1S96 Freitag den 19. Juni iiWi 142 Erstes Blatt. lkiogtk' lh'2Ä.b6il ^nnipttd)ft 51. ZlintS' und Anzeigeblutt für den Ureis Gissten. ii i , Ästen der zuverlässigsten telegraphischen Nachrich- iD6rarbPlll ttimckv.eauS sowie zahlreiche Mitthellungen aus dem | git t tn t do* ln|eig«e |U der Nachmittag» für de» | gipbrn tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. eid) Mark 26.-. ■Confedi eiMtier und weiteren Vaterland halten den Leser ftcJa! idöer die Vorkommnisse in demselben aus dem ziun Bezug des „Gietzener Anzeiger" für da-WZ Vierteljahr 1896 laden wir hiermit ergebens! eiim Äie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die T'si^Oieignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender xur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten sitzrn ^Bnathung steht also der Gesetzmiwurf, betr. das Vereins- und ^aMoMlungSwesen.^ mU Ausnahme der GonUroatiotn ge- 8iertrf|86rigrr jLiaeeremUytct» < 2 Mark 20 Psg. *»» Bringerlobn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. Rtbachan, ^n»fbttiar und Druckerei: ^^o^Abg^ö. Stumm (Rp.) gegen Antrag Basiermann, will kein Herausgreifen einer solchen einzelnen Materie. Der Gesetzentwurf wird in der Fassung Basiermann desinltiv angenommen. Dagegen stimmten konservative und Reichspartel. ES folgt die zweite Berathung deS Schutztruppengesetzes. Die Commission beantragt unverändertei Genehmigung sowie ein«i Kefo- lution betr. Vertagung einer Uebersicht über die in Südwestafrika thätigen Gesellschaften unter Beifügung der betr. Vertrage. DaS Hau« beschließt demgemäß. Auf Vorschlag Gräbers wird das Gesetz auch gleich tn dritter Lesung angenommen. . . ... o . . Die beiden N-chtragSetats werden in dritter Lesung, das Depotgesetz tn zweiter und dritter Lesung, also endgültig, ao- g'nommm.^ Abg. Colbus wird für gültig erNSrt. Endlich erfolgt die Gefammtabsttmmung über die Gewerbe- Novelle. Mit Ja stimmen 133, mit Nein 48 Abgeordnete (darunter auch Prinz Hohenlohe.) DaS HauS ist also beschlußunfähig. Morgen 1 Uhr. Interpellation Liebe r m a n n, betr. Fall Bashsord, Antrag Arnim: Lombardtrung landschaftlicher Pfandbriefe, Bürgerliche« Gesetzbuch. (Schluß 4» . Uhr.) Weift« telegraphische« Sorrespoadaq-Burea». Berlin, 17. Juni. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist der im Reichrjustizamt sertiggrstellte Entwurf denen en Handel-gesetzbucheS nebst einer erläuternden Denkschrift den Bundesregierungen zur Prüfung zugegangen. o.m Hxrbst werde der Entwurf voraussichtlich an den Bundes« rarh gelangen. Um weiteren Kreisen die Geltendmachung von Wünschen und Ausstellungen zu ermöglichen, werde iu den nächsten Tagen eine amtliche Ausgabe deS Entwurfes im Buchhandel erscheinen. Frankfurt a. D., 17. Juni. Der chinesische Ex-vice, könig Li-Hung-Tschang ist heute vormittag um 10 Uhr io Begleitung deS Obersten Liebert, Hauptmann Hanneken und des BotschaftSsecretarS, chinesischer Zolldirector Detrtng und Saison hm betriebene äschere, mbp übrung in empje^ Hochachtungsvoll in Wwe.j ßtz Alle Innoncen-Bureaur de» In- und Äu»lanbt« neh»« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. WOlle,Cffen6ot infolge dieser Erklärung erheben sich für dm Antrag Massow nur noch die Conservattven, während Abg. Lieber u. Gm. Meßmer Anzeiger Keneral-Mnzeiger. ins G^sicht.^ aennigfen (nL) erwidert Bebel,.die Stellung Bismarcks in der Geschichte stehe so fest, daß sie durch Bebels Kritik nicht beeinträchtigt werde. WaS die Sache anlange, so seien seine Freunde bereit, diejenigen Vorschriften de« JesuitengesetzeS beseligen zu helfen, welche sich tn 20jähriger Hebung als unpraktisch erwiesen 6alten2Ib8. v. Hodenberg (Welfe) unterfchreibt für seine Person Alles, was Bebel gesagt hat. . . .. Aba. Bebel erwidert dem Abg. v. Bennigsen, die Geschtchts. fälschet allerdings bestätigten dessen Ansicht über Bismarck, die Zukunft dagegen werde ihm selbst Recht geben. . Abg. Liebermann v.Sonnenberg «RefriP.):Seft>e Freunde hätten in dieser Gewisiensfrage freie Hand , er versdnttch W»»srsiter W.MN i-em Anzeiger WtM/'ich dreimal gelegt. Wertoen. Unterstützt .urchan allen Orten bei Pro v i nz OilSttll essen ansässige Benchterstatter.lstder „Gießener bt68btr btn Wirkungen desselben unterstellt gewesen ist. von ÄülMr" ferner in der Lage, die interelsanten I ^örler- :'3!tIngo 11)0 in der Provinz so frühzeitig wie möglich W „b^warten, um wenigsten« Io west den auf dieWieder- untuiß Seiner Leser zu bringen, desgleichen utrtii Begebenheiten m der -stabt Gießen dre Sm> »ft. giJ 1 *&*ML?rÄLL ......|grfrsats;« CWfien betriebenen Landwirthschast wird der AWper durch Veröffentlichung von allem Wissens- m xxnlfca aus dem Gebiete derselben besondere Berückst. M,ing zu Theil werden lasten, daneben aber auch diöii Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wml! schäft, Handel, Gewerbe und Industrie | trink Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein ge- di Will.-s Feuilleton wird neben besonderen Ar- tiuiHn (irnfteren und heiteren Inhaltes den erwünschten UMcchaltungsstoff bieten. Außerdem werden die ,,Mener Familienblätter", welche dem An- MMtr wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die st IN ein gewähltes Feuilleton als Unterhalwngsstoff bllmgM, namentlich im Kreise der Famllien eine Beigabe bieten. ffiUr ersuchen nun namentlich auswarttge Leser, ÜW Bestellung bei der Post baldgefl. ausgeben zu ttnüen Neuhinzuttetende erhalten vom Tage der HMung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfter zu- «Mlt wie wir auch gerne bereit sind, Probe- 9 fernem nach auswärts postftei zu versenden. Den LMvi in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, d »c Anzeiger weitersenden und den Abonnements- durch Quittung erheben lassen, falls nicht aus- briidje Abbestellung erfolgt. Hochachtend u Ä&S' SS-?' Iridlt an» * m ^6 auswä^ auf Weiteres se Fr. Sei Tiezstraße. ier-Kack ul Hamel empfiehlt aus -er Br» M r» Ptz Uia frei ins ii jede W schleunigte Beschlußfassung des BunhesrathS htnzuw rken. Abg. Dr. Lieber (Etr.) beantragt Besprechung der Inter. * Vllirf. pellation. . ,, . „ I ^.amftebmbc landesgesetzltche Bestimmungen sind aufgehoben/' Der Antrag erhält genügende Unterstützung. 6 8 Aba Meister weist auf die gegenwärtige Handhabung der Abg. Lieber: Herr Graf Hompesch ist bescheiden genug gewesen, I m un namentlich auch aus Hannover, wo der Ober- hau (»in»n strnmhen und dem katholischen 5801,1 *U k“«IS Pi*** Abg. v. Bennigsen constattrt, daß er als OberprLftvenr nicht eine allgemeine Versügung erlasien habe, sondern> daß feine Entscheidungen nur immer sür den einzelnen Fall abaebe. Abg Rickert (srs. Dp.): Ein Recht für Vereine scheine e« In Preußen kaum noch zu geben. Zuckerfabrikantenvrreine durftm, wenn fieB die Interessen ihres Gewerbe? vertreten, mitein ander in Verbindung treten und gemeinsam Sesetzgeberische Fragen beb-ndeln und auf die Gesetzgebung Einfluß zrlS machen suchen. Anderen ge' werblichen Vereinen vel wehre man da«. Der vorliegende Antrag , . < rvx 1 C. ...______ - CmXCoAUMA Mtfr / nfl Vm «um II FT nur von feinen Freunden und dem katholischen Volke zu fp"chen. obgleich es doch gerechtfertigt gewesen wäre, nachdem ein emhettltcher Beschluß deS Reichstage« seit 16 Monaten vorlag, davon zu sprechen, daß eine Gertngschätzuna des Reichstage« darin liege,. wmn der BundeSrath zu einem solchen Beschluß noch immer nicht Stellung genommen hat. (Lebhafte Zustimmung.) Dieses Zögern erscheint desto merkwürdiger, wenn man die Schnelligkeit bedenkt, mit der der BundeSrath zu manchen anderen Dingen, besonder« in ablehnender schmerzl^bn""alsna«* in^ Deutschland sich jeder Anarchist frei sondern auch deutsche Frauen und Jungfrauen verbannt. ^Wann äußersten dgittcher: Ich habe einen Meinungsaustausch wird der bundeSrälhliche Landsturm in feinem langsamen Vormarsch | verbündeten Regierungen veranlaßt Dieselben vermögen den bi« zu der Entdeckung gelangt sein, dab "migstenS dieOrdeMra en b .wetten Lesung ihre Zustimmung nicht zu ertheilen. vom hestigen Herzen Jesu nicht als Jesuiten (™cr^,n.- I DaS überraschl d-S H°u» auch wohl nicht (Zurufe: Nee! Hetter- (Sebr gut!) Ich halte e« für eine Schmach für das Deutsche ) ch, Vassermann hat mir noch nicht Vorgelegen. Ich deutsche Frauen nur darum aus dem Vaterlande zui verbannen und ). nichts sagen, wie der BundeSrath darüber beschließen tn der Verbannung zu erhalten, weil der Lurch^ratb sie jur lelutt«^ ® J Beruhigung kann ich sagen, daß da? Bedürf- verwandt hält. (Lebhafter BeifaÜ.j Dieser Schandfleck muß end ch • * Reform in Bezug auf daS mit einander in Verbtndung- von der deutschen (Kation abgewaschen werdrn. Ich will nur n ch I B voltttschen Vereine auch von btn meisten der verbündeten daran erinnern, M in demselben Augenblicke, wo wir -insttmmig LLunam -ner^nnt wtrd. Fraglich ist nur der Weg dieser entschlossen sind, das bürgerlich. Gesetzbuch, und »war möglichst ba^, ober parti?ulargesetzltch. zu veradschteben und dadurch die deutsche RechtSeinhett herzustellm, I - Satfiem (E) mstrfiehlt den Antrag Basiermann. E« ttne 'o himmelschreiende politische RechtSungletchheit aufrecht erhalten E,edürft^ntschieden einer Regelung von Retchswegen und nicht tn mlrb'abg!l>®rafrstm*urg i-°°U M -b» ^i-tnung, «m d-n betont der SBunbeirdb des religiösen Friedens sei e« nicht möglich, da« Gesetz»in sene keineswegs die retchSgesctzliche Regelung der im Anträge Basier- Gesammlhett auszuheben. S 1 Wnne ni($t auf S^doben werden, woh h enlballe6nen Materie ab gelehnt, sondern überhaupt noch keinen aber S 2, wonach Ausländer ausgewtesen "erden können und won ch Beschluß darüber gefaßt- Einzelne Regierungm zögen die particulare Inländern Aufenthaltsbeschränkungen auferlegt werden können. In | ^e,®iuB oaruoti m seinem ersten Thetl sei dieser Paragraph überflüssig, benn das be- tnffenbe Recht stehe ben Regierungen ohnehin schon zu. Em Th-t seiner Freunde sei jedenfalls bereit, ben S 2 auszuheben. Er stelle daher dem (Sentrum anheim, zwei Anträge einzubringen, einen auf I Aufhebung de« ganzen Gesetzes, und einen aus Aufhebung nur de» S 2. 9 Adg Schall (cons.) erklärt sich Namens seiner Freunde gegen die Aufhebung des Gesetzes gerade deshalb, weil sie den confessionellen Frieden wollten, und der Jesutten-Orden ein ^Empf-Ordm fei. Es I würden, wenn man den Orden wieder zulasie, die (^ulturkampf- ^'^"Abg" Ricke^?ftrs"'V!?.) giebt den verbündeten Regterungen zu erwägen, ob sie nicht ihr Augenmerk wenigstens auf die Aufhebung de« S 2 richten wollten, da die darin enthaltenen Bestim- I munfl , lb9e i^s'oc.) tritt entschieden für Aufhebung deS ganzen Gesetzes ein. BiSmarck sei tn der Beurteilung geistiger Strömungen I dn jammervollste Stümper gewesen. (Lachen recht« und bei den Mabilwitl ($010 tritt für »ufbebuns M JesuitengesetzeS ein; dieses sei jedem Gerechtdenkenden ein Schlag Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Unio.-Buch u. Sleindruckerei (Pietsch & Scheyda). Deutscher Aeichstag. 107. Sitzung. Mittwoch, den 17. Juni 1896. Sim BundeSrathStische: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, S«CSecretäre o. Marschall, o. Bötticher und Graf Posa- -""L der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation L HkSttch derselben wird der Reichskanzler gefragt: 1) Ist J N- chluß de« BundeSrath« in Angelegmheit der Aushebung ulten gesetzt? auch heute noch nicht erfolgt? 2) Au? »Gründen hat der Bundesrath die Entschließung u^r dem 5 S-ii!iSbel(6lu6 vom 20 Februar 1895 verzögert? 3) Gedmk h &iätA«aml«r eine solche Entschließung mmmehr, nach Ablauf v « 6! Monaten, und jedenfalls noch vor Beendigung der gegen- ’XfÄ’Ä »&.n.Ur iu fofortt.« 'WÄÄ3.M.«» • dm '° e «Äriche, daß zu ihrer Begründung nur wenige Worte ß^orat. 1 ata einen Beschluß des BundeSrath« zu dem ReichstagSbefchluß , mFtebruar 1895 ist noch nicht das Mindeste bekannt geworbw. 5 «.st i wohl ble Frage berechtigt, weShald ' D^zogerung. ES t «7t:cht nicht ber Gerechtigkeit unb btt Billigkeit, daß ein »u«- e a 'k«esetz gegen un« aufrecht erhalten wird, wahrend ein AuS- 1 WM S<9eM im Gegensätze zu gewisien Zeirur.gSmeldungen noch au«- I htroarbeben muß, in keiner Weise alterirt werden. (Bravo I fc Zentrum.) Gefolge hier eingetroffen. Der Vicekönig wurde bei der Fahrt durch die festlich geschmückten Straßen lebhaft begrüßt. Nachdem Lt-Hung-Tichang die auf dem KuunerSdorfer Platze m Parade aufgestellten Truppen der Infanterie, Cavallerie und Artillerie abgefahren war, folgte ein Parademarsch und verschiedene Exercitien. Rach Beendigung derselben begab fich der Ex-Biceköntg in die Kaserne des 12. Grenadier- Regiments, wo da» Frühstück eingenommen wurde. Die Rückfahrt ist auf heute Nachmittag angesetzt. Stettin, 17. Juni. Bor der Strafkammer begannen heute die voraussichtlich drei Tage in Anspruch nehmenden Verhandlungen gegen drei Beamte und zwei Kupferschmiede deS „Vulkan" wegen der auf dem Kriegsschiff „Brandenburg" am 16. Februar 1894 stattgehabteo Explosion, bei welcher 44 Personen getödtet worden waren. Kyffhaufer, 17. Juni. Die umliegenden Dörfer sind sämmtlich mit Flaggen, Gutrlauden und Ehrenpforten geschmückt. Die Stadt« und Landstraßen find seit frühem Morgen von Wagen und Fußgängern belebt. AuS allen Richtungen werden in der Nacht und Morgens früh in Kelbra und Roßla Sonderzüge erwartet. Die Vertreter der deutschen Kriegervereine werden in einer Stärke von etwa 16,000 Mann eintreffen. Kyffhauser, 17. Juni. Roßla prangt in reichem Flaggenschmuck, namentlich die Feststraße, welche der Kaiser morgen pasfirt, ist aufs prächtigste geschmückt. Der Ort ist bereits überfüllt. Jeder Zug bringt neue Festrheilnehmer. Der Reichskanzler trifft heue Nachmittag in Frankenhausen ein. Das Denkmal wurde heute schon von einer sehr großen Zahl von Menschen besucht. Roßla, 17. Juni. 500 Berliner Delegirte trafen heute Nachmittag zur Kyffhäuserfeier hier ein. Sie wurden vom hiefigen Kriegervereine mit Musik eingeholt und nach ihren Quartieren geleitet. Abends findet ein Commers in der Festhalle auf der Schloßwiese statt. Veveich«, b«S ttaitee Berlin, 17. Juni. Der Kaiser begab fich gestern Mittag vom Neuen Palais mit dem Vicekönig Li-Hung- Tschang und dem beiderseitigen Gefolge zur Befichtigung des Lehr«Jnfanterie»BataillonS. Der Kaiser erklärte seinem Gaste die Ausrüstung und daS Gewehr. Nachmittag» besichtigte Lt-Hung'Tschang in Berlin die Loewe'sche Fabrik eingehend. Berlin, 17. Juni. Der Senioren-Convent deS Reichstages ist heute zusammengetreten, um fich über die Erledigung der parlamentarischen Arbeiten schlüssig zu machen. Abg. v. Bennigsen war dafür, morgen in die Berathung de» Bürgerlichen Gesetzbuches einzutreten, vorher soll jedoch möglichst die heutige Tagesordnung erledigt werden und wenn fich da» heute nicht erreichen lasse, soll der morgige Tag noch dieser Aufgabe gewidmet sein und daS Bürgerliche Gesetzbuch Freitag zur Berathung gestellt werden. Abg. Lieber stimmre dem Vorschläge bei. Auch Abg. v. Levetzow schließt stch diesem Vorschläge für die Minderheit der conservativen Partei an, während Freiherr v. Manteuffel für die Mehrheit der conservativen Partei dagegen ist und die zweite Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuches bis zum Herbst vertagt wissen will. Derseibrn Ansicht waren die Abgeordneten Richter und Singer. Letzterer will vorher die Tagesordnung erledigt sehen, die Antisemiten außerdem noch ihre Inter- pellation über den Fall Bashford. Vicepräfident Schmidt wird in Abwesenheit des Freiherrn o. Buol am Schluß der heutigen Sitzung die Entscheidung des Hauses herbeisühren. Berlin, 17. Juni. Die Interpellation in der Bashford- Affaire wird, wie die „Staatsbürger Zeitung" meldet, einer Vereinbarung gemäß an erster Stelle der morgigen Tagesordnung im Reichstage stehen. <* Berlin, 17.Juni. Der japanische Feldmarschall A a mag ata traf heute Vormittag mit Gefolge auf der Wildparkstation ein und fuhr alsbald in einem vierspännigen Hofwagen nach dem Neuen PalatS zur Audienz beim Kaiser. Nach der Audienz begab er fich mit dem japanischen Gesandten und seinem Gefolge zu Wagen nach dem Mausoleum Kaiser Friedrichs und verweilte dort längere Zeit. Nach einer Randfahrt durch die Anlagen in der Umgegend der Stadt wurde die Mckfahrt nach Berlin angetreten. Berlin, 17. Juni. Die öffentliche Versammlung der Packeifahrt-Angestellten, die gestern ftattsand und einen recht stürmischen Verlauf nahm, wurde polizeilich aufgelöst. Der Vorsteher deSBrief Recherchen Bureaus, O. Helmhacke, suchte die gegen die Direcrion erhobenen Anschuldigungen zu widerlegen, wobei es zu stürmischen Scenen kam. Als der Hausdiener Käpler meinte, au» den Capitalisten sei nichts herauSzuholen, wenn man ihnen nicht die gespannte Pistole auf die Brust setze, wurde die Versammlung aufgelöst. München, 17. Juni. Die „Münchener Neuesten Nachr." weisen die Behauptung des „Berl. Tagebl.", anläßlich deS bekannten Moskauer Vorfalles seien Belästigungen hier lebender Preußen in bedenklicher Anzahl bekannt geworden, entschieden zurück. Karlsruhe, 17. Juni. Die zweite Kammer nahm einstimmig den Antrag auf Neu-Eintheilung der Wahlkreise an. Ein KretS soll durchschnittlich 25,000 Einwohner umfassen. Budapest, 17. Juni. Der König von Schweden hat dem internationalen Preß-Congreh ein sehr liebenswürdiges Einladungsschreiben zugehen lassen, infolge dessen al» nächster Congreßort Stockholm gewählt wurde. Rom, 17. Juni. Wie verlautet, hat Menelik dem Papste witgetheilt, er werde die italienischan Soldaten auf seine Fürbitte freigeben, die Offiziere jedoch nur gegen hohe» Lösegeld. Pari», 17. Juni. In der Sammer erklärte der Radikale Dron, die Kammer würde den Aröeitertag auf zehn Stunden festsetzen. Die Arbeitergesetze seien da» beste Mittel, um den EollectiviSmuS zu bekämpfen. In Belgien sei die liberale Partei verschwunden, weil fie keine Arbeitergesetze geben wollte. Die Socialisten hätten ihre Stellung im Parlament eingenommen. Rewyork, 17. Juni. Dem Director der Neuen Amsterdamer Bank, Wickoff, wurde von einem Anarchisten ein Brief übergeben, in welchem für die anarchistische Agitation sofort 6000 Dollar unter Androhung der Todesstrafe verlangt werden. Da fich der Director weigerte, diese Summe zu zahlen, erschoß ihn der Ueberbringer de» Briefe» und tödtete fich dann selbst. Eydikuhueo, 18. Juni. Unter den hiefigen Fabrikarbeitern find Unruhen ausgebrochen. Die Arbeiter von zwölf Fabriken verlangen eine zehnstündige Arbeitszeit. Hamburg, 18. Juni. Die große Seifenfabrik Jorg Heyen & Co. in Sanct Pauli steht in Flammen. Roßla, 18. Juni. Der FesteStrubel anläßlich der heutigen National-Kyffhäufer-Feier hat bereit» gestern begonnen. Viele Tausende find mit Extrazügen hier eingetroffen, die Fürstlichkeiten, Bürgermeister der freien Städte, der geschäflsführende Ausschuß des Denkmals-Baue» werden nach beendeter Feier als Gäste des Ehreu-ProtectorS, Fürsten Günther von Schwarzburg-Rudolftadt, auf dessen Jagdschloß in Rathsfeld zwischen dem Kyffhauser und Franken- Hausen frühstücken. Budapest, 18. Juni. Auf der Drahtseilbahn, welche den Verkehr zwischen Ofen und Pest vermittelt, wurden durch die Ungeschicklichkeit des Maschinisten gestern Nacht zwei fast ausschließlich mit auswärtlgen Journalisten besetzte Wagen zertümmert. Zehn Personen wurden schwer verletzt, darunter der Correspondent deS „Daily-Chronicle" in Wien, Dr. Horwitz. Ein Hof- beamtet und der Conducteur wurden ebenfalls schwer verletzt. vrüffel, 18. Juni. In der Vorstadt Jxelle» entstand durch eine Explosion ein Brand, bei welchem füns Personen in den Flammen umkamen. Zwei Feuerwehrleute wurden schwer verletzt. Koustautioopel, 18. Juni. Gestern früh wurden wiederum vier Armenier hingerichtet. Weitere Hinrichtungen stehen bevor. WB. Wildpark, 18. Juni. Der Kaiser reiste heute früh um 7 Uhr 20 Min. mit Sonderzug zur EnthüllungS- feier des Kaiser Wilhelm-Denkmals nach dem Kyffhäuser. WB. Roßla, 18. Juni. Gestern Abend und heute Nacht sind zahllose Kriegervereine hier eingetroffen- fie wurden tu festlichen Zügen und mit Mufikcapellen nach den Massen- quartieren gebracht. Seit heute früh 5 Uhr vollzieht fich von überall her der Anmarsch zum Denkmalsplatze. DaS Wetter ist prachtvoll, die Stimmung gehoben. WB. Kyffhauser, 18. Juni. Der Kaiser traf heute Mittag auf dem Denkmalsplatze, von den Volksmassen und spalierbildenden Kriegern jubelnd begrüßt, ein. Der Kaiser und die Bundesfürsten begaben fich auf die Plattform vor der Bogenhalle. Der DenkmalSauSschußpräseS, General Spitz, dankte für da» Erscheinen, die Treue alter Soldaten gelobend. Professor Westphal, Hauptmann der Reserve, hielt die Weiherede,- er erinnerte daran, daß seit stebenbundert Jahren kein Kaiser den Kyffhäuser betreten, gedachte ferner der großen Zeit der Reichsgründung und der Einigung aller deutschen Stämme durch Wilhelm den Großen, dob hervor, daß die Kriegervereine einen Schutzwall bilden gegen die vaterlandslose Volksverführung. Der Kaiser anwortete, er sei freudig bewegten Herzens mit den Bundesgenossen zu der Denkmalsweihe gekommen, welche» ein würdiger Schlußstein der Gedenkfeiern des großen SiegeSjahreS sei. Der Kaiser dankte allen Schöpfern und Förderern des Denkmal» und betonte, er wisse, daß die alten Kämpfer heilig halten die Erinnerung de» großen Kaisers. DaS Denkmal bleibe ein Wahrzeichen solcher Gesinnung, für die Zukunft, ein Wahrzeichen einiger treuer Hingebung an Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland- eS gelte festzuhalten an der Ehre und Wohlfahrt Deutschlands über allem irdischem Gut. Bleibe der Geist, der daS Denkmal schuf, erhalten, dann könne da» Vaterland allen Zukunftsstürmen trotzen. Der Kaiser dankte für da» Treuegelöbniß der Krieger, deren Wahrspruch sei: „Mit Gott für Kaiser und Reich!" er wünscht dem Vaterlande immer Männer gleich den Mithelfern de» großen Kaiser» am LebenSwerke der Wiedererrichtung des Reiches. H. London, 18. Juni. In der vergangenen Nacht ist der Castle - Dampfer „Doummond Castle" nächst der Quessauiusel mit 143 Passagieren und 104 Mann Besatzung unterg egangen- zwei Passagiere wurden gerettet. Die Passagierliste ist noch unbekannt- unter der Besatzung ist kein Deutscher. Dermuthlich ist ein Zusammenstoß die Ursache deS Unterganges. DaS Wolff'sche Correspondenz-Bureau berichtet weiter: London, 18. Juni. Nach einem Lloyd-Telegramm ist der Dampser „Doummond" vollständig verschwunden. Man glaubt, e» handle sich nicht um einen Zusammenstoß, sondern um einen Bruch auf einem Riff. DaS Schiff sank in drei Minuten. Sech» Leichen wurden bereit» aufgefunden. Brest, 18. Juni. Der Dampfer „Drummond Castle" lief auf Felsen auf in der Nähe der Molenen - Inseln. DaS Schiff sank in drei Minuten. Von 250 an Bord befindlichen Personen wurden nur drei gerettet. Bergungsdampfer find am Abend nach der Unglücksstelle abgegangen. unb protHnsUUe», Gieße», den 18. Juni. Recilatioo. Der Vortrag deS RecitatorS Gustav Becker aus Frankfurt a. M.: „Die Schlacht bei Sedan und Donchery" findet morgen Freitag, äu-v. des „Safe Leib" statt. Auch für Damen ? > t*: hochinteressant. E» heißt unter Anderem. h „Nicht mehr Soldaten kämpfen mit §eikQ, Hi» kämpft, wa» Deutscher und Franzose Seht tobtenbleid) auf jenes Hause» sL.n Die Jungfrau Ihr, die ichwarzumlockte fahl Wild wie der Panther, schlank wie die Das ist de» Hufschmied» Tochter, jung und Lag diese Hand je auf geliebtem Arme ** Die jetzt so tödtlich sendet Schuß aus Schutz- •• Acht Uhr Ladeaschloß. Auf Veranlaffu^' m Ministeriums hat die hiesige Handelskammer Uw laffen bei den Inhabern der offenen Ladenges fich zu dem beabsichtigten Ach t-Uhr. Schlutz schäfte stellen. Die Mehrheit wünscht die Geschäfte um 9 Uhr gesetzlich eingeführt, adn - , starke Minorität ist vorhanden, welche für 8 & darunter ein Spezerei- und zwei Delikateffenoe'chj^ kleine Minderheit aber steht auf dem Slandpuvki so bleiben, wie e» ist. Interessant ist, zu conftattJ die Anhänger de» Acht-Uhr-Ladenschlusse» meinen« n lebhaftesten Geschäftsstraße, nämlich am SelterSireo ” Schlägerei. An einem Neubau in der 2* siraße gerieten gestern Mittag zwei Arbeiter ä wobei einer dem andern mit einer Mistgabel in h stach. Zwei hinzukommende Schutzleute fd)htt(tr Streit und wird eine Anzeige wegen Körpervei . Folge sein. •* In Krampfe fiel gestern am SpLtnachuu Neuenweg eine junge Dame. Es sammelten ' reiche Passanten um die fich am Boden tBinbeth \ junger Arzt und ein Einjähriger nahmen fich der und schafften dieselbe nach ihrer nahe gelegenen So!» . Wechselstempelsteuer. Im Oberpostdirect^r-,. Darmstadt wurden im Mai 1896 an SBedj’el'iir:! - Mk. 11,954.40, zusammen mit dem Vormonat Ml. 2 h \ vereinnahmt, oder Mk. 749.60 weniger als inenr-ie^ Zeitraum des Vorjahre». *• Ausbildung von Zeichnenlehrer». Vie in 'lq Jahren, so hält au» in diesem Jahre in der Zeit:^> Juli biS Mitte August die Großh. Centralstelle ffii t z werbe UnterrichtScurse im Zeichnen zur anettlu; 3 Lehrern an den kleineren Handwerkerschulen hi ab. Der Unterricht, welcher darstellende ©eonum- - Hand-, Fach- und geometrische» Zeichnen umfatzt, - den Lehrsälen der LandeSbaugewerkschule zu iarr. statt und wird von den Lehrern dieser Anstalt ertheil! m Teilnehmer wird laut „N. Hess. VolkSbl." eine : von 20 Mk. pro Woche nebst freier Hin» nnt (sowie sonstigen Transportkosten) gewährt. *• Eine für daS Krankenkaffenwesen wichtig hat da» Landgericht I in Berlin gefällt unö .'ir t Streitfrage zwischen der Kasse and ihren ty-.-.-i 1 ledigt. Diese Entscheidung betrifft die Frage, cbhtRa'r kaffen verpflichtet sind, ihren Mitgliedern daS W- Zähne zu bezahlen. Bisher hatte ein großer P.c Krankenkaffen die Gewährung von Zahnfüllungen - ein anderer Theil hat nach seinem Ermeffea etrtlta f währt. DaS Gericht hat nunmehr entschiebm, 1 Plombiren der Zähne ein Bestandtheil ärztlicher 8r.r - sei, welche nach dem KrankenversicherungS-Geses 6er B» Mitgliedern ohne Einschränkung frei zu gewahren in E. Klein-Linden, 18. Juni. AIS gestern Sbevü daS Fuhrwerk eines Gießener Geschäftsmannes uirarL- pasfirte, wurde dasselbe, bezw. die Insassen, der Führer zwei Frauen, von drei rohen Burschen thätlich in1 / U. A. wurde der einen Frau ein lebender Igel in» 3* geworfen, so daß die von den Stacheln hinterlaßenen heute noch sichtbar find. Hoffentlich gelingt es, dieh^ dieses Bubenstückes zur Bestrasung zu ziehen. W. Londorf, 17. Juni. Die Vorbereitungen am 5. und 6. Juli d. I. dahier ftattfindeoden 6Ai|’ feste, verbunden mit Fahnenweihe de» Gesangvereins.l- finn", find in vollstem Gange. Durch Theiloohwe 0»' 30 auswärtigen Vereinen mit nahezu 1000 Sänger« r erwarten, daß da» Fest in gesanglicher Beziehung r- genußreicheS wird. Festplatz ist die schöne, in unmi-^ Nähe unsere» neuen Bahnhofes gelegene Bettwiest. 3~; Speisen und Getränke, sowie für Vergnügungen, za» - höben, Carouffell, Schießbuden rc. wird hinreichend Möge der Himmel daS schön geplante Fest nicht werden lassen. E. Echzell, 17. Juni. Die mit Spannung t* HeugraS-Bersteigerung auf den herrschaftliche»^ in hiefiger Gemarkung hat gestern fiattgefunben. 1> • tarnen höher, al» man erwartete, denn fie schwankten» 12 bi» 39 Mk. pro Morgen, je nach dem Stande M ter8. Dieser Stand läßt aber auf trockenen tagen zu wünschen übrig, denn e» find Parthieen vorhoir^ der Morgen kaum 5 bis 6 Centner Futter bring: Eigenschaften besitzt letztere», nur ist efl zu wenig / Nacht und am Tage hatten wir kräftige, warme, tuh» , gehende Gewitterregen, welche auf alle Gewächse . . gezeichneter Wirkung find. Die heißen Tage ke Woche fangen an, daS Ungeziefer hervorzutretbe» Stand unsrer Felder ist sonst gut. — Die in der gemarfang Bingenh eim heute Bormittag 0 ' GraSverfteigerung fiel günstiger für die ®teiglieW J, Die Preise find tm Durchschnitt mäßiger und der»- stand besser. n. Au» der Wetter»», 17. Juni. Die Vene‘ tJ bereit» im südlichen Theil der Wetterau degonoeo, der mittleren Nidda hat man mit dem SraSichnnt a r Wie vorauSgesehen, bleibt der Dünfntterertr»! a । bi i f « v» t +- Ti st ä MCI »][) lächere «ultnnft aber die 6emmetfatten wird von der iFahrkarteaau-gabe ertheilt. 2)ll)ikt den Oberheffifchen Bahnen während des ganzen ZahreS: ui) Rundreise Gießen — Aißfelb— Fulda—Elm—Gela- Haufe«—Nidda -Gießen oder umgekehrr. Gültig ro ir i rigeü zurück. Wohl hatten die letzten Regen, die nt rft überall ergiebig fielen, daß WachSthum deß Boden» gniet-j günstig beeinflußt, allein c« konnte sich in der kurzen nch nicht genügend entwickeln und trocknet, da eß sehr w «rfftt, stark zusammen. Hn manchen Orten iaht man fich, nr uu ni nachgewachsenea Grad Zeit zur vollen Entwickelung verleiten, die Heuernte noch länger hinauSzuschieben. D toi st aber durchaus unrentabel, denn der GraSsamen geht se e.r Vollreife entgegen, und eß ist ja bekannt, welche SArffmengen die Pflanzen zur Tamevbtlduog verbrauchen. ffiUc. man also mit dem GraSichnitt zu lange wartet, sollt re 1*119 deS Trocknens der Samen aus, und die zurück» bi tt.: ? tn Halmen haben nickt mehr Nährwerth als Stroh. Dllvbve Zeit des Heumachens ist bald nach dem Sbblühen dvttSeaseS, wenn auch das Gros daun noch welcher ist und m'iit^usammentrocknet. — Die biß jetzt adgehalreoen Der fittSjnwigen brachten gegen daß Borjahr höhere Preise, waß ai- m taamlt zusammenhängr, daß die reichen, vorigjährtgen E'lniu« säst verbraucht find. B. Berstadt, 17. Juni. Gestern Nachmittag sand die Buchest gerung deS Heugraseß aus den fiScalischen ißWin Iftatt. Die Gebote schwankten zwischen 10 und 32 Mk. decr Ni2rgen. Im Berhältnih zu diesen Preisen steht die zuw lmtende Menge Futter, d. h. man kann aus 4 biß 1! Lenloer Heu rechnen. Letzterer Ertrag ist sehr hoch. xu6 den Beniner Heu aus der Wiese zu 2 Mk. ver» ar nrtlapm. Für diesen Preis liefern ihn auch die Händler. ß Mainz, 17. Juni. Nach Anordnung des General« am^rdoS finden die diesjährigen Herbstmanöver der hsdfiitem (25.) Division aus rheinhesfischem Gebiete statt. Die vgehenden Regiments und Brtgadeexercieren werden a«ue hiR „großen Sande" hier abgehalten. Am 9. Septemder D«Bw(]cn die Truppen die hiesige Garnison, mit der Marsch» iMtniq nach Alzey und treffen am 23. September wieder hiMni/, woraus die Entlastung der Mannschaft zur Reserve ermjilsi. — Der Re tseverkehr am Rhein, welcher zu ’Bijang dieses Monats »och sehr viel zu wünschen übrig ließ, jciLx^tzt nach und noch an fich zu beleben. Zwar sieht miKi nri) wenig Ausländer und selbst die Zahl der unver» rrrmrllHitn Engländer ist aus den Rheindampsern und Hotels nm) jtidng; dagegen trifft man viele inländische Paffanten ai oj ble fich nach den Bädern, Kurorten, der Schweiz, zur AillililiLunfl nach Nürnberg u. dgl. begeben und dabei die ^Vcherheit zu einer Rheinreise benutzen. Bon der gegen» oneinigen Reisefcequenz haben hauptsächlich die mittleren Hotels in Mi» kStädien den Bortheil, während die großen Gasthäuser umiitit kleineren Kurorte am Rhein noch hinlänglich Platz siliÜ!Fremde haben. — Gestern Abend versuchte fich die Frau eii liiilt L aglöhnerS mit ihrem kaum vier Monate alten Kind hiiiiiilv den Rhein zu stürzen, jedoch wurde dieselbe vi o«Pikanten gewaltsam von ihrem Borhaben zurückgehalten, ffi Wer Zwist soll die Frau zu dem Schritt veranlaßt bch'tn. kki zeichnist der bei der Fahrkartenausgabe (tAcheiit verkäuflichen Rundreise«, Sommer« und Tonrenfahrkarten. V )OBtk der SiaatSbahn, nur in den Sommermonaten vom L lllai biß SO. September verkäuflich: Rundreise Rhein : Gießen—Wetzlar—Niederlahnstein- Rüdcsheim—Wiesbaden—Frankfurt—Gießen oder umgekehrt. 10 Tage gültig. 1. Cl. 20.60 Mk., 2. El. 15.50 Mk., 3. El. 10.30 Mk. Tour 14B: Gießen —Wetzlar —Limburg —Diez— Langenschwalbach — Wiesbaden —Frankfurt - Hptbhf. Gießen oder umgekehrt. 3 Tage gültig. 2. Cl. 10.30 Mk., 3. Cl. 6.90 Mk. Rundreise Gießen—Wetzlar -Betzdorf—Köln—Cob- lenz—Gießen oder umgekehrt. 10 Tage gültig. 1. Cl. 24 80 Mk., 2. El. 18.70 Mk., 3. Cl. 12.50 Mk. Ruvdreise Hefseu: Gießen—Frankfurt a. M —Mainkur oder Offenbach — Hanau — Fulda — Bebra- Cassel—Gießen oder umgekehrt. 14 Tage gültig. 1. Cl. 27.60 Mk., 2. Cl. 20.70 Mk., 3. Cl. 13.80 Mk. Sommerkarten nach Rorderoe, über Norddeich oder Geestemünde (Bremerhaven) oder Cuxhaven und zurück. Gültig 45 Tage. 1. Cl. 79.60 Mk., 2. Cl. 61 Mk., 3. El. 42.40 Mk. Sommerkarien nach Borkum über Leer oder Emden oder Geestemünde (Bremerhaven) oder Cuxhaven und zurück. Gültig 45 Tage. 1. Cl. 84 Mk., 2. Cl. 66.60 Mk., 3. Cl. 49.10 Mk. 8 Tage. 1. El. 15.20 Mk., 2. Cl. 11.40 Mk., 3. Cl. 7.70 Mk. 25 Kgr. Freigepäck. tu’:) Touren nach dem Vogelsberg: Emir 3: Gießen—Hungen—Laubach zurück Mücke— Gießen oder umgekehrt. 4 Tage gültig. 2. Cl. 2.50 Mk., 3. Cl. 190 Mk. Ll»ur 4: Gießen—Hungen—Laubach zurück Grünberg— Gießen oder umgekehrt. 4 Tage gültig. 2. Cl. 2.30 Mk., 3. Cl. 1.70 Mk. Luur 5: Gießen—Hungen—Laubach zurück Sckotten— Nidda—Gießen oder umgekehrt. 4 Tage gültig. 3. Cl. 2.50 Mk. SÄ ***.'■' ®*|» Alls g> ? Mm- r Nt QUlbfe . Entert ft,** ■ ÄS ft? ®1' 'tat Hu W gesittli a« dch am na^(r' ? Nt 8« Ctn:, tm ®#11896 «£.. ®tD »it dem 749.60 totnign tilg eö. 00 Ztichmülehkni. : n Eisern Jahre in i3 1 die Graßh. CewL 1 l® Zeichnen pii en Handwerkers ivelcher darftellevti lettischer Zeichnen c: mderbaugewerkschnil i Lehrern dieser An«- t ,/N. Hess. oche nebst freier hi> ßportkosten) gewahri. üraalenlasfenivtsen eil f in Berlin gefall der Kasse and ihr« dnng betrifft die Fra: , ihren Mitgliedern L Bisher hatte ein r vährnng von ZahnsL l nach seinem W )t hat nunmehr tr ein vestandtheil an:: Krankevversicherllog^^ chrankung frei zu gi« 18. Juni. Aiö gifiv- Aießener Geschasl^ e, bezw.die Insassen, ei rohen Burschen W >n Frau ein lebend ork «Tflcfommar_________________________________ Literatur unb Knnft — Bon rpamer- großem Handatlas liegen unS die Lieferungen 5 bis 10 vor. Sie sind durchaus geeignet, den günstigen Eindruck, ben bereits die ersterjchtenenen erweckten, »u erhöhen, und wir nehmen baher gern Veranlassung, daS schöne Werk neuerbingS wärmstens zu empfehlen. Insbesondere zeigt sich immer mehr, eine wie glückliche Idee eS war, mit den großen Karten einen von einem ausgezeichneten Fachmanne (Prof. Hettner in Leipzig) bearbeiteten Text zu verbinden und darin zahlreiche, im Ganzen über 600 kleinere Specialkarten, graphische Darstellungen von wtrthschaftlichen oder Verkehrsverhältnrssen, ethrographtsche und historische Skizzen u. bergt, etnzuschalten. Diese Vereinigung verleiht dem Spamer'schen Handatlas eine Vielseitigkeit, bte sonst nirgends geboten ist. Der Text bietet in seiner knappen, aber gediegenen Darstellung eine Fülle von Anregung und Belehrung. Die ebenfalls unter Pros. HettnerS Leitung hergestellten Spccialfarten lasten unS geographische, wirth- schaftSpolttische u. ä. Verhältnisse mit einem Blicke übersehen, die biA gewöhnliche Kartenbild gar nicht, daß geschriebene oder gesprochene Wort mit so klarer Anschaulichkeit vermitteln kann, und bilden so eine überaus werthvolle Bereicherung und Ergänzung des Kartenwerkes. So finden wir tn den vorliegenden Lieferungen neben prächtig gestochenen GebirgSkarten (Bayerische Alpen, westlicher und östlicher Theil, Oetzthaler Alpen, Brenner, Salzkammergut, Hohe Tauern, Ortler-Gruppe, Dolomiten, Theile deS Kaukasus und der Pyrenäen) die Diamantfelder von Kimberley, die Wasserstraßen von .Mitteleuropa, die Kohlenlager von England, die Verbreitung der Neger und Indianer in Nordamerika, neben »ahlrelchen Umgebungskarten großer Städte historische Skizzen, wie Die Territorialentwickelung Bayerns, das WachSthum der rusfstschen Eroberungen im Kaukasus und Eentralafien, ein höchst interessantes Kärtchen, worin nach dem Aufblühen deS Flieders die Zeit des Frühlingseinzuges in ben verschiedenen Gegenden Europas dargestellt wird, eine Hebers sichtSkarte der Deutschen Landwirthschast u a. a Die Karten deS Handatlas selbst sind durchaus gut, vor Allem übersichtlich und klar. Aus den 15 in den hier desp oebenen Lieferungen enthaltenen Startens blättern möchten wir besonders hervorheben Bayern, Südwestliches Frankreich, das KaukasuSgebtet, Turan und Iran, Südafrika, bte sehr hübsche Karte der österreiehischen Alpenländer und die Reliefkarte von Mitteleuropa, ein ebenso eigenartiges als schönes Blatt, das eine überraschend plastische Darstellung beS ganzen Gebiets von bet Nordsee bis zum adriatischen Meere flieht. Der Spamer'sche Handatlas bildet, wie aus dem Angeführten hervorgeht, ein ganz vortreffliche« Hilfsmittel für geographische Information, dem man nur bte weiteste Verbreitung wünschen kann, zumal der Preis ein erstaunlich niedriger ist: er beträgt für das vollständige Werk nur 16 Mark. ___________ — Als die ersten Nachrichten über Emile Zolas neueste- Werk ,Wom* verlauteten, konnte man von vornherein darauf rechnen, baß von gewisser Seite dagegen Widerspruch erhoben werden würde. An solchem hat eß denn auch nicht gefehlt, ohne daß jedoch der Erfolg des RomanS dadurch beeinträchtigt worben wäre. Erst seit 14 Tagen liegt das Werk in Buchform vor, und bereits sind mehr als 100,000 Exemplare verkauft worden, ja der Papst sah sich veranlaßt, Zola eine freundliche Bemerkung zu widmen. Eine vortteffliche Neberfetzung beS Romans, die dem Original so nahe kommt, alS bte« eben möglich ist/erscheint bekanntlich in der Halbmonatsschrift „AuS fremde« 3ö«a«n* (Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt). Die Zeitschrift hält, was sie verspricht, und ist in der Thal ein Sammelpunkt des Besten der modernen Weltliteratur. Der englische Roman „Der MankSmann" von Hall Eaine, der neben „Rom" einbergeht, entwickelt fich von Heft zu Heft origineller und feffelnder. Unter den kleineren Novellen machen wir besonders auf „Der Nöck" von Tor Hedberg und auf „In Lanciottos Abwesenheit" von Gabriele d'Annunzio aufmerksam. Verkehe, CanO« rrnd DottsuHrtt^kbaft. , 17. Juni. Fruchtmark t. Rother Wetzen X 14,25, weißer Weizen X 13.80, Korn X 9.75, Gerste X 0.00, Hafer X 6.90. Witterungsbericht vom 17, Juni. Don Norden her gewinnt der niedere Druck immer mehr und mehr an Ausdehnung, infolge dessen der hohe Druck immer mehr abnimmt, doch behauptet derselbe immer noch seine Herrschaft. Auch der Luftdruck ist verschieden. Heber dem Continent ist derselbe zwar gering, doch treten vielfach Unregelmäßigkeiten auf und find außer der Depression im Norden heute noch stäche Theilminima im Innern Rußlands, über dem westlichen Mittelmeerbecken. Ferner zieht ein schmaler Streifen über das Salzkammergut südwärts über die Adria bis zur Oftküste Mittel-Italiens. Die heutige Wetterlage neigt zu einer Verschlechterung der Witterung. 8otaaH*tltte Oittttam x Mehrfach Gewitter mit Nieder sch lägen. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeffen am 18. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Laster 19, Lust 20°. Rübfamev'sche Badeanstalt. A Anr 5664 empfiehlt fttiMUillnilliuuliiuuu.lUUt Sensen. Sicheln. Wetzsteine. Heimchen. Hacken. $ zur Probe empfiehlt: l Dort, Wieasen. i/8 Mund ä 16 Eberhard Dank. 5662 M ab irr ®i General-Vertreter der Actien-Gesetlsihaft Electricitätsv LetterSweg 56. vermiethen. vorm. C. 8. Kummer 5t Co., Dresden. Installation electrischer Licht- und Kratt i> Seltersweg 20 3005 N.'dacuon: I. 8.: jpet u: aiin title Topfkuchen backt man mit Dr. Oetker’* Backpulver L 10 Pfg. Depot: Gebr» Adami. Garnirte Kinder- u. Damen-Strohhüte in grosser Auswahl und billigen Preisen. Emil Pistor, Giessen 10 Marktstrasse 10. ^^et^esuche^ 5649 Wohnung von 4—5 Zimmern in freier Lage zum 16. August gesucht; möglichst mit Garenanth Gefl. Lfiert mit Preisangabe unter F. W. an die Exped. d Bl. Im Namen der trauernden Hinterbliebene Chr. Fatz. .'591] Ordentliches Dienstmädchen gesucht. Näheres in der Exped. d Bl Z Ein EiSsehrauk, eingerichtet zum Einstellen von zwei Bierfässern, sowie zwei Stechhähne billig zu verkaufen. 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ÄTÄ- Der Ltadtauflage liegt -iu Extrablatt Mannheim & Lewin, ivahnhosttrafte^^ Neuheiten in Sonnen- und Regenschirmen, A. Holterhoff Söhne Hinke» «Trupp,FrankfstriÄ Gr. Hirschgraben 14. mein Flaschenbier Geschäft mit den altbekannten, so bthetan;* bteren aus der Frhrl. Riedefel scheu Brauerei Lauterbaä Tr munder Löwenbräu, sowie hiesiges prima Bichler-Vin - führe. Das Reimgen der Flaschen, sowie das AbMen der unter meiner persönlichen Beihilfe und (Sontrole. Prompte. SÄ b dienung stets zusichernd zeichne HochachtunM-l 5593 I*. Geisel, Mitz p Danksagung. Allen Bekannten und Freunden sagen wir hiermit fti J so überaus herzliche Theilnahme an dem uns durch den i* unserer lieben Tante betroffenen schweren Verlust, fome Pfarrer Dr. Grein für seine trostreichen Worte unfern! £ vi vnlti, 16. >tigangen der Devtschlaad nnb jtltgtnäett der «entz l'othaire btnn -tz tn btt Zeit, eil aprrwr; zu reben, bet J'tbbabmi eine! ta vn'.m in einer g dsfigte. Das unge in ht schwersten ar eMch trneal eine k - ZW prtu chistutz« dich txn Hon1 littqt flttnbt, rotl i:|tirbettt )nhnsw md b CWntien x ;ihta Debatten hin iU Segnet btl Änr pichen Btftimmuu betten conlmaitotu i« Id trag btfthno b« Sttseen bet li ß«v°z wirb ihm je - Dem Prinz *«rttn durch ben Sie sparen viel Mühe wenn Sie in Ihrem Haushalt uur «rebS-Wichse verwenden, da die» selbe am schnellsten einen schönen, tiesschwarzen Glanz gibt und das Leder nicht angreift. Da «rebtz - Wichse mit Waste» start >«• dünnt werden muß, so ist ste sparsam im «edranch und hat die gute Eigenschaft, daß damit auf «rebSAett gewichst werden kann. Dosen * 10 und 20 Pfg sind zu haben: ^n Gießen bei: « Dort; PH. Herrmann; 8L Menser; «ng. Noll 11.; W. M. «oll; W. Schomver; Rodert Lindt; « ch «. Wallenset». In Grohen-Linden bei: L Menged X. In LangSdorf bei: Isaac «ahn. In Sich bei: H. «. Si«e- mann; Sari stShler *779 Warum? steigert sich der Consum von Tag zu Tag mehr und mehr in 116 Lohn’» Waech-Extract D. 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Tribüne Herren Mk. 7-, ;a Mk. 4 —, 2. Tribüne Mk. 2.—, 3. Platz Mk 1 —, Stehplatz 5