Menschheit mit vier jungen Katern beglückt hatte und daß von diesen einer an jenem Morgen fehlte, während die drei anderen unter Aufsicht der Mutter mit zwei wollenen Hand» schuhen Mäusefang spielten. Wie dem auch sei — da der schwarze Kater einmal da war und sich artig und von reinlichen Grundsätzen erfüllt zeigte, so behielt ihn der Referendar, nannte ihn Surtur und fütterte ihn ziemlich regelmäßig- im Nothfalle sorgte Surtur für sich selbst, wobei er aber oft in Meinungsverschiedenheiten mit der Hauswirthin ge« rieth. ES war sonst eine sehr gute Frau mit freundlichen, quicken Augen und einer überaus friedlich aumuthenden Bänderhaube; sie besaß selbst einen vierfüßigen Freund, einen älteren Herrn mit struppigen, grauen Haaren, der auf den Namen Schnauzer! härte und unter ihrer Vermittelung zu dem kleinen Erbfeind in eine Art Oukelverhältniß trat- aber viel Ehrlichkeit traute sie den beiden nicht zu, und wenn aus ihrer Küche irgend etwas Eßbares verschwunden war, so zog sie das Paar ohne weitere Untersuchung zur Rechenschaft, wobei meist ein ungeheurer hölzerner Rührlöffel als Anklageinstrument diente. Alsdann flüchteten Schnauzer! und Surtur in den geräumigen Garten und warteten dort in irgend einem Versteck ab, bis sich der Zorn der alten Frau gelegt hatte. Durch solche gemeinsame Leiden wurde das Band zwischen den beiden immer enger- sie schliefen, aßen und stahlen zusammen, ja, sogar in ihren äußeren Gewohnheiten nahmen sie voneinander an, der Onkel versuchte zu schnurren und der Neffe zeigte Neigung, seine Gefühlsäußerungen in eia energisches Wauwau statt deS sanften Miau zu kleiden. Der Referendar unterstützte diesen VerähnltchuvgSprozeß noch, indem er für Surtur ein zierliches, ledernes HundehalSband anschaffte, das auf blankem Nickelschtlde den Namen des Schwarzen etngravirt trug. ES war überhaupt ein guter Herr, darüber waren sich die beiden einig — oaS vollkommene Gegentheil von dem langen, bartlosen Herrn Baron auf dem ersten Stock, der immer nach ihnen schlug und trat und die Wirthin gegen sie aushetzte, sobald nur ein leiser Ton von SchuauzerlS Moudscheinhymnen oder SurturS Früh- UugSltedern an seine Ohren drang. Diese FrühlingSlteder lockten mit der Zeit immer häufiger Gäste in den Garten. Damen von SurturS Volk, in verschiedenen Farben und Formen, meist schon von gesetztem Alter. Anfangs verstand Surtur nicht, waS sie ihm mit schmelzender Stimme zuriefen, ja, er sah mit Genugthuung zu, wenn sein Onkel die naseweisen Geschöpfe wegjagte. Allmählich aber wurde ihm beim Anblick dieser Holden ganz seltsam zu Muthe, ein namenlose- Sehnen erfaßte den Jüngling, er irrte allein und wußte sich seinen Zustand nicht zu deuten. Der Onkel wies seine Fragen mürrisch ab - er ahote ja wohl ungefähr, was die Glocke für Surtur geschlagen hatte, aber e- erfüllte ihn mit pädagogischer Eifersucht, auch liebte er es nicht, leichtfertige Leute im Garten zu sehen. Aber vergebens suchte er den Drang aufzuhalten, der Tag und Nacht in SurturS Busen wechselte — eines Abend- War der Neffe verschwunden und als Schnauzer! nach langem Suchen seine Stimme noch einmal vernahm, da klang sie bereits von Regionen herab, wohin er dem Flüchtling nicht zu folgen vermochte — nämlich von der höchsten First eines Nachbardaches. In dieser luftigen Gebirgswelt verbrachte Surtur nun einige sehr lehrreiche Tage und Nächte. Manche schmerzhafte Schmarre erhielt er von eifersüchtigen alten Herren, die den Jüngling noch nicht für voll nehmen wollten- aber er lernte ihnen auch bald jene mit Cadenzen und Fermaten gesättigten Baßarieu ab, die so berauschend durch die klare Nachtluft hinschwellen, während ring- um den Sänger sich allmählich ein Kranz von zarten Damen in weiß, roth, schwarz und grau sammelt, bereit, den melodischen Vortrag seiner Gefühle mit Hellem Sopran fortzuführen und zu erwidern. (Fortsetzung folgt.) 96 Freitag den 24. April 1896 Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren Hratrsöeitage: Gießener Kamikienökätter auf Feuilleton tute, Ivvahmr von Anzeigen zu der Nachmittag- für den Ohmden Lag erscheinenden Nummer bi« vorrn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Die Gießener V«»itte«ötL1ler inbm dem Anzeiger I**20 6 der Gewerbe- Ordnung stützt — Maximalarbeitstag chei Gefundbeitsgefährlichkeit von Betrieben — unanfechtbar. Die Anwendung des Paragraphen gerade beim Bäckereigewerbe zuerst leite sich her von ber langen Nachtarbeit. Wann solle man denn den Paragraph anwenden, wenn nicht hier?! Nacödem sich noch Abg. Gras In- und Knyphausen gegen, Abg. Molkenbuhr (Soc.) für die bundeSräthliche Verordnung ausgesprochen, wird die Weiterberathung auf morgen 1 Uhr vertagt. Außerdem stehen morgen Wahlprüfungen auf der Tagesordnung. (Schluß 5i 2 Uhr.) Gießener Anzeiger General-Mnzeiger. >ieniW SÄ EM in iw ttltafati 81W Utagt mit jt 6 jimrr mobil, @arttnantb< verwichen. & H L*iS*' [»''M«!!} 11 VW h,' I R echten ZA I baldige Ah Ku w r*anb dn tzql PD- Der Tdii bjubßuen UDt,? I lc5 ü l Gerung ue >. r datz vielvgi I,°" dem k rEm jufomme, h; > f zu thull. 1 dknhmigeich,,. Die UrknvdhnM Hugo Sttitr; H. Brauer Üführet: Vie von hem Rtröq au bewohnteWo^!! ist sofort zu ottrita >it PserbM. . Näheres Deutscher Reichstag. 74. Sitzung. Mittwoch, deu 22. April 1896. im BundeSrathstische: StaatSsecretär v. Bötticher. Aus der Tagesordnung steht die Interpellation v. Man- : tiift l, betr. die Bestimmungen des BundeSrathS über den Betrieb ».in Bäcker eien und Conditoreien. StaatSsecretär v. Bötticher «klärt sich zur sofortigen Beantwortung bereit. Abg. v. Buchka (cons.) begründet die Interpellation. Seine Intel könne im Gegensatz zu dem Zentrum die von dem Bundes- ■ Ube getroffenen Vorschriften nicht für harmlos halten. Da es sich |io fli wissermaßen um Einführung des Maximalarbettstages handle, l.o sei «uch in anderen Gewerbezweigen große Erregung entstanden. @1 müsse gefragt werden, ob d« BundeSrath zum Erlaß jener Vor- i 4rl|ton befugt gewesen fei. Voraussetzungen feien hierfür: übers Whigc Arbeitszeit und geiundheitsgefährliche BetriebSverhältnisse. T«; bei den Erhebungen gefundene Material reiche nun nach Ansicht -lim freunde nicht auS, um jene Voraussetzungen als vorliegend ■treten. Eine übermäßige Arbeitszeit finde sich nur in einem Aille d« Bäckereibetriebe und auch Gesundheitsgesäbrlichkeit sei im Wo:einen nicht anzunehmen. Demgemäß seien derartige Vor- rMtan nur durch Gesetz zulässig. Die Vorschriften des Bundes- cilbl »erben namentlich bie Kleinbetriebe zu Gunsten ber großen IWjten. StaatSsecretär v. Bötticher: Der Herr Borrebner hat nicht pami elt, baß bei Gesunbheitsgefährlichkeil im Betriebe unbbeiüb«- ■Wr Arbeitszeit, insosern sie gesunbheitsschädlich ist, ber BuadeS- coth ouif Grunb von S 120e einschreiten kann. Vorliegende Beschlüsse W tont Bundesrathe gefaßt worden infolge eines Antrages deS »mißlachen Staatsministeriums. Der BundeSrath ist gerade deshalb liiftem Verordnungswege und nicht auf dem des ReiLsgesetzeS vor- Merften, weil so leichter die Vorschriften jederzeit wieder aufgehoben tnxtbeni können, sobald sich daS als angezeigt herauSstellt. Die Be- ciillgunfl dieses Motivs für das selbstständige Vorgehen des Bunbes- cifbi werden auch Sie anerkennen. D« Vorredner bestreit« daS Hloilitcitn zu langer Arbeitszeit. Eine solche findet sich freilich nicht flkreD Aber wenn 12 biS 14 Stunden in 28pCt. aller Betriebe, Ul Ml 16 Stunden in 13pCt, 16 bis 18 Stunden in 13pCt. und l:o|ar noch über 18 Stunden hinaus in 0,7pCt. aller Betriebe Idtbd.let wird, dann werden Sie zugeben, daß Anlaß zu solchem Borgten vorhanden war! Die Arbeitspausen, auf welche Vorredner srit bsrtef, sind in ihrer Vereinzelung nicht dazu angethan, den Mibeilsrn bie nöthige Frische wiederzugeben. Die Vernehmungen hl eben ergeben, daß hier und da haarsträubende Zustände existiren, inimtr tlich auch in Bezug auf Ausbeutung von Lehrlingen. Der 3laitBfecrctär gibt hierüber verschiedentliche Details und folgert trxrau^: hier muß Wandel geschafien werden! An den Erkrankungen m L-ihrlingen überhaupt sind die Bäckerei-Lehrlinge vielfach mit ccklvt ungewöhnlich großen Procentsatz beteiligt. Weil das Gewerbe i llmArengend ist, scheiden auch viele Bäck«gesellen frühzeitig aus tom Beruf au8. Deshalb ist auch das Durchschnittsalter ver Bäcker- Mlellai viel niedrig« als das der Lohnarbeiter überhaupt. Von den W5r gesellen sind 87pCt. unter 30 Jahre alt, von den Sobnorbeitern iBkibeupt nur 38pEt. Eigentlich ist doch auch die Presse aller Werteten, einschließlich der Eonservatioen, mit der Maßregel deS Sillidtsraths einverstanden geroefen, die „Kreuz-Ztg." noch im März, Heine - We it, In murr v vermieden. Carl F bn btlttt Stvä mete bti)ir, sß Ätzdak c n. _________Star- Eine schöne l: 1 Zimmer ner'? nit Garten, ML.r. «ambat Schönes Logiiii^ ethen. »rtilltzyd Schöne Treppen hoch), rmietben. tkltttl' Eine imtm nebst aötn < int zu oermichev. Näheres V-M>M von 3 < 3 Ütf1LS*« W getäinntgfijf Berlin, 22. April. Die ReichScommissiou für das Bürgerliche Gesetzbuch beendete heute die Berathung des dritten Buche- „Sachenrecht". Berlin, 22. April. Die von der Buchhandlung des „Vorwärts" herauSgegebene „Maifest-Zeitung" wurde gestern confiscirt. Eisenach, 22. April. Der Kaiser traf gestern Nacht um 11 */4 Uhr auf dem Bahnhofe Wasungen ein. Heute früh 3'/t Uhr begab sich der Kaiser in Begleitung deS Oberland« lägermeisterS Strauch in daS Wasunger Revier und kehrte mit einem erlegten Auerhahn früh 5'/3 Uhr zurück. Die Rückreise hierher erfolgte nach 7 Uhr. Wien, 22. April. Gegenüber der Meldung der Morgenblätter, wonach die Entscheidung des Kaisers bezüglich der Bürgermetsterfrage bereits erfolgt fei, erklärt das „Fremdenblatt", es sei noch keine Entscheidung erfolgt. Monaco, 22. April. Der Großfürst-Thronfolger von Rußland ist von seinem letzten Unwohlsein vollständig wiederhergestellt. Derselbe machte gestern eine einstündige Spazierfahrt nach Baulieu. Drpesch« bet eatto .Herold*. Berlin, 22. April. Prozeß Hammer st ein Der Andrang deS Publikums ist ein ganz bedeutender. Der An« geklagte, Freiherr von Hammerstein, der sich sehr wenig verändert hat, sieht sehr ernst und verkümmert aus. Neben ihm nimmt ein Gefaugenaufseher Platz. Den Vorsitz übernimmt LandgertchtS'Director Rieck, die Staatsanwaltschaft vertritt Oberstaatsanwalt Drescher. Der Vorsitzende erklärt zunächst, er werde alles thun, um zu vermeiden, daß der Verhandlung ein politischer Character ausgeprägt werde, im Gertchissaale dürfe keine Politik getrieben werden. Geladen find 25 Zeugen, darunter Hofprediger Stöcker, Papierfabrikant Flinsch, Graf Finckenstein, Graf Kanitz, Pro- sefior Kropatscheck und Freiherr v. Manteuffel. Der eben« iallS als Zeuge geladene Wucherer Pariser ist nicht erschienen. Die Vertheidiger wenden sich gegen die Art der Auslieferung, die ein Verstoß gegen das Völkerrecht gewesen sei. Ober« staatSanwalt Drescher nimmt die griechische Regierung mit aller Entschiedenheit gegen die Vorwürfe in Schutz, den Angeklagten vergewaltigt zu haben. Die Vertheidiger stellen den Antrag, daS Verfahren einzustellen, weil das AuSliefe- rungSverfahren ungesetzlich gewesen sei. Der Gerichtshof lehnt den Antrag ab. Für ihn handle eS sich vor allen Dingen darum, daß der Auslieferungsvertrag vorltege. Derselbe sei eben vom Gericht in Trani durch Gerichtsbeschluß genehmigt. Auf Grund dieses Vertrages habe das Gericht zu prozediren. ES bleibe dahingestellt, ob von Seiten der Behörden incorrect vorgegangen sei. Deßhalb erübrige eS sich auch, hierüber in die Beweisaufnahme einzutreteu. Darauf beginnt daS Verhör. Hammerstetn, sehr nobel gekleidet, tritt sehr selbstbewußt auf. Auch macht er durchaus nicht den Eindruck eines gebeugten und geknickten Mannes. Er gibt im Wesentlichen die Beschuldigungen der Anklageschrift zu und bemüht sich, sich als ein Opfer der Verhältnisse hinzu- ftellen. Er habe 1889 vor dem Zusammenbruch gestanden. AuS Rückficht auf seine Familie und auf daS „KreuzzeitungS"- Comitö, sowie auf die conservative Partei fei er genöthigt gewesen, den Ruin aufzuhalten. Die conservative Partei sei damals ins gouvernementale Fahrwaffer gedrängt worden. Wäre fie diesem Drucke gefolgt, so würde sie.bei den 1890er Wahlen weggefegt worden sein. Er habe sich für verpflichtet gehalten, die conservative Partei davor 'zu bewahren. Deßhalb habe er Unregelmäßigkeiten begangen, in der Erwartung, daß die in Angriff genommenen Häusergeschäfte seine Ver- hältviffe regeln würden. Zu diesem Punkte werden ver- ichiedene Schriststücke ouS den Acten verlesen. So hat Hammerstetn z. B. in der Zimmerstraße ein HauS gekauft und 150,000 Mk. Anzahlung darauf geleistet. 100,000 Mk. sind von der Gräfin Waldrrsee gezahlt worden, 50,000 Mk. von einer Seite, die der Angeklagte nicht nennen will. Die Geschäfte haben sich aber zerschlagen und bevor er, Hammer- stein, restitutio damni auSsühren konnte, sei der Zusammenbruch erfolgt. AlS erster Zeuge wird der Papterltefrrant Flinsch vernommen, welcher erklärt, daß sein Verlust durch Hammerstein sich auf 101,000 Mk. beläuft. Berlin, 22. April. Prozeß Hammerstetn. Oberstaatsanwalt Drescher hält die Anklage nach dem Geständntß deS Angeklagten und dem Ergebntß der Beweisausnahme im Großen und Ganzen ausrecht. Er befürwortet durchweg die Versagung mildernder Umstände. Die persönliche Stellung deS Angeklagten, der hohe Schaden, den er verursacht, seine ungeheure Heuchelet und Gewiffenlofigkeit mache jede Rück« sichtnahme unmöglich. Der StaatSanwalt beantragte vier Jahre Zuchthaus, 3000 Mk. Geldstrafe, eventuell wettere 400 Tage Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Der Gerichtshof erkannte (wie bereits durch Anschlag an unserer Expedition bekannt. Red.) auf 3 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und 1500 Mk. Geldstrafe. Berlin, 22. April. Die von dem nationalliberalen Partetvorstande für die Vorbereitung eines allgemeinen DelegirtentageS der nationallib eralen Partei eingesetzte Commission hat gestern beschloffen, denselben für den Herbst nach Berlin zu berufen. Berlin, 22. April. DaS preußische Abgeordnetenhaus hat heute zunächst daS LehrerbefoldungSgesetz in dritter Lesung verabschiedet. Hierauf wurde die Resolution der Commission berathen: die Regierung wolle dem Landtage baldigst ein allgemeine», aus christlicher Grundlage beruhende» Volksschulgesetz vorlegen. CultuSmintster Dr. Bosse erklärte, der Zeitpunkt zur Einbringung einer solchen Vorlage fei noch nicht gekommen. Die CommisfionSresolution wurde alsdann mit 209 gegen 43 Stimmen angenommen. Morgen Secundärbahn und Korn-Silo. Berlin, 22. April. Der „Reich-anzeiger" veröffentlicht da- Gesetz, betreffend überschüssige Reichseinnahmen zur Schuldentilgung, vom 16. April. München, 22. April. Die „Münchener Allgem. Ztg." meldet aus Nürnberg: Die VolkSpartei stellte als Can- didaten für die ReichStagS-Nachwahl in AnSbach-Schwabach den Schriftsteller Dr. Conrad in München auf. Wien, 22. April. Auf dem Bahnhöfe der Wiener Neustadt wurde der Hochstapler Earl Friedrich Schulz aus Neiffe verhaftet. Derselbe gab sich tu Bayern als evangelischer Geistlicher aus und beschwindelte den Pfarrer Kaeipp in WörriShofen, »dem er sagte, er wolle zur katholischen Kirche übertreten. Auch io Oesterreich hat derselbe große Betrügereien verübt. Pari», 22. April. Der Minifterrath beschloß gestern in einer sehr langen Berathung nach der SenatSfitzuog, infolge Ablehnung der geforderten Credtte für Madagaskar dem Präsidenten Faure die Demission deS Ministeriums einzureicheo. Loudon. 22. April. Die Mitglieder der Gewerkoereioe der Bauindustrie haben beschloffen, vom 1. Mai ab in den Ausstand zu treten, um eine Lohnerhöhung von 5 Pence vro Stunde zu erzwingen. Man sagt, daß etwa 50,000 Mann am 1. Mai ftriken werden. WB. Washington, 23. April. Bet der gestrigen Ausfahrt deS Präfidentdn Elevelaod scheuten die Pferde. Der Wagen wurde zertrümmert- der Präsident blieb unverletzt. _ CoceU» und provinzieller. Sieben, 23. April 1896. ** Militardienstnachrtchteo. v. Rosenberg, Oberst und Commandeur deS Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, mit Pension und dec RegtS.-Uniform; Krü g er, Sec.'Lt. von demselben Regt, der Abschied bewilligt. — v. Madat, Oberst-Lt. und etatSmäßiger Stabsoffizier des Anhalt. Jnf.-RegtS. Nr. 93 unter Beförderung zum Obersten, zum Commandeur des Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Groß- Herzog!. Heff.) Nr. 116 ernannt. — Kuehne, Major und BatS.-Commandeur vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter Beauftragung mit den Funktionen deS etatsmäßigen Stabsoffiziers, in das KönigS-Jnf. Regt. Nr. 145 (Metz) versetzt. — Schöngarrh, Major ü la suite des Jnf.-RegtS. Nr. 137, als BatS. Commandeur in das Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, ein- rangirt. — Weimer, Major aggreg. dem Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, als BatS.-Commandeur in daS Füs.-Regt. Graf Roon (Ostpreuß.) Nr. 33 (Gumbinnen) versetzt. — Kretschmar, Port.-Fähnrich vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, zum Seconde-Lieutenant befördert. ** Die Parkanlage gegenüber den Kliniken, auf der noch im vergangenen Jahre wüst gelegenen Landzunge an der Klinikstraße, die auf Kosten des Staates in diesem Frühjahr angelegt wurde, präsentirt sich als eine würdige Zierde der ganzen Gegend. Gleichzeitig mir der Herrichtung dieser Anlage ift die von Geheimrath Prof. Riegel bewohnte Villa resp. der dabet liegende Hofraum nach allen Setten zu zweckdienlich abgegrenzt. Baumpflanzungen längs der Klintk- straße vervollständigen daS Ganze, welches auf den die Gegend Passirenden einen angenehmen und freundlichen Eindruck macht. *♦ Verlaufenes Kind. Gestern gegen Abend fand fich an der Polizetstatton am SelrerSthor ein kleines, niedliches, blondlockiges Mädchen ein, das sich verlaufen hatte. Der dienstthuende Beamte gab fich alle erdenkliche Mühe, um den Namen des Kindes zu erforschen. Die Kleine nannte denselben zwar, aber derselbe war trotz deS eifrigsten Suchens im Adreßbuch nicht zu finden, so daß fich der Beamte eben anschickte, daS kleine Wesen nach dem Schwesternhaus zu bringen. Da kam zufällig des Weges ein Herr, der daS Kind kannte- die Mutter desselben ist zum zweiten Mal vcrheirathet und stand deswegen der Name des Vaters nicht im Adreßbuch. DaS Kind wurde den Seintgen darauf hin direct zugeführt, die den ganzen Nachmittag die Kleine auf der Anlage vergeblich gesucht hatten und fich ob deS Verbleibs des Kinde» schon ängstigten. ** Schwere Körperverletzung. Ein entlaffener Arbeiter von hier traf gestern Nachmittag seinen Arbeitgeber am Bahnhofe und forderte noch angeblich rückständigen Lohn. Ais er abgewiesen wurde, nahm er einen dicken Prügel und schlug dem Arbeitgeber einen Arm entzwei. Der Arbeiter wurde verhaftet. ** Wieseckfische. Ehe daS Bett der verlegten Wieseck hinter der GaSfabrik zugeworfen, ist dasselbe von dem Fischereiberechtigten noch einmal gründlich abgefischt. War die Beute quantitativ zwar keine sehr große, so war doch d-r Fang gewiß interessant, ob der verschiedenen Fisch- arten, die man gefangen. Hechte, Barsche, Schleie, Aal, Weißfische als auch Rothaugen, Bresen, Möneo :c. fanden fich in allen Dimensionen beim Fang. Wegen der vielen Löcher deS hier mitunter bis zu 8 Meter tief gewesenen und wegen der theilweise sehr hohen Ufer deS alten Flußbettes war ein gänzliches Leerfischen des nun zugeworfenen WieseckfluffeS nicht möglich, und manch' leckerer Fisch mußte mit verschüttet werden. ** Der den Namen der verstorbenen Großherzogin führende Alice-Verein, welcher in allen größeren Städten deS Landes seine Thätigkeit entfaltet, hat bekanntlich Frauen« Bildung und Erwerb auf seine Fahne geschrieben. Beide Richtungen der Ausbildung werden auch in der hiesigen Altceschule verfolgt. Der Vorstand hat nunmehr beschloffen, neben den bestehenden Cursen auch noch ConversationScurse in englischer und französischer Sprache einzuführen, von welchen jeder CurS zweimal die Woche, ia je 21/» Stunden abgehalten werden soll. Diese Sprechübungen bezwecken, die in der Schule oder im Ausland erworbenen Kenntnisse -*■ den Fremdsprachen soweit zu befestigen und zu erweurrn' daß fie den Schülerinnen später in den verschiedenen Lebens, lagen practischen Nutzen gewähren. Sofern bis Ende der Monate genügend Anmeldungen erfolgen (es find Grupp,- von etwa 6 Schülerinnen für einen Eure gedacht), j0Q &tt neue Einrichtung noch dieses Semester in- Leben treten, t3 viele junge Damen im Sommer für ihre Ausbildung etkT Zeit haben als im Winter. Auskunft und Anmeldungen den nächsten 8 Tagen bei Fräulein Möser, vormitra-s der Alieeschule. Die 25. Wiederkehr bei Kriedentzschlnsse» ia fort 6. M. werden auf Anregung der Bereinigung alter Burschenschafter Frankfurt» und Umgebung die hinter Burschenschaften in der alten Kaiserstadt festlich begehen. findet zu diesem Zwecke am 9. Mai Abend» im flroE^‘ Saale de» Zoologischen Garten», deffen Tribünen für die gehörigen der Festtheilnehrner reservirt werden, ein Cornmerö mit Landelvater statt. Die Reden tabu Hofrath Dr. Oncken und andere bewährte Redner übe: nommen. Am Sonntag den 10. Mai, nach Enthüllung Denkmals für Kaiser Wilhelm I., welcher bekanntlich hr Kaiser und die Kaiserin beiwohnen werden, vereiaigev ' • die Festtheilnehrner zum Frühschoppen in dem oberen de» Hofbräu » Alemannia. Bei dem voraussichtlich pofet- Fremdenandrange dürfte eS fich empfehlen, im Voraus Ls-, nung zu bestellen und zwar unter der Adreffe: Vereinigu-r alter Burschenschafter, Frankfurt a. M., Stadt Ule' Schäfcrgaffe. *• Hypotheken - Einschreibungen und Löschnagen. Nach einer statistischen Ueberfichr sanden vom 1. Juli 1894 bi- ur 30. Juni 1895 in der Provinz Starkenburg 2724 srn. willige Hypotheken • Einschreibungen mit einem Betrage re.- 13 695 022 Mk. statt, gegen 2188 Hypotheken - Löschung,, mit einem Betrage von 6 956 326 Mk. (mehr 536 Qfa schreibungen mit 6 738 696 Mk.)- in der Provinz Ober. Hessen: 1569 Einschreibungen mit 5 141 364 Mk., Lösch, uogeu 1374 mit 9 604 444 Mk. (mehr eingeschrieben 195 mehr gelöscht 4 463 080 Mk.). Unter den Löschungen befindet fich ein Posten von 1 587 241 Mk. (gegen 115 487 RL Einschreibungen) im Amtsgericht Hungen und ein Voftei Löschungen von 5 830 694 Mk. (gegen 134 082 Eintereik ungen) im Kreise Ortenberg. •* Fahrkartenprüfung Im Anschluß an eine frühere Verfügung ift die Fahrkartenprüfung bei den fabreni1,-: Eisenbahnzügen vom Trittbrett auS nunmehr auch aJ den Nebenlinien der preußischen Staatsbahnen allgewrii-. untersagt worden. Bei den nicht auS Durchgang-wagr. gebildeten Zügen sollen die Fahrbeamien mit allen kra'iro dahin streben, daß die Fahrkartenprüfung während des Aufenthaltes an den Stationen zu Ende geführt rciü. Veranlaßt ist diese Verfügung durch mehrfache UnglüdlfdCe in Folge der Fahrkartenprüfung vom Trittbrett au». Wie muß eine Wohnung vom ausziehenden Hiebet übergeben werden? Eine ReichSgerichtSentfcheidtmg fetzt Folgendes fest: Wenn es in den Miethvertrigen heißt „Miether hat die Wohnung zu übergeben, wie er fie übernommen hat", so ist dies immer mit dem Zusatz zu ccr« stehen: „soweit sie nicht durch den ordnungsmäßigen Sebra s abgenutzt ober abgewohnt ist". Nur allen durch „unpltfi- liche" Benutzung entstandenen Schaden hat er zu nutzer. Er hat abgeriffene, mit Schmutzflecken besudelte Tapeten repa riren, zerbrochene Fensterscheiben wieder Herstellen zu Iahen, und verlorene Schlüffe! zu ersetzen. Für abgelaufene Ditiev, durchgebrannte Ofenrohre, zersprungene Ofenplatten, hafte Schlösser, Thürklinken u. s. w. gilt die» dagegen ntr Nur wenn fie durch gewaltsame» oder fahrläsfige» Vedae- deln ruinirt oder beschädigt worden find, muß der Mmdn fie in Stand setzen. Der Miether hat beim ÄufiRt Wohnung außerdem zu reinigen, d. h. „befenretn* bcr Wirth zu übergeben. § Bolkartlhaiu, 21. April. Ein Unhold hat kürz'.,» auf der Staatsstraße zwischen Völzberg und Licheornk 59 Stück junge Eschenbäume (auch Ahorn) unterhalb der Krone theilweise abgebrochen und a bgeschoitten- Hoffentlich gelingt eS der^Gendarmerie, den Thäter zur gt- rechten Strafe zu ziehen. Mainz. 21. April. Besondere „Mainzer- Kena- z eich en. Eine norddeutsche Staatsanwaltschaft erläßt solfltc- den Steckbrief hinter eine „Unbekannte Verbreiterin salnttr Zweimarkstücke: Die Unbekannte behauptet, ihr Vater in gestorben, dagegen lebe ihre kränkliche Mutter rott uoc Bruder- der Vater sei Arbeiter gewesen, fie selbst Iti Mo" im Alter von 18 Jahren von zu Hause weigegangen habe 5 Jahre al» Köchin gedient. Sie sei prottfUEi’'* Ihr Dialekt wird von einer au» Rheinhessen stammtet Gefangenen al» der in der Nähe von Mainz gtlprottac bezeichnet. Mainz spricht fie Mähnz au», für sagt sie Weck, für Möhren gelbe Rüben, für Iuog Bube." Hierzu bemerken die „Mainzer Neuesten Nachrichten^ „Wenn man fie dingfest gemacht, soll man sie dreimal rau hintereinander sagen lassen: „Met'm O hm sei t» gestern vum Maletebeemche in de Bacheschlampe» ßtP10 un Hot fich die Quetsch verbellt'" Bringt fie die» 'M ß. dann stammt fie allerdings au» unserer Gegend, aber ,.gt Rüben" soll wohl „Gelweriwe" heißen, und Bube ver pflichten noch zu Nicht»." Dermifdyte». • Köln. 21. April. Da» Schwurgericht Dirurtbeiltc einen vielfach vorbestraften 25jährigen Tagelöhner^a»e Ruettei, welcher am Carneval» Sonntag den villct einer hiesigen Wirthschast mittelst Schlagringe» Hotetf, !■ 6 Jahren Zuchtbau». »oBner • Köln. 20. April. Eine Anzahl Bonner Studenten spazierte in gehobener Stimmung o« • Tn vom 1 de» Polizeigel Punnfrstdg, ia Pürgermeiüerei Wjroti gemacht w fließen, b< G Ha tWn : so s »■ • k Kr »«1* 0r st"' e» N”1'' la" • el( ilt St> ' **,,, ^delioeh' ® '« aitia- 2L BrutnitWW" 7 , h, bcr ift -°b° • LotzWiglh>!" »rfllüige Pfki!> Ja ter tiiW bl .Lisie au f1* 1 «Utäriaj ^ffaabctar.nt.___ Cltt . - Ta4 twcke l6Ä i i-.ldung in bl. IDer i reiner Äohnmtl l HA'vielfach pn cta JA\ Versuchen 2 Robe von I. Schuster IN-Mtt * & »0. 95 unb "j M- -Öcrlau LVallach, Ma i £Vtola 6,6,n i "haltet,® . rBienen. T^^Zy^eai W in Gn,. w M s. '> 2^ W ***^ ttB*tl teerten ! D'r Rrtrt^ ce ^»Qbrte V’ «M, i'A 7 welcher bt!t en werden, 6(I, p'« in btmS !!2 Botqu«W.: ,°?fkhlen, iMi:; ’ btl Adresse 111 °- M, § °° °°d LLsh^ J30® l. 3u(i Ife. dtarkrnbnrz riz, «Bit einem Hypolhrken.^. 265 (Nt«i )/ In- der fyotir," mit 5141364$- (mrhr einzeW» Unter den Wi« Mk- (MU^ Hungen und tir \ (gegen 134 082 6n- Anschluß an eine - Äsung bei ben iih tt auS nunmehr : n Staairdahnen £: :d)t auS Durchgang beamten mit ottic 6 'tenprüfung mlhrtei zu Ende gt$n: rch mehrfache Urjli1 am Trittbrett aut Dom auSjletjenben in WtyWttty lbirtzrten, wir 5 \x mit dem i ortnunßSmfc' Nur allen V:. schaden hat n ■ ecken besudelter.: wieder HM-> n. Für abgeill'!" irungene O|^BC i, w. gilt blei iti1-’ S oder sahrW den sind, muß In her hat beim en, d. h. N,r , Ein Unhold k i Völzberg v°d; e (auch Wrn)^' ° °°d »Mick, h«»1 -euer *U** ilft * ■ )rbti. Um einen Ult zu machen, redeten fee an der Frohn- fiz eine Anzahl „Rhetncadetten" an, dieselben möchten sie ‘t 50 Pfg. in den Rhein tragen, so weit die- möglich bk. Einer der Rheinarbeiter ging auf den Scherz ein, ■ n-n die 50 Pfg. und zugleich einen der jungen Herren e| den Buckel und ging in den Rhein hirein. bi» ihm da» Visier bis Über den Hüften stand. „Leeoen Hahr," sagte 8: Dann, „Ehr fitt mer doch zo schwer!" Spruchs und ließ »! rheure Last sanft in den Rhein gleiten. Unter dem der Umstehenden pustete ftch der Musensobn an daS Ufer. • 6t. Zohann, 20. April. Der feit zwölf Tagen ver- nijte penstontrte Steiger Thomas aus Schwelbach ncrde, wie die St. Johanner Volkszeitung mittheilt, am Kldorfer Nadelwehr in einem Sack gebunden und gänzlich mtgeraubt tobt in der Saar gefunden. * Grandenz, 22. April. Der Zweijährig - Freiwillige Kleinke vom 141. Regiment erschoß sich im Elternhause uti Furcht vor Bestrafung wegen Ausbleibens über ßtpsenftreich. -* Zittau, 21. April. Ein Soldat de» hier stehenden Iisauterte Regiments, Namen» Hoffmann, hat sich heute sckh In der Kaserne erschossen, kurz nachdem er dorthin Din einer Hochzeitsfeier zurückgekehrt war. Die Ursache zum Btlbltmorb ist unbekannt. • Ludwigshafen a Rh., 20. April. Der Einjährig- Freiwillige Pfeiffer vom 2. Planier Bataillon feuerte kurz mir der Einfahrt des Zuges in Speyer drei Revolver- sitülfe auf sich ab. Er wurde schwer verletzt au» dem Zöge ins Militärlazareth verbracht. Das Motiv zur That hü llv bekannt. Literatur und Kauft. — Das zweite Aprllhest der Wahrheit (Halbmonatschrtst |n Sßertiefung in die Fragen und Ausgaben deS Menschenlebens; FrommannS Berlag. Stuttgart. Preis vierteljährlich 1 Mk. 80Ps.) bringt aus der Feder von Carl Busse eine feinfinnige Avalvse der dichterischen Persönlichkeit und der Werke de» Dänen Jen» Peter Jacobsen» („Ein Dichter der Sehnsucht"). — In enger Fühlung mit der socialen Frage hält sich die Wahrheit in einem von Pro, fessor Tit^ius in Kiel geschriebenen Characteristik der Stöcker schen und Raumann'schen Richtung (»Der gegenwärtige Stand der christlich- socialen Bewegung"). — Als Anhang zur Besprechung des Fall» Strudel bringt Schrempf eine polemische Anmerkung zu der Notiz, die der kirchliche Anzeiger für Württemberg dem kirchlichen Ereignisse gewidmet hat. — Professor Röntge« hat soeben eine 2. Mtttheilnng über die von ihm entbtdten Strahlen im Verlage der Stahel'schen kgl. Hof- und Univerfitäts, Buchhandlung in Würzburg veröffentlicht, welche neue interefiante Ergebnisse seiner weiteren Versuche zum Inhalt hat. Der Preis der Broschüre ist 60 Psg. Witterungsbericht vom 22. April. Die beiden Depressionen im Süden und Diotben bes Erdtheils sind durch eine breite Zone hohen Drucke» getrennt, welche zwei Maximalgebiete über West- und Ost-Europa mit einander verbindet. In Ckntraleuropa ist das Barometer zwar etwas getunten, aber es haben sich dabei die gestern noch in nord-südlicher Richtung bestehenden Druckunterschiede mehr ausgeglichen, sodaß auf unserem Gebiete eine Befferung der Witterung eingetreten ist. Heute Morgen war ganz Süddeutschland wolkenlos. Die Temperaturen haben gleichfalls fast allenthalben eine ziemliche Steigerung erfahren. vorausftchtliche tBitutun» t Zunächst noch meist heiteres, trockenes und unter Tags wieder wärmeres Wetter. Verkehr, £mtö» nttö Volkrroirthschaft. Ltnibrerg, 22. April. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14,20, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.75, Gerste X 0.00, Hafer X 6.30. — Postalische». Die Landbriesträger führen aus ihren Bestellgängen Bücher mit sich, in welche sie die ihnen unterwegs vom Publikum zur Postauflieserung übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnliche Packele und Nachnahmesendungen einzutragen haben. In diesem Buche müssen die Landbrtesträger auch die Geldbeträge vermerken, welche ihnen zur Beschaffung von Postwerthzeichen :c und zur Bestellung von Zeitungen vom Publikum eingehändigt werden. Dem Letzteren stehl es frei, selbst die Eintragungen in dem Annahmebuch deS Landin irsträgerS zu machen. Bei der Eintragung durch bcn Landbrieflräger muß dem beteiligten Publikum auf Verlangen durch Vorlegung deS BucheS die Ueberzeugung von der ftattgehabtm richtigen Einiragung gewährt werden. Da diese Einrichtung und daS dem Publikum damit gebotene Mittel jur eigenen Sicherstellung immer noch nicht genügend bekannt zu sein schein!, so wird besonders daraus aufmerksam gemacht. , «ottkSdimst in bet Synagoge. SamStag den 25. April. Vorabend 7 Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 8J0 Uhr. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Rechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wirb und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff er» chwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegen» atz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man ite Asche der ächten Seide, so^zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die Seidenfabrike« G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und steuerfrei in die Wohnung 24 Kunst-Ausstellungl geöffnet täglich, mit Äak nähme deS SamStagS, von 11 bis 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Cenntag» wfthreab X» CBittUt» vnvnterbrocheN >•* 11 H» 8 Uhr. - 6intrltt6preil fii Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pf« Bekanntmachung. Der vom 1. Juli d. I. an leihfällig werdende Keller unter Polizeigebäude in der Weidengaffe soll Donnerstags den 30. d Mts, Vormittags 11 Ahr, i n Biurgermeistereigebäude — Zimmer Nr. 15 —- unter den im Termin btlamt gemacht werdenden Bedingungen anderweit verpachtet werden. Gießen, den 21. April 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Gnauth.__3954 H MU •__ Ä „ meines Kleidercursus DtfSI* Anfanu beginnt den 4. Mai. Anmeldungen nehme ich im me iner Wohnung, Sonnenstraße 12, entgegen. « Achtungsvoll , ,ü JE. Kess. 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April, Abends W 9 Uhr im „Postkeller" JSmLX einen Aufällger-Cur- sus in obiger Stenogra- phie. Thetlnehmerkarten hierzu ä Mk. 6,00 (inet. «L Lehrmittel), sind am ersten Unterrichts-Abend erhält- lich. [39851 Der Vorstand. 3968] Wir suchen sür den Platz Sietzen und nächste Umgebung einen tüchtigen Ober-Inspector für die Lebens-, Aussteuer- und Militärdtenstvers. - Branche, mit einem Anfangsgehalt von 2400 X und Provision. Es wollen sich jedoch nur solche Herren melden, die im Verficherungswesen, hauptsächlich in der Acquifitton, schon Tüchtiges geleistet haben- Offerten unter T. F. an die Exped. d- Bl- Unfall', Haftpflicht« und Tansport- Verficherung. Für Gießen und Umgegend ist die Haupt-Agentur deutschen Gesellschaft mit bestehendem Geschäft zu vergeben. — Geeignete Bewerber, welche sich energisch der Acqutsttion widmen wollen, werden ersucht, ihre Offerten unter A. 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