Jt*Ä*te inpJJl “•Wwa^ «sa !erabt(u - na* JLJJJ ungdn lodattS trbadung bn "?[ H}?eD?5?era,®i®d? Ly Ebings ngcki “Ja 8nn Gemüse weder not noch BelöMlW «kwf & «tritt te Mavvt io »(tbtei a wl dm zattm nm BllmdMTärlncreia- "tesier Fachleute und die ÜtnB*WitMtn u nicht genug antmpiobun tttzsiei zu bedim.». Z« zur Saison, lafitn fü hregeln leicht und btquta i ftische oder eingeschlagm Sofortigen B-rdrauch ooi- unb ermöglichen dterbmch it nicht ju uninschötzende Er g ebt sür grohe »t- Gemüse-Plöservev. Turmhaus am Brand, snet Wich, mit 8i* Mr, am Mittwoch eit vährend M BW - EinirttlSpret» (* n Sonntagen 20 Psg. MW- ju habrn bei chr. KaustlüvT Marbmgerstraße 44. ZTZZ» epPeln,„ ent sch iCaWj äft«® Nr. 14 Erstes Blatt 1S96 Gießener Anzeiger Kenerat-Nnzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Avers Glesien. chratisöeitage: Hießener Kamitienötätter. Freitag den 17. Januar Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für bat ->kgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Sonn. 10 Uhr. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger JUkoitnemenhpceUi 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AiamitienStälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. -----1. . .......- ■ ■ ■ Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmm Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Der chtrßeuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» MonlagS. Aintlichrr Tbeil. Betr.: Die Ergänzungswahl des Vorstandes der israclilischen Religionsgemeinde Gießen. Einladung zur Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde zu Gr eß en. Es wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß in Gemäßheit der Bestimmungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde zu Gießen vom 4. August 1871 in diesem Jahre das Mitglied Herr Eommerzienrath Sigmund Heichelheim aus dem Vorstände ausscheidet, und daß die hiernach erforderlich gewordene Ecgänzungswahl Freitag den 24 Januar 189« in dem Saale des alten Rathhauses dahier stattfinden soll. Sämmtliche nach §. 2 der Wahlordnung Stimmberechtigten werden zu dieser Wahl mit dem Bemerken eingeladen, daß die Abstimmung Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr stattfindet. Gießen, den 15. Januar 1896. Der von Großh. Kreisamt Gießen ernannte Wahl-Commiffär. Hach. Deutscher Reichstag. 16. Sitzung. Mittwoch, den 15. Januar 1896. Aar Berathung steht der Antrag Hitze (Ctr), betreffend dm gesnndh ettltcken Arbetterschutz, sowie Erhebungen wegen Schutzes der jugendlichen und weiblichen Arbeiter der Hausindustrie. $fl>g. Hitze. Wir wollen, daß der BundeSrath von stinem BerordnungSrecht betreffs des Schutzes von Gesundheit und Sittlichkeit mehr Gebrauch macke ober doch die einzelstaatltchen Regierungen »am Erlaß bezüglicher Verordnung anrege. Es könnten u. A. sehr wohl die Unsallverhütungs - Verordnungen der Unfallberusungs- gmoffenschaslen vom Bundes: ath selbst übernommen werden. Sehr verständige Vorschriften hat beispielsweise die rheinisch - westfälische Textil^Becufsgenossenschaft erlassen. Wichtiger ist noch die Krankheitsverhütung; hier müßte systematisch vorgegangen werden. Eine systematische einheitliche Regelung, wie bei der wirklich mustergtlttgen Sonntagsruhe, ist nothwendig. Eventuell könnte, wie bet dieser, auch der gesetzgeberische Weg eingeschlagen werden. Namentlich müßte die Zulassung weiblicher und jugendlicher Arbeiter nicht mehr so wie jetzt von Fall zu Fall seitens der Ortsbehörde entschieden, sondern einheitlich geregelt werden. Redner empfiehlt schließlich die Ausdehnung des Arbeiterschutzes auch auf die Hausindustrie. Nuterstaatssecretär Lohmann: Eine Reihe bundeSräthlicher Verordnungen bestehen bereits. Besonders ist dabet auck auf das Sittlichkeits-Interesse Bedacht genommen, so durch Erlöste über Arbeit!- und Nebenräume für die Arbeiterinnen. Eine ganze Reihe von Verordnungen find außerdem in Vorbereitung. Was die Haus- tnbufltie anlangt, so sind wir bisher noch zu sehr mit Ausarbeitung der Bestimmungen über die Sonntagsarbeit beschäftigt gewesen. Nachdem aber dieser Theil unserer Arbeit beendet, werden wir uns mit ganzer Kraft jener Aufgabe zuwenden. Eine Commission ist zu dem Behuf bereits eingesetzt und wir hoffen, Ihnen demnächst mtt Vorschlägen kommen zu können. Abg. Höfsel (Rp) weist auf die vortrefflichen einheitlichen Bestimmungen über Frauenarbeit im Elsaß hin und empfiehlt beten Verallgemeinerung. Abg. Molkenbubr (Soz.) bezeichnet vornehmlich Bestimmungen über Trennung der Ankleideräume nach Geschlechtern für unerläßlich. Gegenwärtig entsprächen die Räume für Frauen vielfach nicht den elementarsten Anforderungen. Ebenso wenig die Schutzmaßregeln ta den Fabriken. Gegen das gesundheitsschädliche Uebermaß an Arbeitszeit in einzelnen Gewerben, so im Bäcker- und Gastwtrths- gemetbe, muffe auch vorgegangen werden. Am schlimmsten seien die Verhältnisse in der Hausirdustrie, die Ausbeutung eine noch viel ärgere, als in den Fabriken. Abg o. Stumm (Rp.) beantragt, in dem ersten TheUe der Hitze'ichen Resolution, in welchem bundesräthliche Erlasse gefordert werden, um die Durchführung der bestehenden Arbeiterschutzbestimmungen „mehr als bisher" zu ersetzen durch die Worte „immer wirksamer". In der Httze'schm Fastung liege gleichsam ein Vorwurf gegen die Regierungen, als hätten sie bisher zu wenig aethan. Und dieser Borwurs sei durchaus unberechtigt, die Annahme sei auch ganz falsch, als ob die Reglementtrung gar so viel helfen werde. Auch würden die noch vorhandenen Mißstände viel zu sedr auf- ßebauscht. Die Thättgkett der Berussgenossenschasten genüge überdies, falls letztere nur ihre Schuldigkeit thäten, vollkommen, um die Mißstände zu beseitigen. Bor einer Schablonifirung, durch welche man auch die Thättgkett der Berufsgenostenfchaften einenge, warne er dringend. Auch vor Eingriffen in die Arbeitszeit warne er; man würde dadurch, zumal daS Kleingewerbe, das Handwerk schädigen, welches man doch, abgesehen von der Linken, schützen, stützen und schonen möchte. In der Preffe würden überhaupt die M-ßftänbe viel zu sehr übertrieben. Kein Tag vergehe, wo man nicht in den Blättern grobe Erfindungen und Entstellungen les n könne. So auch über ihn selbst, und zwar geschehe das in erster Linie in der ,.;rankfnrter Zeitung", dem „Volk" und dem „Vorwärts". Man stille nur immer dreist annehmen: was in diesen Blättern st-cht, ist anwahr (Heiterkeit), zumal wenn es gleich in allen drei Blättern Seht (Heiterkeit). Keinesfalls dürfe das Deihältntß zwischen Arbett- zeber und Arbeiter beeinträchtigt werden. Abg. Clemm-Ludwigshafen (nl) erklärt sich für den Antrag Hitze. Namentlich bedürfe es des Einschreitens bei der Hausindustrie. Abg. Schall (cons.) erklärt sich Namens seiner Partei für die Hitze'sche Resolution in ihren beiden TheUen, wenngleich nicht zu oertennen fei, daß die Gefahr allzu vielen Reglemeniirens drohe, so daß man sich im Lande kaum noch zurechtzufinden vermöge. Man müsse von den Gesetzen nicht zu viel erwarten, sondern auch an ben humanen Sinn der Arbeitgeber appelliren. Abg. Sckmidt-Elberfeld (srs. 93p.): Bei der Hausindustrie sind die Uebelstände vielfach größer als in ben Fabriken; bie Abhilfe ist hier aber schwieriger wegen der Controlle. Darauf sollte daher bei den anzustellenben Ermittelungen bas Hauptaugenmerk gerichtet werben. Abg. Werner erklärt das Etnoerständniß der Reformpartei mit der Resolution. Nach einem Schlußworte des Abg. Lieber (Ctr.) wirb ber Antrag Hitze einstimmig angenommen. Abg. Hüpeden erklärt, er bedauere nicht zum Worte gekommen zu sein. Er würde sonst Namens seiner christlich-socialen Freunde im Lande besonders Einiges auf die Stumm scheu Ausführungen geantwortet und namentlich auch auf die hohe Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisationen hingewiesen haben. Morgen: Antrag Kanitz. Deutsche- Reich. Berlin, 15. Januar. Der Jubtläumstag der Gründung des neuen deutschen Reiches ist nun heran- genaht, und in allen deutschen Gauen sind die würdigsten Vorbereitungen zur festlichen Begehung des 18. Januar getroffen. Im Mittelpunkte dieser gesammten Festlichkeiten wird natürlich die am Samstag Abend von bei elften Stunde ab im Berliner Refidevzschlosse stattfindende ErinnerungS- feier stehen. Ihre Einleitung bildet Gottesdienst in der Schloßcapelle und in der katholischen St. HedwigSktrche, dann beginnt die Versammlung der eingeladenen Festgäste im historischen Weißen Saale. Sobald dieselbe geordner ist, macht der Reichskanzler dem Kaiser davon Meldung. Alsdann begiedt sich der Kaiser unter großem Vortritt nach der festlichen Stätte, wo inzwischen auch die Kaiserin, die Kaiserin Friedrich, die Prinzessinnen des königlichen HauseS und die fürstlichen Damen ihre Plätze eingenommen Haden. Dem Kaiser vorangetragen werden die Reichsinfignien: daS entblößte Reichsschwert, der Reichsapfel, daS Szepter, die Krone und das Retchspanier. Dem Monarchen folgen die Prinzen deS königlichen HauseS, die anwesenden fürstlichen Gäste von auswärts und die zur Zeit in Berlin, resp. Potsdam weilenden Prinzen auS souveränen altsürstlichen Häusern. Der Kaiser nimmt auf dem Throne Platz. Die Prinzen und sonstigen Fürstl'.chkeiteu, die Träger der Reichsinfignien und deren EhreneScorte, die Träger der zur Feier commandirten Fahnen und Standarten u. s. w. gruppiren fich um den Thron. Dann verlieft der Kaiser die Thronrede und verläßt hierauf wieder im feierlichen Zug den Saal. Parade der Garnison und später Galadiner im Schlöffe folgen im Laufe des festlichen Tages nach. Ueber die Betheiligung der BundeSsürsten an dieser Feier lauten die Angaben noch einigermaßen widersprechend, dagegen muß eS nun leider als feststehend gelten, daß ihr Fürst Bismarck aus Gesundheitsrücksichten fern bleiben wird. Aber sicher wird bei der ErinnerungSfeter im Berliner Königsschloffe deö Baumeisters des Deutschen Reiches in gebührender Weise gedacht werden, auch verlautet bestimmt, daß der Kaiser anläßlich deS 18. Januar eine ganz besondere Auszeichnung der Fürsten BiSmarck plane. — Die Differenzen zwischen dem Kaiser und seinem Schwager, dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, anläßlich des bekannten Unfalles der Gemahlin des Prinzen find wieder beigelegt. Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold werden fich auf einige Wochen nach Italien begeben, die Nachricht von einem dem Prinzen ertheilten einjährigen Urlaube ist unbegründet. Neueste Nucheschte«. WolffS telegraphisches Sorresponben,-Bureau. Berlin, 15. Januar. DaS „Colontalblatt" veröffentlicht einen Runderlaß des Gouverneurs von Deutsch- Ostafrika, mit aller Strenge darauf zu achten, daß nicht als Träger oder unter sonstigen Vorwänden Sclaven unter das Personal der Carawanen eingeschoben und heimlich zur Küste geschleppt werden. Die Bezirksämter werden ersucht, die an der Küste ankommenden Carawanen nach dieser Richtung hin noch einer besonderen Prüfung zu unter« ziehen. Budapest, 15. Januar. Die Erhöhung des Zonentarif es für den Personenverkehr auf den ungarischen Staatsbahnen, welche am 8. d. M. angekündigt war, beträgt sür die 1. Wagenklaffe in allen Zonen bei Personenzügen 20 pCt., bei Schnellzügen 25 pCt. Für die 2. Wagen- klaffe ist der Tarif nur in der 13. und 14. Zone, für die 3. Klaffe nur bei Schnellzügen in der 14. Zone um 20 pCt. erhöht worden. Die aus der Tariferhöhung erwartete Mehr- einnahme wird auf 1,478,256 Gulden geschätzt. Loudon, 15. Januar. Wir die „Times" melden, hat die Admiralität die ersten Schiffsbau-Firmen aufgefortcrt, Angebote auf den sofort zu beginnenden Bau von zehn neuen Kreuzern eivzureichen. Die Admiralität hat auch alle Firmen, welche Regierungs-Aufträge haben, ersucht, diesen Arbeiten den Vorrang vor allen Privataufträgen zu geben. Leyes»«, bei Bure« .Herold* Berlin, 15. Januar. Der Kaiser begab fich heute Morgen 10V2 Uhr nach den Brttzer Feldmarken zur Jagd, von wo er um 4 Uhr in daS Königliche Schloß zurückkehrte. Berlin, 15. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Programm der Feierlichkeiten zur fünf» undzwanzigjähngen Erinnerung des TageS der Neubegründung deS Deutschen Reiches am SamStag den 18. Januar. Berlin, 15. Januar. Der türkische Botschafter in Wien, Galib Bay, ist nunmehr definitiv zum Botschafter in Berlin designirt und hat sich bereits gestern nach Konstantinopel begeben, von wo er in etwa zwei Wochen hier eintreffen dürfte. Berlin, 15. Januar. Der Kaiser wird am 17. Januar im hiesigen Schlöffe ein Capitel deS schwarzen Adler- Ordens abhalten und einige Mitglieder in den Orden aufnehmen. Berlin, 15. Januar. Der Kaiser wird morgen den Staatssekretär im ReichS-Justizamt Dr. Nieberdin g empfangen, um fich daS bürgerliche Gesetzbuch und das Einführungsgesetz überreichen zu (affen. Berlin, 15. Januar. An Stelle des Feldmarschalls Grafen Blumenthal wird der General-Oberst v. Lov bei den Feierlichkeiten am 18. Januar im Königlichen Schlöffe das Reichspanier tragen, während General v. Werder daS Scepter trägt. Berlin, 15. Januar. Heute Mittag 12 Uhr wurde der preußische Landtag in feierlicher Weise eröffnet. Nach der Begrüßung wird in der Thronrede gesagt, daß fich die Finanzen Preußens günstiger gestalteten, als man annahm. DaS Rechnungsjahr 1894/95 schloß mit einem geringeren Deficit ab, als vorgesehen war. Ein gleich günstiges Gr- gebntß dürfe für 1895/96 erwartet werden und auch der Etat für 1896/97 schließe mit einem geringeren Fehlbetrag als der des laufenden Jahres. Insbesondere hatten die Einnahmen der Eisenbahnen höher veranschlagt werden können. Die zu Beginn deS Jahres eingeführte Neuordnung der Eisenbahnverwaltung habe fich gut bewährt und zu diesem Resultat beigetragen. Wegen Erweiterung des Eisenbahnnetzes werden dem Hause Vorschläge zugehen. Auf dem Gebiete der Schule wird ein Gesetzentwurf vorbereitet, um die Einkommen der Lehrer und Lehrerinnen derart zu regeln, daß ihnen überall ein den örtlichen Verhältnissen entsprechendes Einkommen gesichert ist, des Weiteren ist eine Aenderung des PenfionsgefetzeS von 1872 beabsichtigt. Die Thronrede kündigt ferner an einen Gesetzentwurf, durch den die Organisation der Handelskammern über das ganze Land erstreckt und durch Ausstattung dieser Weiterung ihres Geschäftskreises gekräftigt werden soll. Ferner wird der im Vorjahre angekündigte Entwurf betreffend Anerbenrecht bei Renten- und Anfiedelungsgütern und andere Mittel zur Hebung der Land- wirthschaft angekündigt. Die Thronrede gedenkt zum Schluß der großen Zeit vor 25 Jahren. Berlin, 15. Januar. Nach der Eröffnung des Landtages traten das Abgeordnetenhaus und Herrenhaus um 2 Uhr zu kurzen Sitzungen zusammen. Das Abgeordnetenhaus vertagte fich, nachdem bie Beschlußfähigkeit con- ftatirt war, auf morgen 12 Uhr. Auf der Tagesordnung steht Präsidentenwahl und Entgegennahme von Regierungsvorlagen. Das Herrenhaus wählte baß bisherige Präsidium wieder, desgleichen die Schriftführer. Morgen l1/« Uljr: Vereidigung neuer Mitglieder. Beschlußfsffung über die geschäftliche Behandlung neuer Vorlagen (Generalcomm.sfion für Westpreußen). Berlin, 15. Januar. Die „Berl. Corr." meldet: Der Kaiserin Friedrich ist die Genehmigung zur Uebernahme der Protectorate über den Verein für Originalradirung zu Berlin, den Verein für Armen- und Krankenpflege und Kaiser-Friedrich-Andenken zu Charlottenburg und den RrdB-- kriegerverband ObertaunuS zu Homburg v. d. H. eriheilt worden. Berlin, 15. Januar. Die vor einigen Tagen in Gera erschienene Broschüre: „EinMahnworran den deutschen Kaiser" von Kurt Reuh wurde gestern hier beschlagnahmt, angeblich weil mehrere Stellen, die von der kaiserlichen Hof- Haltung sprechen, Majestätsbeleidigungen enthalten Die Broschüre ist in christlich-socialem Sinne geschrieben. Manchen. 15. Januar. DaS Militärgericht ver- urtheilte heute den Lieutenant Schäffer, welcher dem Sergeanten Zech in der Neujahrsnacht die von diesem ge- torbeite Patrouille mitgab und diese mit scharfen Patronen versah, zu 30 Tagen Sruben-Arrest. Straßburg. 15. Januar. Die amtliche „Straßburger Correspoudeuz" meldet, daß für den Beginn der Ses.on des LandeS-AuSschusseS der 30. Januar in Aussicht genommen ist. Oedeuburg, 15. Januar. Im städtischen Versorgung-' Hause Hierselbst starb gestern Paul Deux de la Roserry, ein angeblicher Kronprätendent von Frankreich. Paris, 15. Januar. Dem „GauloiS" zufolge beschränkt sich der angebliche Austausch von eigenhändigen Handschreiben zwischen Kaiser Wilhelm und der Königin Victoria auf vermittelnde Schritte deS Herzogs von Sachsen Toburq-Gotha, ein langes und herzliches Telegramm deS Kaisers Wilhelm an die Königin Victoria und eine von letzterer der Herzogin von Kork dictirte Antwort. CocaUs mtfc ^provinzieller. Gießen, 16. Januar 1896. Au untere verehr!. Leser. Infolge Erkrankung deS Zeitungsträgers für den Bezirk SelterSberg Bahnhöfe rc. wird eine Verzögerung tu der Zustellung unseres BlatrcS unvermeidlich fein. Wir bitten, solche zu entschuldigen und unS gefl. Mittheilung zugehen zu lasten, falls der eine oder andere Leser den Anzeiger nicht erhalten sollte. ** Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgft geruht, am 8. Januar den ordentlichen Profeffor in der juristischen Facultät der Laude-universität Dr. Paul JoerS auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. April 1896 an, aus dem Dienste zu entlasten. • * Uebertrageu wurde am 11. Januar dem Steüen- anwärter Ludwig Schuch aus Weickartshain, im Kreise Gießen, die Stelle des BibliothekdienerS an oer Bibliothek der LandeSuniverfität. * * Kirchliche Dienstvachrtchten. Ernannt wurden : Pfarr- vicar Kempf zu Wimpfen zum Pfarrverwalter in Steinbach, Decanat Offenbachs Pfarraffistent Reeg zu Darmstadt zum Pfarrvtcar in Wimpfen (2. Pfarrstelle), Decanat Zwingen- brg; Pfarrvtcar Schuck zu Steinbach zum Assistenten bet der Landpfarret Mainz und der Pfarrei Kastel-Kostheim, Decanat Mainz. • • Poftpersonalnachrichten. Versetzt find: Der Post' kasfirer Mil kau von Gießen nach Magdeburg behufs Ueber» nähme einer Postinspectorstelle bei der Oberpostdtrectton Magdeburg und der OberpostdirectionSsccretär Mittel - staedt von Berlin nach Gießen behufs Uebernahme der Poftkasfirerftelle bet dem Postamte Gießen. Ernannt ist der Obertelegraphenasfistent Bormann in Neustadt (Odenwald) zum Poftoerwalter. • ’ Reichsballk-Nebenstelle. AuS Anlaß der am nächsten SamStag den 18. Januar ftottfindenden Feierlichkeit bleibt das Bureau derselben auf höhere Verfügung von 12 Uhr ab geschlossen. * • Die Fepfeier deS Oberhesfischen GeschtchtövereiuS zur Erinnerung au die 25jährige Wiederkehr de8 Kaisertags von Versailles fand gestern Abend im geschmückten Saale des (Safe Balzer vor zahlreicher Versammlung statt. Profeffor Buchner eröffnete die Sitzung, indem er hinwies auf die zahlreichen militärischen Feste des letzten Kolben Jahres zur Feier der Großthaten des deutschen Heeres auf den franzöfifchen Schlachtfeldern. Wohl hatten wir Grund zu Jubel und Freude, denn Großes ist vollbracht worden in jener Zeit, große Ziele wurden erreicht, das größte aber war die Wiedererrichtung des deutschen Kaiserreichs. Nicht das Heer allem und seine einzelnen Theile feiern in jetziger Zeit diese Grotzthat im Kriege von 1870/71, eS ist das ganze deutsche Volk, das jetzt mitfeiert und mit innigem Dank gegen Gott, den König Wilhelm, seine Rathgeber und sein Heer die größte Errungenschaft aus schwerer Zett, das Wiedererstehen eines großen, starken und mächtigen Deutschen Kaiserreichs festlich begeht. Wersen wir einen Blick zurück in den Anfang unsere- Jahrhunderts, so sehen wir nicht tn unserem engeren Vaterlande allein, sondern auch in ganz Deutschland und seinen einzelnen Theilen eine Zeit der Schmach und Unfreiheit sich mehr und mehr auSbreiten. Napoleon hatte in der Dreikaiferschlacht von Austerlitz am 2. December 1805 die verbündeten Ruffen und Oeftcrreicher vollständig geschlagen. Die Folge davon war der Friede von Preßburg (26. December 1805) und daS Bündniß von Oesterreich mit Frank- reich. Bayern und Württemberg schloffen fich an und wurden von Napoleon- Gnaden Königreiche. Wenn so große Stücke vom alten, morsch gewordenen heiligen römischen Reiche deutscher Nation abbröckelten, was wollten da die kleinen machen? Baden folgte nach, Heffen und Naffau verhielten fich noch ablehnend. Aber wie konnten fie auf die Dauer widerstehen? Die Verhandlungen, die in Gießen begonnen hatten, wurden am 6. Januar 1806 in Darmstadt fortgesetzt und endeten mit dem Beitritt auch Hessen- zum Rheinbund. Ein Aufrücken zum souveränen Großherzogthum war die unmittelbare Folge. Nach all diesem DoranSgegangeoen war nicht über- raschend, daß am 6. August 1806 der Kaiser Franz II. erklärte, daß er seiner Würde schuldig sei, auf eine Krone zu verzichten, welche nur so lange Werth in feinen Augen haben konnte, als er dem von Fürsten und Ständen des Deutschen Reich- ihm bezeugten Zutrauen zu entsprechen und den übernommenen Obliegenheiten Genüge zu leisten im Staude war. LS werden daher die Fürsten und alle Reichsangehörigen von ihren Pflichten, womit sie an den Kaiser durch die Dersaffung gebunden waren, feierlich entbunden. Da- war da- Ende deS deutschen Reichs. Wie aber war eS mit der erhofften i. neren und äußeren Ruhe, der versprochenen kostbaren Ruhe der Rheinbund-Völker bestellt? In welchrr Weife betätigte Napoleon die Uebereinstim- muug feiner Absichten mir den wahren Interessen Deutsch- landS? Er opferte die junge deutsche Generation feinen ehr» geizigen Plänen auf den Kriegsschauplätzen in Preußen, Oesterreich, Spanien und Rußland, und die älteren wurden leider vielfach durch daS gewaltige Genie derart gefesselt, daß sie ihr Deutschthum vergaßen und dem welschen Eroberer blind anhingen. Nur wenige vaterlandSbegeifterte Männer kämpften theilS mit der Feder, theils mit dem Schwert, theilS wie Theodor Körner mit beiderlei Waffen gegen den korsischen Bedrücker Deutschlands und bereiteten so eine neue Zett vor. Zu den volkSthümlichsten Helden der Freiheitskriege gehörte unzweifelhaft Fürst Blücher, und hat diese VolkSthümlichkeit erhalten dis auf unsere Tage. Blücher war, vielleicht unbewußt, der bedeutendste Vorkämpfer für da- neue Reichder Grundstein dazu wurde in den großen Schlachten der Freiheitskriege gelegt. Aber freilich war da-, wa- danach geschaffen wurde, ein jämmerliches, politische- Machwerk, durch welches lange Zeit alle Regungen, die der Einheit» und Freiheitsgedanke hervorief, kläglich zerdrückt und vernichtet wurden. Druck erzeugt Gegendruck. Und so war es ganz natürlich, daß zeitweise in dem nun zu Ende gehenden Jahrhundert immer wieder die Bestrebungen nach Einheit und Freiheit heroor- brachen, theilweise tn sehr extremen Formen. ES waren UebergaugSzustände, die unserem Vaterland nicht erspart bleiben konnten, die aber die großen Ereignisse von 1870 und 1871 vorbereiteten. Diese gipfelten in der Wieder- erftehung des deutschen Kaiserreichs am 18. Januar 1871. ES ist eine ganz besondere Fügung des Schicksal-, daß daS Ausrufen Wilhelm- I. zum deutschen Kaiser 'n dem Prunkpalast desjenigen französischen Königs vor sich ging, der so unsägliche- Elend über Deutschland gebracht hatte. Wir aber gedenken mit Dank gegen Gott der tapferen deutschen Streiter auf den Schlachtfeldern Frankreichs, deS obersten Kriegsherrn, des Kaiser- und Königs Wilhelm I. und seiner vortrefflicher Rathgeber in der großen Zeit vor einem Vielteijahrhundert und geloben allezeit festzuhalten an den großen Errungenschaften, die der Krieg 1870/71 dem deutschen Volke gebracht hat. Darauf nahm Herr Alfred Bock zu feinem angefün- digten Vortrag, „Blücher tn Gießen, ein Stimmungsbild au- den Freiheitskriegen", das Wort. Der Redner führte ungefähr folgende- auS: Es war an einem der ersten Novembertage deS Jahre- 1813. Eine dichtgedrängte Menge füllte die Aula der Universität: Profefforen, Studenten, Bürger der Stadt, Soldaten und allerlei Landvolk in buntem Durcheinander. Da- Katheder bestieg ein Offizier der preußischen Gardejäger und hielt eine begeisterte Ansprache an die Versammlung. Der Erbfeind ist aufs Haupt geschlagen, rief er, die verhaßten Ketten sind gesprengt, das deutsche Volk ist frei. Die Väter werden ihre Söhne in den heiligen Kampf schicken, die Mütter werden ihnen die Waffen in die Hand drücken, kein Opfer wird verschmäht werden, die akademische Jugend wird die Hörsäle verlassen, um siegreich und neugestärkt zu ihren Studlen zurückzukehren. Obwohl der Redner bafl Gefühl hatte, daß seine Worte Eindruck machten, war er sich doch bewußt, daß auch zahlreiche Franzosenfreunde unter die Versammlung fich gemischt hatten. An diese wandte er sich mit erhobener Stimme: „Und wenn die Einrichtungen, welche die Franzosen trafen, noch so klug, wenn die Mißbräuche, die fie adschafften, noch so drückend waren, fo solltet ihr zum Danke fie dennoch auf Leben und Tod bekämpfen und au- dem Lande jagen, denn für ein Volk giebt eS kein größere- Elend, kein zerstörendereS Unglück, al- sich von Fremden beglücken zu lassen." Die Haltung des preußischen Offizier-, feine ganze Erscheinung deuteten darauf hin, daß er nicht in deS Königs Rock hineingewachsen war, daß vielmehr außerordentliche Umstände ihn mit diesem Ehrenkleid geschmückt halten. In der That war der Redner niemand anders als der berühmte Schellingianer Profeffor Henrik Steffen-, ein geborener Norweger, der den Lehrstuhl in Breslau im Stiche gelaffen und in flammender Begeisterung für die deutsche Sache, zum Degen gegriffen hatte. Im Gefolge Blüchers, dessen Stab er zugetheilt war, hatte er zugleich mit dem Feldmarfchall am 3. November das Weichbild der Stadt Gießen betreten. Die Kriegslage stellt fich, mit kurzen Strichen gezeichnet, folgendermaßen dar: Auf der Heerstraße, welche die Handels-Emporien Leipzig und Frankfurt mitein- ander verbindet, suchte Napoleon nach der Schlacht bei Leipzig mit den Trümmern seine- Heeres da- Rheinufer zu gewinnen. Seine Macht war immerhin noch so groß, daß er die Heermasse de- General- Wrede bei Hanau am 30. und 31. October durchbrechen und 2. November mit 60 000 Mann, die ihm von 300 000 verblieben waren, bei Mainz den Rhein überschreiten konnte. Den Alliirten war die Aufgabe zuge- fallen, den Feind zu verfolgen. Schwarzenberg betrieb die Verfolgung fo lässig, daß er erst in 14 Tagen mit dem böhmischen Heere da- Rheinufer erreichte. Ander- Blücher, der fich hart an die Franzosen herandrängte, und zweifellos einen entscheidenden Schlag geführt haben würde, wenn ihn nicht in Fulda der unfinnige Befehl de- Generalissimus getroffen hätte, durch den Vogelsberg nach Gießev und Wetzlar zu matschieren. Wenige Tage vor der Ankunft Blücher- in Gießen brachte das officielle Organ der hessischen Regierung die erste Notiz über die Völkerschlacht bei Leipzig. Am 6. November veröffentlichte da- Staat-Ministerium einen Erlaß, wonach sich Heffen vom Rheinbund lo-sagte und zu den Alliirten überging, lieber die Stimmung, die zur Zeit der nationalen Erhebung die leitenden Kreise der Stadt Gießen beherrschte, liegt zunächst der Bericht de- Feldgeistlichen Dr. Rhesa vor, der besagt, daß in Gießen Lauigkeit und Kalt, bemerkbar machte, wie denn überhaupt Hessen- Darmstadt dirch Anhänglichkett an die Franzosen fich ausgezeichnet yabe. Rhesa reproducirt in seinem Tagebuch die Rede etnes hessischen Geistlichen, die deu Paffu- enthält: „Da- UngläcT unserer Feinde, der Preußen, ist unser Glück geworden." Der Cameralist und Nationolöconom an der hessischen Landes« Universität, Professor Crome, hatte eine Schrift veröffentlicht: „Deutschlands Krise Und Errettung im April und Mai 1813", worin er für die Auslieferung Deutschlands an Napoleon und die Franzosen Propaganda machte. Blücher hatte von diesem famosen Elaborat schon unmittelbar nach der Schlacht bei Leipzig Kenntniß erhalten. Al- der Feldmarschall tn Gießen euaücfxe, hatte sich Crome au- bim Staube gemacht. Blücher ließ dem akademischen Senat erklären, Crome körne ruhig zurückkehren, was solch ein Lamp denke, sei höchst gleichgtltig. Crome sagt, er habe die schmachvolle Schrift nur der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, verfaßt, da- Mannscript sei ihm auf Drängen der Franzosen hin aus den Händen gewunden und brühwarm in die Druckerei geschickt worden. WaS Crome hier zu feiner Bertheidigung anführt, beruht höchstwahrscheinlich auf freier Erfindung. Preußen und Russen find ihm al- Cutturseiude völlig identisch. Die Idee eines einigen Deutschland- verweist er als Ausgeburt kranker Gehirne ins TollhauS. Frankreich gehöre, all seine Sympathlcn, Frarkreich ist ihm tat Land der ausgehenden Morgenröthe, und die Lohe, die vor Westen Deutschland Überflammt, Hai ihn vollkommen geblendet. Leider war dieser politische Standpunkt (Sromei damals vielen Deutsche» gemeinsam. Auch >n seiner Napoleon - Schwärmerei zäh te Crome viele Gesinnungsgenossen. Redner citirt Goethes Worte über Napoleon, erinnert an die Worte und Thate, d'.s Historiker- Johanne- von Müller und an die Ansprache de- „deutschen" König- von Sachsen an den Dre-dener Magistrat: „An den Kaiser Napoleon, den Sieger von Lützen, richtet Euern Dank- er errettete Sachsen und befreite Deutschland von seinem Untergänge." — Auf Blüchers Befehl begab fich Henrik Steffen- von Gießen nach Marburg, um für die nationale Sache zu wirken. Hier empfing den preuß scheu Emissär jubelnde Begeisterung, und die Menge war so erregt, daß der „Matte" für die Franzofenfreunde, die bte S>adt beherbergte, »e zittern begann. Marburg und Gießen zeigen tn dieser bedeutenden Epoche eine ganz entgegengesetzte Physiognomie. Marburg, obwohl unter französischer Herrschaft, fühlt sich Preußen innerlich verbunden, Gießen steht noch unter dem Banne Napoleons und der Gloire der französischen Nation. Dem ganzen südlichen Deutschland galt Napoleon als ter prädestinirtt Beherrscher deS europäischen Kontinente. I de Auflehnung gegen die französische Herrschaft, und bafl ist bezeichnend für den Fatalismus, der sich der Gemüther bemächtigt hatte, wurde selbst nach dem Ausgang deS unglücklichen russischen Feldzuges al- Wahnwitz verschrieen. De Hall e der Ruf „Freiheit" von den Ostmarken Deutschlands herüber, Blücher siegt an der Katzbach, bei Leipzig wird der unüi' iroinbltdje Napoleon niedergeworfen, und der greise Marschall „Vorwärts" fliegt an den Rhein, Blücher, durch feine machtvolle Persönlichkeit dazu außerfeben, die Idee der Freiheit biß zur Begeisterung zu steigern. In seiner Heldengestalt stellt sich daß völlig Jncommensurable des Freiheitskämpfer- dar. Der strenge Sittenrichter wird manches a, ihm tadeln, aber er war die Triebkraft deß ganzen Kriege-. (Sein Vorsatz war Napoleon- Vernichtung. Der Haß gegen den Tyrannen verichmolz sich bei ihm mit der zum Instinkt gewordenen Ueberzeugung, daß er berufen sei, den Kaiser der Franzosen zu stürzen. Er war fein Mann der ehrgeizigen Reflexionen, und die Künste der Diplomatik waren ihm fremd. Er repräfentirte den furor teutonicun und sein „Vorwärts" war der Zauberfporn, der ferne Soldaten mit SturmeSgewalt tn den BernichtungSkampf gegen den Erbfeind trieb. Während der Freiheitskriege war die Frequenzziffer der Gießener Universität auf ein Minimum zurückgegangen. Der StudentenzuwachS im Wintersemester 1813/14 erreichte nur die Zahl 32 Recior und Senat machten Blücher ihre Aufwartung, und erhielten von ihm die Versicherung, daß er die Stadt, und besonder- die Universität tn (einen Schutz nehmen werde. — Blücher war in Gießen nicht müßig. Hier reifte in ihm der Entschluß, mit der schlesischen Armee den Rhein zu überschreiten, Holland und Brabant zu erobern, und alsdann in Frankreich einzufallen. Bei vollen Bechern genoß man die Vorfreude dieser kühnen Krieg-sahrt. Den thüringen- scheu Dichter Adolf Bube, (geboren 1802 tn Gotha) hat diese- Trinkgelage zu einem schwungvollen Gedicht „Blücher in Gießen" begeistert, daß der Redner citirt. Da- Poem ist von Wilhelm Tschirch in Musik gesetzt worden. — Bo» 4. November ist jener merkwürdige Btief Blüchers aus Gießen öatirt, worin er seine FeldzugSpläne eingehend auseinander setzt. In Frankfurt sucht Gneisenau vergeblich bei« großen Generalstai» für Blücher- Project Stimmung zu machen. Al- man ihn mit tausend Bedenken hinhielt, brach Blücher auf eigene Faust am 7. November von Gießen auf. In Altenkirchen zurückberufen marschirte Blücher am Mittel- rhein mit feiner Armee auf, und griff erst am 2. Decemder wieder zum Schwert, da- er grollend in die Scheide gesteckt hatte. Am 31. December, in jener denkwürdigen Neujahrsuacht ging er bei Laub über den Rhein, um bald daraus auf französischem Boden da- preußische Banner zu entfalten. — Auf die Bedeutung der bevorstehenden patriotischen Gedenkfeier übergehend schloß der Redner: Bi« in das Herz Frankreichs hinein war auch der Akademiker und Fnihheit-kämpfer Henrik Steffens dem Siege-zuge Blücher» gefolgt. In Paris forderte er seinen Abschied und kehrte, mit dem eisernen Kreuze geschmückt, in den Schooß ferner Familie zurück. Aber nicht im überwallenden Srolzgefühl de- krauzgcschmückten Siegers, sondern in der wehmüthigen Stimmung des enttäuschte» Patrioten schrieb er damals die Worte nieder: „Em anderes Deutschland, so mußte ein jeder glauben, nicht das frühere, welche» verschwunden war, solle fich a»S dem Kampfe e»t "y ■ Veraschtes WWM Nur echt mit iiru„Pfellriflg' Srüfiich« Oberförstrrri Aug. 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Centralstelle für die Gewerbe das große durch zwei Stockwerke gehende reich mit Glasmalerei geschmückte Fenster des Treppenhauses eingesetzt und zeigt fich daflelbe inS-> besondere am Abend bei elektrischer Beleuchtung tn seinen herrlichen Farbeuzusammeustellungen besonders prächtig. Im oberen Theil des Fensters, dem Rundbogen, fieht man das hessische Landeswappen, gehalten von zwei Amoretten und umrankt von Lorbeerzweigen; während im Mittelfenster eine herrliche Frauengestalt, das Kunstgewerbe versinnbildlichend, uns entgegentritt. Rechts und links sind die Embleme des Handwerks, sowie eine reiche Ornamentirung in Glasmalerei angebracht. Die ganze Arbeit ist aus der Werk- stätte für GlaS- und Kunftmaleret des Herrn Friedrich Endner hier bervorgegangen und legt Zeugniß ab, wie auch das hessische Kunstgewerbe auf der Höhe der Zeit steht und die Concurrenz überall aufnehmeu kann. Gelegentlich des engeren Wettbewerbs um die Herstellung einer Farbenskizze für das betreffende Fenster erhielt Herr Endner den ersten Preis zuerkannt. Ein Reit- irnd Wagenpferd (gute Beine, ohne Untugenden) käuflich. Besichtigung und Auskunft im Kreishaufe zu Weilburg. 552 *h. Kinzenbach, 15. Januar. Der starke Schneefall am gestrigen Tage ist ein wahrer Segen für unsere Land- wirthe. Die Wintersaaten find nun so warm unter der Schneedecke eingehüllt, daß für das Erfrieren der jMigce Saat keine Gefahr mehr vorliegt. „Der Schnee wärmt", denn er ist wie daS Federbett ein schlechter Wärmeleiter und hält als solcher das Eindringen der Kälte zurück. Er verhindert aber auch, was sehr wichtig ist, das Eindringen der Sonnenstrahlen und somit vermag die warme Lust nicht durch die Schneedecke zu dringen. Diese abkühlende Eigenschaft der Schneedecke ist ebenso wichtig als die wärmende. In einem Boden, der bald kalt, bald warm wird, haben die Pflanzen einen unruhigen Schlaf. Unter der Schneedecke aber schlummern sie ruhig biß der Frühling kommt und der wahre Morgen des Pflauzenlebens anbricht. • DaS Rad der Zeit. Ach, das edle Weib von heute, DaS bekanntlich Röfen flicht, Spricht vom Zweirad und vom Dreirad, Doch vom Spinnrad spricht es nicht. Und der Jungaefell von heute Folgt erröthcnd ihrer Spur, Spricht vom Zweirad und vom Dreirad, Doch von Hetrath? — schweigt er nur! NotteSdimst in der Synagoge. SamStag den 18. Januar: Vorabend 4«> Uhr, Morgens v Uhr, «edeukfetsr der Wiederaufrichtung deS Deutsche« Reiches. RMbmittagS 3 Uhr, Sabbathausgang 5“ Uhr. w Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Freitag Abend 4 vordem , f Blüchers °u» iS»"! SttlllMUS ’ - »'KÄ ri“ -US k«'" Ly I'1 itt: eins wird der Vorstand der OmnibuS-Gesellschast drei seiner großen Wagen nach den verschiedenen Stadtteilen: Ludwigs- platz, Ludwigsstraße, Bleichstraße, Selter» erg, Bahnhofstraße 2C. fahren laffen, worauf wir unsere Lrser aufmerksam machen. ** Ein Walfisch ist, wie im heutigen Jnseratentheil ersichtlich, in wohlpräparirtem Zustand im Garten der „Restall- ration Busch", SelterSweg, auf einige Tage zu sehen. Derselbe hat eine Länge von 31 Fuß und wurde an der norwegischen Meeresküste gefangen. •* Unfall. Ein Bureaudiener einer hiesigen Bahn stürzte gestern Morgen, als er fich in daS Bureaugebäude begeoen wollte, von einem Schlaganfall betroffen plötzlich hin und blieb besinnungslos liegen. Derselbe wurde tn das Gebäude getragen und kam bald wieder zu fich. Wie wir hören, wird derselbe seine Arbeit bald wieder aufnehmen können. Blutige Schlägerei. Gestern Abend 5»/3 Uhr ent- spann sich eine Schlägerei auf der Straße vor der Wirth- schäft „Zum Schiffenbergerthal", wobei es blutige Köpfe gab. In dieser Wirtschaft hatten Eisfuhrleute aus Watzenborn und EiSarbeiter auS Wißmar deS Guten zu viel ge- than. Die Arbeiter auS Wißmar brachten den Fuhrleuten Gebrüder Burck aus Watzenborn schwere Verletzungen bei. •• Zur Erleichterung des Besuches der Berliner Gewerbe, anilstellung werden in der Zett vom 1. Mai bis 15. October auf den preußischen Staatsbahnen an noch bekannt zu machenden Tagen wöchentlich einmal, auf verkehrsreichen Linien wöchentlich zweimal, Sonder-Rückfahrkarten 1. bis 3 Klaffe mit zehntägiger Giltigkeitsdauer zum Preise einfacher Fahrkarten (für Schnellzvgsstrecken Schnellzugssatz, für PersonenzugSstrecken PersonenzugSsatz) und mit Anspruch auf 25 Kg. Freigepäck auSgegeben werden. Zur Benutzung werden alle fahrplanmäßigen Züge zugelaffen, mit der Maßgabe, daß bei v Zügen die tarifmäßige Platzgebühr zuzuzahlen ist. Bei Bedarf werden AuSstellungS-Sonderzüge abgelaffen. ZU L a u b a ch, den 13. Januar 1896. bo» Samstag den 18. Januar 1896 bleibt das Ortsgericht geschloffen. Gießen, 16. Januar 1896. Gr. Ortsgericht Gießen. Gros. Aquila-Souchong £ "ai /L-' vorzüglicher Haushaltunqß.Thee, ä Pfd. --ANsv» i empfiehlt in Vi-Pfd.-Blechbüchsen, ‘r und l/.-Pfd-Stantolpacketin 598___________Otto Schaaf. «aylar, feinfttTi grobkörnig, Bißmarckheringe, Bratheringe, Rollmöpse, Buxkin doppelbreit per Meter i Mk. 1.35 Cheviot doppelbreit per Meter ä Mk. 1.95 versenden in einzelnen Metern franco 110 Oettinger & Co., Frankfurt a. H. ."SS dMailtziz. an Nolui ler hatik boi 'dttSGtz Marschall Q “!be fltmatL kölm ha Wollt tzchiitz ftanzchn tu, Mt X'rndeiti et ^'stndluig. ^ll!gidentii4, « als u grhSn» der aus, esten Deutsch, 1 Leider war ■tu Deutsche» mnu Mre ltiet Goelhei t und Thaui die Ällsprach, en DreSdeon Sieger hi hsen und be> t." - b -leffeos ooi itonale Sach! 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