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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Ufc Alle «nnoncen-vureaup deS In- und Auslandes nehme« , Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Heulte Aaer Handlung und die Charakteristik der auftretenden Per- onen hier folgen zu laffen. Rom hat fich den Erdkreis unterworfen, seine Machtstellung in erfolgreichen Kriegen be- estigt. AuS den Siegen der Triumvirn ist nach Pompeji- Sturz und Antonius Fall und der Niederwerfung jeden Widerstände- im Reiche der Alleinherrscher OctaviauuS Augustus zu höchstem Ansehen gelangt. Der Weltfriede wird in hochtönendem Heroldsrufe auch dem durch HerodeS, dem Sohn AutipaterS, unterjochten Judäa verkündet, und soll durch eine allgemeine Volkszählung feine allen Völkern vernehm- iche Bestätigung erfahren, Rom's Macht nach außen zu verherrlichen. In diese Epoche heidnischer Weltherrschaft find wir durch die ersten Auftritte des Stückes versetzt. Hier treten uns nun in den Figuren des Sadducäers und des Pharisäers, wie des fromm-gläubigen S mron, des HerodeS und de- römi'chen LandpflegerS QairtnuS Vertreter der ver- fchted'vsten Weltanschauungen entgegen. Aeußerlich dem HerodeS, als augenblicklichem Besitz >r der Macht, mit Eifer anhaugend zeigt sich der Sadducäer, dem rücksichtslosen, selbst« süchtigen und nach vollem Genuß irdischer Güter verlangenden Prtnc'p einer materialistiicheu Lebensauffassung ergeben. Freiheit vom römischen Joch und Herrschaft seiner Secte an erster Stelle eine- neugeordueten Staatswesen- im jüdischen Volke erstrebt der fanatiiche Pharisäer, deflen Wesen, bet dem Scheine äußerer Frömmigkeit doch von weltlichem Sinnen und selbstischem Trachten erfüllt, die starre Unduldsamkeit des hochmüthigen Schriftgelehrten der alttestamentarischen Ueberlteferuog erkennen läßt. In reinem Glauben an eine gö tltche Bestimmung und da- Walten ihrer Kräfte in den Geschicken der Menschheit wird un- Simeon wirksam ein Gegensatz zu den Vorgenannten, zum Verkündiger einer besseren Lehre, des Heiles und der Erlösung, deren Verbreitung über die Völker des Erdkrei'eS er vorahnend schaut. Die Handlung schreitet weiter. Hirten von Bethlehem erzählen von dem Vorhandensein der letzten Sproffen aus Davids Geschlecht. HerodeS beschließt, die sorgfältig bewahrten GeschlechtSregifter de- jüdischen Volkes nach desien Zählung zu vernichten, um jede Spur des Herkommens zu verwischen, auf welches Davids Enkel sich stützen und wodurch die Hoffnung auf einen kommenden Messias immer neue Nahrung erhält, wie er vorher daS Geschlecht der Makkabäer mit blutigem Gräuel zu vertilgen bemüht war. Don den Weisen aus dem Morgenlande (heidnischen Chaldäern, die in der heiligen Schrift übrigens nicht als Könige bezeichnet sind) mit eifrigem Forschen auf mühsamer Wanderung gesucht, von den Hirten ersehnt, von HerodeS gefürchtet, deffen wilder Grimm auch der Geburt nicht zu schonen droht, um den Verheißenen, der seinen Thron gefährden könnte, zu vernichten, erblickt der FriedenS- bringer und Heiland, das Jesuskind im Schutz der Verborgenheit, in niederer Hütte das Licht dieser Welt, in die er gesandt ist, sie vom Drucke der heidnischen Knechtschafc und vom Zwang deS Bösen zu befreien. Nach Bethlehem selber werden wir von Jerusalem geführt, wo sich die ersten Abschnitte der Handlung vollziehen, um da an heiliger Stätte die Hirten und Könige anbetend knieen zu sehen, während Engelchöre mit feierlichem Gesang daS gehetmnißvolle Schweigen der Nacht unterbrechen. In dem zuerst als mürrischer und ungläubiger Zuschauer zu dem Schauspiel der geschilderten Vorgänge fast widerwillig gekommenen nüchternen Alltagsmenschen, den der Dichter neben einer anderen Figur, in welcher sich die versöhnende Menschenliebe und Wohlthätigkeit verkörpert, als Zwischenperson in die Handlung verflochten, vollzieht sich eine Wandlung innerlicher Neugeburt, die ihn zu dem Zustande freudiger Antheilnahme an dem Wohl und Wehe seiner Nebenmenschen zu dem Glücksgefühl zurücksührt, daß Jeder sich betheiligen kann an der schönen Aufgabe, Gutes zu thun und Zufriedenheit um sich zu verbreiten. * • Wiederholung deS WeihnachtS-Oratoriums. Wie schon in der freundlichen Besprechung der am 17. December stattgehabten Aufführung deS WeihnachtS-Oratoriums Geburt Jesu Christi" von Heinrich von Herzogenberg erwähnt war, beabsichtigt der Kirchengesangverein, vielfältig geäußerten Wünschen entsprechend, die Aufführung am zweiten WeihaachtSfeiertag und zwar an Stelle der sonst üblichen lithurgischen Andacht als Gemeindegottesdienst zu wieder« holen. Leider mußte auS Rücksicht auf die Musiker unserer Militärcapelle, die am Nachmittag anderweit beschäftigt sind, drr Gottesdienst von der sonst üblichen Stunde auf Abends 8 Uhr verlegt werden. Selbstverständlich wird der Eintritt völlig frei sein und können auch den inactiven Mitgliedern keine Plätze reservirt werden. Nur die Texte werden zum Preis von 20 Pfg. verkauft werden. Da die Aufführung genau mit derselben Besetzung, wie am 17. December, stattfindet, wird keine weitere Bekanntmachung erfolgen. • • 3® Panorama Photoplasttk ist jetzt eine ganz besonders interessante Gerte ausgestellt und zwar zeigen uu- die Bilder die Stätten des letzten Krieges zwischen Frankreich und Deutschland. Die Bilder von Parts und Umgegend zeigen uns die Furchtbarkeit dieses langwierigen Kriege- mit großer Deutlichkeit. Die „Metropole der Welt", wie die Franzosen so gerne ihre Hauptstadt nennen, hatte vor dem Kriege in feiner nächsten und weiteren Umgebung prachtvolle kaiserliche und fürstliche Schlöffer, auf den Bildern steht man davon nicht- al- öde Ruinen ausgebrannter Paläste. Auch die Verwüstungen in der Stadt selbst müffen nach dem Kriege grauenerregend gewesen sein. Die Kugeln der deutschen Belagerungsgeschütze, die Bomben der französischen Geschütze sowie die Brandfackeln der Communisten haben so manches prachtvolle öffentliche Gebäude in einen Trümmerhaufen verwandelt. Die Bilder zeigen uns ferner die deut- schm BelageruugSarbetten vor Paris, Lauf- und Schauz- gräben, Cafematten, gesprengte Brücken rc. • • Die Ausstellung, welche die A l t c e s ch u l e am 19. und 20. d. MtS. veranstaltete, war eine vorzügliche Gelegenheit, fich darüber zu unterrichten, was diese Schule will und kann. Ueber die ausgestellten Arbeiten hörte man von den zahlreichen Besuchern nur eine Stimme deS Lobes, und bedenkt man, daß die meisten der ausgestellten Arbeiten inner- halb der letzten sechs Wochen gefertigt wurden, so darf man dem Fleiß, der von Lehrerinnen und Schülerinnen daraus verwendet worden, volle Anerkennung zollen. Wir laden den Lefer zu einem kleinen Rundgang ein und beginnen mit dem Weißsticken. Die Zahl der ausgestellten Wäschegegen- stände war überraschend groß, zumal an sämmtltchen die Handstickerei Hauptarbeit war. Die Ausführung war durchschnittlich tadellos. Auch Leinenstickereien, als Decken, Tisch- lüufer u. s. w. waren in großer Menge vorhanden, alle mit einem einzelnen Faden in Nadelmalerei auSgeführt. Die Buutstickereien konnten fich denselben getrost an die Seite stellen, und die gestickten Kleidchen, in denen lebensgroße Puppen fich präsentirten, wurden allseitig bewundert. Brand« und Schnitzarbeiten waren auch recht reichlich ver« treten und ernteten ebenfalls allgemeine- Lob. (Für diese Arbeiten wird auf vielseitigen Wunsch nach Weihnachten nochmals ein Cursus eingerichtet). Neben den eigentlichen Weihnoch Sarbeiten aber darf die Ausstellung des CursuS für Bügeln und Sunstwäscherei (derselbe ist jetzt beendet und beginnt mit dem 7. Januar 1897 wieder von Neuem) nicht unerwähnt bleiben. Obwohl hier die Hebung den Meister macht, so verriethen die ausgestellten Objecte doch schon ein lobenswerthes Können, ebenso wie die Arbeiten der Schülerinnen auS dem KleidercursuS. Die Kochschule hatte ihre Ausstellung geschmackvoll arrangirt und der flotte Absatz, den ihre Maaren, besonders die Weihnachtsbäckereien, fanden, spricht hinreichend für sie. Im Ganzen war auS der Ausstellung zu ersehen, daß die Lehrerinnen unserer Aliceschule mit recht gutem Erfolge am Werk find. Möchten recht viele unserer jungen Mädchen die Gelegenheit wahrnehmen und sich die Fähigkeiten anzueignen suchen, die einer jeden HauS- frau zur ganz besonderen Zierde gereichen. Der Schule fürs neue Jahr ein aufrichtiges „Glück auf". •» Die Krieger und der 22. Marz 1897. General der Infanterie z. D. v. Spitz, Vorsitzender des deutschen Krieger« bundes, hat einen Aufruf erlassen, in dem eS heißt: Patriotismus und Dankbarkeit rufen unsere Vereine am 22. März 1897 zusammen. Wie bei der DenkmalSfeier auf dem Kyffhäuser müffen die Kriegervereine imposant und geschloffen auftreten, um bei den Freunden Liebe und Vertrauen zu stärken, den Fernstehenden und Gegnern Achtung und Respekt einzuflößen. Wir fordern daher unsere BundeS- vereine auf, die Hundertjahrfeier des Geburtstages weiland Kaiser Wilhelms I. zu begehen. Kein Verein ohne Gedenkfeier. Vergesset zu Weihnachten die verschämten Armen nicht! Dieser Mahnruf, der zu allen Zeiten nicht allein seitens der Religion an jedes Chriftenherz, sondern auch seitens der Humanität an jeden Besitzenden ergeht, wird so ganz besonders dringend zur Weihnachtszeit. Unsere verschämten Armen, d. h. unsere bedürftigen Nebenmenschen, die fich schämen, die Außenwelt wissen zu laffen, daß fie der Hilfe ihrer Mitmenschen bedürfen, um nicht den unsichtbaren, aber um so entsetzlicheren Begleiter der Noth, die psychischer Natur sind, zum Opfer zu fallen, können nicht wie glückliche Besitzende an den Weihnachtsabend denken. Für verarmte Eltern, welche trauernd auf ihre dürftig bekleideten Kleinen, die sich an ihre Knie schmiegen, blicken, giebt es kein Weihnachten, denn die seelische Wohlthat des Christfestes können fie nicht fasien und eine Christbescheerung, die für fie identisch mit Weihnachten ist, mangelt ja leider. Immer und immer wieder fragen die Kleinen: „Warum ihnen das Christkind, da sie doch brav gewesen, immer noch kein Bäumchen angezündet, oder doch wenigstens einen ganz kleinen Christstollen bringt wie im vorigen Jahre?" und verwunden mit dieser Frage daS arme Mutterherz. Da plötzlich tritt — nicht ein Engel in Seraphsgestalt — sondern ein schlichtes Menschenkind in die Thür- eS ist eine junge Frau, die jüngst durch eine Nachbarin von der bedrückten Lage dieser Familie zufällig gehört und in echt christlicher Weise fich damals gleich vorgenommen hatte, derselben eine Weihnachtsfreude zu bereiten. WaS sie unter ihrem Tuche birgt, eS find nur wenige Kleidungsstücke, die nicht einmal alle neu, sondern nur zum abermaligen Gebrauche sauber zurechtgemacht find, und einige Eßwaaren, die sie schüchtern vor den erstaunten Eltern und den vor Verlangen glänzenden Augen der Kinder auSbreitet. Stumm, wie fie gekommen, entfernt sie fich eilig wieder, den Leuten nicht Zeit zu DankeSworten laffend — ihr Dank waren die strahlenden Augen der Kleinen, und der feuchte Glanz, der die Züge der Mutter belebte. Sie geht raschen Schrittes heim, denn es naht die ersehnte Stunde, in der der geliebte Gatte ihr die Beweise seiner Liebe unter die brennenden Kerzen legen wird, und selbst dann, wenn sie voll Dankbarkeit fich an ihn schmiegt, läßt die Erinnerung an jene verarmte. Familie fie die Wahrheit des Wortes empfinden: Geben ist seliger als Nehmen. Diese junge Frau hatte den Mahnruf: „Vergesset auch der verschämten Armen nicht" thatkrästig beherzigt und wir möchten im Hinblick auf dieselbe unserer Frauenwelt die Worte ins Gedächtniß zurückrufen: „Gehet hin und thuet desgleichen!" ** Verbilligte Fernfprech-Gebühren. Der „ReichSanz." veröffentlicht folgende Verfügung deS Staat-secretärS Dr. v. Stephan: „Vom 1. Januar 1897 ab wird im Fernsprechverkehr zwischen zwei verschiedenen Stadtfern- sprecheinrichtungen des Reichspost- und TrlegraphengrbieteS, deren HaupiverrnittelungS-Anstalten in der Luftlinie nicht mehr als 50 Km. von einander entfernt find, die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von drei Minuten auf 25 Pfg. ermäßigt. Bei größerer Entfernung beträgt die Gebühr wie bisher Mk. 1. •• Ausland« Telegramme. Im Verkehr mit außereuro« patschen Ländern tritt theilS von heute, theils vom 1. Januar 1897 ab, nach einer Verfügung deS StaatSsecretärS deS ReichSpostamtS eine Ermäßigung der Wortgebühr für Telegramme ein. Dar«iiadter Sewerbehalle-Llterie. Bei der gestern stattgehabten Ziehung der Gewerbehalle-Lotterie fielen die 15 Hauptgewinne der Reihe nach auf folgende LooS- nummern: 17,260, 9978, 15,235, 10,130, 2048, 1604, 3158, 17,832, 10,098, 9410, 9609, 10,941, 2547, 9681, 17,226. ___________ -ck. AuS de« BagelSberg, 22. December. Nicht wie in anderen Gegenden unferes Vaterlandes oder in den Städten steht am Weihnachtsfeste der kerzevfchimmernde Christ- baum auf dem Tische der Armen wie der Reichen, in unseren Ortschaften hat die schöne, echt deutsche Sitte Ein- gang bei Jedermann gefunden, man macht aber hier nur ausnahmsweise Gebrauch davon. Allerdings fehlt er au dem Tische der Gebildeten auch bei uns auf dem Lande nicht. Um nun den Gemeinden den herzerfreuenden und echte Weihnachtsstimmung zaubernden Christbaum als ein Gemeingut darzudringen, haben vielerorts Gastliche und Lehrer der schönen Sitte Eingang verschafft, auf Weihnachten einen prächtig geputzten Chriftbaum auf den Altar zu stellen. Meist werden die Schwucksachen zum Baume auS freiwilligen Beträgen bestritten. Mau gibt gern sein Scherflein, und die rohen Gemüther, die fdbft für einen solch schönen Brauch nichts übrig haben, bilden überall die wenigen AuSnadmen. Oft auch wird der Betrag zur Schmückung deS ChristbaumeS auS der Kirchen- oder Gemeindekaffe geleistet. Daß die Christmetten, wie man die Adendgo tesdievste, welche auf dem Lande meist am ersten We hnachtsfeiertage stattfinden, nennt, mit dem glanzenden, flimmernden Schmuck und dellen Lichterschein deS ChristbaumS eine besondere Anziehungskraft auSüben, das beweist genugsam der überaus starke Besuch dieser Gottesdienste. Seldstverftäadlich helfen Weihnächte« gesänge der Schulkinder die Feier noch heben. „Stille Nach?, heilige Nacht", von unschuldsvollen Kinderlippen unter dem strahlenden Chriftbaum gesungen, geht auch an einem harten GemÜthe nicht wirkungslos vorüber, ober es müßte denn ein Menschenherz wie ein Stein, ohne Lust uud Liebe sein. So bilden diese Weihnachtsgottesdienste den Mittelpunkt des WeihnachtSfesteS auf dem Lande- denn wo der Chriftbaum noch nicht Eingang gefunden in den Häusern, da weiß man auch von einem Bescheerabend, dem Höhepunkt des Christ- tagfesteS, nichts. Ein anderer mit dem Weihnachtsfest eig verknüpfter Brauch hat dagegen auf dem Lande in den letzten Jahren fich zufihendS ausgebreitet- eS ist das Backen von Zuckerzeug. Bor einem Jahrzehnt noch in den meisten Familien so gut wie unbekannt, gibt eS fitzt viele O tschafte:', in denen selbst die geringen und unbemittelten Haushaltungen daS Backen von Zuckerzeug zum Weihnachtsfeste nicht ver« säumen. Möchte zu diesen schönen Weihnachtsgebräuchen sich der dritte und schönste und edelste g s.llm und immer medr auSbreiten, der — die Armen und Verlassenen, die Unglück lichen und Verwaisten am Weihnachtsfeste mit einer Gade der Liebe und des Erbarmens zu erfreuen und ihr harttS Loos erleichtern zu helfen. Der strahlende, hellleuchtende Christbaum, ist er nicht ein Symbol der geistigen Sonne — Christus, mit dem uns die ewige Liebe am Wcihnachtsfes.e beglückt und der gesagt hat: WaS ihr dem Geringsten unter eueren Brüdern gethan, das habt ihr mir gethan. — bleibt dabei: Geben ist seliger denn Nehmen! Darmstadt, 20. December. Die hiesigen Rechtsanwälte haben im Anschluß an die Praxis der Collegen an anderen Oberlandesgerichten beschloffen, daß die Substitution auswärtiger Rechtsanwälte am OberlandeS- gericht in den künftig an diesen Gerichtshof erwachsenden Rechtssachen auSzufchließen sei. Nur in ganz besonderen auf sachlichen Gründen beruhenden AusnahmSsällen soll die Ausführung der Parteirechte in der mündlichen Verhandlung dem auswärtigen Anwälte neben dem zugelaffenen Anwälte übertragen werden können. Frkf. Ztg. Vom südlichen Odenwald, 20. December. Die Kreis- fchulcommiffion Erbach richtet an die Schulvorstände W Kreises einen Erlaß, betreffend daS Tabakrauchen der Schulkinder. In demselben werden die Schulvorstände "»« gewiesen, in den ihnen unterstellten Schulen eindringlich von dieser Unsitte abzumahnen und etwaigen Uebertretungen empfindliche Strafen in Aussicht zu stellen. Prägung werden angefertigt in der Brühl’schen Kranke Gepäckstücke. Ueber die Weihnachtspäckerei bei der Reichspost brirgi die „Köln. Ztg." ein sehr hübsch geschriebene- Feuilleton, dem wir bezüglich der lädirten Gepäckstücke, die eine große Rolle in diesen Tagen spielen, Folgende-- entmhmen: „In der Sammelstelle vereinigt der alte Postschaffner seine treue Sorge auf die liebebedürftigen Schwachen und Kranken, die er dem Verkehr-gewoge entrissen hat. Sin an- sehnliches Häuflein kleiner Packete, die wegen ihre- geringe« Umfanges am ehesten der Gefahr ausgesetzt find, im Weitz' nachtSgedränge verloren zu gehen, hat er fich beiseite geleg • Sie erfahren von nun an eine besondere Behandlung, woe» sie in großen PacketsScken verpackt zum Versandt gebracht werden. Manche- von diesen Kleinen ist in eine ganz fall® Richtung mit fortgeschleppt worden und während in einemitteldeutschen GebirgSorte ein erwartungsvolle» Herze ielB harrt, befindet eS sich auf dem besten Dege nach den "' bitten Gestaden, wo der Kibitz beschaulich wohlschmecreook Eier legt Großer Liebe bedürfen auch die „Kranken , Nutz! District: t. < Sil ,,ft 6» <>»>«' «”f»ütfi »»“ ®' Hat« @tp® Ort »-* » JM* „ü 'tt - S-f Ä 64 W« 0,1,1 . Jannfr ", (|B,8 ®in m- » * *? * ii r » ‘"Liren» W »-- Bro”11”' ' gdteitl poöb.’mten, ein« B| »5» I tl* ile Dai tfl He «”8e”‘6 nun die M**® _ welch ein Anblick. < geschundene N{“*6tier iüfiung ringt. W u fii hier ach« <« ioirfteugeu. Gänsen, W Äff/»; ein Glück - eben noch ouSreichen, den ^usawmenzuhalten.' Laut unb SorglossM des Himmel,' die Opfer dort lofaltit eine deutliche Ss Menu die zu einer noch hübsch beisammengeh oerhältnißwäbig leichte A steht eine lange Tafel, d halt der Packete protocol In neuer, dauerhafter 8 bang ihren weiteren Weg an dem eS nun ist, wrge der 25 Pfg. Verpackung?! Dieses Recht läßt sich ar der soeben mit blutiger $ begehrt; er hat sich näm ung üctdd) vernagelt ist, vortrrtru, im Drange bc Inzwischen räth, wi Handschriften, der Beamt schriebruen Adresse herun Lomwissson entscheidet bal nuagiortet ffleunigft bei Um btx fa W WN sein graues Haus Unheil, dah die Schrift a, Manches Packet nimmt schlecht befestigte Adresse den Nummerzettel mit be: "Ügt, dann ist durch eine frage bald geholfen. Wie iehlt? Dann wanderst du, ^stiger'Leckerbiffen ansta W“ ituMft ii Ittbtn DtuWand Seien i"N°tz n! “* f“ft l° ‘"iSlelll, nm a 6|lr 3'"«. ,Me 60Dä ist " **8't angM8 i 8eto,a»Ä " subftantiel ^adtwald 7 » 8 » 52 " 61b A " 76 Jt1bll *ü"*ei[lb«Sa1i. «SS81»« 81=6,1, u*«« ben 19. 7, Ein uornehmes Weihnachts-Geschenk: ngs Ausführlicher Prospekt gratis in allen Buchhandlungen. logramm- Bibliographisches Institut in Leipzig und Wien. BehördlicheAnzeigen selbst bereitet, als: 11142 geeignete Eichen- District: Stück fm 10171 Stadtwald 7 Emil Fischbach Bürgschaftsleistung binnen Gegen Wird sechsmonatlicher Zahlungstermin und Abfuhrtermin bis zum 15. Mai können für dar Schnitt- und Schwellenholz, loroie Z 11138 I M. Schulhof 11129 11140 Meyers Konversations-Lexikon ] // // n 8 52 61b 76 find bis zum 15. Januar 1897, Vormittags unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Er- Schnitt« und Schwellenholz: Stück 117 125 25 55 122 dem Boden Kisten und freier Eni- waren, hat von Kinder- Bau- und Grubenholz: >u Schnitt-, Schwollen-, Bau- und Grubenholz rc. ftammholz submissiousweise vergeben werden: 38 159 590 nach Preiftelsbeereu, Gurken, Mix-Picles, 16,15 59,55 228,67 Genehmigung Gothaer Zervelatwurst, Gothaer Zungenwurst, ßaviar, groöüörn., Aismarckheringe, Wollmops, Krebsertract, Wöüekzungen, Zungen in I>ofen, ßorved Aeef empfiehlt in besten Qualitäten rt in der n fm 126,74 130,79 18,68 35,98 85,85 14 Tagen Cognac, Arrac, Rum, Puufchefsenzen, Bowlenfrüchte, Apfelsinen empfiehlt 1897 festgesetzt. Die Offerten 11 Uhr, bei der Sffnung stattfindet. Die Gebote der immer bereite Telegraph schleunigst das Gewicht jeder der beiden nahrhaften Postpackete vom Aufgabeorte herbei und hilft somit aus dem größten Dilemma heraus. O, liebe Männer, Frauen und Jungfrauen, verpackt eure Weihnacht«- packele sorgfältig, befestigt die deutlich geschriebene «drrffe dauerhaft darauf, denn die Postslücke können im WethnachtS- trudel nicht wie rohe Eier ungefaßt werden! ES hängt in den meisten Fällen von eurem guten Willen ab, ob ihr euch, euren Lieben und den wahrhaftig schon ohnehin geplagten Postbeamten viel uanöthigen Äerger, Verdruß und Scherereien ersparen wollt. Arae Punschesienz, Rum-Pnnscheffcnz, Burgunder Punschesienz von vorzüglichem Geschmack; gutes Bekommen erprobt, empfiehlt die Adler-Drogerie Lelterslvkg 39 Otto Schaaf. »arte Brück zu Gießen und Brück zu Rödgen. Gießen, den 19. December 1896. Großherzoglich Hessische Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Pa. Hammelfleisch Keule 55 Pfennig empfiehlt 11145 Metzger Julius Rofeubaum. Frisch geschossene Hasen, sowie Reh im Ausschnitt, empfiehlt 11148 I. ZSrb Wtve., MäuSburg 9. andererseits für das Bau- und Grubenholz im Ganzen und auch ab- Heilungsweise eingelegt werden. Nähere Auskunft ertheilen die unterzeichnete Stelle und die Forst- Frische Hefe11,46 zu haben im„Bietggmib*, Kavlansgaffe. Wenn die zu einer Sendung gehörigen Gegenstände noch hübsch beisammengehalten find, dann haben die Beamten verhältnißmäßig leichte Arbeit. In der Mitte des Zimmers steht eine lange Tafel, der „Secirtisch"- hier wird der Inhalt der Packele prolocollarisch festgestelll und geprüft, und in neuer, dauerhafter Verpackung tritt die WeihnachtSsen- duug ihren weiteren Weg an in die Hande des Empfängers, an dem eS nun ist, wegen der „verfluchten Scherereien" und der 25 Pfg. Verpackungskosten feinem Grolle Luft zu machen. Dieses Recht läßt sich auch der PofthülfSbote nicht nehmen, der soeben mit blutiger Hand hereintrilt und ein Heftpflaster begehrt- er hat sich nämlich an einer Weihnachtskiste, die so unglücklich vernagelt ist, daß die Nagelspitzeu nach außen vortreten, im Drange der Geschäfte den Daumen aufgeriffen. Inzwischen räth, wie ein klassischer Philologe an alten Handschriften, der Beamte an einer unglaublich schlecht geschriebenen Adresse herum. Eine schnell zusammengetretene Lommtssion entscheidet dahin, daß der Rame des Bestim- mungSorteS schleunigst beim Aufgabeorte zu erfragen sei- denn der im Rathen sonst so glückliche Postschaffner schüttelt hülfloS sein graues Haupt und kommt schließlich zu dem Urtheil, daß die Schrift amerikanisch sein müsse oder chinesisch. Manches Packet nimmt hierher seine Zuflucht, weil es die schlecht befestigte Adresse verloren hat. Wohl ihm, wenn eS den Nummerzettel mit dem Namen des Aufgabeortes noch trügt, dann ist durch eine rasche, vielleicht teleg aphische Rückfrage bald geholfen. Wie aber, wenn auch der Nummerzettel fehlt? Dann wanderst du, süßer Schinken oder edler Hase, oder sonstiger'Leckerbissen anstatt in die Küche deines neuen, glücklichen Besitzers zunächst in die Anmeldestelle, der wir 14 im lieben Deutschland haben, dort mag die besagte Küche auf- gespürt werden zu Nutz und Frommen wartender Leckermäuler. Und sie wird auch fast immer aufgespürt, wie? daS wäre zu langstielig, um es hier zu erzählen." „Was thun?" spricht ZeuS, „die Gans ist weggegeben," declamirt ein bebrillter StephanSjünger angesichts dreier Gänslein, die nach den vorhandenen Leinwandstücken zwei Packele gewesen find. Da ist guter Rath theuer- denn es handelt sich darum, ob der Frau Dr. N. in N. eine Gans und der Frau Bürgermeisterin in A. zwei Gänse zukommen oder umgekehrt und da bet solchen substantiellen Sachen Eile geboten ist, holt Meyers • Historisch-Geographischer Kalender auf das Jahr 1897. Als Abreisskalender eingerichtet. Mit über 600 Landschafts- und Städteansichten, Architekturbildern, historischen Porträts. Autographen und Wappenbildern. Preis: 1 Mark 50 Pfennig. Ä Bücklinge 6 Stück 25 Pfennig. = U eindringlich die Vergänglichkeit alles Fleisches predigen. Wir werden ihnen noch an einer andern Stelle begegnen. „Lrzarethl" ruft der alle Graubart grade, und sogleich e len einige Leute herbei, jeder nimmt behutsam eines der beschäm digten Poststllcke vom Boden auf und trägt es an einen Ort des äußersten Gepäckraumes. — Lazareth? Was ist das? Folgen wir den Kranken in den abgeschlossenen Raum, Über dessen Thür ein weißes Pappenschild mit dem Wort „Lazareth" angebracht ist. Während sich vom Bahnhof wieder eine Fluth von Packereien in das große Sammelbecken ergießt, treten wir ins „Lazareth" ein. Ein brenzlicher Steg^llackgeruch dringt uns aufdringlich entgegen, aber dabet umschmeichelt uns auch eine warme behagliche Atmosphäre des Kaffeeduftes so liebevoll, daß wir uns h er ohne Weiteres für etngeladen erklären. Während des längeren Aufenthaltes in dem Zimmer wird eS uns allmählich klar, daß sich daS „Lazareth" bei den Beamten, insbesondere bei den durchfahrenden Bahn- Postbeamten, einer Beliebtheit erfreut, die der Name gar nicht vermuthen läßt. Denn in dem eisernen Ofen brodelt der ewige Kaffekrssel zur Linderung der WtiteruvgSnoth, und die durchreisenden „Fahrer" genießen hier, wenn auch nur auf einige Minuten, die weitgehendste Gastfreundschaft. DaS ist die angenehmste Seile dieses Instituts. Und nun die K-Hrseite der Medaille. Ringsum auf welch ein Anblick! Dort liegen zerbrochene geschundene Packele, deren Inhalt tndtScret nach Wicklung ringt. Was ursprünglich Postpackete sich hier aufgelöst in ein kunterbuntes Gemisch fpielzeugen, Gänsen, Pfefferkuchen, Wurst, Kleidungsstücken und Muffen- ein Glück nur, daß die VerpackungSfragmertte eben noch auSreichen, den Inhalt der einzelnen Packete lose ^usammenzuhalten! Laute Anklage gegen die Leichtfertigkeit und Sorglosigkeit des geehrten Publikums steigen zum Himmel- die Opfer dort an der Wand reden In ihrer Hilflosigkeit eine deutliche Sprache. Dermifd?t€»e • Frankfurt a. M , 21. December. Bor einiger Zeit machte der Huiar Rupp aus Sachsenhausen seinem Leben dadurch ein Ende, daß er sich von einem Eisenbahnzuge überfahren ließ. Ein Berichierstatter gibt jetzt tu der „Kl. Pr." über die Vorgeschichte und Folgen dieses Selbstmordes nachstehende Mitteilungen: „Rupp kam zufällig in den Stall, als einige feiner Kameraden im Streit begriffen waren. Sie fielen, ohne daß er sich in den Streit gemischt hätte, über ihn her und ließen ihren Zorn an ihm aus. Rupp erstattete Meldung, und jme Husaren, die bereits im dritten Jahre dienten, wurden zu Arreststrafen verurtheill. Sie waren seitdem dem Rupp aufsässig und sollen sich mehr- fach dahin geäußert haben, sie würden ihn, wenn ihre Dienstzeit zu Ende sei, „ordentlich durchprügeln". Aus diesem Grunde machte der geängstigte Rupp seinem Leben freiwillig ein Ende. Die Husaren aber, welche die Drohung auS- gestoßen hatten, kamen vorS Militärgericht, da- sie zu 4 bis 6 Monaten Festung verurtheilte." * Aus dem Saarrevier, 20. December. Vergangene Nacht erstach in Malstatt-Burbach in einem Disput auf der Straße ein Steinhauer einen Gelbgießer, die einzige Stütze feiner Mutter. Der Getödtete stand in dem jugendlichen Atter von etwa 18 Jahren, ebenso alt etwa ist der Messerheld. * Würzburg, 21. December. Die beiden Kinder des TaglöhnerS Sulor im Atter von 2 und 3 Jahren wurden heule Mittag tobt in der Sutor'ichen Wohnung aufgefunden. Sie hatten, während die Ettern auf Arbeit waren, mit Feuer gespielt und waren verbrannt. • Uneigennützig Bankier: „. . . Bist Du denn auch Überzeugt, ltebeS Kind, daß Dich der Lieutenant aufrichtig liebt?" — Tochter: „O, gewiß Papa! Er hat ja gesagt: Und wenn ich eine Million als Mitgift hätte — er könne doch nicht von mir lassen! • Ein Sleigernngsgrund. A.: „Mensch, Dir vis-ä-vis wohnt ja ein reizendes Mädche^" B.: „Um Himmelswillen, schrei nicht so! Wenn es meine Wirthin hört, steigert sie mich." Nutzholz - Verkauf. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 4 bis 5 Kilometer von Gießen entfernt und an chaufftrte Abfuhrwege angrenzend, soll das folgende 11139 J. M. Schulhof. fiictaäte unö Aunhr. _ — Georg Schäfer, Die silberne« «locken von MSrlerr» doch. Odenwälder Volksroman aus den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Stuttgart, Nobbtng und Büchle 1896. 367 S. 8°. Preis ungeb. 2 Mk., eleg. geb. 2,75 Mk. Die nämlichen Erwägungen, die die Redaclton des „Lahrer hinkenden Boten" im vorigen Jahre zu einem Preisausschreiben für die beste Volks- erzählung bewogen, veranlassen die Verleger deS vorliegenden Buches, ihre besondere Aufmerksamkeit dem Volksroman zuzuwenden. Es mangelt in unserer Litteratur ganz empfindlich an gediegener und dabei leicht verdaulicher Kost für die breiteren Schichten des Volkes. So geeignet Anzengrubers und Roseggers Schriften für das oberdeutsche, Klaus Groths und Fritz Reuters Werke für das niederdeutsche Volk find, in Mitteldeutschland werden sie — auch abgesehen von dem hohen Preis dieser Bücher — ihre Leser doch nur in den gebildeten Kreisen finden können. Was uns hier fehlt, ist ein Roman aus dem Volk und für das Volk geschrieben. Das zu thun bat der Verfasser des vorliegenden Buches, der in unserer Gegend durch seinen im „Gießener Anzeiger" zuerst veröffentlichten Roman „Die Hexe von Bingenheim" wohlbekannt ist, mit Geschick und Glück unternommen. Seine Ziele enthüllt er in der Vorrede seines Buches und wir können jedes seiner Worte unterschreiben. Trotzdem ist „die silbernen Glocken" keine Tendenzschrift. Es wird uns hier eine Geschichte aus dem Odenwald erzählt, die sich vor dem großen Hintergrund der französischen Reoolulionskriege vor 100 Jahren abspielt. Die Personen der Erzählung sind keine Romanfiguren, sondern Menschen, wie sie uns täglich begegnen: im Allgemeinen weder ausgemachte Bösewichte noch vollendete Tugendbolde. Und doch werden die spitzbübischen französischen Falschmünzer, der Schultheiß Eberhard, der Streber Schmiedel einerseits und der prächtige Pfarrer Happold mit seinem nterenstarken Vicar Pagenstecher — übrigens zwei historische Persönlichkeiten — und die beiden —i Punsch-Essenzen aus reinen Spirituosen und Wein °UlNk b'‘Ätatn' inbtre »nii ^tn ‘«-NÄ ■ti'Ä ; 7" Siebe bk WWt $W6i 1 * »en 7dc° müßen Fü. !-tzt viele Oitschllste" Melteo HauLhaltlliig-n hoachtsseste nicht bei. ^achHebröüchtki sh 'um unb inner Mr mit ein« W» chmn unb if|t hlnhi lafjlenbe, hilllech^. bn geistigen Sm - ebe am Wcthnchrp f dem Geringsten M ii mir gethan. - ti Nehmen! hiefigen RchkauMlt er College» an unteren 3 die Substitution am Obtrlanbtfi» Ierichlihof emnchsenbeii Nur iugauibesvvbniii Susnahmifällen soll bie münbiiten Terhavbluvg m zugelasfenen Äntooltt M. Ztg. )ectmbtr. Vit ßrtif’ btt VA hol IMu* X bie Schuiboisianbe Tchnlen einbringiilh w ütoaigen Uebtihtttwi stillen. Förster Hübner, Vater unb Sohn, andererseits mit fraftifl-n Strichen gezeichnet. Der Veisasser verfügt über ein nicht zu verkennendes Talent für den dramatischen Aufbau der Handlung und einen prächtigen Humor, der besonders in den ©eenen zwilchen bem ehrlichen Juden H.yum und seiner launischen Gattin Blümchen zur Geltung kommt. Man merkt eS diesen Semen an, daß sie nach dem Leben gezeichnet sind. Aber auch die Poesie fehlt d.m Buche "lcht. weht durch seine Blätter ein Hauch der R mantik, wie sie dem herrlichen grünen Odenwalde selber eigen ist. Was schließlich von dem Buche allgemein gerühmt wird, daß eS von echt ger- manisch-chrtftlichem Geiste beseelt sei, können wir durchaus bestätigen. Die Ausstattung ist trotz des äußerst billigen Preises würdig, gediegen und elegant. Eine stattliche Anzahl Vollbilder ist dem T-xle beigegeben, doch können wir uns mit dttsen Illustrationen nicht schlechthin einverstanden erklären. Die Covpositon der Bilder geht ja an, aber die Außiührung der Figuren läßt zu wünschen übrig. Wenn ein Buch illustrirt werden soll, müssen die Bilder auch in einem gewissen Derhältniß zum Text stehen. Wenn z. B. der Künstler der Beschreibung von LiSbrthS Aeußerem auf Seite 59 ge- folflt wäre, hätte er gewiß ein bessere« Porträt dieses anmuthigen Mädchens zu Stande gebracht. Jedoch dem Werthe deS Buches alö eines echten und reckten Volksbuches tbut dieser kleine Mangel keinen Abtrag und wir hoffen, daß das Werk auf recht vielen Weihnachtstischen prangen wird. Auch zur Anschaffung für VolkSbibliotheken ist es sehr zu empfehlen. Es wird Jedem, der aus dem Volke stammt, eine willkommene Gabe sein. »ÄS5*1 0 bt Perlzwiebelu empfiehlt J. M. Schelket. I (auch in Umtausch gegen ältere Werke) sowie alle andern Bücher I I liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an -*>.1 H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stnttsrnrf Y1I. wTf?’ — Allen Denjenigen, welche sich auf leichte und bequeme Art die Kenntniß der französischen, englischen unh italienischen Sprache aneignen wollen, seien die Zeitschriften „Le B£p£tlteur“, „The Repeater“, „II rlpetitore“ zum Adonnemeni warm empfohlen, ltterlm, D-rlag von Rosmbaum L Hart.) ES läßt sich kaum ein besseres Mittel, diese wichtigsten fremden Sprachen, deren Kenntniß in allen Berufszweigen äußerst werthvoll ist, ausfindig machen, als die Methode dir genannten Zeitschriften. Unter jedem fremden Wort fttht das entsprechende deutsche, sodaß dem Leser daS Unbekannte sofort auffällt und bei der Wiederholung in Erinnerung gebracht wird, wodurch der Wortschatz sich beständig vergrößert. Der Inhalt der Journale ist inteiessanl und unterhaltend, es wechseln in bunter Reibe Poesie und Prosa, Ernst und Scherz, Alles ist im modernen Stil und äußerst praciisch gehalten. Für die weiter Fortgeschrittenen ist ebenfalls gesorgt, indem die vierzehntägig erscheinenden Blätter allmonatlich eine Beilage mit nur französischem, englischem und italienischem Texte enthalten, dem zum Zweck besseren Verständnisses am Fuße jeder Seite die nöthigen Anmerkungen betgegeben sind. Es dürften daher diese Zeitschriften, bereit Abonnementtpreis pro Quartal nur je 1 Mark beträgt, vielen unserer Leser willkommen sein. Abonnements auf diese Journale können zu jeder Zeil bei allen Postanstallen und Buchhandlungen gemacht werden. Ver-rhr, £•<,,'* la«, « »Lu Tchüchi, ,,b A?’“" I-, al®,"*' •■<“4