Sonntag den 23. August im 198 Zweites Blatt Nr. Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren h 24. | chratisöeitage: Hießener KamitienölLtter. leid. t I Den 24. Ä »rosst g den A. «nnohme DOR Anzeigen zu der Nachmittags für den foliftnbtn Tag erscheinenden Nummer bis Barm. 10 Uhr. Id m. [text sie ihren Humor, und wenn sich Jemand für sie irtter- effirt, dem erzählt sie, wie erfinderisch die Noth macht. Ihr kleiner Fußwärmer dient ihr Jahr aus Jahr ein als Herd und als Ofen, auS Oeconomie läßt fie nie das Feuer in demselben auSgehen. Sie heizt dreimal täglich mit Kohlenstaub, von dem fie für fünf oder sechs SouS (20 bis 25 Pf - monatlich gebraucht. Ihr Menu ist sehr einfach. Ein Kohlkopf zu fünf Centimes (4 Pf.) und einige Kartoffeln reichen für den ganzen Tag auS- an einem anderen genügt ein Et und ein Stückchen Käse. Abends setzt sie auf den Fuß« wärmer einen kleinen Theekeffel mit Waffer, daS am nächsten Morgen warm ist für ihre Toilette und ihren kleinen Haushalt. So versteht fie genial ihrem Fußwärmer auch etwas Comfort zu entlocken. / Bricht die Dunkelheit herein, so erhellt die Straßenlaterne schwach ihr Zimmer. Ihre Ausgabe für Streichhölzer beläuft sich im ganzen Jahre auf 40 Centimes, wofür sie zwei Päckchen erhält. Da sie sehr viel auf Sauberkeit hält, ihre Schwäche sie aber hindert, sich zu bücken und wieder zu erheben, so läßt sie sich wöchentlich ein- oder zweimal auf die Hände fallen und wischt, lang hingestreckt am Boden liegend, ihr Zimmer auf. Die alte Dame besitzt viel gesunden Menschenverstand. Beständig allein, hat fie Muße genug, über das, was sie gesehen hat, nachzudenken. Großen Werth legte sie auf Höflichkeit und Rücksichtnahme. Erhält sie ein Geschenk, so sieht fie mehr auf die Form, in der man ihr dasselbe darbietet, alS auf daS Geschenk selbst. Ihre eigenen Leiden haben sie in hohem Grade mitfühlend gemacht mit fremdem Elend. Etwas freilich könnte auffallen, nämlich, daß sie für ihre Verhältniffe ein zu theureS Zimmer bewohnt. Aber wie soll sie es anders machen? Ihr krankes Bein hindert fie, ein oder zwei Treppen höher zu steigen und bei ihrer beständigen Einsamkeit darf doch ihr Heim nicht zu trist und muß vor Allem gesund sein. Und die 300 Francs Miethe gibt der alten, schwachen Frau eine ihrer Schwiegertöchter, eine einfache Blumenmachertn, welche diese Summe nach Feierabend und zum Thetle Nachts verdient. Ist solches Liebeswerk nicht viel rührender als andere aus Ueberfluß gespendete? Begeben wir unS in die anstoßende Wohnung! Hier wohnt eine noch junge Frau- auch sie ist ein Krüppel, fie hat ein hölzernes Bein. Sie ist Wittwe und hat ein Mädchen von zehn Jahren- aber das Kind ist fast blind und in einem Armeuhause untergebracht. Diese Trennung macht der armen Frau ihre traurige und einsame Lage noch schmerzstilles Glas weihte Herr Büttner den gefallenen Helden des 18. August 1870 und Herr Hauptmann Maurer feierte die heldenmüthige Besatzung des „Iltis", die jüngst mit einem Hoch auf Kaiser und Reich in daS Wellengrab gesunken sei. Eine Sammlung für die Hinterbliebenen der Mannschaft wurde im Anschluß daran veranstaltet. Dann trat die Fröhlichkeit in ihr Recht, und daS Tanzvergnügen begann. Im BereiuSleben herrscht reges Leben. Der Odenwald« club begab fich am Sonntag einmal auS seinem Arbeitsgebiet hinaus und unternahm einen Ausflug in den benachbarten Taunus. Von Cronberg giugs über Falkenstein, über den Fuchstanz nach dem Feldberg, dann über den Herzbergthurm und die Saalburg am Pfahlgraben entlang nach Homburg, daS die Endstation bildete. Im Radfahrerverein rüstet man fich zum großen Wettfahren auf der Rennbahn an der Hetdelbergerstraße. Zahlreiche Nennungen namhafter Fahrer liegen vor, darunter auch eine solche des berühmten Meisters Lehr aus Frankfurt, deffen Name voraussichtlich große Anziehungskraft ausübeu wird. UebrigenS wächst die Zahl der Anhänger des RadfahrsporteS auch im Darmstadt geradezu unheimlich. Auch die Damenwelt huldigt der gesunden Hebung leidenschaftlich und auf deren Rennbahnen kann man allabendlich den Damencorso unserer schmucken Stahlroßamazoneu bewundern. Vielleicht gibt'S gar noch einen Radfahrertnnenverein, der dann auch Wettrennen veranstaltet. Dann kann fich August Lehr iu Acht nehmen! Die Gesangs- und Jnstrumentalvereine haben die wenigen schönen Abende der letzten Zeit zur Veranstaltung von Sommerfesten benutzt, und der historische Verein gedenkt am LudwigStag in nächster Woche einen Ausflug zu wiffen- schaftltchen Zwecken nach Ilbenstadt in Oberheffen zu unternehmen. Im Kunstleben find wir zur Zeit nur auf daS Som- mertheater angewiesen. Dort hat die Operette der Poffe daS Feld geräumt und ein Zwergkomtker, Herr Janez Mallh, erheitert allabendlich das Publikum in lustigen Schwänken durch seine urwüchsige Komik. Im Hoftheater beginnt die neue Spielzeit nach dem jüngst veröffentlichten Vierteljähriger Abonnementspreis: 2 Marl 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition' und Druckerei: SchnkSratze Hlr.7. Fernsprecher 51. Womit man in Paris leben kau«. Unter dieser Spitzmarke entrollt M. d'Aiglun im „Koßrnos" itin rrgreisendeS Bild socialen Elends, für welches die Sei» ’toltle zwar in Paris gesammelt, aber ohne Zweifel auch in Mr Großstadt und Mittelstadt Deutschlands in be* bäuerlich großer Menge ganz analog zu finden find. Der »lloemeineren Bedeutung wegen, welche diese Specialfalle in fld) bergen, geben wir auS der iutereffanteu Schilderung Mgmdes wieder: , Der Verfasser führt unS ins Quartier latin. In einer enjen und einsamen Straße ersteigen wir eine zweite Etage mb treten in ein großes zweifensterigeS Zimmer. An einem btt Fenster fitzt eine alte schwache Frau vor ihrem ArbeitS- Man sieht es der Hagern Gestalt und dem energischen SchchtSauSdruck an, daß sie über 80 Jahre alt ist. DaS ichtvarze Kleid und die schwarze Haube verleihen ihr etwas Vornr hmeS und Würdevolles, was sympathisch wirkt, ES hnrsiht im Zimmer die peinlichste Sauberkeit und man er» pt ben Eindruck einer gewissen Wohlhabenheit- sieht man litt genauer hin, so bemerkt man, daß alle Gegenstände MiS weiter als die Ueberbleibsel aus einer früheren Zeit Md. Die Tischdecke ist ein alter abgelegter Shawl, der Mnrtich seinem gegenwärtigen Zwecke dienstbar gemacht ist. Z« guter Familie als Milchschwester erzogen, verheirathete H tann die Frau und wurde Mutter von sechs Kindern, Wt jrtzt zum Theil tobt, zum Theil in der Fremde find, eher nn saurer Arbeit nur gerade ihr Leben fristen. Wittwe gttüorben, zog fie in den Dienst, mußte denselben aber bald Hiebes aufgeben, weil fie überfahren zu werden daS Unglück Nun nahte fich langsam aber sicheren Schrittes das Elend. Sir sand nur wenig und schlecht bezahlte Beschäftigung, und ßo kam trotz ihrer muthigsten Gegenwehr ein Tag, an dem Pr ni chtS weiter hatte, als ein Pfund Brot. Verzweiflung msaßte fie, aber fie war zu stolz, um betteln zu gehen. Mfigmtrt ergab sie sich in ihr Schicksal und erwartete den Hungertod. Nach Verlauf von zwei Tagen entdeckte eine Nachbarin ihr herzzerreißendes Gehetmniß und verschaffte ihr dir Unterstützung der Gemeinde. Von nun an erhielt sie Brot uad at> und an auch Arbeit- aber viel können ihre alter»* flachen Hände nicht mehr schaffen. — Trotzdem hört man eit einen Klagelaut von ihr- nur daß sie fast gänzlich deS Fleisches entbehren muß, das macht sich bei ihr insofern pilnti $ fühlbar, als es ihre Thatkraft schwächt. Nie ver* , den 24. li Virthe: nd. um Programm am 6. September. Sie bringt zunächst GounodS „Romeo und Julie" in der Oper und WildenbruchS „QuitzowS" im Schauspiel. Da im Personale wichtige und intereffante Wechsel stattgesunden haben, sieht man der neuen Spielzeit mit großem Jntereffe entgegen. UebrigenS sollen gleich am Anfang noch ein paar Gastspiele stattfinden, da noch für zwei Fächer Aspiranten zu engagiren sind. Was für die Zeit der Anwesenheit der russischen Majestäten im Hoftheater geplant wird, ist noch nicht in die Preffe gedrungen. Dem UnterhaltungSbedürfniß deS Publikums wird auch in diesem Winter das renovirte „Orpheum" dienen, das am 1. September seinen Winterfeldzug unter neuer artistischer Leitung beginnt. Dort fand übrigens am vergangenen Sonntag ein echt künstlerisches Concert einer russischen Nationalcapelle statt, die dem Vernehmen nach ja auch in Gießen gewesen ist. Ein Exeigniß aus dem politischen Leben hat in den letzten Tagen auch für Darmstadt ein ganz besonderes Jntereffe gehabt. Zum KriegSmintster ist bekanntlich der hiesige DivifionScommandeur Excellenz Goßler ernannt worden. Hat auch diese Nachricht Freude erweckt, so ist doch daS Bedauern sehr groß, daß der trotz seiner kurzen Anwesenheit so überaus beliebt gewordene hohe Offizier unsere Stadt für die Dauer verlassen muß. In den letzten Tagen fand ihm zu Ehren ein großes Liebesmahl statt, an dem sich 70 höhere Offiziere beteiligten. Nachdem Se. Königliche Hoheit Prinz Wilhelm das Hoch auf den Kaiser ausgebracht hatte, feierte Herr Generalmajor von Holwede den scheidenden Herrn von Goßler, der aufrichtige und herzliche Verehrung in Darmstadt gefunden habe. Excellenz Goßler dankte gerührt und trank auf daS Wohl der hessischen Division. Die ganze Veranstaltung zeigte nach allen Berichten einen herzlichen, echt kameradschaftlichen Character. Herr v. Goßler ist schon nach Berlin abgereist, wird jedoch noch einmal im September hierher kommen, um dann mit seiner Familie dauernd nach Berlin überzufiedeln. Von hier auS folgen ihm die herzlichsten Glückwünsche für die veranwortungSvolle Thätigkeit int neuen, schweren Amte. lieber. Sie erwirbt ihren ärmlichen Lebensunterhalt mühsam durch Nähen- aber sie hat nur selten Arbeit. Sie kann nicht weit gehen und keine schwere Last tragen. Ihr Gesicht hat nichts Anziehendes- ihre Leiden haben fie verbittert. Das Einzige, was ihr ein Lächeln entlockt, ist, daß man von ihrem Kinde spricht. Nur für dieses lebt fie, und von ihrem mehr als schmalen Verdienst kargt sie fich noch Kleinigkeiten für ihr Kind ab. Jeden Sonntag besucht fie eS- sie hat einen weiten Weg, aber gestützt auf ihren Stock macht fie sich früh auf und ruht häufig unterwegs. In der Woche sitzt sie am Fenster bei ihrer Arbeit — ihr Holzbein liegt in einer Ecke auf zwei Stühlen — und denkt schon an den Sonntag, an dem fie ihr Töchterchen besuchen wird, daß einzige Glück, das ihr geblieben ist. Einige Straßen weiter steigen wir in einem alten baufälligen Haufe die immer steiler werdenden Treppen empor. Hoch oben unter dem Dache treten wir in eine Art Hängeboden. Dort befinden fich eine junge Frau und drei kleine Mädchen. DaS älteste ist sechs Jahre, daS jüngste noch ein Säugling- einige alte Stühle hängen an der Decke, das einzige Bett nimmt fast das ganze Gelaß ein. Im Bett schlafen die Mutter und die beiden Aeltesteu- etwas alte Wäsche auf dem Boden dient dem Jüngsten als Lagerstätte. Diese junge Frau ist von ihrem Ehemann verlassen, der alles verkauft hat, selbst die Wiege seiner Kinder. DaS Wenige, das fie hat retten können, hat fie in'S Pfandhaus getragen. Für baß schreckliche Gelaß muß fie 90 Fr. Miethe zahlen jährlich- man friert darin und der Wind pfeift durch alle Spalten. Die beiden ältesten Mädchen besuchen die Schule, aber bei Regenwetter müssen fie zu Hause bleiben, weil sie keine heilen Schuhe haben. Die Mutter schämt fich, fie Sonntags in ihren Lumpen in die Meffe zu schicken. Sie hat erwirkt, daß man ihnen in der Schule Frühstück verabreicht- aber Abends ist oft kein Bissen da, und sie ist gezwungen, einige Brocken auf einem Markte oder auS Kehrichtbehältern zusammenzusuchen. AIS fie fich letzthin Arbeit holte, ist fie ohnmächtig auf der Straße zusammengebrachen und eine ernste Krankheit feffelt fie an ihr Bett- fie sträubt sich jedoch dagegen, daß der Armenarzt komme, weil fie sich ihrer schmutzigen Lappen schämt. Einige Häuser weiter. Wir treten in eine hochbelegene Hoswohnung. Eine junge Frau mit kleinen Zwillingen auf den Armen empfängt uns. DaS ziemlich große Zimmer ist sauber- enthält eine Wiege und zwei große Betten. DaS eine ist für den Mann, die Frau und den kleinen Jungen, Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» .1 Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. rL K“6"- Feuilleton. Wochendriesr aus der Residenz (Originalbericht des „Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 21. August. De Gedenkfeier für Gravelotte. — »ul den Vereinen. — Knnstleben. — Allerlei. Vor Jahresfrist prangte Darmstadt im schönsten Fest- i'tzinucke und Tausende von fremden Gästen wanderten durch töt Straßen nach dem Festplatz, um die Jubelfeier deS Siegel* und Ehrentages der hessischen Division, den 18. August, Inder Landeshauptstadt zu feiern. Auch in diesem Jahre man nicht vergessen, dankbar der heldenmüthigen Kämpfer ji> gedenken, die bei Gravelotte mitgestritten haben und von IM« so mancher sein Leben auf dem Schlachtfelde verlor. Di sämmtlichen hiesigen Kriegervereine fanden fich am L8. August auf den Friedhöfen ein, wo an den geschmückten Dllkmälern der Krieger eine würdige Gedächtnißfeier abge- Ilten wurde. Auf dem Darmstädter Friedhof hielt Herr Pfarrer Widmann, auf dem Beffunger Herr Engel die Ge- t'ichtnißrede zu Ehren der Gefallenen, bann würben Kranze eie btn Denkmälern unb Gräbern niedergelegt. AbendS fand im Schützenhofe — dem alten Stand- irartlere des SrtegervereinS — eine gesellige Feier statt, töt vußerordeutlich gut besucht war. Eine Militärcapelle aimtirte. Die Begrüßungsansprache hielt Herr Engel, vn betonte, daß bei patriotischen Festen von der sonst leicht schlößen Festmüdigkeit beim Kriegerverein nicht! wahrzu- rujtnten sei. Die eigentliche Festrede war Herrn Hauptmann Balbeetfer zugefallen, dem bewährten Präsidenten des Krieger* UirtiBß. Er führte auS, daß man im Jahre naL dem großen Milläum zunächst einen Blick auf Gegenwart und Zukunft teerfen müsse, um zu lernen, waß zur Erhaltung der 1870/71 ickmipften kostbaren Güter nöthig sei. Mit einem jubelnd tufge nommenen Hoch auf Kaiser unb Reich und unseren SruderSherrn schloß die begeistert vorgetragene Rede. Ein Der Getier Anzeiger scheint täglich, ■it Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Piaitienblätter Wtfrert dem Anzeiger «Hrntlich dreimal beigelegt Gießener Anzeiger Senerat-Anzeiger. toll w * T 1U nrstensti* 6356 Preisen. für den Kreis Gießen, einen Theil der Provinz Oberheffen und den n;:. 7107 lich von Gießen gelegenen Orten übertragen und unterhält derselbe Sage übernimmt Saison- und Monatslieferungen, sowie Abschluß grötzaat Versteigerungen.» V geräthe empfiehlt 6888 A. Dickor6, Zchanrengr.8 6364 7414 zur ungrsch Hermann Thiele, dass Saal Ver- H. Plank, Kaplansgasse 2. rnenren Jean D Baumat In Auftrag: F. Hoffmann Wiit i wld riebet von An Karl Ramstock vorm. W. Böger Uhrmacher und Optiker Gleesen 6 Seltersweg 6. Wir haben den Vertrieb unseres Kunst-Gifes, bergestellt n Quellwasser unter Anwendung von comprimrrter Kohlensäure, dem Herrn Emil Schmall in Gießen per öwu ■KIM H. F. Herstellung von Ghpsböden als feuersicherer Belag für Speichers Böden empfiehlt sich bei billigster Preisberechnung T. Den verehrl. 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Zig.", geradezu eine Roh- heit deS betreffenden Schwimmlehrers, die nicht genug gerügt werden kann, die auch- den Lehrern an den Militärschwiwm- austalteu aufiS Strengste verboten werden müßte. Dem Em« sender ist ein Fall bekannt, daß durch diese Rohheit deS Schwimmlehrers, eines früheren Soldaten, ein Knabe so wasserscheu wurde, daß er Krämpfe bekam, als er zum Schwimmen gezwungen werden sollte, und von weiterem Unterricht abgesehen werden mußte. Er hat bann mit Hülfe feines schwimmfertigen Bruders das Schwimmen ganz von selbst gelernt. Auch mit dem Sprung tn'S Waffer vom hohen Springbrett oder vom Thurm herab muß man vorsichtig sein. ES ist nicht immer Feigheit, wenn der Schwimmschüler nicht aus der Höhe tn'S Wasser springen will. Betreffenden Falls müßte der Arzt durch genaue Untersuchung feststellen, daß Herz und Lunge einen solchen Sprung vertragen können und erst dann der offenbaren Feigheit entgegentreten. • HuudeloUetteu. In Paris giebt es „Tailleurs pour chiens“, Schneider, die ausschließlich für Hunde arbeiten. In der „Monde illustre" berichtet Gay Tomel, was eine Ausstattung mittlerer Gattung für einen anständigen Hund kostet: Halsband 12 Francs, Bracelet 8, Vr Dutzend Hemden 60, 1/2 Dutzend Taschentücher 6, 2 Paar Schuhe, davon eines aus Rehleder 15, 1 Morgenanzug, Schlafrock 15, ein Seebad Eostüm 15, 1 Stadtanzug 30, 1 Gala Anzug 50, 1 Reiseanzug 25, 1 Winterpaletot mit Pelz 35 Francs, in Summa 271 Francs. * vettlerfabriken. Zu welchen Scheußlichkeiten sich eine gewisse Sorte von gewistenlosen Speculanten dem Geschäft zu Liebe verleiten läßt, wurde dieser Tage in Bukarest enthüllt. Wie die „Dreptatea" mittheilt, wurde jüngst von Br. Minovici, GerichtSarzt und Chef des Anthropologischen BÜreauS in Bukarest, ein an den Füßen gelähmtes Bettlerkind untersucht und hierbei festgestellt, daß die Füße deS Kindes bald nach seiner Geburt auf gewaltsame Weise in eine unnatürliche Lage gebracht worden sind. Die in Folge besten eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß sich in Reganschirme in großer Auswahl- Reparaturen schnell und billig. 6150 H. «. Sack, Neuenweg 58. Küche oder' Gar; Löffel ^Heuert, •fH'l 6iffig9 huu ZumShampooniren (Dameukopswaschen) mit Trockenapparat empfiehlt sich Feter Leppla 79 Neustadt 79 offerirt Cheviot u. Restcoupons aus einer Rh. Fabrik, sowie feinste Buckskin-Reste zu bekannt billigen fügung gestellt wurde und nehme geschätzte Anmeldungen in meiner Wohnung, Bleichstrasse 7, jederzeit entgegen. Hochachtungsvoll Willi. Hamel. Rossmark-Pomade Die Königin aller Pomade«, einz. sich. wirk. Mittel geg. Haarausf. rc. re. Reines doppelt gelLrrt. • Rossmark • z. Einr. geg. Rheumatts-, Verrenk., Verst., steif, o. erfr. Glieder, scrophul. Kinder rc-rc. Beides Lrztl. empf., ges. geschützt und nur echt, wenn mit Schutzm. versehen. Pomade h Dose 50 H, Roßm- h gl. 1 Nur echt ImZAlleinverkauf für Gießen bet G. Dort, Wallthorstraße 45. (6978 • Zum Schwimmunterricht. Der Tod eines Soldaten beim Schwimmunterricht in der Militärschwimmanstalt zu BreSlau erinnert an die Unsitte so mancher Schwimmlehrer, Schüler, die etwas wasterscheu find und infolge ihrer Angst die Schwimmbewegungen im Master nicht richtig ausführen, gewtffermaßen als Strafe für das vermeintlich fort* dauernde Ungeschick, durch Tieferhalten der Angel unter das obigen Werkes und halte mich verehelichen Jnterestenten bestens empM 6701 Hochachtungsvoll Emil Schmall. Das unerreicht beste Mittel der Gegenwart gegen üblen Schweißgeruch und Wundlaufen der Fütze sind die F. & C. Achenbach9» Schweiß-Sohlen der augenblicklich in der Schule ist; das andere ist das Krankenbett; eS ist nicht geordnet und macht den Eindruck, als ob eS gerade Jemand verlosten hätte. Und richtig, als wir unS umwenden, erblicken wir in der Nähe des Kamins, auf einem niedrigen Stuhl zusammengekauert, eine menschliche Gestalt; unter ihrer Nachtmütze könnte man fie für eine alte Frau halten; aber nein, es ist ein vierzehnjähriges Kind mit dem Keim des Todes in der Brust, abgemagert und stumpf von körperlichen Leiden. Schon zwei Knaben sind tm vergangenen Jahre an der schrecklichen Krankheit gestorben. „2Ba6 kommt- auf die Mühe und die Kosten an", sagt die Mutter, „wenn daS Mädchen nur wieder gesund wird. Aber ob man fie wir retten kann?" So fragt die Mutter in ihrer Herzensangst. Nein, man hat sie nicht retten können, vor einigen Tagen ist sie gestorben. Der Vater ist Maurer; er verdient fünf Frcs. täglich; aber er hat eS weit bis an feine Arbeit und muß einmal im Gasthaus esten. DaS geht von seinem Tagelohn ab; für den Rest müssen Wohnung, Nahrung und Kleidung für sechs Personen bestritten werden. „Aber er ist ein guter Mann, ein guter Familienvater; er kommt Abends pünktlich nach Hause und liefert das verdiente Geld ab. Nur daß er mitunter ein bischen auffahrend ist, das ist sein einziger Fehler", erzählt die Frau. Armer Mann, er kommt nach schwerer, ermüdender Arbeit nach Hause und findet anstatt Erholung und Ruhe nur Elend, Krankheit und Traurigkeit. Ja, wenn der Vater Arbeit hat, dann kann man fich einheizen und seinen Hunger stillen; aber im Winter, bann feiern die Maurer. (Einlage zwischen Strumpf und Fußsohle). Achenbach’» Schweiss-Sohlen verhüten da- Wundwerde» der Füße ohne den Fußschweiß zu vertreiben, sie laffen den üblen Schweißgeruch nicht aufkommen und haben nicht den geringsten fit* sundhettsschädlichen Nachtheil 7336 Kein Tourist. Kein Schweißfußleidender möge Aoheobaoh’s Sohwelss-Sohlen unprobtrt lasten. Ein Carton mit 10 Paar Schweißsohlen reicht 4—6 Wochen au8 und kostet nur 1 Mk. — Erhältlich in Gießen In der Hirsch-Apotheke, Pelikan- Apotheke, Universitäts Apotheke, »ntzdach in der Apotheke. --».W für garantirt neue, doppelt gereinigte und gc-1 wafchene, echt nordische Bettfedern Wir versenden zollfrei, gegen Nachnahme (febeS beliebige Quantum) Gute «CltC Bett- federn perPsd. für ()0 Pfg., SO Pfg., 1 M„ l M.25Pfg.u.l M.40Psg. ,Feine prima Halbdaunen 1M. 60 Pfg. u. 1 s». 80 Pfg.; Polarfcdern: halbweiß 2M, weiß 2 M. 30 Pfg. u. 2 M. 50 Pfg.; Silber- weiße Bcttfedcru 3 M., 3 M. 50 W. 4 M., 5 M.; ferner: Echt chinesische tÄanzdauncn (lehrfanrrästig) 2 M. 50 Pfg. u. 3 M. Verpackung zum Kostenpreise. — Bei Betrügen von mindestens 75 M 5% Rabatt. — Nichtgefallendes bereitwilliast zurückgenommen. Pecher & Co. in Herford, tn eum Wasserwerk Z3ad-Wautzeim. Ich nehme auf Vorstehendes Bezug und offerire neben mein« Natur-Eis das vorzügliche «chi ,. D«lma 8lebt tg nm mit ia>- "*«■ SW i“ 30 snb 50 “•MtnflfnS jahrelav. Da, i tibttt tn bti U FU< 'N Hehnake Psiichtseuerroehr. Montag, den 24 August d.J., Abends 8V& Uhr: Uebung siimmtlicher Rotten. Der Branddirector. 7451 I. V.: Gail. Rumänien und zwar in Galatz und Bratla, je ein Verttv einer „Bettlerfabrik" auf der Insel EhioS befinden, die meisten der in Rumänien vorhandenen verkrüppelten Beu- von dorther importirt haben. Von jener „Fabrik" fceri verlaffene Kinder, besonders aus der Türkei, aufge[tf(? auf Chios werden dann diesen armen Knaben und Wau Arme und Beine, Hände und Füße gebogen und gekrü«^ die Knochen gebrochen, Lippen abgeschnitten, kurz die fürcht lichsten Verstümmelungen vorgenommen und auf diese die verschiedenen Bettler- und Krüppeltypen geschaffen, x.,' hierzu nothwendigen Martern werden nur nach und angewendet, damit die unglücklichen Opfer nicht wahre?- ihrer „Präparirung" sterben. Mit der „fertigen 8^ werden dann sämmtliche Balkanstaaten überschwemm, rumänische Regierung hat diesem unerhörten 5Ereiben, foeri eS in ihrer Macht liegt, ein Ende bereitet, indes fa Vertreter der Bettlerfabrik sammt ihrer entsetzlichen,$-v. auS Rumänien ausgewiesen hat. Hoffentlich ges^rv». nöthigen Schritte, um die geschilderten Uumenfdjlt*^ ganz zu unterdrücken und die findigen Spekulanten aut — eS soll eine ganze Gesellschaft sein — der berbitt? exemplarischen Strafe zuzuführen. • Wie daS Mahagoniholz nach Europa kam, darüber y- nachstehende eigenartige Geschichte Aufklärung: DerLoal^ Arzt Dr. Gibbon, welcher zu Anfang deS 17. Jahrhn dertS lebte, hatte einige Mahagoniholzblöcke aus öeftmtn importirt in der Absicht, daS Holz mahlen zu laffen et daS Pulver als Ersatz für Chinarinde zu gebrauchen, damals als Heilmittel gerade in Aufschwung kam. Er fte indeß daS Holz als unbrauchbar für medictnische Zwecke c lieh sich von seinem Tischler eine Kiste auS dem hch machen. Die ©tructur des Holzes gefiel ihm, nach tu- Mittheilung des Patent- und technischen Bureaus ben M- LüderS in Görlitz so ausgezeichnet, daß er fich auch ttr Schreibtisch machen ließ. Ganz London strömte herbei, □ fich diesen Schreibtisch zu besehen und von Stunde an bi daS Holz für Möbel in Gebrauch, für welche Zwecke ei m heute in hohem Ansehen steht. w^l Ks Kar!« Grummetgras- Ber fteigerung. Donnerstag den 27. l. M., Bormittags 9 Uhr, läßt die Actieubrauerei Gießen das Grummetgras ihrer Wiesen in 22 Parzellen meistbietend versteigern. — Der Anfang wird bei der „Schönen Aussicht" gemacht. 7478 Actirndravkrei Gießen. Montag den 24. August, Nachmittags 5 Uhr, wird ein in bester Lage in Wetzlar gelegenes Wohnhaus, in welchem seit 30 Jahren ein Bäckereigeschäft betrieben wird, mit letzterem krank- heitshalber unter günstigen Bedingungen in der Wirtbfchaft zum „Deutschen Haus" freiwillig versteigert werden. Nähere Auskunft ertheilt ß Chr. Michel in Wetzlar. Asphalt-, Cement-, Terrazzogeschäst, Gießen, Brandgaffe 5. Leichten Nebenverdienst! Mk. 3600 jährlich festes Gehalt können Personen jeden Standes, welche in ihren freien Stunden beschäftigen wollen, verdienen. Offerten cd ..Neuesten“ an Bndolt Mosse, Kdln. von Willi. Hamel Giehe«, Bleichstr. 7. Eigene Repaniter-Werkstätte. Glößle Auswahl tn Fahrrädern, Zudrhbr und Rrfervethetl« Pianino rol Mark 44C Flügel. Iv Jahre (Partie. / A A Y * Bill Ledertuche. 2750 Julius Janzi Näheres durch den Besitzer HM ♦ Wer-Gmlknkies • rfitrlrrn 6720 A. Kröll 7W nb vßecke mfa Spülkasten ohne Bodenventil Hl 0IUIUIVI; Küche oder Stallung unter ]VeuI ]Veu! D.R.G.M. 56592. Mäusburg 7 Kahnhofstraße 12. Chr. Zimmer, Kahuhofstraße 12. *1 l$i haben in «ieften in der Hlrsch- puittteke, Engel-Apotheke und Pellkan- Jnstallations-Gefchäft 5058 7180 Kupferfchmiederei. Metallgießerei. Italiener Rothweine Wrgewebc. ”Ä."‘ fels: G. Walter. 7401 Jean Denn & Co j Jean Dern & Cie Baumaterialienhandlung. 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