1896 Erstes Blatt Ur. 15 Amts- und Anzeigeblcrtt für bat (ßtefjat. Hratisöeitage: Hießener Aamitienötätter. | Samstag den 18. Januar Allr Annoncen-Bureaux de» In- und Au-landeS nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. >»»ahm« von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» ßokgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Doch ließ deS Erbfeinds Leidenschaft DeS Drachen Saaten streuen And loser Feste! wild entrafft, DeS Krieges Furie dräuen, Dann weh dem welschen Frevelmuth, Boll Kraft steht treu bereit, De« Reich zu weihu sein HerzeoSblut, Juagdemschland allezeit. Drum grabtS ins Herz euch treulich ein, Deutsch ist der Rhein und soll eS ewig sein! WaS einst in weherfülltem Streit, I« SturmgebrauS errungen, Des Reiches Macht und Herrlichkeit, Bom Liede stolz besungen- — Was todeSmuth'ger, kühner Trutz Erschwang beim letzten Wort, Der Grenze scharf bewehrten Schutz . Bleib Deutschlands Fels und Hort. Drum grabtS ins Herz euch treulich ein, Deutsch ist der Rhein und soll eS ewig sein! Vierteljähriger ■, ASo»«ement»prei» l 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedaction, Expedition und Druckerei: K4»cstraßeYr.7. Fernsprecher 51. Feinte zu dem festlichen Acte eingetrosten sind und unmittelbar nach dem Acte wieder auf ihren Posten zurückkehren werden, wo täglich und stündlich mit Granaten und Flinten« kugeln um Leben und Tod gewürfelt wird- statt des Krön- ungSsaaleS in alter deutscher Kaiserpfalz der prunkende Svtegelsaal im prunkendsten Schlosse deS Feindes, jenes SchlosteS, das einst fiegberauschte fränkische Könige ä toutes les gloires de la France errichtet haben. Wahrlich, daS find so wunderbare Gegensätze, daß die Hand des Geschichtsschreibers, die diesen Act in die ehernen Tafeln zu buchen hat, wohl ein wenig stutzen und zögern darf, ob denn dies alles wirklich so stattgefunden hat oder nicht etwa eine Legende sei, die daS schwergewaltigste und dabet friedliebendste Volk der Erde um die Gestalt seines so bald sagenhaft gewordenen Kaisers Weißbart gewunden hat. Fünfundzwanzig Jahre sind seit jenem Tage verflossen. ES ist lange her! sagt wohl daS jüngere Geschlecht, unS Alten aber, die wir berufen waren, in jenen ewig unver« geßltchen Tagen an hoher oder niederer Stelle mitzuwirken, erscheint eS, als ob es erst gestern gewesen wäre. Fünfundzwanzig Jahre! sie versinken wie ein Spuk« gebtlde, das uns die Fata-Morgana der Zeit vorgegaukelt hat, und der KrönungStag, der Sonntag der Kaiferprocla« mation, ersteht mit allen feinen Einzelheiten wieder vor unserem geistigen Auge. Der Kronprinz, jener so unlöslich ans deutsche Herz gewachsene Held und Liebling, sollte, gefolgt von den Osfi- zieren feines Stabes, nach der Versailler Präfectur retten und dort den köntglichen Vater abholeu, um ihn, die Avenue de Paris entlang, nach dem Schlöffe zu geleiten. So war es programmmäßig vorgesehen. Aber das unfreuud« ltche Wetter ließ es selbst zu diesem bescheidenen Prunk« Aufzuge nicht kommen und so war der Sieger von Wörth in Begleitung seines Stabschefs Blumenthal, begleitet von der Feldgensdarmerte und einem Zuge schlesischer Dragoner, bittet nach dem Schlöffe gefahren, um hier an der „Treppe der Prinzen" (nomen et omen!) auf daS Eintreffen der Majestät zu warten. Die Thurmuhren deS ahnungslosen Städtchens Versailles verkündeten die Mittagsstunde, als König Wilhelm der Siegreiche sein Hauptquartier verließ und nach dem Orte der Proclamation fuhr. „Achtung — präsentirt das Gewehr!" tönte eS auf dem Schloßhofe. Die Musik spielt den Präsentirmarsch, die Fahne der Ehrenwache vom KönigS-Greuadier-Regimevt senkt sich salutireud vor dem ehrwürdigen obersten Kriegsherrn und dieser, der auch heute nicht die kleinste Pflicht vernachlässigt, schreitet die Front seiner schlesischen Grenadiere ab, die tapfer den KrtegSreigen eröffnen halfen und schon bei Weißenburg für ihren durchlauchtigsten Chef geblutet und gesiegt haben. DaS Auge der Majestät hat die Braven gemustert, die sich so sauber wie möglich gemacht haben, deren durch Märsche, BiwakS und Gefechte mitgenommenen Waffeuröcke aber kaum als Paradegarnitur in einer FrtedenSgarnifon gegolten hätten. Dle Grenadiere haben ihrerseits ebenfalls in das blaue Auge der Majestät geblickt und das Herz hat ihnen in der Brust gezittert vor Stolz und freudiger, hoff. «uugSvoller Bewegung, denn sie wissen, was heute vorgeht und welche Ehre ihnen widerfahren ist, daß sie hier und an solchem Tage die Wache stellen dürfen für Ihn, den ersten deutschen Kaiser. ,@uten Morgen, Grenadiere! „Guten Morgen, Eure Majestät!" Wie eine Gewehrsalve rollte die Antwort auS zweihundert Kehlen, ein ganzes politisches GlaubenSbekenntniß, das Gelöbniß der Treue bis zum Tode klingt auS diesem Gruße. Die Majestät hebt die Hand an die Helmschiene und schreitet weiter ins Schloß. Hier schließt sich ihr der harrende Kronprinz mit seinem Stabe an. Nur kurze Zeit verweilt man in den »Chambres de la Reine“, welche die Vorzimmer zum großen Spiegelsaal bilden, dann fliegen die Flügelthüren auf und der deutsche Kaiser tritt ein in den Krönungsraum, während ein aus Mannschaften dreier Feld« regimenter gebildeter Sängerchor das „Jauchzet dem Herrn alle Welt" kräftig und schwungvoll anstimmt. Es ist genau 20 Minuten nach 12 Uhr. Wer kennt nicht Anton von Werners Gemälde der Kaiserproclamation? Aber nur ein Theil jenes Saales, in dem die denkwürdigste Handlung dieses Jahrhunderts vor sich ging, ist dort zu erschauen. Man stelle sich eine hohe, gewölbte, farbig gemalte Decke vor, deren Bilder die Siege französischer Waffen über Deutschland und seine Verbündeten prahlerisch verkünden, und lese an der Mitte dieser Decke daS selbstbewußte Wort des absolutesten und verstiegensten Die MachMMl und West.*) So lang ein deutscher Laut noch klingt Jo Deutschlands schönen Gauen, Sin deutsches Lied zum Himmel dringt Zum Preise holder Frauen - So lang am Rhein die Rebe blüht And schenkt uns goldnen Wein, So lang zum Meer die Woge zieht, Wiid deutsch der Rhein auch sein. Drum grabt» ins Herz euch treulich ein, Deutsch ist der Rhein und soll eS ewig fein! ' Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Die Gießener I»«itte«vtä1ier werden dem Anzeiger »üchrutlich dreimal beigckegt. Wchemr Anzeiger Henerat-Anzeiger. Wenn rings die Welt in Flammen steht, Erbebt in ihren Besten, DeS Krieges Pesthauch jählings weht Bon Osten her und Westen, Boll Äug' um Auge, Zahn um Zahn Dann uns're Losung sein: Wir halten Wacht — auf blut'ger Bahn, Am Weichselstrand, am Rhein. Drum grabtS inS Herz euch treulich ein. Deutsch Ist der Rhein und soll eS ewig sein! Emil Kirstetu. aller Herrscher: „Le Roy gouvernejpar hii-mßme!“ darin schlichter Zeuge der Kaiserproclamation^finnend^also ver- deutschte: „Hochmuth kommt vor dem Falle", — und man wird die feine, aber vernichtende Ironie der Weltgeschichte erkennen, daß gerade unter diesen Bildnissen, die einst auf den Thron deS Sonnengottes, Ludwig XIV., hinabblickten, ein Act vor sich gehen mnßte, bei dem sich der siegreichste, aber anspruchsloseste und bescheidenste Herrscher aller Zeiten in Demuth vor Gottes Altar beugte, ehe er die Kaiserkrone annahm, die ihm von den verbündeten Fürsten und geeinten Stämmen deS Deutschen Reiches gewissermaßen aufgenötbigt worden war und deren Erwerb er viel lieber seinem Sohne, dem Kronprinzen, später überlassen hätte. Vor dem mit rothseidener Decke und dem eisernen Kreuze geschmückten Feldaltar an einem Mittelfenster der Südseite des Saales stehen die Feldgeistlichen, zu den Seiten des Altars stramm und unbeweglich die von den nächstliegenden Truppen entsandten Deputationen- sie find theilweise eben erst auS den Stellungen vor dem Feinde abcommaudirt worden und schauen einem Vorgänge zu, der ihnen mächtiger die Brust weitet, als irgend ein im Laufe des Feldzuges von ihnen erkämpfter Steg. Ihre 56 Fahnen und Standarten prangen auf einem Hochtritt an der schmalen Oftseite, auf dem später die eigentliche Ausrufung des Kaisers statt« finden soll. Auf der nördlichen Langseite find ungefähr 600 Offiziere der verschiedenen Truppentheile, bataillonsweise in sich vereinigt, aufgestellt- der Raum unmittelbar vor dem Altäre ist aber frei geblieben. Nach diesem freien Raume begibt sich der eingetretene König, um den sich nun die Prinzen und Fürsten im Halb« kreise gruppiren. Fast alle regierenden deutschen Häuser sind vertreten. Hinter den Fürsten und ihnen zur Seite stehen die Generale und Minister, von denen uns auch heute noch viele Namen geläufig find: Bismarck, Delbrück, Keudell, Moltke, Alvensleben (4. Corps), Kirchbach, Blumenthal, Stosch, PodbielSkt, Kameke, Schmidt, VoigtS-Rhetz, Hart- mann, Bothmer, Baumbach und wie fie alle heißen, — eine Versammlung von Helden deS Geistes und deS Schwertes, wie fie in gleicher Zahl und Bedeutung kein anderes Volk der Erde hätte aufbrtngen können. „Set Lob und Ehre," braust jetzt der Chorgesang der Gemeinde durch den RaMn, dessen Wölbungen heute zum ersten Male von den Klängen eines deutschen Kirchenliedes widerhallen. Dann die gewöhnliche SonntagS-Liturgie und darauf die kurze Weihereve deS Pfarrers Rogge von der 1. Garde- Infanterie-Division über den Text aus Psalm 21 („Herr, der König freuet sich in deiner Kraft und wie sehr fröhlich ist er über deiner Hilfe!" u. s. w.). Nun tönt daS feierliche „Nun danket Alle Gott" auS rauhen Kriegerkehlen und König Wilhelm besteigt den Hochtritt, wo ihn die zerschossenen Feldzeichen seines Heeres über« tagen und den stolzesten Thronhimmel bilden, unter dem je ein deutscher Kaiser gestanden hat — dort verlieft er, umgeben von den deutschen Fürsten, die Urkunde der Verkündigung deS Kaiserreichs und gibt dann dem Bundeskanzler den Befehl zur Verlesung der „Proclamation an das deutsche Volk." Der eiserne Kanzler, in seiner weißen Kürassier-Uniform und den hohen Reiterstiefelu, den Stahlhelm in der Linken und in der Rechten die betteffende Urkunde, steht, wie aus Erz gegossen, an den Stufen des HochtrittS und erhebt feine Stimme: „An das deutsche Bolk! Wir Wilhelm von Gottes Gnaden König von Preußen verkünden hiermit: Nachdem die deutschen Fürsten und freien Städte den einmüthigen Ruf an Uns gerichtet haben, mit Herstellung des deutschen Reiches die feit mehr denn 60 Jahren ruhende Kaiser« würde zu erneuern und zu übernehmen, und nachdem in der Verfassung des deutschen Bundes die entsprechenden Bestimmungen vorgesehen find, bekunden Wir hiermit, daß Wir eS als Pflicht gegen daS gesummte Vaterland betrachten, diesem Rufe der verbündeten deutschen Fürsten und freien Städte Folge zu leisten und die deutsche Kaiserwürde anzunehmen." Folgt nun der bekannte Text jener ewig denkwürdigen Urkunde, der mit den herrlichen Worten schließt: „UnS aber und Unseren Nachfolgern an der Kaiserkrone wolle Gott verleihen, allezeit Mehrer deS deutschen Reiches zu sein, nicht zu kriegerischen Eroberungen, sondern in den Werken deS Friedens, auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Frei« heit und Gesinnung." Eine feierltche, athrmverhaltende Stille herrschte während dieser Lesung- wie nun aber der Großherzog von Baden mit lauter Stimme ruft: „Seine Majestät der Kaiser Wilhelm •) In Musik gesetzt von Franz La aff in Köln a Rhein. (Selbstverlag des Komponisten.)__________________________________ Li« Hoch dem Kaiser und dem Reiche. (Zum 18. Januar 1896.) Bon Dagobert von Gerhardt-Amyntor. (Nachdruck verboten.) „Drum wirf hinweg den Wittwen-Schleier, Drum schmücke dich zur Hochzeitsfeier, O Deutschland, mit dem grünsten Kranz! Flicht Myrtben in die Lorbeerreiser! Dein Biäut'gam naht, dein Held und Kaiser, And führt dich heim im Siegesglanz." So klingt der poetische Festgruß au8, den einst Emanuel tzeibel zum 18. Januar des Jahres 1871 hinausjubelte. Mhrthen und Lorbeerreiser! zum Kranze vereint für die Schläfen eines Helden und Schlachtenherzogs, der berufen war, die deutsche Katserkrone sich auf das edle greise Haupt zu setzen! Wo hat je eine Kaiserkrönung stattgefundeu, so einfach und prunkloö und dabei so herzbewegend und ge« waltig? Eine Kaiserkröonng ohne allen jenen Pomp, der sonst bei derartigen Ceremonien entfaltet wird und dennoch so unbeschreiblich würdevoll und so wunderbar, wie sie die blühendste Phantasie eines begeisterten Sängers und Propheten nicht hätte ersinnen können? Statt des Blumen- regens, der sonst auf die Sammetteppiche eines KrönungS« Pfades niederrieselt, der EiShauch eines winterlichen Januar- HimwelS über schmucklos winterlichen Straßen- statt des feierlichen Geläutes von allen Domen und Capellen der erwartungsvoll harrenden KrönuvgSstadt nur ab und zu ein dröhnender Schuß von den FortS, mit denen das belagerte Paris vmgürtet ist und die donnernde Antwort aus unseren Lotterten- statt deS Aufgebots einer zahlreichen Geistlichkeit xnb mit güldenen Kreuzen und Ketten geschmückter Bischöfe Md Ktrchenfürsten ein kleines Häuflein schlichter Feldgeift« ltchen, statt der Schaareu goldstrotzender Kammerherren und Page» und Ceremonienmeister eine Corona von bärtigen Heldengestalten, die eben erst auS den Stellungen vor dem lebe hoch!" da bricht ein Sturm der Begeisterung lo-, wie ihn die Versailler Spiegelgalerie wohl noch nie erlebt hat. Die Klänge der Volkshymne vermögen kaum die hallenden Hurrahs der Offiziere und Mannschaften zu übertönen- der Fahnenwald auf dem Hochtritt neigt sich rauschend über dem ehrwürdigen Kaiserhaupte- Helme und CäppiS «erden geschwungen, fiebernde Arme reißen die Schwerter aus der SHeide und laffeu den funkelnden Stahl hoch in die Luft züngeln. Für solch einen Kaiser kämpfen, für ihn siegen ocer sterben — welch köstliches, beneideuSwertheS Soldaten- Ioo5! so denken sie alle, denen in diesem ergreifenden Augenblicke daS Herz in der Brust bi- zum Halse schwillt. Es ist ein Jubel ohne Gleichen, lieber wettergehärtete bärtige Wangen rieseln die Thränen, junge Offiziere umarmen und küssen einander. Selbst in dem schmalen, unbeweglichen Denkerantlitz des alten, kühl wägenden Moltke zucken die Muskeln und leicht vornüber gebeugt steht er und schaut tief bewegt und erschüttert in das ehrwürdig-menschenfreundliche Antlitz seines hohen und gnädigen Kriegsherrn. Der Kronprinz will als erster Unrerthan vor der kaiserlichen Majestät das Knie beugen, aber der erlauchte Vater bebt ihn auf, zieht ihn an die Brust und küßt ihn auf beide Wangen. Ja, donnert nur draußen, ihr fränkischen Artilleristen, und schmettert eure Zuckerhüte vom Valerien hernieder, ihr ahnt nicht, waS hier vorgeht, sonst würdet ihr euer nutzlose- Geschieße entumthigt einstellen, denn nun, da Germania endlich ihren lorbeergekrönten und kaiserlichen Helden und Bräu- ttgam gefunden hat, nun erst ist sie wahrhaft und unüberwindlich geworden und bald wird die prahlerische, großmäulige Lutetia vor den reisigen Schaaren, die heute diesem hehren Brautpaare als Trauzeugen dienen, capituliren müssen! Jetzt nimmt der neue Kaiser die Glückwünsche der Fürsten entgegen und läßt die andern Festtheilnehmer bei sich vorüber defilieren - dann verläßt er unter den Klängen des Hohenfriedberger Marsche- die Spiegelgallerie und gewinnt durch den benachbarten „FriedenSsaal" den AuSgang aus dem Schlosse- die grüne Hochzeit, die Verbindung de- kaiserlichen Hohenzollern mit der stolzen Braut Germania, ist vollzogen. Fünfundzwanzig Jahre find vorübergegangen wie im Fluge! Eheu fugaces! seufzen wir Alten, denn wie lang auch ein solcher Zeitraum der jüngeren Generation erscheinen mag, uns ist er wie ein Traum gewesen, wie ein einziger Flügelschlag der schnell vorüber schwebenden Horen. Heute aber schmücken wir da- Bild unsere- Kaiser- mit einem silbernen Zweiglein, wie eS sich am Tage der filbernen Hoch» zeit gebührt, denn der Kaiser stirbt nicht: Wilhelm der Erste ist zwar entschlafen, dafür haben wir aber Wilhelm den Zweiten, der der Erbe aller Rechte und Pflichten feine- großen Ahnen ist. Möge der Allmächtige unserm Kaiser und Silberbräutigam auch ferner Kraft verleihen zu einem weisen und segensreichen Regimente und der Silberbraut auch sür die nächsten fünfundzwanzig Jahre äußeren Frieden und stetiges innere- Wachslhum und Gedeihen schenken! Dann werden im Jahre 1921, wenn wir Alten vielleicht langst zum großen Appell abmarschirt sein werden, die Heu- iigen Jungen, denen bann auch das Haupthaar silbern schimmern wird, die goldene Hochzeit feiern, die goldene Hochzeit des kaiserlichen HohenzollernhauseS mit der ewig jugendlichen Germania, die, wie eine Göttin, mit der steigenden Zahl der Lebensjahre nur immer schöner und herrlicher wird. Ein dreifach donnernde- Hoch, so überzeugungstreu und voll so jubelnder Begeisterung, ro* einst am Tage von Versailles, dem Kaiser und dem Reiche! Gott schütze und erhalte sie beide in Segen und Ehren! Die wirthschaftlichen Jntereffen Deutschlands in Sildwest-Afrika. Wiederholte Angriffe auf die deutsche Lolonialpolitik im Reichstage und die leider auch vorgekommenen Ruhestörungen in den deutschafrikanischen Colonieen mit ihren nachtheiligen Folgen sür die Entw ckelung des deutschen Handel- und Plantagenbaues in Afrika habrn die üble Folge gehabt, daß man die wirthschaftlichen Interessen Deutschlands in Afrika vielfach gering achtet. Welch ein bodenloser Jrrthum daS aber sein würde, beweisen die jüngsten Vorgänge in der im südwestlichen Afrika gelegenen Buren • Republik Transvaal. So leben, wie man jetzt zuverlässig erfährt, in Transvaal über 3000 Deutsche, welche theils al- Colovlsten, theilS als Handwerker dort sich dauernd niedergelassen haben. Außerdem haben aber auch deutsche Kaufleute und industrteelle Unternehmer in dem an edlen Metallen reichen Transvaal bereit- sehr bedeutende Geschäste und Fabriken gegründet. Der Deutsche, Eduard Lippert, ein Hamburger, der feit 1866 in Transvaal lebt, hat dort gewaltige Fabriken angelegt, darunter die dort unentbehrlichen Cemenl- und Dynamitfabriken- eine von ihm gemachte Waldanlage ist für die landwirthschastliche Entwicklung von einschneidendster Bedeutung geworden. In Verbindung mit Siemens und Halske ist von ihm die größte electrische Kraftanlage der Weir geschaffen worden, die über 4000 Pferdekräfte verfügt. Vertreter deutscher finanzieller Interessen nehmen hervorragende Stellungen in Transvaal ein. Mit deutschem unb holländischem Gelde ist ferner in Südwest-Afrika hauptsächlich die Delagoabahn gebaut worden. Hauptsächlich durch deutsches Geld ist auch das sehr umsangreiche Metallurg sche Institut in JohanniSburg, der Hauptstadt von Transvaal, gegründet worden. Durch deutsche Capita- listen ist die für Südafrika ganz unentbehrliche Gold- und Silber-Scheideanstait errichtet worden, deren Sitz in Frankfurt am Main ist. Deutsche Waarenhäuser haben in der Hauptstraße von Johannisburg die größten und schönsten Läden. Die Waarengeschäste von RolsS und Nebel, ersterer ein Lübecker, der letztere aus Frankfurt am Main, und daS Waarengefchäft von Königsberg, einem Hamburger, beherrschen geradezu den Platz. Eine kürzlich angestellte Berechnung hat auch ergeben, daß mehr als 'ünfzig Millionen dentscheS Capital an den Minen beteiligt find, überwiegend nur bei denen, welche in den tollen Taumel des vergangenen Jahres nicht hineingezogen waren, sondern als die soliden und znver- läsfigen fich erwiesen. Dieselben stehen technisch und finanziell unter deutscher Leitung, wie der des Süddeutschen A. Wagner. Die geachtetsten Aerzte in JohanniSburg find Deutsche, auch die Handwerker aller Art, Maschinisten und auch solche Arbeiter, welche am meisten gesucht werden, find Deutsche in Transvaal. Deutscher Reichstag. 17. Sitzung. Donnerstag, den 16. 38 für undurch- waS Besseres ju utiooärm tn die llti. iM dm Antrag trtagt. tlgtl" verüffttt« oiglich» Schlosse der capitel' w Schwarze» aar, die Prinz» sowir alle in 1 drS Schwarze» (t geladener Gäste lubtarNonfl -es Ms jla«Sea ntvalt h°«« Sanwalt bei« rrstderSatMs der Gewerbe- -cht-anwalt Fritz XflS; »(« ' g(d)t btM LL°- »er,!. ,..»ä t-n? Äfti«'1" itit SS* tfi««1 L iw «le« ’■ werden bei den Mittheilungen über de» Verlauf der Verhandlungen die Namen der Redner nicht genannt. Zum Referenten wurde für das Börsengesetz der Abg. Gamp, für das Depotgesetz d-r Abg. Müller-Fulda gewählt. AlSdaun wurde § 1 der Börsenvorlage, der die Errichtung, Aufhebung und Aufsicht der Börse den BuudeSbehörden überweist, dedatteloS angenommen. Zu § 2, betreffend den SraatS- commtffar, liegt ein Antrag Kanttz-Hahu vor, der die Befug- n ffe des CommtffarS wesentlich erweitern will. Bom Re« gi-rungstisch wurde dieser Antrag bekämpft. Die Regierung wolle dem Commiffar nur die Rolle eines Vermittlers, aber nicht entscheidende Befogniffe etnräumeu. Schließlich wurde der Antrag Kanitz-Hahn mit einigen Aenderungen angenommen, wonach dem Commiffar nicht die Befuguiß zusteht, Beschlüffe deS Börsenvorstandeö einstweilen außer Kraft zu setzen. Königsberg, 16. Januar. Die hiesige Strafkammer bet» urtheilte den Redacteur Carl Lorenz von der soctaldemo» kratischen „BolkStribüne" wegen MajestätSbeleidtgung zu zwei Monaten Gefängutß. München, 16. Januar. In der Abgeordneten- Kammer stellte heute der CentrumS-Abgeordnete Vr. Daller gelegentlich der Berathung des Etat» der Staatsschuld den A trag, eine Convertirung der bayrischen Staatsschulden zu IpCt. tn eine 30/zprocemtge Schuld mit rhunlichster Bälde in Angriff zu nehmen und, insofern zur Durchführung der Convertirung Geldmittel nöthtg seien, dem Landtage einen diesbezüglichen Gesetzentwurf vorzulegen. Ftnanzmintster Freiherr von Riedel steht dem Daller'jchen Anträge freundlich gegenüber, kann aber einen bestimmten Zeitpunkt für die Convertirung nicht in Aussicht stellen. Nachdem der Antrag der socialdemokrattschen Gruppe, den Zinsfuß auf 3pCt. herabzusetzen, mit großer Majorität abgelehnt war, erfolgte die Annahme deS Antrages Dr. Daller mit 121 gegen 12 Stimmen der Liberalen. HW Part«, 16. Januar. Dem „Gaulois" zufolge soll der Papst das Schreiben beendet haben, das er an den Präsidenten der französischen Republik zu richten beabsichtigt, um über die Lage der Kirche und Geistlichkeit in Frankreich Beschwerde zu führen. Parts, 16. Januar. Die Exkaiserin Eugenie ist hier eingetroffeo. Pari», 16. Januar. Der „TempS" meldet aus Kopen- Hagen, daß das Czarenpaar Ende August am dänischen Hofe einen langen Besuch machen werde. DaS Czarenpaar werde weder auf der Hinreise noch auf der Rückreise den Berliner Hof besuchen, überhaupt tn diesem Jahre keine offictellen Visiten an europäischen Höfen machen. Anläßlich des Besuchs deS Czaren in Kopenhagen werde ein französisches Geschwader dorthin abgehen. Laobau, 16. Januar. Auf dem Schlachtfelde bet Krüge rSdorf wurde ein Paß buch mit genauen In- ftructionen für die Invasion gefunden. Daffelbe wurde dem Präsidenten Krüger geschickt. London, 16. Januar. Der Oberbefehlshaber der eng- lischen Armee, Wolseley, hielt gestern eine Rede, wortn er sagte, er hoffe die Greuel eines Krieges nicht zu sehen, aber England sei auf alle Eventualitäten vorbereitet und noch nie so schlagfertig gewesen wie gegenwärtig. Petersburg, 16. Januar. Die Akademie der Wissenschaften hat den Papst zum Ehrenmttgliede ernannt. H. Berlin, 17. Januar. Der „Vorwärts" veröffentlicht einen am 18. Januar erscheinenden Gnadenerlaß deS Kaisers an Militärpersonen für die bis zum genannten Tage unvollstreckten DiSctpltnarstrafen, Freiheits strafen bis zu sechs Wochen oder Geldstrafen bis 150 Mk. CocaUs unb ^provinzielles, Gießen, 17. Januar 1896. ** Lo« der UninerfitSt. An Stelle des nach Breslau berufenen Profeffor JoerS wird Profeffor Schmidt das Decanat der juristischen Facultät für das Jahr 1896 über- nehmen. ** MilitirifcheS. Der RegimentS-Commandeur Oberst d. Rosenberg, Premierlieutenant Brack, sowie zwei Unteroffiziere begaben sich gestern unter Mitnahme der Fahne des 1. Bataillons nach Berlin zur Thetlnahme an der dortigen Feier zur Erinnerung an die Wiedererrichtung deS Deutschen Reiches. ♦♦ Erinnerung au die gefaüeueu Studenten. Gelegent- l'ch der am nächsten Samstag anläßlich der 25jährtgen Wiederkehr des Tage« der Wtederaufrichtung des deutschen Kaiserreiches stattfindenden Universitätsfeier wird von den 21 Vertretern des Studentenausschusses, Namens der gesammten Studentenschaft, ein Kranz an dem den gefallenen Studenten von der Universität im botanischen Garten gesetzten Denkmal niedergelegt werden. Die Vertreter btgeben sich um 11 »/• Uhr in festgesetzter Reihenfolge per Wagen von dem UnivrrsitätSgebäude nach dem botanischen Garten, von wo nach der Niederlegung deS Kranzes die Rückfahrt nach dem UniverfitätSgebäude angetreten und in d«r großen Aula der Feftact beginnen wird. Abends 9V2 Uhr wird in Steins Garten ein allgemeiner Stu- dentencommers die akademische Feier beschließen. *♦ 3a der Kunstausstellung sind zu den 5en dort befindlichen zahlreichen Gemälden noch 22 wenere neu dazu gekommen, so daß die Ausstellung durch ihre Reichhaltigkeit zu regem Besuch Beranloffung geben dürfte. •* Theater Verein. Noch niemals, seitdem der Theater- Verein seine künstlerische Hand über unsere Stadt gebreitet hat, wurden die idealen Garderobeverhältniffe auf so harte Probe gestellt, wie gestern im auSverkauften Hause. Noch nie herrschte im Festsaale eine solche Spannung, noch nie nach Beendigung des Stückes eine so lebhafte DtScusfion- — und noch nie eine so geringe Beifallsfreudigkeit. Woher kam diese Zurückhaltung dem „Glück im Winkel" gegenüber? Am Spiele der Frankfurter Gäste lag es sicher nicht, denn die Darstellung war im Grvßen wie in jeder Einzelheit vollendet. Frl. Doch, Herr Barthel und Herr Bauer wiesen sich tn ihren beherrscheudeu Rollen als große, echte Künstler aus. Wie rührend stellte Frl. Gieseke die blinde Helene bett; wie tief ließ Frl. Landori in den Jammer deS mißhandelten Weibes bl.cken,- wie fein gab Herr Roll den krtechendeu und knechtenden KreiSschulinfpector, und Herr Bolz den geraden Edelsinn des BolkSlehrerS. Nein! am Spiele lag die Zurückhaltung wahrlich nicht! Sie lag an der unheimlich ungesunden Art des Stückes; an dem Sophtften- thume Sudermanns, der halbe Lügen als ganze Wahrheiten auftischt, der in brillanter Technik seine Fäden so zu verschlingen weiß, daß der gesunde. Menschenverstand sich auf sich selbst besinnen muß. — Da ist dieser Freiherr von Röcknitz, ein Don Juan ins Hinterpommersche übersetzt, eine durch und durch pragmatische Natur, äußerlich jovial und innerlich brutal, brutal vom Pferdehandel herab, b^S zu seiner Frau hinunter. Und da ist jene Elisabeth, daS schöne unverstandene Weib mit dem Rechte auf Glück und den Zukunftsträumen, das aus Verzweiflung Rectors - Frau geworden ist und beim Kartoffelschälen Prometheus - Gedanken hat. Und sie sieht mit Augen die Rohheiten RöcknitzenS und hört sie mit Ohren, und wirft sich ihm an den Hals, da sie hört, er habe ihretwegen feine Gattin verstoßen wollen. Und dann will sie ins Waffer gehen. — Aber nun kommt der Dialectiker Sudermann: Wie, wenn diese beiden für einander geschaffen waren? Wenn er nur darum Betäubung sucht, weil er sie nicht vergeffen kann? Wenn seine Kraft- natur unter Elisabeths genialischem Hauche zu edler Blüthe sich entfaltet hätte? Wenn sie tn dem einen Kusse nur Verzeihung sucht für den Verdacht, den sie hegte, und Ersatz für ihr ganzes verlorenes Glück? und damit Abschieo nimmt von diesem Leben? — Ja, wenn Herr Sudermann tn glänzendem Srtle, in geistreicher Rede voll blendender Gedanken, unterstützt von solchen Künstlern, zu unS spricht, dann mag sich wohl Mancher vorkommen wie Gretchen: „Wenn manS so hört, möchtS leidlich scheinen, steht aber doch immer schief darum!" Die ungesundesten Naturen waren eS nicht, die sich gestern dem „Glück im Winkel" gegenüber kühl ver- hielten. •* Kriegerdenkmal. Die Zusammenstellung der Namen auS den bis jetzt erhobenen Zeichnungen hat ergeben, daß einem sehr großen Theile unserer Mitbürger bis jetzt überhaupt noch nicht Gelegenheit gegeben worden ist, einen Beitrag zu dem Denkmal zu zeichnen. Der Ausschuß läßt deßhalb jetzt die Liste von Haus zu HauS tragen und find wir gewiß, daß er damit dem Wunsche Aller entgegenkommt. Nahen wir uns doch dem Glanzpunkte der Erinnerungsfeier, der Feier des 18. Januar! Möge der Sturm der Begeisterung, der vor 25 Jahren an diesem Tage daS Deutsche Reich durchbrauste, auch jetzt alle Herzen entfachen, fie heraus- reißen für einige Zeit aus den Wirren der Gegenwart und erfüllen mit neuer Freude an dem herrlich erstandenen Reiche und mit dem unerschütterlichen Glauben an die unbesiegbare Kraft und Macht, die dem deutschen Volke durch Kaiser und Reich lebendig geworden, die eS befähigt, allen Stürmen, allen Wirren zu trotzen bis in die fernste Zeit. Gern wird Jeder in diesen Tagen gerade sein Scherfletn beitragen dazu, daß auch in unserer Zeit ein Symbol der großen Z'it er- stehe, den Siegern zur Ehre, der Jugend zur Lehre, allezeit zu sein treu bereit für deS Reiches Herrlichkeit! ** Der Walfisch, welcher im Garten der Restauration Busch am SelterSweg ausgestellt ist, fei hiermit Allen, welche ein solches Thier noch nicht gesehen, zur Besichtigung empfohlen. Der Koloß liegt auf einem extra dafür gebauten Wagen. Außer einigen kleineren, der See entstammenden Sehenswürdigkeiten wird auch eine Harpune gezeigt, mittelst deren bekanntlich die Walfische erlegt werden. ** Der diesjährige hessische Lehrerlag, zugleich Vertreter- und Hauptversammlung des hessischen Landeslehrervereins, findet in der Pfingstwoche zu Bad Nauheim statt. ** Hessischer Gastwirthevrrband. Der Gesammt-Central- Vorstand des Rhein- und Main-Gastwirthe-Berbandes, welcher daS Großherzogthum Heffen umsaßt, hielt am Dienstag tn Darmstadt eine Sitzung ab. Der erste Punkt der Tagesordnung betraf den Gesetzentwurf über das Verbot des Besuches von Tanzlustbarkeiten und Wirthschaften seitens jugendlicher Personen unter 16 bezw. 17 Jahren. Die Ver- sammlung beschloß, eine Eingabe an den Landtag zu richten, mit dem Ersuchen, daS ganze Gesetz als einen Eingriff tu die Familienrechte und eine schwere Belästigung deS Wirthe- standeö abzulehnen, oder, wenn diesem nicht stattgegeben werden sollte, dafür einzutreten, daß Kinder in Beg 4g Hjrer Eltern Tanzbelusttgungen und sonstige Vergnügungen besuchen dürfen, und die Wirthe keine Verantwortung trifft, wenn junge Leute unter 16 Jahren ihre Localitäten besuchen, da fie in den meisten Fällen gar nicht tn der Lage find, daS Alter der Betreffenden zu controllieren. — Zu Punkt 2 der Tagesordnung, betreffend den Antrag des Abgeordneten HaaS-Offenbach: daS alte Weinsteuergesetz aufzuheden, lautet der Beschluß: „Die versammelten Vertreter deS Gastwirthe- Verbandes deS GroßherzogthumS Heffen erkennen, daß die endliche Aufhebung des WetusteuergesetzeS im Jntereffe der Ruhe und des Friedens im Lande dringend erforderlich ist, und beschließt einstimmig, tn energischer Weise mit allen gesetzlichen Mitteln für die Aufhebung der Weinsteuer zu wirken." — Bei Punkt 3 der Tagesordnung, Hecken- und Straußwirthschaflen betreffend, schilderten die einzelnen Der- einSvorfltzenden, namentlich aus der Gegend von Bingen, Zustände, welche diese Einrichtung als vollständig ausgeartet und besonders im Sommer auf den Fremdenfang berechnet erscheinen laffen. Es wurde beschloffen, daß die betreffenden Deretnsvorfitzenden daS hierauf bezügliche Beweismaterial nebst Beleuchtung an den engeren Centralvorstavd einsenden, um dasselbe zur sofortigen Ausarbeitung einer Petition tut Regierung und Landtag gegen diesen etngeriffenen Unfug zu benutzen, und zur Unterschrift circuliren zu laffen. — Bet Punkt 4, allgemeine Anträge auS der Mitte der Versammlung, wurde ein Antrag deS Vertreters deS Vereins Mainz, betreffend die Haftpflicht der Wirthe für die durch die Gäste in ihre Localitäten, sowohl Logis- als RestaurattonSräume eingebrachten Sachen, Werthgegenstände, Pretiosen rc., wie solches in den Paragraphen 641—644 des Entwurfs deS bürgerlichen Gesetzbuches enthalten ist, durch den Bund deut- scher Gastwirthe bei den verbündeten Regierungen und dem Reichstage hierüber vorstellig zu werden, angenommen. ** Wechselstempelsteuer Im Oberpostdirectionsbezirke Darmstadt gingen im December 1895 an Wechsel- stempelfteuer ein 12377 Mk. 80 Pfg. Einschließlich der Vormonate (ab 1. April 1895) betrug die Einnahme 115,303 Mk. 20 Pfg. (208 Mk. 10 Pfg. weniger als im entsprechenden Zeiträume von 1894—95). ** 3» Amerika verstorbene Heffen. Newyork City: Moritz Rothschild aus Ortenberg. — Cleveland, O : Bernhard Rohrheimer, 62 Jahre alt, auS Hessen-Darm- stadt. — Dahton, O.: Kilian Walter aus Breiten- brunn. Briefkasten. H, R. Daß Professor Röntgen früher tn Gießen thattg gewesen, haben wir bereits in unserem ersten Artikel über die neueste Entdeckung bemerkt. Prof. Röntgen gehörte hem Lehrkörper der U torrsttät von 1879 bis 1888 an und war Director des physika- UfJBen Instituts hier. Anzeige« der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag, den 19. Januar. 2. nach Epiphanias. I« der Stadttirch«. Kirchliche Feier der fünfundzwanzigjährigen Wiederkehr des Gedenktages der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche. Pfarrer Schlosser- Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein Feier deS heil- Abendmahls für die Marcus gemeinde. Anmeldung wird Tags zuvor erbeten. Donnerstag den 23. Januar, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der Stadtknabenschule.- Bidelpnnde. Pfarrer Schlosser. 3« der JohanneSktrcho. Vormittags 9‘/ü Uhr: Dank» «nb Bittgottesdienst zur Feier der 2b jährigen Wiederkehr der Errichtung des Deutschen Reiches. Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes» gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann Abends 5 Uhr: siehe Stadtkirche. Montag, den 20. Januar, Abends 8 Uhr, Bibrlstnndr tat Confirmandensaal der Johanneskirche: 1. Brief an die Corirsther, Capitel 7 und 8. Pfarrer Dingeldey Nächsten Sonntag, den 26. Januar, Beichte und heil. Abend, mahl für die Johannesgemetnde im Abendgottesdienst. Katholische Gemeinde. Sonntag den 19. Januar. 2 S- nach Epiphanie. SamStag: Nachmittags um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 61/» Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; * um 6i/, Uhr erste hl. Meffe; n um 7»/, Uhr Austhetlung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Meffe; MilitärgotteSdienft mit Predigt; , um 91/, Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 6’/, Uhr Christenlehre; darauf sacrarnentalifche Bruder schaftsandacht. fW jeder Mensch in Unterzeugen, Xyvyivcyugtll Strümpfen und Kleidern, denen häufiger die Ausdünstung deS Köipers durch ächte „Lab** Salmiak - Terpentin - Kernseife" — preisgekrönt mit gold. Medaille — entzogen ist. — Die Stoffe bleiben weich und laufen nicht ein; Farben hatten sich gut. — Nur ächt mit Namen „Luhn". 138 Oagöoerpflrfjtung Samstag bett 1. Februar, Normittags 10 Uhr, wird auf hie- ß«em Rathhause die der Gemeinde Mehende Jagd in der Gemarkung !>ber-Hörgern, 332,6 Hectar, öffentlich verpachtet. Ober-Hörgern, den 15. Jan. 1896. ^coßh. Bürgermeisterei Ober-Hörgern. Alles. 628 ÄÄt. MiidrtMs. Freibank. (629 Heute n. die folgeudeu Tage: Kuhfteifch, lttcht ladenrein, pr. Pfd. 50 Pfg. 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Eintrittskarten fürNichtmitglieder ta Mk. 2.50 iSperrsitz Mk. 3 50) sind bei Herrn Ersst Challlsr (Rudolphs Nachf.), für Stadirende bei Herrn Hauererwalter ' __.L : . A Ä — i nl A • n ermlsflifl4pm Kkauvüm-KerWtlk. Mehrere Arbeiter im Alter von 18 bis 28 Jahren finden dauernde Beschäftigung, Anmeldungen auf dem Haupt • Büreau, Vormittags von 11 bis 12 Uhr. Mitzubringen: Quittungskarte zur JnoaliditätS-Verfiche- rung und Abgangszeugniß des letzten Arbeitgebers. 8. Pascoe, 488 Director. POSTKELLER Festessen — Drxd un> «erlag der vrfihl'schen Uuieecfitit*-««*- 6tembruderet (Pietsch A Echeyda) in Erchen. Die heutige Kummer umfaßt 6 fetten. Heute Samstag, Abends 8*/* Uhr: Herrenabend bei Mitglied One» Sonntag den 19. ds. MS. aus der Schönen Aussicht, bei ungünstiger Witterung im Bereinsloeal. ' NB. Wegm wichtiger Besprechung wird (am Samstag und Sonntag) um zahlreiche« Erscheinen gebeten. [611] Der »orstasd. nciom wird für ein hicstgeH ZU USiern >*abtif6ef*Mt ein Lehrling gesucht« Eine abgeschlossene Schulbildung ist erste Bedingung für bU Aufnahme Schriftl. Offerten sub. X. 10 iu- um recht zahlreiches und pünktliche« Erscheinen. SllMstag , VM 1«. CI., ADCTW0 V UflT , ö« 343 Der Vorstand, sammenkunft IM Veremslocal, daselbst Commers ".besondere meinen werthen Mst-N, zur 25jährigen Feier ber Neuerrichtmlg des die ergebene Mittheilung, daß ich in T)CUtfC^Clt 634 Dtk