Rv. 273 Erstes Blatt. Donnerstag den 19 November 1896 Txr GM**tr Anzeiger «scheint täglich, Mit AuLnahme d«S MsntagS. Die Gießener Aamikien Ställer »erden -em Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeiger Kenerak-Anzeiger. Vierteljähriger AVonnementspreisr 2 Dkork 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pf,. Redaction, Expeditio« mb Druckerei: Schutftraße Ar.7. Fernsprecher 51. 21 mts* und Anzeigeblutt für den Uveis Gieszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. Hratisöeitage: Hießener Aamikienötätter. Alle Annoncen-Vureaux des In. und Auslande- nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Tbeil. Nr. 36 des Reichs.Gesetzblatts, ausgegeben den 14. d. M., enthält: (Nc. 2845.) Bekanntmachung, betreffend die Anzeige- Pflicht für die Gehirn-RückenmarkSentzündung der Pferde. Bom 12. November 1896. Gießen, den 16. November 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche. ZuDorheirn,Heldenbergen,Melbach,Nieder- Wöllstadt und Södel, Kreis Friedberg, ist die Maul- mud Klauenseuche ausgebrochen und dieserhalb Gehöftsperre »ersügt worden. Gießen, den 17. November 1896. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 16. November 1896. Betr.: Die Unterstützung von Familien der zu FriedenS- Uebungen einberufenen Mannschaften. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen •* die Grwßh. Bürgermeistereien des Kreisel. Wir beauftragen Sie, die Gemeinde-Einnehmer anzu- halten, soweit dies noch nicht geschehen ist, alsbald und spätesten» bi» zum 25. d. Mts. mit dem Kreiskafferechner ubzurechnen. Diese Abrechnung hat in der durch unsere Verfügung vom 4. Juli 1895 (Gießener Anzeiger Nr° 157, 3. Blatt) vorgeschrtebenen Weise zu geschehen, worauf Sie die Gemeinde-Einnehmer noch besonders aufmerksam machen wollen. v. Gagern. Gießen, am 15. November 1896. Betr.: Den Wiesengang. Dat Großherzogliche Kreisamt Gießen m die «rssth. »ürgermeistereie« des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 1. October d. I». — Gießener Anzeiger Nr. 234 — noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung mit Frist von drei Tagen erinnert. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: Ausbruch der Maul- und Klauenseuche. Zu Ober-Gleen, Kirtorf, Heidelbach und Reibertenrod, Kreis Alsfeld, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und über erstere Gemarkung Gemarkungs sperre, sowie über die verseuchten Gehöfte in letzteren Gemeinden Gehöftsperre verhängt worden. Gießen, den 17. November 1896. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern. Deutsche* Reichstag. 126. Plenarsitzung. Dienstag, den 17. November 1896. Auf der Tagesordnung stehen die beiden Interpellationen Munckel, betreffend das Duellwesen und b-treffend den Fall Brüsewitz (Tödtung des Technikers Siepmann in Karlsruhe). Am Bundesralhsttsche: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, Minister Schönstedt, o. Gotzler, Slaatssecreiär v. Bötticher. Reichskanzler Fürst Hohenlohe erklärt fich bereit, die Jnter- .pellationen zu beantworten. Abg. Munckel (frs. 93p.): Laut Erklärung des StaatssecretärS 1. Bötticher am 20. April war schon damals die Retchsregierung in srnfte Erwägungen über das Duellwesen eingetreten. Man sollte «einen, daß der Zeitraum von fünf Mona'en auögereicht hätte, um bene Erwägungen zum Abschluß zu bringen- Seit jener Zeit hat fich das Duellwesen noch verschlimmert. Es gibt nur eine Ehre und die kann kein St.ndeSvorrecht sein und auch nicht mit einem aött- kichen oder sittlichen Gesetz in Widerspruch gerathen oder das R-cht gewähren, zu eigenen Mitteln der Abwehr zu greifen. Es gibt Äelleicht Fälle, wo ein richterliches Uitheil zur Rächung beleidigter Hh« zu streng oder zu milde aussällt, so z. B. wenn einer feinem geistlichen Amtsbruder die Ehre abschneidet. Aber eine mangelhafte Rechtsprechung rechtfertigt nicht die Reparatur der Ehre durch das Duell. Auch kein größerer Muth gehört hierzu; vielmehr gehört sehr »st ein größerer moralischer Muth dazu, ein Duell zu verweigern. Letzteres erfordert bestenfalls nur physischen Muth. Und da ist es den Herrcn vielleicht interessant, daß der Statistik zufolge die Zahl der Duelle im Ganzen gefallen, aber die Beiheiltgung der Juden daran gestiegen ist. (Heiterkeit.) Man thetlt bereits die Leute in satisfactionSsähtge ein und sattsfactionsunfähige. Erstere gelten als -Stirne der Gesellschaft. Es liegt darin eine große Ueberhebung. Zu dieser (S eme gehören die Offiziere rr.svescndere, ich glaube einschließlich der D'cefeldwebel (Heiterkeit), und dazu kommen dann die Reserveoffiziere. Wie unser Mtlitäretat an der Spitze unserer Etats steht, so unser Mtlitärftand an der Spitze aller Stände. Konnte doch ein Minister froh sein, als er hinterher zum Lieutenant ernannt wurde. (Heiterkeit.) Das Duell steht man nicht als eine tnsamirende That an, sondern als eine glortfictrende. Unser früherer Krtegs- mtnister meinte zwar, die militärischen Ehrengerichte zwingen Niemanden zum Duell. Freilich — physisch zwingt man Niemanden, aber wer fich nicht duellirt, muß auf seinen Osfizierrang verzichten. Ist doch sogar ein Amtsrichter als Reserveoffizier mit schlichtem Abschied entlasten worden, weil er sich mit Jemandem nicht schlagen wollte, über den er in seiner Eigenschaft als Richter gegenüber dem Angeklagten ein angeblich beleidigendes Wort geäußert hätte. Als Richter wurde er nicht entlasten. Wer zum Reserveosfizier nicht mehr gut genug ist, — zum Richter ist er immer noch gut genug! (Beifall und Heiterkeit.) Redner streift dann das Begnadtgungswesen, jeder Duellant wtffe, daß er die volle gesetzliche Strafe ja doch nicht abzubüßen brauche. Seine Partei habe zugleich mit der Interpellation auch einen Antrag etngebracht, denn fie meine, wer sich im Amte gegen das Gesetz vergehe, indem er fich duelltre, der soll nicht mehr würdig sein, seines Amtes zu walten. Redner wendet fich dann zum Falle Brüsewitz. Hier wie beim Duell handle es fich um ein mißleitetes Ehrgefühl als Ursache. Bleibe denn die Armee noch das, was fie doch sein solle, eine Institution zur Sicherheit, zum Schutz unserer Bürger, wenn ein Ehrgefühl wie das Brüsewttz'sche um sich greife? Man bedenke die Motive des Mannes. Erst der Ausruf: „Wenn ich mich nicht räche, bin ich ein lobtet Mann!" Und dann hinterher der Ausruf: „Jetzt habe ich ihn gestreckt!" Ich kann mir nichts Ehrloseres denken, als einen solchen Todschlag an einem Wehrlosen. Wann so etwas passtrt, dann handelt eS fich um eine gemeine Gefahr. Und wenn ein solcher Mann des Königs Rock trägt, dann ist das eine Majestätsbeleidigung, die schlimmer ist als alle sonstigen. Ein solcher Mann ist zugleich der Beleidigte, der Richter und, wenn ich Herrn ». Brüsewitz recht verstehe, auch der Henker! (Rufe: Sehr richtig!) Welche Gesahr, wenn solche Ehrbegriffe weiter um sich greifen, und verbleiben, auch dann, wenn des Königs Rock ausgezogen ist. Einem wülhendm Offizier kann ich wenigstens noch ausweichen. Ich hoffe, der Herr Reichskanzler werde uns heute eine ähnliche beruhigende Antwort geben können, wie er dies gestern geihan. Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Ich kann die von meinem Herrn Vertreter, dem Staaissecretär v. Bötticher, am 22. April dieses Jahres in meinem Auftrage abgegebene Erklärung nur bestätigen. Ich halte es nach wie vor als selbstverständliche und un- abwetsltche Forderung des öffentlichen Rechtsbewußlseins, daß auch auf dem Gebiete des Duells den Vorschriften de8 Gesetzes in allen Kreisen der Bevölkerung ohne Unterschied des Standes Rechnung getragen werde. Die ernstlichen Erwägungen, welche nach jener Erklärung bezüglich der Maßregeln, die ergriffen werden müssen, um die Ahndung solcher Ueberschrettungen wirksamer als bisher zu erreichen, find weiter sortgesetzt worden. Insbesondere hat die preußische KrtegSverwaltung, was das Duell im Kreise der Armee betrifft, Vorschriften voi bereitet, welche darauf abzielen, den Zweikampf, wenn nicht völlig zu beseitigen, doch auf ein Mindestmaß zurückzuführen. (Gelächter links) Mit Bezug auf das Verfahren bei Untersuchung der zwischen Osfizieren vorgefallenen Streitigkeiten und Beleidigungen wird beabsichtigt, diese Streitigkeiten und Beleidigungen der ehrengerichtlichen Behandlung und Entscheidung zu unterwerfen mit der Maßgabe, daß die Entscheidung niemals auf eine Nöthigung zum Zweikampf oder Zulassung des Zweikampfes lauten darf. Auf Befehl Seiner Majestät wird der Entwurf jener Vorschrift zunächst einer Commission zur Begutachtung vorgelegt werden, welche aus sechs sachverständigen Osfizieren zusammengesetzt ist und in den nächsten Tagen in ihre Beratbungen eintreten wird. Das Ergebniß der Berathungen und die auf Grund derselben weiter zu fassenden Entschließungen bleiben abzuwarten. (Gelächter links.) Ich bin selbstverständlich nicht in der Lage, mich über die endgilttge Ausgestaltung der in Aussicht genommenen Vorschriften zu äußern. Aber auch auf dem Gebiete des bürgerlichen Strafrechls sind die Vorbereitungen zu einer wirksamen Bekämpfung des Duells unausgesetzt weitergegangen. Es darf erwartet werden, daß die beabsichtigten Aenderungen auf dem Gebiete des ehrengerichtlichen Verfahrens eine heilsame Rückwirkung auf diejenigen Kreise üben wird, welche dem Militär-Ehrengerichte nicht unterstellt find. Daß diese Erwartung nicht in Erfüllung gehen sollte, ist die Reichsregierung der Frage näher getreten, ob es geboten sei, eine Verstärkung der bestehenden Gesetze wegen Bestrafung deS Zweikampfes, sowie in Verbindung damit auch der von fast allen Parteien als mangelhaft bezeichneten Bestimmungen über die strafrechtliche Sühne für Beleidigungen herbetzuführen. Auf Grund eines Beschlusses des S!aat(- mtntsteriums haben bereits eingehende Vorberathungen im preußischen Justtzministermm stattgesunden. Wenn sich dabei ergeben hat, daß eine befriedigende Lösung der gestellten Aufgabe nicht unerhebliche Schwierigkeiten bietet, so ist doch zu hoffen, daß im Falle des Bedürfnisses die Schwierigkeiten sich schnell überwinden taffen. Aus dieser Erklärung werden die Herren Interpellanten die Ueberzeugung gewinnen können, daß nichts versäumt ist, um Duellfragen, welche weite Doikskretse lebhaft beschäftigen, einer dem öffentlichen Rcchts- bewußlsein entsprechenden Lösung entgegenzuführen. Wenn die Vorberathungen zu einem Ergebniß bisher nicht geführt haben, so liegt das nicht in einer Versäumniß der verantwortlichen Stellen und der Reichsregierung, sondern lediglich an dem Umstande, daß die Frage ihrer Natur nach nicht leicht und nicht kurzer Hand zu erledigen ist. Wenn der Herr Vorredner bei der Begründung der Interpellation I auch über die Ausübung des Begnadigungsrechtes sich geäußert hat, so lehne ich es ab, hierauf einzugehen. Das Begnadigungsrecht beruht nicht auf der Reichsverfassung, sondern ist lediglich ein Recht der Landeshoheit und unterliegt nicht der Kritik deS Reichstags. Auf die weitere Frage über den Fall von Brüsewitz wird der preußische Kriegsminister antworten. Kriegsminister v. Goßler: Der Fall Brüsewitz wird von Niemandem mehr bedauert, als von der Armee. Der Tbäter wird der verdienten Strafe nicht entgehen. Ich bin noch nicht in der Lage, Näheres über die Verhandlungen abzugeben. In diesen Tagen ist das Nrtheil gefällt worden, aber noch nicht bestätigt. Der Kaiser hat aber bereits angeordnet, daß das Urtheil, sobald es bestätigt ist, * dem Kriegsmintsterium zugeht. Es wird bann zu erwägen sein, ob es veröffentlicht werden soll. Lieutenant von Brüsewitz stammt aus einfachen Verhältnissen und hat fich während seiner Dienstzeit nichts zu Schulden kommen laffen. Der Siepmann dagegen bat aus einer früheren Stellung entlassen werden müssen wegen Bedrohung seiner Arbeiter. Zweifellos lag in diesem Falle eine schwere Prooocation des Brüsewitz vor. Ich kann nur bedauern, daß dieser Fall so ver» allgemeinert worden ist und daß diese Verhetzung (Lebhafte Rufe: Oho!) in der Preffe auch nach hier übertragen worden ist. Diese Verhetzung zeigt ihre Wirkung in schweren Angriffen auf Offiziere, wie fie in Karlsruhe, Hamburg, Berlin vor gekommen find. An seinen Ehrbegriffen wird bas Osfiziercorps sicherlich sesthalten, benn ein Osfiziercorps ohne Ehrgefühl ist werthlos. Der Offizier braucht kein AuSnahmerecht, aber er hat bas Recht, baS jeder Staatsbürger hat, bas Recht ber Nothwehr. Ich kann nur wünschen, daß wieder Über Alles dies eine objectivere Auffiffung Platz greife. Abg. Graf Stolberg (c.) legt ebenfalls Verwahrung ein gegen jede Verallgemeinerung solcher Fälle wie deS Falles Brüsewitz. Die Beseitigung des TuellS halte er für absolut unmöglich. Abg. Bachem (Ctr.) erkennt an, daß die KrtegSverwaltung tn der Angelegenheit Brüsewitz sich vollkommen auf den Boden des Rechts gestellt habe. ES würde aber im deutschen Volke einen guten Eindruck machen, wenn daS Urtheil mit Gründen bekannt gegeben würde. Unser Osfiziercorps bestehe im Ganzen aus ruhigen, besonnenen Männern, und wenn hier und da eine Ausschreitung vorkomme, so dürfe man sie nicht dem ganzen Stande zur Last legen. Sehr zu bedauern seien die vom Kriegsminister erwähnten Ausschreitungen gegen Offiziere. Das Ehrgefühl deS Offiziers ist zum guten Theil mit Reckt höher gespannt. Darum ist eS Pflicht ber Personen, bie mit Osfizieren zusammenkommen, vorsichtig zu sein. (Lachen links.) Aber bie Ausführungen bes KriegSministerS über Nothwehr paffen im Falle Brüsewitz nicht; es war ein Act ber Selbsthilfe, obwohl Brüsewitz ber Sache ganz gut au8 dem Wege gehen konnte. Wenn bie vom Reichskanzler in Aussicht gestellten Maßnahmen irgenbwie die Möglichkeit einer Billigung des Duells in sich schließen, so find sie ungenügend. Weshalb soll das Duell unmöglich sein? Man sollte auf das Duell Gesängniß fetzen! Die katholische Kirche hat das Duell unter allen Umständen für ein schweres Verbrechen erklärt, bas ohne Weiteres bie Excommunication nach sich zieht. Wir haben boch auch katholische Offiziere, finb bleie darum weniger tüchtig? Der Staat solle sich an dieser Stellung ber Kircke zu bem Duell ein Beispiel nehmen. • Präsibent v. Buol: Nach Ausweis beS Stenogramms hat ber Herr Kriegsminister vorhin wörtlich geäußert: er bebaue«, baß die Hetzereien ber Presse auch in bleses Haus übertragen worben seien. Meinerseits muß ich erklären: wenn ein solcher Vorwurf von einem Mttgltebe bes Hauses gegen einen Collegen ausgesprochen worden wäre, so würbe ich ben Betreffenben zur Orbnung geruf n haben. (Beifall.) Es inoolvlrt jene Aeußerung zweifellos eine Beleidigung. (Beifall.) Abg. Bebel (Soc.) verbreitet fich über bie vielfach frivolen Anlässe zum Duell unb über bas verschiedene Recht, welches gegenüber Duellanten unb anberwelten Gesetzesübertretern gelte. Mit ben in Aussicht gestellten neuen Vorschriften über Ehrengerichte werde gar nichts geholfen. Der Reichskanzler habe auf eine Verschärfung bes Strafgesetzes bezüglich ber Beletbigungen hingewlesen. Die bestehen- ben Bestimmungen seien aber wahrlich scharf genug, wenigstens könnte er unb seine Freunbe von hohen Strafen wegen Beleldiaung genug erzählen. Wenn jeher Angriff auf eine Uniform eine Maje- stätsbelelblgung sein soll, dann seien wir ja nicht weiter als tm 14. Jahrhundert und brauchten uns über den Getzlerhut nicht zu entrüsten, brauchten vielmehr nur irgendwo eine Dragoneruniform aufzurichten. (Heiterkeit) Es sei höchst bedenklich, wenn solche Anschauungen von ber ersten Autorität im Staate verbreitet würden, Anschauungen, bie mit bem ganzen modernen Empfinden in Widerspruch stünden. Die Art, wie der Kriegsminister den Techniker Siepmann verdächtigt habe, sei nicht gentlemanlike. Dabet stehe doch gerade bet v Brüßewitz fest, daß er ein Raufbold, ein Trinker war. Präsident v. Buol: Ich muß den Redner ersuchen, von solchen beleidigenden Aeußerungen gegen einen Mann abzuseben, gegen den das Urtheil noch nicht ergangen ist. Der Redner hat ferner das Verhalten des Kriegsministers nicht gentlemanlike genannt. Das ist beleidigend, ich rufe ihn deshalb zur Ordnung. Abg. Bebel: Ich wäre nicht darauf gekommen, wenn nicht der Kriegsminister selber bkn tobten Siepmann beleidigt hätte, ohne abzuwarten, bis das Gericht gesprochen hat. Bayrischer Generalmajor Reichlin v. Meldegg erklärt mit Bezug auf die bekannte Amberger Meldung: der Prinzregent habe keine Aenderung der ehrengerichtlichen Satzungen bei ber bayerischen Armee verfügt, weil bem betr. Offizier eine grunbsätzliche Erklärung über seine Stellung zum Duell abverlangt worben. Letzteres ist nach ben bestehenben Bestimmungen unzulässig. Kriegsminister v. Goßler gibt zu, daß es sich im Fall Brüsewitz nicht um Nothwehr gebandelt habe. Weiter weist er einige Aeußerungen Bebels als beleidigend für die Armee zurück. Ihm für seine Person seien bie gegen ihn gerichteten Beleidigungen Bebels gleichglltlg. Abg. Bassermann (nl.) weist barauf hin, baß in England, wo man bas Duell nicht habe, als Correlat eine scharfe Bestrafung für Beletbigungen bestehe. Schwere Etnzeloerfehlungen würben sich nie vermelben lassen, man könne auch unmöglich aus solchen auf ben Geist bes Offizierstanbes im Ganzen schließen. Dieser Geist M gut. Er glaube auch nicht, baß bie That beS Brüsewitz aus einem besonders gearteten Ehrgefühl herauSgewachsen sei, benn sonst müßte fie häufiger oorkommm. Die Erregung wäre auch wohl nicht eine so große unb allgemeine gewesen, wenn nicht in weiten Kreisen große Mißstimmung übet bas ehrengerichtliche Verfahren unb, wie man fich nickt verhehlen bürte, über bie Begnablgungen bestäube. Abg. Pflüger (frs. Vp.) will es bem Kriegsminister nicht verübeln, baß er die Offiziere in Schutz nehme, aber als erster Rath ber Krone hatte ber Minister boch bie Pflicht, vor Allem objeclto zu sein. Schon einmal fei burch ben Uebermuth bes Militärs ein Reich in ben Abgrunb gebracht worben. Um so mehr solle man fich hüten unb baiür sorgen, baß bas Ur.glück von unserem Vaterlanbe ferngchalten werbe. Wetterberathung Donnerstag 1 Uhr. — Schluß 5 Uhr. 1 2 (1) 1 1 1 dem euch burd) reichen Applaus bildete der allbeliebte Schuh« 3 (1) 1 1 1 2 (1) 1 wurden im städt. Schlachthaus 9 8 Schweine, die bis jetzt erreichte höchste Zahl an einem Tage, geschlachtet. Auch die Schlachtungen der Rinder haben sich in der letzten Zeit sehr erheblich gesteigert, sodaß das Bedürfniß nach Vergrößerung des Rtnderstalles sich einstellt. ♦* Sonntags - Rückfahrkarten. Au den Friedberger Handelsveretn ist, auf seine wiederholten Eingaben um Einführung von Sonntags Rückfahrkarten eine Antwort seitens der Kgl. Eisenbahn-Direction Frankfurt a. M. etngelausen. DaS Schreiben lautet: „Wir haben Anordnung getroffen, daß vom Sonntag den 15. d. MlS. ab Sonntags RÜcksahr- karten 1., 2. und 3. Wagenklaffe von dort nach Frankfurt, Hauptbahnhof und Hanau, Nord- und Ostbahnhof sowie von Frankfurt nach Friedberg zu den einfachen Personenzug- Taxen und unter den für Sonntagskarten bestehenden Bestimmungen und Beschränkungen zur Verausgabung kommen. Für die Auflage solcher Karten von Hanau nach Friedberg kann nach den maßgebenden Grundsätzen ein Bedürfniß nicht anerkannt werden. Vielleicht entschließt sich die Eisenbahn- directtou bald dazu, sür die ganze Strecke Frankfurt—Gießen und umgekehrt SonntagS-Rückfahrkarten auszugeben, da bekanntlich die Vergünstigung für die Strecke Nauheim—Gießen schon besteht. •* Der hessische Fifchereivereiu hält seine diesjährige Generalversammlung am 22. d. M. in Oppenheim. •• Neuntes Deutsches Turnfest Hamburg 1898 Vor einigen Tagen traten die Vertreter der zahlreichen Turnvereine in Hamburg-Altona unter dem Vorsitz des -Kreiß- Vertreters des TurnkreiseS IV (Norden), Dr. Hahn Hamburg, Deutsches Reich. Berlin, 16. November. Infolge der Umformung der vierten Bataillone in Bollbatailloue und deren Zusammenlegung zu Regimentern und Brigaden sind im Erat des preußischen Reichs-Mtlirärcoutingentö an OsfizierSstellen neu vorgesehen die Stellen für 16 Vrtgadecommandeure, 33 RegimentScommandeure und 244 SecondelieutenantS. Dagegen gehen ab die Stellen für 49 BataillonScomman- beuit, 2 Hauptleute 1. Klaffe, 2 PremierlieuteuantS, ferner die als künftig wegfalleud bezeichneten 18 Stabsoffiziere, 2 Hauptleute 1. Klaffe und 2 PremierlieuteuantS. — Im Reichshaushaltsetat für 1897—98 wird für Naturalverpflegung der Truppen ein Mehr von 2 979 216 Mk. gefordert. Der Bedarf au Naturalien berechnet sich aus 1795 Tonnen Weizen, 107,550 Tonnen Roggen, 182,706 Tonnen Hafer, 89,786 Tonnen Heu, 118,341 Tonnen Stroh. Die Tonne Weizen ist berechnet mit 164,43 Mk., Roggen mit 150,52 Mk., Hafer mit 133,13 Mk, Heu mit 59,22 Mk. und Stroh mit 42,12 Mk. WSchmLtche Ueberficht der TsdeSMe i« 46. Woche. Dom 8. November bis 14. November 1896. Einwohnerzahl: engcnonratm ju 231000 (tncL 1600 MMtSi). SterblichkeUSztffer: 22,60, nach Abzug der OrtSfremdm 20,35»/» Kinoei strument meisterhaft zu verständige Publikum gab Ausdruck. Den Schluß plattl-Tauz. •* Bom städtischen Cocale» und prot>ht$uye#« Meßen, den 17. November. Schlachthaus. Am 12. d. MtS. (Bariton) und Fuffela (Violine) standen in ihren Leistung«, denen des Orchesters nicht nach und erwiesen sich sämmtlich als vorzügliche Künstler, denen die Zuhörer sür ihre Vorträge den lebhaftesten Beifall zollten. Pr. •* Bulß Concert. Heute Abend findet im Club-Saal das Concert des König!. Sachs. Kammer- und König!. Preuß. Hofopernsängcrs Herrn Paul B u lß unter Mitwirkung des Pianisten Herrn Fritz MaSbach statt. Wir wollen nicht verfehlen, nochmals darauf htnzuweifen, um'omehr, als nur ein einziges Auftreten dieses berühmten Sängers ermöglicht worden ist. Tyroler Concert. Das gestern Abend im Casü Ebel von der Tyroler Eoncertsäuger- und Schuhplattttäuzer-Ge- sellschaft Original -d'Innth aler veranstaltete Concert war nicht so besucht, wie eS die vortrefflichen Darbietungen der sich in ihrer kleidsamen Nationaltracht producirendeu Sänger erfordert hätte. Die Gesellichaft, über ein prächtiges Stimmmatertal verfügend, welches sowohl bei den Chor- wie Etnzelgesängen zur vollen Geltung kam, verstand eö, die Zuhörer zu begeistern. Der große Beifall, mit welchem die Vorträge belohnt wurden, veranlaßte die Sänger zu mehreren beifällig aufgenommenen Einlagen. Herr Ztther- vtrtuoS König bewies durch sein Spiel, daß er das Jn- beherrscheu versteht; das kunst- zum heiligen Kriege gegen die Christen auffordern. Diese Plakate wurden aber alsbald beschlag- nahmt. ♦ Berlin, 18. November. Nach einer der „Nordd. Allg. Ztg." zugegangeneu Mittheilung werden die Blättermeld- uugen über Unruhen im Kameruner Schutzgebiete waßgebenderseitS für durchaus unbegründet gehalten. Die Ausschreitungen einzelner eingeborener Händler harrten noch der Vcrurtheilung, die in den letzten Tagen eingelaufenen telegraphischen Nachrichten erwähnten tndeffen nichts von Unruhen. , , ,, Berlin, 18. November. Die „Beil. Reuest. Nachr. verzeichnen unter Reserve daS Gerücht, der Präfideut deS Abgeordnetenhauses, Geheimrath Köller, gedenke aus Ge- suudheitSrückfichtrn daS Präsidium nicht wieder zu übernehmen. Die Conservativen hätten bereits den Abgeordneten Krach er als Nachfolger des Präsidenten vorgeschlagen. Im Herrenhause ist die Wiederwahl deS bisherigen Präsidiums sicher. Berlin, 18. November. Der Bund d er L and wir the wird am 27. und 28. dS. MtS. eine Ausschußsitzung abhalteu. Wien, 18. November. Graf GoluchowSky, welcher in der letzten Zett wiederholt vom Kaiser empfangen wurde, hatte gestern Vormittag abermals eine Audienz beim Kaiser. Belgrad, 18. November. Der Unterrichts-, Justiz- und Handelsministerhaben d emi sst o nirt. Wie verlautet, wurde die Demission vom Könige angenommen. Neueste Wolff« telegraphische« Correfpouderq-Bure«. Berlin, 17. November. Die Vorlage, betreffend die Hessische Ludwigsbahn, sowie daß Schuldentilg- nngs« und ConvertirungSgesetz, die Abänderung deS I Wittwen -PenstouS- Gesetzes und daS Lehrer- ! befoldungSgesetz sollen gleich bet dec am Freitag statt- findenden Eröffnung deS Landtags diesem mit dem Etat zugehen. Berlin, 17. November. Der „Post" zufolge wurde im Reichsamt beS Innern bezüglich der Einführung der obli- gatortschen Leichenschau tm ganzen Reich beschlossen, Erhebungen über die Kosten anzustellen, die mit der Einführung in Preußen verbunden wären. Berlin, 17. November. Der „Berl. Corresp." zufolge fanden am Freitag und SamStag tm katserlichen Gesundheitsamt unter Vorsitz des DtrectorS Köhler und Bethei- | ltgung von Regierung-Vertretern und Sachverständigen Be- rathungen Über die Entschädigungsfrage bei oblt-I gatortfcher Anwendung deS Koch'schen Tuberku- I lins zur Feststellung und Ausmerzung perl- süchtiger Rinder statt. Die vertraulichen Verhandlungen trugen wesentlich zur Klärung der Ansichten bet. Die „Corre- I spondenz" hält die Annahme sür berechtigt, daß die bestehenden Schwierigkeiten, soweit eS nöthig ist, mit Hilfe der bestehenden Gesetzgebung zu überwinden seien. Emden, 17. November. In der letzten Nacht brach hier ein Brand auS, welcher sechs Häuser vernichtete. Zwei Personen verbrannten; eine Dame, welche, um sich zu retten, I aus dem Fenster sprang, brach beide Beine. Dieselbe ist den I erhaltenen Verletzungen erlegen. I Pari», 17. November. Die „Republique Francatse" constatirt, daß der Eindruck, den die gestern tm deutschen Reichs t.ag e abgegebenen Regierungserklärungen hervorgerufen haben, von England abgesehen, überall ein auS- I gezeichneter fet. Newyork, 17. November. Nach einer Depesche deS „Newyork Herald" aus Rio de Janeiro find die Dtffe- renzen zwischen Italien und Brasilien beigelegt. I Brasilien zahlt sür die stattgehabten Ausschreitungen eine Entschädigung außer für diejenigen in Rio Grande do Sul und Santa Catarina, über die das Schiedsgericht entscheidet. I Der italienische Consul von Sao Paulo werde, weil er die Kundgebungen leitete, abberusen. Newyork, 17. November. Nach einer Depesche aus Havanna hat General CastellanoS, nachdem er die | Garnison von CaScorro befreit hatte, sich nach San Miquel begeben Auf dem Marsche dahin hatte er acht Gefechte und schlug schließlich die Aufständischen bei San M'qael. Die I Verluste der Spanier bet San Miquel betrugen 20 Todte und 113 Verwundete. Die Ausständischen sollen Guaimaro geplündert, vollständig zerstört und diejenigen der bejahrten Einwohner getödtet haben, die kein Lösegeld zahlten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 17. November. Der Chef des Militär-Cabinets, General v. Hahnke, welcher an einem Lungenspitzen- Catarrh leidet, tritt morgen früh einen mehrwöchigen Urlaub nach Meran in Tirol an. Berlin, 17. November. Zum Nachfolger des! Dr. Fromme! im ConfirmationS-Unterricht der beiden ältesten kaiserlichen Prinzen dürfte der „Kceuzzeitung" zufolge der Schwiegersohn deS Verstorbenen, Garntsonpfarrer Keßler auS Potsdam auSersehen sein. Berlin, 17. November. Im „Reichsanzetger" wird heute die Liste der Auszeichnungen veröffentlicht, welche von dem Preisgericht der deutschen Ftscheret-AuSstellung (Binnen Schifffahrt) gelegentlich der Berliner Gewerbc-AuS- stellung verliehen worden find. Den Kaiserpreis erhielt brr bayrische LandeS-Fischeret-Derein in München. Berlin, 17. November. Der RetchStrgSabgeordnete Freiherr von Stumm ist erkrankt. Er hat aus diesem Grunde im Reichstage auf längere Zett Urlaub genommen. Köpenik, 17. November. Bet den gestrigen Stadt- Verordnetenwahlen wurden alle vier Candidaten der focialtsttfchen Partei gewählt. Die Partei betheiltgt sich zum vierten Male an den Communalwahlen. Hildesheim, 17. November. Eine gestern abgehaltene öffentliche focialistische Versammlung wurde wegen Besprechung deS Falle« Brüsewitz aufgelöst. Bonn, 17. November. Heute Nacht geriethen drei Angehörige der Burschenschaft Allemannia mit 26 Angehörigen der Verbindung Alsatia in Streit, wobei eS auf beiden Seiten zu schweren Verletzungen kam. Die Alsatia wurde von der akademischen DtSciplinarbehörde geschloffen. Konstantinopel, 17. November. Hier und in Canea wurden Plakate angeschlagen, worin die Mohamedaner Blutveraistung Lungenschwindsucht 1 DtphthertttS Lungenentzündung Gelbsucht_____ Summa: 10 (2) 6 (1) 1 5 (1) Snm. Die bi Klammern gesetzten Ziffern geben «n, «te dWK her Todesfälle in bet betreffenden Krankheit auf von auSwätt« na» Gießen gebrachte Kranke kommen. ** «nSzeichnnng. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Bürgermeister Olt za Breitenbrunn daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jaschrift „Für langjährige treue Dienste", der Magdalena Ham- mann auS Dietzenbach, in Diensten der Frau Johanna Meixner in Frankfurt a. M., die Silberne Medaille des LudewtgS-OrdenS zu verleihen. ** Da« Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde erthetlt durch Allerhöchste Entschließung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs vom 8. October den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Kleln-Steinhetm Johann Braun III. und Jose f Roth I., beide daselbst. •• Zum Erweiterungsbau des Hauptpostamtes hier sind im ReichshaltSetat 130,960 Mk. vorgesehen. ♦•H. Stadttheater. Die Lustspiel-Novität „Comtesse Gucker!" war eS, welche der gestrige Abend uns geboten. ES ist ein Costümstück aus der Goethe-Zeit, die Handlung spielt in Karlsbad. Seinem Werthe nach ist dieses Stück literarisch von höchster Anspruchslosigkeit und erfüllt lediglich den einzigen Zweck, gut zu unterhalten. Die Handlung ist dürftig, aber mit Geschick zu einem abendfüllenden Drei- Acter auSgearbeitet. „Comteffe Guckerl" ist ein der Wiener Gräfin Trachau ob ihrer schönen Augen verliehener Kose- name. Die Gräfin weilt zu Karlsbad im Hause ihres Schwagers, des HofrathS Alois v. Mittersteig, zu Besuch und lernt daselbst den Baron v. Neuhoff kennen, erst als . . , sich etndrängenden, aufdringlichen, später als ihr H'.rz sich dortselbst zu einer Sitzung zusammen. Der Krei-vertreter erobernden Liebhaber. Dieser Baron Neuhoff ist auch der berichtete über die Verhandlungen deS Ausschuffe« der deut- deus ex machina, welcher den seine Cousine, des HofrathS Turnerschaft mit dem Senate der Stadt Hamburg, der Tochter C'.lli, liebenden Leopold v. Mittersteig zur Verlobung entgegenkommender Weise die Veranstaltung des gelangen läßt. Alles Uebrige ist Staffage. Mit der Auf- Festes in Hamburg gestattete und die deutschen führung konnte man zusrieden sein, nur dem Souffleur £urner bazu einlud. Mit Einstimmigkeit nahmen die etwa hätten wir mehr Schonung gewünscht. Herr Schöbet als Vertreter das Heiligegeistfeld in Größe von Hofrath und Frau Helm als deffen Frau genügten allen nQ^iU 30 Hectar als den geeignetsten Ort für ein solches Ansprüchen. Frl. Jose Diener verstand eS, das Hof- Qüt ($(n gewählter engerer Ausschuß wurde mit den rathstöchterchen Cilli durch allerliebst natveS, frisches Spiel we{teKn vorbereitenden Schritten betraut, wiederzugeben. Ihr Partner, Herr Goldbach als Vetter I ----------- Leopold v. Mittersteig, führte feine Rolle als schüchterner w. Gießen, 17. November. Nachdem die Herren Pächter Liebhaber zufriedenstellend durch. Er sprach überzeugend ber ©roßen-Lindener Jagd e« unter ihrer Würde warm, im Affect auch leidenschastlich, aber—nie laut genug, halten, von dem Angriff in Nr. 270 d. Bl., deffen Grund Herr Peickner stattete den aufdringlichen Baron Neuhoff unb gtcl bet öere$rl. Schriftleitung offenbar nicht bekannt mit all den Vorzügen, die ihm sein reiches Talent ermöglicht, geworden ist, irgend Notiz zu nehmen, gestatten Sie viilleicht aus, und wußte diese Figur characteristisch wiederzugeben. elnem olten uubetheiligten Jägersmann eine Bemeikung zur Frl. Egger schuf in Spiel und Darstellung eine prächtige, Hache. Noch immer und überall ist eS ans naheliegenden schalkhafte „Comteffe Guckerl", jedoch verstand sie es nicht, @rünbcn j0 gehalten worden, daß die Jagdpächter am Schluffe bei den großen Redeftellen im zweiten und dritten Act ihrer BestandSzett abschießen. Wie kommt nun Herr W. Sprache die Plastik zu verleihen, infolge deffen diese Stellen I b^, schelten In dem einzelnen Falle?, dem uuge- des belebenden Eindrucks entbehrten, monoton wirkten und eiflnctfttn zumal für solche Anfechtungen, da, wie alle hiesigen als gut auswendig gelernt pasfiren können. Herr Fritzschler gägtr kiffen, noch Niemand einen tadelloseren Jagdbetrieß als General Suwatscheff, sowie Frl. Dellmar als Kammer- hethätigt hat, als eben jene Pächter. Warum auch nimmt jungfer Rosa, desgleichen die Herren Leuschner und n ctnc Maske vor, indem er sich fälschlich als Großen- Schall er spielten mit gewohnter Routine. Der österreicher L,udener auSgibt ? Er vermeinte wohl, dem kommenden Dialect wurde paffabel durchgeführt- die Directtou hatte die später jener Jagd einen Gefallen zu erweisen, während er Kosten sür stil- und zeitgemäße Ausstattung nicht gescheut, einen schlechteren Dienst nicht leisten konnte, als indem die Costüme im Empire-Stil präsentirten sich geschmackvoll. er t^n tn btn Verdacht solcher Jntrigue bringt. Oder rechnet DaS Publikum dankte durch lebhaften Beifall. er wohl selbst auf die Pachtung? Dem sachverständigtn »» Scala Ensemble. Einen hervorragenden musikalischen Aitz.Anwalt will ich übrigens in Anerkennung seimeS guten Genuß, den sich leider die meisten Musikfreunde entgehen Herzens, daS ihn so erschütternd klagen und anklagen läßt, ließen, boten gestern Mitglieder deS Scala-Ensemble auS bQ& Qud) einiges Wild angeschoffen worden sei, zum Gebrauch Mailand in ihrem in Steins Garten abgehaltenen Concert. fpätere Fälle verrathen, daß in Bayern auch der Abschuß ES ist geradezu unbegreiflich, wie eine so ausgezeichnete Oon ©elfen schlechthin verboten ist. Küastlerschaar hier so wenig Jntereffe zu erwecken vermochte, - daß sie nahezu vor leerem Hause spielen mußte. Jedenfalls hat nur die Hoffnung, daS zweite Concert beffer besucht zu sehen, sie bewogen, gestern überhaupt aufzutreten, und daß diese Hoffnung sich nicht als trügerisch erweisen möge, wollen wir von Herzen wünschen. Wer gestern die Darbietungen der italienischen Künstler angehört hat, ist sicher hochbefriedigt w st«bm «: Bnttmrnau erwedfmt: ta *!?<** heimgekehrt Es würde unS zu weit führen, wollten wir l.Leben.j^r. L-lv.J«tzr: alle Einzelheiten deS vielseitigen und intereffanten Programms ®5b8”lt‘6;r0^cubiIb' i (1) I eingehend besprechen - deshalb beschränken wir uv« darauf, kurz zu berichten, daß die Leistungen deS unter der Leitung des Herrn CapellmeisterS bellt Ponti stehenden Orchesters tn jeder Hinsicht ausgezeichnete waren, und durch reichen Beifall ausgezeichnet wurden. Am wirkungsvollsten war die Wiedergabe des Minuetto für ©tretetqnartett von Bolzoni, welche» j wiederholt werden mußte. Die Solisten deS Abends, Fräu- lein Bicini (Sopran) und die Herren Maint (Tenor), Cattatori Jnn 9 btfl SLLr sftS* '*' ,116,1 »rä* ’ l°»°hl id 1(„ ul f»m' "*> ’* HO, mit Ml Sane(‘ M « lu 3n, '8'5‘i b« lin». "* «ta Eellebte Schuh. Am 12. b. Mir. ^Int, btt bis jetzt schlachtet. Auch h in der letzten Zeit vttürfniß nach F„. betl Friedberger holten Eingaben um rinrAntmoit|eÜenL t a. M. üngelaujev. Luvrbnung getroffen, 1 Sonntags Mcksahr- dorl nach Franksnrt, Oftbahnhos sowie von nfachen Personen-vg« itttn beffehevdrn 8t# trautgabung kommen. Hanau nach Friedberg in ein dedürfniß nicht bt sich die Eisenbahn' !cke Fratlksurt-Giehen n au-zugeben, da bt« cecke Nauheim-Gießen HSlt seine diesjährige O-penheim. lanintg 1898. 8or er zahlreichen Turn. । Di. Hahn Hamburg, !. Der Artisvertreter i MW blöt* ■t Stadt Hamburg, der Zeraustaltung bti tt und die deutschen «leit nahmen die rM w eld in G'Sße v,° tn Ort für ein solcher urschuß wurde mit den iaüt. a *t« i»«' * 01. $[., bell'" ®"2 offlltlt ntd)t bet««» , A-nen Sli bl'E nn tue Demelkung j« in anS naheliegeod"' alleM- leH»“ober # '“'m toet!<’’*£«U Hie" ,affl@e‘>«"? Mitt'«»« 55h» ®* iögt tm .. «-16.9* Fi» i rNrchllche Anzeigen der evnng.Gemeiu-e. Donnerstag den 19. November, Abends 8 Ubr: Bibelstv«de im Confirmandensaal (Neustadt 61). Co. Marc. Cap. 4, 35 ff. Pfarrer Dr. Grein. Derfe^r, Land- uttfc VoU-wirthschaft. Gießen. 18. November. (Vieh Marktbericht.) Der pestrige Kuhmaikt halt- einen Austrieb von 500 bis 650 Stück Rindvieh, darunter etwa 150 Kälber. Am Markt waren Vogels. berger, nur vereinzelt Simmenthaler. Der Handel setzte zu Anfang flau ein, machte sich jedoch tn schwerer Waare später, die der starken Nachfrage wegen zu guten Preisen verkauft wurde, geringe Waare fand nur zu schlechten Preisen Abnahme. Es wurden gehandelt Kühe, Höcht agend und frischmelkend, 1. Dual. 300 btS 400 Mk., 2. Dual. 240 bi? 280 Mk, 3. Qual, erzielte sehr geringe Preise. Trächt'ge Rinder kosteten 1. Qual. btS 350 Mk., 2 Qual. 200 bis 260 Mk., 3 Qual. 120 bis 150 Mk. Fettvieh wurde verkauft Kühe bis 40 Mk, Rinder 1. Qual. 45 bis 50 Mk., 2 Dual. 40 btS 43 Mk. Kälber wurden tn extra schwerer Waare^bis 54 Mk. für den Frark urier M-rkt angekaust. Waare 1. Dual, streifte von 48 bis 50 Mk., 2. Dual. 43 bis 45 Mk. Die Preise für F-ttvi-h verstehen sich pro 100 Psund Schlachtgewicht. Der Borrath wurde fast ganz geräumt. Stmtarct, 17. November. Fruchtmarkt. Rother Weizen v4L 14,35, weißer Wetzen X 00.00, Korn X 10 35, Gerste X 0.00, Haier X 5.40._____________________________________ _ Kunst-Ausstellung, °m/L nähme des SamStags, von 11 dis 1 Uh1, am Mittwoch auch noch von 3 btS 5 Uhr. Sonntags ununterbrochen von 11 bis 8 Uhr. — Eintrittspreis für Nlchlmttgttedcr an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg. |BehördlicheAnzeigen In LaunSbach ist gestern die Maul- und Klauenseuche in mehreren Gehöften amtlich festgestellt worden. Die Gemarkungssperre ist angeordnet. Krofdorf, den 17.Novbr. 1896. Die Polizeiverwaltuug. Der Bürgermeister: Kleine. 10253 Versteigerungen., Mittwoch den 25. November, Nachmittags 2'/, Uhr, werden auf dem hiesigen OrtSgericht die den Wilhelm LSver sechster und Christian Petri fünfter von Gießen gemeinlchfftlich gehörigen Immobilien: Flur 38 Nr. 59 — 3644 qm Wiese im Wallvförter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wiesen (Bauplatz), Flur 39 Nr. 187*/io — 6813 qm Acker (jetzt Garten) links deS Wiesecker Wegs und rechts der Chaussee (sehr geeignet zueinerGärtnerei), Flur 39 Nr. 1886/io — 18 qm Lacksted- häuschen daselbst freiwillig meistbietend, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden Gießen, den 18. November 1896. Großh. Ortsgericht Gießen. I. 9L: Voat. 10249 Empfehlungen. Kaffee roh, in allen Preislagen, gebrannt, von M. 1.40 an. Die Qualitäten find reinfchmeckend «nd fei«. 10107 Emil Fischbach. q Bordeaux Medoc § ? Chile« fioran § § (Gironde) H a von den Weingütern des Mar- q a quis de Lambert des a V Granges, 1893er (Mer ab- V 0 solut reiner Naturwein von 0 0 hervorragend feinem Bouquet 0 Q und Geschmack. Q O Original-Etiquette u. Kapsel, a Flasche Mk. 1.60, bei 25 Flaschen I Mk. 1.50. — Verkauf auch in Y Q halben und ganzen Oxhoften. 0 0 Allein Niederlage für 0 Q Gießen: 10251 Q 8 Carl Schwaab, 8 Grotzherzoglicher Hofl'efrraut. q oooaaoooooooaoQaoo Irdenes Geschirr ist am Mittwoch im OSwaldSgarten L Stück 15 Pfg. zu haben. (10191 ■r Herren-^8 ■Oberhemden" (eigene Fnbrikation) mit rein leinenen Einsätzen liefert von Mk. 2.75 an in solider Ausführung die k Wäsche-Fabrik Ä Fritz Nowack, A Gleesen. Vermiethungen. | 10246] Kleines FamilienlogiS sofort zu vsrm. Wolfstraste 2V, Ecke Licherstraße 10250] Eine Zwei, Zimmerwohnung mit Zubebör sofort zu vermiethen ..Rheinischer Hof^, Frankfurterstr. 30. Gekanntmachung. Beide Abheilungen des Umlagekatafters der land- und forftwirthschaftlichen Berufsgeuossenfchaft, fortgeführt für 1896, "egen zwei Wochen lang, nämlich vom 19. November bis zum 3. December d. I., auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Betheiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster sind innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstande der land- und forft- wirthschastlichen Berufsgenoffenschaft in Darmstadt bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringen. Gießen, den 17. November 1896. 10225 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________I. V.: Wolff._________________________ Th. Rautenstrauch 12 Lindenplatz 12 (im Hause des Herrn Friseur Gerhardt) empfiehlt sich zu allen in das Graveur- und Drchslerfch einschlagenden Arbeiten in prompter und sauberer Ausführung. Gravireu in Metall, Aufzeichneu auf Tuch, Plüsch re. bei billigster Berechnung. Anfertigung von Schablonen jeder Art. 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Die regelmäßigen Turnstunden de» Winterhalbjahres 1896/97 finden statt: Dienstags und Freitags, Abends 8 Uhr, Riegeuturuen. Mittwochs, Abends 8 Uhr, Fechten und Turnen der Mäuuerriege. Donnerstags, Abends 8 Uhr, Turnen der Damenriege. Anmeldungen werden auch in der Turnhalle entgegen genommen. Der Vorstand. 10147 GEGR: 1846 Turnverein. Zur Anfertigung eines Gruppenbildes zum Andenken an unser 50jähriges Stiftungsfest (laut Beschluß der letzten Generalversammlung) werden diejenigen Mitglieder, welche bis jetzt noch nicht ausgenommen wurden, ersucht, sich Sonntag den 22. d. Mts., Vormittags V810 Uhr, bei Herrn Photographen Zimmer, LudwigSplatz, behufs Aufnahme einzufinden. 10172 Der Vorstand. 9848 Kleine Kresse 10245] Ludwtavratze 26, vis-h-vis der Aula, Parterre-Wohnung, 6 Zimmer mit Zubehör, per 15 März zu vermietben. r*Mieth^esuche^^ 10205] Stud. med. sucht möblirteS Zimmer pro 1- Dec. Offerten mit PretS- angabe «uh. E. 6 an die Expedition d. Bl- Vorzugl. 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November 1896. 10243 10231 gesucht. 10140 betroffen hat, innigsten Dank Für die zahlreichen Beweise grosser Theilnahme an unserem tiefen Schmerze sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Dr. Ke Fuhr und Frau. Professor Dr. Oncken und Frau. Oberlehrer Fuhr* Für die uns bewiesene herzliche Theilnahme von nah und fern an dem schweren Verlust, der uns betroffen, sagen innigen Dank für fich und im Namen der übrigen Hinterbliebenen Cin Arbeiter tageweise zum Zuckerftoßen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust unseres Herrn August Voigt Frau Louise Windecker, geb. Molly, und ihre Tochter Martha Wiudecker. Rödgen, den 17. November 1896. Die tieftrauernde Familie. Giessen, den 17. November 1896. Danksagung. Für die viefachen Beweise wirklich herzlicher Theilnahme bei dem schwcren Verluste, der uns durch das Ableben unseres guten Gatten, Vaters, Großvaters und Schwiegervaters Herrn Karl Währ um 10182] Auszuleihen 4500 Mark auf erste Hypothek zu 4 pCt. Näheres in der Expedition d Bl- A. Kilbinger, Seltersweg 19. Luxus-Wagen und Geschirre. L bactan: fl. ELevla. — Druck unb Verlag btr Brübl '^en ilntnrrfilär«« Buck,. unö Ärnnbruderri Virtich & Sebrvdo) in Aie Vevtige Kummer ctrfß.Sf G Seiten Jlluttrire °bune ^nntmeen uPreu&uranfo g kä Z//1//1 RirwJ■ jjl■ M Fabrik 5