W Ihr ff Hin. H SS6. lb-r«u st« 710 Uhr , 1 M., Damen« Lolonialwaaren- fet, Seltersweg, ig Heil, Linden. Mur Wahl, i der Abendkaß! riefarten 20 Psg. K Seniler, Vissen? > Uhr *8 103.« ASS M 81'46 101* 101* hfuitjttü«. 'amu. en ergebens ein. -MC. vrbig, 1- sowie Abends s auch bei der rstiiide. C°> 'M in der -----TM und fei 108J* dlv- 10 •stand. iSäng i M M Wsteller. Nr. 18 Drr Lietzener Anzeiger rrschrint täglich, mit Ausnahme dcS MonragS. Die Gießener P« mtlien btälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Mittwoch den 22. Januar Zweites Blatt 1896 Meßmer Anzeiger Keneral-Anzeiger. Vierteljähriger AöonnementspreiLr 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaktion, Expcditio» und Druckerei: Achulstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt füv den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für d« 8nt «nnoncen-vureaox de- In- und «u-lande- nehm« -»kgenden Tag erscheinenden Nummer bi- «orm. 10 Uhr. ^UUlUltHVlUttVi. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtiid?er Tbeil. Bekanntmachung, die Nochsuchuvg der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgende«, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bi» zum 1. April desselben Jahre» yi erbringen (Wenn z. B. mit Rücksicht auf da» Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinausgeschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schluffe des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß da» Schulzeugniß bis 1. Aprll nachfolgen werde. 3) Da» Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sei» «nd ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; d) Einwilligungs-Attest des Vater» oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit, den FreiwMgen während einer einjährigen actioen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; «) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnafien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen mllitärberechtigten Anstalten) durch bat Director der Anstatt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) da» Schulzeugniß. Sodann wird noch besonder» bemerkt: Zu p<*. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift de» Vater» oder Vormunde» beglaubigt sein muß. L» pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — -«»gestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der SS 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfung» - Commission für Einjährig-Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Buch inger. Deutsches Reich. Berit«. 18. Januar. Anläßlich der heutigen Feier zur 25jährigen Neubegrün düng de» Deutschen Reiches fand um 10 Uhr in der Schloßcapelle feierlicher Gottesdienst statt, welchem da» Kaiserpaar, die fünf ältesten Söhne des Kaisers, die Kaiserin Friedrich, Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz und Prinzessin Albrecht von Preußen wud andere zahlreiche Fürstlichkeiten beiwohnten. Der Kaiser Führte die Kaiserin Friedrich, Prinz Friedrich Leopold die Kaiserin, Prinz Albrecht von Preußen die Prinzessin Friedrich Leopold. Nach dem Gottesdienst sand die eigentliche Feier Lm Weißen Saale des Königlichen SchloffeS statt. De Saal) war kostbar geschmückt. Die Statuen der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. waren mit Lorbeerkränzen versehen. Tin ungemein prächtiges Bild bot sich dem Auge dar, nachdem die Aufstellung der Geladenen vollzogen war und sich der kaiserliche Zug nach dem Weißen Saale bewegte. Der Kaiser trug die Uniform des Regiments der Garde-du- Corp», dazu den fcharlachrothen Sammetmantel der Ritter des Hohen Ordens vom Schwatzen Adler. Die Kaiserin trug eine lange Sammetrobe von meergrüner Farbe, während die Kaiserin Friedrich schwarz gekleidet war. Der Kaiser, die Kaiserin und die Kaiserin Friedrich trugen die Kette deS Schwarzen Adlerordens. Im Zuge wurden auch die ReichS- infignien getragen und zwar das RetchStnsiegel vom Generaladjutanten Grafen von Wedel, das entblößte Reichsschwert vom Kriegsminister Brousart von Tchelleudorf, der Reichsapfel vom Generaladjutanten Grafen von Fehndorfs, das Scepter vom Generaladjutanten von Werder, die Krone vom Generaladjutanten Fürsten Anton Radztwill, das Reichspanier vom Generaladjutanten Freiherrn v. Los. Unmittelbar hinter dem Reichspanier schritt der Kaiser. Nachdem die Allerhöchsten und höchsten Herrschaften ihre.Plätze eingenommen, trat lautlose Stille ein, worauf der Kaiser die Thronrede verlas. Nach Beendigung der Thronrede ergriff der Kaiser die Fahne des ersten Garderegiments zu Fuß, senkte dieselbe vor der Versammlung und sprach mit erhobener Stimme ungefähr Folgende»: „Angesichts dieses ehrwürdigen Feldzeichen», welches eine fast 200jährige ruhmbedeckte Geschichte bezeugt, erneuere ich das Gelübde: Für des Volkes und des Landes Ehre einzustehen, sowohl nach innen als nach außen. Ein Reich, Ein Volk, Ein Gott!" — Diese Worte des Monarchen wurden vom lebhaftesten Beifall begleitet, desgleichen diejenigen, den Fürsten Bismarck betreffend. Graf Lerchenfeld, der bayrische BuudeSbevollmächttgte, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, in welches die Versammlung begeistert einsttmmte. Unter den von 36 Trompetern geblasenen Fanfaren entfernte sich der Kaiser und nach ihm verließen sämmtliche Anwesenden den Saal. — Die Parade, die im Lustgarten und aus dem Opernplatz sich abspielte, verlief vollständig programmmäßig, litt aber unter dem leichten Sprühregen. Es fand ein einmaliger Vorbeimarsch statt, worauf die Feldzeichen wieder in daS Schloß zurückgebracht wurden. Berlin, 19. Januar. Die Feier des Krönungs- und Ordensfestes wurde heute begangen. Zu derselben hatten sich die hier anwesenden Personen, denen der Kaiser heute Orden und Ehrenzeichen verliehen hat, im Königlichen Schlosse versammelt. Dieselben empfingen von der General- OrdenScommtsfiou die für fie bestimmten Decoratiouen, worauf die neuernaunteu Ritter und Inhaber von Orden in den Rittersaal, die Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens nach der Schloßcapelle geführt wurden. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie die Prinzen und Prinzesfinnea des Königlichen HauseS ließen sich im Rittersaal die tiet dem diesjährigen Fest ernannten Ritter rc. einzeln vorstellen. Nach der Vorstellung wurden die neuernannten Ritter rc. nach der Schloß- capelle geleitet, wo inzwischen auch die zum Fest geladenen älteren Ritter und Inhaber von Orden und Ehrenzeichen sich versammelt hatten. Nachdem das Kaiserpaar und daS Gefolge erschienen waren, begann der Gottesdienst. Nach Beendigung desselben fand im Weißen Saale die Tafel statt, bet welcher der Kaiser den Toast auf daS Wohl der neuen Ritter auS- brachte. Berit«, 19.Januar. Die Akademische Hochschule für dte bildenden Künste vereinigte sich gestern Abend zur Feier des ReichSjubiläumS im Saale des Archi- tectenhaufeS zu einem Festact. Neben den Akademikern waren zahlreiche frühere Schüler und andere Künstler erschienen. Der Schöpfer des KatserproclamationS-BildeS, Anton v. Werner, hielt eine fesselnde Festrede, die er mit persönlichen Erinnerungen durchflocht. An den Kaiser wurde ein HuldtgungS- Telegramm gesandt, für daS der herzliche Dank des Kaisers eintraf. Der FestcommerS in der Philharmonie nahm einen überaus glänzenden Verlauf. — Auch in fämmtlichen Theatern und BergnügungS-EtabliffementS wurde der nationale Festtag durch Prologe und besondere Veranstaltungen gefeiert. — Die Studentenschaft versammelte sich zur Jubiläumsfeier in dem mit Bannern und Wappen festlich geschmückten Rtesensaal der Acttenbraueret Friedrichshain. Die Verbindungen und Vereine waren äußerst zahlreich erschienen- die CorpS fehlten. Auch die Lehrkörper der Universität, mit dem Rector Prof. Ad. Wagner an der Spitze, war stark vertreten. Dte Festrede hielt der Präsident cand. jur. Pterau von der Burschenschaft „Germania". Berlin, 19. Januar. Die Socialdemokratie scheint im Unter-Elsaß immer festeren Fuß zu fassen. Bei der am Sanntag im östlichen Canto« der Stadt Straßburg vorgenommenen Wahl eine» Abgeordneten zum Bezirkstage des Unter-Elsaß wurde der socialistische Candidat, Bo eh le, mit 2144 Stimmen gewählt, der clericale Grgencandidat Metz erhielt 2019 Stimmen. Bon altdeutscher re chStreuer Seite scheint zu dieser Wahl überhaupt kein Candidat ausgestellt worden zu sein, ein würdiges Seitenstück zu dem Verhalten der Altdeutschen bei den Reichstagsnachwahlen in Metz und Diedenhosen. Hamburg, 18. Januar. Der „Hamburgische Corre- spoodent" meldet aus FriedrichSruh: Von 10 bis 12 Uhr concertirte heute die Mufikcapelle des lauenburgischen Jäger Bataillons Nr. 9 (Ratzeburg) im Park des Fürsten Bismarck. Der Fürst brachte seine Freude über die Vorträge in einer Ansprache zum Ausdruck. Die Mufiker wurden mit Speise und Trank bewirthet und erhielten schließlich jeder ein Geschenk. Würzburg, 18. Januar. Professor Röntgen hat in einer Unterredung mit einem Vertreter des „Würzburger General-Anzeigers" die Leutseligkeit und Liebenswürdigkeit des Kaisers, dem er über seine Entdeckung Vortrag gehalten , und überhaupt die Herzlichkeit der Allerhöchsten Herrschaften nicht genug rühmen können. Auf eine Frage deS Berichterstatters, wie er sich zu der Anschuldigung des Plagiats stelle, dte der ungarische Physiker Lenard gegen ihn erhoben, erklärte Professor Röntgen, daß ihm diese Anschuldigung vollständig neu sei und daß er natürlich einen derartigen Vorwurf nachdrücklich zurückweisen müsse. Die Entdeckung der neuen Strahlen sei und bleibe sein Eigenthum. Ferner erwähnte der Gelehrte, daß ihm aus allen Erdtheilen Briefe und Anerbietungen zugegangen seien, die nur zu lesen ihm die Zeit fehle. Weiterhin sei noch bemerkt, daß außer dem soeben von der Stahel'schen Buchhandlung herauS- gegebenen Sitzungsbericht der Würzburger Phyfikalisch-Medt- cinischen Gesellschaft in nächster Zeit eine ausführliche Veröffentlichung über die Entdeckung von Professor Röntgen in demselben Verlage erscheinen wird, die nicht nur in der Gelehrtenwelt, sondern auch von dem Laien, vom Volke mit Spannung erwartet werden wird. — In der bayerischen Presse findet die Einladung Röntgens durch den Kaiser eine sehr beifällige Beurtheilung. Der „Würzburger General- Anzeiger" schreibt: Kaiser Wilhelm II. hat seinem edlen Bestreben, allem, was unser Jahrhundert in seinem gewaltigen Wirken und Streben zu Tage sördert, ein treuer Pathe zu fein, auch diesmal wieder Ausdruck gegeben, indem er kaum wenige Tage nach der Publikation der Entdeckung deren Vater zu sich deschteden hat. Und wenn der deutsche Kaiser mit solch leuchtendem Beispiel voranschreitet, dann darf Bayern, in deffen Gebiet der Entdecker als Professor wirkt, nicht zurückstehen, sondern muß ihm bereitwillig und schnell die Mittel zur Verfügung stellen, um die Erfindung zinsbriugend für die Wissenschaft, für die Menschheit zu gestalten. Der Krieg von 1870f71, geschildert durch Ausschnitte tu» Zeitung»-Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.) 22. Januar. Richten wir unser Augenmerk auf daS französische Festungsfünfeck Cambrat, BalencienneS, ArraS, Douai und Lille. In dieses geht der Rückzug von Faid herb es Nordarmee, der größten französischen Feldarmee und recht eigentlich zum Entsatz von Paris bestimmt. Wenn eS Faidherbe gelingen sollte, seine flüchtige Armee in hiesen starken Stellungen zu sammeln und ausruhen zu lassen, bann könnte fie nach einiger Zett noch einmal zu Angriffen hervorbrechen. ES ist aber wenig Aussicht dazu; denn der Rückzug ist mehr eine Flucht und mehrere CorpS find in voller Auflösung. Der Schrecken in den Städten, durch die fie zogen, war groß, es schien eine Armee in Lumpen. Und Göben läßt die Feinde nicht zum Sammeln und Setzen kommen, er sucht fie von den Festungen abzudrängen, bei Cambrai hörte man schon den Geschützdonner der Verfolger. Faidherbe soll in Douai sein. Die Verfolger werden noch harte und blutige Arbeit haben, aber entscheidende. mb* > Wieseck, 19. Januar. Die Feier der 25. Wieder- kehr des Jahrestages der Kaiserproclamatton in Ber- sailleS und der Wiederauftichtung deS deutschen Reiches wurde auch bet uns von Seiten des Turnvereins in patriotischer Weise begangen. In den Localitäten deS Herrn Carl Dorfeld hatte sich eine stattliche Zahl der Jünger JahnS eingefunden. Die GesangSriegc ließ ihre schönen Weisen erklingen und erntete reichen Beifall. Der Glanzpunkt d-ß Abends wurde erreicht, als Schriftführer Lotz eine treffliche Ansprache hielt, dre in einem kräftigen „Gut Heil" auf Seine Majestät den Ka sec und das deutsche Reich gipfelte. Möge dieser Tag Allen noch recht lange in Erinnerung bleiben. M-r. *•* Wieseck, 19. Januar. Der Krtegerverein beging beute dee 25jährige Gedenkfeier an die Kriserprocla» mation in Versailles durch ein geselliges Beisammensein, welche- durch Ansprachen und Toaste auf Kaiser, Grobherzog und Vaterland verschönt wurde. 4- AuS dem Kreise Gießen, 20. Januar. Wie aus Rheinhessen, dem Mainthal und Rodgau gemeldet, so schwirrten auch vor wenigen Wochen in verschiedenen Orten des Kreises „Hausierer mit Reststoffen" umher. Mit Affen« ähnlicher Geichwindigkeit huschen sie von HauS zu Hau-, von Dors zu Dorf. „Mein Herr, kaufen sie diesen Rest zu einem pikfeinen Anzuge. Ich habe heute gute Geschäfte gemacht, und beinahe auSverkaust, und so sollen Sie diesen Rest zu einem sportbilligen Preise erhalten", mit solchen und ähnlichen Redensarten angelt der stet- eilende Hausierer nach Opfern für feine leichte zweifelhafte Waare. In den spott« billigen Preis theilen sich aber Verkäufer und Käufer derart, dast ersterer gewöhnlich sofort den billigen jedoch klingenden Preis einheimst, letzterer aber später den nie ausbleibenden Spott erntet. Machte der Käufer nur Miene zum Abschluß eines Geschäfts ober au» Scherz ein kleines Angebot, so »sts um ihn geschehen. Mit einigem angenommenen Zögern uab unter Anwendung allerlei listiger Geschäftskniffe unterbietet sich der Händler, bis er mit seinem Opfer eins geworden. Bon dem scheinbaren Entgegenkommen und dem gefälligen Benehmen deS HaufirerS geblendet, merkte der Käufer gar nicht, daß die Farbe de» von ihm kaum berührten Stoffe» an feinen Händen klebte. Der durch den GelegeuheitSkauf vermeintliche Gewinn beherrscht die Be« stnnung so, daß jener ohne genaue Besichtigung deS Stoffe» und leider manchmal auch ohne den Besitz des hierzu erfor« derlicheu Geldes abgeschloffen wurde. Ein Nachbar schoß den geringen Betrag vor. Auf Eredit konnte der Hausirer feine gute Waare nicht geben, weil er angeblich „zu billig" verkauft hat. In Wirklichkeit wollte er die Gegend nicht mehr beglücken, vorauSsehend, daß er sonst noch flinkere Beine bekommen könnte. Sehr zu bedauern ist, daß durch diesen schädlichen AuSwuchS be» Hausierhandel» so manchem ehrlichen Hausierer starke» Mißtrauen entgegengebracht und er auf diese Weise in seinem Geschäfte empfindlich geschädigt v:ird. Den Leuten aber sei, wie beim Pferdehandel und 'Jdnbcrtauf so auch hier zugerufen, daß eß heißt: „Entweder die Augen oder den Beutel auf." W. AuS der Wetterau, 19. Januar. Daß silberne Jubiläum der Kaiserproclamatton zu Versailles wird von unseren Krbgerveremen heute fast in allen Orten durch Kirchenparaden, deS Abends durch Bereinigung mit Turn- und Gesangvereinen gemeinschaftlich gefeiert. In den Schulen faod gestern Bonn nag zehn Uhr, wie vorgeschrieben, die Feier des Tages statt. In vielen Gemeinden wurde gestern Mittag zwischen 11 und 12 Uhr Vormittag» mit allen Glocken geläutet, nach der herrlichen Dichtung GeibelS: „Nun lastet die Glocken von Thurm zu Thurm Durch'» Land frohlocken im Jubelsturm." Der Straferlaß deS GroßherzogS zum 18. Januar ist noch gestern in unserer Gegend bekannt geworden und hat, selbstverständlich bei den Betheiligten am meisten, überall einen sehr guten Eindruck gemacht. F. Von der FeldkrScker Hohe, 19. Januar. E» ist noch nicht lange her, da war baß Fahrrad eine Liebhaberei für vermögende junge Leute, die fich Bewegung und Vergnügen zugleich verschaffen wollten. Jetzt hat sich diefeS nützliche Vehikel beim Militär, bei der Post, der Feuerwehr, bei Handlungsgehilfen und sonstigen Leuten, die größere Strecken zurücklegen wüsten, eingebürgert. Sehnlich scheint e» mit ben sonst nur im hohen Norben gebräuchlichen Schneeschuhen zu gehen, auf welche der Vogelsberger Höhenclub schon deS Defteren hingewiescn hat, die aber jetzt erst zur Geltung kommen werben, weil sie durch die Forstbehörde practische Verwendung finden. In unseren Bergen liegt der Schnee im Winter meterhoch. AuS verschiedenen Richtungen hat der „Gießener Anzeiger" auch kürzlich wieder anschauliche Berichte gebracht. Die Holzhauer konnten nur unter schweren Anstrengungen bis zu ben FällungSplätzen gelangen und die Forstwarte, welche noch weiter abfeit» wohnen, können die Arbeiten schwer, mitunter tagelang gar nicht beaufsichtigen. Da hat denn unsere Oberförsterei vier Paar Schneeschuhe auS Eschenholz von Berlin kommen lasten, mit den vier BambuSstöcken dazu. DaS Paar kommt auf 22 bi» 23 Mk. zu stehen, biß alle» eingerechnet ist. Da» Fahren oder richtiger Schleifen und Gleiten in diesen Schuhen ist bald gelernt. Nun können die Forstwarte im gaozenOberwalde herum glanbern, ohne befürchten zu wüsten, daß sie in Schluchten, die mit Schnee verweht und angefüllt find, versinken. Wir find überzeugt, daß baß Schneeschuhlaufen jetzt erst in die Praxi» ewaefuhrt wird, obgleich eß schon häufig arr gepriesen und empfohlen wurde. Die Leute wollen die Save erst sehen und vorgemacht haben, bann machen sie eß nach. Da wir im Vogelsberge Drechsler, Schreiner und Holzschnitzer haben, eß auch an Eschenholz nicht fehlt, wlrd man bie Schneeschuhe wesentlich billiger Herstellen können, ci» wenn man sie von Berlin kommen läßt. Wir werden wohl m Sinne vieler Freunde des Winiersporrß handeln, wenn roir später auf die Sache noch einmal zurückkommen und über den ® folg berichten. -ck AuS dem Vogelsberg, 20. Januar. Aus allen Orten berichtet man über ftattgehabte Erinnerung»« feiern zur Neubegrünbung de» Deutschen Reiche». Uebmfl, wo solche F-iern veranstaltet wurden, sei eß von Krieger* ober anderen Vereinen oder au» der Mitte patriotischer Bürger, waren sie sehr zahlreich besucht, und nahmen eine» schönen Berlauf. Die Festgottesdienste am gestrigen Sonnlage zogen eine große Menge Kirchenbesucher hinzu, so baß oft die Kirchen biß auf den letzten Platz besetzt waren. M ist beteiligten fich die Kriegervereine mit ihren Fahnen an ben Gottesdiensten, wodurch diese auch äußerlich den Eharacl»r einer vaterländischen Gedenkfeier erhielten. In den gestern und vorgestern Abend stattgefundenen Festlichkeiten von Bcr« einen und Bürgerschaften, wie Einsender dieses eine ganze Reihe erfahren, glühte echte nationale Begeisterung; fie fand ihren Ausdruck in den warm empfundenen Ansprachen zur Wichtigkeit der Feier, in den begeisterten Hoch» auf Kaiser und Rrich, Großherzog und Heffenland, und dem Gesang patriotischer Lieder. Dem BaterlandSfreunde erweckt solch' wahrhaft begeisterte Erinnerungflfeier an eine große Zeit und ihre Errungenschaft, die deutsche Kaiserkrone, ein wohl* thuendeS Gefühl. Denn fie sagt ihm, daß trotz allem Partei- Haber und ParticularißmuS die Liebe zu Kaiser und Reich noch lange nicht erkaltet ist, und niemals erkalten wird, im Herzen aller echten Deutschen. Die Rentabilität jeder maschinellen Anlage bebenten- erhöht durch Aufstellung eine» ökonomisch arbeitenden BetriebSmotors. AIS sparsamste BetrtebSmaschincn sind die Loco mobilen mit au »ziehbaren Röhrenkesseln von ILB#! in Magdebnrs-VvSa« bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Industrie und Landwirthschaf t verbreüet. GeringerBrennmaiertal verbrauch, große Leistungsfähigkeit u. Dauerhaftigkeit find die Hauptvorzüge tiefer Maschinen, vermöge deren fie nicht nur auf allen deutsche» Locomobil-Concurrenzen stet» den Steg davongetragm haben, sonder» auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit den höchste» Preisen ausgezeichnet find. [411 ^Bekanntmachung. Wir machen darauf aufmerkfam, daß die öffentlichen Uhren am Rathhau», am Thurm der Stadtkirche und an dem der katholischen Kirche, sowie die Uhr an der Stadtknabenschule, wegen Reinigung und Instandsetzung in der Zeit vom 21. bis 31. d. Mts. nach einander vorübergehend außer Betrieb gefetzt werden und zwar voraussichtlich: 1. Die Uhr am Rathhause am 21. und 22., 2. „ „ am Stadtkirchthurm vom 23. bis 25., 3. „ „ an der katholischen Kirche am 28. und 29., 4. „ „ an der Stadtknabenschule am 30 und 31. d. Mts. Gießen, den 20. Januar 1896. Da» Stadtbauamt: Sch mandt. 705 Lieferung von Bafaltkleiufchlag. Die Lieferung des zur Unterhaltung der städtischen Straßen im Rechnungsjahr 1896/97 erforderlichen Bafalt- Kleinfchlags soll, in drei Loose getheilt, Samstag de« 28. ds. Mts., Bormittags ll1/* Uhr, bei uns öffentlich verdungen werden. Es enthält: Loos 1 . . 335 cbm - 2 . . 340 „ , 3 . . 295 „ Die Bedingungen und da» Ber- zeichniß der Lagerplätze liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichen. Gießen, den 14. Januar 1896. Das Stadtbauamt. ___ Schm a ndt. 565 Zagdverpachtung. Samstag ben 8. Februar I. I., Vormittags 11 Uhr anfangend, soll auf dem Gemeindehaus zu Vil- lingen die der Gemeinde zustehende Jagd, bestehend in circa 900 Hectar Feld und Wald, sowie drei Teichen, aus die Dauer von sechs Jahren öffentlich verpachtet werden. Villingen ist Station der Ober- hessischen Eisenbahn (Rebmlinie Hungen—Laubach) und kann von Frankfurt a. M., Darmstadt rc. in kurzer Zett und bei Vollendung der Linie Hungen—Friedberg von Frankfurt a. M. in circa l1/, Stunden erreicht werden. Die Jagd grenzt unmittelbar an die Station und bietet einen guten Wildstand, besonder» an Rehen. Villingen, den 20. Januar 1896. Großh. Bürgermeisterei Villingen. Koch. 715 Holz-Versteigerung. Dienstag ben 28. Januar l. I werden in den Districten Schafbusch, Kälberstall, Sengkopf, Bauschel, Zeileichen, Güntersgraben, Saaser Heegwald, Hainheege rc. der Forstwartei Saasen versteigert: Stämme: 43 Eichen mit 20 fm, 9 Buchen mit 7 fm, 4 Lärchen mit 1 fm, 43 Kiefern mit 29 fm, 208 Fichten mit 71 fm. Derbstangen: 450 Fichten mit 21 fm. Reisstangen: 355 Fichten mit 11/z fm. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Pflanzgarten, Distritt Neuhofs- heege, auf der Kreisstraße von Rein- hardshain nach Winnerod. Nur das Holz in den Districten Schafbusch, Kälberstall, Abth. 4, und einem Theil des Distritts Sengkopf wird bei der Versteigerung vorgezeigt, alle» übrige Holz wird unoorgezeigt verkauft. Grünberg, den 20. Januar 1896. Großherzogl. Oberförsterei Grünberg. Schober. 717 Jagdverpachtung. Freitag ben 7. Februar l. I., Bormittags 10 Uhr, wird die Jagd der Gemeinde Wieseck unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf hiesigem Bürgermeisterei Bureau öffentlich verpachtet. Wieseck, am 20. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 722 Aquila-Souchong vorzüglicher HauShaltunaS-TH«e, » Pfd. 4 JL, empfiedli in '/i'Psd.-Blechblchscn, Vi» und ' .-Pfd -Stantolpackclcn 598 Otto Schaaf. Holzversteigerung im Strinbscher Gemkindrwsld. Mittwoch ben 29. Januar soll im Steinbacher Gemetndewald, Distritten Heegheck und Todtenzipfen, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 291 rm Buchen-Scheüholz, 86 „ Knüppelholz, 4800 Buchen- und Eichen-Wellen, 84 rm Buchen-Stöcke, 28 „ Eichen-Scheit, 29 „ Eichen-Knüppel, 48 „ Eichen-Stöcke, 10 „ Nadel-Scheit, 171 „ Nadel-Knüppel, 3000 Nadel-Wellen, 85 rm Stöcke. Der Anfang und Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr an der obengenannten Kreisstraße. Steinbach, am 21. Januar 1896. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. _________Krämer._______720 Holzversteigerung. Nächsten Donnerstag den 28., Freitag den 24 und Samltag ben 25. Za nuat l. Z., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den Großen- Busecker Gemeindewaldungen nach- verzeichnete Holzsortimente versteigett werden. Donnerstag im District Hohenberg: 17 Eichen Stämme mit 11,46 fm, 15 Nadel „ „ 4,7 „ 8 Buchen- „ „ 7,46 „ 390 rm Buchen-Scheit, 62 „ „ Knüppel, 103 „ „ Stöcke, 7100 Buchen-Wellen; Freitag im Distritt Oberstruth (lichte Eiche): ca. 700 Stämme, al»: Eichen-, Lärchen- und Nadelstämme, mit 186 fm; Samstag: ca. 10 Stück schwere Nußbäume an der Kreisstraße vor Oppenrod auf ben Stand. Nach dies er Versteigerung im District Altenberg: 267 rm Nadel-Knüppel, 4850 Nadel-Wellen. Die Zusammenkunft ist jedesmal zur angegebenen Stunde in den genannten Distritten. Großen-Buseck, 20. Januar 1896. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Meyer. 723 nagöoerpadjtung Freitag ben 24. Januar, Nachmittags 2 Uhr, soll die der Gemeinde Treis a. d. Lda. zustehende Jagb, bestehend in: 1. Allein- und Koppeljagd im Mit- gebrauchswald, rein Gemeindewald Niederseilbach, von Rabe- nau'schen Privatwalde Nieder- seilbach und Neue-Wald, circa 417 Hcetar; 2. Allein-Jagd im Felde, circa 700 Hcetar auf dem Gemeindehause zu Treis a. d. Lda. auf 6 Jahre verpachtet werden. Treis a. d. L., den 16. Jan. 1896. Großh. Bürgermeisterei Treis a. d. L. _____Benner.__609 Schellfisch u. Cablian, garantitt frisch, im [358 Leih-Bibliothek Schulstrasse Nr. 10. Berliner Pfannkuchen, Kreppet, Kaffee- n. Thee-Gebäck, verschied. Torten, alles täglich frisch "W empfiehlt in bekannter Güte Conditorei Hettler, Südanlage. 51t Prima englische Gummischuhe billigst. 545 Ph. Schlatter. AM Chocoladen- und Zuckerwaaren-Fabrik von 'Sebrüder zftolliiercA, Köln a. 7lh. Dampfbetrieb: 650 Pferdekraft mit 451 Arbeitsmaschinen. Ende 1890: 1377 Personen beschäftigt. 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