NW* M ich in dem Hch । auzleiberg 5 dch- •Geschäl As Bestreben fein, oi Ingen bei guter und bü geneigten Zuspruch. $ Achtungsvoll Emil Dön ^ai (3L iiis 8 Uhr ’ 53 j|J*'1 5S ■ Hr&l^ * Wjeit & ^«•Drtnung w, ; nte^inl( °hanna nch hieräls^ eter |, rl Lichteti Smpiehh Gießens und der Un^ n dem Hause 2 (am Kreuz), trieben wurde, daWr »st C-Ä ; wird mein eifrig ;e Waare die volle D uer Brod, dorser Zwieback. HochachtmM- illDos uner als poppeUe* lörper ** JL» terklei»er ir. TeiP^z Ike. 121 Drittes Blatt. «Sonntag den 24. Mai 189« Drr |1*teer £*|4ath*|< Kr.R. Kernsprecher 6L Amts- und 2lnzeigeblutt für den Uveis Gieren. chratisöeilage: Gießener Zsamilienökätter Alle Annoncm-Vureanx deS In- und Au-lande- nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. ,l**1 Ininahme do» Anzeigen zu der Nachmittag- für de» lhmden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. !SW— Amtlicher Theil. Bekanntmachung, »Mrep««d: das Obcr-Ersatzgcschäft für 1896. Das Ober-Ersatz-Geschäst für 1896 wird im Kreise Hießen Mikl woch den 3. Juni im Rathhause zu Lich, Bor- i mittags 8 Uhr, Sidlag den 5. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, amstag den 6. Juni in der Restauration „Zum Lahn- Istein", Nordanlage zu Gießen, Vormittags 8 Uhr, 'NMag den 8. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, DeEag den 9. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, ' Mittwoch den IO. Juni im Gasthaus „Zum Rappen" 8» Grünberg, Vormittags 8 Uhr, 1 Rettfu'ibcn. H haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden : Btidit'ungen an den genannten Tagen vor der Großherzog- 1 ^en iOber-Ersatz-Commission im Bezirk der 49. Jnsanterie- Siißt e in sämmtlichen Aushebungsorten zu ge- s fidleit aa. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen, soweit denselben eine besondere Ladung zugeht; üb. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; ot. die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; cd. die von der Ersatz-Commission als tauglich und ein- stellungssähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; 8». die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; If. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden beson- i M Liadungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche i betreffenden nnverzüalich zuzustellen sind. Der Vollzug t hin Viibnngcn ist innerhalb 5 Tagen anzuzeigen. Die Mi- l MpMichtigen sind außerdem anzuweiscn, ihre Loosungsschcine rml zm Stelle zu bringen. Die zur Beurtheiluug von Reclamationcn in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon bcrichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- Ersatz-Geschäste bis zum Schluß des gesammten Geschäfts selbst anwesend zu sein, um bei der Untersuchung von Felddienstuntauglichen sowie Invaliden ev. Auskunft geben zu können, auch haben sich dieselben darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen, den Ladungen entsprechend, eine Stunde vor Beginn des Geschäfts zur Stelle sind. Gießen, am 14. Mai 1896. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Melior. Geistesausgießung. „Die Natur ist Alles,- die Materie (Stoff) ist Alles", wird man in unserer Zett nicht müde zu versichern. Und doch wird unsere Zeit wie jede andere immer und überall daran erinnert, daß eS zuletzt doch immer der Geist ist, der die Natur in seinen Dienst nimmt und aus den eS ankommt. Nicht das beffere Gewehr entscheidet im Kriege, sondern der beffere Geist deS Heeres. Nicht die größere Fruchtbarkeit des Landes oder das glückliche Klima hat Deutschland in den Stand gesetzt, andere Länder und Völker zu überflügeln, sondern die größere Tüchtigkeit seiner Bewohner. Der sittliche Geist gibt überall den Ausschlag. Nicht bet den Naturkrästen, sondern den sittlichen Mächten liegt zuletzt die Entscheidung. Wir freuten unS der gewaltigen Fortschritte, welche die Dampfmaschine hervorgebracht hat- aber nun ist eS am Tage, daß die moderne Technik und Industrie zur Kehrseite ihrer glänzenden Lichtseiten auch-wieder so dunkle Schattenseiten an sich trägt, daß unS von daher jetzt die schwersten socialen Gesahren drohen. Wie soll man ihnen begegnen? Wir fühlen eS Alle: nicht mit dem Zwang der Gesetze allein läßt sich hier Helsen- daS Beste müffen die sittlichen Mächte thun- Menschlichkeit, Pflichtgefühl, Liebe, welche die bösen Wünsche der Selbstsucht, Unbarmherzigkeit, Gewissenlosigkeit in Schranken halten müssen, sonst geht Alles auseinander. Immer wieder stoßen wir auf schwere Schaden im Volksleben, denen mit Gesetzen nur schwer und unvollkommen beizukommen ist: es sei nun daS Duell-Unwesen oder der Mangel an Treu und Glauben im unlauteren Wettbewerb oder da- schwindelhafte Treiben an der Börse oder die Prostitution oder die dumpfe Gährung in den Arbeitermassen. Ja, wenn man ein Gesetz geben könnte, „WaS da könnte lebendig machen", wie die Bibel sagt. DaS Gesetz kann wohl baß Böse verbieten und strasen, aber nicht den guten Geist lebendig machen und selber geben, der willig und freudig daS Gute thut. Der „alte Fritz", selbst ein Zweifler, mochte wohl am Abend seine- LebenS seinen CultuSminifter anherrschen: „Schaff Er mir Religion inS Land, sonst scheer Er sich zum Teusel", aber daS kann auch ein CultuSminister nicht, auch nicht auf Commando. „Nicht aus eigener Vernunft noch Kraft", sagt unser kleiner Luther'scher Katechismus, „sondern der heilige Geist". So weist er mit einfachen, dem kindlichen Verständniß naheliegenden Worten auf daS große Wunder hin, daS wir zu Pfingsten feiern: die Gabe des heiligen Geistes. „Alle gute Gabe kommt von oben herab." Nicht auf unser menschliches Bemühen allein, aus unsere guten Vorsätze wollen wir hoffen und vertrauen, wenn wir an unseres Volkes Zukunft denken. „Mit unserer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren." Sondern wie Jeder für seine eigene Seele, so sollen wir auch für unser Volk um Ausgießung des Geistes Gottes beten.' ES ist ein Selbstbetrug, wenn die Männer deS Man- chesterthumö meinen, man solle Alles frei „gehen lasten", dann werde sich Alles zum Besten reguliren. Und eS ist ebensolcher Selbstbetrug, wenn die Socialdemokratie meint, im „Zukunftsftaat" werde durch die neue Ordnung der Dinge Alles aufs glücklichste geordnet sein. Der Mensch nimmt in jede „Ordnung" und in jeden „Zukunftsstaat" seine Fehler und seine Sünden mit hinein, die würden auß jeder „Ordnung" bald genug eine „Unordnung" gemacht SS___ 1 Feuilleton. Wochendriese aus der Residcn?. (Originalbericht des „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt. 22. Mai. 5 ÜHlttrische Statistik. — Wettrennen. — Vom Schriftsteller- Verein. — Tnrnerfeier. — Allerlei. Dem jüngsten Berichte über den Schluß der Spielzeit iirehwftheater lassen wir heute die kurze Statistik folgen, d liinfficiell Über die Leistungen der Bühne oom 1. Septbr. L!8$5 Ibis 10. Mai 1896 veröffentlicht wurde. Eß wurden iimNAnzen 144 Vorstellungen im Abonnement, 9 Vorst lalmzen außer Abonnement (darunter 3 Volks- und Schüler- VdeMungen) gegeben, dazu kam noch eine Extravorstellung, aulfii ltllleß zusammen 154 Vorstellungen. Außerdem wurden 6!l lmcerte zum Besten deß Wittwen- und Waisenfondß der H Musik außgeführt, und zur Feier deß 275jährigen Be- stiirsmS! deß LeibgarderegimentS ein Festspiel von Dilettanten v ikmflaltet. Der Kunstgattung gehörten an: Der Oper 80, d>!im Operette 4, dem Ballet 11, dem komischen Genre mit NM 10, dem Schau- und Lustspiel 74 Aufführungen. AuS- Weben sind in der Oper: die Herren Kammersänger Bär, HMTHate, Herr Rupp, Frl. Jungk- im Schauspiel: Herr ©Mtocib, Herr Fredy, Frl. Merito. Besonders bemerkens- w-mb waren mehrere Neueinstudirungen und die CycluS- Aluich:rungen von Schillers „Wallenstein", Grillparzers „ M-mem Vließ", Goethes „Faust" und Wagners „Ring d, tfhttlbtlungcn". DaS große Frühjahrswettrennen des Rad- f »tiervereinS hat am Sonntag, begünstigt vom Wetter u ivi zahlreich besucht, von dem dem Radsport von jeher h' ioücii Publikum stattgesunden und schöne Resultate gebracht. flMuriüffen davon absehen, an dieser Stelle auf den Verlauf de:ü llmzelnen Rennen näher einzugehen, alle wurden von br«!:ü!>nten Fahrern schneidigst „erledigt" und erweckten großes JsMMe. Unter den Zuschauern bemerkte man wiederum demftrinzen Wilhelm von Hessen, der bei den Rennen der bfcafjinn Radfahrervereine stets gern zu erscheinen pflegt und sei üi leibhaftes Interesse für den gesunden Sport schon oft füiiijiflieben hat. Eine VereinSveranftaltung von allgemeinerem Interesse, aber freilich nicht sportlicher Art, brachte auch der vergangene SamStag. Der Journalisten- und Schriftsteller- Verein hielt im Restaurant „Zur Oper" seine außerordentliche Generalversammlung, die zahlreich besucht war. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten, unter denen die Wahl des Vorstandes die wichtigste war, begann der gesellige Theil, der viele interessante wissenschaftliche und künstlerische Darbietungen brachte. Herr Prof. Dr. Löbell hielt einen hochinteressanten Vortrag über die Poesie der Litteratur, der einen überaus eigenartigen Einblick in daß poetische Empfinden und Schaffen eineß kleinen, jetzt wenig beachteten Volkes bot. Die Ausführungen des Vortragenden, der gründlicher Kenner der von ihm behandelten Poesie ist, erweckten das größte Interesse und fanden den ungeteilten Beifall der ganzen Versammlung. Dann folgten noch künstlerische Vorträge verschiedener Art. Herr Hofschauspieler Edward trug eine Auslese von Gedichten deS Herrn Schriftsteller Hepp, der seither den Vorsitz im Verein geführt, mit oft gewürdigter Kunst vor, und Herr Kammersänger Weber erfreute mit mehreren Liedern, die er mit dem ganzen Zauber seiner wundervollen Baritonstimme vortrug. Der Verein darf im abgelaufenen Jahre seiner Thatigkeit mit seinen Erfolgen wohl zufrieden sein. Möge ihm auch fernerhin eine gleich gesegnete Wirksamkeit beschieden sein, seine Zwecke und Ziele verdienen das vollauf. Die eifrigsten Vorbereitungen trifft man augenblicklich zum JubiläumSfest der Turngemeinde. Nachdem der Paradeplatz von der Militärbehörde als Festplatz überlassen wurde, ging man schon vor einigen Taget, an die Herstellung zu dem festlichen Zwecke. Große Masten find ein- gerammt worden, die die electrischen Bogenlampen tragen sollen. Besondere Anstrengung wird die Aufstellung des großen Festzeltes verursachen, daS 50 Mtr. lang und 28 Mtr. tief ist. Man hat eß leihweise aus Nürnberg bezogen, von wo cß in 7 E senbahnwaggons hierhergebracht wird. Zu seiner Aufstellung find allein 10 Tage nöthig. Daß Festprogramm ist unverändert geblieben, nur wird daß Vereins- Riegentnrnen anstatt am Vormittag deß zweiten, am Nachmittag deß ersten Festtages stattfinden. Erfreulicherweise erfährt die Turngemeinde bei ihren Vorbereitungen allent- halben, namentlich auch bei Hofe, die freundlichste Unterstützung, und so bleibt denn nur noch zu wünschen, daß auch der Himmel ein Einsehen habe und zum Feste ein recht freundliches Aussehen zeige, die Darmstädter würden ihm dafür recht dankbar sein, zumal sobald kein Turnfest mehr in ihren Mauern gefeiert werden soll. Besonderes Interesse nimmt augenblicklich das Orpheum für seine Leistungen in Anspruch. DaS gut geleitete Barists bemüht sich, die Gunst deS Publikums dauernd an sich zu fesseln. Im gestrigen Programm tagen namentlich drei Luftturner hervor, die Gebrüder Wortley, die thatsachlich ganz Fabelhaftes in ihren Kunststücken vorführten. Doch auch die übrigen Programmnummern find ausgezeichnet besetzt, und das Etablissement braucht den Vergleich mit ähnlichen Instituten in den größten Städten nicht im mindesten zu scheuen. — Bei Hofe ist eS nun, nachdem die höchsten Herrschaften zur Krönungsfeier nach Moskau abgereist find, wieder still geworden. Nach der Rückkehr soll bann daS Großherzogliche Paar, wie berichtet wirb, einen mehrere Wochen bauernben Aufenthalt im schönen Jagbschloß WolfSgarten nehmen. Für ben Monat Juni ist noch eine große Versammlung in ben Mauern ber hessischen Residenz angekündigt, die Conferenz der Vereine für innere Mission. Zu dieser werden verschiedene namhafte theologische und sozialpolitische Redner erwartet, darunter auch der vielgenannte Hofprediger a. D. Stöcker auS Berlin, der einen größeren Vortrag angekündigt hat. Die Verhandlungen der Konferenz find alle öffentlich und finden im städtischen Saalbau statt. Erfreuliche Erfolge hat auch wieder in dieser Woche der Kunst verein aufzuweisen, der eine neue Ausstellung arrangirt hat, unter denen Werke des Berliner Thiermalers Kuhnert, Szenen au- Ostafrika darstellend, hervorragen. — Im Kunstleben Darmstadts wird denn wohl die Ernennung eines neuen MuseumSinspectorS, den man in Herrn Dr. Bock aus Berlin gefunden hat, bald mancherlei uoth- wendige Reformen zeittgen. In der Gemäldegallerte ist zur Zeit eine Copie der Holbein'schen Madonna ausgestellt, die Frl. Schäfer im Auftrage der Stadt Darmstadt auSgeführt hat. DaS wohlgelungene Bild soll das HochzeitSgeschenk der Residenz für die Kaiserin von Rußland, unsere ehemalige Prinzessin Alix, bilden. In einer Zuschrift an Großh. Bürgermeisterei haben die Herrn Schlachthofthierarzt Liebe und Verwalter Möhl erklärt, ihre außerdienstliche Mitwirkung einer zweiten Kaste versagen zu wüsten. Die mit Behandlung der Sache betraute juristische und Schlachthaus Commission hat sich bezüglich der erwähnten, durch die Stadt zu errichtende Versicherung aus einer Reihe von Gründen, worunter die zu erwartende Zu- fuhr schlechten Viehs und Wegfällen der lediglich unter Mitgliedern geübten, strengeren Controlle angeführt sind, dagegen | ausgesprochen, es bleibe den Unterzeichnern der Eingabe überlassen, eine Versicherung zu gründen, falls sie auf Mit- Wirkung der städtischen Beamten verzichteten- dem allgemeinen Interesse sei durch die bestehende Versicherung genügt. — Es folgt eine lange Besprechung, auf die mangels Raum hier nicht näher eingegangen und nur einiges mitgetheilt werden kann. Herr Löb er schlägt die Einsetzung einer Commission zur Anbahnung einer Verständigung zwischen den Metzgern event. Uebernahme der Versicherung auf die Stadt vor. — Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt sich bereit zur Der- Mittelung, falls er von beiden Seiten angerufen werde. — Herr Schmoll ist dafür, daß die beiden Beamten des Schlachthauses, die, wie er erfahren, in ihrer geschäftlichen Zeit für die bestehende Viehversicherung thätig seien, veranlaßt I werden, auch der zu gründenden Kasse ihre Mitwirkung zur Verfügung zu stellen. — Herr Haubach spricht sich dafür aus, daß es den anderen Metzgern ermöglicht werde, eine Kaffe zu gründen oder daß die Beamten ihre Stelle bei der Kaffe der Rindsmetzger ntederlegen. — Herr Grünewald bemerkt, daß man den Beamten die Mitwirkung nicht verbieten solle, I wenn durch dieselbe ihr Dienst nicht vernachlässigt werde. — Herr Oberbürgermeister Gnauth vermißt den Nachweis, daß es von Nachtheil für die übrigen Metzger sei, wenn sie ihr Vieh l*i der bestehenden Gesellschaft versichern können, einen Druck auf die bestehende Gesellschaft au-zuüben, sei gleich bedeutend mit Schädigung der Stadt in der Fleisch- Versorgung. — Herr S ch e e l ist sür Annahme deS Commission-- antrageS- es se< den Leuten durch die bestehende Gesellschaft Gelegenheit gegeben, ihr Vieh zu versichern. — Herr Löber kragt auf Verständigung wegen deS Reservefonds an, eventuell Einrichtung einer neuen Versicherung. — Herr I Beigeordneter Georgi meint, daß man eine Commission ein» I letzen möge, an die sich die Metzger wenden könnten. — I Gegen die Prüfung der Rechnung der • tmtitiit krankenversicherung für 1895, welche ctnro J-'iu üon 35 Mk. auS Gemeindemttteln erforderte, hat die 9c I sammlung nichts zu erinnern. Das nach Regulirung der Wieseck von Herrn E rl Sch mall eingereichte Gesucy um Erlaubnis |ur lur einer Ueberbrückung der Wieseck, im Zuge deS -wiita:t- Häusern der Gewerbebank und deS Herrn etabn’erctt:r.r Schmoll befindlichen, zum Gaswerk gehörenden Sähest« s. Z. auf Beschluß der Baudepuration adschlägltch bei**» worden. Ein neuerliches Gesuch Schmoll« richtet ft *H pachtweise Ueberlaffung eines zwei Meter breiten, rtla# der Wieseck laufenden und von der Moltkestraßr aut gänzlichen Geländestreifens, um den dteSsetlS «shiat«' den Zugang zur Bleiche zu ermöglichen. Da« Sriuä nh widerruflich genehmigt gegen eine jährliche Pacht ein 6 VU Absperrung deS WegeS entlang der Wieseck und yttftANI eines Abschluffes an der Moltkeftraße. Dagegen in « Versammlung nicht in der Lage, daS Gesuch bezüglich i** sernung der Barrieren in dem von der Gründers" straße zwischen dem Hause der Herren Vogt und nach der Schmal!' schen Bleiche führenden zu genehmigen, da von einem Anlieger, a!« #1®*’ thümer eines TheilS an fraglichem Gäßchen, KidS^Mt erhoben worden. Da« wettere Gesuch de« Herrn fct*»- um Erlaubniß zum Stauen deS Wasser« in der WMl Zeiten niedrigen Wasserstandes wird ebenfalls wifcnr-'-*« genehmigt und Gesuchfteller die Verpflichtung auier.tz! allen Schaden an Böschung und Wteseckbett auizuk»m>w,, welcher durch diese Stauung herbetgesührl wird. TU :iffl Gesuch, betreffend den Anschluß der Schwall schen Vietche» die Quellwasserleitung, wird genehmigt unter den iW* Bedingungen, daß Gesuchsteller einen Wafferzm« von 10 der auf 570 Mk. veranschlagten Rohrlemmg«koften und sich dazu versteht, die Anlagekosteo bi- zum Betrage 240 Mk. zu ersetzen, fall« er innerhalb zehn Jahre» Betrieb einftellt oder auf Wafferbezug verzichtet. Zur Anlegung erhöhter, bi« zur Thoreinfahn Liodengasse reichender Trottoir« vor dem Hauie tr« Emil Schmal! wird, nachdem Gesuchsteller sich icr 1 ab, die Ochsen- und Schweiuemetzger auch als Mitglieder auszunehmen. In dem an den Stadtvorstand gerichteten Schreiben der Ochsen« und Schwetnemetzger wird der angeblich unter Leitung derHerren Schlachthofthierarzt Liebe und Schlachthaus-Verwalter Möhl stehenden Schlachtviehversicherung der Rtndsmetzger Anerkennung gezollt, weil die von dieser Gesellschaft erstrebte Selbsthülfe durch Abschlteßung zeitgemäßer Handelsbeziehungen der einzige Ausweg sei, um Abneigungen der Viehbesitzer gegen die im hiesigen Schlachthaus bestehenden strengen Fletschbeschaubestimmungen auszugleichen. Es sei keiner der hiesigen, der Kasse nicht angehörigen Metzger eingefallen, sich in die Angelegenheiten der Kasse zu mischen, so lange sich deren Geschäftsverhältnisse im Rahmen der von den Mitgliedern zur Schlachtung kommenden Thiere bewegte, doch seien von den Beamten der Kasse die Schweinehändler, welche doch nur mit Schweine- und nicht mit RindSmetzgern in Verbindung stünden, zu verpflichten gesucht worden, alle von ihnen ins hiesige Schlachthaus zu verbringenden Schweine gegen 2 Mk. Prämie per Stück zu versichern- es habe des« halb ein großer Theil der Händler eS vorgezogen, des hohen Prämtensatzes wegen nicht zu versichern, einige erklärten auch, keine Schweine mehr nach hier zu verkaufen. Weil nun gerade nur Schweine, und nicht auch Ochsen als Versiche- rungöobjecte ausgenommen worden, lasse dies den Schluß zu, daß die beste Thiergattung zur Ansammlung eines hohen Reservefonds die Schweine sind, weshalb auch der Jahresabschluß der Kaffe ein so günstiger sein konnte. Aus einer betgegebenen Uebersicht gehe hervor, daß von 6611 in der । Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1894 geschlachteten I Schweinen ä 1 Mk. — 6611 Mk. Prämien erhoben wurden- der Verlust an den für minderwerthig bezw. für ungenießbar befundenen Thteren, die EntschädigungSkosten für beanstandete Theile, für den Abdecker u. s. w. berechneten sich auf 3560 Mk., die BcrwaltungSkosten auf 300 Mk., so daß in % Jahren em Ueberschuß von 2551 Mk. verblieb. In der hierauf von den Schweinemetzgern versuchten Annäherung bezw. Aufnahme als Mitglieder in die Kaffe baten dieselben die Sache zum Ausgleich an den Jnnungsvorstand zu verweisen- die Ver- Handlungen scheiterten an der Absage der Kassenmitglieder, die Schweine- und Ochsenmetzger aufzunehmen. Die Gesuchsteller überlasten es dem Urtheil deS Stadtvorstandes, ob eine derartige Handlungsweise, d. h. hinter dem Rücken der BerufScollegen eine Kaste zu gründen, auf Kosten derer viel Geld anzusammeln und jede Bewerbung um die Mitgliedschaft abzuweisen, aufrichtig sei. Die Petenten richten, genöthigt durch die hier angeführten Umstände, an den Stadtvorstand die Bitte, ihnen zu gestatten, eine weitere Versicherungskaste zu gründen, welche denselben städtischen Beamten unterstellt I und von diesen geleitet werden soll - die Petenten verpflichten sich, die Beamten entsprechend zu honoriren - das Statut der bestehenden Kasse werde wahrscheinlich en bloc für die neu zu errichtende Kasse angenommen werden mit der Abänderung, daß sämmtliche hiesige Metzger (auch zukünftige) Mitglieder der Kasse gegen ein entsprechendes Eintrittsgeld werden können- es soll dem Verkäufer freigestellt werden, ob er Großvieh versichern will- der Vorstand soll außer den beiden Beamten auS zwei Ochsen- und zwei Schweinemetzgern bestehen. Sollte der Stadtvorstand auf das Gesuch nicht eingehen, so bitten die Gesuchsteller, daß dann die Stadt die Gesammtver- sicherung-kaffe in eigene Verwaltung nehmen möge mit der Begründung, daß die jetzige Kasse der RindSmetzger von städtischen Beamten während ihrer Dienstzeit geführt wird- der Ueberschuß der neuen (städtischen) Versicherung würde nach Ansammlung eines entsprechenden Reservefonds der Schlachthauskaste zufkießen, so daß weiteren unangenehmen Auseinandersetzungen vorgebeugt sei. DqS Gesuch wurde von Großh. Bürgermeisterei dem I Söorftanb der bestehenden Berflcherungskaste zur RUckäußerung zugestellt. In dem Schreiben, welches der Vorstand der Schlachtvieh« Versicherungsgesellschaft (der RindSmetzger) darauf an die Bürgermeisterei richtete, bezeichnete derselbe eS als unrichtig, daß gen. Gesellschaft von dem Schlachtthiererzt und dem Schlachthofverwalter geleitet werde, die Verwaltung befinde sich vielmehr in den Händen der GesellschaktSmitglieder und fungtre mit Zustimmung vorgesetzter Behörde der Schlachthof. ' Die Handels- und Gewerbekamwer zu Tonneri:,- . der hiesigen Bürgermeisterei eine aus Ermäßigung der V * sprechgebühren gerichtete Resolution mit der Liur» mittelt, dieselbe zu unterstützen, und weiter Srheduoio * hiesigen Platze darüber anzustellen, wie hoch sich \ der Angeschloffenen stellen würde, wenn eine aus 100 Mk. eintreten würde. In der Resolun» , , dargelegt, daß die Fernsprecheinrichtung nicht btn tmri gefunden, den sie verdiente, was nur daher komm: daß die Gebühren in den kleinen Städten zu |ci bmrfri feien; es sei anzuftreben eine Abstufung nach berttifr k- Städte, so daß in großen Städten die Gebuht 15 standen, die aber infolge zu starker Inanspruchnahme ihren Betrieb einstellen mußte. An ihre Stelle trat später eine neue, von hiesigen RindSmetzgern ins Leben gerufene, die vorerst nur für daS von ihren Mitgliedern eingebrachte Hornvieh Versicherungen abschlotz, später aber die Versicherung auf alle Viehgattungen auSdehnte und auch Landwtrthen und Händlern die Versicherung ihres Viehes ermöglichte. Diese Kaffe hat im ersten Jahre ihres Bestehens gut abgeschlossen und einen verhältnißmäßig hohen Reservefond angesammelt, lehnte es aber auS ihr berechtigt erscheinenden Gründen Wt In Sitzung am 22. Mai 1896. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, fyrntlL* geordneten Georgi und Wolff, von Seiten der Stabten-- , die Herren Adami, Brück, Dr. Gaffky, Habemcht, Heisrich/ Heichelheim, Heyligenstaedt, Hornberger, Keilet t- 2°os, Löber, Orbig, Scheel, Schiele, Schwall, Dr n und Wallenfels. I. . Tat eisierschal „j" •tut» ititi*,. , her *! SÄ*. w«r"tn fr bMnj »en 18.| 5*i Lerwi Weg Die rubriärl tat 2h. Mai k a) Porwittai ftißter 1 * Jfnarer 3 tzi Nachwitta Du (ikainut Sieben, de G- «c gearbeitet. — Nachdem ein Antrag des Herrn tz. ' entweder die beiden Beamten Liebe und Mühl in ihren Dienst auch der neuen Gesellschaft zu uih??^ ihre Mitwirkung bei der bestehenden Gesellschaft abgelehnt worden, wird der CommisfionSantrag aZ dahin gehend, daß den Interessen der Metzger int 7” Gehende Versicherung Rechnung getragen werde, die 1 ablehne die Mitwirkung ihrer Beamten iw "... ' richtung einer neuen Versicherung. Die WirthschaftS - ConcessiouSgesuche von 1 j Kuhnd für die „Schöne Aussicht", 2) RQrl a,,'/'; den Anbau an der LiebigShöhe, 3) Wilh. Rotl."* Lonhß Bierkeller und H. Günther für ba« gefterner Weg 64 werden entsprechend den Hw; antragen bezüglich der Bedürfnißfrage zuw luiij- ' Branntwein befürwortet und die Sitzung aus mittag 3% Uhr vertagt. einer Sichgc Wirths in Bad-N tv. nüchbenanntei Irden bttf ssrit Nrf 11. tarier i htODLiji wntli$ n lagert: •cmathug yai ^14 %.235u.S Hostaichen in 1 cm jRarttpla^, 50 fahren Me «itthschü'l mit kriolg betriebe Hostailhen sin wrbebetrieb gi ^etSeigmm Wigem Klhhaus, r«-°er«tagbe°2 xkiragden 29 J Votwitta Evi rhetl be« j Oafre geftut ELb.Zrauheim, •’M- Lntgericht __Vötn, am sr. Mai 18^ ^erbürgnmeistek^ Avon Seiten da^ rück, Dr. Taffky/ K, eyligenstaedt, fcomK Scheel, Schiele, < d Gelverbekamwer j.; sterei eine aus 6* ic^tete Resolution mh y erstlitzen, und »eiln < ' anzustelleu/ wie ellen würde, wenn r 1 »ürde. In der y- msprecheinrichtung eit ieute, was nur dahn den kleinen Städten ji n eine Abftufuug nc: >hen Städten die & cht übecheige. Hch auth mit, dah die! ängerer Zeit Erheber, igestellt und gesundem ) vermehren würden, m etzt würde. ES wir!. lossm, der Resolnr: h abzusehen, da |o!:: lskammer besorgt fit !ngung von $li!: Gegenstand noch k ;nfl der Rechnung I ug sür 1895, weit' eindemitteln ersorien inneru. rung der Wieseck wp chie Gesuch um M r Wieseck, im Zuze * avk und des Hem k- jm Gaswerk grhöm- Jaudeputation W ;eS Gesuch Schm^ । eines zwei und von der m k> e zu ermögM ^ gegen eine M - i!u«l ter «»W1*,,’ * * *Ä» « 11 i!“ U P«"l[ ' (*in Bleiye “ , T» L- , ,dt-« ®ö nullt tl! ' äSrtS? stet Anschluß 1(f if "jcht r;:S %'Ä Lf'K, ein Liebe veuen TesM^ Ä& WJJ £$$*« i-' J**|*( nm» ! sämmtlicher Kosten bereit erklärte nachträglich Ge- ruxriiung errheilt. Lach dem vorgelegten Plane über Herstellung aSphal- r iliüirr Trottot r» in der Marktstraße soll die Fahr« tind, welche in ihrer Breite zwischen 4,10 und 5 Meter i nrffl, so regulirr werden, daß sie zwischen dem Marktplatz - «l d?m westlichen Zweig der R ttergasse eine gleichmäßige 9Br:i von 4,30 Meter und von da ad bi« zur Bahnhof- f ttr;e eine solche von 5 Meter erhält. Eine Rechnung über 43 laufende Meter freihändig in £iSfirmg gegebener Bordsteine sür den Ausbau der Löb er« fähige wird gutgeheißen. Infolge der Störung, welche da» Befahren des ge« Porten Straßenkreuzes der Ludwig- und Goethe- stthtß.e dem Universitätsgebäude verursacht, ist Seitens beS SlLtorotS s. 3 tat Gesuch um Herstellung von Holzpflaster n a le Stadt gestellt worden. Die Baudeputation hatte sich mit dem Gesuch, welche- 4300 Mark Kosten verursachen würde, insofern einverstanden, daß die Hälfte dieser Kosten von der SraatSkasie übernommen wird. Nach Mittheilung der Universität würde die» jedoch nicht genehmigt werden, wozu Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte, daß ein ähnliches die Straße vor der Anatomie betreffende» Gesuch wohl die Zustimmung der Regierung, nicht aber diejenige der Landstande gefunden, und wird deshalb empfohlen, einen Theil de» ^rraßenkreuze» zu chauifiren. Es wird nach Antrag der Baudeputation die Ebauisirung beschloffen und hiersür, sowie für Herstellung de» Trottoirs und Erneuerung der Wafferabichlüffe 700 Mark bewill'gt. Die Behandlung über die Herstellung de» Feldwege» auf der Hardt und am Windhof wird auSgesetzt, da der Gegenstand noch nicht spruchreif ist. Der Turnverein Gießen gedenkt am 2. August d. I. sein 50jährige» Stiftungsfest würdig und in Form eine» Volksfeste» zu begehen und sucht derselbe um Erlaubntß zur Abhaltung de» Feste- im Phtloiophenwalde und zwar demjenigen Theil nach, in dem von Herrn Leib Sommerwirth- schaft betrieben wird. DaS Gesuch wird genehmigt unter der Voraussetzung, daß der Turnverein sich mit Herrn Leib verständigt. _____________ Berichtigend theilen wir mit Hinweis auf die Aeußerung de- Herrn Stadtv. Heichelheim in der Debatte über da» Volksbad (f. vor. No., 1. Blatt, 2. Seite, auf der 3. Spalte 36. Zeile von oben) mit, daß Herr Heichelheim bemerkte, die Arbeiterbevölkerung Offenbach», auf die Bezug genommen wurde, fei eine dort seßhafte und in Folge dessen eher in der Lage von den dortigen Bädern Gebrauch zu machen, wie die hiesige c» von den hier geplanten sein dürfte, da diese nach Beendigung der Arbeit von hier nach Hause eile. Bekanntmachung, b edrtiftnb: Verwerthuug der Gras- und Kleenutzung von den Wegen re. in der Gemarkung Gießen. Die rubricirten Gras- und Kleenutzungen sollen Donnerstag, kwtn 28. Mai d. I., versteigert werden und zwar: i) Vormittags 9 Uhr mit Zusammenkunft am Neu- städter Thor^ die ttlecnutzung von zwei Grundstücken am ^•iftnarrr Weg, sowie von dem oberen Theile des Friedhofes; b) Nachmittags 2 Uhr im Laale des alten Rathhauses die Grasnutzung von sämmtlichen städtischen Wegen. Gießen, den 22. Mai 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 4913 Bekanntmachung. Am 1. Juni wird, bei der Kaiserlichen Postagentur in Steinberg Gießen) eine Telegraphen-Anstalt zu Fernsprechbetrieb eröffnet toiwkn, mit welcher eine Unfallmeldestelle verbunden ist. Varmftadt, den 16. Mai 1896. Der Kaiserliche Ober - Postdirector. Geh. Ober-Postrath Claoel. Versteigerung c(fcict Metzgerei tt. Gast- wirthschaft in Bad-Nauheim. fit nachbenannten Immobilien der -Hber des Friedrich Langs- d Ws BI. dahier werden dreimal friBMlkq öffentlich meistbietend ver- stekiigai. • Vemcarkung Bad-Nauheim. 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