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Freitag den 24 Januar 18SS Meßmer Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger >, Abonnemeutsprets; 2 Mark 20 Pfg. mir Lringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactton, Expedition und Druckerei: Kch»raratzeKr.^ Fernsprecher 51. Anrts- uni Anzeigeblcrtt für den Atveis Gieren. folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« vorm. wub? Hratisßeitage: chießmer Iamilienölätter. — ' ..... .......... !-l Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-lande« uehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. w —i^^tcui i sicherung im kommenden Jahre mehr ihr Augenmerk zu widmen und sollen die landwirthschastlichen Vereine veranlaßt werden, dieser Frage näher zu treten und den Gemeinden diese Art der Versicherung nach § 4 deS Statut- zu empfehlen, damit die Landwtrthe vor allen Nachtheilen, die dieselben sonst durch totale oder theilweise polizeiliche Beanstandung des in unseren Schlachthof eingeführten Schlachtviehes erlitten, geschützt sind. Die Generalversammlung beschließt die pro 1895 bestimmt gewesene BersicherungSgebühr pro 1896 bei» -ubehalten (Rinder Mk. 3, Kühe über 6 Jahre alt Mk. 5, Schweine Mk. 1.50—1.00), jedoch sollen pro 1896 die Vergütungen für beanstandete innere Organe wie folgt erhöht werden: 1 Schweineleber Mk. 2.50, do. Lunge Mk. 1.50, Rinderzunge Mk. 3 oder do. Leber Mk. 4, do. Lunge Mk. 2, Eingeweide vom Schwein (DarmtractuS) Mk. 3, dasselbe vom Rind Mk. 2. In Gemeinschaft mit der hiesigen Metzger- Innung beabsichtigt die Gesellschaft, feste Normen für die Berechnung von Lebend- und Schlachtgewicht für den hiesigen Platz anzubahnen und zu schaffen. Nachdem noch interne BereinSangelegenheiten besprochen wurden, schritt die Versammlung zur Wahl deS Vorstandes, deren Resultat die Wiederwahl der seitherigen Vorstand-Mitglieder war: Erster Vorsitzender Herr Mrtzgermetster L. Vogt, zweiter Vorfitzender Herr Metzgermeister S. Rosenbaum, Kasfirer Herr Schlachthosverwalter Möhl, Technischer Beirath Herr Thierarzt vr. Liebe. Schiedsrichter sind die Herren Metzger- meister Fr. Schreiner, Ludw. Schneider und Karl Schneider. Revisoren die Herren Mctzgermetster Ph. M a l- komesiuS uud Karl Schneider. Vor fnnsnndzwaufig Jahren, am ‘ . Jamrar 1871, Mittag-, fand tu Darmstadt der festli je Einzug der fünf von der Compagnie des Hauptmanns Kattreiu auf Schloß Chambord eroberten Kanonen statt. Die Hauptstraßen hatten aus diesem Anlaß geflaggt. Die Kanonen, vom Großherzog mit Lorbeerkränzen geschmückt, wurden vor dem Zeughaus ausgestellt. ** Li« Loeomotivbeamteu-Derel« hat fich hier gebildet. Demselben find bi- jetzt ca. 86 Mitglieder beigetreten. Erster Vorsitzender ist Locomotivführer Martin von der Main-Weser-Bahn, zweiter Vorsitzender Locomotivführer Gern and von den Oberhesfischen Bahnen. ♦ * Jagdverpachtnogen. Die Wald- und Feldjagd der Oberförftrret Schiffenberg, Bezirk Nr. 1 (Bergwerkswald) wurde verpachtet zum Preise von Mk. 1360 (gegen früher Mk. 800). Der Bezirk Nr. 2 am sogen. „Heßler" erzielte Mk. 80 (gegen früher Mk. 107), Oberförsterei Tret- a. d. Lda. Bezirk Nr. 1 Mk. 88. — Die Jagd der Gemeinde Lützellinden (Jagdterrain LÜtzelliudener Stadtwald), in der Gemarkung Großen-Linden belegen, erzielte das Höchstgebot von Mk. 360 (gegen früher Mk. 230). — Die Verpachtungen fanden heute Vormittag in dem Ausschank der „Brauerei Röhr le" statt und hatten fich zahlreiche Pachtlustige eingefunden. * • Sine Srinnerungsfeier fand am 19. Januar in dem „Hotel Trapp" zu Friedberg statt. Veteranen der 5. Compagnie deS 2. Großh. Hess. Infanterie Regiment- Nr. 116, Unteroffiziere und Mannschaften, gaben fich ein Stelldichein. Rührend waren die ©eenen des Wiedersehens der durch gememsam in Feindesland erlebten Gefahren und Nöthen eng miteinander verbundenen Männer, welche fich zum Thetl feit 25 Jahren nicht wtedergesehen hatten. Nachdem am Vormittag an der Grabstätte dreier in Friedberg beerdigter Kameraden ein Kranz als Zeichen ehrender Erinnerung ntedergelegt worden war, begann um 2 Uhr die gesellige Bereinigung, eingeleitet durch Begrüßungsworte vor» Seiten des Kameraden Muth - Frankfurt uud ein Hoch auf Kaiser und Großherzog durch Professor Dr. Sch w eiSgut- Darmftadt. Zu rasch verflossen die Stunden im Austausch und mit der Auffrischung von Feldzug-ertnnerungen und mit der Erneuerung der in schwerer Zeit geschlossenen Freundschaft. Auch der Todten wurde gedacht und ein stille- GlaS ihrem Gedächtniß geweiht. Kamerad Schmidt-Friedberg erfreute die Versammlung durch Vorträge von ernsten vaterländischen Gedichten und durch einen Vortrag in Wetterauer Mundart. Nach Absendung von Begrüßung-karten an die ehemaligen Offiziere der 5. Compagnie und an den früheren Feldwebel Dörr unternahm man unter Führung der Friedberger Kameraden einen Gang in- Freie, welcher bei Stelu- häußer mit einem Glafe Bier endigte. Dort gedachte noch der ehemalige Sergeant und Fahnenträger Seim eines braven, in Gorze am Typhus gestorbenen Kameraden, des CorporalS Füller, in ergreifenden Worten und ließ znm Andenken an ihn ein stilles Glas leeren. Dann trennte man fich mit dem Versprechen, von fünf zu fünf Jahren ähnliche Vereinigungen zu wiederholen. Der schöne Tag wird allen Betheiligten in bester Erinnerung bleiben. * * Die Beteraue« deS 2. Hess. Zäger-vataillonS der Hess. (25.) Division halten am nächsten Sonntag in Mainz eine Festlichkeit zum Andenken an das letzte Gefecht ab, welches das Bataillon am 28. Januar 1871 bei Vienne und Blois zu bestehen hatte. Anmeldungen hierzu nimmt Herr Jos. Otto in Mainz entgegen. • • Zur Gesäugnißarbeit. In der letzten AuSschußfitzung des LandeSgewerbevereins erklärte die Großh. Ceutralstelle für die Gewerbe, den durch die Handwerker seit Jahren erhobenen Klagen über die ihnen durch die Gesängnißarbeiten erwachsene Concurrenz werde thunlichst Rechnung getragen werden. * * Statistisches. Trotz der Bevölkerungszunahme im Großherzogthum nimmt die Schu l kinderzahl ständig ab. Die Abnahme der Schulkinderzahl beträgt innerhalb der letzten 5 Jahre 3524. Dagegen ist die Zahl der Lehrkräfte im gleichen Zeiträume um 64 gestiegen, weil in Gemeinden mit bisher überfüllten Schulklassen neue Klassen errichtet werden mußten. • • Deutscher Werkmeister»Verband. Die „Deutsche Werkmeister-Zeitung" vom 10. Januar bringt unter der Ueberschrift „Unsere Todten im Jahre 1895“ folgenden be« rnerkenSwertheu Bericht: Es verstorben darnach in dem Jahre 1895 383 Werkmeister und 271 Ehefrauen. Auf diese 654 Todesfälle wurde aus der Verbandssterbekasse die Summe von 270,450 Mk. ausgezahlt und den hinterlassenen 247 Wittwen nebst Waisen wurde bald darnach mit 26,650 Mk. eine zweite Hilfe des Verbandes zu Theil, welcher wiederum im Jahre 1896 die fortdauernde JahreSunterstützung mit theilweise bis zu 100 Mk. pro Wittwe folgen wird. JnS- gesammt werden tm Jahre 1896 1680 Wittwen und 80 Ganzwaisen mit annähernd 100,000 Mk. unterstützt, nachdem im Jahre 1895 zu diesem Zwecke 80,000 Mk. verbraucht wurden. So gedenkt der deutsche Werkmeister Verband seiner Todten. n. Aus dem Kreise Friedberg, 21. Januar. Nach der letzten Volkszählung hat der Kreis Friedberg in feinen 72 Wohnplätzen 65 048 Einwohner. Davon entfallen auf die Stadt Friedberg 6051, Vilbel 4085, Bad Nauheim 3480, Butzbach 3138. E. Echzell. 22 Januar. Unsere Bäcker haben ein uachahmungSwertheS Beispiel gegeben, indem sie den Preis der Weizenbrödchen herabsetzten. Seither erhielten wir 7 Stück für 20 Psg., jetzt erhalten wir 8 Brödchen. Hoffentlich folgen die Brodprelse derjenigen der Brödchen bald nach. A Oder • Ohmen, 22. Januar. Die Gründung einer Molkerei in hiefiger Gimelnde ist ihrer Verwirklichung um einen Schritt näher getreten, so daß die Ausführung des Unternehmens gesichert erscheint. Am verflossenen Sonntag Nachmittag sand in der Horst'schen Gastwirthschaft dahier eine stark besuchte Versammlung von Interessenten für bi* geplante Molkerei statt. LandwirthschaftSlehrer Leit Higer aus Alsfeld legte der Versammlung in beredten Sorten den Nutzen einer Molkerei auseinander und empfahl ange» legentlichst die Gründung einer GenoffenschaftSmolkerei, der entschieden der Vorzug vor einer Aktiengesellschaft gebühre. Ein Molkereiinspector auS Offenbach, welcher der Versammlung beiwohnte, betonte den Nutzen deS Anschlusses der neue« Molkerei an den LandeS-Geni-ssenschaftSverband, wodurch eine fachmännische Controlle der Molkerei gehandhabt und Absatzgebiete für die Molkereiproducte vermittelt würden. Dir Liste zur Einzeichnung, welche sofort 36 Unterschriften erhielt, liegt 14 Tage lang offen. § Aus de« Ohmthale, 22. Januar. Daß die Butter um diese Zeit so billig gewesen ist, wie gegenwärtig, wo man für da- Pfund nur 65 Pfg. bezahlt, ist während de« letzten Jahrzehntes kaum vorgekommen. Bei solch außer- ordentlich niederen Butterprelsen werden den Molkereie» immer neue Kunden gewonnen; denn der Erlös auS der Milchlieserung an eine Molkerei übertrifft bei weitem ben» selben auS der HauSbutterei. Die Molkerei Rieder- Ohme«, von der wir jüngst berichteten, daß sie täglich 3600 Liter Milch verarbeitete, erhält jetzt eine Zufuhr von 4500 Liter Milch. Allerdings werden, tote man hört, auch die Molkereie« durch den tiefen Stand der Butterpreise veranlaßt, mit de» Preis für die Fetrprocente herabzugehen. -ch- Eichelsdorf. 22. Januar. Unsere B r snnh ölz er haben mäßige Preise erzielt. ES scheint als trüge das milde Wetter etwas dazu bei. Das Sägewerk des Herrn I. Hirn- melSbach auS Freiburg t. B, welche- seit Jahren hier arbeitet, ist auch jetzt wieder in Thätigkeit. Die Wasserkräfte in unserem Thale ließen sich in vortrefflicher Weise zu elec- trischen Anlagen verwenden. VW. Bom westlichen Vogelsberge, 22. Januar. SS ist gerade ein Monat verstrichen, feit ich Ihnen den letzten Bericht aus hiefiger Gegend (Gießener Anzeiger, Dritte- Blatt Nr. 303 vom 25. December) über unsere Vorkommnisse einsandte. Unsere ländliche Bevölkerung konnte während der milden Tage fleißig im Walde arbeiten und etwa- verdiene«. Da die Waldarbeiten fast ohne Ausnahme oeraccordirt werd«, so schaffen die Leute noch einmal so gerne, und erreiche« dadurch einen annehmbaren Lohn. Daß es ein schöner Posten Geld ist, welcher umgesetzt wird, erhellt daran-, daß für Holzhauerlöhne in den Staat-Waldungen aus der westlichen Seite de-BogelSbergeS ungefähr 120,000 bis 130,000 W. alljährlich zur Anweisung gelangen. Unter dieser Summe find diejenigen Löhne, welche von Stande-Herren, von Gemeindewaldungen und anderen Waldbefitzern bezahlt werden, nicht mitgerechnet. Weiter wird schönes Geld verdient bei Öultur» arbeiten, bei Anlagen, von Wegen und Brücken sowie bei» Aufmachen von Laub und Moos. Es mögen da noch einmal 80,000 bis 90,000 Mk. alljährlich herauSkommen, so daß eine Viertelmillion nahezu vom Staate allein der Vogelsberger Bevölkerung zu verdienen gegeben wird. — In unterer Correfpondenz vom 22. December sagten wir: Der Winter war milde und wird eß auch bleiben. Am 12. und 28. December tritt häufig eine Wendung ein, und an beiden Tagen, oder doch ganz nahe dabei, zeigten fich Wendungen zu kälterer Witterung, die aber nicht anhielten. Der Sinter ist milde geblieben. Wetterprophet Falb prophezeite Kälte, da wurde eS milde; er prophezeite Trockenheit, da gab es Regen, er prophezeite Schnee, da wurde eS ganz kahl in den Felder«. Wir möchten dagegen eine für untere Gegend schon feit viele« Jahrzehnten zutreffende Regel hierhersetzen: Wenn lu den zwölf Nächten, vom 25. December bl- 6. Januar ein mäßiger, vorübergehender Frost eintritt, und dem December ein milder November vorauSgegangen ist, (wie wir eS diese- Jahr hatten), so kann man dies al- Zeichen sür einen milde«, weichen Winter ansehen. Um den 24. Januar pflegt dann nicht selten Frost mit Schnee aufzutreten, die jedoch gewöhnlich nicht lange anhalten. — Zuletzt soll noch erwähnt werben,, daß daS kleine Dorf Breungeshain, welche- am Fuße deS Hoherodskopf lisgt, und im schlechten Jahre 1893 schwer gelitten hat, durch einen Erlaß von NothstandSgeldern erfreut worden ist. Dieser Erlaß wird etlichen zwanzig Bürgern zu Gute kommen, und beträgt gegen 400 Mk. Manchem trägt eS elf bi- zwölf Mark, anderen trägt e- dreißig bis vierzig Mark, je nachdem die Leute Maaren bezogen haben. Den BreungeShaineru ist der Erlaß sehr zu gönnen, und fie werden auch dankbar dafür fein. Bensheim, 21. Januar. Am letzten Sonntag Morgen fanden zwei hieflege Männer auf der Straße nach Heppenheim einen armen Handwerksburschen im hilflofefte» Zustande am Chauffeegraben liegen. Den Bedauern-werthes hatte auf seiner Wanderung eine Lungenkrankheit ereilt uud gedachte er noch bis nach BenShelm zu kommen. Allein feine Glieder versagten und mußte er so vom Abend bis zum Morgen an der Sttaße liege.'. Nachdem man thu, ton Kälte erstarrt, lu da» hiesige Hospital verbracht hatte, starb der Verlassene heute, der Josef Köhler heißt uns aus Solingen stammt. Darmst. Tgbl. PcrmWo« • Aßlar, 22. Januar. In dem Gehöft be» Handelsmannes H. Mildenberg Hierselbst und zwar in dem Stallgebäude desselben brach heute Nacht gegen 2 Uhr ein Braud ouS. Da- Feuer dehnte sich bald auf den benachbarten StaA deS Schreiners Gaul au-, welcher auch Vorräthe an Holz und Dielen enthielt. Beide Ställe brannten ab. Vieh ist nicht mitoerbrannt, nur die im Stalle lagernden Holzoorräthe des Schreiners gingen verloren. Der energischen Thätigkeit der hiesigen Löschmannschaften gelang eß zum Glücke ziemlich bald, beß Brandes Herr zu werden. Bon auswärtigen Spritze« gr'ff nur diejenige des benachbarten Rletnültrnftäbten hülf- reich ein; die übrigen kehrten unterw-gS um. Die adge- brennten Ställe find versichert. s««c* . ggl. • Januar. SS iß tn den letzten 8i tz«, Dritte- Blau inr 8ottommniffe konnte Mrrnd btt ib etwas dnbienei. reraecordirt werd«/ unt, und erreiche, aß es em schöner erhellt daraus, daß ngen auf der west- WbiSlZOMM. ater dieser Euwuik :itn, vonGeweiode- zahlt werden, nicht mbltnt bki Cnltui- Brücken sowie beigen da noch ein»-! !uSkowoien, so daj allein der Bogels- M -Sflunltxv to\v. Dn Mnlr m 12. und 28. Leid an beiden Tag», enduogeo zu käitrrei er Unter ist »Ubi Ite Kälte, da wvrdl , gab eS Regen, er ahl in den Felten, zend schon seit vielen icn: Wenn I* den kanuar ein rnäßiger, Zecember ein wilder ,1t er dieser Ich lür einen wilde«, Zanuar pllegt dm die jedoch ge°ch' io» erwM werd»- welches aw Fnv- c>ahre 1893 schßandSgelderntt' nchen zwanzig. WM •* :1gt -« 1“® . „ *«" jU gönnen, »nd V ,n Sonntag chen iw R' -ÄS AW iotti- N» r-tl. Darwst-18 !'*l« II, w r2L-7 L",L ^d, wodurch ti«, 1 tvürdeo. tL '"W’iftej Mi Satt,, »u ®‘* W( «»Sn. i'« M,d« 1 ’5U* M bR 1 der weite« ben, NiedniOh«» tVch 3600 Arer lr von 4500 Arr ^ch die Molkereien manlaßt, mit de« eBriuuhSlzer als trüge das wilde des Herrn I. h,«. it Jahren hier «• Die Wasselkräsie 'M Weise zu elec« • Untet de« Gnadenerlassen des »eifer» findet sich der auffallende PoffuS: „Der Character als Seeondelieutenant wird verliehen dem früheren Einjährig-Freiwilligen der Garde- Husaren Bicewachtmeister a. D. Abel zu Berlin." Max Abel, der jetzige Inhaber des Bankhauses Abel u. Co., befand sich am 6. Januar 1871 mit drei Husaren seines Regiments aus einem Patrouillenritt. Er wurde von einer überlegenen feindlichen Abtheilung überfallen und nur dadurch, daß er sich selbst aufopferte, gelang eS ihm, seinen Husaren den Rückzug zu ermöglichen. Er stürzte schwer verwundet zu Boden und seine Begleiter meldeten ihn als gefallen. So kam e^ auf die Todtenliste. Thatsächlich aber weilte er als Gefangener in Frankreich. Durch Vermittelung eines fron- zöfischen Offiziers, mit dem der Vater des Vermißten tn Geschäftsverbindung stand, gelang es, seinen Verbleib festzustellen und feine Auslieferung zu bewirken. Herr Abel leidet noch heute an den Folgen seiner damaligen Verwundung. • Buchstaben zur Zusammenstellung von Firmenschildern, wie man sie bisher aus Metall, Glas oder emaillirtem Blech herstellte, werden jetzt in England meist auS Papier- resp. Holzstoffmasse angefertigt. Diese wird mit Harz, Schellack, Chromleim oder forst einem der Näffe widerstehenden Bindemittel gemischt und in entsprechenden Formen durch hydraulischen Druck die gewünschten Buchstabenkörper erzeugt, die alSdann mit Oelfarben und Lack decorirr und gegen WltterungS- einflüffe unempfindlich gemacht werden. Solche Buchstaben kommen sehr billig, find leicht und unzerbrechlich und können schnell und dauerhaft an jeder Grundfläche befestigt werden. • Der erste Lokomotivführer der Welt ist kürzlich zu London im Alter von 83 Jahren verstorben. Er war el, der die erste von Stephensou gebaute Locomotive „The Rocket" leitete und auch fast bis zu seinem Tode seinem Berufe als Lokomotivführer oblag; jedenfalls verdient fein Name in der Geschichte des Eisenbahnwesens verzeichnet zu werden. (Mitgetheilt vom Internationalen Patent - Bureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.W. 6.) ♦ Zeitgemäß. „Anna, ich sah Sie schon wiederholt mit einem Unteroffizier — und doch haben Sie mir versichert, Sie hätten keinen Anhang." — „Ist auch keiner, gnädige Frau. W,r find auS einem Orte und genießen nur vereis«. — d»e Sonntagsruhe!" titeratur und Kanft — In der Paradtesdruckeret und Vrrlagsanstalt Koenig tn Passau ist trfdienen und kann von da, wie durch jede Buchhandlung bezogen werden: ,$i< Zehngebote der Wasserkur*, anläßlich der 5. Generalversammlung der Knetppvereine im Auftrage mehrerer Vorstände lhcoretisch und practtsch dargestellt von A. Colling, Do-sitzender dis Kneippoereius Pasiau. DaS in Taschenformat bübsch ausgestaltete Büch.'ein enthält zahlreiche Beweise für die Un- erläßlichkctt der Rückkehr des Culturmenschen zur naturgemäßen Lebensweise, insofern er seinem höchaen irdischen Gute, der Gesundheit, Rechnung tragen muß. 2)u" Preis (solid broschtrt 40 Pfg., unfranktrt) ist im Vergleich zu dem G-botenen ein äußerst niedriger. Hübsch gebunden (80, frco. 90 Pfg) eignet es sich vortrefflich zu Festgeschenken. — Die »Wahrheit*, die bekannte von Ehr. Schremp.f in Frommanns Verlag, Stuttgart h^-rusgegebene Halbmonalschrift zur Vertiefung tn die Fragen und ."ufgaben deS Menschenlebens (Preis vierteljährlich 1 Mk. 80), hat das neue Jahr mit einem interesianten Heft begonnen. In einem Aufsatz „Wider den Schwindel" spricht Schrempf in jener Art, die ihm ganz gehört, über den Schwindel auf religiösem und sittlichem Gebiet. Ein Artikel über „Nationales Selbstgefühl" bringt eine fcharfe Stimmung über den Mangel des Nationalgefühls in unserer Politik zum Ausdruck. Von den anderen Arbeiten dieses HesteS fei noch hingewiesen auf eine Auseinandersetzung Gustav Pfizers über dus „Laienelement in der Rechtspflege", wo dieser Jurist, der gegenüber dem tobten erstarrten Recht das Rechtsgefühl des Volkes vertritt, für eine größere Heranziehung ter Lairn zur Rechtsprechung lebhaft eintritt. Univerfitäts - Nachrichten. Wien, 22. Januar. Der Professor des Strafrechts an der Wiener Universität, Dr. Emil Brunnenmetster, ist heute, 42 Jahre alt, gestorben. Verkehr, Canb» rrird Volkswirthschaft- — Nach ben statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrteller belief .sich die Roheisenprovuetio« des Deutschm Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat December 1895 auf 510 405 Tonnen, darunter Pudbelroheisen und Spiegeleisen 141675 Tonnen, Bessemerroheisen 27 458 Tonnen, Thomasroheisen 263 288 Tonnen und Gießereiroheisen 77 984 Tonnen. — Die Production im December 1894 betrug 498 233 Tonnen, im November 1895 489822 Tonnen. Vom 1. Januar bis 31. December 1895 wurden producirt 5 788 798 Tonnen gegen 5 559 322 Tonn« tat gleichen Ze>raume des Vorjahres. Kird?(id?e Anzeige« de* Stadt Gietzen. Donnerstag den 23. Jomar, Abends 8 Uhr, im Innifaal der Etadtknabenfchule: Viv*lst«nde. (Brief deS Jacobus Cap. 3.) Pfarrer Schlosser. Gottesdienst in der Samstag den 25. Januar: Vorabend 5 Uhr, «or-ouS 9 Uhr, Mehrt«««* M Geburtstages Sr. de» Kaisers. Nachmittag« 3 Ähr, Sabbathausgang 6“ Uhr. ______• 6ottt8Meufl der israelittschm RekgionSgkseMaft. Freitag Abend 4“ Uhr, SamStag Vormittag 9 Uhr, des Geburtstages Gr. Majestät de» Deutsche« »aiser». Nachmittag 3 Uhr, SabbathauSgang 5M Uhr- Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 8 Uhr. Wittnmrrgsbericht vom 23. Januar. Das Minimum über dem Norden Europas bat sich betiächtltch vertieft und feinen Wirkungskreis über Scandinavirn und daS Nordseegebiet bis an die deutsche Küste ausgedehnt. Heber Central- unb Süb-Europa besteht ber hohe Druck fort, bat jedoch im Allgemeinen an Intensität Der Ion n. Sein Kern hat sich nach dem SÜd- osten des Erdtheils verlegt. Die Temperaturen lagen in Südventfch- land heute etwas tiefer als gestern. vorauSSchtlich« Witter««» t Zunächst noch theils heiteres, theils nebeliges Wetter mit mäßigem Frost.___________________________ __ Buxkin fir eloeo ganzen Aozag za Mk. 4.05 Cheviot fir einen ganzen Anzug zu Mk. 5.85 versenden franco direct an Jedermann 110 Oettinger L Co., Frankfurt a. ML - um fich vor «affe« Süßen u«d dadurch vor «rank- heite« zu schütze«, ist es nolhwmdtg, daß unter Schuhwnk namentlich bei Regen- und Schneewetter nicht nut immer gewichst, sondern wöchentlich 1 bis 2 Mal auch geschmiert wird, und eignet sich für diese»' Zweck das vielempfohlene Krebs-Fett am besten. Dasselbe macht dasLeder nicht nur vollständig wasserdicht, sondern trägt »u dessen Er Haltung betunb verleiht ihm aufbieDauet Geschmeibigkeit. 107 Master franco ins Haue, grösste Holzversteigerung. Ddersörstern Drandoderndorf. Freitag den 31. Januar I. Js., Dormittags 10 Uhr, werben in der Hohmann 'schen Wirthschaft in Kleeberg versteigert aus: Distrikt2S,Vrombergerstein. Eichen: 2 Stämme mit 0,17 fm, 5 rm Nutz- fcheit und Knüppel (2,5 m lang), 14 rm Scheit u. Knüppel, 400 Wellen 2. Kl.; Buchen: 163 rm Scheit u. Knüppel, 4150 Wellen 2. Kl.; Nadel- Holz: 45 Stämme mit 8,61 fm, 2 rm Nutzknüppel (4 m lang), 6 rm Scheit u. Knüppel. Distrikt 21, Spechtifchheck. Eichen: 4725 Wellen 4. Kl.; Buchen: 850 Wellen 3. Kl. Anderes Laubholz: 9 rm Knüppel, 1900 Wellen 3. Kl. Distrikt 22, Spechtifchheck. Eichen: 1275 Wellen 4. Kl.; Buchen: 2725 Wellen 3. Kl. Anderes Laubholz: 13 rm Knüppel, 5925 Wellen 3. Kl. Brandoberndorf, 21. Januar 1896. Der Königl. Oberförster. 782 Hahn. Holz-Versteigerung im Licher Gemeindewald. Donnerstag den 30. Januar 1800,Vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Licher Gemeindewald, in den Distrikten Oberspeigerlingskopf und Eisenkaute, versteigert werden: 137,2 rm Buchen-Scheitholz, 28,4 „ Eichen- „ 20 „ Birken- „ 24 „ Buchen-Knüppelholz, 99,4 „ Eichen „ 16 „ Nadel- „ 379,8 „ Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke, 7678 Buchen-, Eichen- und Nadel- Wellen. Der Anfang ist in der Schwein- stallsheege bei Nr. 1. Die Zusammenkunft ist auf der Nieder-Bcssingener Schneise. Lich, den 22. Januar 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. __________Heller.________783 Jagdverpachtung. Donnerstag den 6. Februar l. I., Nachmittags 1 Uhr, soll die Feldjagd der Gemeinde Eichel- f a ch f e n im Gemeinde-Wirthshause dahier auf 6 Jahre verpachtet werden. — Bem.: Eichelsachsen liegt ’/i Stunden von der Bahnstation Rainrod bei Schotten. Gr. Bürgermeisterei Eichelsachsen. Mettenheimer. 784 3agöoerpfl(f)tung Freitag den 7. Februar l.J., Nachmittags 1 Uhr, soll auf dem Gemeindehause dahier die der Ge meinde Lang-Göns zustehende Wald- und Feldjagd, circa 1524 Hectar enthaltend, in drei Abteilungen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Lang-Göns, den 21. Januar 1896. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. ___________Brücket.________779 Jagdverpachtung. Montag den 3. Februar 1895, Nachmittags 2 Uhr, wird auf dem Rathhaufe dahier die hiesige Gemeindejagd auf weitere sechs Jahre verpachtet. Dieselbe besteht aus ca. 475 Hector Feld und 236 Hectar Wald. Bemerkt wird noch, daß die Haltestelle Friedelhausen (M.-W.-B.) im Jagdbezirk liegt und derselbe von der Bahnstation Lollar in 10 Minuten erreicht werden kann. Staufenberg, am 21. Jan. 1896. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. _________Stephan._______807 Versteigerung. Samstag den 25. d. Mts., Bormittags 10 Uhr, werden Katharineugaffe 7 «. 9 dahier nachfolgende Gegenstände versteigert: Mehrere Hobelbänke nebst Schreinerwerkzeug jeglicher Art, verschiedene nicht fertige Möbelstücke, worunter ein sehr schöner Secretär, 1 Fouruier- Ofen, Fournier-Böcke, eine Partie Fournier - Blätter versch. Holzsorten, em großer Vorrath sehr trockenes Nutzholz, als: Nutzbaum, Eicheu, Buchen, Tannen in verschiedenem Schnitt, Oele, Firniffe, 1 Stotzkarreu u. s. w. 795 I. A.: Schneider. Samstag den 25 Januar i.A, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale — Neu, stabt 55 — versteigert: SophaS, Commoben, Kleiber- und Glasschränke, oo. Tische, 1 Beritt ow, 1 vollst. Bett, 1 Anzahl Uhren (Wand- uhren unb Regulateure), 1 Nähmaschine, 2 Hobelbänke, 1 Partie Werkholz, eine Anzahl Bilder, als: Stahlstiche, Oelgemälbe, Oelbruck, btlber, Bilderrahmen, Spiegelgläser u. v. a. Versteigerung thellweise bestimmt. 798 Geißler. Gerichtsvollzieher. Heute Schellfische! 370 I M. Schulhof. Jamstag drn 25. Januar l J Nachmittags 2 Uhr, im zu Gießen werden durch Unterzeichneten — vorauSfichttich bestimmt — gegen Baarzahlung versteigert: eine Laden- und eine Comptoir-Einrichtung, 2 Sophas, 1 Sophaiisch, 1 Verlicow, 1 Commode, 1 Kleidcr- schrank, 1 Pendule, 1 Regulator, dio. Spiegel und sonstige Mobilien, Bilder, Glas, Porccllan u- s. w 804 Saget, Gerichtsvollzieher- Ohr. Weber, Giessen, Neuenweg. Brandmalerei aller Art. Versuchen MSbeltranSport und Sie gefl. den vielfach preisgekrönten-MJ- iSctmsfersi l JAVA- i Xkaffef/ von M. Schuster in Bonn Dawpf-Kaffet-Krknnerri ■■■ gegr. 1857 ■■■ zu 85, 90, 95 und 100 Pfg. das ’/a Pfund. Verkaufsstelle: Gießen, H. Wallach, Marktplatz 8. 349 Schellfische auf Eis soeben eingttroffen bei 606 A. & G. Wallenfels, Schweineschmalz (garantirt rein) per Pfund 65 Pfg. und Cocosnußbutter empfiehlt ® Ph, Herrmann, 638__________Eeltertive« SS. Neühkiie« i» .Haarschmuck, Seitenkämme ■■■■ mit Goldauflage, Parfümerien, Puder, Toiletteseifen. 662 A. 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V H. an die Expedition dieses Blatte«. 719 traurige Mittheilung, daß unsere liebe Gattin, Mutter Schwiegermutter, Frau Henriette Keiner gestern Abend 10 Uhr plötzlich dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet Die Familie Keiner. Gießen, den 23. Januar 1896. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 4 Uhr, Sterbehause, Tiefenweg 21, au» statt. RfbtiChen: ~ Druck und vertag bet Brühl sch«, llmversieSee-vuch. mü> Elemdruckern Pietsch & Schkydo) in Siehrn. Theater-Verein. Donnerstag den 30. Januar «Abends punct 7