189* Sonntag den 17. Mai Drittes Blatt M. 115 Amts- und Anzeigeblatt für den Aiveis Gieren chratisbeitage: Gießener Kamitienblätter Schubkarre nutzt werden. § 9. S zu versenken. § 10. um H'11' Iin»hm» von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» W|'tiÄrn Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Fr. Schas Tiezstraß^ Die etwa sich vorfindenden Ueberrefte von Verstorbenen find sorgfältig zu sammeln und in daS neu geöffnete Grab Deutscher Reichstag. 91. Sitzung. Freitag, den 15. Mai 1896. Am BundesrathSttsche: Staatssecretär Graf Posadowski, Minister Frhr. v. Hammerstein. r v . Auf der Tagesordnung steht die dritteBerathungdes Zucker- edt^ (frs. Vp.): Die große Masse des Volkes will oow diesem Gesetze nichts wissen, weil sie von demselben ichwer getroffen wird. Aus der Tasche der Steuerzahler bewilligen Sie den Zucker- industriellen diese Ausfuhrprämien. Nach der bayrischen Gemeind^ ordnung dürfen Jnteresienten an Abstimmungen, welch« sie persönlich berühren, nicht Thetl nehmen. ES wäre wünschenswerth, wenn auch hier dieses Verfahren geübt würde. Abg. Schultz-Lupttz (Rp.) erwidert dem Vorredner, daß an dem Gedeihen der norddeutschen Zuckertndustrie auch Bayern ein Interesse habe. Wenn etz Allen wohlergehe, könne es nicht darauf ankommen, ob die Consumenten ein wenig mehr für ihren Zucker bezahlen. _ , , _ Aba. Pichler (Ctr.) erklärt Namens seiner Freunde auS Bayern: Wir erkennen durchaus die hohe Bedeutung der Zucker» Industrie an. Andererseits verschließen wir uns aber auch dem nicht, daß das Gesetz in dieser Gestalt einem anderen Theil der Bevölkerung große Opfer auserlegt und auch für die Industrie selbst Gefahren mit sich bringt, namentlich der Gefahr der Ueberproduction. AuS diesen Erwägungen heraus haben wir den Entschluß gefaßt, gegen das Gesetz in seiner vorltegendcn Fassung zu stimmen- (Bewegung.) Abg. Sckippel (Soc.) spricht sich gleichfalls Namens seiner Fraktion entschieden gegen das Gesetz auS. Abg. Barth (frs. Vg.) berührt eine schon vorgestern von dem Referenten Paasche zur Sprache gebrachte Petition des Conditoren- VerbandeS. In dieser Petition sei bei Angabe des Verbrauchs der Conditorm, Chocoladenfabrikanten und Bäcker an Zucker infolge eines Schreib- oder Druckfehlers statt Kilogramm Doppelcentner gesagt gewesen. Hätte der Referent die Petition aufmerksam gelesen — wie es seine Pflicht gewesen wäre — so hätte er merken müsien, daß es sich wirklich nur um ein Versehen gehandelt habe. Das vorliegende Gesetz erinnert an das Bild, ein Pferd darstellend, welches Der Rath nickte, obwohl er natürlich nichts mehr wußt- „Nun höre weiter: Dieses Loos, wie ich heute Morgen vierteljähriger >6en»emtHt5|irtUe 2 Mart 20 Pfg. mb Bringerlohn. Durch die Post bejogee 2 Mart 60 W Rcboetwn, Expebiti» und Druckerei: -«»kstratzeKr.«. Fernsprecher 6L Aomil - AbonuemeMrl § 13. Die allgemeine Aussicht über den Friedhof und den Befolg gegenwärtiger Vorschriften führt die Friedhofs-Commission, welche aus dem evangel. Pfarrer, dem Großherzogl. Bürgermeister oder seinem Stellvertreter und zwei Mitgliedern des Gemeinderaths besteht, die von demselben hierzu bestimmt werden. § 14- Alle Anstände hinsichtlich der Friedhofs,Ordnung werden, vorbehältlich der Berufung an das Großherzogl. KreiSamt Gießen, welches endgültig entscheidet, durch die Friedhofs- Commission entschieden. Gießen, den 12. Mai 1896. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Nr *hler, z Fuhr raße | Auswahl. ® ^ppenwa» I ohne Gefahr Hr-Lernrad jeher fahren. , Fahrräder, wie z-ö .Dian: „Kommt nur mit," sagte er und begab sich mit Frau und Tochter in den kleinen Salon mir der bordeauxrothen Plüschgarnitur und dem schwarzglänzenden Tischchen in der Mitte, darüber der blitzende Kronleuchter hing. DaS Schneetreiben draußen war stärker geworden, so daß dteS kleine, wohldurchwärmte Gemach einen doppelt behaglichen Eindruck machte. Der Doctor wartete schon- er hatte den Cylinderhut neben einem Fauteuil aufgestellt. „Ach, guten Morgen, mein lieber Rath. Entschuldigen Sie, meine Damen, eine ernste, hochwichtige Angelegenheit —" „Meine Frau, meine Tochter." „Große Ehre! — Na, wie gehtS? Hast Du gut geschlafen? Etwas schwere Sitzung- aber in Anbetracht des guten Zweckes —“ Mutter und Tochter blickten erstaunt auf. Der Rech- uungSrath kramte in seinem Gedächtnißkasten nach - indeffeu, er wußte nicht, wie er zu dieser Dntzbrüderschast gekommen war. Er stotterte nur mit etwas verlegenem Lächeln: „Ja, liebes Doctorcheu! Eß war übrigen- mein Sonnabend und da erlauben „meine Frauen" schon, daß ein alter Soldatengaul ein wenig über die Stränge schlägt." „Na, na! Doch ich komme noch in einer feierlich ernsten Angelegenheit. Gestatten die Damen?" Und er setzte sich. Mutter und Tochter wollten fich zurückziehen- aber der Doctor bat fie, zu bleiben, und fie blieben. „Weißt Du, lieber, alter Kronensohn" — die ehrbare, auf Form und Anstand so unendlich viel gebende Frau Mal- wina Schulz wäre vor Schreck beinahe über die Rücklehne des niedrigen rothen SammtsesselS gefallen, während Fräulein Anna empört dachte, er hat wohl seinen Rausch noch nicht ausgeschlafen, — „weißt Du, alter, lieber Kronensohn," sagte Doctor Wtldermann In absichtlich gehobener jovialer SemÜthlichkeit — „Du hast mir gestern ein LotterielooS verkauft — ein ganzes LotterielooS!" Metall oder Stein verziert werden. Diese Verzierungen dürfen jedoch nicht über den vorgeschriebenen Raum deS Grabes htnauSragen. tz 6. DaS AuSschmücken der Gräber, sowie die Instand- Haltung der Grabdenkmäler geschieht durch die Angehörigen der Verstorbenen, welche in diesen Gräbern ruhen. ES muß der Weihe und dem Ernste des Friedhofs entsprechend geschehen. § 7. Der Weg zwischen den einzelnen Grabstätten darf weder durch die Einfriedigung, noch durch die Denkmäler, noch auch durch Bäume, Sträucher und Blumen u. s. w. beeiuträch- Hat werden. § 8. Die Gräber dürfen erst nach Ablauf von dreißig Jahren seit der letzten Beerdigung wieder zu einer Beerdigung be- Gießen, den 15. Mai 1896. Die Ablieferung der Vacanzüberschüffe erledigter Schulstellen an den ProvinzialschulsondS. M Großherzogliche Kreisamt Gießen tu bie Großh. Bürgermeistereien de- Kreises. Ätr erinnern diejenigen von Ihnen, welche mit der Einladung der Nachweisung über Vacanzüberschüffe oder mit b tzv Ni-richten, daß solche nicht einzureichen sind, noch im 0 Monde sich befinden, an die alsbaldige Erledigung irufttH Verfügung vom 13. April 1896, Anzeiger Nr. 89. v. Gagern. „Um acht Uhr?" „Nein, gnädiges Fräulein, um zehn Uhr fiebenundsünfztg Minuten und zwei Secunden, aus der Zeitung sehe, ist schon gestern Abend gezogen und hat riesig gewonnen. Du verstaubter Actenmensch, Du hast selbstverständlich längst ver- geffen, daß Du Inhaber dieses Looses bist, daS Dir vielleicht auch in vorgerückter Stunde einer aufgehalst hat. Ich habe gestern von Dir dieses LooS für drei Mark gekauft, daS heißt, ich ließ fie mir vom Kellner geben, da ich Dir gegenüber die Ehre meiner Börse, eine sonst seltene, augenblickliche „Verstimmung", nicht preiSgeben wollte." „So schlau hätte ich auch sein können," murmelte seufzend der alte Schulz, „aber meine Würde hätte darunter gelitten. Na und dann?" fragte er laut. „Na und dann? Freundchen, Dein Gehirn schlummert noch, hast Du nicht gehört, mein LooS hat riesig gewonnen, eS ist mit dem zweiten Hauptgewinn herauSgekommen." „Und weiter?" seufzte fast tonlos der Rath, und vor seinen Augen, drüben auf der dunkelrothen, goldurchglänzten Tapetenwand, sah er in höhnischer Lustigkeit eine dicke Drei und vier mächtige runde Nullen auf- und niederschweben, einen diabolischen Berliner Schunkelwalzer vollführen. „Na, dieser zweite Hauptgewinn mit seinen dreißigtauseud Mark — gar nicht so viel Geld: jährlich zu drei Procent neunhundert Mark — gehörte eigentlich Dir schon'. Ich wollte nur drei Mark, Du gabst mir dreißtgtausend Mark tu einem Papier, dessen Werth Dir im Augenblick nicht bewußt war." „Im Augenblicke nicht bewußt war!" seufzte leise Frau Schulz und sah ihren Gatten an, der in dem weichen Fauteuil wie eine große exotische, welk werdende Blume ganz in fich zu versinken drohte. „Und ich bin Dir also noch," fuhr der Doctor in in« Alle Innoncen-Bureaur br» In- und Hu»(anbc» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Kriedhofs-Ordnung für die Gemeinde Göbelnrod. Nach Anhörung und mit Zustimmung deS Gemeinde- : iiM sowie mit Genehmigung Großh. Ministeriums deS £J|oitrii und der Justiz vom 5. Mat 1896 zu Nr. M.-J. 11419 uM hierdurch für den Friedhof zu Göbelnrod die nachstehende ^WHvfS-Ordnung erlaffen: § 1 Tier Friedhof gehört der Ctvilgemeinde Göbelnrod, auf ihre Kosten denselben hat erweitern laffen. § 2. T>er Friedhof wird durch einen Kreuzweg in Quadrate e ckztlbeilt. Die Gräber für Erwachsene werden von denen da« Kinder getrennt angelegt und schon im Voraus für eine vßchvmte Anzahl abgemessen und durch Nummern abgegrenzt. § 3. Neben einer jeden einzelnen Grabstätte muß auf jeder ein Raum von 0,30 Mtr. liegen bleiben- ebenso umz anuf der oberen und unteren Seite der Grabstätte ein von 0,40—0,50 Mtr. liegen bleiben, damit man zu püta dmzelnen Grabstätte gelangen kann, ohne die anderen (? Biiter zu betreten. § 4. ®im jedes Grab für einen Erwachsenen muß 2 Meter Uni;, 00,80 Mtr. breit und 1,50 Mtr. tief sein- für ein RHib biS zu 12 Jahren 1,30 Mtr. lang und 0,60 Mtr. breit. § 5. Me Gräber können innerhalb des überlassenen Grab- muutii eingefriedigt und mit Grabdenkmälern auS Holz, Der ||«i mtx Anzeiger -'leint täglich, c tlllSnahme br» Montag». D* Gießener A«Iki«nStä1ler ed’i brm Anzeiger MjrckNch dreimal i» eigelegt. >0100000? X Stbr Meßmer Anzeiger Kenerat-Mzeiger. *?«■•**• Die St#“1" sKs"' L V ■ter 11 Ueber fämmtltche Gräber ist ein Verzeichniß nach fortlaufenden Nummern für jede Grabreihe in besonderer Ab- theilung zu führen, woraus der Name, daS Alter und der Stand des Verstorbenen ersichtlich ist. § U. Die spezielle Aufsicht über den Friedhof und die Hand- habung der FriedhofSordnung wird durch den bestellten Todtengräber, der zugleich FriedhofSauffeher ist, geübt. Ver- fehlungen desselben gegen die bestehenden Vorschriften werden dtSciplinarisch geahndet. § 12. Wer den Friedhof betritt, hat alles zu vermeiden, und zu unterlaffen, was dieser heiligen Stätte unwürdig ist. Kinder dürfen nur unter Begleitung und Beaufsichtigung von Er- wachsenen auf den Friedhof zugelassen werden. Alle Thiere ohne Ausnahme wüsten von dem Friedhof fern gehalten werden. Jeder Besucher deS Friedhofs ist verpflichtet, den dienstlichen Anordnungen der Friedhofs- Commission und des bestellten FriedhofS-Aufsehers, welcher zur Ueberwachung der FriedhofS-Ordnung verpflichtet ist, Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Strafe bis zu drei Mark. Der FriedhofSauffeher hat sofort alle Ueber- tretungen der FriedhofSordnung der Großh. Bürgermeisterei zur Anzeige zu bringen. Din für NWm «! Feuilleton. D er Hsuptgewinn. Humoreske von Oscar Linke. (Schluß.) vrDtc Tante ist doch schon todt?" .Rein, sie wurde gestern fünf Jahre alt." Mber Papa!" /Na, so hört doch weiter- die Mutter seiner Mutter —" „Also seine Großmutter . . ." ,3a, — war noch jung, als fie fich zum zweiten Male v»»ü!iathete, und vor fünf Jahren daS große Eretgniß etu- tnsc diffen Folgen wir gestern feierten." .Papa, Dein Doctor Horst Wtldermann scheint ein wirk- linhibc deutender Mann zu fein — und über weiter nichts hM slihr geplaudert?" rUnb fo viel Stunden lang?" warf die Mutter da- attHiem, sauft und vorwurfsvoll. Qer alte Herr fühlte sich fchou wieder unsicher, besiegt vvmion doppelten Angriff, wie er sonst scherzend zu sagen pfsileit.. Da klingelte eS. ilmua wollte aufspringen und hivauseilen. Ein strenger BilL d er Mutter — und wie in den Boden gewurzelt blieb fr irrten. „Wozu hat man denn eine Köchin?" Schon kam die Gusti und meldete den Doctor ... den Äloctai hatte sie vergeffen. .Seine Karte?" fragte Frau Schulz. .Wie fleht er aus?" fragte Fräulein Anna. .Mfein! In Cyliuder und weißen Handschuhen! FWrbuken, er ts et," flüsterte Guste, „der jesteru uf de D!«se: in OrfeustenS *) Armen gelejeu . viirr Rath commandirte: „Marsch raus! Eintreten la^ch!"' ') Morpheus. mit allen denkbaren Pserbekrankheiten behaftet it So ist dies«« Gesetz mit allen denkbaren protectionisttschen Rranfbetten behaftet. Abg. Schultze-Henne (natl) trftt für das Gesetz ein im Jn- tereste der Rübenbauer. Abg. Paa sch e verwahrt sich dagegen, die Eingabe der Eondftoren mit Hohn und Spott überschüttet zu haben. Barth habe seine Aenßerungen entstellt. Der einleitende Artikel 1 (Aufhebung gewisser Abschnitte deS bestehenden Zuckersteuergesetzes und Ersatz durch neue Bestimmung) wird mit 142 gegen 121 Stimmen angenommen. S 65, Absatz 1, betrifft die Betriebssteuer. Abg. Gras Schwerin-Löwitz (conf.) beantragt Wiederherstellung des S 65 in der Fassung der EommtifionSbeschlüffe, also Beseitigung der progressiven «rtriebssteuer und Aufrechterhaltung lediglich eines Steuerzuschlages auf die das Eontingent Überschreitende Production. Abg. Lieber (Ctr) erklärt sich NamenS seiner Freunde mit einem anderen, al6 S 67a beantragten Anträge Schwerin, betreffend die Steuer auf Melasse - Entzuckerung einverstanden, hofft aber, die Conseroativen würden nunmehr ihre Bedenken gegen die Betriebssteuer zurückstellm. Abg. Richter bekämpft die Betriebssteuer. Abg. Graf Schwerin erklärt, er und seine Freunde gingen eben von einem anderen Standpunkt aus, als Richter. Dieser wolle das ganze Gesetz scheitern lassen, während er selbst dasselbe zu Stande gebracht sehen möchte. Er ziehe deshalb nach den Erklärungen Liebers feinen eigenen Antrag zurück und halte nur einen Eventualantrag aufrecht, den Absatz 2 deS S 65 dahin zu ändern, daß bet Ueber- schreitung des EonttngentS sich der Steuerzusatz nur für die daS Eontingent übersteigende Zuckermenge um einen dem Ausfuhrzufchuffe für Rohzucker gleichkommenden Betrag erhöht. Schatzsecretär Graf PosadowSky beschränkt sich darauf, dringend um Annahme der Betriebssteuer zu bitten. Abg. Lieber: Herr Richter nimmt an der Verquickung von der Betriebssteuer- und Melassesteuerfrage Anstoß. In den nächsten Tagen werden wir es erleben, daß bei einer anderen Frage die Herren von der Linken Dinge mit einander verquicken werden, welche nicht zusammengehörcn. Abg. Richter: Herr Lieber begrüßt offenbar schon mit einer Ehrensalve die Vorlage über die 4. Bataillone. S 65 wird mit dem Eventualanträge Schwerin zum Absatz 2 angenommen. Die Betriebssteuer bletht also bestehen. S 66 und 67 werden debattelaS angenommen. S 67a, von dem Grasen Schwerin beantragt, findet, offenbar aus Jrrlhum der Rechten über die Fragestellung, nicht einmal die erforderliche Unteistutzunq. Die SS 68 bis 77 roerbcn unverändert genehmigt. S 80 fetzt das Gesammlcontingent auf 17 Millionen Doppel- centner fest. Ein Antrag Graf Schwerin will Herabsetzung aus 16i/,Mill. Ein Antrag Müller-Fulda will hinzufügen: „Rach näherer Bestimmung des Bundesraths kann daS Gesammlcontingent zur Erleichterung der Errichtung neuer Fabriken, welche ausschließlich Melaffe entzückern, bis um 2 pCt. des jeweiligen Gesammtcontingents erhöht werden. Soweit eine solche Erhöhung eintritt, finden die Bestimmungen des S 76 auf diese Art Fabriken keine Anwendung. Schatzsecr. Graf PosadowSky legt den Antrag Müller so auS, daß die neuerrichteten Melaffefabriken in späteren Jahren an dem Gesammlcontingent von 17 Mill, thetlnehmen, so daß die2pEt. Jahr aus Jahr ein für wieder neu zu errichtende Melassefabriken frei bleiben. Abg. Müller bestätigt diese Auffassung als richtig. Der Antrag Müller-Fulda wird angenommen. SS 81 bis 83 werden debaltelos angenommen. S 84 seht die Vorschriften dieses Gesetzes betr. Betriebssteuer und Ausfuhrprämien vom 31. Juli 1903 ab außer Kraft und setzt zum gleichen Zeitpunkte die Consumabgabe wieder auf 18 Mk. und den Zoll wieder auf 36 Mk. herab. Ein Antrag Graf Carmer aus Streichung diefeS Paragraphen wird angenommen. Artikel n normirt die Eonfumabgabe auf 21 Mk. Abgg. Richter und Meyer-Danzig befürworten Herabsetzung auf 20 Mk. Bei 21 Mk. würde der SleuerfiScuS auch noch so und so viel auS diesem Gesetze herausschlagen. Schatzsecr. Graf PosadowSky stellt dies in Abrede. Bei 20 Mk. Eonsuwabgade würde das Reich ungünstiger gestellt sein? als bei dem bestehenden Gesetz. Der Antrag wird mit 154 gegen 119 Stimmen angenommen. Ebenso schließlich das ganze Gesetz. (Schluß 6» , Uhr.) w*ö §§ Herbstem, 13. Mai. Der Bau der hiesigen Ge- meinde-Wasserleitung, welche zu 42 000 Mk. veranschlagt war, hat eine Firma auS Cassel für die Summe von 27 800 Mk. übernommen. Am 5 Mai ist mit dem Bau begonnen worden. Dieser Tage haben die Arbeiter Strike gemacht, weil ihnen der Lohn von 1.80 dir 2.50 Mk. pro Tag zu wenig war. §§ Vom höheren Vogelsberg, 14. Mai. Unsere Land- wirthe find mit dem AuSsaen deS HaferS und dem Setzen der Kartoffeln fertig geworden und wird bereits mit der Gersten-Saat der Anfang gemacht. Unter der seitherigen warmen Witterung mit scharfem Nordost hat die Vegetation gelitten; die Wmterfaat ist zurückgeblieben. Die Winter-Dorräthe an Heu und Stroh find bald aufgezehrt und ist mancher Landmann gezwungen, sein Vieh auf die Weide zu treiben, obwohl dort recht wenig gewachsen ist. Die Ktrschdämc stehen im vollsten Blüthenschmuck, die Aepfelbäume beginnen erst zu knospen. Eichen und Eschen zeigrn noch keinen Blätteransatz. Auch für die Bienen ist die Witterung ungünstig, da dieselben durch die kalte Witterung der letzten Tage ihre Arbeit nicht aufnehmen konnten. Hecken, Gebüsch und Buchenwälder in den mehr niedrigen feuchten Lagen beginnen sich hellgrün zu färben. Junge Fichtenpflanzen find diese» Frühjahr wieder zu Tausenden in hiesiger Gegend an Oedungen, Hutweideu u. f. w. verpflanzt worden, sodaß nach Jahren hübsche Wälder erstehen werden. AuS Oberhesteu, 9. Mai, läßt sich ein Einsender der „Darmst. Ztg." wie folgt vernehmen: Ich beobachtete in einer oberhesfischen Stadt, daß mit Milch gefüllte, zum Transport bestimmte Kannen, die aus der Straße staaden, von Hunden verunreinigt wurden. Der Besitzer dieser Kannen wurde sofort in Kenntniß gesetzt und ließ auch alsbald Abhilfe schaffen. In verschiedenen größeren Städten ist eö bereits verboten, Milchkannen und Körbe mit Nahrungsmitteln ohne Beaufsichtigung auf öffentlichen Straßen unb Plätzen stehen zu lasten. Sollte ein solches Verbot sich nicht auch für anderwärts empfehlen? Citeroiur und Kauft — »Neueste Erfindungen und Erfahrungen« auf den Gebieten der practischen Technik, Electrolechnik, der Gewerbe, Industrie, Ehemie, der Land- und Hauswirthschaft rc. (A. Hartlebens Verlag in Wien). Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Hefte franco 7.50 Mark. Einzelne Hefte für 60 Psq. in Briefmarken. — Diese gewerblich-technische Zeitschrift ist ausschließlich der Praxis gewidmet. Zahlreiche Mitarbeiter geben darin ihre in eigener Arbeit gewonnenen Erfahrungen bekannt und Technikern wie W - werden alle wi kltch practifchen Neuheiten baratboter constructive Abbildungen zeigen überall die praclischev aller R-uerunacn. Alle Fortschritte im gewerblichen Mitgelheilt. Diese Zeitschrift gibt immer neu, Veze zu noch nicht rxifitrenden ErwerbunaSarten bdannt, unten 1*7 a>r- Leser von allen practifchen Lerdeffernngen in ItbdtMnri* * und Werkzeugen und beantwortet Hunderte von .rraaen fachmännischer Weife. Die Zeitschrift bringt nur ptr . theilungen auS eigener Erfahrung und ist unentbrhiltch welcher in der Concurrenz bestehen und feine Letstun-en' heutigen modernen Stande erhalten will. — Die „Leipziger illustrirte Zei'tmg bringt unter - folgende Kritik: Von Wilhelm Lambrecht in Brochüre erschienen unter dem Titel: „W, eeb Wit fu WetiersLulen baue««, die eine Mahnung an Cur _ Verwaltungen, Verschönerungs - Ve eine, Vereine »ur mJ/Tl Fremdenverkehrs u. f. w. zur Einführung derartiger Die Brochüre ertheilt Rathschläge behufS der Dahl (tnr1 Standortes, giebt die Einzelheiten der Bauart in bot ftrumente, deren man für eine Wettersäule bedarf, was Zweck vollständig erfüllen soll, Anweisung für die für die Bedienung der Apparate und sagt unter Andere« „Um eine Wetterfäule zu schaffen, genügt e» keines»«^ beliebige Säule mit Thermometern, Barometern meteorologischen Instrumenten, wie sie in jedem käuflich sind, zu versehen, es muß vielmehr soweU di« x» /z* jedes dieser Instrumente für diesen ihren Zweck bdeebci sein. Tie beste Conftruction ist daS Resultat einer _ Erfahrung und Praxis und bildet einen Specialarn?..! * dann zweckentsprechend hergestellt werden kann, wenn le ■ n ‘ ibn als solchen behandelt und seine nur in solcher Lene c.-'.-Sw Erfahrungen für jede später iu erbauende Wettki^ulr -i, Weise verwerthet." — Der Verfasier ist durch seine Erfahrungen und Forschungen aus dem Gebiete bn < ri ( sowie durch die H-rftellung meteorologischer Instrumente c.-i.“ i, kein Anderer berufen, nach dieser Seite hin die vracti'-^^ -, schlage zu ertheilen, und hat sich bemüht, Consteunlonni i.,- z zu machen, die nach allen Seiten hin ein beftteblgentd • -j-, gewähren: seine Weitersäulen und Wettersäulen fei die Früchte langjähriger Versuche und Erfahrungen, ia h 5c" säulen in erster Lmte daS Interesse deS Publikums anb sind nahezu vollendet und am sogen. Holzhos fei ■ Blumenanlagen geschaffen worden. Auch soll in bin Im i demnächst ein Trinkbrunnen errichtet werben, teal * Jünger deS MarS mit Freuden begrüßen dürften. Der Sa al bau ist auch bi» in die letzten Waleri^ dauernd in verschönernder Behandlung gebluber. h v. durch FelSgruppen und Pflanzen van allerlei 8rt ttr wahren Vorgarten erhalten und repräsentirt M ,D tr vornehmer und schöner als in feiner früheren 6W - vor dem neuen Schlachthause hat man eine nett Ä" : hergestellt. Vor Allem aber stehen dem Mathilftrs Umänderungen bevor. Hier sollen namentlich Lngi '-c- vorgenommen werden, die längst dringend notl|Wtcb:|^ worden sind. DaS hübsche Denkmal des Abt bi» jetzt wöchentlich zweimal auf „der Rinder brenienr glatte Scharen", die Erzeugnisse ländlichen Ackrrbi-cl den Darmstädter Markt gefahren haben und auf „Heumarkt" vor dem Malhildenplatz bi» nach der Marktzeit aufgestellt werden. Schön war brr Zustand gewiß nicht, und daS Stück Landleben, brs * wöchentlich inmitten einer großen Stadt btobat:’" machte einen etwas sonderbaren Eindruck. Endlich - der Wtlhelminenplatz verschönert werden, der btntn P falls bedarf. Die geplanten Reformen werben der ganzen Bürgerschaft willkommen geheißen und » noch der Hoffnung Ausdruck geben, daß man auch " mit der Ausführung de» Denkmal» für Vubetj f des neuen Museums beginnen möge. Al» 3"^/ unsere werthvollen, lange der Aufsicht beraubten langen ist ja nun eine neue, fachmännische Man hofft von ihrer Thätigkeit erfreuliche - Zum ersten großen Radfahrerfport ladet bafl v"gr , Radfahrervereins Darmstadt auf nächsten Sonn lag 500 Meter lange Rennbahn an der Heidelberger |f für den „Sport" ordnungsgemäß hergestellt. p Rennen wird ein großer Corso tr der Stadt gefahren, an dem sich die hiesigen er Stahlroß" in corpore beteiligen und ebenso zav toärtige, die angemeldet sind. Nach den ' in der Preffe find sehr zahlreiche und tnterestante■ * erfolgt, fo daß der Verlauf der Rennen fefcr werden verspricht. Außer einem jüngst verans a , des hesfischen ReitervereinS ist dies da» erste gr°k - ?r In diesem Frühjahre. Die Frankfurter in Darmstadt schon ein große- 6tommpubhtu . . die namhafte Betheiltgung be» Darmfi^er k- beitrogen dürfte, die ja eine ganze anjaD und erfolgreichsten Herrenreiter für die grogm Sportsplätze stellen. ,L Ä \ unb Sar ^Eießen, den |TS5] Con einer groi auftroge I «floaUtr im 6onci I Hittwoch d , (Deut die folge . „urr 20 bübier , Je Lnneren Parth ca. 450 , 570 300 , 700 , 120 500 Versteigerung Belanntt Lil erledigte 61 ßr-fienvarls t (xt fi usb mit loh, l'oll bernnäcf rrrteni Dienstwohr 2*tc-erber haben etter Angabe von itrigrr Beschäftigt figung etwaiger 3ei krbtiiiläfiungm g! ich tr bem Bftirk-t »i Sieben, Mabt sie tunnobliegtn^e te: atjtilt' bis k L 3- erstatten. »üm, btn 15/ Der ßnft Wtzk 5 errlineeni fctt Nr teMiutm ft - e >-«u»p„tt),!iSee dO», »ttltnai jMk« (Hainpov toi« Mbbtte BdfMtte Xi6ba obigen Saun * »der nach °uch r 2* W* leirmnt l Zeichlmngtn, sind ii 1 unterjtfdi ,^°wgung4ar ‘ 8uniem Bezirksbauaufseher Rohrer zu» 8ief«n, Neustadt 79, welcher über di IS Dienstobliegenheiten wettere Aus- ludrii eAhellt, bis längstens 26. Mai nnähernd emi1 n Reclame-Artikel ist io fr- gen k. d. Hautpflege : Schläge nur die altbewibu IlieerseW it Erdkugel und Kr *f. v. Frkft. a. M. Von: , Tichy, Silierst Fn^ptspiyaisen durch: A- & 6 Wallenfels Marktplatz 21. Concurs- Versteigerung «einer grossen Part hie Scliuliwaaren. Äm Auftrage des Herr« Rechtsanwalts Dr. Rob. Heß hier, als ^ÄMlker im Concurfe Lutz, versteigere ich Mittwoch den 20. Mai, Nachmittags 3 Uhr, um: wrnt. die folgenden Tage zu derselben Zeit, im Pfandlocal Juden- Imuner 20 dahier öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung in größeren «ml Heineren Parthien: Wordantage 29 Grösste Auswahl von Fahrrädern am hiesigen Platze der Firmen Gebr. Giese & Go., Offenbach a. M. und Hillmann, Herbert & Coober, DooS b. Nürnberg. Stauntnb billige Preise. Eouiavte Kedienmig. Großes Lager von Zubehör- und Ersatztheilen. 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