4t 4534 Will Mm, zu ind<9 Uhr, u einer lttttg und VorstandwG. röiyfötltbtn II ei ön ‘f’ Ä tn. bei: g. Istraße und 2. 9129 >gs 4 Uhr, des Mu« men von Sieben erscheinen, Mchst igenden Bereitete t, 9097 plastik . Sinder 20 Mrtage 1896. Gila-Sondelo, der hm» », ßerono. _ Irrfl. M' W___- ligen Preisen die iv.-Druckerei Scheyda), rasse 1 88.7, 162.20 133.- 128.80 93 30 85.10 ,87.'/» 241.- 162.50 132.« 129.60 94.- 86.70 "foödt voll | i7./10.|10-/lft .Südb.M Mardbahn. in^entral iMlelmeer chenri^b-) 139.20 187.901 126 50 130.15 93.85 80.35 145.75 152.90 117.10 145.84 154.45 118.9» 140.1» 38.8» 13854 127.- 130.30 80.4» tnini-H in jb. Th. 100' qer.rh.ioo onau-^8' *•»* {IP* W' Der Hießenrr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aiamikienbtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal bcigelegt. Gießener Anzeiger Kmerat-Mnzeiger. Dierteljähriger Absnncmentsprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblutt ffiv den Uveis Gieszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage; Gießener Kamilienötatter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtlid>6r Theil. Bekanntmachung. In Nauborn und Krüffelbach, KretS Wetzlar, ist die Maul« und Klauenseuche erloschen und in Hohensolms ist dieselbe amtlich festgestellt worden. Gießen, den 18. October 1896. GroßherzoglicheS Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Meltor. Bekanntmachung, betreffend: Den Schutz junger Obstbäume gegen Hasenfraß. Wir machen die Landwtrthe unseres Kreises darauf aufmerksam, ihre jungen Obstbäume in gehöriger Weise gegen Haseufraß zu schützen. Das Umwickeln der Bäume mit Stroh oder Ginstern, wie eS vielfach üblich ist, ist nicht genügend, da der Hase diese beiden Schutzmittel leicht durchnagt- auch nisten sich im Stroh gern Obstbaumschädlinge ein. Einen wirklichen Schutz gewährt vielmehr nur ein dichtes Umbinden der Bäume mit Dornen. Bet der großen Bedeutung, welche der Obstbau zur Zeit hat, liegt es im dringenden Interesse der Landwtrthe, ihren Bäumen diesen leicht und billig zu beschaffenden Schutz angedeihen zu laffen. Besonders bemerken wir hierzu noch, daß nach Art. 2 des Gesetzes vom 1. Juni 1895, den Ersatz des Wildschadens betreffend, Wildschaden nicht ersetzt wird, wenn derselbe sich ereignet an Obstbäumen, deren Eigenthümer unterlassen hat, dieselben mit den unter gewöhnlichen Umständen ausreichenden Schutzvorrichtungen zu versehen. Gießen, den 16. Oktober 1896. GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen. I. V.: Dr. Meltor. den 23. 1. November tn L'ch. Freitag SamStag Sonntag Montag DienStag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Holzheim, Grüningen, Dorf Gill, Muschenheim, Birklar, Bellersheim, // n // n H n n // // „ Obboryhofen, „ Langsdorf, // // H n // n Versammlungen Abends 3 Uhr beginnen.. in Ober-Hörgern, An Wochentagen werden die 8 Uhr, an Sonntagen Nachmittags October tf » n n u u n n Die praktischen Unterweisungen finden in Ober-Hörgern, Holzheim und Langsdorf am gleichen Tage Nachmittags 3 Uhr statt, an den anderen Orten am darauf folgenden Tage Vormittags von 9 Uhr ab. Im Jntereffe der Sache werden die Großh. Bürgermeister ersucht, zu zahlreicher Bethetltgung etnzuladen und gehen denselben besondere Mtttheilungen zu. Gießen, den 20. Octobrr 1896. Der Vorsitzende des VeretnSbeztrkS Gießen. Dr. Wal lau. Bekanntmachung, betreffend Vorträge über Obftbau.1 Der Obstbautechniker des Oberhesfischen ObftbauvereinS, Herr Metz aus Friedberg, beabsichtigt, nachstehend verzeichnete Orte des Kreises Gießen zu besuchen und Vorträge über Obstbau, verbunden mit practischen Unterweisungen an Obst« bäumen, abzuhalten. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. Beklumtmachuva. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung RntterShansen. In der Zeit vom 23. October I. IS. bis einschließlich 5. November l. Js. und zwar an jedem Tage, auch den Sonntagen, von 8 bis 12 Uhr Vormittags und 2 bis 6 Uhr Nachmittags, liegen auf dem Gemeindehause zu Ruttershausen die Arbeiten des dritten Abschnittes von den Wiesen rubr. Feldbereinigung, nämlich: 1. 5 Zutheilungskarten, 2. 1 Gütergeschoß, 3. 1 Heft Zusammenstellung der Gütergeschosse, 4. 1 Zutheilungsverzeichniß, 5. 1 Protocollbuch, sowie 2 Verzeichnisse über Abschätzung der Obstbäume zur Einsicht der BetheUigten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Freitag, den 6. November l. Js., Vormittags 9—10 Uhr, im Gemeindehause zu Ruttershausen, wozu ich die Be- theiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Actengröße (mindestens J/2 Bogen) einzureichen. Friedberg, den 19. October 1896. Der Bereinigungscommiflär: 9301 Dr. Göttelmann, Großh. Kreisamtmann. Neueste WoiffS telegraphischer Sorrespondrnr-Bmerm. Berlin, 19. October. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Verzeichniß der durch das GesammtpreiSgertcht der Berliner Gewerbeausstellung ausgezeichneten Aussteller. Berlin, 19. October. In Nr. 43 der „Deutschen Mediciuifchen Wochenschrift" berichtete Professor Behring und sein Mitarbeiter, Privatdocent Dr. Knorr, über ein in den Farbwerken von Höchst a. M. hergestelltes Tetanus Antitoxin. Auf Grund von vier Versuchen und von einzelnen Beobachtungen an tetanuSkranken Menschen sprechen die Verfasser die Hoffnung aus, daß es dem neuen Heilmittel gelingen werde, den Procentsatz der durch den Wundstarrkrampf herbeigeführten Todesfälle erheblich herabzusetzen. Das Tetanus Antitoxin gelangt vorläufig alS trockenes und als gelöstes Präparat zur Ausgabe- das erstere soll zu therapeutischen Zwecken bet schon auSgebrochenem Wundstarrkrämpfe bet Menschen und Pferden, daS zweite zur prophylaktischen Behandlung dienen. Der für die einfache HeildostS festgesetzte Preis beträgt 30 Mark. Die Controlle über deu WirkungSwerth uud über die experimentell zu prüfende Unschädlichkeit des Tetanus Antitoxin soll von dem unter der Leitung des Professors Ehrlich stehenden Institute für Serumprüfung auSgeübt werdens Kassel, 19. October. Die Delegirten des Central- ausschusses für Volkssptele, die gestern und heute die Frage der in fünfjähriger Wiederkehr zu feiernden deutschen Nationalfeste verhandelten, einigten sich nach den Referaten des Abgeordneten von Schenckendorff- Görlttz, Dr. Schmidt-Bonn und Weber-München dahin, diese Frage weiter zu fördern, ihre Ausführung aber einem aus allen Kreisen zusammengesetzten selbstständigen Ausschuß zu übertragen. Marburg, 19. October. Der aus dem Gefängniß Groß-Almerode entsprungene Gattinmörder Brack ist wieder verhaftet und tu daS Gefängniß zurückgebracht worden. Genf, 19. October. Die schweizerische Landesausstellung ist gestern in Anwesenheit von Vertretern des BundeSraths und der Cantonal- und städtischen Behörden, sowie unter Theilnahme von 60000 Personen mit einem großen Volksfeste geschlossen worden. Madrid, 19. October. Gestern glitt der Kreuzer „Princesa Asturias" von selbst ohne Beschädigung ins Meer in dem Augenblick, wo in Cadiz die technische Commission beschloß, den Stapellauf des Schiffes am 5. November vor sich gehen zu laffen. Eettinje, 19. October. Fürst Nicolaus, Prinz Mirko, die Prinzessinnen Helene und Anna, sowie der Prinz von Neapel und der Herzog von Genua find heute unter den begeisterten Kundgebungen der zahlreich versammelten Volksmenge nach Italien abgereist. Depefchsn M Burrer- Darmstadt, 19. October. Die Stadt Darmstadt ließ heute Nachmittag durch den Oberbürgermeister Morne weg und Beigeordneten Köhler der Kaiserin Alexandra als Hochzettsgeschenk eine Cople der Holbeiu'schen Madonna von Fräulein Schäfer-Darmstadt überreichen. Darmstadt, 19. October. Um 1 Uhr 55 Min. traf der aus vier Wagen bestehende kaiserliche Hofzug hier ein. Am Bahnhofe waren zum Empfange anwesend: Der Groß- Herzog tn kleiner Infanterie-Uniform mit dem Generals- abzeicheu, DtvifionS-Commavdeur v. Müller, Flügeladjutant v. Grancy, der Provtnzialdirector v. Marquard, der Director der Main Neckarbahn, der preußische Gesandte von der Goltz, der Polizeidirector Regierungsrath Fey. Die Begrüßung drS Kaisers, welcher grauen Militärmantel und Infanterie- Helm trug, mit dem Großherzog war eine sehr herzliche. Der Kaiser küßte den Großherzog auf die Waagen. Nachdem dem Kaiser einige Herren deS Gefolges vorgestcllt worden waren, unterhielt fich der Kaiser längere Zett mit dem preußischen Gesandten, worauf die Abfahrt nach dem Neuen PalatS und zwar tn einem geschlossenen zwetspännigen Coup6 erfolgte. Der Zar war zum Empfange nicht anwesend. Auf dem Wege wurden den Herrschaften lebhafte Ovationen dargebracht. Berlin, 19. October. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht eine Verfügung des Reichskanzlers zur Ausführung der Verordnung betreffend daS Bergwesen in den südwestafrikanischen Schutzgebieten. Berlin, 19. October. Entgegen der Meldung eine- hiesigen Blattes über die Schießversuche in Kummersdorf kann die „Poft feftstellen, daß die Versuche, bet denen mtt Festungsgeschützen geschossen wird und denen der Kaiser auch tn früheren Jahren betgewohnt hat, tn keiner Weise zu den mitgetheilten Schlüffen berechtigen. Berlin, 19. October. Die Höhe des DeficitS, mtt welchem die Berliner Gewerbe-Ausstellung abschließt, wird der „Berliner AuSstellungS-Zeitung" zu Folge auf nahe 1200000 Mk. angegeben. Berlin, 19. October. Im Laufe des gestrigen Tages wurden 9 Burschen als des Mordes an dem Justizrath Levy verdächtig, von der Criminalpolizei verhaftet, doch scheint eS nicht, als befänden sich Attentäter unter ihnen. Nach der That wurde ein junger Mensch durch einen Radfahrer feftgenommen, doch hat es sich bis jetzt nicht erwiesen, ob derselbe an dem Morde betheiligt war. Auf die Ergreifung der Verbrecher sind 500 Mark Belohnung au-gesetzt. Ob ein Racheact vorliegt, ist noch nicht definitiv festgestellt. Nach einer neuen Version soll eS fich um den Plan des Raubes einer großen Geldsumme, die sich nach einer Zeitungsmeldung bei Levy befinden sollte, gehandelt haben. Der Theilnahme an der That verdächtig ist auch ein ehemaliger Bureaugehtlfe des Justizraths Levy, der wegen eines Diebstahls von der Criminalpolizei gesucht wird. Der junge Mensch soll einmal dabet ertappt worden sein, wie er auf demselben Wege, den jetzt die Verbrecher genommen haben, tn die Wohnung etngedrungen ist. Die Leiche des Ermordeten wurde gestern Nachmittag 4i/2 Uhr nach dem Letchenschauhause gebracht. Von den vier Stichen, welche der Juftizrath Levy erhielt, war der letzte tödtlich. Er traf die Achselhöhle und durchschnitt hier die große Arterie, wodurch eine Verblutung herbeigeführt wurde. Der TodeSkampf währte etwa drei Stunden. Ueber die Mörder konnte Levy nichts mehr aussagen. Als der Sarg geschloffen wurde, spielten sich in der Wohnung herzzerreißende Scenen ab. Die Ehefrau des Ermordeten warf fich über den Körper desselben und mußte mtt Gewalt entfernt werden. Die Polizei glüubt, daß die Verbrecher keinen Mord beabsichtigt hatten, sondern einen Einbruch, sowie daß es fich nicht um gewohnheitsmäßige Verbrecher handelt, weil sie mit großer Ungeschicklichkeit zu Werke gegangen find. Berlin, 19. October. Von den Mördern des Justizrath Levy war bis heute Mittag noch keiner festgenommen. Zahlreiche verdächtige Personen sind theils auf Grund von Denunctationen irgendwelcher Privatpersonen, theils durch recherchtrende Polizeibeamte fisttrt worden. Dieselben mußten aber auf freien Fuß gesetzt werden. Die Verwundungen, welche Frau Juftizrath Levy erhalten hat, find nur unbedeutender Natur. Berlin, 19. October. Der Berliner AnwaltS- veretn, dessen Vorsitzender der ermordete Juftizrath Levy war, hat auf die Ergreifung der Mordgesellen eine weitere Belohnung von 5000 Mk. ausgesetzt. Berlin, 19. October. Bet der heutigen Tagung deS Colonialrathes eröffnete der bisherige Director der Colonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes, Dr. Kayser, die Bcrathungen mit einer längeren Rede, in welcher er zunächst seinen Rücktritt vom Amte aukündigte und dann mit seinen Gegnern scharf ins Gericht ging. Berlin, 19. October. Der Gouverneur Major von Wißmann wird den „Berl. Neuest. Nachr." zu Folge nicht wieder auf seinen Posten nach Oftafrika zurückkehren. Nach ärztlichem Ausspruch sei der Gesundheitszustand des Herrn von Wißmann kein ganz normaler. Schon beschäftige man sich an amtlicher Stelle mit der Ernennung seines Nach- folgerS und eS habe den Anschein, als ob wieder einmal eine Civilverwaltnug eingesetzt werden solle, denn ein i« Dienste befindlicher Colonialbeamter sei schon in Vorschlag gekommen. Anzunehmen sei, daß die Wiederbesetzung deS wichtigen Postens bald erfolgt. Berlin, 19. October. Die Vornntersu chung gegen Dr. Peters ist j-tzt vollständig zum Abschluß gebracht. Diese hat, wie die „Post" hört, dazu geführt, daß behördlich erklärt werden wird, eS liege kein Grund zur Einleitung des DiSclplinar-VerfahrenS vor. Sobald dies der Fall sein wird, beabsichtigt Dr. PeterS feinen Abschied aul dem Reichs- dienst zu nehmen. Berlin, 19. October. Anläßlich des Gothaer Parteitages hatten die Anarchisten für gestern Bormittag eine öffentliche Versammlung etnberufen. Landauer unterzog den letzten Parteitag der Socialdemokraten einer scharfen Kritik. Derselbe sei mit Ausnahme der Kunstdebatte so ein- förmig, jämmerlich und flach gewesen, wie nie ein Parteitag zuvor. In der DiScusfion kam eS zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Anarchisten und den Socialisten. Frankfurt, 19. October. Von besonderer Seite erfährt der Konstantinopeler Correspoudent der „Franks. Ztg.", daß die Verhandlungen, welche die Großmächte gegenwärtig mit der Pforte führen, auf eine theilweife Aufhebung des DardanellenvertrageS Bezug haben. Der Sultan soll, durch Karatheodori Pascha beeinflußt, diesem Prvjrct nicht abgeneigt sein. Wien, 19. October. Die „Neue Freie Presse" bemerkt zu der heutigen Ankunft Kaiser Wilhelms in Darmstadt: Bei der räumlichen Nähe, in welcher sich die beiden Monarchen befinden, sei dieser Besuch selbstverständlich und entbehre jeder politischen Bedeutung. Laibach, 19. October. Die seit drei Tagen anhaltenden Regengüsse richteten hier und in der Umgegend großen Schaden an. DaS Thal ist vollständig überschwemmt. Die Eisenbahnstrecke ist gefährdet. Rom, 19. October. Heute find hier der König und die Königin ein getroffen, um am Donnerstag das Brautpaar zu erwarten. verliu, 20. October. Ueber die neuerliche Zusammen- kunft Kaiser Wilhelms mit dem Zaren wird der „Boss. Ztg." aus diplomatischen Shreifen berichtet, daß die Begegnung einem vom Zaren geäußerten Wunsche entsprochen habe. Kaiser Nikolaus habe nach feiner Rückkehr auS Frankreich das Bedürfniß empfunden, sich mit Kaiser Wilhelm wieder auSzufprechen und einer Mißdeutung des Pariser Besuches vorzubeugeu. Man glaubt, daß die Zusammenkunft der beiden Kaiser auf jene Kreise Frankreichs, die noch immer der Zarenreise eine Spitze gegen Deutschland unterschieben, ernüchternd wirken wird. Berlin, 20. October. Gestern wurde ein Mann verhaftet, auf den die Beschreibung eines der au der Ermordung des JaftizrathS Levy beteiligten Mannes paßt und deffen Kleider blutige Flecken zeigten. Sera, 20. October. Der einzige socialistische Landtags- abgeordnete Hahn ist gestorben. Rom, 20. October. Infolge heftiger Regengüsse, welche in der letzten Nacht niedergingen, ist eS zweifelhaft, ob die geplante Truppenschau stattfindet. Morgen treffen alle Prinzen und Prinzessinnen des Hauses Savoyen hier ein. Die Dacht „Savoha" langt morgen früh 7 Uhr in Bari an. Um 9 Uhr erfolgt in der Kirche San Nicola der Uebertritt der Prinzessin Helene zum katholischen Glauben, wozu 1000 Einladungen ergangen find. London, 20. October. Unter dem Vorsitz des Bischoss von Rochefort fand gestern Abend ein großes Proteft- meetiug gegen die armenischen Greuelthaten statt. Einige hervorragende Staatsmänner waren dazu eingeladen, hatten sich aber nicht eingefunden. ES wurde ein Brief Gladstones verlesen, in welchem derselbe seine früheren Angriffe aus den Sultan wiederholt. H. Darmstadt, 20. October. Der Zar, Großfürst Sergius, sowie der Großherzog find nebst Gefolge heute Vormittag 11 Uhr 10 Min. nach Wiesbaden ab- gereist. CocwUs «nd protxhtsfclte#, Sießen, den 20. October. *♦ Oesfentliche Anerkennung edler Thaten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Heinrich KaSpar HaaS in Bruchenbrücken in Anerkennung der von demselben am 13. Juli l. I. mit Muth und Eutschloffeuheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der Auguste Naumann vom Tode des Verbrennens eine Geldprämie, — dem Bauaufseher Aspiranten Heinrich Schlapp an- Staufenberg in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr am 26. Juli l. IS. auSgeführten Rettung des Maurers Friedrich Neeb aus Staufenberg vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille, — dem Fuhrkuecht Nikolaus Keim II. zn Weisenau in Anerkennung der von demselben am 21. August l. I. dortselbft mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr auSgeführten Rettung eines Kindes vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie, — dem Martin VlaSdeck zu Mainz in Anerkennung der von demselben am 10. September 1896 mit Muth und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr auSgeführten Rettung eines Knaben vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht. ** Gedenktafel für Großherzog Ludwig IV. Der Landesverband der Kriegerkameradschaft „Hassia" läßt in dem Hause in Rezonville, in welchem der Höchstselige Großherzog Ludwig IV. mit seinem Bruder, Prinz Wilhelm, st» Feldzuge 1870 Quartier bezogen hatte, eine Gedenktafel anbringen. Dieselbe trägt folgende Inschrift: „Lud- wig IV., Großherzog von Heffen, gestorben 1892, nahm als Eommandeur der Großh. Hess. (25.) Division mit seinem Bruder Prinz Wilhelm vom 6. bis 10. Sept. 1870 Quartier in diesem Hause. Gestiftet von dem Landesverband der Großh. Heff. Kriegervereine." Die Tafel stammt aus dem in der Gemeinde Mittershausen bei Heppenheim gelegenen Shenitbruche der Firma Hartmann und von der Heyden in Schönberg, in deren Schleiferei die Tafel auch geschnitten und geschliffen wurde. Die Lieferung der Gedenktafel, das Einhauen und Vergolden der Schrift wurde von dem Steinmetzmeister Karn in Darmstadt auSgeführt. •• Rebeubahue«. Nachdem das Project der Nebenbahn Lauterbach —Grebenhain — Crainfeld fertiggestellt ist, hat daS Großh. KreiSamt Lauterbach durch Großh. Ministerium der Finanzen Auftrag erhalten, alsbald mit den Gemeinden und sonstigen Jutereffenten der Bahn in Verhandlungen wegen deren formeller Verpflichtung zur kosten- und laftenfreien Geländestellung einzutreten. ** Weihnachts-Oratorium. Wir können die gewiß Dielen sehr willkommene Mittheilung machen, daß der Evangelische Kirchengesangverein beabsichtigt, das schöne Weihnachts Oratorium von Heinrich von Herzogenberg, „Die Geburt Jesu Christi", daS bei seiner ersten Aufführung mit so warmer Begeisterung aufgenommen worden ist, am 17. December b. I. wieder aufzuführen. Möchten dem Verein diesmal die unliebsamen Schwierigkeiten erspart bleiben, die sich der Aufführung im vorigen Jahre entgegenstellten. •* Oberhesfischer Verein für innere Mission. Auf daS im Auzeigetheil enthaltene Inserat betr. JahreSfest des Oberhesfischen Vereins für innere Mission wird mit dem besonderen Hinweis aufmerksam gemacht, daß daS Fest nicht, wie aus Versehen in den versandten Programmen steht, Montag und Dienstag, sondern Dienstag und Mittwoch gehalten wird. •* Das Panorama des Herrn Schmidt, welches durch seine herrlichen Länder-Serieu in gutem Andenken steht, ist seit SamStag Neuenbäue 1 Part, wieder eröffnet worden, und hatte gleich am ersten Tage sich eines guten Besuchs zu erfreuen. Die Fortschritte auf dem Gebiete der Photographie, namentlich was auch prachtvolle Momentaufnahmen anbetrifft, in Verbindung mit der Steroscopie, haben auf dem Gebiete des Panoramawesens Erfolge erzielt, wie sie noch bis vor Kurzem kaum geahnt werden konnten. Aber die ntmmerennübenbe Wissenschaft wacht auch auf diesem Gebiete fein Halt und von Jahr zu Jahr werden sich solche, daS Auge ergötzende, den Geist anregende, künstlerische Darbietungen sich immer mehr vervollkommnen. Die Art der Beleuchtung, die Wiedergabe der Farbengebung der bildnerischen Objecte vermag gegenwärtig Effecte zu erzielen, die an das Wunderbare grenzen und den Beschauer oergeffen lassen, daß er nur einem Bilde gegenüber und nicht int wirk- licken Leden steht. Das gegenwärtig hier aufgestellte Panorama dürfte wohl daS Vollendetste bieten, was bisher Technik, Kunst und Wissenschaft in diesem Genre hervorgebracht haben. Die Bilder erhalten einen erhöhten Reiz dadurch, daß jeder Besucher sich das Licht für da» Bild, durch einen einfachen Druck am Knopf, selbst reguliren kann. Ein langsamer Druck sendet die hellen Sonnenstrahlen nach und nach über den ganzen See, welches die schönsten Effecte hervorbringt. Von besonderer Beachtung find folgende Bilder bei dieser Serie: Venedig, Verona, Gardasee, Ankunft Sr. Maj. Sch-iff Hohenzollern im Hafen, die herrlichen Gala-Gondeln des Bürgermeisters, Empfang des deutschen Kaisers, Fahrt in die Burg rc., die reizenden Orte Nago, Riva, den Pönale Wafferfall, Gardona, Simone Salo, Citronenzucht, Olivenhain am Gardasee. Bei dieser Serie, welche durch die prächtige und natürliche Wiedergabe einzig schön ist, empfehlen wir den Besuch bei Scymidt'schen Kunstinstituts angelegentlichst. ** OmnibulöerbinbuBg Wieseck. Wie uns mitgetheilt wird, Haden sich eine größere Anzahl Bewohner von Wieseck in einer Eingabe an den Vorstand der hiesigen OmnibuSgrsellschast gewandt, um den im vergangenen Winter eingerichteten Omnibusverkehr zwischen Wieseck—Gießen auch in diesem Winter wieder aufnehmen zu laffen. Der Beschluß des Vorstandes hierüber ist den Petenten bis jetzt nicht zugegangen. •* Detaillisten-Verein. Gestern Abend fand im Saale des „Einhorn" eine gut besuchte Versammlung bei „Verein! der Detaillisten" statt. Die von der Commission vorgeschlagenen Statuten wurden berathen und genehmigt. Der Zweck des Vereins ist: Die Vertretung der Jntereffen bei Detaillisten-StanbeS, sowie bie Bekämpfung bes unlauteren Wettbewerbes im Detailhandel. Die Interessen beS StanbeS sucht ber Verein wahrzunehmen: burch Berathung und Vorträge über alle Fragen, bie für baS Detailgeschäft von Be- beutung stnb, burch Besprechungen unb Kundgebungen bei beabsichtigten gesetzgeberischen Maßnahmen, die Handel und Verkehr im Allgemeinen und daS Detailgeschäft im Besonderen betreffen, sowie durch Betheiligung an den Wahlen zur Handelskammer. Gegen den unlauteren Wettbewerb soll vorgegangen werben burch birecte Einwirkung auf bie Kaufleute selbst ober burch Aufklärung des Publikums mittelst öffentlicher Kundgebungen, eventuell burch gerichtliche Klagen auf Grund bei Gesetze! gegen ben unlauteren Wettbewerb. Außer ben Detaillisten von Gießen kann jeber Nicht-Detaillist, welcher bie Interessen bei Verein! zu förbern beabsichtigt, unterstützenbes Mitglieb werben. — El würbe au! ber Mitte ber Versammlung allgemein anerkannt, baß bie Vereinigung auch für unsere Stadt ein bringende! Bedürsniß sei unb baß zu wünschen wäre, baß sich alle unsere Hanbeltreibenben ihm anschlössen. In ben Vvrstanb wurden gewählt bie Herren: Nathan Stamm, Wilh. Herbert, Otto Schmidt, Carl Röhr, Adolph Müller, L. Fuhr, Ernst Balser, Robert Jmhäuser, Heinrich Rübsamen, A. Holterhoff unb M. Kaan (Weimer!- heim Nachfolger). Erster Vorfitzenber ist Herr Ernst Balser, zweiter Vorfitzenber Herr Wilh. Herbert, Schriftführer die Herren Carl Röhr unb Otto Schmibt, Rechner Herr A. Holterhoff. •* Kaiser-Manöver. Schon seit einiger Zeit heißt ei, baß baS 11. Armeecorp! im nächsten Jahre Kaisermanöver unb zwar bei Cassel haben werde. Hierzu wirb au! Berlin geschrieben: Ueber bie Kaisermanöver im nächsten Jahre ist überhaupt noch keine kaiserliche Entscheibung getroffen, doch wirb militärischerfeit! es al! wahrscheinlich hingestellt, baß zu ben nächstjährigen Kaisermanövern bie Truppen bei 7., 10. unb 11. Armeecorps herangezogen werben, unb baß, ba da! 11. Armeecorp! 3 Divisionen hat, bie großherzoglich, hessische (25.) Division mit ber 7. Division vom 4. Armee- I corpS, dessen 8. Division in diesem Herbst ar. den Manö-« oern bei Bautzen theilnahm, ein besondere- Armeecorp» bilden wird. Pobsendungen an Mlitarperfon;». — u Vater- laudlvertheidiger find jetzt alle eingestellt. Wir machen daher auf folgende Vergünstigungen aufmerksam. Für gewöhnliche Briefe bi! zum Gewicht von 60 Gramm unb Postkarten an Solbaten bi! zum Felbwebel aufwärt! komme Porto nicht in Ansatz. Für Packete ohne Werihangabe bil zum Gewicht von 3 Kilogramm wirb 20 Pfennige Porto berechnet ohne Unterschied der Entfernung. Für Post-Anweisungen bt! 15 Mark Einzahlung beträgt da! Port» 10 Pfennig. Die Sendungen müssen mit dem Vermerk: „Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit de! Empfängers" versehen fein. Alle Postsendungen von Soldaten unterliegen der vollen Portozahlung. Auch kommen diese Vergünstigungen weder auf beurlaubte Militärpersonen, noch auf Einjährig-Freiwillige zur Anwendung. -h- Mendorf a. d. Lahn, 18. October. Dal noch sehr rüstige Ehepaar Heinrich Dormehl II. dahier feierte heute da! seltene Fest der goldenen Hochzeit. Kinder und Enkel, wie auch der gelammte Kirchenvorstand geleiteten ba! Jubelpaar in bie bichtbesetzte Kirche, woselbst Herr Pfarrer Schönhal! dieselben empfing und eine rührende Ansprache hielt. Nach der Einsegnung überreichte der Geistliche eine vom ^Kirchrnvorstande gestiftete wunderschöne Bibel. Der Gesangverein trug am Altäre zwei Chöre in bekannt, schöner Weise vor. Nachmittag! versammelten fich bie Hoch- zeit!-Gäfte um ba! Jubelehepaar, gemüthlich einige schöne Stunben verlebend. 4- Nidda, 19. October. Gestern Nachmittag hielt bie freisinnige Partei, unter Leitung bei Herrn Stabtrechners Mantel bahier, im Hotel „zur Traube" eine Wähler- Versammlung ab. Herr Professor Stengel schilderte eingehend bie verschobenen Parteien unb seine Hauptaufgabe al! Vertreter ber Freisinnigen. Auch Herr Fabrikant Georgi rebete in bieser Richtung, unb Herr Konrad Rühl hob zum Schlüsse seinen Stanbpunkt al! Gewerbe- treibender, bezw. Lanbwirth der Partei gegenüber hervor. Butzbach, 16. October. Unter großer Betheiligung von Freunden, Collegen und Bekannten wurde heute Nachmittag der Großherzog!. Oberförster ber Oberförsterei Mönchbruch, Ohnacker, auf dem hiesigen Friedhöfe zur letzen Ruhe bestattet. Der Verblichene, ein allseitig beliebter Beamter, ist nur 38 Jahre alt geworden. §§ Aus dem Kreise AlSfeld, 19. October. Die Zeit, wo dal Rind noch wild in den deutschen Wäldern vorkam und der AuerochS darin hauste, ist längst dahin. Ein wilde! Rind in einem Walde heute noch anzutreffen, würde man nur dem bekannten Münchhausen zutrauen. Unb dennoch ist da! Unglaubliche wahr- in dem Domanialwalddistrict Elpenrod treibt fich seit Anfang August ein Rind herrenlos herum und richtet an den dortigen Walbculturen großen Schaden an. Der Eigenthümer des Rinde! wird deshalb vom Großherzoglichen Kreisamt Allfelb aufgefordert, fich binnen einer Woche bei Großherzoglicher Obersörsterei Eudorf zu melden, widrigenfalls diese Behörde die Erlegung des ThiereS anorbnen wird. § Vom Vogelsberg, 19. October. Nach dem niedrigen Preisstand ber HauSdutter, welchen dieselbe währenb be! Sommers unb Herbstes gehabt, hatte man nicht erhofft, baß dieser Preis wieder zu der Höhe käme, wie er jetzt wirklich steht. In genannter Zeit bezahlte man für dal Pfund gute Hausbutter nur 60 Pfg., jetzt aber 90 Pfg. Dieser hohe Preis der HauSbutter dürfte, wenn er fich behauptet, manchen Molkereilieferanten, namentlich solche mit niedrigen Fett- procenten, wieder zur Hausbutterei zurückführen, wie e! in ber That schon geschehen ist. Die Molkereien müßten eben, um fich ihrer Stunben zu versichern, auch mit bem Preis ber Procente entsprechen!) dinaufgehen. Da biefelben jeboch meist Butterlieferungen auf Zeit abgeschlossen, so scheint diel unwahrscheinlich. Die Ansicht, bie man bei dem niebrigen Preis ber ßanbbutter gehegt, baß nämlich dieser durch die Molkereibutter veranlaßt und sich nie wieder zur früheren Höhe emporschwingen würde, ist mithin nicht stichhaltig gewesen. Darmstadt, 19. October. Die nationalliberale Partei bat heute am Sarge ihre! Senior! im Landtage, be! Herr« K. Pfannstiel in Hainbach, einen prächtigen Kranz nieder- legen laffen, dessen kostbare Schleifen die Inschrift tragen: „Die nationaQiberale Partei ihrem treuen Mitglieds Landtagsabgeordneten Karl Pfannstiel". RnffelSheim, 15. October. Die Nähmaschinen- unb Fahr- rab-Fabrtk Abam Opel bahier hat vergangene Woche ba! 50,000ste Fahrrab in Gestalt eine! fünffitzigen Zweirabl» fertiggestellt. * Die Geretteten vom Raionenboot „Iltis" werben in wenigen Wochen, am 26. November, in ber Heimath ein* treffen. Die elf Ueberlebenben würben, wie feiner Zeit gemelbet, nach Uebernahme burch ben Kreuzer „Cormoran" feiner Zeit auf bem Panzerschiff „Kaiser" untergebracht, einmal um bem Chef ber Kreuzerbioifion bei Ausnahme des ThatbestanbeS jeberzeit zur Hanb zu sein, unb bann auch, um ben Leuten bie Fürsorge in gesnnbheitlicher Beziehung, die gernbe auf ben großen Panzerschiffen eine vollendete ge» nonnt werden darf, zuzuwenden. Denn Alle hatten mehr ober weniger an ben Folgen ber Nacht jene! Schifflbruches zu leiben unb mußten in ärztliche Behandlung genommen werben. So war ihnen auch ihre Bekleidung zum Theil verloren gegangen. Sobald bie Feststellung be! Thatbestandes unb die Untersuchungen als beendet angesehen werden konnte», dampfte „Kaiser" mit den Geretteten nach Dokohama, von wo fie mit bem fahrplanmäßigen Reichlpostdampfer des „Rordbeutschen Loyb" am 2. October die Heimreise an- traten. Nach der Ankunft in Bremerhafen am 26. November werden die aus so großer Gefahr glücklich Geretteten zur Erholung einen mehrwöchigen Urlaub erhalten. * Zur Aufklärung veröffentlichte unterm 5. September der DetailliftenVerein für den Bezirk Münster in Wests. daS Folgende: „Cor einigen Tagen zeigte die Firma Gustav Steinberg u. Co. die Eröffnung eine- Ver- kaufsladenS hier am Platze an und führt gleichzeitig eine Menge Artikel mit Verkaufspreisen an, welche uns Berau- laffung geben, zur Aufklärung und zum Schutze deS Publi- kumS Folgendes zu veröffentlichen: Artikel, wie Schürzen, Hemden, Unterjacken, Cravatten, Kinderlatzchen, Kragen, Cattune u. f. w. laffen fich in Qualitäten Herstellen, die zu jedem Preise zu verkaufen sind, und muß da schließlich jeder Käufer selbst wtffen, ob er bester thut, billige und gering- werthige Sachen zu kaufen, oder gute Qualitäten zu angemessenen Preisen. In der Anzeige find aber eine Menge Artikel angeführt, welche in einer für Münster und Umgegend gänzlich neuen Etntheilung erscheinen und verkauft werden und deshalb leicht einen Jrrthum des Publikums herbei- führen können. So z. B. wurden Nähnadeln bislang hier ■ur in Briefchen von 25 Stück (mit Ausnahme der Nadeln mit federndem Oehr, welche in Briefchen von 12 Stück gepackt find) feUgeboten. Die oben genannte Firma liefert Nähnadeln in Briefchen von 15—20 Stück- in der Anzeige sagt fie: Brieschen von 25 Stück. Als Stricknadeln wurden bislang Stricknadeln von 23 Ctm. Länge und in zum Stricken verwendbaren Stärken in den Handel gebracht. Die von der Firma Steinberg u. Co. annonctrten Nadeln find 19Va Ctm. lang und 1 Millimeter stark und in der Verfassung für unsere Hausfrauen zum Stricken für gewöhnlich nicht zu gebrauchen. Haarnadeln mit Spitzen waren in Briefchen zu 25 Stück gepackt und die Spitzen angeschliffen. Die Haarnadeln von Steinberg und Co. sind tu „Packeten" von 7—12 Stück gepackt und die Spitzen find nicht angeschliffen. Leinenzwirn wurde bei der kleinsten Eintheilung in Röllchen von 40 Meter, gewöhnlich aber in Röllchen von 100 Meter verkauft: Steinberg u. Co. bringen „Rollen" von 25 Meter. Strickwolle war nur in einer Etntheilung von 50 Bindchen zu 10 Gramm aufs Pfund und in Strängen von 100 bzw. 250 Gramm zu haben: Steinberg u. Co. haben ihre Garne in Bindchen zu 8 Gramm und in Strängen zu 83 Gramm getheilt. Zephyrwolle wurde bis vor kurzem nur in Lagen von 20 Gramm verkauft: Steinberg u. Co. verkaufen die Wolle in Lagen von etwa 15 Gramm. Daß Fingerhüte nur in ungangbaren Größen, Taillenstäbe entgegen der Ankündigung, die alle Größen für 5 Pfg. das Dutzend anpreist, nur in einer uncouranten Größe zu haben find, während für die gangbaren Größen derselben Qualität 20 Pfg. verlangt werden^ dagegen andere Artikel, die preiswerth erscheinen, wie Ttschgedecke mit sechs Seroietten & Mk. 1,45, rein wol« lener Kleiderstoff ü 56 Pfg., Hemdentuche i 17 Pfg. und I verschiedene andere bei Verlangen nicht verabfolgt wurden, erwähnen wir nur nebenbei und überlasten es dem Publikum, daraus selbst seinen Schluß zu ziehen. Wir haben obige Thatsachen durch Entnahme zahlreicher Proben von der genannten Firma festgestellt und halten uns verpflichtet, dieses zur Aufklärung des Publikums zu veröffentlichen." Einer Erwiderung der genannten Firma gegenüber hält der Verein die obigen Mijtheilungen in jedem einzelnen Punkte vollständig aufrecht, erklärt, daß er jeden Augenblick für daS, was er behauptet, den Beweis der Wahrheit zu erbringen bereit fei. — Geschäfts Practiken wie die hier vom Detail- listeu-Berein für den Bezirk Münster geschilderten stehen jetzt unter der Herrschaft deS Gesetzes wider den unlautern Wettbewerb. ♦ Bücher als Kasfeuschrank. Aus Kösen wird dem „Leipziger Tageblatt" unter dem 11. October Folgendes gemeldet: In der Nachlaß-Auction des verstorbenen Ober- Lieutenants Sanger wurden heute auch verschiedene Bücher versteigert, u. A. MeyerS ConversatiouS'Lexikon. Der Ersteher destelben war nicht wenig erstaunt, beim Durchblättern deS einen Bandes zwei Stück noch in Curs stehende preußische ConsolS A 1000 Mk., freilich ohne Talons, zu finden. Ein anderer Bieter entdeckte in einem alten Schmöker ein Couvert, daS sechs nagelneue Einhundertmark-Scheine enthielt. ♦ Auch Ballkleider haben ihre Schicksale. Wegen einer Schuld von 24 Mk. wurde dieser Tage ein spitzenbesetztes Ballkleid gepfändet, das mehrere hundert Mark gekostet haben soll. Bei der Versteigerung erzielte eS aber nur ein Gebot von 3 Mk., so daß noch 65 Pfg. auf den Erlös zur Deckung der Gerichtskosten daraufgelegt werden mußten. Dieser Differenz wegen wurde bann der Auftraggeber der Pfändung verklagt und nun zur Zahlung verurteilt. So hat der Gläubiger von seiner spitzenbesetzten Forderung schließlich nur 4.15 Mk. Gerichtskosten. Literatur «ud Häuft. — Neue Folge von W. Heimdnrgs Romanen nnd Novellen. Unter den Erzählerinnen, die durch inniges Gemüth und echt volksthümlichen Ton sich eine Heimathstätte in der deutschen Familie erworben haben, steht W. Heimburg in der vordersten Reihe. Ihre Romane und Novellen haben schon durch das gelesenste deutsche Volks- und Familienblatt, durch die „Gartenlaube", die weiteste Verbreitung gefunden, aber so groß ist ihre Anziehungskraft, daß fie auch in Buchausgaben immerfort neue Auflagen erleben. Wiederholt haben wir bereits auf die von der Verlagsbuchhandlung Ernst Keils Nachfolger in Leipzig veranstaltete Ausgabe von W. Heim- burgs Jllustrirten Romanen und Novellen hingewiesen. Nun veranstaltet die Verlagsbuchhandlung eine „Neue Folge" der Werke dieser so beliebten Verfasserin, in welcher folgende Erzählungen gebracht werden: „Mamsell Unnütz." — „Um fremde Schuld." — „Haus Beetzen." — „Sabinens Freier." — „Franziska von Schlehen." — „Das Raupenhäuschen." — „Der filberne Hirschfänger." — „Großmutters Whistkränzchen." — „Marianne Sieoening " — Namhafte Künstler, wie Fritz Bergen, W. Claudius, Ren« Reinicke, 6. 6. Jentzsch, P. Schnorr u. A. liefern den reichen Bilderschmuck dieser Sammelausgabe der neuesten Schöpfungen der gefeierten Erzählerin. Um es Jedermann zu ermöglichen, sich auf bequeme Weise in den Besitz dieser neuen Folge von W. Heimburgs Jllustrirten Romar und Novellen zu setzen, erscheint dieselbe vorerst in 35 Lieferungen von etwa 50 Druckseiten Umsang zum Preise von nur 40 Pfennig, welche in vierzehntägigrn Zwischenräumen ausgegeben werden. Die erste Lieferung wird durch den fpeiyrenben Roman „Mamsell Unnütz" eröffnet, der von W. Claudius meisterhaft illustrirt worden ist. Lsichlm ta «rttaiitra Jmtyuta Sttittl) tatet. Opernhaus. Mittwoch dm 21. October: Trompeter von Säkkingeu. Donnerstag den 22. October: Eoangelimann. Freitag dm 23. October: Zigeunerbaron. Samstag dm 24. October: Heimchen am Herd. Sonntag dm 25. October, Nachmittags 37a Uhr: Der arme Jonathan. Abends 7 Ubr: Die Hugenotten. Montag den 26 October: Hänsel und Gretel. Hierauf: Coppelia. Schanspielhans. Mittwoch dm 21. October: Die Ahnfrau. Donnerstag den 22. October: Die officielle Frau. Freitag dm 23. October: Bürgerlich und romantisch. Frankfurt in Feindesland. SamStag den 24. October: Morituri. 1. Teja. 2. Fritzchen. 3. DaS ewig Männliche. Sonntag dm 25. October, Nachmittags 3'/, Uhr: Minna von Barnhelm. Abends 7 Uhr: Morituri. 1. Teja. 2. Fritzchen. 3. Das ewig Männliche. Montag den 26. October: Die Höllenbrücke. Ein delicater Auftrag. Witterrrugsbericht vom 19« Oktober. Dm Südostm und Osten Europas bedeckt noch hoher Druck und dringt von dort ein keilförmiges Gebiet relativ hohen Barometerstandes den Südfuß der Alpen entlang über die Po-Ebene vor. Ganz West- und Central-Europa dagegen gehören einem ausgedehnten Depressionsgebiete an, dessen Centrum heute über der irischen See lag. In Süddeutschland haben sich die Witterungsverhältnisse wenig verändert. Im Gebirge und an deffen nördlichem Fuße besteht unter Föhneinfluß vorerst noch heitere Witterung, während im Nordm vielfach trübes, regnerisches Wetter herrscht. voransstchtliche emunm»t Im Norden trüb und regnerisch, im Süden gleichfalls Zunahme der Bewölkung und später Niederschläge. Verkehr, £anfe u«ö Velerrvirthschaft. Gisßm, 20. October. Marktbericht. Auf dem heutigm Wochmmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00-1,05, Hühnern^ pr. St. 0§, 2 St. 13-15 Enteneier 0 H, 2 St. i.0 Gänse» eier pr. St. 00-00 H, Käse pr.St.5-7H, Käsematte pr. St. 3 4. Erbsen pr. Liter 16 H, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Pa« X 0,50 bis 0,60, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnm pr. Stück X 0,50-0,80, Enten pr. Stück X 1,60-1,70, Gänse pr. Pfund X 0,42-0,48, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 64—68 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 H, Schweinefleisch, gesalzm, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. «^ 50-54 JL Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00 biß 6,00 X, Weißkraut pr. Stück 0- 00 H, Zwiebeln pr. Centn« X 4,00—5,00, Milch pr. Liter 16 H, Zwetschm pr. Centner X 8—10. Bekaimtmachrmg. Die auf Herbst 1896 leihfällig werdenden Triebviertel sollen Freitag btn 23. Moder 1896, von Nachmittags 2 Uhr an anderweit verpachtet werden. Zusammenkunft am „Nassauer Hof". Gießen, den 19. October 1896. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 9323 Erweiterte Handwerkerschute ui Gießen. Das Winter-Semester der Abtheiluugeu für Bau-Handwerker, sowie der Abtheiluug für Maler, Schlosser, Schreiner, Mechaniker re. beginnt am 26. Moder d. I-, Vormittags 8 Uhr und schließt Ende März k. I. 9322 Nähere Auskunft über den Lehrplan durch die Schulleitung. Der Aufsichtsrath: Die Schulleitung: