Hiinyadi ABSO- ^IGLIch ®ANSTALT Wt 272 ErRes Blatt Mittwoch den 18. November 1806 Meßmer Anzeiger Kenerat-Unzeiger. Zlmts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. chratisöeikage: Hießener Aamilienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux deS In« und Ausländer nehme« j Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- mtgtgee. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchntgraße Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Avonnemcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamikienvkäiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. ih zu den besten ;hnen Md i,t auch en ™ bezeichnen.» lEßRElCH, Ber/ifl lilw serhändlen. 8920 ornberger, HS IreÜektor. ffekt! ss-Ofen int. t Firm». MF Catalog franco, iohn Carl rrssiM,. ■ ickereie« llie Giesse“er • Bade-Ofens. 8818 - und Wasserwerk i. A 'S»*®; «•«•«*** je« beüen» empfoW* AZ10.__ ligler «plan Friedbe^' Lf, De®«' en, 295 heim Acker, Berstadt L V nach Vewyork, I 'alfiwor?.' ( AnrtLichcr^ Theil» Gießen, den 16. November 1896. Betr.: Die Unterstützung von Familien der zu Friedens- Hebungen einberufenen Mannschaften. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen en die Orotzh. Bürgermeistereie« des Kreises. Wir beauftragen Sie, die Gemeinde-Einnehmer anzuhalten , soweit dies noch nicht geschehen ist, alsbald und spätestens bis zum 25. d. MtS. mit dem Kreiskafferechner abzurechnen. Diese Abrechnung hat in der durch unsere Verfügung vom 4. Juli 1895 (Gießener Anzeiger Nr. 157, 3. Blatt) vorgeschriebenen Weise zu geschehen, worauf Sie die Ge- meinde-Einnehmer noch besonders aufmerksam machen wollen. Dem Kreiskafferechner sind die Formularien B (Berechnung) in der nöthigen Anzahl, nebst dem Anweisungsregister zu übersenden mit dem Auftrage, die Berechnungen für jede Gemeinde in doppelter Ausfertigung aufzustellen. Die Vorlage wird bis spätestens 1. Januar k. Js. erwartet. v. G a g er n. Deutscher Reichstag. 125. Plenarsitzung. Montag, den 16. November 1896. Die Tribünen find überfüllt, auch das Haus ist bester besetzt alS sonst. Am BundesralbSttsche: Fürst Hohenlohe, StaatssecrelSre v. Marschall, v. Bötticher, Minister v. Goßler, v. Hammer- stetn und zahlreiche Eommtssare. Aus der Tagesordnung steht die Interpellation Hompesch: Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, Auskunft darüber zu geben, 1) ob bis 1890 ein geheimer Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Rußland bestanden hat: 2) im Falle ein solcher Vertrag bestand, welche Vorgänge dazu geführt haben, ihn nicht zu erneuern; 3) welchen Einfluß die jüngsten Veröffentlichungen über diese Angelegenheit auf die Stellung Deutschlands im Dreibunde und sein Verhältniß zu den üvrtgen europäischen Mächten geübt haben? Reichskanzler Fürst Hohenlohe erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beantworten. Abg. Graf Hompesch weist auf die durch die Hamburger Enthüllungen hervorgerufene lebhafte Bewegung und Beunruhigung hin. Angeftchts deS durch dieseVeröffentlichungen hervorgerufenen Mißtrauens ist es wlnschenswerth, zu erfahren, ob der Vertrag mit Rußland bestanden hat. Hoffentlich werde die Auskunft gegeben werden können, daß unsere Beziehungen zu den Mächten durch die Hamburger Enthüllungen nicht nachtheiltg beeinflußt worden seien. Reichskanzler Fürst Hohenlohe: Aus die Interpellation habe ich Folgendes zu erklären: lieber die Verhandlungen, die vom Jahre 1887 bis 1890 zwischen Rußland und dem Deutschen Reiche ftatt- gefunden haben, ist s.Z. unbedingte Geheimhaltung verabredet worden, und der Zeitpunkt, von welchem aus diese Verpflichtung aushört, kann hiernach von untz nicht einseitig bezeichnet werden. Ich bin daher z. Zt. nicht in der Lage, über das Ergedniß der Verhandlung amtliche Auskunft zu ertheilen. WaS sodann die Haltung der deutschen Politik gegenüber Rußland seit dem Frühjahr 1890 betrifft, so ist auch hier meinerseits eine erschöpfende Antwort nicht möglich, so lange jene Veipfllcktung fortbesteht. Was in dieser Beziehung gesagt werden kann, überlasse ich dem Herrn Staatssecretär des Auswärtigen AmtS darzulegen, der damals an den Berathungen theilgencmmen hat. Nach sorgfältiger Prüfung deö vorhandenen Materials kann ich nicht umhin, die Gründe, welche damals die deutsche Politik leiteten, als vollwichtig anzuerkennen. (Beifall.) Dabei kann ich der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß eine ungünstige Veränderung in unseren Beziehungen zu Rußland als Folge jener Politik sich nicht fühlbar gemacht hat. Die Behauptung, daß damals oder jetzt englische ober überhaupt auswärtige Einflüsse mitgewirkt hätten, muß ich als jeder Begründung entbehrend, zurückweisen. (Hört! hört!) Was die Wirkung betrifft, welche die jüngsten Veröffentlichungen auf die Stellung Deutschlands zum Dreibund und sein Verhältniß zu den übrigen europäischen Mächten gehabt haben, so freue ich mich, erklären zu können, daß die Wolke de? Mißtrauens, welche sich in dem ersten Augenblick in einzelnen Schichten der Bevölkerung jener Länder gezeigt hat, wieder verschwunden ist, und daß unser Verhältniß zu unseren Verbündeten nach wie vor getragen ist von unbedingtem gegenseitigem Vertrauen. (Beifall.) Desgleichen haben unsere Beziehungen zu Rußland keinen Augenblick aufgehört, gute und sreunb- schastliche zu fein. (Lebhafter Beifall.) Staatssecrelär v Marschall: Ich bitte von mir keine Enthüllungen zu erwarten, es würde das nur den Streit vermehren. Mine Aufgabe ist nur die Vertheidigung und die Beleuchtung gewisser Angriffe. Die eine gegen uns gerichtete Anklage wiegt am 'chwersten, denn sie trifft uns an der empfindlichsten Stelle. Ich weise daher diese Anklage auf das Entschiedenste zurück, als ob wir jemals etwas gethan hätten, was auch nur im Geringsten unvereinbar loSte mit unteren Verträgen, weder dem Geiste noch dem Wortlaute nach (Bravo!) Bei aller Bewunderung der staatsmännischen Weisheit, welche zu unseren Verträgen geführt, dürften doch Zweifel gestattet frin, ob mit der Mehrzahl der Verträge der innere Werth jedes einzelnen Vertrage« gesteigert werden würde. Ein Bündnißvertrag |ut Sicherung gegen einen ferneren Angriff kann loch nur dann ralbsam sein, wenn auch ein vollkommenes gegenseitiges Vertrauen rrtb gemeinsame Interessen vorhanden find. Man sagt, wir hätten Bitt Rußland einen Vertrag geschlossen, der unS zu wohlwollender Neutralität verpflichte, wenn Rußland von Oesterreich angegriffen werbe. Ob das richtig ist, weiß ich nicht. Aber wenn es richtig ist, we8 hie Enthüllungen sagen, so hätten wir auf der einen Seite die Verpflichtung zu wohlwollender Neutralität, auf der anderen zu gemeinsamem Vorgehen (Rufe: Sehr richtig I) und wir hätten dann also die schwierige Frage zu entscheiden gehabt: wer ist der Angreifer, wer der Angegriffene? Wenn ein so hervorragender Staatsmann wie Fürst Bismarck glaubte, solche Schwierigkeiten zu beherrschen, so steht doch desien Staatskunst so anerkannt fest, so felsenfest, daß fie keiner Bestätigung bedarf. Wenn aber sein Nachsolger Über diefe Rückversicherung eine andere Auffassung hatte und wegen der Zweckmäßigkeit einer unbedingten Geheimhattung solcher Verträge Zweifel hegte, so mag man diese Auffassung kritifiren. Aber ein so verdienstvoller und gewissenhafter Mann wie Graf Caprivi ist doch wohl erhaben über Angriffe dieser Art. Redner weist dann den Verdacht zurück, als ob England irgendwie s-.ine Hand im Spiele gehabt habe. Unsere Beziehungen zu Rußland bedürfen auch nicht des Ptedestals solcher Abmachungen. Es hieße das Verdienst Bismarcks verkleinern, wenn man behaupten wolle, unsere Beziehungen beruhten auf keiner anderen Grundlage, als auf jenen Abmachungen. Unser Verhältniß zu Rußland bat dauerndere Grundlagen, die Freundschaft der Souveräne und der Regierungen, um das Vorhandensein mancher gemeinsamen Interessen. Auch seit 1890 haben wir mit Erfolg diese guten Beziehungen zu Rußland auf dieser Grundlage gepflegt und es hat seit jener Zeit keine ernste Differenz zwischen Rußland und uns bestanden. Ich habe nicht die Absicht, etwas zu sagen, was den Streit verbittern könnte, der Niemandem frommt und ick bin außer Stande, in diesem Streit einen practischen Kern zu finden. Die Treue und das unentwegte Festhalten an dem Vertrag mit Oesterreich und Italien, die Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland auf der angedeuteten Grundlage, die Aufrechterhaltung eines guten Verhältnisses zu anderen Mächten, die Bereitwilligkeit, unsere Macht stets zu Gunsten des Friedens geltend zu machen, — das sind die Grundlagen unserer Politik. Gestützt auf diese Politik und unsere Wehrkraft wollen wir allezeit unsere Einheit bekunden, die wir unserem großen Kaiser und unserem ersten Staatsmann verdanken. Wir können getrost unsere realen Güter pflegen und mit voller Zuverficht in die Zukunft schauen. (Lebhafte längere Beifallsrufe.) Abg. Lieber (Ctr.): An der Erklärung deS Reichskanzlers sei ihm wichtig: Erstens die beruhigende Versicherung, daß seit 1890 unser Verhältniß zu Rußland ein durchaus gutes geblieben sei; zweitens die Versicherung, reinerfei englische Einflüsse im Spiele seien; drittens die Versicherung, daß das Mißtrauen in einzelnen Schichten der Bevölkerung der uns verbündeten Länder wieder geschwunden sei. Gerade hierüber Aufschluß zu erhalten, sei vornehmlicher Zweck gegenwärtiger Interpellation gewesen, denn die Zeiten seien vorbei, wo Staatenbündnisse möglich seien ohne innere Antheil- nahme der Bevölkerung. Gerade da« Bündniß mit Oesterreich habe sich bisher des größten und allgemeinen Vertrauens ber beiberfeitigtn Bevöikerungcn erfreut. Der Ansicht seiner Freunbe nach hätten niemals solche Abmachungen, wie sie in ben Enthüllungen erwähnt feien, geschlossen werben dürfen, so lange ber Dreibunb bestehe. (Wtberspruch bei ben Nationalliberalen.) Auch seine Partei meine, Deutschlanb muß sein ber Freund der Freunde seiner Freunde und ber Feinb ber Feinbe seiner Freunde. (Beifall.) Abg. v. Manteuffel (cons.): Seine Partei habe eine Interpellation nicht für nötbig gehalten, denn eine „Beunruhigung" habe überhaupt nirgends bestanden. Nicht beistimmen könne er Lieber in dem Verwerfen jenes Rückoerstcherungsvertrages, denn dieser habe doch thatsächlich zu Gunsten des europäischen Friedens gewirkt. Die Darlegung des Staatssecretärs über unsere Beziehungen zum. AuS- lande sei sehr geschickt gewesen, aber ob sie sich praktisch bewähren i werde, bezweifle er. Dankbar sei seine Partei für die Erklärung, daß Mißhelligkeiten mit den verbündeten Mächten nicht eingetreten feien und jede Beeinflussung englischerseits aus eschlossen gewesen sei. Noch dankbarer aber seien seine Freunde für die Erklärungen betreffend unsere guten Beziehungen zu Rußland. Abg. EnnecceruS (nl.) dankt dem Reichskanzler vor Allem für die Erklärung, daß niemals eine Abmachung abgeschlossen worden sei, die mit unserer Vertragstreue unvereinbar sei. Dieser Auffassung stimmten seine Freunde einmüthig und mit vollster lieber# • zeugung zu. Der Dreibund sei nicht nur ein Vertrag der Herrscher, sondern auch ein Bund ber Bevölkerungen, bess.n Fortdauer er aus vollem Herzen wünsche, aber — er sei nur ein Desenfio-Bunb unb Deutschlanb habe also sehr wohl baneben noch einen NeutralitSts- vertrag schließen können. Zu einer Entscheibung batüber, ob in einem etwaig»n Kriege zwischen Oesterreich unb Rußlanb ber Ver- theibizungsfall für Oesterreich vorliege, zu einer solchen Entscheibung fei ja unsere Reichsregierung schon durch das Defenfivbünbniß, ben Dreibunb, genötigt. Abg. v. ®ültl Ingen erklärt NarnenS ber Reichspartei kurz, biefelbr werbe an einer Besprechung sich nur bethelligen, wenn Angriffe eine Abwehr nöthig machen tollten. Abg. Richter (freis. Vp): Der Dreibund ist nicht nur ein Augenblicksproduct diplomatischer Klugheit, sondern ein Bedürfniß der verbündeten Völker. Der Vertrag mit Rußland ist in ben anderen DreibundlSnbern nicht als harmlos angesehen worden. Characteristisch ist, daß der Vertrag mit Rußland den anderen Dreibundstaaten nicht sofort mitgetheilt wurde; kann man einen Vertrag nicht den Anderen mittheilen, so verstößt er offenbar gegen die Verträge mit diesen. (Sehr richtig!) Daß der Vertrag nachträglich, ber Abmachung mit Rußland zuwider, veröffentlicht worben ist, ist zweifellos ein Vertrauensbruch deS Fürsten Bismarck. Sehr richtig hat ber Staatssecretär bie Schwierigkeiten geschilbert, welche aus bem Vertrage mit Rußland entstanden. Wäre der Vertrag mit Rußland veröffentlicht worden zu einer Zeit, wo er noch in Kraft stand, so hätte er auf ben Dreibunb wie eine Sprengpatrone wirken müssen. Wir waren bamals gerabezu dem Czaren in bie Hänbe gegeben. Dieser konnte bas Bestehen be8 Vertrages verrathen in einem Augenblicke gerade, wo uns das am unangenehmsten war. Fürst Bismarck hat seiner Zeit große Mühe gehabt, den Czaren von ber Fälschung gewisser Depeschen zu überzeugen. Wie leicht konnte ber Czar, ber ja damals Bismarcks Rückversicherung mit Rußland kannte, glauben: Vielleicht hat Bismarck doch noch eine vierte Versicherung. (Heiterkeit.) Unser Verhältniß zu Rußland anlangend, habe ich den Eindruck, als seien wir in letzter Zeit gegen Rußland eher etwas zu freundlich geratfen. Welcher Grund lag für Bismarck vor, den Vertrag gerade jetzt bekannt zu geben? Ich bezweifle, daß die Veröffentlichung eines vor sechs Jahren abgelaufenen Vertrages abfchwächend Deutsches Reich. Berlin, 16. November. Im Reichstag gelangte am Donnerstag ein neues FractionSverzeichniß zur AvSgabe. Darnach find 394 Mandate gegenwärtig besetzt und 3 zur Zeit unerledigt, bie der früheren Abgeordneten Köhler (Deutsche Res.), Wengert (Centr.) und Joest (Soz.) Unter den 394 Abgeordneten find: Deutschconservative 58, Reichspartei 27, deutsch soziale Resormpartei 12, Centrum 99, auf bie französischen Liebeswerbungen um Rußlanb einrairken kann. WaS bie BiSrnarck'schr Presse über englische Einflüsse, höfische Strömungen erzählt, so ist nichts schlimmer, als solche allgemeine Ver- bächligungen. Kann Gras Bismarck etwas mittheilen, was beweist, baß biefe VerbSchtigungen tot ber Presse feines Vaters nicht ganz haltlos feien, fo hat er die Pflicht, dies hier zu thun. Die Enthüllungen sind vergleichbar bem Thun eines ManneS, ber eine 24 Centimeter-Kanone in's Dunkle abfeuert. Man will mit Rückficht auf fein Alter wohl hier Gnabe vor Recht ergeten lasten. (Lebhafte Oho Rufe unb Beifall.) Hier gerade treten bie gefährlichen Folgen bes Hausmeisterthums aber zu Tage. Bismarck betrachtet jede Nachfolge in feinem Amt als eine Frembherrfchaft. (Heiterkeit.) DaS ist bas Unglück biefeS Mannes, daß et sich jeder Selbstkritik entäußert hat. Er möge doch beherzigen, was er uns selbst immer empfohlen hat: Man solle sich nicht, ohne die Verhältnisse übersehen zu können, in die auswärtigen Angelegenheiten mischen. (Beifall links.) Abg. Graf Mirbach (c.) weist die Angriffe Richters auf ben Fürsten Bismarck zurück, besten hohe Vetbienste um Deutschlanb in warmen Worten roürbigenb. Daß wir jemals zu freunblich gegen Rußlanb gewesen seien, trifft boch nur hinsichtlich ber Hanbels- oerträge zu. DaS System ber RückoerficherungsvertrSge kann ich bem Staatssecretär nur aufs Wärmste empfehlen. (Heiterkeit linkS). Keinesfalls war Fürst Bismarck bei ben Veröffentlichungen von kleinlichen persönlichen Motiven geleitet; er war sich im Gegentheil bewußt, bamit seinem Daterlanbe einen großen Dienst zu leisten. Aus bieser Kunbgebung Vorwürfe gegen ben Fürsten Bismarck her- zuleiten, sie als einen Verstoß gegen Die Krone hinzustellen, ist ber Gipfel ber Unverschämtheit. Dem Grafen Bismarck wirb etz nicht zu verbenken sein, wenn er auf bie Anzapfungen Richters nicht etngeht. Abg. Liebknecht (Soc.): Der AuSbruck „Gipfel ber Unverschämtheit" hätte ernsthaft gerügt werden müsten! Der Vertrag mit Rußland war ein Derrath, und al8 solcher ist er auch im Auslände aufgefaßt worden; von einem höheren Offizier ist dies im „Pester Lloyd" offen ausgesprochen worden. Und wer den Verrath nicht als solchen erkennt, der ist nicht im Stande, unehrenhafte Handlungen von ehrenhaften zu unterscheiden. Und wenn Fürst Bismarck bei der Veröffentlichung keine menschlichen Motive hatte, bann waren es Motive eincS politischen Verbrechers. Rebner erinnert bann an bie Reden Bismarck 1887 mit ihren Spitzen gegen Rußland: .Wir laufen Niemandem nach rc." So sei das Verhältniß zu Rußland gerade bereits zu Bismarcks Zeiten gewesen! Unb gerabe Bismarck bade burch sein ganzes polftifches System Frankreich in bie Arme Rußlanbö getrieben. Abg. v. Karborsf (Rp.): Die Reben Richters unb Liebknechts waren nichts weiter als Angriffe auf ben Fürsten Bismarck. Dem Vonebner erwidere ich nichts, denn er ist boch nicht ernsthaft zu nehmen, wenn er Bismarck einen Verbrecher nennt. Richter irrt, wenn er behauptet, Bismarck sei zur unbebingten Geheimhaltung bes Vertrages oe pflichtet gewesen. Bismarck selbst ist jebenfalls ber Meinung, baß ber Vertrag ben Archiven unb ber Geschichte angehört. Die Kritiker Bismarcks finb einfach zu klein, um ben Maaß- ftab für seine Größe zu finben. Bismarck ist jeberzeit bereit, Alles hinzugeben für bas Vaterlanb. (Lachen links). Abg. Paasche (nl.) ebenfalls bie Angriffe auf Bismarck zurück- weisend, conftattrt insbesondere, den anderen Dretbundsstaaten sei von den Verhandlungen mit Rußland ja s. Z. Mittheilung gemacht worden- Einem so hochverdient-n Manne wie Bismarck dürften so kleinliche Motive, wie man sie ihm bezüglich ber Enthüllung nach- gesagt habe, überhaupt nicht untergeschoben werben- Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Ref.-P.): Herr Liebknecht ist wohl nur aus Bosheit von seiner Fraction oorgeschickt worben, um zu zeigen, baß bie Recht hatten, bie auf bem sociali- stischen Parteitage Herrn Liebknechts Fähigkeiten anzweifelten. (Heiterkeit). Was Herrn Richter anlangt, so bröckelt ja seine Partei immer mehr ab und die Zeit ist abzusehen, wo von ihr, frei nach Uhland, nur noch eine dicke Säule übrig sein wird. (Große Heiterkeit). Redner vertheidigt sodann die Enthüllungen, die ja auch bereits den Chauvinismus in Frankreich abgekühlt hätten. BiSmarck sei schmählich angegriffen worben, habe baher bas Recht zur Ver- theibigung gehabt. ~ . Abg. Hausmann (Sübd. Vp.): Es bonbeit sich um ein Staatsgeheimniß, unb bie Enthüllung hat Mißtrauen bei ben Bunbes- genossen, also eine Schäbigung des Reiches bewirkt, wenn auch nur vorübergehend. Wenn BiSmarck sich das Recht anmaßte, seinen Nachfolgern Schwierigkeiten zu machen, so gehe bas weit hinaus über alles Dagewefene, keinesfalls habe ber G-Heimvertrag aufrecht erhalten werden können. Bedauerlich fei die Mißstimmung zwischen England und Deutschland, zwei Ländern mit solcher Stammes- und Cultmgemeinschaft. c ~ c o Abg. Rickert (frf. Vp.): Im vorliegenden Falle frage es sich nur, war Bismarck zu den Enthüllungen noch als Staatsmann a. D. berechtigt ober nicht? Diese Frage habe Bismarck früher selber verneint. Erfreulich sei, baß ber thatsächlich vorhanben gewesenen Beunruhigung burch die Erklärung bes Reichskanzlers unb beS StaatS- fecretärS vorgebeugt worben sei. Ein Schlußantrag wirb angenommen. Persönlich bemerkt u. A. Abg. Gros Bismarck, er wisse nichts von einem Interview mit einem Amerikaner über bie Währungsfrage. Nächste Sitzung Dienstag 8 Uhr: Freisinnige Interpellation betr. ben Fall Brüsewitz unb Duellwesen. (Schluß 6«/« Uhr). Polen 19, Nationalltbcrale 49, freisinnige Bereinigung 14, freisinnige Volk-Partei 25, süddeutsche Volk-Partei 12, Social- demokraten 48; bet keiner Fractiou find 31 Abgeordnete. Wolff« telegraphisch«» Lorrefpond«z.B««m. Berlin, 16. November. Die „Berl. Corresp." schreibt: Bei einer neuerdings im Reichsamt des Innern zwischen Vertretern des Reiches und der Bundesstaaten, tu deren Gebieten sich Börsen befinden, stattgehabteu Berathung über die Ausführung des Börsengesrtzes wurde die Herstellung von PretSnotirungen für Getreide erörtert. Zur Her« beiführung einer der örtlichen Lage des Börsenverkehr- ent« sprechenden PretSabschretbung und zur Ergänzung der Börsen« nottzen wird die Herstellung eines Nachrichtenwesens beab- fichttgt, welches die außerhalb des GroßverkehrS bei der Börse gezahlten Getreidepreise schnell zur Kenntniß weiterer Kreise bringt. Hierfür sollen die bestehenden Einrichtungen der MarktpreiSstattstik nutzbar gemacht werden, die namentlich für den Bedarf der Militärverwaltung bereits Verwendung findet. Für die Preisanschreibungen bezüglich Weizen, Roggen, Gerste, Hafer find im gesammten Reichsgebiet 30—40 Ort« schäften auSgewählt, in welchen die Preisbildung, unbeeinflußt von den täglichen Preisschwankungen an den Börsenplätzen für einen größeren WirthschaftSbezirk als typisch gelten kann. Die Feststellung jedes Markttages soll alsbald telegraphisch einer bestimmten Eentralstelle mitgerheilt werden. Die Errichtung soll am 1. Januar n. I. beginnen. Cronberg, 16. November. Gestern Abend wurde hier in Anwesenheit deS Regierungspräsidenten v. Tepper-La-kt die Gründung eines OrtscomiräS für die Errichtung eines Kaiser«Frtedrtch'DenkmalS größeren Stils in Cron« berg vollzogen. Der Großherzog von Baden ist um die Uebernahme des Protectorats ersucht worden. Homburg. 16. November. Wie die „Kreiszeitung" meldet, ist dem königlichen Landrath des Obertaunuskreises, Dr. Meister, vom Kaiser der erbliche Adel verliehen worden. Straßburg, 16. November. Gestern Nachmittag fand hier die feierliche Beisetzung des hier verstorbenen franzö- fischen Obersten und DirectorS der Artillerie, Paul Hüter, eines geborenen Elsäffers, statt. Dem Verstorbenen wurden dieselben militärischen Ehren erwiesen wie einem Obersten der deutschen Armee. Dem Sarge folgte die gesammte Generalität, sowie eine Abordnung deS Offiziercorps der hier garnisooirenden Truppentheile. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 16. November. Ein hiesiges Localblatt brachte am Freitag die Nachricht, außer dem schon bekannten Erlaß deS Kaisers über die Aenderung der Farben der Provinz Posen seien noch mehrere andere Erlaffe zu erwarten, die fich gegen die polnische Propaganda wendeten. Nach Informationen der „Post" dürfte fich daS wenigstens tu ab« sehbarer $eit noch nicht bestätigen. An maßgebender Stelle ist nicht einmal über Vorarbeiten, die solche Erlaffe als möglich erscheinen ließen, etwa« bekannt. Dagegen dürften bereit- in diesen Tagen die Ausführungs-Bestimmungen zu der oben erwähnten CabinetSordre zu erwarten sein. Berlin, 16. November. Auf dem Delegirtentage der deutsch-conservativen Partei, der am Donners^ tag den 19. d. MlS. hier stat'findet, wird, wie die „Kreuz« zettung" meldet, der Abgeordnete Freiherr v. Manteuffel über die Stellung zu den Parteien sprechen, über die Organisation referirt der Abgeordnete Freiherr v. Langen, während Herr v. Loebell daS Correferar hat. Die wirthschaftliche Frage wird der Abgeordnete Graf v. Mirbach behandeln. Hebet den Schutz der nationalen Productiv-Gewerbe sprechen die Abgeordneten Feltsch und JacobSkörter, der Abgeordnete Graf Limburg'Stirum wird die Socialreform behandeln. Berlin, 16 November. ReichSbankpräfident Dr. Koch hat einem Mitarbeiter deS „Berl. Tagebl." feine Ansicht über die Wahl Mac Kinleys, bezw. deren wirthschaftliche und politische Bedeutung geäußert. Gerade diesem Thema gegenüber, so meinte Präsident Koch, sei die äußerste Vor« sicht geboten, zumal die eigenartigen politischen Vorgänge in den Bereinigten Staaten und besonders diejenigen, welche sich bet den letzten Wahlen ereigneten, sich hier noch nicht so recht übersehen laffen. Darum scheint ein abschließendes Urlheil über diese Wahl noch nicht möglich, wie über die Folgen, die diese Wahl für Deutschland haben würde. Es heiße eben abwarteu. Sicherlich sei die Wahl Mac Kinleys das kleinere Uebel, das die Union gewählt habe. Sei es doch nicht unmöglich, daß Mac Kinley seinen früheren schroffen protectioniftischen Standpunkt aufgegeben habe. Hebet« raschungen seien freilich nicht ausgeschloffen. Sicher aber würde die amerikanische Regierung Deutschland gegenüber nur so weit Freundschaft erweisen, als fie e- mit ihren Jntereffen würde vereinbaren können. Kiel, 16. November. Heute Morgen 5 Uhr erfolgte im Kaiser-Wilhelm Canal ein Zusammenstoß zwischen dem Dampfer „WiggerS", mit Gütern von Stettin nach Rotter« dam bestimmt, und dem Dampfer „Echo" auS Danzig. Ersterer erlitt großen Schaden und geht nach Kiel, um die Ladung zu löschen und den Schaden auSzubeffern. Der Bet« kehr im Canal ist nicht gestört. Wien, 16. November. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Petersburg: DaS Schreiben deS Präsidenten Faure, daS Graf Monrebello dem Zaren überbrachte, drückt die hohe Befriedigung über die für die Verhäitniffe Frankreichs zu Rußland erfreulichen Ereignisse der jüngsten Zeit und den Dank Faures gegenüber dem Zaren auS. Budapest, 16. November. Die Bauernbevölkerung von Tisza-Oerß revoltitt feit gestern. Da eS bereits zu argen Ausschreitungen kam, mußte daS Militär einschreiten. Berlin, 17. November. Dem „Berliner Tageblatt zufolge" wünscht der Kaiser, daß feine vielbesprochene Aeußerung bei der letzten Rekruten-Bereidigung überall bekannt werde. Berlin, 17. November. Die Studirevden der technischen Hochschule zu Charlotten bürg lehnten mit 273 gegen 176 Stimmen den Antrag auf Einsetzung eine- Ehren« gertchtS behufs Abschaffung deS Duells ab. Berlin, 17. November. Die Morgenblätter besprechen mehr oder weniger aussührlich die gestrigen Berhand« lungen des Reichstags. Die „Nordd. Allgem Ztg." und die „Kreuzztg." äußern sich noch nicht. Der „Nat. Ztg." erscheint die Versicherung Marschalls, daß wir mit Zuversicht in die Zukunft schauen können, nach den vorhergegangenen Ausführungen deS StaatSiecrelärS als begründet. DaS Blatt wünscht, daß zur Besprechung parlamentarischer Verhand« lungen wie die gestrigen fich kein Anlaß mehr bieten möge. Die „Berl. Neueste Nachr." schließen ihre Betrachtungen mit den Worten: DaS geplante Scherbengericht gegen den Fürsten BiSmarck und die auf diese Weise angestrebte An« nulirung deS kaiserlichen Telegramms vom 23. März 1895 hat mit einem großen FtaSco geendet. Die national gesinnten Parteien haben im Gegentheil eine willkommene Gelegenheit gehabt, ihre damalige Haltung vor aller Welt von Neuem zu bekunden. Dem Centrum sei Dank. Die „Deutsche Tageszeitung" unterzieht die Rede Marschalls einer äußerst scharfen Kritik und meint, Fürst BiSmarck dürfe mit dem AuSgange deS gestrigen Tages zufrieden fein. Fraglich fei das bei der Regierung. Die „Staatsb.«Ztg. sagt, der gestrige Tag endete mit einer vollendeten Nieder« läge der BiSmarckfetnde und mit einer glänzenden Rechtfertigung des von der Demokratie in nichtswürdiger Weise verunglimpften Fürsten BiSmarck. Die „Doff. Ztg." ist befriedigt durch die Erklärungen vom RegierungStische und fragt, wem hat BiSmarck mit feinen Enthüllungen genutzt? Dem Kaiser wie dem Fürsten Hohenlohe hat er Verlegenheiten bereitet. Möge immer die BtSmarckpreffe die Enthüllungen bejubeln, die unbefangenen B obachter werden schwerlich meinen, daß sie ein neues Blatt in seinem Ruhmes« kränz bilden. Das „Berl. Tagbl." meint: Wenn man auch in Friedrichsruh keine Ursache halte, gestern Abend zu illuminiren, so kann man doch nicht behaupten, daß die von dem Fürsten BiSmarck so hart angefochtene Regierung mit den gestrigen Debatten einen glänzenden Triumph erfochten hat. Die „VolkSztg." betrachtet die gestrigen Verhand- lungen als eine complette moralische Niederlage der Bismarck- Gruppen. Cocefcs unfc provinzielle-. Gießen, den 17. November. *» Bestätigung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 11. November der am 29. October l. I. durch die Stadtverordneten.Versammlung der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt erfolgten Wahl deS Hochbau-Jnspectors Friedrich Jäger in Bensheim zum besoldeten Beigeordneten der genannten Haupt- und Residenz- stadt mit Wirkung vom Tage seiner Entlaffung auS dem StaalSdienste, die Bestätigung zu erteilen. »* Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer« wehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königl. Hoheit des Großherzo gs vom 14. Octoder l. I. dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Offenbach, Matthias Conrad Jung zu Offenb-ch. *» Nochmals der Handelskamwerbericht. Unter diesem Schlagwort wird in Nummer 270 deS Gießener Anzeigers ein Schreiben des Vorsitzenden des LandeSau-schuffeS der laudwirthschaftlichen Vereine des GloßherzogthumS an unsere Kammer veröffentlicht, auf welches diesclbe wenige Stunden vor dieser Veröffentlichung brieflich geantwortet hatte. Da diese Angelegenheit nun nochmals der O ffentlichkeit übergeben ist, sind wir zu folgender öff-ntlichen Erklärung bet« pflicdtet. Wie bereits in unserem eben erwähnten Schreiben rmtgetheilt, ist der Jahresbericht der Großherzoglichen Handelskammer in feinem sprciellen Theile ein S am m elbericht, welcher die Erfahrungen angesehener Sachverständiger aus den einzelnen Gewerbezweigen in E nzelbertchten wiedergibt. Daß diese nicht Jedermann gefallen, darüber ist sich die Kammer ebenso klar, wie über die Möglichkeit, daß dabei Jrrthümer unterlaufen, wobei Übrigeos stets zu beachten ist, daß die Emz-lberichterstatter fich nur auf dem Boden ihrer speciellen Erfahrungen im Bereiche des Kammer- bezirks bewegen. ES ist nie auSgeichloffcn, daß die Er« fahrungen anderer Bezirke anders lauten, so daß ein Heber« blick über die Gesammtlage dcs Handels sich erst durch die Vergleichung mit den Berichten anderer Handelskammern ergiebt. Wit müffen aber, wenn auch die referirten That- sachen der Verantwortlichkeit des Berichterstatters zufallen, speciell dcffen Mitteilung über die nachteiligen Wirkungen der übertriebenen sogenannten agrarischen Agitation beipflichten. Handel und Verkehr und das eigenste Jntereffe der Landwitthe sind in recht bedauerlicher Weise durch diese Agitation gefährdet, wenn sich auch leider der Vorsitzende deS LandeSausschuffeS der hessischen landwirthschaftlichen Vereine dieser Thatsache zu verschließen scheint. Gänzlich fehlfichtig ist die Meinung dieses Herrn Vorsitzenden, als blicke auS dem Kammerberichte daS Verlangen nach Einschränkung der landwirthschaftlichen Selbsthilfe. Niemand kann aufrichtiger den Wunsch nach möglichster Erstarkung dieser Selbsthilfe hegen, als die Gießener Handelskammer. Wir tragen aber ernste Bedenken gegen die Auswüchse dieser Selbsthilfe, wie sie sich zeigen in der vielfachen Gründung schwach fundirter und schlecht geleiteter Vereine, die, zum Thetl mit rein politischen Tendenzen, in nicht seltenen Fällen lediglich den Betrieb einzelner Großkaufleute fördern, die mittleren und kleinen Handelsgeschäfte schädigen und die natürliche Verbindung deS LandwirtheS mit den Abnedmern feiner Pro- ducte gefährden, ohne andererseits den Verein-Mitgliedern dauernden Nutzen zu gewähren. Wir bedauern, wenn wir uns in der Meinung geirrt haben sollten, daß auch die Lei« hing der landwirthschaftlichen Vereine diese Auswüchse deS landwirthschaftlichen DereiuSwesenS mißbillige. Gießen, 16. November 1896. Großherzogliche Handelskammer. Koch. •• Religiöse Borttage. Herr Dr. Müllet sprach am letzten Freitag in der Aula der Uniberfitat. DaS Thema feme6 Vorträge- bildete die Frage: „Giedt eS Sünde?" Manche nennen daS Christentum, freilich seht mit Unrecht, die Religion des Pesstmi-muS. Fragt man fie nach Gründen für diese Behauptung, so sagen fie, im Christenthum werde die Sünde gepredigt, eS gäbe aber eigentlich gar keine Sünde, der Mensch sei im Grunde gut, zeige nur einzelne Schwächen und Hnbsllkommenheiten. Ist die Sünde wirklich nur Einbildung der Menschen? Sünde ist ein alt hergebrachter Begriff. Sehen wir einmal ab bon allem, waS wir im Reit« gionSuntetticht darüber gelernt Haden. Wenden wir unS lediglich zur Beobachtung der wirklichen Welt. DaS Leden der Menschen ist boller Hebel. Bei manchen derselben können wir einen Grund nicht ausfinden. Andere aber erkennen wir deutlich als Folgen einer falschen LedenSsührung. Die größte Fülle der Hebel kommt bon Seiten der Mitmenschen, insbesondere ihrer Unaufrichtigkeit und Habsucht. Kein Mensch entspricht seinem Ideal. Wenn wir unser eigene- Leben betrachten, daS wir doch am Besten kennen, wiebiel Entartung, wieviel Schwäche finden wir. ES geht ein Durst nach Erleichterung von diesen Lasten durch alle Religionen. Der Mensch ist mit fich selbst nicht zufrieden. Wer das leugnen will, mag nur darauf achten, wie die Menschen ein Grauen davor empfinden, mit sich selbst allein zu sein, wie sie be« ständig jagen nach Zerstreuung. ES giebt bei dem Menschen eine beständige Dissonanz zwischen Wiffen und Wollen, zwischen Wollen und Können. Man rechne hinzu, welche schreckliche Verheerung die herrschende Hnflttlichkeit enrtebut. Wenn man dieses Alles unbefangen beobachtet, so muß man conftattren, daß fich der Mensch in Zwiespalt mit seiner eigenen Natur und Bestimmung befindet. ES ist nicht nur so, daß er einzelne verkehrte Thaten begeht, es find brr« kehrte Instinkte vorhanden, eß giebt bei ihm ein ganze- System bon krankhaften Erscheinungen. Und zwar find diese berkchrteu Neigungen schon borhanden bor Erwachen be- Bewußtseins; der Mensch, der zum Bewußtsein kommt, findet fie bereits bor. Merkwürdig! Während baß manche Theologen bestritten haben, bestätigt eß die Medicin. Daß der Mensch sich in Zwiespalt mit seiner eigenen Natur befindet, ist eigentlich ein Selbstwiderspruch. Daß Thier folgt seinem Jnftinct, und dabei thut eß daß, waß ihm gut und gesund ist. Brauchen auch wir lediglich unseren Jnstincteu zu folgen, um auf diese Weise daß Böse zu unterlaßen? Ganz im Gegentheil! Der Mensch, der fich einfach seinen Trieben Überläßt, kommt erst recht in die Verkehrtheit hinein. Wie ist daß zu erklären? Der Mensch hat, waß daß Thier nicht besitzt: Selbstbewußtsein und Selbstthätigkeit. Er soll fich selbst beherrschen, während daß Thier einfach feinen Trieben folgt. Er soll seine natürlichen gesunden Triebe zu bewußt-n Vorsätzen machen. Darum kann er aber auch in Widerspruch kommen mit seiner Natur. Wie kommt nun der geistige Mensch zu einer bewußten Beziehung zu der Natur? Wenn eß überhaupt einen Mittelpunkt der Natur giebt, so giebt eß nur einen: Gott. Stehen wir in bewußter Beziehung zu Gott, so leben wir auch naturgemäß. Ist eß nicht der Fall, so gerathen wir in die Unnatur. Tiefster Grund afltß Zwiespalt- mit der Natur ist Verfehlung gegen Gott, Loslösung bon Gott. Daß ist der Ursprung der Sünde und auch Ursprung deß Todeß: Die Loslösung bon Gott. Christa- faßte die Sünde biel tiefer alß Alle, die vor ihm gewesen waren. Ihm ist die Sünde nicht- andere- al- Gottlofigkeit. Eins war's, wa- er forderte: „ändert euren Sinn, wendet euch zu Gott." Er ist schnell bei der Hand, Sünden zu bergeben, sobald er steht, daß fich der Mensch zu dem leben- digen Gott wendet. Man oergleiche das erste Capitel im Römerbrief. Da entrollt der Apostel daß erschütternde Bild bon dem die Zeit beherrschenden Verderben. Aber alleß ist ihm nur Folge der Loßlösuug bon Gott, der Verkennung Gottes. Nach biblischer Anschauung hat also unsre Loßlösung bon Golt die Verwirrung in unsere Natur gebracht. Den rechten Einblick in diese widernatürliche Verrottung gewinnen wir erst, wenn wir in Beziehung zu Gott treten. Dann durchschauen wir daß ganze Geäst der Krankheitßerscheinungell, dann werden wir niedergedrückt bon der Schuld gegen Gott. Aber dann find wir keine Pessimisten mehr, dann find wir schon zu Optimisten geworden. Wir wiffen, daß baß Leben der Menschheit nicht nothwendig dem Bankrott entgegen geht, daß eß eine Erlösung gibt, eine Erlösung durch Gott selbst. Heber die Frage, wie wir bon der Sünde frei werben, soll der nächste Vortrag handeln. Derselbe findet Freitag den 20. d. Mts. in SteinS Garten statt. Wir wünschen ihm eine eben so zahlreiche und aufmerksame Zuhörerschaft, wie fie der letzte Vortrag gefunden hat. •• Steins Saalbau. Bei dem heute Abend stattfioden- den Concert des Scala-Enfcmbleß auS Mailand wirken als vorzügliche Solisten mit: Frl. C. Vicini, Sopran, die Herren P. Maini, Tenor, F. Cattatori, Bariton, G. Fuffela, Violin Virtuos, sämmtlich bom Scala Orchester In Mailand. Daß Orchester steht unter persönlicher Leitung deS Herrn Rüffaele Delli Ponti, Capellmeister Scala Mailand. Daß Programm ist sehr reichhaltig und enthält einige recht werthbolle P deen. •• Bnlß Soneert. Wir lesen über ein Concert in London im „Daily Telegraph" vom 12. Mai 1896: Sia Eoncert mit Orchester, welche- wohl verdient hätte, ein noch größere- Publikum anzuziehev, um ihm volle Gerechtigkeit widerfahren zu laffen, wurde gestern Abend von Herrn Fritz Maßbach, einem Pianisten mit ganz bemerken-- werthen Vorzügen gegeben. Diefer Künstler zählte vor kur- zer Zeit zu den Recital-Veranstaltern, die jährlich die Metropole besuchen, aber wir glauben nicht, daß er biß jetzt fo Heroorragendeß leistete, wie gestern Abend, und wir können i’*«* d„ kbt t6 » -7N t ul’ an ? °"t Unrtdjt totlb A.d, Ä*. ”l«Udj vur ’V'wwX »»?'le a,i|> a 6(” wk w ®?', Das Leben 'LL°rr ***• " Stbute ' NeWtl Sntathinj, M 6,: li Sieligiontn. r„ L ®“ ‘«8 leugnen D!l"Wi« da ®taut« i" W«, mit it. ® W bunnHn M'N und Sßoller, M« binzu, Welt! •nW)ftit caridm. Wttj fo vnß man Mchalt mit seiner • ^6 ist nicht nur Nhfri ts sind du« bei ihm ein ganzer U°d zwar find diese i vor Erwachen der wWtin kommt, findet ad dar manche Theo, e Medicin. Dah der lenen Natur befindet, aß Thier folgt seinen । ihm gut und gesund uferen Jastiuclen zu zu unterlafien? Tanz einfach seinen Trieb» kehrthrit hinein. SBit , war das Thier nidii hätigkeit. Er soll sich einfach feinen Trieben Triebe zu binnen daher mit aller Wärme den Wunsch aussprechen, unsere Bekanntschaft mit ihm immer mehr zu befestigen. Zu Anfang, in Chopin'S E-moll-Goncett, beherrschte den Künstler eine ihn gewaltsam packende Aufregung, doch berührte er die graziösen Stellen mit viel Zartheit und Liebreiz, und nach und nach vertiefte er sich ganz in sein Werk und zeigte die volle Größe seine- Können-. Ein kleine- Meisterwerk Bach's spielte er mit entzückender Klarheit und Präciston. Die ruhigen Schönheiten von Rubinstein'- „le Reve“ wurden «it höchstem Empfinden und Feinheit wiedergegeben, während St.-Saen- schönes G-moll-Sonceit den Künstler wohl ge« wappnet fand gegen alle seine Schwierigkeiten. Mit einem Wort: Herr Ma-bach bewies klar, daß seinem Namen ein hoher Rang gebührt unter denjenigen Pianisten, deren Spiel die Anerkennung und Bewunderung der Musikliebhaber verlangen darf. • • Panorama. „Von der Donau bis Abbazia" ist für diese Woche die Parole im Panorama in den Neuen Bauen. Uebrr den Sömmerring und durch die Bergriesen der steyermarktschen Alpen, an freundlichen Villen Colonien, saftigen Triften und tiefgründigen Bergseen vorbei, führt die Reife nach Triest, nach dem österreichischen KriegShasen Pola, noch Fiume und Abbazia. Malerisch sind diese Städte an den Gestaden der Adria gruppirt,- den Hintergrund bilden die Jstrtaner Berge. Wa- aber unsere ganze Aufmerksamkeit beanspruchte, ist die Abtheilung Schloß Miramar', der einstige Aufenthaltsort de- unglücklichen Kaiser- Maximilian von Mexiko und seiner noch beklagen-werthrren Gemahlin Charlotte. Weit hinaus in das Meer ragt das Schloß mit seinem un« vergleichlich herrlichen Parke, dessen Parthieen uns in para» diestscher Schönheit sich darbieten; die Pracht des ParkeS rc. ist mit unübertroffener Kunst naturgetreu auf die Glasplatten gebracht. Von prachtvoller Wirkung find die Bilder im Siroco in Abbazia, die Villen Amalie, Angelika, Kronprinzeffin Stefanie rc. Wir verweisen gerade auf diese Serie und die besonders erwähnte Abtheilung Mtramare und können den Besuch des Panoramas nur angelegentlichst empfehlen. * • Gedenkfeier an Grotzherzog Ludwig IV. Am Donner-« tag den 12. November d. I., Nachmittag- 3 Uhr, fand die feierliche Einweihung der von der Kriegerkameradschaft „Hasfia" dem höchstseligrn Großherzog Ludwig IV. zum ehrenden Andenken gewidmeten Gedenktafel, welche an dem Hause in Rezonville, in welchem A: mit seinem Bruder Prinz Wilhelm im Feldzuge 1870 mehrere Tage Quartier genommen hatte, angebracht ist, in Gegenwart höherer Offiziere und Deputationen statt. * • Prüfung. Gestern begannen im Juftizpalaste zu Darmstadt die Prüfungen für Gerichtsschreiber«, Gericht-« Vollzieher« und Polize'commiffariats»Aspiranten, der sich 28 Candidaten unterziehen. * * Die Weihnachts-Packetsenduogen nach den Bereinigten Staaten von Amerika, welche mit der deutschen Packelpost den Adressaten rechtzeitig zum Fest zugehen sollen, find zweck mäßig vor Ablauf de- Monats November zur Post zu liefern- bei späterer Absendung kann wegen der in Nerryork mit der Verzollung verknüpften Umständlichkeiten und Stauungen auf eine rechtzeitige Zustellung der Packete nicht mit Sicher« heit gerechnet werden. *• Zu Amerika verstorbene heffen. Freeburg, Jll., John Htld, 75 Jahre alt, aus Hissen«Darmstadt. Fair« field Township, O-, Fritz Berk, 69 Jahre alt, aus Lauterbach. Clahton, Mo., Frau Henriette Volz, 77 Jahre alt, au- Oberhessen. Kurtzville, Out., Frau Ww. Anna Elisabeths Orth geb. Ftzki, 76 Jahre alt au- Dorf Crbach. Trenton, N. I., Frau Elisabetha Walter. 64 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. New-Aork, Frau Elisabetha Mah geb. Neudörfer. Covington, Jnd., Frau Margaretha Volz geb. Müller, 67 Jahre alt, au- Rödgen. Warsaw, Jll., John Daniel Hammel, 74 Jahre alt, aus Nieder«Ohmen. St. Louis, Mo., Charles Gebhard, 66 Jahre alt, auS Hessen-Darmstadt. Ebenda. Frau Elisabetha Schaffner geb. Fruth, 43 Jahre alt, auS Rheinhessen. Hamilton, O-, S. Schäffer, 81 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Milwaukee, WlS., Matthias Stein, 94 Jahre alt, aus Lindenfels. Sheboygan, Wis., Frau Henriette Kempf, 64 Jahre alt, aus Rheinhessen. Milwaukee, WiS., Christian Hambach, 70 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Chillicothe, O., Jacob Rupp, 58.Jahre alt, aus Lamperthcim. Portsmouth, O., Frau Wwe. Therese Hamm geb. Weber, 76 Jahre alt, aus Nieder-Jngelhrim. Baltimore, Md., Frau Leinbach geb. Jäger, 40 Jahre alt, aus Dudenhofen (Starkenburg). Chadwick, Jll., Frau Wwe. Daniel Müller, 79 Jahre alt, auS Sellnrod. ? Zlkdorf (Kr. Alsfeld), 16. November. Gestern wurde hier ein 25 jähriger Bursche, der Knecht eine« hiesigen Land wirtheS, beerdigt, der einem tragischen Geschick zum Opfer gefallen. Derselbe war von seiner Herrschaft frühmorgens zu einer Wäscherin in dem unmittelbar angrenzenden Solms- Ilsdorf geschickt worden, um diese zur Arbeit zu rufen. Da es noch dunkelte, nahm er eine Laterne mit und begab sich auf den Weg, kehrte aber nicht nach Hause zurück. Die Laterne fand man im Dorfe Solms-JlSdorf liegen und den Knecht nach eifrigem Suchen in der hier tiefen Ilsbach als Leiche. Der Unglückliche litt an epileptischen Krämpfen und ist gewiß in einem derartigen Anfall in das Wasser ge- rathen. Er stammt von Lindenstruth und hinterläßt weder Eltern noch Geschwister. Darmstadt, 15. November. Die Aburteilungdc- Lustmörders Weygandt wird in nächster Zeit durch das zuständige Militärgericht erfolgen. Da da- Verbrechen des Wihgandt mit Todesstrafe bedroht ist, treten nach § 116 der Militärstrafproceßordnung vom 3. April 1845 in Friedens- -eiten wegen Zuziehung de- BertheidigerS die allgemeinen gesetzlichen Vorschriften ein. Auf Ersuchen des Militärgerichts hat nun das hiesige Landgericht gemäß § 144 der ReichS- strafproceßordnung einen Gerichlsasftssor zum Vertheidiger deS Weygandt bestellt. Literat«- «ad — Li Huug-Lhaugs Reise ist überall mit der größten Aufmerksamkeit dcifolgt worden. In allen Landein stnd an den Besuch des chinesischen V'cekönigß Erwartungen geknüpft worden, die er nicht erfüllt hat. nicht erfüllen konnte. Interessante Aufschlüsse über diese Reife wie über die chinesische Diplomatie überhaupt bringt ein sehr bemerkenSwerther Aufsatz des früheren deutschen Gesandten in Edina, M v. Brandt, der unter dem Titel „Li Hung Changs Weltreise und die chinesische Diplomat e" im Novemberhest der „Deutsche« Hera Sgegeben von Richard Fleischer, eischetnt. Itniocrfttäte - Nachrichten. Jena, 16. November. Der bekannte Historiker Wirklicher StaatSrath Professor Alexander Brückner, früher in Dorpat, ist gestorben. — Die eirropLischen UniverfiiLISbibliothere«. In einem Bericht, den eine Unterrichtscommtstion an die Regierung der Vereinigten Staaten erstattet hat, findet sich eine Reihe interessanter Angaben über die Anzahl der Bücher und Manuscrtpte in den europäischen Universitätsbibliotheken. Danach steht Deutschland in erster Reibe; seine 20 Unioersilä;sbibliotheken enthalten 5,850,000 Bände, 300,000 mehr als die italienischen, die in zweiter Reihe kommen. Giohbrttannien, Oesterreich und Rußland haben jedes über 1,800,000 Bände, Schweden und Norwegen haben 790,000 Bände, Spanien 726.000, erst nach diesem kommt dem amerikanischen Bericht zufolge Frankreich mit 692,000 Bänden. England, das nicht mehr al- 9 Bibliotheken besitzt, hat 1,849,800 Bände, von denen über eine Million auf Oxford und Cambridge vertbeilt sind. Die vier größten Universitätsbibliotheken stnd die in Marburg mit 704 076 Bänden und einem Budget von 10 000 Mk., in Leipzig mit 504,683 Bänden und einem Budget von 40,000 Mk, in Oxford mit 504,000 Bänden und einem Budget von 170,000 Mk. und in Cambridge mit 506,600 Bänden und einem Budget von 32,000 Mk. Die Universitätsbibliotheken in Göttingen, Heidelberg, München, Wien und Petersburg baden jede über 400,000 Bände. Die Bibliotheken in Paris, die zusammen die Universitätsbibliothek bilden, sollen ins- gesarnmt 142,300 Bände umfassen. Verkehr, Cant* rrnd PolksrvLrLhsehaft. Stetzrrr, 17. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,12, Hühnereier pr.St. 0 2 St. 13-15 Enteneier b 2 St lv H, Gänse- eier pr. St. CO—00 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 3, Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Paar X 0,60 bis 0,75, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 0,60-1,CO, Enten pr. Stück X 1,50-1,70, Gänse pr. Pfund X 0,42-0,54, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 Schweinefleisch pr. Pfd. 66 bis 66 Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-54 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 00 bi« 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0- -00 4, Zwiebeln pr. Centner 4,00—0,00, Milch pr. Liter 16 Zwetschen pr. (Zentner X 8—10. Grosse Auswahl In Velours, Cheviots, 6943 Muster auf Verlangen franco ins Ilans. Buxkin Doppeltbreit ä Mk. 1.35 per Meter. Cheviot Doppeltbreit ä Mk. 1.95 per Meter. Kammgarn-, Hosen- und Separat-Abtheilung für Damen-Kleiderstoffe von 25 Pfg. an per Meter. Paletotstoffen in soliden und guten Qualitäten, sowie modernsten Dessins versenden in einzelnen Metern, sowie zu ganzen Anzügen franco OETTINGER & Co., Frankfurt a. H. auch da- erste Capitei d-, MN -ll-« KM, dtt $«>="=1 S