AnzeP oon outoirti' zeamtensE Donnerstag den 26. März 73 Erstes Blatt. 189« Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Aints- unb Anzeigeblatt für den Areis Greffen. Redaction, ikxpeditto» und Druckerei: -chukgratzeAr.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger Adounemeutiprei» i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Die Ließencr Ka«itte«0lL1ier werden dem Anzeiger wdchmtlich dreimal beigelrgt. Der chNtzeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Annahme von Anzeigen.zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Hratisöeikage- Gießener Jamilienötätter. 7n,'r7^7«7r^7n^!7^ Aus den Verhandlungen der Ersten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadl, 24. Mär; 1896. Unter dem Vorsitz des ersten Präsidenten Fürst Isen- burg-Büdingen trat heute Morgen um 10 Uhr die Erste Ständekammer zu einer zweitägigen Session zusammen. Ja rascher Folge erledigte das Hau» die umfangreiche Tagesordnung, indem die Uebereinstimmung zu den Beschlüsien Zweiter Kammer ausgesprochen wurde. Nur bet der Vorlage der Großh. Regierung, die Herabsetzung des Zinsfußes bet Darlehen aus der Lande-credilkasie oon 4 pCt. auf 3*/2 PCt. beschloß das HauS dem Antrag des Commer- cienrath Michel gemäß einstimmig, den Zinsfuß auf 3l/| pCt. festzusetzen, lehnte dagegen einen Antrag des gleichen Abgeordneten, die T'.lgungSquote von 1 pCt. auf l/2 pCt. herabzusetzen, einstimmig ab. Der in der Zweiten Kammer gefaßte Beschluß, die B e« leih ungSgrenze von 50 pCt. der ortsgerichtlichen Taxation auf 2/3 deS TaxationSwertheS zu erweitern, wird einstimmig abgrlehnt. Die geforderten Summen für Erwerbung von Gelände zur Vergrößerung des Geländes der technischen Hochschule sowie für die Errichtung eines Baues zur Erweiterung des electrotechnischen Instituts, werden ohne Debatte genehmigt. Der von der Zweiten Kammer beschlossenen Aufhebung drk Weinsteuer-GesetzeS vom 9. Dezember 1876 be antragt der Finanzausschuß des hohen Hauses, nicht beizutreten. — Commerctenrarh Michel weift darauf hin, daß daö jetzige Wetnsteuergesetz überhaupt nur noch ein Torso sei. Er kann überhaupt nicht verstehen, warum die Regierung auf Beibehaltung eines so mißliebigen Gesetzes noch Werth legen könne. Dies sei geeignet, Mißstimmung in.den Reihen der hessischen Winzer hervorzurufen. Er hofft nicht, daß die Regierung zu dem jetzt bestehenden Gesetz zurückgreifen werde, denn dieses sei daS denkbar schlechteste, was man nur haben könne, und daS nur geeignet sei, dem kleinen Winzer zu schaden. — Finanzminister Weber erklärt, eine Weinsteuerdebatte nicht mehr Hervorrufen zu wollen. Die Regierung habe der Zweiten Kammer ein auf anderen Grundsätzen der Besteuerung bafirendeS Gesetz vorgelegt. Dieses sei abgelehnt worden, nicht daS alte Gesetz und um dieses handele eS sich auch heute. Die Regierung könne auf die Wetnsteuer nicht verzichten. — Graf Laubach als Vorsitzender deS Finanz- auSschuffeS drückt sein Erstaunen darüber auS, daß er bis heute von einem neuen Weinsteuergesetz noch nichts gesehen habe. Er ist aber auch dafür, daß daS Weinsteuergesetz als drohender Finger bestehen bleibe, auf daS man im Falle der Noth zurückgreifen könne, wenn es auch als ein schlechtes Gesetz verschrieen sei. Wenn man etwas älter und ein Bischen ruhiger geworden fei, werde man sich schon viel bester mit der Zweiter? Kammer einigen können. — Präsident Görz tritt für Aushebung deS Gesetzes ein.' Eine Vergleichung mit den Bier- und Branntweivplvducenten könne hier nicht Platz greifen. Beim Weinproducenten hänge die Arbeit eines ganzen Jahres daran, das sei bei ersterer nicht der Fall. Eine Besteuerung falle sogleich auf den Winzer und der könne eine Steuer auf keinen Fall vertragen. Er bittet daS HauS, dem Beschluß der Zweiten Kammer beizutreten. Der Beschluß der Zweiten Kammer wird hierauf gegen fünf Stimmen abgclehnt. Ein Gesuch deS Vorstandes des Vereins Mainzer Kaufleute um Offenhalten der Schaufenster der Ladengeschäfte an Sonn- und Festtagen beantragt der Ausschuß conform dem Beschluß der Zweiten Kammer abzulehnen. — Geh. Commerzienrath Michel weist nochmals auf die Ungleichheit der Gesetze in anderen Staaten hin. In Wiesbaden sei das hier Gewünschte vorhanden. Diese Ungleichheit schädige aber den Kaufmannsstand, der ohnehin durch die Sonntagsruhe geschädigt sei, sehr. Er ersucht daS HauS, dem Gesuch Folge zu geben. — Ministerialrath Emmerling erklärt, daß daS Offenhalten der Schaufenster schon seit langer Zeit in anderen Staaten bestehe. Preußen habe den Zustand einfach belaffen. In Hessen liege die Sache anders, da sei angrordnet gewesen, daß die Schaufenster erst nach dem NachmittagSgotteSdienft geöffnet sein konnten. Viele Bedenken sprächen gegen das Gesuch, insbesondere vom Standpunkt der Ladnerinnen und Gehülfen auS. — Frhr. v, Hehl kann die letzteren Bedenken der Regierung nur voll und ganz unterstützen, umsomehr, als eS sich hier um den Schutz der Sonntagsruhe der Ladnerinnen und Gehülfen handele. Gegen 6 Stimmen wird daS Gesuch abgelehnt. Damit wird die Sitzung um 1 Uhr geschloffen. Morgen früh Fortsetzung der Berathungen.________________ Deutscher Reichstag. 68. Sitzung. Dienstag, den 24. März 1896. Die dritte Berathung des Etats wird in Verbindung mit der zweiten Lesung der Schuldentilgungs-Vorlage fortgesetzt. Abg. Hug (Ctr.) begrüßt letztere Vorlage als einen Schritt, das wettere Anwachsen der RetchSschulden zu verhindern. Die Schuldentilgungs-Vorlage wird hierauf in zrrniter Lesung gmehmigt. Zur Debatte steht zunächst der Marine-Etat. Abg. Metzger (Soc.) bemängelt dte schlechten Wassel Verhältnisse auf der Werst in Wilhelmshaven und rügt dte Entlassung von Arbettern blos aus dem Grunde, well ste socialdemokraltsche Gesinnung bethätigt hätten. In Wilhelmshaven würden auch die Inhaber von Geschäften boycottirt, wenn ste tm Verdacht social- demokratischer Gesinnung seien. Staatssecretär Hollmann: Das Reich hat bereits große Mittel aufwenden müssen, um gutes Wasser nach Wilhelmshaven zu schaffen. Im nächsten Jahre wird bereits eine zweite Rohrleitung nach dort angelegt werden. Was die Arbetterentlassung anlangt, so tst der betreffende Fall mir nicht bekannt, ich bin aber überzeugt, daß der Herr Werstdtrector denselben nach bestem Wissen und Gewissen geprüft haben wird. Im Allgemeinen kann ich nu^ sagen, wenn so umfangreiche Entlastungen stattgefunden hätten, rote Herr Metzger angibt, so müßte ich davon wissen. Ich kann mir auch nicht denken, daß die Offiziere auS solchen Gründen,-wie Vorredner sie anführte, Bürger doycottiren. Wenn sie nicht in W. selbst, sondern von auswärts Maaren beziehen, so kann ich ihnen darüber keine Vor- schrtLten machen. . _ ,, Bet dem Titel Instandhaltung der Flotte und Werftanlagen beklagt .... Abg. Rickert (srs. Vg.), baß bisher noch immer nicht eine Gletchstcllung der Werslverwaltungssecreläre mit den Jntendantur- secretären erfolgt sei. Geh Admtr.-Rath Plath erwidert, man könne nicht eine einzelne Beamtenklasse herausgreisen Beim Etat der Justizverwaltung erklärt Abg. Lenzmann (srs. Vp), er habe sich neulich bet Erwähnung des Prozesses Heintze in der Person des Vorsitzenden geirrt. Nicht Brausewetter, sondern Rieck habe den Vorsitz geführt. Bet dem Etat der Postverwaltung liegt ein Antrag Zimmermann vor, wonach die Postschalterdienflstunden an Sonn- und Festtagen auf die Zeit von 7 resp. 8 bi« 9 Uhr Vormittags und 12 bis 2 Ubr Nachmittags festgeletzt werden sollen. Abg. Hü^edru (christl.-soc.): Den Behauptungen der Postverwaltung in Bezug auf die Sonntagsruhe der Unterbeamten widerspreche, daß ein Briefträger in Eaffel Sonntags viel öfter und dauernder beschäftigt werde. Unterstaatssecretär Fischer: Wir haben nichts zu verdunkeln. Unsere Anordnungen gehen dahin, daß von drei Sonntagen mindestens ein ganzer oder zwei halbe dienstfrei sind. Heber den Easteler Fall hätte ich nur dann antworten können, wenn mir der Vorredner vorher davon Mittheilung gemacht hätte. Abg. Zimmermann (Am.) befürwortet seine Resolution rm Jntereste der Schalter- und Unterbeamten. Director Fritz sch wiederholt die bereits früher vom Staats- ftcretär v. Stephan abgegebene Erklärung, daß eine über diese Frage angestellte Enquette es doch als zweckmäßig ergeben habe, es bei dem bestehenden Zustande zu belassen. Abg. Wenders (Ctr.) bemängelt die Höhe der Gebühren im Fernsprechverkehr mit Vororten. Feuilleton. Des Hsnnewsckels Kirmrßsormtsg. Skizze aus den Psälzer Bergen. Von Heinrich v. Lautern. (Fortsetzung.) Unten schlägt-der Hund an, der Hannewackel schrickt zusammen, schier wie bei schwarzen Sünden ertappt, und ist im Jta dte Treppe hinunter und wieder auf dem Hofe. Aber »it der Bankträumerei istö vorbei, keine Ruhe hat er mehr in der kleinen, stillsonnigw Welt- - er wehrt dem nach- -ringenden Nero und tritt aufathmend durchs Thor auf die Straße. Auch hier weit und breit keine Menschenseele, alle» 8ill und auSgestorben, alles in Elmstein. Er schreitet zum Dorf hinaus über den heißathmenden Feldrain, wo die Grillen ihr melancholisches Lied zirpen im hohen, gelben Saatenseld, »o dte Kornblumen blühen und der Mohn und wo die Lerchen jabilirend in den blauen Aether aufsteigen. Da, wo der Salb beginnt, hält er sinnend an. DaS ist dte Stelle, hier am den halb versunkenen Feldstein, wo er sich vor Jahren irch langer, weiter Wanderung müde inS GraS geworfen und to er das Martle zum ersten Male gesehen. Ste war so freundlich und so gut zu dem bestaubten, durstigen Wander- Hirschen, alS es sich schickte, daß ihr Vater, der Sonnenseit- Bauer, just einen neuen Knecht einzustellen hatte, da glaubte ter Heimathlose, der eben sein vielliebeS Mütterlein begraben, fier eben die Schwester, die unselige Kindesmörderin, verbucht, im friedlichen Bergthal bei den derbbiederen Waldleuten und bei dem sonnigen, treuherzigen Marile eine Heim- halte für sein junge-, heimgesuchte» Leben gefunden zu haben. Ia.hre find seitdem vergangen, aber die Heimstätte — die de imstätte hat er noch immer nicht gefunden. Und die derb- biederen Waldbauern — gebraucht und geplagt haben fie ihn nach Gutdünken, den „Hannewackel" haben sie ihn, den hei mathlosen Habenichts geheißen, arbeiten hat er müffen, tagaus, tageiu, vom ersten bis znm letzten Sonnenstrahl. Wohl klingelten ihm dte harten Batzen mittlerweile in die Hand, wo aber blieb die Liebe und die Theilnahme, die er im friedlichen Bergthal erhofft und gesucht? Und das treuherzige Marile — ach, wohl ist fie immer gut und liebreich gewesen, aber da ist nun der Andere gekommen, der schmucke Franz, und hat ihr Herzlein tm Fluge erobert und so muß er alleweil bescheiden und demüthig bei Seite stehen — er, der arme Knecht. Ueber den raschelnden Laubboden, durch dte schwankenden Farrenkräuter und über die sonnenstrahlfleckigen FelSblöcke schreitet seufzend der Bursche durch den gründämmernden Hochwald. Aber seltsam! Heute will ihm nicht wohl werden in diesen feierlichen und erhabenen Schattenhallen, da- Säuseln und Flüstern der Blätterkronen zittert unruhig in seiner auf» geregten Seele nach und in der unsteten Brust gährt es auf wie ein heißbrennender Durst nach Freiheit und ungemeffenen Lichtweiten. Und über die Blöcke und daS knackende Unterholz geht eS mit mächtigen Sätzen zum Höhenkamm hinauf. Oben steht er hochathmend und tm perlenden Schweiße still. Aber wie wohl thut da» Lüftchen, das hier über die Lichtung geht, und wie herrlich der Blick in die ganze, weite, sonnen- trunkene Runde! Dort die schattigen Thäler und blitzenden Silberbächletn, die saftiggrünen Feld- und Wiesengelände, dte schmucken, weiß-rothen Dörfchen uvd Städtchen, die schimmernden Ktrchthurmspitzen, die gleißenden Seespiegel und dort ganz in der Ferne die blauen, duftigen Berge, die mit dem Himmelsäther schier zu verschmelzen scheinen. Wie schön daS alle»! Und dann hier, tief unten, versteckt im Waldthal, daS Dörfchen, da der winzige Hof, da die Straße, die sich tote ein schimmerndes Leinenband durch die Baumstände zieht, da — einmal nach recht», einmal nach link», alleweil im Zickzack — gingen fie hin, der Bauer und die Bäuerin, der Bub und daS Marile, und da liegt Elmstein, und da ist die Kirmeß. Trägt der Wind den Schall herauf? Dem Hannewackel ist», als höre er den summenden, schwirrenden Trubel der Menschlein, die er da unten wie schwarze Käferchen um bunte Fleckchen wimmeln sieht, ihm istS, al» höre er das Lachen und Lärmen der Kinder, die Marktschreier, gar die Tanzmusik- und alle», wa» Augen, Ohren und ein Paar srtsch- rothe Lippen hat, freut sich und juchheit. Und da ist auch daS Martle und da der Franz, und sie umschlingen sich beide mit strahlenden Augen und tanzen und lachen und jubeln. O, warum irrt nur er hier einsam und freudlos in der tobten, schweigenden Waldwelt umher, warum nicht eilt er hinab, lacht und trinkt, tanzt und jubelt mit? Warum nicht faßt er da» Marile um die schlanken Hüften? Warum nicht packt er den abwehrenden Franz und reißt ihn weg von ihr, wett weg? Ja, warum nicht gibt er ihm eins auf den kecken, schmucken Schädel, daß er kein Marile mehr bethört, daß er still ist, ganz still und für alle Zeiten? Ja, er will ihm ein» anthun, so arm muß er werden, so bettelarm, wie er selber. Auch er soll da» Marile nicht haben, wie er selber eS hat nimmer erlangen können. Ja, er soll eS erfahren, wie eS thut, so arm sein, so auSgeschloffen und so elend mit einer unendlichen Liebe im Herzen. Und der jetzt an ihrer Seite in allen Himmeln schwelgt, fühlen muß erS, fühlen mit aller Pein und aller HoffnungSlofigkeit. Flammend rollte der Sonnenball und langsam über die fernen Blauberge hinab. Vielleicht war e» sein blutrother Strahl, der in der aufgewühlten Seele deS Burschen daS verwandte Element weckte, den alten, unheimlichen Feuerdämon, der im Funken erwacht, zur lodernden Flamme schwillt und der alles fortreißt mit verzehrender Gluth. Durch die tiefer und tiefer dämmernden Waldgründe eilt er keuchend hinab; ob ihm auch die Hefte den Hut entführten, die Haare zausten und die Backen schlugen wie mit tausend strafenden Ruthenstreichen: er achtetS nicht, tiefer und tiefer hetzt er, in seinen Augen glüht, in allen Nerven reißt und zuckt der Feuerdämon. Noch ist eS still unten im Dors. Ein alles Mütterchen nur schlürft über die Straße zum Brunnen, schöpft den Eimer voll und tritt wieder in die Hofthüre. Hier und da kläfft ein Hund, eine Kuh brüllt dumpf auf im Stalle, aber von den Dörflern ist nicht» zu hören und zu sehen. (Schluß folgt.) Große Panik herrscht unter den v CoceU» «nd proHnjkOc* Ausschiffung im KrtegShafen wohnten zahlreiche höhere Offi- kamen, ziere der Land- und Seetruppen bei. — Sieb«. 25. März 1896. •*G. LaudtagSwahl. (Telegramm.) Die Erste Kammer lehnte die Einführung birecter Wehlen zur Zweiten Ständekammer ab. •* Rene Etenerzettel. Heute beginnt die Schutzmann- schäft mit der Vertheilung der Steuerzettel für die Einkommensteuer. •• Kirchliche Tievstuachricht«. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 18. März dem Pfarrer Heinrich Hetntze in Kirchberg die evangelische Deutscher Reich. Berlin, 23.März. Prinz Heinrich von Preußen ist vom Kaiser beauftragt worden, ihn bet den KrönungS- feierltchkeiten in Moskau zu vertreten. Prinz Heinrich wird hierbei von einem größeren militärischen Gesolge begleitet sein. Neueste N^cheichten» WolffS telegraphisches EorrefpondmpBureau. Berlin. 24. März. Die ReichStagS-Commisffon zur Bor- berathuug der Anträge der Freisinnigen und Soztaldemo« traten zum Verein»- und Versammlungsgesetz beendete heute die erste Lesung. Die ReichStogScommission für das bürgerliche Gesetzbuch erledigte heute ein Theil des Pfarrstelle zu Gettenau, Decanat Nidda, und de« Pfarr. vermalter Ernst Freuodlteb zu Ulrichstein, Decanat Schotten, die evangelische Pfarrstelle daselbst zu übertragen. •• Oderhessische Eisenbahnen. Der Sommerfahrpla, der Oberhesfischen Eisenbahnen ist nach dem in der letzten Sitzung de» Slsenbahnbetrathe» angenommenen Entwürfe im wesentlichen der gleiche wie im vorigen Sommer «tt Frühzügen von Gießen nach Gelnhausen um 6 Uhr und nach LlSfeld 6 Uhr 25 Minuten Vormittags. • • Theater. Die für morgen Abend festgesetzte Gast. spiel-Bo rstellung de» Herrn Strohecker mußte wegen Krankheitsfälle» verschoben werden. • • Sircnß Lorch. Wir machen an dieser Stelle auf die heute Abend stattfindende letzte Vorstellung mit der Au». stAltungSpantomime „Mazeppa" aufmerksam. • • vefitzwechfel. Herr Ingenieur Dr. Otto Dirffeubach verkaufte seine Trankfurterstraße 57 belegene Besitzung für 20309 Mk. an Herrn Kaufmann S. GanS Hierselbst. Wie der Radfahrfport immer weiter in das militärische Gebiet eiogreift, zeigt sich auch io unserm Bezirk, indem der Gießener Radfahr-Verein, gegrßodet 1885, der Behörde im Falle einer Mobilmachung zur schnellen Beförderung der OrdreS 16 Fahrer zur Verfügung stellte. ES ist anerkennen», werth, daß der G. R.-B. außer seinen sportlichen verao- ftaltungen seine Kräfte dem Vaterlande zu widmen bereit ist, wenn eS Noth thut. Arbeitszeit in den Backerei« Die Einführung dr» Maximalarbeitstages im Bäckergewerbe, die zum 1. Juli bevorsteht, hat unter den Bäckermeistern ei« Aufregung hervorgerufen. Der Eentralvorstand de» deutschen BäckerinnungSverbandeS hat in seiner letzten Sitzung be- schloffen, die Gegner der Maßregel im Reichstage zu einer Interpellation zu veranlaffen. An sämmtltche JnnungS-Vor- stände ist, wie der „Darmst. Tgl. Anz." mittheilt, die Aos- forderung ergangen, in den Osterferien auf die ReichStagS- abgeordneten in diesem Sinne einzuwirken. •• Heilanstalt für Lungenkranke. Kürzlich sand in Frankfurt eine Versammlung der Bürgermeister und Vertreter der hessischen Städte statt, um über den vom Vorstand der Alter», und JovaliditätS Versicherungsanstalt in Darmstadt gemachten Vorschlag, gemeinsam eine Heilanstalt für Lungenleidende zu errichten, zu beratheo. Die Vertreter der Städte sprachen sich gegen die gemeinsame Errichtung einer solchen Anstalt au». ♦* Zum Schuhe der Bogel. Der Thierschutzverein für da» Großherzogthum Hessen hat darauf aufmerksam gemacht, daß e» sich im Interesse der Schonung der Niststätten und Bruten der der Landwirthschaft nützlichsten Vögel empfehlen dürfte, da» Beschneiden der Hecken nicht mehr — wie seither vielfach üblich — im Frühjahr, sondern in der Zeit vom 1. August bi» 1. März jed« JahrrS vvrzunehmen. Mit Rücksicht darauf haben Großh. Kreisämter den Gemeinden empfohlen, dafür besorgt zu sein, daß die an öffentlichen Fuß- und Fahrwegen befindlichen Hecken nur in obiger Zeit beschnitten werden. Die Privat- grundbesitzer wollen sich im allgemeinen Jnterrffe dieser Au- । ordnung anschließen. * Combinirle Eintrittkkartenheste für die Gewerbe- Ausstellung in Berlin. Das Eintrittsgeld für alle Sehro». Würdigkeiten innerhalb der Berliner Gewerbeausstellung würde nach einer unS zugegangenen Aufstellung 5.20 Mk., an Tagen mit erhöhtem Eintritt aber 7.20 Mk. kosten. E» hat sich nun eine Genoffenschaft mit beschränkter Haftung gebildet, welche laut Vertrag mit dem Arbeitsausschuß der AuSstrlluog combinirle Eintrittskartenhefte, an allen Tagen giltig, zum Preise von 4 Mk. auszugeben berechtigt ist. Dtrfe EoupowHefte enthalten 12 Anweisungen zur Besichtigung der Hauptausstellung, Alt-Berlin, Marine-Schauspiele, Colonial- Ausstellung, Theater Alt-Berlin, Theater Neu Berlin, Amerika- nischeS Theater, Ausstellung von Hagenbeck, Schippanowlkh» Welt-Musik Etablissement, Festschlff des Lloyd, Nordpol- Eisbahn und zum Arabischen Labyrinth. Außerdem habea die Inhaber dieser Coupon-Hefte Preisermäßigung int Aquarium, Belle-Alliance-Garten und für die Rennen zu Hoppe- garten, KarlShorst und Westend. Auskunft über diele Sin- richtung ertheilt schon jetzt Carl StangenS Reise- Bureau, Berlin W. Genna, 24. März. Der Herzog von Genua und Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich find hier eingetroffen. Genua, 24. März. Das deutsche Kaiserpaar ist mit den Prinzen Abends 6 Uhr hier eingetroffen, von dem Herzog von Genua, den Spitzen der Behörden, der Generalität und der deutschen Colonie empfangen, und von einer dichtgedrängten • Volksmenge lebhaft begrüßt worden. DaS Kaiserpaar begab sich alsbald an Bord der Hacht ^Hohenzollern", die NachtS in See sticht. Genna, 24. März. Das deutsche Kaiserpaar fuhr an Bord der Kaiseryacht Abend» 71/« Uhr nach Neapel. Die Weiterreise. Benedig, 24. März. Die „Gazzetta di Venecia" hält ihre Meldung von der ernstlichen Erkrankung de» Papste» aufrecht. Derselbe nehme fast keine Nahrung zu sich, habe seine täglichen Spaziergänge eingestellt und verbringe die meiste Zeit des Tages im Lehnstuhl in einem verdunkelten Zimmer. London, 24. März. Au» Pretoria wird telegraphirt, der BolkSrath habe dem Präsidenten Krüger die Genehmigung zu einer Reise nach England verweigert, trotzdem Krüger selbst den Wunsch ausgesprochen hatte, diese Reise zu unternehmen. — In der Umgegend von Pretoria werden acht Fort» gebaut. «rüffel, 24. März. Der Kronprinz Albert wird Mitte Juni dem Berliner und Wiener Hof einen Besuch hlMTu "elches bin 2 Titel» „Unerlaubte Handlungen" und vertagte sich hierauf I abstatten, biß zum 14. April. Algier, 24. März. _ _ . Köln, 24. März. Die hiesigen Stuckateure haben gestern I Colonisteu und Eingeborenen infolge der Zerstörung der die Arbeit eingestellt, da die Arbeitgeber den dies- I Saaten durch Kälte und anhaltende Trockenheit. Der jährigen Lohntarif nicht durch Unterschrift anerkennen wollten. Gouverneur von Algier ordnete Maßregeln an, um eine Neapel, 24. März. Verwundete au» Mafsauah Katastrophe zu vermelden. Man befürchtet eine Hunger»- kamen heute früh an Bord der „Sumatra" hier an. Der noth wie im Jahre 1867, wo 500,000 Einwohner um» Leben Abg. Hitze (Etr.) spricht gegen de» Schalterdienst am Sonntag Nachmittag. Gegen die Resolution Zimmermann sei allerdings einzuwenden, daß die Stunden des Hauptgottesdienste» nicht überall die gleichen feien. Director Scheffler rechtfertigt die beim Fernsprechverkehr mit Vororten erhobene Sondergebühr durch die dadurch bedwgte Vermehrung der Anschlüsse für dm Teilnehmer, fowie durch die größeren Schwtertgkettm. , „ , , ,, Abg. Hammacher (nl.): Die Fernfprech - Angelegenbeit anlangend, fo zeige sich in Berlin, da» doch noch ein größeres dmtrum ist, als Düffeldorf rc., daß sich die technifchm Schwterigkeitm bewältigen taffen. Abg. Singer (Soc.) hält die Refolutton Zimmermann für ungenügend. Die Sonntagsruhe dürfe überhaupt nicht durch Dienst 1 erdff en werden. deshalb fei nur ein» richtig: von 7 bis J sind die Schalter geöffnet, und nachher gießt es überhaupt nichts mehr. Die Refolutton wird gegm die Anttfemttm abgelebnt. Abg. Werner (Antif.) rügt, daß derBraunfchweigerOberpostdirector an Beamte, Postassistenten, die in feinen Bezirk verseht, ein Circular fenbet, worin ihnen die Erklärung abgefordert wird, daß sie dem Assistmtenverbande nicht beitretm. Das sei unverschämt. Weiter wmdet sich Redner noch gegen allerlei Strafversetzungen von Afsistmtm und gegen die zunehmende Ersetzung von Secretären durch gleichartig befchäfttgte, aber schlechter bezahlte Assistenten. Director Fischer: Wmn eine solche Verfügung wie die Braunschweiger, wirklich ergangen sei, so sei das jedenfalls nicht auf Anweisung der Zentralstelle gefchehm, und eS werde Bericht eingefordert roerben. , , Lei btm Etat bet Reichs-Eisenbahnen tabelt Abg. Bueb (Soc.), baß bet Reichstag so spät einberufen fei, daß jetzt die Erörterungen fo strangulirt werdm müßtm. (Unruhe.) Ob Sie mich hören wollen ober nicht, ist mir ganz fchnuppe. (Präs. Buol bezeichnet diefm AuSbruck bem Haufe gegenüber als unzulässig unb ruft ben Rebner zur Orbnung). Rebner tadelt bann da» übertriebene Sparfystem, welches bte Reichsbahnen auf Kosten bet Angestellten und des Publikums beoachteten. Geh. Rath Wackerzapp weist diesen Vorwurf zurück. Bei dem Eapitel Bankwesen kommt Reichsbankdirector Koch auf das bet der zweiten Lesung vom Abg. Holtz geäußerte Verlangen betr.Herabsetzung deSLombardzins- fuß:S für landschaftliche Pfandbriefe auf den Zinssatz für Staatsanleihen zurück. Er glaube gar nicht, daß die Besitzer der Pfandbriefe ein fo großes Inter esse an dieser Frage hätten. So ganz hervorragmbePapiere feien die Psandb'iese jedenfalls nicht, daß man sie in Bezug auf den Zinsfuß fo behandeln müßte, wie die garan- tirten Staalspapiere. Die Lombardanlage fei ohnehin bei der Bank feit Jahren stark gestiegen, viel mehr als die Wechfelanlage, während gerade da« Umgekehrte erwünschter sei. Den Staatspapieren werde, nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Ländern hauptsächlich um deswillen, um da« Publikum mehr auf den Erwerb von Staatspapieren des eigenen Staates hinzulenken, ein niebtgercr Zinssatz gewährt. Im Uebrigen habe die Reichsbank stets nach Kräften der Landwirthschaft gute Dienste zu leisten sich bemüht. (Lachen rechts.) Wir haben jederzeit, noch bis in die neueste Zeit hinein, bet Con- vertirung landschaftlicher Psandbriese Gelder zur Betfügung gestellt. Abg. Holtz (Rp.). Die landschaftlichen Pfandbriefe feien doch fo sicher, daß nicht zu begreifen fei, weshalb sie nicht ebenso billig lombardirt werden könnten, wie die Staatspapiere. Abg. Graf Arnim (Rp.) äußert sich in gleichem Sinne, die Landwirthschaft finde nicht die Rücksichtnahme, die ihr gebührt. Präsident Koch: Die Sicherheit der Pfandbriefe bezweifle ich g,r nicht. ES find überhaupt weniger banktechnische als bankvolitische Gründe, die unS leiten. Den Zinsfuß, den wir den landschaftlichen Piandhriefen bewilligen, müßten wir noch einer ganzen Reihe anderer Papiere, vor Allem den baierischen ?c. Hypothekenbank- Pfandbriefen zugestehen. Die Bank muß stark bleiben. Redner pro- testirt noch dagegen, daß die Reichsbank die Speculatton bevorzuge, die Bank nehme nur die solidesten Wechsel. Abg. v. Rarborff (Rp): Die Lanbwirthe wunbern sich nicht mehr, baß sie von dieser Sette nichts zu erwarten haben, und'auch nicht» von der Regierung, die nur Redensarten hat, aber nichts Prac- tische» thut. Daß es nützlich ist, die Reichsbank zu verstaatlichen, ist jetzt nicht mehr zweifelhaft. (Beifall recht»). Abg. Me» er-Halle (frs. 93g.) rechtfertigt daß Verfahren der Reichsbank. Der Gesammietal wird entgiltig angenommen, und auf Antrag Lieber die bei der zweiten Lesung in baß Etatsgesetz eingefügten 'totbettj , jurtd» 7 H* Wif, ta ! initet i« cd" b*61 wltt x Ä’”1 Lia bin, nab iu " y Hute »Äitonbtrt* ®1T‘n IL «inaen iW irrt heran machen, ■ wanderten °° RtinM w° ter IkiS starb- Der S Leerdlzunsv!» (Ui übereinander gell ht weil 90 Fuh ho° Ict schon ein geübm lt; nzrn unb übtdltt tertfiant, den 2ua |CB |n studiren. E si. psrr. In den süi flu einige Jahre nie irifc bohrte, unb Iel Icdeu. 81 kam abe fcipfnbergwtif mehr ging eS ein. Die f ibner Reichenbach, i ftn l. »eiter hinan 8 er von Raolincibe, benagen zu können. Tyale zu steht ein F bat staadetherrliche 9 ttie man sie feiten tt mijyu 90 Zaire alt. -1- Salzhausen, 23. März. Wir haben einen Cor- respondenten im benachbarten Nidda, den Herrn Lp, ober p.l, oder Lp, welcher in proteuSartigen Wandelungen erscheint. Waß andere Blätter mitunter eine Woche früher bringen, z. B. die neuen Einrichtungen im hiesigen Bade, vergl. „Gieß. Anz." Nr. 66, ersteß Blatt v. 6. März, hl formt Herr p.l. eine Woche später unteren 13. März etwas um und servirr eß anderen Blättern, z. B. der DarurfiLdter Zeitung alß funkelnagelneue Entdeckung. Bon der Salzquelle bei Selterß berichtet Herr L.p. in ähnlicher Weise uob ebenso von Lindheim und dem Nidderthal - Sängerbünde. Eß ist ja recht erfreulich, wenn man z. B. von mancherlei Nachrichten Notiz nimmt, aber eß sollte doch alle» Dasjenige, waß acht Tage unb länger gebracht worden ist, anderen Blättern nicht ohne Weitere» al» Originalneuigkeitei vorgesetzt werden. Fr. Bo» bet Bergstraße, 23. März. Da» Eapitel „Ausgegangene Dörfer im Großherzogthu» Hessen" hat die öffentlichen Blätter in letzter Zeit beschaff tigt. Die „Darmstädter Zeitung" brachte in ihrer Ne. 129 vom Dienstag 17. März l. I». eine längere Correspondeoz: Da» verschwundene Dorf des Odenwalde», worin sich der Berfoffer verwundert, daß so etwa» in den letzten 50 Jahren geschehen konnte. ES ist aber gar nicht der einzige Fast, der in der letzten Hälfte de» 19. Jahrhundert» passirt ist. Auf seiner Reise nach dem verschwundenen „Dürr-Ellenbach die Bergstraße hinauf über Wemheim unb Waldmichelbach. ist der Herr Eorrespondent ziemlich nahe on einem anderen verschwundenen Dorfe voiüber gekommen, welche» viel leichter erreichbar ist, unb sich nennt: Hohenstein bet Reichenbach, 3n btm W Ät 5, Leite 45 A §4 zu Tiehen wutbi Turch Beschluß Karben fämmtliche s würbe durch fckilut angenommen, 0,8 btm früheren al itrnefr acht Mion, 400 400 2te Sclitn laute Tie Idien Lift a) btm bilan !' -^feigen Taut' B «61 $etWi B- N Tilni ff?” »i'b, «5 LL wer die ,7 nicht nach «ei wiben iß. 1 d IribJE?» "ach ■ ■ en Vermögen ä' Schiffe im Hafen waren festlich geschmückt. Bei der Ausfahrt au» bem Hafen rief der Kaiser, auf der Commando- brücke stehend: „Viva il Re!" Die Menge antwortete begeistert: wViva Imperadore!" Land», 24. März. Der Prozeß Jamefon wurde heute wieder ausgenommen. Der Sergeant White, der der Truppe Jameson» von Mafeking mit ben Depeschen Sir Robinson» gefolgt war, bie ben Befehl zur Rückkehr ent. hielten, sagte aus, er sei unmittelbar nach bem Überschreiten der Grenze von einer Schaar bewaffneter Buren angehalten I worden, welche bte Depeschen geöffnet unb gelesen hätten. I Nach einem Aufenthalt von 4 Stauben sei ihm gestattet worden, unter EScorte weiter zu reiten. Nachdem er endlich Jameson» Truppe erreicht, habe dieser ihm befohlen, die Depeschen Willoughby auSzuhändigeu, der der militärische Leiter oeß Zugeß sei. Willoughby habe ihm sodann erklärt, bie Depeschen würben erledigt werden. Die Truppe sei hierauf in der Richtung nach Johanneßburg weitermarschiert. Er (Zeuge) habe drei Stunden später, alß er sich aus dem Rückwege nach Mafeking befand, 300 bewaffnete Buren getroffen,' welche Jameson folgten. Der Secretär beß Buren- Generalß Joubert, Bowert, sagte auß, er habe Jameson von bem britischen Agenten Dewet auß Prätoria eine Depesche überbracht, unb sei mit der bereit» bekannten Antwort Jame- sonß zurückgekehrt. Der Gerichtshof vertagte sich sodann auf morgen. Dann dürfte eine längere Vertagung eintreten biß zur Ankunft neuen Beweißmaterialß auß Afrika. Depefch« b«i Bure« .Herold'. Berlin, 24. März. Den Abendblättern zufolge wird der Kaiser am 10. Mai zur Rehpürsche nach Primkenau kommen unb dort vielleicht mit der Kaiserin bei.seinem Schwager Herzog Ernst Günther von Schleßwig-Holstein mehrere Tage verweilen. Berlin, 24. März. Wie die »Nordd. Allg. Ztg." hört, ist dem Reichskanzler anläßlich des Trinkspruches, welchen er bei dem Erinnerungßfest beß ReichStageß am 21. März auf ben Fürsten Bismarck außgebracht hat, ein Schreiben vom Fürsten Bismarck zugegangen, in welchem bietet für bte „wohlwollende und ritterliche Kundgebung", durch die Fürst Hohenlohe seiner bet jener Feiet gedacht habe, seinem verbindlichsten Dank Ausdruck gibt. Berlin, 24. März. Die ReichStagS.Commisfion für daß bürgerliche Gesetzbuch berieth heute den 25. Titel beß zweiten Buches, der von ben unerlaubten Hanbluugen hanbelt. § 809 erhielt mit einem Zusatzantrage Cuny folgende Faffung: Wer eine Frauenßperson durch Anwendung hinterlistiger Kunstgriffe oder durch Mißbrauch eines abhängigen Verhält- niffeß zur Gestattung der außerehelichen Beiwohnung ver- leitet, ist ihr zum Ersatz beß barau» entstehenben Schadenß verpflichtet. § 810 erhielt folgenbe Faffung: Wer burch eine Hanblung in einer gegen die gute Sitte verstoßenden Weise einem Anderen absichtlich Schaden zusügt, wird zum Ersatz beß Schadenß verpflichtet. § 811 lautet: Wer im Zustande der Bewußtlosigkeit Schaden zusügt, ist verantwortlich, und 8 812: Wer daß 7. Lebenßjahr noch nicht vollendet hat, ist für den von ihm zugefügten Schaden nicht verantwortlich. Die beiden letzten Paragraphen blieben unverändert. Darauf vertagte sich bie Commission biß zum 14. April. Berlin, 24. März. Der General-Feldmarschall Graf - , Blumenthal ist ber „Kreuzzeitung" zufolge seit einigen 6 'Äe'Resolutionen^betr. Zusammenstellung der Verorbnungen Tagen an einem Bronchialkatarrh "krankt. aus Grund S 120o der Gewerbeordnung (Hitze), ferner betr. warmer Berlin, 24. Marz. Daß „Berl. Tagedl. meldet an» Abendkost (Gröber), betr. Post;eitungstUrif (Schädler) und betr. Pariß, daß bte französische Regierung nunmehr ein Schreiben die Poftaffistenten (Schübler) werben angenommen, dagegen die Re- b(c Rutsche Regierung gerichtet habe, in welchem sie Aus. foluttonen Werner betr. der Postaffistentm unb ßingenß (Mußs ‘ 1” m, ffilnmünhe welwe Äriebmann d-dnun, b« p°st-Ii,»-n S°m>I°sS-uh- .uf unbFrohn- «atung --bitt-, über bie Smwtabe, uMt rf' «“ leichnam) abgelehnt. gegen daß Außlieferungßersuchen der deutschen Regierung er- Endlich wird in dritter Lesung die Vorlage betr. Verwendung I j,0&cn hat. überschüssiger Reichseinnahmen zur Schuldentilgung debattenlos de- Luzern, 24. März. Der Hofzug mit der deutschen ^'"°N°S°ÄüügD«nn-r-,-g b-n 16. »pril: SBodage, betr. UN- »aU erfamilie Ift h-ut-s-üb 6 Uhr 10 Mn. hierein, lauterer Wettbewerb. I getroffen. Nach einem 1 ^stündigen Aufenthalte erfolgte bie la*1 dkl ■ : Ntlijl 7 militari, inbtta k ötlorberung ift aufttemiö °Ei-hrn 8n: tömtn btrtii ** b;n ». 4 , tö btt u ■n'n unb ®*nlü^nng |. Ie»trbe, > lermkisttrii c nb bei beutü tn Sitzunz; ^tQ8‘ zu ti >r Jnuungi.^. tthtilt, die L Mt Reichitz üblich fanl elfter uub K en vom Von:: laltln Datm: t Hellacht beratheu. i dir gtuieiH erschutzvei! hat daraus ■ ssr der Schciiq rtvirthschast ch ikiden der Hiü - im Früdi-d 1. März jeta if haben Sich biforgt zu |rr gtn btftnbllin fn'tamt BenSheim an der Bergstraße. Um dieses aus« gegangene Dorf, daS in sehr geschützter Gegend liegt, zu eneichen, verläßt man bet gutem Wetter in Auerbach die Vrhn, durchschreitet daS Fürstenlager, und hält stch auf dem ncd) Osten ziehenden Fußpfade bis zum sog. Borstein. Wer ünt hat, kann auf diesem Gange den Aiterberg, die Neue Aussichten, den KönigSplatz besuchen. Bom Borstein aus gtlthen, liegt dem Wanderer das schöne Dorf Reichenbach grtDe zu Füßen und genau gegen Osten über dem Dorfe heg hebt sich eine mächtige FelSmasie empor: der hohe Stein, gehn Minuten weiter westlich liegen die GutSgebäulichkeiten bon Hohenstein. In den sünsziger Jahren des laufenden ZihrhundertS standen die Häuser des DörfleiuS Hohenstein zo beiden Seiten des Weges, der Reichenbach mit dem GutS- hefe Hohenstein verbindet. Die Gemarkung Hohenstein besitzt gute Wiesen, das Ackerfeld liegt an den Berglehnen und Iti schwer zu bebauen. Der Boden ist meistens fruchtbar, aber schwer, und in nassen Jahren weniger ertragsreich. An geschützten Stellen finden sich edle Kastanien, auch Hopfen gedieh hier, und in den sechziger Jahren wurde Sago auf dem Gute fabrizirr. Die sünsziger Jahre des lausenden Jahrhunderts waren bis 1857 naß und kalt. Die Erträge der kleinen Hohensteiner Bauerngütchen waren gering. Die mtzkalten Sommer brachten Kartoffelkrankheit, und die Steuern gingen rückwärts. Der Graf von Schönberg kaufte den Sauern ihre Grundstücke ab, aber erst dann, als zu befürchten war, die Güterschlächter würden sich an die kleinen ieutc heran machen, und sie gänzlich rutniren. Diele der Bauern wanderten nach Amerika aus, andere zogen nach Ncichenbach, wo der letzte Hohensteiner unseres Wiffens, 3869 starb. Der Graf hat ihm den Sarg und einige Heitere Beerdigungskosten bezahlt. Der Hohenstein besteht cai übereinander gelagerten, wollsackartigen Quarzbrocken, die wohl 90 Fuß hoch übereinander geschichtet sind. Es gehört schon ein geübter Kletterer dazu, um diese FelSmaffen testeigen und überklettern zu können. Für Geologen ist eß intereffaut, den Quarzgang zwischen Borstetn und Hohen- fiein zu studiren. Er sührt Rothkupfererz und gediegenes Küpser. In den fünfziger und sechziger Jahren wurde ein Keines Kupserbergwerk betrieben. Die Thalbewohner regten sich einige Jahre nicht wenig auf; man suchte und schürfte, uub bohrte, und Jeder vermeinte, eine Goldmine zu ent» leien ES kam aber nichts dabei heraus. Nachdem das Kupferbergwerk mehrere Jahre mir minus gearbeitet hatte, ging eS ein. Die Bergwerkshalden sieht man heute noch hinter Reichenbach, eß wächst nichts darauf, der Boden ist peril. Weiter hinauf, über dem Felsen, stieß man auf eine Aber von Kaolinerde, die aber nicht rein genug war, um sie benutzen zu können. Hinter dem Felsen vorbei nach dem Thule zu steht ein Försterhaus. Hier lebte viele Jahrzehnte ler Landesherrliche Revierförster R., eine prächtige Gestalt, nie man sie selten wiederfindet. Vor Kurzem ist er, wohl nahezu 90 Jahre alt, zu feinen Vätern versammelt worden, die schon vor hundertundfünfzig Jahren als Hauptnimrode . in Diensten der hesfischen Landgrafen standen und R's. Sohn ist dem Beispiele seiner Ahnen gefolgt, indem er in den | höheren Forstdtenst eingetreten ist. A Mainz, 24. März. In der heutigen DerwaltungS- rathSfitzung derHefsischenLudwigSbahngesellschaft wurde beschlossen, die diesjährige Generalversammlung Montag den 27. April abzuhalten. Bezüglich der zur vertheilenden Dividende wurde noch kein Beschluß gefaßt, indem man nicht schlüssig ist, ob der ganze vorjährige Vortrag in der Höhe von 241 191 Mk. mit zur Dertheilung gebracht werden soll. Als Regierungsvertreter wohnte ein neuer Commiffar in der Person deS Herrn Ftnanzrath Welker der Sitzung bei. △ Mainz, 24. März. Die Lohnbewegung, welche seit mehreren Wochen daS hiesige Brauereigewerbe beunruhigte, scheint sich von Tag zu Tag mehr zu einem Strike zuzuspitzen. Gestern Abend sand eine sehr stürmisch verlaufene Versammlung der Gehülfen statt, in welcher die Mehrzahl der Erschienenen verlangten, gegen die „Rheinische Brauerei", als diejenige Brauerei, welche den Forderungen der Gehülfen am wenigsten gerecht werde, sofort den Boycott zu verhängen. Zwar gelang eS den gemäßigteren Elementen, worunter der Abgeordnete Jöst, vorerst von einem solchen Vorgehen abzustehen, doch ist die Gährung derartig groß, daß eine friedliche Beilegung der Differenzen wenig Aussicht auf einen Erfolg zu versprechen scheint. Der Vorstand der socialdemokratischen Partei und baß GewerkschastScartell wurden mit dem Auftrag betraut, mit den Brauereien nochmals einen gütlichen Ausgleich zu versuchen. WöchkMlich« Ukberstcht der Todesfälle tu Gieße«. 12. Woche. Vom 15. März bis 21. März 1896. Einwohnerzahl: «ngmommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeit-,iff er: 20,35, nach Abzug der Ortsfremden 9,04°/«. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom l.LebmSjahr: 2.—15. Jahr. KrebS 1 (1) 1 (1) - Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1) — — Schlägst uß 2 2 — — Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — — Herzentzündung 1 (1) 1 (1) — — Eingekl. Bruch 1 (1) 1 (1) Leberschwund 1 1 — — Altersschwäche 1 1 — Summa: 9 (5) 9 (5) - - »nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Stehen gebrachte Kranke kommen. Witterungsbericht vom 25. März. Central- und Süd-Europa stehen zwar noch unter der Herrschaft hohen Druckes, doch hat derselbe an Intensität verloren und haben sich von seinem gestern noch umfangreichen Gebiete bei 765 Mm. Barometerstand nur noch sehr kleine Reste im Südosten des Erd- theilS und über den Central-Alpen erhalten. Die nordwestliche Depression scheint sich weiter ostwärts über Nordeuropa auSzubreiten und außerdem ein neues Minimum von Westen heranzurücken. I» den continentaleu Lagen sowie in ganz Süd-Europa herrschte am Morgen größtentheilS wolkenloses Welter. Infolgedessen dürste mit dem Ausdreiten des niederen Druckes von Westen her eine »enberunj In den WitterungSverhältnissen sich langsam vorberetten. voaavSfichUichs öttttrtm» t Zunächst noch heiter und warm, dann von Westen her zunehmend« Bewölkung.________ , Bringe in diesem «oaat geeignete RiftlLftcha« fftr etaarc, Meisen und Rothschwänzchen an! Schone alle Secken an Rainen, BSschungen und Zäunen für die nütz- lichen Heckenbrüter! Verfett, Ca«5>- rrnd Vslkrwirtb-chaft. Simburg', 24. März. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14,20, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.70, Gerste X 0.00, Hafer X 6.50. Warum ist die Patent- Myr- rholiN'Leife besser Schönbettspflege der Haut alS die anderen Toiletteseifen? 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Das Grundcapital der Gesellschaft beträgt nunmehr acht Millionen Mark und ist eingetheilt in 4000 Actien Litra A zu 1000 Mark 4000 Actien Litra B zu 1000 Mark. Die Actien lauten auf Inhaber. . Die Actien Litra B genießen folgende Vorrechte: a) Betreffs der Dividenden: Aus dem bilanzmäßigen Reingewinn erhalten nach Zahlung der »:r!ragsmäßigen Tantiemen und Dotirung des Reservefonds die Actien Litra B mit Vorzugsrecht vor den Actien Litra A vom 1. Januar 1896 ei eine Jahresdividende bis zu sechs Procent des Nennbetrags der Actien Litra B. Nach Tilgung dieser Vorzugsdividende sind zu befriedigen die ejii der General - Versammlung dem Aufsichtsrath bewilligten Tantiemen FUs eine 'weitere Dividendenvertheilung seitens der General-Versammlung b>,schloffen wird, erhalten zunächst die Actien Litra A Dividende bis zu »iti Procent des Nennbetrags dieser Actien. Der alsdann verbleibende Sri! wird unter die Actien Litra A und B gleichmäßig vertheilt, falls bchr nicht nach Beschluß der General-Versammlung anderweit zu verluden ist. b) Betreffs des Antheils am Gesellschaftsvermögeu: Aus dem nach Berichtigung aller Schulden der Gesellschaft ver- Hai)enben Vermögen derselben haben die Actien Litra B für den Nenn- betrag vor den Actien Litra A Befriedigung zu erhalten. Das alsdann ittbleibenbe Vermögen ist gleichmäßig unter den Actien Litra A und B Ä oertheilen. Alle Bekanntmachungen erfolgen durch Einrückung in den Deutschen Mchsanzeiger. Die Berufung der General - Versammlung geht vom Lirftanb aus unb erfolgt burch einmaliges Ausschreiben in bem Deutschen »ichsanzeiger, welches mindestens 17 Tage vor dem Versammlungstage ebenen sein muß, unter Bekanntgabe der Tagesordnung. Gießen, den 24. März 1896. Großherzogliches Amtsgericht. Neuenhagen. 2917 Braubach & Fischer in Giessen 4 Neuenweg 4 (am Kreuz) Färberei uud chemische Wäscherei bringen ihr Etabliffement in empfehlende Erinnerung. 'Nur tadellose Ausführung. — Schnellste Lieferung. Billigste Preise. 2386 OtffenHicheManutMchuns. Zur Verhandlung über den im Kaufmann August Hatzler'schen Conmrse vom Gemeinschuldner beantragten Zwangsvergleich ist auf bett 10. April 1896, Vormittags 10‘/2 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 18, Termin anberaumt, zu welchem alle Bethei- ligten hierdurch vorgeladen werden. Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gerichtsschreiberei niedergelegt. Gießen, den 24. März 1896. Der Gerichtsschreiber Großherzogl. Amtsgerichts Gießen: ___________Orth.________2928 SM. SthillWMS. Freibank. [2736 Heute uud morgen: Rindfleisch, nicht ladenrein, pr. Pfd. 50 Pfg. Ochfenfleifch nicht ladenrein, per Pfd. 54 Pfg. Schweinefleisch nicht labenrein, pr. Pfb. 45 Pfg. Haltbarster Fussboden-Anstrich! 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So bietet die Schrift das beste Mittel, die Tendenz des Ultramontanismus und seine Gefährlichkeit für dieGesellschaft zu erkennen. Was seit 1870 von den Regierungen geschehen ist, um den Ultra? montanismuS zu bekämpfen, wie sie oll- mählig zurückgewichen sind, wird zum Schlüsse übersichtlich dargestellt. 387 Putz-Cursus. Damen können bas Putzmachen in 50 Stunben grünblich erlernen. Preis 15 Mk. Erfolg garantirt. Material zum Erlernen stelle gratis, auch können Damen ihre eigenen Hüte garniren. Schülerinnen werben täglich in meiner Wohnung, Ludwig- fl r a ß e 12, angenommen. -22- Frau A. Fließe. empfohlen! Heiserkeit, Katarrh.^^0 d) c? Zu verkaufen. 2 Glasschranke, 5 Glaskasten, 1 Theke mit 5 Schubladen, 1 Ladenpult, 1 Aus- hängekafteu, 2 Glaskasten vor Schaufenster zu stellen, 1 Feuster- tritt, 1 gut erhaltene Wäljmaschine mit 20 Fräsen. 2834 Wilh. Böger. A Wallthorstraße. 2749 I Happel. 2763 Am 2925 Gießen, 24. März 1896. 2687 an die Expeb. d. Bl. 2562 Exped. d. Vl. 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