um - hhtojtj [rtmiiiti i-ks. W jtafhjet .'; W« bet ’M«« «irlnt; «ta, mi bitjen N Hi> herrlichen und ireude Ausdruck zen glücklich ge, der großen tzr- t Vorstand bei '' «ehaghel; 8 Sängerkranz; v. Gagerv; iann Theodor Mer Herbert, *bt; hofiraiteur ervernnr; Land-. aisPetrilll., h; Landgerichts- l und Regiments- Schäfer; Kauf, er, Vorstand des olff.___________ erein. reten* 1896 Dienstag den 2! Januar Ur. 17 Erstem rZzM Weßener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger Amts- Uttd Zlnzeigeblatt für den "Kreis. Giefzen. | Hratisbeikage: Hießener Aamitienötälter Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Sicdaction, Expedition und Dnlckerei: Kchulstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Hietzener Anzeiger rtTttieint täglich, jnit Ausnahme deS Montags. vierteljähriger Adonnemcnts-reiOi 2 Mark 20 Pfg. mU Bringcrlohn. Durch die Post öezogev 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener P«mittenvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« Atzenden Tag erscheinenden Nummer bi- Corrn. 10 Uhr. Deutscher Reich. Berlin, 18. Januar. Staatssekretär von Stephan erhielt heute nachstehendes kaiserliches Handschreiben: „Bei der heutigen 25jährigen Wiederkehr deS Tages der Kaiserproclamation in Versailles gedenke ich gern der bervorragenden Verdienste, welche Sie sich in jener großen Zett der Einigung der deutschen Stämme durch die muster- gtltige Organisation und Leitung de- Feldpost-, sowie später des ReichSpostverkehrS um Kaiser und Reich erworben haben. Als ein erneutes Zeichen meiner dankbaren Anerkennung und meines unveränderten Wohlwollens wollen Sie meine bei« folgende Büste entgegeunehmen. Berlin, 18. Jannar 1896. gez. Wilhelm Rex.“ Neueste Nucheichteru Wolff» telegraphisches Eorrespondmz-Bmeau. Berlin, 19. Januar. Der in letzter Zeit mehrfach in Preßproceffen hervorgetreteue LandgerichtSdirector Brausewetter ist gestern Nachmittag an Paralyse gestorben. Ro», 19. Januar. Der Commandant deS italienischen Rothe-Meer-GeschwaderS beorderte zwei Kriegsschiffe, um einen mit Waffen und Kriegsmaterial von Marseille abgegangene und vermutblich für den NeguS Menelik bestimmten franzöfischen Dampfer zu verfolgen. Der Dampfer soll jedoch nicht confiScin, sondern nur sein Reiseziel festgestellt werden, damit die italienische Regierung alsdann in Paris eine diplomatische Action einlettrn kann. Depeich« M Barem» .Herold* Berlin, 19. Januar. Die gestrige Tafel im König- lichen Schlosse anläßlich der Jubelfeier der Errichtung deS Reiches begann um ?y4 Uhr. Erschienen waren etwa 600 Personen, darunter viele frühere Abgeordnete und die Mehrzahl der gegenwärtigen Mitglieder deS Reichstages. Der Kaiser trug rothe General-uniform, die Kaiserin eine Stlberbrokat Robe. Neben dem Band deS Schwarzen Adler- ordeoS hatte die Kaiserin den neuen WilhelmSorden angelegt, ebenso die Kaiserin Friedrich, welche tn schwarz gekleidet war. Während der Tafel trank der Kaiser mehreren Herren zu, besonders dem Staatsminister a. D. Delbrück. Auf jedem Couvert lag das genau nachgeahmte Facstmtle der Origtual- depesche Kaiser Wilhelms I., die er am 1. September 1870, Abends ?l/z Uhr, vom Scklachtfelde von Sedan aus an die Kaiserin Augusta gerichtet hatte. Der Kaiser brachte in begeisterten Worten auf daS Wohl des geliebten Vaterlandes einen Toast aus, nachdem er zunächst des großen Kaisers, sowie seines Vaters gedacht hatte, denen es vergönnt war, daS Deutsche Reich mit den übrigen Fürsten sich zu erkämpfen und wiederherzuftellen. Der Kaiser mahnte an die Pflicht, auch daS zu erhalten, was damals erkämpft worden sei. AuS de« Deutschen Reiche sei ein Weltreich geworden, überall in fernen Theilen der Erde wohnten Tausende unserer Landsleute, deutsche Güter, deutsches Wtffen, deutsche Betriebsamkeit gehen über den Ocean. Nach Tausenden von Millionen beziffern sich die Werthe, die Deutschland auf der See fahren hat. Ernste Pflicht sei eS, ihm, dem Kaiser, zu helfen, dieses große Deutsche Reich auch innerlich fest zu gliedern. Mit dem Wunsche, daß die Geladenen in vollster Einigkeit ihm helfen werden, seine Pflicht nicht nur seinen engeren LaudSlenten, sondern auch den vielen Tausenden von Landsleuten im Auslande gegenüber zu erfüllen, d. h. daß er sie schützen kann, wenn er eS muß und mit der Mahnung, die an uns Alle geht: „WaS Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb eS, um eS zu besitzen" erhob der Kaiser sein GlaS und brachte ein Hoch auf daS deutsche Vaterland aus. Der intereffanteste Thetl des Festes begann nach Aufhebung der Tafel, als sich die Gäste zur Einnahme deS Kaffees in der Bildergallerie zusammenfanden und die allerhöchsten Herrschaften bald diesen, bald jenen der Geladenen mit Ansprachen auSzeichneten. Berlin, 19. Januar. Eine Extra-Ausgabe deS „ReichS- anzetgerS" veröffentlicht zahlreiche Ordensverleihungen. ES erhielten u. A. General der Infanterie, Chef deS Ingenieur- und PtouiercorpS G olz daß Großkreuz zum Rothen Adlerorden mit Eichenlaub, Geuerallieutenant und Gouverneur von Metz, v. Arndt, den rotheu Adlerorden 1. Klaffe mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe. ES erhielten den rothen Adlerorden 1. Klaffe mit Eichenlaub o. A.: Der deutsche Gesandte in Brüffel, Graf v. A l v e n S l e b e n, der commandireude General deS 1. ArmeecorpS, General Graf Finck von Fincken- stet n, der Btceadmiral und StaatSfecretär iw ReichSmarine- amt Hollmann. ES erhielten den Stern zum rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe u. A. der Geuerallieutenant und Commandant von Frankfurt a. M. v. Stülp nagel. Den Stern zum rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub u. A.: der Bicepi äfident der Reichsbank, Director vr. Gallenkamp, der Ministerial- director im Cultusministerium vr. Kügler, der Staats- ecretär des Reichsschatzamts Graf von PosadowSky. Den rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub u. A.: der preußische Gesandte in Weimar, Raschdau, der Vortragende Rath in der Reichskanzlei, Freiherr von Wilma w S k i. Den rothen Adlerorden 3. Klaffe mit der Schleife: Oberstlieutenant von Schwarzkopp, commandirt bei der Botschaft in Paris. Den rothen Adlerorden 4. Klaffe: LandgerichtSrath Brausewett er und der Geheime Re- gierangSrath und vortragende Rath im Ministerium des Innern, Trott zu Solz. Den Kronenorden 1. Klaffe: der Gouverneur von Thorn, Boie, der deutsche Botschafter in Konstantinopel, Freiherr v. Saurma-Jeltsch und der Oberprästdent der Provinz Westfalen, Studt. Den Stern zum Kronenorden 2. Klaffe u. A.: die Contreadmirale v. DiederichS und Hoffmann. München, 19. Januar. Infolge deS militärischen Gnadenerlasses hat nun auch der aus der Pschorrbräu- Affaire her bekannte Lieutenant Scheffer, welcher kürzlich zu 30 Tagen Stubenarrest bestraft wurde, seine Strafe nicht abzubüßen. Die Feier des 18. Januar. «tetze». den 20. Januar LA 6 Die von unserer Universität am SamStag gehaltene Frier der Wiedererrichtung deS Deutschen Reiches characteri- strte sich äußerlich durch die glänzende Auffahrt der Vertreter der Studentenschaft, den darauf folgenden Festact und den Studenten - Commers am Abend, Feierlichkeiten, welche unter zahlreicher Theilnahme der Vertreter unserer Behörden und der Bürgerschaft vor sich gingen. Der allgemeinen, bis in die entferntesten Sradttheile sich erstreckenden Beflaggung der Häuser folgte am Abend eine brillante Illumination, die ebenfalls tn tausenden und abertausenden von Lichtern die Gefühle unserer Einwohnerschaft angesichts des großen Ge denklages wtederspiegelte. Es ist nicht angängig, diejenigen hier zu erwähnen, die ganz besondere Aufwendungen gemacht in dem Arrangement der Illumination, alle hatten sich angestrengt, um dieselbe möglichst glanzvoll zu gestalten. Der Strom Derjenigen, welche den Lichterglanz schauen wollten, war namentlich im Mittelpunkte der Stadt ein gewaltiger. Am gestrigen Sonntag war eS zunächst die kirchliche Feier, welche am Morgen die Einwohnerschaft Gießens zahlreich in die Gotteshäuser rief. Um IP/2 Uhr fand auf der Südanlage ein Concert unserer RegtmentSmufik statt. Der um 4 Uhr begonnene Festatt tn Steins Saalbau, deffen weite Räume schon lange vor Beginn dicht besetzt waren, wurde eingeleitet von der RegimentSmusik mit der Weber'schen Jubel-Ouver- ture, deren mächtige Klänge die Anwesenden zur Andacht stimmten, welche hinübergeleitet wurde zu dem dann folgenden Vortrage des Beethoven'schen „Die Ehre GotteS aus der Natur" durch einen gegen 100 Personen starken, aus den Vereinen „Bauer'scher Gesangverein", „Bürger-Gesellschaft", „Harmonie", „Liederkranz" und „Sängerkranz" gebildeten, von Herrn Franz Bauer dirtgirten Männerchor. — Darauf betrat der vom Comite berufene Festredner, Herr Geh. ttirchenrath Profeffor vr. Köstltn, die Rednertribüne und ergriff das Wort zu seiner Ansprache: Der Redner führte die Versammlung tn die Stimmung zurück, wie sie vor 25 Jahren dem großen Eretgntß, deffen wir unS heute freuen, entgegenschlug. Er schilderte, waS die Erfüllung der nationalen Hoffnung Denen bedeutete, welche die Zeit der Zerriffenheit und Ohnmacht Deutschlands noch erlebt haben mit ihren froh aufleuchtenden Hoffnungen und bitteren Enttäuschungen- er erinnerte an die Propheten und Vorkämpfer deS EinigungSgedankens, vor deren Andenken wir uns heute, da erfüllt ist, waS sie vergeblich erstrebt haben, in dankbarer Huldigung neigen- er gedachte des Mannes, dem heute alle Herzen tn unvergänglichem Danke entgegenwallen, des greisen Recken, deffen größter Tag eben der Tag war, da dort im Spiegelsaale zu Versailles die Hülle fiel von dem Meisterwerk, das seine Hand geschaffen hatte, und sein hochgeliebter Herr vor ihm stand alS der Erwählte von Deutschlands Fürsten und Völkern, jauchzend begrüßt als erster Deutscher Kaiser. ES war ein großer Tag, dieser 18. Januar, der dem deutschen Volke unauslöschlich in» Gedächtniß geschrieben bleibt wie der 18. October und der 18. Juni, doppelt groß für Diejenigen, die diesen Tag begehen dursten mit dem Volk tu Waffen aus französischer Erde. Wohl aus der Seele Aller, die mttgewesen find, war eS gesprochen, wenn der Redner bekannte: nur gesenkte« Hauptes wären sie über den Rhein zurückgekehrt, wenn nicht das die Frucht deS blutigen Ringens gewesen wä«e, über deffen herrlichem Ausgange das jetztlebende Ge.Nrcht so leicht den furchtbaren Ernst vergißt. Nur mit tiefstem Schmerze könnten die Veteranen der treuen Brüder gedenken, die zu Tausenden tu die dunklen Furchen der Schlachtfelder gebettet worden find, wenn nicht der Preis der Opfer werth gewesen wäre. Nichts Geringeres durfte der Preis sein, al» ein Deutsches Reich, stark genug, frevelhaften Kriegen zu wehren, den Frieden zu gebieten. So erst war den Stegen mit den Waffen der dauerhafte Erfolg gewährleistet, so erst der Friede gesichert. Doch nur dann, wenn da- ganze Volk nun auch eingehe auf die Aufgaben, die vor uns liegen. Der, welcher in der Weltgeschichte daS Weltgericht vollzieht, gibt keine Gabe, ohne Aufgaben daran zu knüpfen. Er läßt ein Volk nicht ans Ziel seiner Wünsche gelangen, ohne auf ein neues Ziel zu weisen, dem eS nachrtngen muß mit heiligem Ernst und gesammelter Kraft, wenn eS nicht innerlich faulen soll. Nicht dazu ist uns die Errungenschaft von 1870/71 geworden, daß wir die Hände in den Schooß legen in Trägheit und Selbftverherrltchung! Noch bedarf das neue Haus einer starken und wachsamen Hut. Das hat der laute Widerhall gezeigt, den deS Kaisers Gruß an baß tapfere Burenvolk im Transvaal geweckt hat in mancherlei Tonarten. Aber daß es zu keiner Zeit an willigen, herzenS- freudigen Wächtern fehle, giltS, baß neue Haus mit un- ermübeter Sorge für alle Stäube unb Volksklaffen immer wohnlicher zu machen. Auch bet letzte Mann im Volk falls am eigenen Leben erfahren können, was es werth ist, ein Deutscher zu sein. Mehrer deS Reichs an den Gaben und Gütern des Friedens sollen wir alle sein, und wir sind eß, wenn Jeder auf seinem Posten seine Schuldigkeit thut. Keiner ist entbehrlich, dafür zu sorgen, daß keine Kraft sich aus- schließt, aber auch jede gute Kraft ankommen kann- daß keine Arbeit ungethan bleibt, aber auch für jede ehrliche Arbeit Raum wird, daß ist die Aufgabe, die vor unS liegt. ES ist daS Vermächtniß des unvergeßlichen Kaisers, dessen greise Heldengestalt unS heute mit lebendiger Frische vor die Seele tritt. Bet ihr verweilt der Redner zum Schluß, indem er die Zuhörer auf daß Paradefeld führt, wo der deutsche Kaiser zum ersten Male die neugewonnenen Glieder des Reiches, die Bayern, Sachsen, Schwaben grüßte, baß Schlachtfeld bet VtllierS vor Paris. Wir können ihm nicht mehr unsre Hulotgung bringen- auch dem ritterlichen Sohne nicht — aber, was wir in tiefer Ergriffenheit damals gelobt haben, wollen wir dem Enkel und dem Sohne halten." Mit einem brausenden Hoch auf Kaiser Wilhelm II. schloß die Rede, worauf die Versammlung stehend den Gesang anstimmte: „Deutschland, Deutschland über alles". Den hierauf von der Regtmentßmusik gespielten „Königs- fanfaren" aus Lohengrin folgte der Podbertsky'sche Männerchor: „Friedrich Rothbart" mit Orchesterbeglettung, weicher gewaltige Chor würdig die Feier abschloß. Gleich zahlreich wie der Festact war der um r/,8 Uhr beginnende Festcomwers besucht. Er wurde eröffnet mit dem „Deutschen SiegeSmarsch 1870/71" von Hamma. Herr Oberbürgermeister Gnauth, der, wir wollen es gleich von vornherein hervorheben, tn seiner Eigenschaft als Vorsitzender de» Festausschusses wieder manch' glücklichen Griff in den Anordnungen des Ganzen gethan, hielt hierauf folgende Ansprache: Hochverehrte Festversammlung! Namens deS Ausschusses für die Feier der 25. Wiederkehr des Jahrestages der Kaiserproklamation, deS Gedenktages der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches darf ich diesen CommerS eröffnen, mit Freude und Stolz diese Versammlung begrüßen, welche Au- gehörige aller Stände unserer Stadt, Vertreter der v:r- schiedensten Anschauungen in sich vereinigt. Was auch sonst etwa im Leben und Denken un» tret nen mag, heur' sind wir Eins: Gins als Bürger deS vor 25 Jahren neu errichteten, tn sich selbst erst glücklich geeinten Deutschen Reiches, Eins vor Allem auch in dem Jubelgefühl des Dankes, daß Alles so gekommen, ein einiges Deutsches Reich uns Ulle wieder umschließt, daß ein Deutscher Kaiser wiederum zur lebendigen Verkörperung solchen Gedankens geworden. Unwillkürlich geht unser Blick dabet zurück auf den ersten Träger der neuen Kaiserkrone, auf den ehrwürdigen Kaffer Wilhelm L ; bewundernd gebet ken wir Seiner, der im frffchen SiegeSkranz, wie er herrlicher nicht so bald eines Fürneu Haupt geschmückt, seinen Gott um die Kraft gebeten, allezeit Mehrer zu sein des jungen Deutschen Reiches, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben beß Friedens- danach schauen wir den preußischen Königs- sohn, der tm Sturm sich die Herzen der Süddeutschen erobert, der wie kein Anderer beigetragen zur Verbrüderung von Nord rmd Süd, den Kaiser Friedrich, und mit tiefer Wehmulh gedenken wir der kurzen Tage seiner Regierung- haben doch in dcr That die Hoheit seiner Erscheinung, der Adel seiner Gesinnung, sein ruhmreicher Antheil an den großen Geschicken des Vaterlandes und der Heldenmuth seines Leidens ihm in unser Aller Herzen ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Wir gedenken aber auch der Haltung des eigenen Landes in jenen ernsten Tagen; wir gedenken Ludwigs III., der — Vergangenes vergessend — treu auf die Seite deS Verbündeten sich stellend, seine Truppen unter der Führung deS Erbprinzen in den Kampf entsandte, und wir sehen diesen selbst, unseren nachmaligen Großherzog Ludwig IV., vor uni in der ganzen Ritterlichkeit seines Wesens, verehrt und geliebt von seinen Soldaten, von seinem Volke. Angesichts solcher Fürstengestalten und unter der frischen Erinnerung an dj^aroßen Begebenheiten jenes Krieges, da werden erst recht uns zur Wahrheit die Worte der Hymne: nicht Roffe, nicht Reisige braucht eS, um solcher Fürsten Thron zu schützen, Liebe deS Vaterlandes, Liebe deS freien Mannes bat ihren Herrscherthron gegründet, fest wie den FelS im Meer- nicht die Krone, die sie getragen, nein, ihr eigener Werth, die ganze Bedeutung ihre! Wesens und Wirkens find es, die immer wieder uns zum Ausdruck höchster Verehrung entflammen. Eine neue Generation von Fürsten ist danach im Reich, wie in unserem Lande zur Regierung gelangt: zwei Fürsten voll jugendlicher Kraft und reicher Begabung, beide begeistert für alles Hohe, Gute und Schöne, beide aber auch — wie Kaiser Wilhelm H eS aussprach — bestrebt, dieselben Wege zu wandeln wie thre Vorgänger, bestrebt, daS Vertrauen der BundeSgenoflen, die Liebe ihres Volkes zu gewinnen und zu bewahren. Die Liebe des deutschen Volkes, das heute in Dorf und Stadt einmüthig zurückschaut auf daS erste Vierteljahrhundert seit Erneuerung der deutschen Kaiserkrone, daS Eine ist in dem festen Entschluß, niemals wieder antasten zu lassen daS in ihr verkörperte Symbol der deutschen Einheit, ihrer Vorgänger, lasien Sie uns auch an dieser Stelle erneut den Ausdruck unserer Hingebung und Verehrung darbringen, lassen Sie uns heute mit verdoppelter Begeisterung einmüthig einstimmen in den Ruf: Se. Majestät der deutsche Kaiser und Se. König!. Hoheit der Großherzog von Hessen, fie leben hoch, hoch, hoch!!! Die Versammlung stimmte jubelnd ein und sang darauf die ersten Strophen des Liedes: „Heil dir im Siegerkranz". Herr Provinzialdirector Freiherr v. Gagern: Einen glorreichen Wendepunkt in der Geschichte unseres Vaterlandes und Volkes zu feiern, haben wir uns festlich vereinigt. Der Glanz einer gebietenden Machtstellung, welche daS heilige römische Reich deutscher Nation in seiner Blüthezeit einuahm, er war erloschen im Laufe einer tausendjährigen Gesch'chte, deren Lichtpunkte durch trübe Schatten verdunkelt werden. Ein Fetzen nach dem anderen war von dem Hermelin deS deutschen Kaisermantels heruntergeriffen worden- die Selbstsucht der Glieder deS Reiches erstickte das Gefühl deS DeutfchthumS- Deutsche kämpften gegen Deutsche und zerfleischten sich- die Fremden mischten sich ein oder wurden gar zu Hülfe gerufen - in zahlreichen Kriegen wurde unser Vaterland dal Schlachtfeld der Nationen: unsere Fluren zerstampft, unsere Städte und Dörfer geplündert und verwüstet, ganze Länder dem Reiche entfremdet und der Ehrentitel des deutschen Kaisers als „Mehrer des Reiches" wurde zum Spotte. Und als unter dem Drucke des corsischen Eroberers das alte Reich in Stücke und die deutsche Kal^erwürde zu Grabe ging, da geschah dieS ohne Sang und Klang, fast unbemerkt! Aber auch zur Zeit der tiefsten Erniedrigung unseres Vaterlandes, als seine trauernden Kinder wahrlich nicht stolz sein konnten auf die politische Rolle, zu der Deutschland ver- urtheilt war, ist die Liebe zu ihm aul dem Herzen des deutschen Volke! nicht gewichen: Abstammung und gemeinsames Geschick, Sprache und Literatur, Sitte und Gebräuche find unzerreißbare Bande, welche die Volksgenossen zusammenhalten- fie bildeten die starken Wurzeln einer besseren Zukunft! Das Ende der Franzosenzeit sah Deutschland wenigstens dem Erbfeinde gegenüber wieder einig, von dein der vaterländische Boden hoffentlich auf immer befreit wurde. Wohl hatten wir in den nächsten 50 Jahren im Innern noch einen Läuterung!- und Werdeprozeß durchzumachen, in der trüben Zeit aber, wo Deutschland vom AuSlande höhnisch nur als geographischer Begriff bezeichnet wurde, war daS Samenkorn deutscher Einheit in den Herzen von Deutschlands Söhnen aufgegangen, die akademische Jugend zu stürmischer Begeisterung hinreißend, die breiten Schichten des Bürger- thumS in den Bestrebungen der Turner- und Schützenvereine durchdringend, von patriotischen Männern aller Stände sorgsam gepflegt und gefördert. Und wenn auch die deutsche Einheit uns nicht als Frucht einer friedlichen organischen Entwickelung in den Schooß fiel, sondern unter Zuckungen mit Blut und Eisen geschmiedet werden mußte, so kam doch endlich die große Zeit, deren Zeugen wir meist noch waren, wo der Uedermuth deS alten Erbfeindes die deutschen Heerschaaren auS Nord und Süd an und Über den Rhein rief, und in einem in der Geschichte beispiellosen Siegesläufe die deutschen Fahnen in die fron- zöfische Hauptstadt getragen wurden und im prunkenden KönigSsch'.offe von Versailles vor 25 Jahren als fester Schlußstein der deutschen Einigkeit die alte ttaiserwürde wieder auflebte. WaS Generationen erhofft batten, es war kein Traum mehr, eS war herrlich in Erfüllung gegangen, daS Sehnen aller Patrioten war gestillt. Mächtig und gebietend stand mit einem Schlage unser Vaterland da, von seinen Feinden gefürchtet, von Allen geachtet war eS im Rathe der Nationen- stolz konnte auch im AuSlande der Deutsche endlich sein Haupt erheben. DaS ist die Errungenschaft der großen Tage, deren Gedenkfeste wir nach einer 25 jährigen FriebenSzeit jetzt feiern, eine Errungenschaft, deren wir unS auch ferner im Frieden erfreuen wollen. Nicht überheben wollen wir uns Anderen gegenüber, weder als Einzelne noch als Nation, denn daS ist nicht deutsche Art- festzuhalten an jenen Errungenschaften find mir aber entschlossen und zu ihrer Ver- theidignng allezeit bereit, wenn daS Vaterland ruft. Jrn Innern aber soll unser Trachten und Mühen sein, allen Kindern unseres Volkes das Vaterhaus immer lieber und trauter zu gestalten- und unseren Stolz wollen wir darein setzen, bei der Sorge für die materielle Wohlfahrt, welche den wirthschaftlich Schwachen und Bedrängten den Kamps um'S Dasein unentwegt zu erleichtern strebt, auch der idealen Güter nicht zu vergessen, die die schönsten Ruhmestitel des deutschen Namens find. Die Vaterlandsliebe mög: uni, Einzelne wie Parteien, immer mehr lehren, die Selbstsucht zu bekämpfen, der Ge- sammtheit Opfer zu bringen und im Ausgleich der Interessen und Ansichten, die Zufriedenheit und daS Glück Aller zu fördern, eingedenk der Mahnung deS DichterS: „An! Vaterland, an'S theure, schließ Dich an, Das halte fest mit Deinem ganzen Herzen." Geben Sie, werthe Festgenossen, der Liebe zu unserem theuren deutschen Vaterlande mit r’ir Ausdruck, indem Sie in den Ruf einstimmen: „Deutschland, Deutschland über Alles, unser Vaterland es lebe hoch, hoch und immerdar hoch!" Die Versammlung sang daraus daS Lieo: „Deutsch« land, Deutschland, über Alles." 'M» Herr Stadtverordneter Kirch feierte unser Heer mit folgenden Worten: „In begeisternden Worten ist heute bereits unseres Landesherrn und Seiner Majestät, unseres verehrten Kaisers, gedacht worden. In zündender Ansprache hat mein Herr Vorredner uns das Deutsche Reich, unser geliebtes Vaterland, vor Augen geführt und der Beifall, der diesen beiden Reden gefolgt ist, der Jubel, mit welchem das unvergleichliche Lied „Deutschland, Deutschland über Alles" ausgenommen wurde, hat gezeigt, daß die Hunderte und Aberhunderte, die heute in diesem Saale vereinigt sind, sich Eins wissen mit den Millionen Herzen, die zusammen schlagen in ungetheilter Verehrung, in Liebe und Dankbarkeit für Diejenigen, die das Sinnen und Trachten unseres deutschen Volkes endlich zur Erfüllung gebracht, die das Deutsche Reich mächtig und groß geschaffen und die, nachdem sie es errungen und erkämpft Haden, mit sorgsamen Augen über ihm wachen und es behüten vor Gefahr und Feinden nach Außen und nach Innen! Zu bedauern wäre wahrlich eine Nation, welche an dem Gründungstage, an dem Wieberaufrichtungstage ihres Vaterlandes nicht dankbar gedenkt ihrer großen Helden, Derer, die ihr Leben, ihr Gut und Blut für sie aufs Spiel gesetzt haben: Ihrem Volke in Waffen, unserer Armee! Mit goldenen und allerdings auch blutigen Lettern sind die ruhmreichen Thaten, die glänzenden Erfolge des deutschen Heeres in den Jahren 1870/71 unauslöschlich in der Geschichte des Deutschen Reiches verzeichnet. Der Geist und die Vaterlandsliebe, welche damals unser Heer, vom obersten Kriegsherrn bis herab zum jüngsten Rekruten, beseelte, ist auch heute noch mächtig in unserer Armee vertreten und dieser Geist, so wünschen und hoffen wir, möge darin mächtig bleiben für fernere, für alle Zeiten! Denn die Wiedererrichtung des Deutschen "Reiches, welche heute allüberall festlich begangen wird, ist ihr Werk, ist ihr Verdienst, und ihr den schuldigen Dank, die wohlverdiente Anerkennung auszusprechen, ist meine heutige Aufgabe, ist unsere heilige, unsere hehre Pflicht. Soweit die deutsche Zunge klingt und wo auf dem weiten Erdenrunde in diesen Tagen sich Deutsche unter der Loosung „Kaiser und Reich" zusammenfinden, da strömen die Herzen über von Dankbarkeit und Verehrung für unsere herrliche Armee und ihre Führer, denen wir verdanken, daß es wieder einen Deutschen Kaiser, ein Deutsches Reich giebt. Auch wir, meine sehr geehrten Herren, wollen diesen Gefühlen der Dankbarkeit und Verehrung Ausdruck geben- wenn wir auch hoffen wollen, daß wir unser Heer nur bedürfen, um den Frieden zu bewahren, so können wir doch getrost in die Zukunft blicken, wenn wir Alle, die wir die große Vergangenheit mit erlebt, die wir heute unsere gute deutsche Gesinnung bethätigen, dahin streben, daß auch in der Heranwachsenden Jugend — unserer Zukunft — die Treue zu Kaiser und Reich, die Liebe zum Vaterlande lebendig bleibe. Ein Volk? Ein Herz? Ein Heer! Darum ziemt es sich, daß wir heute, wo wir die Wiedergründung des Deutschen Reiches feiern, auch Derjenigen von feinen Mitbegründern gedenken, welche den hervorragendsten Antheil, die größten Verdienste daran haben: unfer Volk in Waffen, das deutsche Heer! Wir huldigen ihm mit dem Rufe eines Soldaten, wenn er Alles einfetzt, um den Sieg zu erringen, mit einem Hurrah! aus dankerfülltem Herzen. In diesem Sinne fordere ich Sie auf, sich mit mir zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: „Unserem deutschen Heere ein dreimaliges kräftiges Hurrah, Hurrah, Hurrah!" Herr Stadtverordneter Dr. Gutfleisch hielt, nachdem die „Wacht am Rhein" gesungen, folgende Ansprache: Nachdem wir der Männer gedacht haben, aus deren Reihen der blutige Kitt für daS Gebäude der deutschen Einheit geliefert wurde, ziemt eS sich, der nicht minder verdienstreichen Männer zu gedenken, welche den Boden für dieses Gebäude bereiteten- ich meine die Politiker und Staatsmänner, ohne deren Thätigkeit der Erfolg aller militärischen Kämpfe versagen mußte. Schon einmal haben unsere Heeressäulen im ersten Viertel diese! Jahrhunderts siegreich Frankreich durchzogen, und doch, was war das nationale Ergebniß? Damals war kaum vergangen die Zeit, in welcher das Deutsche Reich in zahllose, von einander unabhängige Territorien zerfiel, ich erinnere an die mehr als 1600 retchsritterichaftlichen Territorien, an die zahlreichen anderen kleinen Staatsgebilde bis herab zu den Reichsstädten und sogar Reichsdörfern. Zar Zeit der Napoleonischen Kriege bot das deutsche Gebiet den Eindruck eine! ungeheuren staatlichen Trümmerfeldes. Diesen Ruinenboden zu ebnen, die neuen vielfach äußerst künstlichen SraatSgebilbe mit politischem Leben, die Nation mit lebendiger StaatSgefinnung zu erfüllen, war nun die Aufgabe vieler Jahrzehnte. Hier setzte ein die staatsbildende Kraft hervorragender caatSmänuer- ich erinnere auf militärischem Gebiete an Scharnhorst und Gneiseuaa, auf politischem Gebiete an Stein und Hardenberg. ES haben aber auch in kleinerem Rahmen Hunderte von wack en Patrioten ihre ganze Persönlichkeit eingesetzt, um daS Bo U» und Staatsleben in die Wege zu leiten, die zur deu'ichen Einheit führten. Wir müssen eS heute mit herzlichem Danke bestätigen, die Männer, die vor und nach 1848 ihr Leden und ihre Frechei. einsetzten für den Dienst der Freiheit und Einheit des Vaterlandes, fie haben trotz mangelnder äußerer Erfolge doch nicht ohne tieft! Ergebniß gewirkt. Sie haben gepflegt und gelehrt die Liede zum Daterlande- fie Haden in trüber Zelt unter den elendsten politischen Verhältnissen da! Feuer patriotischer Begeisterung wenigsten! glimmerd erhalten, so daß eS dann zur entscheidenden Zeit zur Hellen Flamme emporlodern konnte. Mit Wehmuth gedeckt man '»r Freude, die eS so Bielen dieser Männer, die im Kerker >nd in der Verbannung endeten, bereitet Haden würde, hätten fie den Tag erlebt, dessen Gedächtniß wir heute feiern. Ihnen Allen ist aber nicht gelungen, was vor 25 Jahren mit Hilfe unseres tapferen Heeres der große Staatsmann vollbrachte, dessen wir heute in vorderster Reihe zu gedenken haben der erste Rangier deS deutschen Reichel, Fürst Bismarck. Er führte daS deutsche B^lk von der Politik des Bekenntnisses zur Politik der That- er vollbrachte, waS die Anderen jahrezehntelaug erhofft und erstrebt hatten- er war der rechte Mann zur rechten Zeit, bet mit eiserner Kraft die schweren äußeren und inneren Hindernisse der deutschen Einigung siegreich überwand. Wir erinnern unS gerne noch der srohen Zuversicht, mit der wir im großen Kriege dem Wirken unseres ersten Staatsmannes entgegeofahen. Durften mir diesmal doch sicher sein, daß nicht minder, wie im Jahre 1815 die verdammten Federfuchser und Diplomatiker, wie Blücher fie zu nennen pflegte, daS deutsche Volk nm den Lohn seiner blutigen Arbeit bringen würden. Den Dank hierfür bringen wir heute freudigen HrrzenS dar, ohne Unterschied der Partei. Am heutigen Tage giebt e! feine Parteien - uni Alle eint dal Vaterland 1 Und nun fordere ich Sie auf zu lautem DonkeSruf für die Männer, die so Große! vollbracht. Man preist eS, wenn geniale Männer mit den Hilfsmitteln moderner Technik Meere verbinden, daS Hochgebirge mit BerkrhrSwegen durchbrechen, um Völker und Länder enger zu vereinigen. Aber was will solche Arbeit bedeuten gegenüber der Riesenarbeit, die zahllosen Bäche und Rinnsale, in die daS politische Leben Deutschlands früher fich zertheilt und in denen eS vielfach versickerte, zu vereinigen zu dem mächtigen Strome einheitlichen deutschen Volks- und StaatSlebenS. Den Männern, die uns dieses große Einheitswerk geschaffen Haden, Allen voran dem ersten Kanzler deS Deutschen Reichs, Fürsten Bismarck, ein mächtiges dreifache! Hoch! Stürmischer, langanhaltender Beifall folgte dieserAnsprache. Herr Oberstlieutenant von Wartenberg: In Erwiderung auf da! dem deutschen Heere dargebrachte Hoch drücke er al! ältester hier anwesender Vertreter der Armee seinen Dank au! für die der Armee gezollte Anerkennung und den begeisterten Widerhall, den diese Anerkennung in der Versammlung gefunden. Die Armee sei eng mit der Nation verbunden, sowohl in ihren Fürsten wie in ihrer Geschichte- wir hätten ein volkSthürnliche! Heerwesen, die alle umfassende Einigkeit spiegle fich im Heere wieder- ruhmvolle Feldzüge hätten bewiesen, wessen das Volk in Waffen fähig war- auch im Frieden ständen fich Bürgerschaft und Heer nicht mehr gegenüber wie früher, fie wirkten nebeneinander und für einander nach innen und außen, alle umschlinge da! Band der Zusammengehörigkeit und diese! Band sichere auch daS beste Einvernehmen zwischen Garnison und der hiesigen Bevölkerung, eS werde befestigt besonder- auch durch das Entgegenkommen der städtischen Behörden; er bitte die Kameraden, mit ihm einzustimmen in ein Hoch auf die Bürgerschaft der Garnisonftadt Gießen. Herr Landtaglabgeordneter Metz führte aul: Nachdem man, eine schöne Pflicht erfüllend, aller Derjenigen gedacht habe, welche an den Erfolgen de! Jahre! 1870/71 activ beteiligt waren sowie namentlich auch derer, die in hervorragender Weise berufen seien, die erzielten Erruogenschaftea zu erhalten und zu fördern, zieme e! fich, wohl auch der Frauen zu gedenken, deren Theilnahme am Nachmittag den Festact verherrlicht habe, die man aber am Abend mit Rücksicht auf die beschränkten Raumverhältniffe leider entbehren müffe. Redner gedachte in warmen Worten der Gattinnen und Mütter, deren heiße Segenswünsche den Gatten, den Sohu in den blutigen Kamps begleiteten, der Bräute und Schwestern, die unter Thränen lächelnd den Bräutigam und Bruder hinziehen ließen zur Erfüllung der höchsten Pflichten gegen da! Vaterland. Er gedachte der heldenmüthigen Frauen und Jungfrauen, welche dem Heere zur Pflege der Kranken und Verwundeten folgten, sowie derjenigen, welche in gleicher Weise in den heimischen Spitälern thätig waren und endlich derer, wilche den durchziehenden Truppen und den Transporten verwundeter Sieger Labung und Erquickung darbrachten. Er gedachte der in Schönheu und Jugend prangenden Jungfrauen, welche den heimkehrenden Siegern leuchtenden Auge! entgegenzogen und sie mit Lorbeer schmückten. Er gedachte endlich der Gattinnen, Mütter, Bräute und Schwestern, welchen daS schmerzliche Loo! beschieden war, den Verlust del Gatten, BaterS, Bräutigam! ober Bruder! zu beklagen. Redner führte dann weiter aul, daß es nicht nur heilige Pflicht sei, der Thätigkeit der Frauen im Kriege zu gedenken, daß vielmehr da! Leben und Wirken der Frauen feine wesentlichste Bedeutung in den Zeiten de! Frieden! habe und hier der Einfluß deS zarten Geschlechte! überall verschönend und veredelnd wirke und daß, betrachte man der deuischen Jungfrau liebliche Erscheinung und deren mildernden Einfluß auf die Sitten und dal ganze Auftreten der männlichen Jugend, betrachte man der edlen Gattin oder der sorgsamen Mutter häusliche! Wirken, ihre Bemühungen einzupflanze» Z’ou* Äh r Ö':E °°s tvklck ,D "® b» «6«. 1 M bW.jitn gy?Ä •r 1 J 8tbt” '^reihrit unb aafeenr ’ I1 rtott f; habkn ; Wt* Oku M Nh ’ «kdrch man btt im Kerker h°ben würde, 1 heute feiern. 25 Jahr« B.1 ^itimann "he zu gtbtnbn W- Fürst Bk- Politik der Beachte, was die hatten n war : eiserner Kraft e der deutschen uu^ gerne nach stell Kriege dem sahen. Dursten ailldrr, wie im ib Diplomattktt, t Volk W den «. Den Dank mk dar, ohne ftubt er keine «DankeSrus str i Preist es, wenn oderner Technik Herwegen durch- ereinigen. Aber der Riesenarbeit, I poliiische Leben inen es vielfach Strome einhnt- Den Mannern, en haben, Alieu Reichs, Fürsten ediesttAusprache. iberg: In Er- argebrachte hoch ’tttt her Urmtt tt Ännkennung ia ei eng mit der in wie in ihrer z Heerwesen, die tt wieder * i Volk In Wchn Bürgerschaft und ? wirkten neben- außen - alle um- und dieses Band ■n Garnison und t besonders auch ein 4>od) "I111 rlt au»: * Jerjrt'« «tla* 1870/71 actt« , di- in h«°«' i°B -«» ' , Ab«d mit Rüa ' w <«•*’ en k> den b" brt «° LV'"° ikytf W^S ®°"° 7 Ä» ”b «t «”b® Lei» 7 "" SW« fjS »b »« »“*-w BltW «i» w p!« L«!»«' «ft«'1" Ml«»' in bk Töchter häu'ftchen Sinn und anmuthiges Wesen, in ben Söhnen aber zu ihrem Thetl zu fördern die idealen Gefühle für Wahrbrit, Recht und Vaterland, überall finde die Wahrheit des DtchtertvorteS: „Ehret die Frauen, sie flechten und weben Himmlische Rosen inS irdische Leben, Flechten der Liebe beglückendes Band, Und in der Grazie züchtigen Schleier Nähren sie wachsam das ewige Feuer Schöner Gefühle mit heiliger Hand." Sein Hoch, in welche- die Versammlung begeistert ein- stimmte, galt den deutschen Frauen und Jungfrauen. Herr LandgerichtSrath Dr. Schäfer sprach vor Schluß des officiellen Theils die Bitte aus, nicht auseinander zu gehen, ohne allen am Zustandekommen betheiligten Männern, vor Allem unserem Herrn Oberbürgermeister, und den Vereinen den ihnen gebührenden Dank auszusprechen. Er sei überzeugt, daß Alle, die hierher kamen, nicht nur der ein- fachen Thatsache der Gründung des Reichs, so großartig fie auch sei, gedenken wollten, daß vielmehr alle durch die Erinnerung an jene Zeit die geistigen Kräfte, welche das große Werk ermöglicht, auf unser öffentliches Leben wollten etnwirken lassen. Es sei bereits des Pflichtgefühls, welches vor 26 Jahren unser ganzes Heer bis zum letzten Soldaten beseelte, gedacht worden; er wolle nun eine andere Saite unserer Volkskraft berühren, die jene Zeit groß gemacht, dies fei der Gemetnfinn. Mit elementarer Gewalt fei damals das Gefühl über unser ganzes Volk gekommen, welches sich mit den Worten bezeichnen lasse: Wir wollen fein ein einig Volk von Brüdern. Dieser Gcmeinfinn überwand mit Leichtigkeit alle Schwierigkeiten bei Gründung des Reichs, das ganze Volk war der Ueberzeuguug, daß das neue Vaterland ein Vaterhaus für alle gleichberechtigten Kinder des Volkes sein müsse, und daß eine gedeihliche Lösung aller Fragen des staatlichen und sozialen Lebens nur möglich sei durch Bekämpfung aller Sonderinteressm, durch liebevolles Eingehen auf den Jdeenkceis und die berechtigten Interessen aller Schichten der Bevölkerung. An der diese Gesinnung erzeugenden Zeit wollen wir uns erfreuen und wünschen, daß sie nicht umsonst gewesen. Die Männer und Vereine, welche die heutige Feier verschönt, haben dies gethan, um den Zusammenhalt aller Kreise unserer Stadt zu fördern, indem sie die Elinnerung an die große Zeit in uns wachriefen. Er sei Überzeugt, daß daS harmonische Zusammenwirken der Sängervereine unter der trefflichen Leitung des Herrn Bauer auf Alle einwirken und daß Alle daS Empfinden mit nach Hause nehmen, daß wir uns in dem gemeinsamen Gedenken an die große Zeit als Bürger unserer Zeit zusammengefunden. Er sei überzegt, daß Diejenigen, denen dieser Toast gelte, ihre Thärigkeit in diesem Sinne aufgefaßt haben und daß sie auch ferner für Erhaltung und Förderung deS echten Bürgers finns bemüht sein wollen. Er bitte, in dieser Empfindung ein Hoch auSzubrtngen allen Denjenigen, die für das Gelingen der heutigen Feier bemüht waren. Herr Oberbürgermeister Gnanth dankte am Schluffe deS officiellen Theils für sich, die Festredner und Mitwirkenden sür die ihnen gezollte Anerkennung- er sei stolz auf dieses Zusammenwirken und baue schöne Hoffnungen darauf für die Zukunft- er hoffe, wenn wieder ein Vierteljahrhundertvorüber, daß mit derselben Einmüthigkeit der Tag gefeiert werde. Er bitte die Versammelten, nach Schluß deS officiellen Theils noch nicht auseinander zu gehen, sondern noch hübsch in Fröhlichkeit beisammen zu bleiben. Dieser Einladung wurde natürlich Folge g-leistet, und so spann sich die FidelitaS fort bis zu später Stunde. Wie uns mitgetheilt wird, sollen noch verschiedene schwungvolle Ansprachen gehalten worden sein; wir müssen indeß deS beschränkten Raumes wegen von einer Wiedergabe dieser nicht minder jubelnd aufgenommenen Reden absehen. Zum Schluß können wir nicht umhin, rühmend dessen zu gedenken, waS das Ohr ergötzte. Wer die Leistungen unserer RegimentSmufik unter der umsichtigen Leitung ihres Musikmeisters Krauße kennt, wird die Ueberzeugung haben, daß gestern besonders Vorzügliches geboten wurde. Der deutsche SiegeSmarsch von 1870, die Festouverture von Leutner, daS Finale aus Lohengrin, der Händel'sche Festchor aus dem Oratorium Messias, der Strauß'sche Walzer: „Ich bin dir gut" und das Schlachten-Potpourri von Schreiner bildeten eine Reihe vorzüglicher musikalischer Genüsse. — Unseren Sängern aber, die sich zur gemeinsamen Mitwirkung an der hehren Feier zusammengefunden, sei zu dem ihnen bereits während der Feier gespendeten reichen Beifall auch an dieser Stelle die gebührende Anerkennung gezollt. Was fie zum wohlgelungenen Vortrag brachten, stellt eine große Summe von selbstloser Aufopferung, Mühe und Arbeit dar- der Ausdruck der Begeisterung, den fie durch ihre Männerchöre, durch Einzelvorträge (der Herren Hch. Schirmer, Tenor, und Th. Haubach, Bariton) und durch in später Stunde gespendete Liederzugaben hervorriefen, möge fie allezeit bereit finden lassen zur Mitwirkung bei kommenden vaterstädtischen Festen. Cocakf tmb prwhQitttcs, Gießen, 20. Januar 1896. Edict, Straferlaß zu« 18. Januar 1896 betreffend). Ernst Ludwig, von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. Wir haben Uns bewogen gefunden, die 25jährige Wiederkehr des Tages, an welchem das Deutsche Reich neu begründet wurde, durch einen besonderen Act der Gnade zu bezeichnen, und verfügen deßhalb, wie folgt: Einziger Artikel. Allen denjenigen Personen, gegen welche bis zum heutigen Tage durch Urtheil oder Strafbefehl eines Gerichts wegen Uebertretungen auf Haft oder Geldstrafen, ober wegen Vergehen auf Freiheitsstrafen von nicht mehr als sechs Wochen ober auf Gelbstrafen von nicht mehr als 150 Mk. rechtskräftig erkannt worben ist, Werben biese Strafen, soweit fie noch nicht vollstreckt finb, in Gnaden erlassen. Haftstrafen bleiben von dieser Gnadenerweisung ausgeschlossen, sofern zugleich auf Ueberweisung an die Landes- Polizeibehörde erkannt ist. Ist in einer Entscheidung die Derurtheilung wegen mehrerer strafbaren Handlungen ausgesprochen, so greift diese Gnadenerweisung nur Platz, sofern die Strafe inSgesammt daS oben bezeichnete Maß nicht übersteigt. Unser Ministerium deS Innern und der Justiz ist mit der Ausführung dieses EdictS beauftragt. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Grobherzoglichen Siegels. Darmstadt, ben 18. Januar 1896. L. 8.) unterz.: Ernst Öubwig. contras. Finger. •• Von bet Universität. Bei bem vorgestrigen Fest- CommerS berStubeutenschaft würben fotgenbe Telegramme abgesanbt: L;> 1) An Seine Majestät ben Kaiser: „Die Universität Gießen, Lehrer unb Stubirenbe, zur Festesfeier versammelt, hulbigen am heutigen großen Ehrentage Eurer Majestät, dem starken Hort der deutschen Einheit, in tiefster Ehrfurcht und unwandelbarer Treue." 2) An Seine Königliche Hoheit den Großherzog : „Die Univerfität Gießen, Lehrer und Studireude, zur vaterländischen Festesfeier versammelt, entbieten Eurer Königlichen Hoheit, ihrem erlauchten Rector magni- ficentissimuB, ehrfurchtsvollen Gruß und die Versicherung unwandelbarer Treue." 3) An den Fürsten Bismarck: „Die Universität zu Gießen, Lehrer und Stubirenbe, zur festlichen Feier ber Errichtung beS Deutschen Reiches versammelt, entbietet Ew. Durchlaucht, ihrem hohen Ehren- boctor, ehrfurchtsvollen Gruß und die Verficherung unauslöschlichen Dankes und unwandelbarer deutscher Treue." Darauf find folgende Antworten eingelaufen: 1) Von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog: „Hocherfreut durch die dargebrachten Gefühle unwandelbarer Treue bitte meinen herzlichen Dank auszusprechen. Lassen Sie uns allezeit fest zusammenstehen zu Kaiser und Reich. Ernst Ludwig." 2) Vom Fürsten Bis mack: „Verbindlichsten Dank für freundliche Begrüßung zur gestrigen Jubelfeier. Bismarck." ♦♦ Bon ber Universität- Berichtigung. Der Bericht über bte Umoersitälsfeier am 18. Januar enthält eine sehr erhebliche Lücke: Er vergißt zu erwähnen, baß bte Stubenten selbst in großer Anzahl erschienen waren. Statt „Vertreter ber CorpS unb Verbinbungen" würbe es richtiger heißen: ber Ausschuß ber Stubentenschast. Auch bte Damen ber Universität hatten sich zahlreich eingefunben. *♦ Festrede des Henn Geh. Kirchenrath Prof. Dr. Köstlin. ES ist Hoffnung vorhanben, Henn Prof. Köstlin zur Veröffentlichung seiner beim gestrigen Festet gehaltene» Red zu veranlassen. Es wäre bieS befand» mit Rücksicht an Diejenigen zu wünschen, bic bteser Feier nich» beiwohnen konnten. ** Sitzung der Großh. Handelskammer vom 17. Januar L I Anwesend die Herren Ko ch, Scheel, Gail, Heichelheim, H o'm berge r, Katz, Klingspor, Kraatz und Wortmann. — Nachdem ber Herr Borfitzenbe bem Wunsche für eine ersprießliche Wirksamkeit ber Kammer im begonnenen Jahre AuSbruck gegeben, tritt bie Kammer in bte Tagesordnung ein. — Zur Vorbereitung des Berichts an Großh. Mink- fterium ber Finanzen über baS Projekt einer schmalspurigen Neb.eub ahn von Gießen über Heuchelheim nach Bieber wird eine Commission, bestehenb aus ben Herren Scheel, Gail und Katz, eingesetzt. — Eine amtliche Mit- theilnug beS Großh. Ministeriums beS Innern und ber Justiz über bie Ausstellung, tnSdesonbere Beglaubigung von Ur* spmngSz-ugntssen für bie Waareneinfühmng U5 ch Frank ich, liegt zur Kenntnißnahme ber Interessenten währe .o ber Bureauftunben offen. — Ein Exemplar beS über 2500 Seiten in Groß-Quart umfassenden, reich illuftrirten Berichts des RetchS-Co mmtssärS über bie Chicagoer Weltausstellung ist ber Kammer zugegangen unb kann etngefehen werben. V/* Manuergesa''tzv—in. Die 25jährige Wiederkehr beS Tages ber Neubegrünvung beS beutfchen Kaifer- thums feierte ber Gießener Männergefaugverein am vorigen Samstag im Saale deS CafL Ebel bnrch einen festlichen CommerS mit Damen, zu dem sich nicht nur die meisten BereinSmitglieder mit ihren Familien, sondern auch eine stattliche Reihe geladener Gäste eingefunben hatten, und ber einen in jeber Beziehung bsfrleblgenben Verlauf nahm. Mit verschiedenen wohlgelungeneu Männerchören, von denen namentlich „Dir möcht ich diese Lieber weihen" unb „Sang an Aegir" erwähnt sein mögen, wechselten Ansprachen, welche auSklangen in Hochrufe auf baS gesammte beutsche Valer- lattb, auf Seine Majestät ben Kaiser, auf Seine König! che Hoheit ben Großherzog unb auf Seine Durchlaucht den Fürsten Bismarck, in welche bte Anwesenden begeifte1-* ein» stimmten, unb Solovorträge für Pianoforte unb Violi e in bunter Reihenfolge ab unb trugen wesentlich zur Verschönerung bes Abenbs bei. Bis nach Mitternacht bereinigte eine fröhliche Feststimmung bie Teilnehmer, benen biese Feier noch lange ein Gegenstand» angenehmer Erinnerung sein wird. ** Der Bergmännische Verein Gießen hält am 25. b. M. in seinem Vereinslocal eine Sitzung ab, in welcher Dr. Elb einen Vortrag über die X-Strahlen des Prof. Röntgen halten Wirb. ** Der große Walfisch, welcher in ber „Restauration Busch" am Seltersweg ausgestellt ist, wirb nach einer biß zum Frühjahr bauernden Rundreise wieder nach Darmstadt gebracht unb bort skelettirt. Das gewaltige Skelett ist nämlich vom Darmstädter Museum angekauft worben. Wir empfehlen ben Bewohnern Gießens bie Besichtigung bes Meerungeheuers. ** Verbrannte Fahnen. Bei ber Illumination am SamStag Abend gerieten an verschiedenen Stellen ber Stabt trotz der Winbstille mehrere ausgesteckte Fahnen in Brand. ** Zimmerbraud. Jrn Hotel Kaiserhos entstand gestern Morgen ein Ztrnmerbranb. Ein Bett war auf bis jetzt unaufgeklärte Weise in Brand» gerathen- sonstiges Mobiliar wurde nicht beschädigt. Wegen Raummangel mußten mehrere Localnotizen und Berichte aus ber Provinz für bie nächste Nummer zurück- gestellt werden. Wir bitten bie verehrten Einsender deshalb um Nachsicht. Briefkasten. K. Hier. Wir quittiren hiermit über den Empfang Ihrer Notiz über die Schlägerei in ber Samstag - Nacht, können sie inbeß in dieser Fassung nicht veröffentlichen. Schön ist daS Vorkommniß angesichts einer solchen Feier allerdings nicht._______________Red. Mrchliche Anzeigen der evang.Gemeinde. Montag, den 20. Januar, Abends 8 Uhr. Blbetstuude im Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Brief an die Cortnther, Capitel 7 und 8. Pfarrer Dtngeldey __________________ Auc.Luhh&c? Bekanntmachung. Wir machen darauf aufmerkfam, daß die öffentlichen Uhren am Rathhaus, am Thurm der Stadtkirche und an dem der katholischen Kirche, sowie die Uhr an der Stadtknabenschule, wegen Reinigung und Instandsetzung in der Zeit vom 21. bis 31. d. Ms. nach einander vorüber- gehend außer Betrieb gesetzt werden und zwar voraussichtlich: 1. Die Uhr am Rathhause am 21. und 22., 2. „ „ am Stadtkirchthurm vom 23. bis 25., 3. „ „ an der katholischen Kirche am 28. und 29., 4. „ „ an der Stadtknabenschule am 30 und 31. d. Mts. Gießen, den 20. Januar 1896. Das Stadtbauamt: Schmandt. 705 <99 Port», Gerichtsvollzieher nicht labenrein, pr. Pfd. 52 W Dienstag den 21. Januar L J., Nachmittags 3 Uhr. versteigere ich im „«ölet4 (Martt- ptafc 20) öffentlich gegen Baarzahlung: 3 Hobelbänke, 1 Sptegrlfchrank, einen Schreibtisch, 1 Sopha, 2 Sessel, mehrere Spiegel unb Oelgemalde, sowie sonst Verschiedenes. SM. Schlachthaus. Freibank. [706 Heute und morgen: Ochsenfleisch --—----------------------------------- TV* *T \ V * Heute Schellfische! Schweinefleisch 370 I. M. Schulhof. I nicht ladenrein, pr. Pfd. 48 Psg. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, 27. Januar 1896, Vormittags 9J/2 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Dlstrict Charlottenwald, versteigert werden: 81 Eichenstämme mit 25,28 Festm. 3 Fichtenstämme „ 1,63 „ 11 Eichenstangen „ 1,48 „ (für Wagner geeignet) 9 Fichtenstangen mit 0,79 Festm. 224 Rmtr. Buchen-Scheitholz 22 „ Eichen-Scheitholz 16 „ Erlen-Scheitholz 142 „ Buchen-Knüppelholz 21 „ Eichen-Knüppelholz 1 „ Erlen-Knüppelholz 2 „ Nadel-Knüppelholz 95 „ Buchen-Stockholz 11 „ ErleN-Stockholz 4440 Wellen Buchen-Reisig 270 „ Eichen-Reisig 100 „ Nadel Reisig. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 8. Schneise. Gießen, 20. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 703 Neu! Neu! Lauterbacher „10 Ffg.“ - Käse sowie Lauterbacher Frühstückskäse frisch eingetroffen bei Ph. Herrmann, 689 Seltersweg 33. Schweineschmalz (garantirt rein) per Pfund 65 Pfg. und Cocosnußbutter empfiehlt Ph. Herrmann, 688 »ttttteme 83. I Ankauf alter IMer mid Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die J. Ricker’sche Buchhandlung Gleeeen. Wasserdichte Stiefelschmiere, einmal nach Vorschrift aufgetragen, macht daS Schuhwerk auf lange Zett wasserdicht. In Dosen L 50 H zu haben in ber Adler-Drogerie, Selters weg 39. 596 Otto Schaaf. r (nächtigen und ■ ♦ thätlgen Personen wird eine Vertretung angeboten, womit noch viel Geld zu verdienen ist. + Offerten unter: „Geld-V er dien« t‘ ‘ an die Ann.- Exp. von G. Ia. Daube A C®., Frankfurt a. H. 679 Um stille Theilnahme Die Kirchberg, den 20. Januar 1896. 683 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Januar, Nachmittags 3 Uhr, statt. bitten trauernden Hinterbliebenen heute früh P/2 Uhr nach kurzem, aber schweren Leiden im 79. Lebensjahre zu sich abzurufen. Statt jeder besonderen Anzeige theilen wir Verwandten, Freunden und Bekannten mit, dass es Gott gefallen hat, unseren lieben Gatten, Vater, Grossvater, Urgrossvater und Schwiegervater Ludwig Geissler I Gastwirth „Zum Adler“ in Kirchberg Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mittheilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigst geliebten Gatten, Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heinrich Fendt heute Mittag P/4 Uhr nach langem, schweren Leiden im 57. Lebensjahr in ein besseres Jenseits abzurufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Hangen, den 19. Januar 1896. 684 Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. d. M, Nachmittags 3 Uhr, statt. Rüdesheimer COGNAC der Export-Cie. für Deutschen Cognac Büdesheim i. Rheingau Anerkannt feinste ärztlich empfohlen Literflasche Mk. 2.—, Mk. 5.— Verkaufsstelle in Giessen : Chr Bieker, Philipp Herrmann, Robert Hecker, Fritz Lony Nachf., Ludw. 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Wo? sagt die Expedition dieses Blattes. 698] Eine flltxrtt« Uh« nebst Kette ist Freitag verlor«« gegangen. ES wird gebeten, dieselbe gegen Belohnung abzugeben. Wo? sogt die Exped. d- Bl. 694] Bei der vom Zitherelub Gießen veranstalteten B«rloosu«g haben folgende Nummern gewonnen: 43, 72, 89, 104, 117, 180, 266, 287, 343, 351, 415, 444, 495, 496, 519, 532, 639, 562, 610, 611, 612, 623, 674, 707, 711, 728, 74«, 783, 805, 943, 962, 968. Die Gewinne find bei Herrn Eo«rad, MäuSburg, entgegen zu nehmen._______ ■— ThQrlngrlechee . Technikum Jlmenau h Höhere u. mittlere Fachschule für: Elektro- und Maechlnen-Ingenleure ; Elektro- u. MMchinen-Technlkcr und -Werkmeister.« Direktor Jentzen. MW ■ Staats ko m mTssarTH 677] Ein MLdch««, welches stch in und außer dem Haufe beschäftigt, findet freundliche Aufnahme bei Frau Wittw« Ra«, Grünbergerstr. 4. 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Siebartian: L. kcheyba. — Druck und Verlag der vrilhl'schen UniversitärS-Buch. und Eteindmckerei (Pietsch & Ccheyda) in Gießen. Die heutige Kummer umfaßt 6 Seiten. Cutttf 1771.| Course oom 17./1 1 l./l. 1 tfourft vom | 17./1. Ill./l. JJ t vom 11-/1. .5 «ourse oom 17./1.|1 l./l. «oaru vorn 17./1. 1 l./l. ■ ■ ooaric vom 17./1. : 1 l./l. 1 4 »•/. 3 4 ®7» 8 4 4 81/, •7» 8'/, 4 87, 6 4 b 8 4 <7s 8 4V, 8 Alanispapiere. Deutsch« D. Reichs-Anl. do....... do...... Preuß. Consoldo....... do....... Bad. St.-Obl. v. 1886 . . . Bapr. St.-Obl. do. Gisb.-Obl. Brem.St.-Anl. v. 1892 . . . Hamb.St.Rte. v. 1893 . . . Hess. St.-Obl. do....... «uii&ublfd)«. Grtech.E. B. v 1890 .... do. Men -Anl. Jtal. Rte. St 1000—4000 do....... Oest.Gold Rte. Oest.SUb.-Rte. Oesterr.Localb. verstaatl. Port. St. Anl. do....... 105.95 104.75 99.35 105.85 104.80 99.35 105 50 105.65 104.45 102.40 102.70 105.90 103.95 31.40 85.10 50.20 102.95 85.25 84.50 40.80 26.— 105.70 104.70 99.3b 105.55 104.70 99.55 105.25 106.35 104.40 102.80 103.- 105.50 103.95 31.20 83 81 49.71 103.4 85.70 81.30 40.20 25.60 5 4 3 37, 5 5 4 5 1 1 4 4 47. 5 47, 57« 4 6 5 8 37, 37, 37. 37, 4 37, 4 37, Rum. am. Rte. Ruff.Obl. v.80 Schweb. Obl. . do....... Serb.Gld.-Rte. do. Tab.-Rte. Spanische Rte. Türk.Zoll-Obl. bo.cotro.Lit.C. do. Lit. D. Ung. Gld.-Rte. dc.Krcn.-Rte. do.E.B.Gold v.1889. . . Arg. inn. Anl. do. auß.v.1888 ChinesischeAnl. Egyptischeunif. Mexic. v. 1890 do. Eisenb. . do. Silber. . Franff. v. 1893 Darmst. 88 94 Gießen . . . . Mainz..... Offenb. 0.1892 DieSb. „ 1887 Worms . . . . WonnS .... 99.65 102.05 96.70 101.40 59.80 96.45 22.10 21.— 103.20 98.75 105.25 57.20 47.50 105.— 103.50 90.05 82.85 25.45 |102.10 101.50 101.40 101.50 104.- 102.50 105.50 100.50 101.10 96.50 101.10 61 — 96.40 103.1t 99.10 105.— 57.- 47.- 104.- 103.70 89.90 82.- 25.20 101.80 101.20 101.50 104— 102.50 ' 05.51 101.10 4 4 4V, 37, 37, 37, 37, 4 4 4 37, 4V, 4 4 4 1 | 5 4 3 3 3 3 Lissabon. . . . Rom II—VIII Buenos - Aires v. 1888 . . . Ltudeshrl.Asl. do.S.-Brauns. do. Solms-Lich do.Jsnb.-Birst. Grsi. S.-Laub. Eiseuk.-ßrisrit. Deatsch«. Heff. Ludw. v. 1868/69 . . bo.0.1874 . . do. v. 1875/78 do....... Homburger!. . Pfül^r Rordb. «■SlSeStfdX. Elisab.-B. stfr. Kaschau-Oderb. v. 1891 . . . Lombardische . Lombardische . Oest. Staatsb. do....... do.l.-VIH.Em. do. IX. Em. . do. e. 1885 . . do. Erg. Retz . 70.40 84.60 76.— 99.40 101.— 93.— 101.— 101.90 101.45 101.50 104.— 103.05 101.60 72.10 116.20 104.10 94.15 90.80 90.35 92.— 70.20 85.11 76.— 100.70 93.10 100.70 101.75 101.95 101.60 101.50 104.- 103.05 101.55 72- 116.- 103.95 93 30 90.70 89.85 91.20 4 3 4 3 3 4 5 4 4 5 47, 47, 3 4 4 37, 1 87, 4 4 37, ♦7, 1 4 37, 4 1 37, Prag-Duxl891 Raab-Oed.v.91 Rudolfb. Gold Jtal. gar.E.B. Lworneser. . . Sicil. v. 1891 ToScanische. . Ruff. Südwest Rjäsan: Urals! Anatolische B. Portug. v. 86 . do. v. 1889 . . Salon.'Mon. . Ifsillrritfr. D. Grndschuld- bank V—VI do. I—II do....... Fkf.Hyp-Bk.M do....... do. Hyp.-Cred. do. 1905 uni. 6 27 ... S 28 ... Ldw.Cred-Bk. Hamburg. Hyp. do. unk. b. 1900 do....... Mein. H^p. alte do. neue do...... 80.10 103.85 62.50 54.85 84.25 8'.25 101.70 101.30 90.80 34.40 56.05 104.90 101.20 101.40 103.80 101.— 101.30 105.20 101.— 103.05 100.60 103.50 101.50 100.25 104.30 101.30 100.75 80.30 103.41 52.40 54.85 83.30 89.80 101.40 100.50 89.50 65.20 36 75 57.- 104.00 101.20 101.40 103.80 101.- 101.40 105.21 101.- 103.05 100.65 103 51 100- 100.25 104.51 101.30 l 4 37, 4 5 4 Pr.H.-Act. alte Pr.H.'Aci.neue do....... Goth.unk. 1903 ßiierse Hbl. Buderus E.W. Eisenb. Rtenbk. pank-^rtifi. DtscheReichSbk. Frankftr. Bank Berl.HdlSges.. Darmst. Bank. Deutsche Bank Disct.- Eomm. Dresdner Bank Mitteld. Cr.Bk. Oest.Erd. Anst. Rordd. Lloyd . HdchsterFarbw. Bochumer Guß Dortm. Union. Gelsenk. Brgw. Harpen. Brgw. Der. Königs- u. Laura . . . fiffxi.'Irtin Heff.Ludwigsb Clac. Agram . Oest. Staatsb »( * * SA.xk 101.60 105.10 101.— 104.30 102.10 102.50 160.80 173.90 148.30 155.— 186.20 206.10 156.40 109.20 301.75 103.25 417.50 148.60 44.90 172.— 167 80 145.50 123.90 223.75 800.76 101.60 105.10 101.50 104.30 102.- 102.50 160.— 173.40 148- 154.4« 184 50 205.10 154.90 108.90 300.50 102.- 419.- 148.30 42.30 172.50 168.3- 143.80 121.20 228 50 303.- 4 5 37, i 5 27, 3 do.Südb.(Lb). Oest. Rdw. U.1 Gotthardbahn. Schwz. Central Schwz. Nordost Jtl. Mittelmeer Pr. Henri sLxb.) BmissL §ßsse in thercnteL Bad. Th. 100 Bayer. Th. 100 Donau-Reg. . Cöln-Minden. Th. 100 Madrid .... Mem. Th. 100 Oefterr v 1860 Lldenb. Th. 40 Raab-Gra,100 Türk. frs. 400 liiqiieL fsafr Ptr Ctfid in Mk. Anäbacher st. 7 Augüburg. „ 7 Brschw.Thlr20 Finnland., 10 Frerburg. fS.15 MaUänder, 10 Meininger fl. 7 Bappenh. , 7 Venediger L. 30 85.75 231.'/, 167.40 129.80 124.40 87 60 144.2» 155.75 116.8 138.3 s 137.90 127.60 130.50 94.40 34.5» 45.20 25.95 107.40 58.— 27.95 13.20 23.50 25.90 86.2» 167 10 129 30 124 — - 143 80 155.45 117 50 137 80 40 35 127 30 131 90 81 50 33.35 45 — 25 95 107.20 58.10 28.— 13.20 23.65 25.50 24 —