon eher mit einer solch hohen Gewinnvertheilong einverstanden erklären, obgleich bei dem allgemein herrschenden niebrigen Zinsfuß eine geringere Dividende wohl auch als Ausgleich für baS Risiko der Kaffengründer angesehen werden könnte. Wenn aber nun die Sucht mancher Kaffen, mit hohem Reingewinn vor die Oeffentlich- keit treten zu können, gar so weit geht, dem Leihenden unter irgend einem schönen Namen birecte Abzüge an ber zu leihenben Summe von vornherein zu machen, sobaß bem- selben für je 100 Mk., bte er verzinsen unb später zurück- zahlen muß, nur etwa 98 ober 99 Mk. gegeben werben, so ist baS entschteben zu verwersen, unb unsere Kaffenvorstände sollten wohl bedenken, baß die Meisten, bte Gelb zu leihen gezwungen sinb, mit jeder einzelnen Mark rechnen müffen, und baß Borschußkaffen nicht auS selbstsüchltgen Zwecken ge- grünbet werden dürfen, baß biese vielmehr ihre Hauptaufgabe barin zu suchen haben, den Bedrängten vor Wucher- härrben zu bewahren uub ihm möglichst billig die fehlenden Baarmittel zu gewähren. DaS letztere ist namentlich unsrer bedrängten Landwirthschast sehr nöthig, da bet bem stetigen Preisrückgang der landwirthschaftlichen Producte baS in ber Landwirthschast angelegte Capital nur einen ganz geringen ZinSgenuß gewährt. Büdingen, 24. Juni. Bet der heute dahier vorgenommenen Bürgermetsterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Wilhelm Knaf mit 383 Stimmen wtedergewählt. Die Gegencandidaten, Kaufmann H. I. Albert unb Schreiner- meister I. Wittekind II., erhielten 37 bezw. 16 Stimmen. Darmstadt, 23. Juni. Ein Opfer des Berufs ist gestern der in weiteren Kreisen de- Odenwalbes bekannte Arzt Dr. Büchner zu Lengfeld geworben. Er hatte sich vor beiläufig 3 Monaten bet Behanblung einer Kranken eine Blutvergiftung zugezogen, ber er gestern nach gräßlichen Schmerzen erlegen ist. Frkf. Ztg. 8073 auf die 3urifhn, 7851 auf bte Medtciner, 3548 auf die Siudirenden der Bb'lofovbie, Pbllologte unb Geschickte, 2989 auf bte Oer Maürrmallk und ^aturam'senichastm, 1096 auf bte Pdarma- ceuten, 805 auf die S'ubiTerbfn ber CanbiDirlbf-taft (darunter die 370 StuMrenben ber öVo'äfte in Bonn cüibeariff-n), 572 auf die Stubirenben ber (iameralia unb ber KorflwisstnichiU, enbltd) 385 auf die Stubirendkn der ZabnheUkunbe (Rrgrnüotr ben letzten Jadren weisen bte kathottschen Theologen, die Juristen, die Philologen und Maldematiker eine weitere Zunahme, die evangelischen Theologen und die Mebictner einen weiteren Rückgang auf. Verzeichnis? der bei der Fahrkartenausgabe Giesteu verkäuflichen Rundreise-, Lommer- nnd Tonrensahrkarteu. 1) Set der StaätSbahu, nur in den Sommermonaten vom 1. Mai di» SO. September verkäuflich: ! a) RnudreiseRhein: Gießen—Wetzlar—Niederlahnstein- Rübcsheim—Wiesbaden—Frankfurt—Gießen ober I umgekehrt. 10 Tage gültig. 1. Cl. 20.60 Mk., 2. Cl. 15.50 Mk., 3. Cl. 10.30 Mk. b) Tont 14B: Gießen —Wetzlar — Limburg—Diez— Langenschwalbach — WieSbaben—Frankfurt - Hptdhf. Gießen ober umgekehrt. 3 Tage gültig. 2. Cl. 10.30 Mk., 3. Cl. 6 90 Mk. c) Rundreise Gießen—Wetzlar —Betzdors—Köln—Cod- leuz—Gießen ober umgekehrt. 10 Tage gültig. 1. Cl. 2480 Mk., 2. Cl. 18.70 Mk., 3. Cl. 12.50 Mk. d) Rundreise Hessen: Gießen—Frankfurt a. M.—Matn- a \ für ober Offenbach — Hanau —Fulba — Bebra — « Caffel—Gießen ober umgekehrt. 14 Tage gültig. = 1. Cl. 27.60 Mk., 2. Cl. 20.70 Mk., 3. Cl. * 13.80 Mk. cn e) Sommerkarteu nach Norderney über Norbbeich ober Geestemünde (Bremerhaven) ober Cuxhaven unb zurück. Gültig 45 Tage. 1. Cl. 79.60 Mk., 2. Cl. 61 Mk., 3. Cl. 42.40 Mk. । f) Sommerkarteu nach Borkum über Leer ober Emben ober Geestemüube (Bremerhaven) ober Cuxhaven l unb zurück. Gültig 45 Tage. 1. Cl. 84 Mk., \ 2. Cl. 66.60 Mk., 3. Cl. 49.10 Mk. Nähere Auskunft über die Sommerkarteu wird von der FahrkarteuauSgabe ertheilt. 2) Sei ben Oberheffifcheu Bahnen während deS ganzen Jahre»: a) Rundreise Gießen — Alsfeld — Fulda—Elm—Gelnhausen—Ntdda—Gießen ober umgekehrt. Gültig 8 Tage. 1. C'. 15.20 Mk., 2. Cl. 11.40 Mk., 3. Cl. 7.70 Mk. 25 Kgr. Freigepäck. b) Touren rach dem Vogelsberg: !Tonr 3 : Gießen—Hungen—Laubach zurück Mücke— Gießet, ober umgekehrt. 4 Tage gültig. 2. Cl. 2.50 Mk., 3. Cl. 1.90 Mk. Tour 4: Gießen—Hungen—Laubach zurück Grünberg— Gießen ober umgekehrt. 4 Tage gültig. 2. Cl. 2.30 Mk., 3. Cl. 1.70 Mk. Tour 5: Gießen—Hungen—Laubach zurück Schatten— Nidda—Gießen ober umgekehrt. 4 Tage gültig. 3. Cl. 2.50 Mk. Tour 7: Gießen —Mücke zurück Schotten — Nidda— Gießen oder umgekehrt. 4 Tage gültig. 3. Cl. 2.40 Mk. Tour 8: Gießen—Mücke zurück Gedern—Stockheim— I Gießen ober umgekehrt. 4 Tage gültig. 3. Cl. \ 2.80 Mk. Zur Benutzung der in Frankfurt unb Hanau aufliegen- ben feststeheaden Runbreifekarten werben am hiefigen Fahr- karten-SchalterAnschlußkarten a2Mk. verausgabt. Diese wirb zugleich mit ber Rückfahrkarte nach Frankfurt (Hanau) gelöst, finbet bart auf die zu erwartende Rundreise* karte Anrechnung zum vollen Betrag, während zugleich die Rückfahrkarte gleiche Gültigkeitsdauer wie jene enthält. Wir bringen diele hier bestehenden VerkehrSerleichter- ungen in übersichtlicher Zusammenstellung zur allgemeine« Kenntniß. Großh. Handelskammer. Dermtföte». • MoSbach (Baden), 24. Juni. Der jugendliche Verbrecher Ferdinand Weber auS Distelhausen, ber in den letzten Jahren Über hunbert Gebäulichkeiten seines HeimathS- orteS in Brand gesetzt und etwa 150,000 Mk. Schaden verursacht hatte, wurde von der Strafkammer zu 6 Jahren Gcfäugniß verurtheilt. Die Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen widersprachen sich. • Wie unberechtigt die Boreingeuommeuheit vieler Leute gegen die Zahl 13 ist geht au« der Schilderung des beim Unter- gang deS Dampfers „Drummond-Castle" geretteten Passagiers Mr. Marquard hervor. Dieser efnzige dem Tode entronnene Paffagier bewohnte nämlich die Kajüte Nr. 13. Universität- - Nachrichten. Die Frequenz der deutsche« Universitäten. Man schreibt der „Frtf. Ztg.": Die Gesammtzaht ber Stuvirenden, bte im laufenden Sommerhalbjahr an ben 21 deutschen Universitäten (bie Akademie Münster mit inbegriffen) immatriculirt sind, beträgt 29747 gegen 29 117 im vorigen Wmter und 29 107 im Sommer verrl offen en Jabres. Damit ist bie bisher höchst» Frequenz, 29 491 im Sommer 1889, noch übertroffen worden. Der Besuch Der einzelnen Universitäten ergibt sich aus der nachstehenden Tabclle, in welcher Überall des Vergleiches wegen zwischen Klammern zuerst die Besuchszahl des letzten Winters unb bann bie bc8 vorigjähriaen Sommer« beigefüot ist: Berlin 4649 (5368—4265), München 3777 (3621-3662). Leipzig 2876 (3019-2798). Bonn 1863 (1631-1760), Breslau 1425 (1390—1407), Halle 1415 (1488—1465), Freibura 1379 (1036—1412), Würzburg 1284 (1365—1342), Tübingen H77 (1138—1241), Heidelberg 1164 (1026—1252), Erlangen 1138 (1116-1154), Göttingen 1007 (870—879), Marburg 965 (888—952), Greifswald 948 (807-879). Straßburg 938 (1004—986), Jena 761 (682—730), Kiel 708 (538—749), Königsberg 700 (712—756), Gießen 630 (551—558), Rostock 500 (426—413), schließlich Münster 448 (434 —437). Bei Ausscheidung nach Facultäten treffen 1782 I auf bte katholischen unb 2646 auf bie eoangelischm Theologen, I worreSdteuft in der Synagoge. SamStag den 27. Juni Vorabend 7* Uhr, Morgens 8“ Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 9" Uhr. Verkehr, CattO» ttnfc VoUrwirthschaft. yimtiure . 24 Juni. Fruchtmarkt Rother Weilen JL 13.90, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.50, Gerste X 0.00, Hafer X 6.90. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffm am 25. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16»/», Lust 18°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Seiden-Damaste Mk. 1.35 bis 18.65 p. Met. — sowie schwarze, weiße unb farbige Henna* derg-Leide fron 60 Pf. bis Mk 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, carrtrt, gemustert, Damaste rc- (ca. 240 oersch- Qual, und 2000 versch. Farben, DesfinS rc-), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. 24 Seiden-Fabriken 6. Henneberg d k. hoa.), Zürich. Die Rentabilität jeder maschinellen Anlage wird dedentend erhöht durch Aufstellung eine« ökonomisch arbeitenden BettiebSmotors. Als sparsamste Betriebsmaschinen sind die Locomobilen mit ausziehbaren Röhrenkesseln von SU Wolf tn Magdeburg*Bocka« bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Ardustrie undLandwirthschast verbreitet. Gering erBrennmaterial- verbrauch, große Leistungsfähigkeit u. Dauerhaftigkeit sind dieHaupt- vorzüse dieser Maschinen, vermöge deren sie nicht nur auf allen deutschen Locomobil-Concurrenzen stet» den Sieg davongetragen haben, sondern auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit den höchsten Preism ausgezeichnet sind. [411 rlw t Se««l Amtlich Wolff. 5858 Spengler gesucht 700 5856 Gnauth. 5860 Gießen, den 24. Juni 1896. 5859 6. tz Gesucht Winheim. 5845 SWT Billigste kosten - Anschläge gratis. 'M * hft a 5861 Stellen-Gesuche. Junge Amme | 0 Prospecte gratis und franco. 5865 5795 in Eick en rod. 600 2800 100 Ctr. melkten Kohlen 1. Qual., (Str. Nußkohlen 2. Sorte, Ctr. Braunkohlen 1. Sorte von Heffenbrücker Hammer und Ctr. Braunkohlenbriketts Kui I o hsnn RwUdu Pon J. G. 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Die Lieferung des Brodes für das Hospital und die Stadtarmen für die Zeit vom 1. Juli 1896 bis 31. März 1897 soll anderweit vergeben werden und sind Offerten bis zum Montag den ÄV.Juni d.J., Nachmittags 6 Uhr, beim Armenamt einzureichen, woselbst auch die Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Gießen, den 25. Juni 1896. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. liefert schnell zu billigen Fr** 4 UaniCOUVeriS Brühl'sche vni> I -i (Pietich * Scbeyd»), n mit Firmendruck Schnl8tra89g ----- A. & G. Wallenfels. Gate Speisekartoffeln hier ab Mk. 2.50 per Centner. 6846 Kennel, Rtegelpfad 31. Ein gutes Dreirad zu verkaufen. 6331 Wo? sagt die Exped. d. Blatte«. Ein Qngeförter, gut gebauter, 16 Monate alter Zuchtbulle, reiner Vogelsberger Raffe, steht zu verkaufen in dem Zuchthofe bei Herrn Wilhelm Kunkel F-*Tüchtige ermischteAnzeigen.|| Küchenmädchen auf sofort gesucht. 5864 Magenbe^chwerden. 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Witte. 5853 ^^eKteigerungen^j Grasversteigerung. Montag den 29. d. Mts., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das Heugras von den dem Marien, stift Lich zustehenden etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Oberbessingen versteigert werden. — Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, den 20. Juni 1896. ■M